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Was steht wirklich in der Bibel?

25.933 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bibel ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Was steht wirklich in der Bibel?

31.12.2025 um 11:38
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Korrekt. Und das ist auch völlig ok, die Schrit so auf sich wirken zu lassen, wie man sie zu verstehen meint. Das ist ein sehr individueller Zugang. Zum Vergleich: ein gutes Bild hast so viele verschiedene "Wahrheiten", wie es Betrachter hat. Jeder darf sich so angesprochen fühlen, wie es auf ihn wirkt.
Ja @perttivalkonen Aber wird man sich trotzdem fragen, was sich denn der Künstler dabei gedacht hat. Oder nicht?
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Nur sollte man nicht meinen, daß dieser individuelle, geradezu meditative Zugang dann auch die Botschaft für andere zu sein habe.
Das ist korrekt. Jedoch werde ich mir das Kunstwerk nur dann in meine Wohnung holen, es kaufen, wenn es mir angenehm ist. Das ist dem Künstler sicherlich auch klar, oder? Also wird er davon ausgehen müssen, dass ich sein Kunstwerk nur dann verkaufe, wenn es mir gefällt - nicht etwa, nur weil es ihm gefällt.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Bilder können übrigens auch eine "beabsichtigte Aussage" haben. Diese sollte vom Maler allerdings auch deutlich hineingearbeitet sein. Sodaß die Betrachter an der verwendeten Symbolik, der Farbgebung, dem Arrangement diese Botschaft auch erkennen können. Wer also sagt, daß das Bild dies und das aussage, generell, nicht nur für ihn, den individuellen Betrachter, dann muß der benennen können, woran er das festmacht.
Natürlich kann ich das Bild nur nach meinem eigenen Ermessen bewerten - und ich kann natürlich auch den Künstler selbst fragen. Und ich kann diesen oder jenen Kunstexperten fragen und so weiter und so fort - also sonst wie beeinflussen lassen geht auch, wenn bspw. der Künstler selbst nicht "zu haben" ist. Selbst bin ich ja kein Kunstexperte im dem Sinne, sondern nur ein Betrachter, welcher sozusagen nach Kunstwerken als Verzierung für sein Heim sucht. Ob mir das Bild gefällt oder nicht und ob es meinem Zweck dient, das bestimme also einzig und allein ich selbst, letztendlich.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Laut einem Brown-Roman stellt das Letzte Abendmahl von Davinci links von Jesus die Maria Magdalena dar. Liest man die Evangelien, erkennt man schnell die dargestellte Situation, daß Petrus, der mit dem "Schwert", sich zum Lieblingsjünger beugt und ihn fragt, wer der Verräter sei, von dem Der Herr gesprochen hat. Jesu Antwort wird sein "der mit mir zusammen nach dem Brot greift (oder ähnlich, je nach Evangelium). Dieses Ereignis bahnt sich auch gerade an. Dan Browns "Maria Magdalena" auf dem Bild ist deutlich erkennbar der Lieblingsjünger. Schon früh wurde Johannes dafür gehalten. Johannes galt als besonders jung (er lebte auch besonders lange, weit länger als die anderen Apostel), und so wird Johannes oft als sehr junger Jünger dargestellt, bartlos. Die anderen haben oft Bärte, faltige Gesichter, schütteres Haar, alte Männer eben. Und Johannes galt als schön. Kein Wunder, daß der Lieblingsjünger neben Jesus auch als Frau hätte durchgehen können. Isses aber nicht.
Dieses Kunstwerk ist ja auch nicht direkt in der Bibel enthalten, sondern stellt lediglich ein Kunstwerk dar. Der Künstler oder sein Auftraggeber haben halt ihre eigene Interpretation einer Szenerie dargestellt. Künstlerische Abwandlung gibt es beispielsweise auch vom Moses ... weißt du sicherlich. Dein "Isses aber nicht.", zeugt also lediglich davon, dass die Darstellung nicht dem entspricht, was deiner Meinung nach beschrieben ist, denn andere sehen es wohl anders.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Sowas mein ich, wie man eine Bildaussage "überindividuell" erkennen kann. Wer will, kann da die Maria M erkennen und als die Geliebte Jesu und Mutter seines (da noch ungeborenen) Kindes auffassen. Wenns ihm gefällt, das so für sich zu sehen, bitte. Aber ein objektives, für alle geltendes "das ist so" ist das definitiv nicht.

