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Asentreue / Asatru

1.052 Beiträge, Schlüsselwörter: Odin, Asatru, Asentreu
chobie
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Asentreue / Asatru

23.08.2013 um 16:25
@tris

Eigentlich beziehe ich mich in erster Linie auf die Fakten in der Doku "Die Germanen" Teil 2, die Varusschlacht (Arminius betreffend).
Wenn du daran zweifelst, musst du bei Phoenix deine Einwände angeben und ihre Antworten hierhin setzen.
Hast du den Film gesehen?


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Asentreue / Asatru

23.08.2013 um 16:41
@chobie
Nein, ich kam nicht dazu.

Allerdings ist das halt das Problem bei solchen Dokus (allgemein): Gerade wenn sie mit Spielszenen durchsetzt ist (ist sie ja, wenn ich das richtig gesehen haben), lässt es sich einfach nicht praktikabel unterbringen zu sagen: Wir haben keine Ahnung, was da war. Das will man nicht hören, man schaut ja schließlich eine Doku, um was zu erfahren und zu lernen, was man aber nicht kann, wenn alle paar Minuten der Satz "Wir wissen es nicht wirklich, aber aus dramaturgischen Gründen nehmen wir jetzt einfach mal an..." kommt.

Deswegen neigen die Macher da gerne dazu, sich eine Vermutung auszusuchen (jetzt hier konkret über Arminius Jugend) und dann an dieser den Plot weiterzustricken. In der Regel - das nur zur Ehrenrettung der Macher - wird schon etwas gesagt wie "Es wird vermutet/angenommen..." oder "Er soll...". Dass das nur angenommen wird, bleibt aber beim Zuschauer nicht hängen, weil dann eben für den weiteren Verlauf nicht mehr explizit auf die anderen möglichen Alternativen eingegangen wird, sondern die eine herausgepickte weiterverfolgt wird.

Wirklich rügen kann ich da Phoenix auch nicht, es sollte ja bekannt sein, dass absolute wissenschaftliche Akuratesse in solchen Dokus weder das Ziel, noch überhaupt im Medium Fernsehen möglich ist. Die Sendung soll informativ sein, sie soll aber nicht bis in die tiefste Niederungen der Geschichtswissenschaften dringen. Und die Spielszenen, die nötig sind, um die Leute überhaupt zum Sehen so einer Doku zu bringen, erlauben es auch nicht, ausführlich auf die möglichen Alternativen hinzuweisen.


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chobie
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Asentreue / Asatru

23.08.2013 um 18:13
@tris

Da kann ich nichts zu sagen. Ich weiß nicht, worauf sich die Regisseure beziehen. Aber ich denke schon, dass sie sich an Fakten halten müssen, wenn sie glaubwürdig sein wollen.

Wie bereits geschrieben habe ich auf dem Gebiet einer früheren germanischen Siedlung gelebt, kenne also das Umfeld, die Begebenheiten. Es war ein Leben mit der Natur, das ergibt sich schon alleine durch das Wohnumfeld. Die Roemer haben Siedlungen auf germanischen Gebieten errichtet bzw. errichten wollen, aber davon wollten zumindestens die Stämme die sich für die Varusschlacht zusammen geschlossen haben, nichts wissen.
Du scheinst nicht nur den Film nicht gesehen zu haben, du weißt auch anscheinend sehr wenig über das damalige germanische Leben, ihrer Religion etc. Donar z.B. ist ein Schützer der Bauern, schützte ihre Ernten vor den Naturgewalten insbesondere Blitz und Hagel. Dafür wurde ihm unter seiner Eiche Met hingestellt.