So kann auch jeder sagen "das nehm ich als Gedanken für mich aus dem Lesen der Bibel mit, so fühl ich mich angesprochen". Aber er kann nicht sagen "das will die Bibel damit sagen. Nicht ohne es aufzeigen zu können wie den Lieblingsjünger aus Davincis Abendmahl.
Damit hast du sicherlich Recht.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Dennoch, da stehe ich zu. Die eigene Interpretation, für einen selbst, ist völlig berechtigt, selbst wenn sie der eigentlichen biblischen Aussage zuwiderliefe. Auch da kann Gutes draus werden für die Entwicklung des "so Lesenden".
Eben genau darum ginge es mir beim Lesen und Interpretieren der Bibel auch, denn es ist bereits im Anfang "vorherbestimmt", dass wir Gutes vom Bösen unterscheiden werden.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Sag das mal diesem Verkehrsschild
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Du kannst es Dir gerne zuhause hinhägen und es als werweißwas interpretieren, ganz wie Du willst. Das mag bereichernd sein. Aber im deutschen Straßenverkehr gibts keine Diskussion, was das heißt und bedeutet. Nenn es "das Schild hat eine eigene Meinung", mir egal, aber die Botschaft ist eindeutig.
Und genau da sehe ich das aller größte Problem - also in dieser Denke. Sag mir doch bitte mal, was du denkst, was im Vergleich zum Verkehrsschild die Bibel ist oder wessen eindeutigen Botschaften sie darlegt @perttivalkonen


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Was steht wirklich in der Bibel?

31.12.2025 um 14:14
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Ja @perttivalkonen Aber [...]
Was darauf folgt, weicht in nichts ab, was ich im folgenden selber noch geschrieben habe. Nix Aber.
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Das ist korrekt. Jedoch [...]
Auch hier sehe ich keinerlei Einwand, Abweichung, Kritik oder wasauchimmer zu dem, was ich in meinem Post geschrieben habe. Was willst Du mit Deinem "jedoch/aber" sagen?
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Ob mir das Bild gefällt oder nicht und ob es meinem Zweck dient, das bestimme also einzig und allein ich selbst, letztendlich.
Auch da wieder frage ich mich, was Du in dem Satz wie dem Davorstehenden abweichend von mir sagst. Immerhin bemerke ich aber, daß Du Dich in die eigentliche Bild-Thematik vertiefst, statt sie nur dahingegend zu betrachten, was sie als Vergleich zum Interpretieren der Bibel besagt. Wenn der Künstler sich sorgt, ob seine Bilder gefallen und also Abnehmer finden, hat das nichts mehr mit dem Verglichenen zu tun. Die Bibel ist kein Buch im Bücherladen, bei der ein Kunde drüber stolpert "ach, das kenn ich noch nicht" und dann reinschnuppert, obs vielleicht gefallen könnt. Die Bibel ist eine Schrift "mit Fangemeinde"; so ist sie übrigens auch entstanden, also als Zusammenstellung relevanter Einzelschriften, die man eh schon kennt und gutheißt. Es gibt auch heute Leute, die die Bibel aus Neugier lesen, aber die wissen schon mal von der "Fangemeinde" und davon, daß denen dieses Buch aus bestimmten Gründen total wichtig ist und es für lesenswert halten und empfehlen.

Wenn, dann vergleich es mit So einer Art Kauf eines "Van Gogh": "Ich liebe Van Goghs Bilder, find eins - klar kauf ichs! OK, dieses eine gefällt mir nicht mal, aber hey, issn Van Gogh! Vielleicht komm ich aber noch dahinter, was an diesem Bild das tolle Vangoghische ist." Oder auch so: "Viele meiner Bekannten lieben Apocalyptica. OK, bin mehr der Fan von Bach, Brahms, Schostakowitsch, aber was solls, kauf ich mir mal die DVD des Münchner Konzerts von Apocalyptica, mal sehen".
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Dieses Kunstwerk ist ja auch nicht direkt in der Bibel enthalten
Is ja auch ein Beispiel aus der Welt der Bilder. Hier hab ich grad exemplarisch erklärt, wie das mit dem Abgleich der faktischen Merkmale zum Herausfinden der Botschaft des Malers macht. Ist halt als Bonus, rein zusätzlich, auch noch ein biblisches Motiv.
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Dein "Isses aber nicht.", zeugt also lediglich davon, dass die Darstellung nicht dem entspricht, was deiner Meinung nach beschrieben ist
Hä??? Mein "isses aber nich" zeugt davon, daß die Darstellung nicht dem entspricht, was Danbrown-Fans da als Messitsch drin "entdecken". Was ich darlege, was darin beschrieben ("be-malt") ist, das steckt nun mal genau drin. Es ist die Wiedergabe der erzählerischen Details der Evangelien. Das Aussehen des Lieblingsjüngers am Tisch entspricht ebenfalls der damaligen Darstellungsweise dieses Jüngers, especially auf weiteren Bildern des Letzten Abendmahls. Hätte DaVinci eine andere Botschaft einarbeiten wollen, hätte er irgendeine Abweichung von den biblisch vorgegebenen Ereignisdetails oder von der kunstgeschichtlich vorgeprägten Symbolik und Darstellungsweise eingearbeitet.

Es ist nicht meine Meinung, nicht meine Interpretation. Das sind handfeste Fakten, die ich da anspreche.
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:denn andere sehen es wohl anders.
Wer nicht die Abendmahlstexte kennt, nicht die Abendmahlsdarstellungen der europäischen Renaissance, verwendete Symboliken usw. - wer also den Kontext eines Bildes nicht kennt, der kann das anders sehen. Vielleicht kennste ja den Spruch "wer nichts weiß, muß alles glauben". Wer den Kontext jenes Verkehrsschildes kennt, der kann "es wohl anders" sehen, was da für eine Botschaft reingearbeitet wurde.
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:denn es ist bereits im Anfang "vorherbestimmt", dass wir Gutes vom Bösen unterscheiden werden.
Und schon kommste mit nem Das isso - nicht, das bedeutets für mich"

Zwei Texte aus der Bibel, drei eigentlich, zeigen, daß eher vorherbestimmt ist, daß wir mit dem Erkennen, was gut und was böse ist, immer wieder scheitern und schaden anrichten. OK, vier, denn das Essen vom Baum samt der folgenden Erkenntnis ist ja schon mal ein Scheitern. Aber es bahnt sich schon mal vor dem ersten Biß an, wenn die Bibel es in 1.Mose3,6 direkt nach dem Gespräch zwischen Schlange und Frau extra so formuliert:
Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben
Hier liegt schon das "Erkennen des Guten/Schlechten" vor, was doch erst danach möglich sein solle. Auch hier macht die Schrift durch die Art der Formulierung was deutlich. Und? Wohin führt das Sehen des Guten? Stracks in den Sündenfall!

Weitere zwei Bezüge auf diese Geschichte, darauf, daß Erkenntnis uns gottgleich (sein wie Gott) macht, finden sich hier:

* Nachdem Abschalom die Vergewaltigung seiner Schwester Tamar durch den gemeinsamen Halbbruder Amnon gerächt hatte, indem er Amnon tötete (Vater David wußte von der Vergewaltigung, zog Amnon aber nicht zur Verantwortung), mußte Abschalom ins Exil fliehen. Joab versucht, David zur Begnadigung Abschaloms zu bewegen, heuert dafür eine weise Frau an, die sich mit ner ausgedachten Geschichte an David als obersten Richter zu wenden, damit er in der gefälschten Rechtssache eben so eine Begnadigung anordnet, wie er sie für Abschalom selber braucht - so Joab. David spricht sein Urteil, bemerkt aber den Braten und stellt die Frau zur Rede. Sie gibt zu, von Joab dazu angestiftet worden zu sein und sagt (noch immer manipulierend) in 2.Samuel14,17:
Denn wie der Engel Gottes, so ist mein Herr, der König, um das Gute und das Böse anzuhören.
Auch hier wieder ist mit dem weisen Erkennen, dem Göttlichen daran sowie mit den Stichwörtern Gut und Böse deutlich erkennbar ein Bezug auf 1.Mose3 hergestellt. Dumm nur: im weiteren Verlauf wendet Abschalom sich gegen David, stürzt ihn vom Thron und macht sich selbst zum König. David muß sich über den Jordan retten. Erkenntnis von Gut und Böse, wie der Engel Gottes, so weise, und wohin führt das?

* Ein Mann am Hofe Davids war Ahitofel. Er war ein weiser Berater, der weiseste überhaupt. Doch schlug er sich auf Abschaloms Seite - was es für David umso schwerer machte, den Thron zurückzuerobern. Wie weise Ahitofel war, beschreibt die Bibel in 2.Samuel16,23:
Der Rat Ahitofels aber, den er in jenen Tagen gab, war, als wenn man das Wort Gottes befragte; so [viel galt] jeder Rat Ahitofels sowohl bei David als auch bei Absalom.
Wieder das Gottgleiche. Dumm nur, Ahitofel hat aufs falsche Pferd "erkannt". David siegte über Abschaloms Heer, und Ahitofel erhängte sich.