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Asentreue / Asatru

23.08.2013 um 18:37
@chobie
chobie schrieb:Da kann ich nichts zu sagen. Ich weiß nicht, worauf sich die Regisseure beziehen. Aber ich denke schon, dass sie sich an Fakten halten müssen, wenn sie glaubwürdig sein wollen.
Ich dachte, es wäre bekannt, dass man bei populärwissenschaftlichen Dokus immer etwas vorsichtig sein muss, da dort schonmal die Genauigkeit für die Dramaturgie geopfert wird. Denn aus "Wir wissen nichts über Arminius' Jugend" kann man nunmal keine Spielszene machen.
chobie schrieb:Es war ein Leben mit der Natur, das ergibt sich schon alleine durch das Wohnumfeld.
Habe ich das bestritten? Natürlich haben sie mit der Natur gelebt. Sie war ja da und es fehlte die nötige Technik, um sie platt zu machen.
chobie schrieb:Die Roemer haben Siedlungen auf germanischen Gebieten errichtet bzw. errichten wollen, aber davon wollten zumindestens die Stämme die sich für die Varusschlacht zusammen geschlossen haben, nichts wissen.
Aber nicht, weil sie überzeugte Waldbewohner waren und von Städten nichts wissen wollten, sondern weil sie von den Römern nichts wissen wollten.
chobie schrieb:Du scheinst nicht nur den Film nicht gesehen zu haben
Wenn es dort so dargestellt wird, als wäre Arminius Geiselschaft belegt, dann ist das kein Verlust.
chobie schrieb:Du scheinst nicht nur den Film nicht gesehen zu haben, du weißt auch anscheinend sehr wenig über das damalige germanische Leben
Schließt du woraus? Daraus, dass ich kein romantisiertes Bild vom germanischen edlen Wilden habe, und den Germanen daher nicht andichte, dass sie das Leben in Städten kategorisch ablehnt hätten, weil sie den Wald ja so viel lieber gehabt hätten?
chobie schrieb: ihrer Religion etc. Donar z.B. ist ein Schützer der Bauern, schützte ihre Ernten vor den Naturgewalten insbesondere Blitz und Hagel. Dafür wurde ihm unter seiner Eiche Met hingestellt.
Zum einen weiß ich das, zum anderen habe ich aber keine Ahnung, was das damit zu tun haben soll.


Das Unwissen scheint dagegen eher bei dir zu liegen. Du weißt nicht, dass populärwissenschaftliche Dokus immer mit Vorsicht zu genießen sind, du weißt von Arminius von dieser Doku abgesehen scheinbar überhaupt nichts, du verklärst die Germanen und stellst es so hin, als wäre bei Germanen Machtgelüste ausgeschlossen, als hätte es nie einen Marbod, Adgandestrius oder Inguiomer gegeben, als wären nicht ganze Stämme zu den Römern übergelaufen. Daraus, dass sie im Wald lebten und keine Alternativen hatten, schließt du, dass sie diese Alternativen sowieso nicht wahrgenommen hätten. Diese Schlussfolgerung ist nicht nur unzulässig, sie ist sogar schlicht falsch, weil es nunmal Germanen gab, die sich in und um römische Siedlungen niedergelassen haben.


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chobie
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Asentreue / Asatru

23.08.2013 um 19:27
Ich schrieb von den Stämmen, die sich zwecks Varusschlacht zusammengeschlossen haben! Sie lehnten die Roemer und damit das römische Leben ab!

Die germanischen Stämme verkläre ich mit Sicherheit nicht, ich schätze die Situation durchaus realistisch ein!
Aber Fakt ist nun einmal: Ohne die Eroberungs- und Rachefeldzüge der Roemer, wären die germanischen Stämme friedlicher gewesen, es hätte keine Ueberlaeufer und Verräter gegeben! Es hätten Stämme noch lange existieren können, Ziu wäre weiterhin wichtiger als Wotan geblieben und es hätte keine Vermischungen von Donar/Jesus gegeben. Auch Zwangschristianisierungen hätte es nicht gegeben, ebenso wenig ein Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
Die Roemer haben vieles zerstört, was bis heute noch nachwirkt!


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Asentreue / Asatru

23.08.2013 um 21:49
@chobie
chobie schrieb:Ich schrieb von den Stämmen, die sich zwecks Varusschlacht zusammengeschlossen haben! Sie lehnten die Roemer und damit das römische Leben ab!
Aber eben nicht, weil sie so furchtbar naturverbunden waren. Denn das - wenn ich daran erinnern darf - war deine Ausgangsthese. Viele lehnten das Stadtleben ab, weil das zu der Zeit und in der Gegend nunmal ausschließlich bei den Römern zu haben war. Das Problem waren die Römer, nicht Städte. Irgendeine Naturverbundenheit hatte damit nichts zu tun.
chobie schrieb:Aber Fakt ist nun einmal: Ohne die Eroberungs- und Rachefeldzüge der Roemer, wären die germanischen Stämme friedlicher gewesen, es hätte keine Ueberlaeufer und Verräter gegeben!
Tut mir Leid, aber das ist der selbe himmelschreiende Unsinn, wie der Indianer, der gut und edel war, bis der weiße Mann alles Schlechte brachte, wie Karl May es beschreibt.
chobie schrieb:Es hätten Stämme noch lange existieren können,
Dafür wären andere verschwunden.
chobie schrieb:Ziu wäre weiterhin wichtiger als Wotan geblieben
Das schließt du woraus?