Zweimal wird in der Sündenfallgeschichte gesagt, daß Erkenntnis, die den Menschen gottgleich macht, ihn scheitern läßt, und zweimal wird dies in deutlicher Bezugnahme auf diese Geschichte in der Davidserzählung dargestellt. Das ist handfester Befund, und er spricht deutlich gegen Dein "von Anfang vorherbestimmt". Wir erkennen es eben nicht wirklich, sondern scheitern oft genug daran.
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Und genau da sehe ich das aller größte Problem - also in dieser Denke. Sag mir doch bitte mal, was du denkst, was im Vergleich zum Verkehrsschild die Bibel ist oder wessen eindeutigen Botschaften sie darlegt @perttivalkonen
Ähm, hallo? Soll ich Dir jetzt erklären, was in jedem einzelnen Text der Bibel wirklich gemeint ist? Nee Du, ich hab das Verkehrsschild als Beispiel dafür gebracht, daß der Verstehenskontext für die Schild-Aussage vorgegeben ist, und daß man diesen kennen muß, um die "gemeinte Botschaft" zu verstehen. Will heißen, jeder muß sich selbst darum kümmern, sich diesen Kontext zu erschließen. Und das auch nur, wenn man sagen will "das ist genau die gemeinte Aussage". Wer nicht andern erzählen will, z.B. was die Bibel objektiv, an Stelle X oder generell, besagt, dann muß man sich diese "gemeinte Aussage" auch nicht erarbeiten. Dann kann man sich sehr individuell "von der Schrift inspirieren" lassen.

Eigentlich ist meine Aussageabsicht nur die: wer behaupten will, was die Bibel sagt, also allen, nicht "mir persönlich", der sollte das belegen können, andernfalls sollte er sich mit solchen Isso-Aussagen zurückhalten. Letztlich gilt dies auch zu anderen Themen, nicht nur zum Schriftverstehen. Dieter Nuhr hatte das mal in seinen früheren, seinen besseren Tagen so formuliert: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten".


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Was steht wirklich in der Bibel?

31.12.2025 um 16:51
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Was darauf folgt, weicht in nichts ab, was ich im folgenden selber noch geschrieben habe. Nix Aber.
Wenn das deine Art ist, eine Diskussion zu führen, dann können wir es auch lassen @perttivalkonen Also wenn ich ein Aber schreibe, dann werde ich wohl ein Aber meinen, auch wenn du es vielleicht etwas anders siehst.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Auch hier sehe ich keinerlei Einwand, Abweichung, Kritik oder wasauchimmer zu dem, was ich in meinem Post geschrieben habe. Was willst Du mit Deinem "jedoch/aber" sagen?
Genau das, was ich geschrieben hab. Auf dich bezogen, würde ich dir nur glauben, wenn es mir gefällt, was du mir weis machen willst. Auf Gott bezogen aber sollte es womöglich für alle gelten, bzw. für alle Gläubigen.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Wenn der Künstler sich sorgt, ob seine Bilder gefallen und also Abnehmer finden, hat das nichts mehr mit dem Verglichenen zu tun.
Wenn Gott mir mit seinem Kunstwerk (analog die Bibel) was mitteilen will, dann muss es sehr wohl für mich ansprechend sein - und natürlich auch verständlich.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Die Bibel ist kein Buch im Bücherladen, bei der ein Kunde drüber stolpert "ach, das kenn ich noch nicht" und dann reinschnuppert, obs vielleicht gefallen könnt. Die Bibel ist eine Schrift "mit Fangemeinde"; so ist sie übrigens auch entstanden, also als Zusammenstellung relevanter Einzelschriften, die man eh schon kennt und gutheißt. Es gibt auch heute Leute, die die Bibel aus Neugier lesen, aber die wissen schon mal von der "Fangemeinde" und davon, daß denen dieses Buch aus bestimmten Gründen total wichtig ist und es für lesenswert halten und empfehlen.
Ein Bild betrachten und aber auch wissen, was denn der Künstler sich dabei dachte, ist dann jedenfalls für mich schon noch ein himmelweiter Unterschied. Klar kann man auch aus reiner Neugier da und dort hingehen und sich dies und das ansehen, aber wird man sich inhaltlich mehr mit den Themen das Künstlers beschäftigen, sollte aus reiner Neugier mehr als nur reine Neugier werden.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Es ist nicht meine Meinung, nicht meine Interpretation. Das sind handfeste Fakten, die ich da anspreche.
Wenn du meinst - dann war Johannes halt eine Frau.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Wer nicht die Abendmahlstexte kennt, nicht die Abendmahlsdarstellungen der europäischen Renaissance, verwendete Symboliken usw. - wer also den Kontext eines Bildes nicht kennt, der kann das anders sehen. Vielleicht kennste ja den Spruch "wer nichts weiß, muß alles glauben". Wer den Kontext jenes Verkehrsschildes kennt, der kann "es wohl anders" sehen, was da für eine Botschaft reingearbeitet wurde.
Das Beispiel mit dem Verkehrsschild gilt doch aber für alle Verkehrsteilnehmer - die müssen sich an diese und zwar genau diese Bedeutung halten. Für die künstlerische Darstellung das Abendmahls außerhalb der Bibel ist es aber nicht so, weil ja nicht jeder gläubige Mensch den Johannes als Frau annehmen muss.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Und schon kommste mit nem Das isso - nicht, das bedeutets für mich"
Ähm.. - Ich schrieb:
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Eben genau darum ginge es mir beim Lesen und Interpretieren der Bibel auch, denn es ist bereits im Anfang "vorherbestimmt", dass wir Gutes vom Bösen unterscheiden werden.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Zwei Texte aus der Bibel, drei eigentlich, zeigen, daß eher vorherbestimmt ist, daß wir mit dem Erkennen, was gut und was böse ist, immer wieder scheitern und schaden anrichten. OK, vier, denn das Essen vom Baum samt der folgenden Erkenntnis ist ja schon mal ein Scheitern. Aber es bahnt sich schon mal vor dem ersten Biß an, wenn die Bibel es in 1.Mose3,6 direkt nach dem Gespräch zwischen Schlange und Frau extra so formuliert:
Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben
Hier liegt schon das "Erkennen des Guten/Schlechten" vor, was doch erst danach möglich sein solle. Auch hier macht die Schrift durch die Art der Formulierung was deutlich. Und? Wohin führt das Sehen des Guten? Stracks in den Sündenfall!
... dennoch werden wir Gutes und Böses unterscheiden - auch weiterhin.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:... Zweimal wird in der Sündenfallgeschichte gesagt, daß Erkenntnis, die den Menschen gottgleich macht, ihn scheitern läßt, und zweimal wird dies in deutlicher Bezugnahme auf diese Geschichte in der Davidserzählung dargestellt. Das ist handfester Befund, und er spricht deutlich gegen Dein "von Anfang vorherbestimmt". Wir erkennen es eben nicht wirklich, sondern scheitern oft genug daran.
... dennoch werden wir Gutes und Böses unterscheiden - auch weiterhin.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Ähm, hallo? Soll ich Dir jetzt erklären, was in jedem einzelnen Text der Bibel wirklich gemeint ist? Nee Du, ich hab das Verkehrsschild als Beispiel dafür gebracht, daß der Verstehenskontext für die Schild-Aussage vorgegeben ist, und daß man diesen kennen muß, um die "gemeinte Botschaft" zu verstehen. Will heißen, jeder muß sich selbst darum kümmern, sich diesen Kontext zu erschließen. Und das auch nur, wenn man sagen will "das ist genau die gemeinte Aussage". Wer nicht andern erzählen will, z.B. was die Bibel objektiv, an Stelle X oder generell, besagt, dann muß man sich diese "gemeinte Aussage" auch nicht erarbeiten. Dann kann man sich sehr individuell "von der Schrift inspirieren" lassen.
Den Vergleich mit dem Verkehrsschild hast du auf diese meine Aussage gebracht:
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Zudem es ohnehin nur ein Buch von Büchern ist, welches wohl nicht irgendwie eine eigene Meinung haben kann.
Sag das mal diesem Verkehrsschild
250px-Zeichen 267 - Verbot der Einfahrt2

Du kannst es Dir gerne zuhause hinhägen und es als werweißwas interpretieren, ganz wie Du willst. Das mag bereichernd sein. Aber im deutschen Straßenverkehr gibts keine Diskussion, was das heißt und bedeutet. Nenn es "das Schild hat eine eigene Meinung", mir egal, aber die Botschaft ist eindeutig.
Meine Frage an dich daraufhin war:
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Sag mir doch bitte mal, was du denkst, was im Vergleich zum Verkehrsschild die Bibel ist oder wessen eindeutigen Botschaften sie darlegt @perttivalkonen
Wenn also das Verkehrsschild in seiner Botschaft etwas im deutschen Straßenverkehr regelt, woran sich natürlich auch alle Verkehrsteilnehmer halten müssen - Wessen Gesetz oder Regelungen stellt dann deiner Meinung nach die Bibel dar? - so oder so ähnlich formulierte Frage wäre es gewesen. Also nein, nicht in jedem einzelnen Text der Bibel, sondern im Vergleich zu dem Verkehrsschild, die Bibel. Schon klar, dass Vorschriften, Anordnungen, Gebote, Verbote und so weiter in der Bibel enthalten sind.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Eigentlich ist meine Aussageabsicht nur die: wer behaupten will, was die Bibel sagt, also allen, nicht "mir persönlich", der sollte das belegen können, andernfalls sollte er sich mit solchen Isso-Aussagen zurückhalten. Letztlich gilt dies auch zu anderen Themen, nicht nur zum Schriftverstehen. Dieter Nuhr hatte das mal in seinen früheren, seinen besseren Tagen so formuliert: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten".
Das denke ich auch.


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Was steht wirklich in der Bibel?