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chobie
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Asentreue / Asatru

23.08.2013 um 22:27
Meinst du nicht, dass z.B. Mitglieder der Brukterer ganz zufrieden ohne Stadtleben waren? In den Wäldern gab es Wild, in den Flüssen Fische, hinzu kamen Erträge aus der Landwirtschaft. Das Leben mag hart und karg gewesen sein, aber es war möglich, warm und satt zu sein. Es wurde gefeiert, geheiratet, Kinder geboren usw. Wer um alles in der Welt sollte das aufgeben wollen, was auch heute noch begehrenswert ist, wie z.B. auf dem Land zu leben?
Die Bauern, die heute auf dem Gebiet der ehemaligen germanischen Siedlung leben, in der ich aufgewachsen bin, würden ihr Grundstück ohne Not nie verkaufen, obwohl das Stadtleben viele Vorteile bildet. Aber die Landwirtschaft ist eben auch schön, wie Pferde, Bienen, Kühe - damals Ziegen.
Weißt du, dass bis vor einigen Jahrzehnten diese Bauernhäuser noch genauso aufgeteilt waren wie damals? Die Tiere lebten mit im Haus.
Ich weiß nicht, wo du her bist, dass du solche merkwürdigen Ansichten anbringst. Vermutlich bist du ein Stadtmensch, anders gehts nicht.


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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 00:05
@chobie
Verrate mir eins:
Was soll für mich eine Diskussion mit jemandem bringen, der erst darauf pocht, wie ärmlich doch das Waldleben der Germanen war, aber dann - wenn es besser passt - erzählt, wie toll doch das Landleben war.
Mit jemandem, der die heutigen Verhältnisse des Landlebens auf anno dazumal überträgt, der entweder vergisst oder unterschlägt, dass die Städte mit ihren Menschenmassen, ihren Märkten, ihren Unterhaltungsangeboten, ihrem Schutz vor Witterung und vor Feinden jahrtausendelang eine ungeheure Anziehungskraft ausgeübt hat und das Landleben letztlich erst wieder als reizvoll angesehen wird, seit die Industrialisierung ihren Höhepunkt erreicht hatte.
Der eine Vorstellung von den Germanen hat, wie Karl May von den Indianern.


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chobie
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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 10:33
@tris

Die germanischen Stämme waren Selbstversorger. Wenn man das Leben so kennt, ist es eine Gewohnheit. Es unterscheidet halt einen Bauern von einem Städter.

Die Siedlung, in der ich aufgewachsen bin, liegt abseits. Ohne Auto, ohne eine Verbindung zur nächsten Bushaltestelle. Mit Wald, Wiesen, Feldern etc. in der Umgebung. Wir lebten vom eigenen Gemüse, Hühnern usw. Die Milch gab es vom Nachbarn.
Du kannst dir das bestimmt nicht vorstellen, aber macht nichts :)
In dem Bauernhaus meiner Eltern war, wo heute die Stube ist, früher der Stall.
Deshalb kann ich mir durchaus vorstellen, wie das Leben dort früher einmal gewesen sein könnte. Allerdings mit mehr Wald, ohne Strassen und ohne eine Stadt in die man zum Einkaufen fahren konnte. Auch ohne Strom, fließend Wasser ( obwohl ich das mit dem Brunnen auch noch kenne), ohne Telefon und Internet. Ob Veleda dort lebte, weiß ich nicht, ist aber gut vorstellbar. Deshalb werden lange Fußwege üblich gewesen sein.


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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 16:16
@chobie
chobie schrieb:Die germanischen Stämme waren Selbstversorger. Wenn man das Leben so kennt, ist es eine Gewohnheit. Es unterscheidet halt einen Bauern von einem Städter.
Das waren so ziehmlich alle Landbewohner über tausende von Jahren. Und über die selbe Zeit die Selbstversorgung niemanden daran gehindert, in die Stadt zu gehen.