31.12.2025 um 17:32
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Wenn das deine Art ist, eine Diskussion zu führen, dann können wir es auch lassen
So hätt ichs auch schreiben können. Was ist denn das für ein Diskutieren, jemandem mit einem "ja, aber" dann etwas entgegenzuhalten, was der doch selber so gesagt hat?
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Also wenn ich ein Aber schreibe, dann werde ich wohl ein Aber meinen, auch wenn du es vielleicht etwas anders siehst.
Sollte man meinen. Nur sehe ich zwischen Deinem
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Aber wird man sich trotzdem fragen, was sich denn der Künstler dabei gedacht hat. Oder nicht?
und meinem
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Bilder können übrigens auch eine "beabsichtigte Aussage" haben. Diese sollte vom Maler allerdings auch deutlich hineingearbeitet sein. Sodaß die Betrachter an der verwendeten Symbolik, der Farbgebung, dem Arrangement diese Botschaft auch erkennen können. Wer also sagt, daß das Bild dies und das aussage, generell, nicht nur für ihn, den individuellen Betrachter, dann muß der benennen können, woran er das festmacht.
Null Inhalt in dem Deinen, der nicht schon in dem meinen ausgedrückt wurde.

Wenn Du ein Aber schreibst, magst Du auch ein Aber meinen im Sinne Denken, ein Aber zu setzen. Doch kommt da nix.

Insofern mach ich das, was Du zwar vorschlägst, aber erkennbar nicht tust. Mit Dir zu diskutieren bringts einfach nicht. So hatt ichs mir die ganze Zeit schon geklemmt, was zu Deinen Beiträgen zu posten, hab sie lieber gleich gar nicht gelesen. Aber dann hattste mich zitiert, und da das erst mal harmlos losging, dacht ich, gib ne Chance, vielleicht gehts diesmal.

Nun ja, so anders biste dann doch nicht geworden.

Komm gut ins neue Jahr, komm in ein gutes neues Jahr!


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Was steht wirklich in der Bibel?

31.12.2025 um 17:51
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:und meinem
Ja @perttivalkonen das war dann schon zwei Absätze weiter - worauf ich übrigens auch eingegangen bin.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Nun ja, so anders biste dann doch nicht geworden.
Wir werden uns wohl nie einig werden :(
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Komm gut ins neue Jahr, komm in ein gutes neues Jahr!
Danke herzlichst :) Dir wünsche ich auch einen guten Rutsch ;)
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Null Inhalt in dem Deinen, der nicht schon in dem meinen ausgedrückt wurde.
Nee, nene du - so einig sind wir uns nicht, als dass du irgendwie das gleiche ausgesagt hättest, wie ich.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Nee Du, ich hab das Verkehrsschild als Beispiel dafür gebracht, daß der Verstehenskontext für die Schild-Aussage vorgegeben ist, und daß man diesen kennen muß, um die "gemeinte Botschaft" zu verstehen.
Wo ist denn der Verstehenskontext der Bibel vorgegeben? Also bei dem Verkehrsschild ist es die Straßenverkehrsordnung.


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Was steht wirklich in der Bibel?

01.01.2026 um 03:43
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Wenn man also davon ausgeht, dass das gar keine wahre Geschichte ist (oder sehe ich das jetzt falsch und es ist ungeklärt ob es wirklich passierte?), dann kapiere ich eben wie gesagt absolut nicht dass die Priester auch noch genaue Datumsangaben machten.
Aber gut, ich muss halt nicht alles verstehen können.
Hey @Optimist

Frohes Neues, erstmal.

Mich hat auch interessiert, warum unterschiedliche Christen bestimmte Geschichten aus der Bibel unterschiedlich betrachten. Damit meine ich, dass manche das alles wörtlich nehmen, und andere nicht. Das wird dann oft, wie hier auch, als Mythos angesehen.

Ich wollte dann wissen, woran das liegt. Und dann habe ich mich ein bisschen in die christliche Geschichte eingelesen, um zu schauen, wie die Christen das über die Jahrhunderte betrachtet und interpretiert haben, und vor allem warum. Ich bin auf folgenden Schluss gekommen:

Es liegt nicht am Bibeltext, sondern an der Philosophie, mit der an den Bibeltext herangegangen wird. Lass mich das kurz erklären.

In der Reformation, vor gut 500 Jahren, haben die neu entstandenen Protestanten eine solche Philosophie für sich beansprucht, um sich vor allem von der Katholischen Kirche abzugrenzen. Diese Philosophie kannte man dann später unter dem Namen Sola Scriptura, und die Anwendung derselben war dann die Analogia Fidei. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Schrift sich selber auslegt. Du musst wissen, dass die Katholische Kirche neben dem christlichen Bibeltext sehr stark von ihrer Tradition beeinflusst war (und immernoch ist), und dass diese Tradition die Interpretation des Bibeltextes stark beeinflussen konnte, und auch beeinflusst hat. Die Protestanten hatten damit ein Problem, und durch das Prinzip oder die Philosophie der Sola Scriptura bzw. Analogia Fidei hat man sich von den Katholiken fundamental unterschieden, was die Herangehensweise und Interpretation des Bibeltextes betrifft.

So, nun aber zurück zu der Arche Noah. Warum erzähle ich das alles? Vor einiger Zeit hatten wir hier die Aufklärung, und eine Frucht der Aufklärung war eine nie zuvor dagewesene Bibelkritik. Das war so etwa Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts, hier bei uns in Deutschland. Das war der Ursprung für allerlei Hypothesen und Theorien, was die Entstehung und den Inhalt der Bibel betrifft. Eine davon ist die sogenannte Dokumentenhypothese. Ich sage das, weil die Priesterschriften, von denen hier auch die Rede war, auf genau diese Dokumentenhypothese zurückgehen.

Und jetzt wird es interessant. Aufgrund dieser ganzen Bibelkritik hat es sich mit der Zeit ergeben, dass man auf einmal immer mehr auf externe Quellen zurückgegriffen hat, um den eigentlichen Bibeltext zu interpretieren. Das ist ein starker Cut der Herangehensweise früherer Christen. Das Sola Scriptura der Protestanten basierte darauf, dass der Bibeltext den Bibeltext interpretiert. Auf einmal kommt jedoch, durch die Bibelkritik nach der Aufklärung, eine andere Autorität ins Spiel, die dann stattdessen den Bibeltext interpretiert. Es wird also nicht mehr "innerbiblisch" interpretiert, sondern "außerbiblisch". Das bedeutet, anstatt dass die Bibel von innen heraus gelesen wird, wird stattdessen eine externe, neue Autorität zur Brille, durch die die Bibel dann anschließend gelesen wird. Das ist also nichts anderes als eine weitere Philosophie, wie Sola Scriptura, oder die Philosophie der Katholiken. Und je nachdem, welcher Philosophie du angehörst, dementsprechend gehst du dann auch anders mit dem Text um.

Kurz und knapp kann man sagen,

1) dass Sola Scriptura, die protestantische Philosophie, auf dem absoluten Glauben der Inspiration des alt- und neutestamentlichen Kanons beruht. Die Protestanten sind überzeugt: die Bibel, und die Bibel allein, hat die absolute Autorität.

2) Die katholische Philosophie basiert darauf, dass die Bibel zwar von Gott inspiriert ist, jedoch sind es gewisse andere Traditionen auch, und zusätzlich hat der Papst auch noch ein gutes Wörtchen mitzureden. Die Bibel muss durch die Kirche (was die Katholiken unter "Kirche" verstehen) gelesen und gefiltert werden.

3) Und die neue, nachaufklärische Philosophie basiert erstmal auf eine fundamentale Verneinung der Inspiration der Bibel durch Gott. Falls sie das Wort doch benutzen, wird es anders definiert als von den Protestanten oder Katholiken. Deswegen haben sie auch kein Problem damit, die Bibel durch externe Quellen und Autoritäten zu lesen. Da heißt es dann zum Beispiel: Moses schrieb nicht die Bücher Mose, Daniel lebte eigentlich viel später, der in der Bibel beschriebene Monotheismus war ursprünglich nicht dagewesen, sondern ist das Produkt einer langen Evolution usw.

Und diese nachaufklärische Philosophie ist der Grund, warum man sehr vieles aus der Bibel nicht wörtlich nehmen muss, es sind dann halt einfach Mythen oder ähnliches.

Innerbiblisch (so, wie du das gerade versuchst, also ausschließlich anhand des Textes der Bibel) kann man meiner Meinung nach auch nur auf die Echtheit der Arche Noah schließen. Mir sind keine biblischen Texte bekannt, die auf etwas anderes schließen lassen. Das, was du also gerade tust, ist sehr ähnlich (eigentlich genau das gleiche) wie das, was die klassischen Protestanten gemacht haben, bzw. auch immer noch tun. Meist nennt man diese auch Fundamentalisten.

Wenn du allerdings offen dafür bist, die Bibel zu verlassen, und auch andere Autoritäten zu befragen, dann könnte sich deine Sichtweise diesbezüglich durchaus verändern.


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Was steht wirklich in der Bibel?

01.01.2026 um 09:40
Zitat von CmarcelinoCmarcelino schrieb:Ich wollte dann wissen, woran das liegt. Und dann habe ich mich ein bisschen in die christliche Geschichte eingelesen
Mit Betonung auf "ein bißchen". Denn irgendwie war das mal nix.