Sicher wird es welche gegeben haben, die (vollkommen Römer-unabhängig) lieber ihr altes Leben haben wollten. Aber du kannst ja wohl nicht leugnen, dass sich in der Nähe der römischen Siedlungen auch einige Germanen niedergelassen haben. Und wenn in der Gegend das einige taten, hätten sie es wohl auch in der anderen Gegenden gemacht. Sicher werden einige das bekannte Leben auf Einödhöfen im Wald dem unbekannten Stadtleben vorgezogen haben. Aber einfach so aus dem nichts heraus zu vermuten, dass die Germanen das Stadtleben prinzipiell aufgrund irgendeiner besonderen Naturverbundenheit abgelehnt haben und nicht bspw. nur, weil sie an ihre Lebensweise gewohnt waren und (vermutlich noch wichtiger) von den Römern nichts hielten, das ist schlicht und ergreifend eine unzulässig Schlussfolgerung.


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chobie
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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 16:36
Ich habe es nicht geleugnet.

Es ist auch heute noch so, dass viele Bauern über Städter die Nase rümpfen. Stichwort "anonymes Stadtleben" etc. Aber ich mal davon aus, dass du ein Stadtmensch bist und vom Landleben Null Plan hast.


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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 16:45
@chobie
chobie schrieb:Ich habe es nicht geleugnet.
Das war deine Startthese, wegen der wir dann überhaupt auf Arminius gekommen sind:
chobie schrieb:Weiß nicht... Die Angehörigen der germanischen Stämme haben ein Leben in der Natur dem Leben in einer römischen Siedlung vorgezogen und auch dafür gekämpft. Sie lebten oft in Lichtungen von Wäldern.
Es ging ihnen eben nicht um Natur vs. Stadt, sondern eher um Römer und Nicht-Römer (wobei nicht einmal das für alle galt) und Gewohnt vs. Ungewohnt.
chobie schrieb:Es ist auch heute noch so, dass viele Bauern über Städter die Nase rümpfen. Stichwort "anonymes Stadtleben" etc. Aber ich mal davon aus, dass du ein Stadtmensch bist und vom Landleben Null Plan hast.
Und ich gehe davon aus, dass du nicht weißt, dass das heuige Stadt- bzw- Landleben in überhaupt keiner Weise mit dem damaligen vergleichbar ist.
Denn wüsstest du es, würdest du kaum auf die Albernheit verfallen und immer wieder diese Vergleiche anbringen.


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chobie
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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 18:19
Ach, was weißt du schon... Die Mutmaßungen eines Städters.


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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 19:06
@chobie
chobie schrieb:Ach, was weißt du schon... Die Mutmaßungen eines Städters.
Und wieder bildest du dir ein, du könntest heutige Stadt-Land-Verhältnisse auf damals übertragen.

Insofern: Ach, was weißt du schon... Die Mutmaßungen eines Heutigen.


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chobie
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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 21:06
@Asche

Der ein oder andere Ortsname gibt her, wie oder wo sie lebten.


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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 22:47
@tris
In allen Ehren, aber es ist nun mal so, dass die Kluft zwischen Städtern und Ländlern nicht kleiner ist als eh und je. Die Lebensumstände beider mögen sich geändert haben, aber die Unterschiede - wenn auch in anderer Form - gibt es noch heute.


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chobie
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Asentreue / Asatru

24.08.2013 um 22:59
@Asche

Ja, das hast du gut formuliert :)


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Asentreue / Asatru

25.08.2013 um 01:51
@Asche
Asche schrieb:In allen Ehren, aber es ist nun mal so, dass die Kluft zwischen Städtern und Ländlern nicht kleiner ist als eh und je. Die Lebensumstände beider mögen sich geändert haben, aber die Unterschiede - wenn auch in anderer Form - gibt es noch heute.
Nochmal, nur dass das nicht vergessen wird, es geht von Beginn an eigentlich um @chobies Behauptung, die Germanen hätten dafür gekämpft, in der Natur anstatt in Städten zu leben. Dass die Germanen in irgendeiner Form überzeugte Waldbewohner gewesen wären.

Das stimmt aber schlicht und ergreifend nicht. Wenn eine römische Siedlung in der Nähe war, haben sich da auch Germanen angesiedelt. Wenn es mehr Siedlungen gegeben hätte, hätte sich da auch mehr Germanen angesiedelt. Und die Römer selbst können für die Germanen auch kaum so schlimm gewesen sein, es haben sich mit ihnen ja genug verbündet.

Natürlich gibt es eine Kluft zwischen Stadt und Land. Aber eben weil es andere Unterschiede waren, kannst du das nicht vergleichen. Es ist einfach unsinnig, mit irgendeinem "Der Bauer rümpft über den Städter die Nase" von heute die Unterschiede zwischen Germanen und Römer illustrieren zu wollen. Weil die Vergleichbarkeit fehlt.
@chobie wirft mir vor, ich hätte vom Landleben keine Ahnung. Stimmt vollkommen. Aber gleichzeitig bildet er sich ein, nur weil er vom heutigen Landleben eine Ahnung hätte, könnte er in irgendeiner Form das Landleben der Germanen besser beurteilen als ich. Dazwischen liegen nunmal solche Welten, dass sich der Unterschied zwischen heutigen Städter und Ländlern vollkommen marginalisiert.

Es gibt nunmal, um auf die Anfangsthese zurückzukommen, keinerlei Belege, dass es den Germanen irgendwie besonders um das Leben in der Natur gegangen wäre.
Dagegen steht es fest, dass sich Germanen in und um römische Siedlungen niedergelassen haben. Und einfach zu unterschlagen, dass Städte schon immer eine ziehmliche Anziehungskraft auf die Menschen ausübten, die letztlich nur durch äußere Einflüsse gehemmt wurde (Umgebung, Technik, Verbote etc.) und dass das Landleben als etwas tatsächlich Wünschenswertes (und nicht nur als eine Gewohnheitssache) erst seit der Industrialisierung mit dem Zurück-zur-Natur-Sehnsüchten der Städter gilt, halte ich nunmal für falsch.

Genauso ist es unsinnig, dass es den Germanen nur um "Heimat, Feind und Freund" gegangen wäre. Die Stämme haben munter die Seiten gewechselt, mal für die Römer, mal gegen sie, genauso gab es Intrigen und Feindschaften zwischen den Stämmen und innerhalb von diesen. Da gab es kein festen Freund und Feind und wenn es mehr Vorteile bot, hat sich noch kein germanischer Stamm davon abhalten lassen, mit den Römern gemeinsame Sache zu machen.


Um es kurz zu machen: Mich stört schlicht und ergreifend dieses romantisierte Germanenbild, das sich bis heute gehalten hat und ursprünglich von Tacitus stammt, der den Römern diesbezüglich ganz einfach nur den Spiegel vorhalten wollte, wie dekadent sie doch im Gegensatz zu den schlichten und einfachen Germanen sind.

Die Germanen waren nicht besser und nicht schlechter als die Römer oder irgendein anderes Volk. Sie hatten die gleiche Art Intrigen, die gleiche Art Feindschaften, die gleiche Art sonstiger Streitigkeiten.
Sobald Technik und Umgebung es erlaubt haben, haben sie sich, statt in verstreuten Höfen, in größeren Siedlungen bis hin zu Städte zusammengesammelt. Genauso wie jedes andere Volk vor und nach ihnen.


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Asentreue / Asatru

25.08.2013 um 14:38
@tris
tris schrieb:Nochmal, nur dass das nicht vergessen wird, es geht von Beginn an eigentlich um @chobies Behauptung, die Germanen hätten dafür gekämpft, in der Natur anstatt in Städten zu leben. Dass die Germanen in irgendeiner Form überzeugte Waldbewohner gewesen wären.

Das stimmt aber schlicht und ergreifend nicht. Wenn eine römische Siedlung in der Nähe war, haben sich da auch Germanen angesiedelt. Wenn es mehr Siedlungen gegeben hätte, hätte sich da auch mehr Germanen angesiedelt. Und die Römer selbst können für die Germanen auch kaum so schlimm gewesen sein, es haben sich mit ihnen ja genug verbündet.
Na gut, mag sein, aber das entkräftigt ihr Argument ja nicht.
Wenn die Menschen die Wahl zwischen Obst und Fleisch haben, werden manche das Obst und andere das Fleisch wählen. Wenn die Menschen die Wahl zwischen Hund und Katze haben, werden die eine die Katze und die anderen den Hund wählen. Und wenn die Menschen die Wahl zwischen Dorf und Stadt haben, werden die einen die Stadt, die anderen das Dorf wählen.
Tatsache ist, dass es Germanen gab, die dafür kämpften, in ihren kleinen Siedlungen bleiben zu dürfen.
Tatsache ist auch, dass die Römer die Germanen immer wieder angreifen.
Und eine weitere Tatsache ist, dass die Germanen letztlich das römische Reich zu Fall brachten.


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chobie
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Asentreue / Asatru

25.08.2013 um 14:55
Zumal es auch noch darauf ankommt, um welche Zeit es sich handelt. Die Auseinandersetzungen mit den Römern ging ja über einen langen Zeitraum, hinzu kamen noch die Wanderungen der Germanen.
Nach der Varusschlacht sind noch Rachefeldzüge belegt und dann war Ruhe mit ihnen im Bereich der Stämme wie den Cheruskern.


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Asentreue / Asatru

25.08.2013 um 14:57
@Asche
Asche schrieb:Wenn die Menschen die Wahl zwischen Obst und Fleisch haben, werden manche das Obst und andere das Fleisch wählen. Wenn die Menschen die Wahl zwischen Hund und Katze haben, werden die eine die Katze und die anderen den Hund wählen. Und wenn die Menschen die Wahl zwischen Dorf und Stadt haben, werden die einen die Stadt, die anderen das Dorf wählen.
Kein Widerspruch. Aber nach @chobies Aussage müsste alle Germanen Hundemenschen gewesen sein.
Asche schrieb:Tatsache ist, dass es Germanen gab, die dafür kämpften, in ihren kleinen Siedlungen bleiben zu dürfen.
Und da hätte ich jetzt doch mal gerne die Quelle, dass 1.) es ihnen wirklich um ihre "kleinen Siedlungen" (häufig waren es ja nur weit verstreute Höfe) ging und 2.) dies aus einer wie auch immer gearteten besonderen Naturverbundenheit geschah, und beides nicht aus einem Romanes eunt domus heraus entstanden ist.
Asche schrieb:Tatsache ist auch, dass die Römer die Germanen immer wieder angreifen.
Zum einen beruhte das auf Gegenseitigkeit (vorher hat man die Gallier überfallen, jetzt waren es halt die Römer), zum anderen: Wo habe ich das Gegenteil behauptet?
Asche schrieb:Und eine weitere Tatsache ist, dass die Germanen letztlich das römische Reich zu Fall brachten.
Und kaum waren die Römer besiegt, ließen sich die ach so naturverbundenen Germanen, die so tapfer für ihre kleinen Siedlungen gekämpft haben, in den römischen Städten nieder. Das nenne ich konsequent.


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chobie
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Asentreue / Asatru

25.08.2013 um 14:58
@tris

Was sind denn Hundemenschen? Wo schrieb ich sowas???

Meinst du die Berserker?


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Asentreue / Asatru

25.08.2013 um 15:00
@chobie
Es bezog sich auf @Asches Beispiel. Manche Menschen mögen Hund, manche mögen Katzen, genauso wie manchen die Stadt und manchen das Land lieber ist.

Deiner pauschalen Aussage, aufgrund der wir hier überhaupt diskutieren, hätten aber alle Germanen das Landleben prinzipiell vorgezogen. Um auf den Vergleich zurückzukommen: Sie hätten alle Hundemenschen sein müssen.


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chobie
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Asentreue / Asatru

25.08.2013 um 15:03
@tris

Hä?

Naja, ich muss nicht alles verstehen.

Sowas macht mich eher hundemüde!


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Asentreue / Asatru

25.08.2013 um 15:03
@tris
Eine Quelle dafür zu finden, was die Germanen damals dachten, wird schwer möglich sein. Es ist dir sicher nichts Neues, wenn ich sage, dass sie nicht sonderlich gerne geschrieben haben.
Und sie haben bestimmt nicht in Runenschrift auf einem Schwert vermerkt "Ich kämpf für meinen Hof".
tris schrieb:Und kaum waren die Römer besiegt, ließen sich die ach so naturverbundenen Germanen, die so tapfer für ihre kleinen Siedlungen gekämpft haben, in den römischen Städten nieder. Das nenne ich konsequent.
So, da hätte ich jetzt aber gerne eine Quelle :D

Meines Wissens sind nach dem Fall der Römer nicht alle Germanen nach "Italien" gezogen und haben die heilige Stadt überrannt. Soweit ich weiß, hinterließen sie in Deutschland kein leeres Feld, das erst nach der mit der Entdeckung Amerikas wieder besiedelt wurde.
Wenn sie also im späteren Deutschland blieben, dann können sie schlecht in römische Städte gezogen sein. Die sind ja schließlich nach dem römischen Fall nicht aus dem Boden gewachsen wie Pilze.


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