Vorab schon mal:
1) Die analogia fidei wurde erst im 20.Jh. entwickelt;
2) Von Karl Barth, der übrigens kein Lutheraner war, sondern Calvinist;
3) Und mit sola scriptura hat das überhaupt nichts zu tun.
Barth lehnt ab, daß das Seiende (ens, entis) etwas über das Göttliche lehren kann. Offenbarung Gottes findet sich nicht in der Welt, sondern nur in dem, was Gott selbst uns als direkte Offenbarung gibt. So unterscheidet Barth auch zwischen Religion und Offenbarung. Religion ist das Suchen des Menschen nach Gott, Offenbarung aber ist der entgegengesetzte Weg, Gott gibt sich den Menschen zu erkennen. Nur Offenbarung zählt, das suchende Beschreiben Gottes durch den Menschen durch irdische Analogien (die Sonne ist beständig, sie gibt Licht, Wärme, Leben - aha, so muß auch Gott sein) bringt nichts.

Und deswegen hat die analogia fidei auch nichts mit Luthers Ansatz sola scriptura zu tun. Denn das sola scriptura ist ja ein Gegenkonzept zum katholischen Standpunkt, die (katholische) Kirche besäße die Offenbarung Gottes nicht nur in Form der Schrift, sondern einen Teil auch in mündlicher Überlieferung, und diese sei dann sogar entscheidend, wie die verschriftete Offenbarung richtig zu verstehen sei. Auch hier geht es also vollständig und ausschließlich um "das, was Gott selbst offenbart hat". Auch die Sache mit Offenbarungen durch den Papst als obersten Geistträger, die die Katholen sich im 20.Jh. als dritten Offenbarungsort noch dazu genehmigten, auch das bezieht nur das ein, was Gott selbst offenbart (wie bei nem Propheten eben).

Die Offenbarungsdebatte um das sola scriptura zwischen Katholik und Protestant spielt sich also nur auf der einen Seite von Barths "Religion oder Offenbarung" ab, auf dem, was Gott uns mitteilt, nicht: was wir aus der Welt erschließen.

Das sola scriptura ist auch keine Philosophie, so wenig, wie die katholische Auffassung, mit Tradition und Papstamt noch weitere, letztlich wichtigere Wege der Offenbarung zu haben.

Na und dann die Urkundenhypothese und die Historisch-Kritische Bibelauslegung. Die Urkundenhypothese wurde von dem französischen Katholiken Jean Astruc (1694-1766) aufgebracht, die Historische Kritik vom französischen Katholiken Richard Simon (1638–1712). Nix mit "im 19. Jh.! Auch wenn diese Forschung im Anschluß vor allem im protestantischen Raum, vor allem in Deutschland betrieben wurde, so gab es das stets auch im katholischen Bereich, und seit dem späten 20.Jh. ist dies auch dort eine generell akzeptierte theologische Sicht- und Vorgehensweise. Wie ja auch die Evolutionstheorie zum Bleistift. Na und der Urknall ist gleich ganz "auf katholischem Mist gewachsen".

Richtig ist, daß die Historisch-Kritische Exegese die Bibel wie eine stinknormale Literatur behandelt, und daß sie auch außerbiblische Erkenntnisse sowie Schrifttümer berücksichtigt. Jedoch ermittelt die Historische Kritik nicht die Biblische Botschaft. Wenn sie z.B. herausfindet, daß ein bestimmter Text, der von einem Ereignis berichtet, von seiner literarischen Gattung her gar nicht geeignet ist, ein echtes historisches Ereignis mitzuteilen, dann bleibt die mit dem Text transportierte eigentliche Botschaft davon doch völlig unberührt. Ich sprech es immer wieder an: Wenn Jesus Gleichnisse erzählt, dann hängt die Botschaft über das Reich Gottes doch nicht von der Historizität des Schatzes im Acker und jenes Pächters ab, welcher den Schatz findet und all seine Habe für den Erwerb des Ackers aufgibt. Selbstverständlich bediente sich der Herr hier einer auch sonst begegnenden literarischen Gattung, und das kann man rein "innerweltlich", wissenschaftlich, untersuchen, auch Bezüge zu anderen Gleichniserzählungen anderer Menschen anderer Kulturen und Zeiten herstellen. Ist das anrüchig? Falsch? Verändert das die Botschaft? Nö. Es könnte höchstens die Botschaft stärker in den Blick rücken.

Manche Leute meinen nämlich, daß die Botschaft der Bibel wäre, wie sich die Menschheitsgeschichte ereignet hat, wie die belebte Welt entstanden ist und sich seither gestaltet hat, wie die gesamte Welt entstanden ist, einschließlich Sonne, Mond und Sternen, samt Himmelskuppel, Säulen, oberen und unteren Wassern. Und wenn die Sonne einen Tag über Gibeon stehen blieb, dann muß die Sonne sich um die Erde drehen, denn ein Aussetzen der Erdrotation (also nach der heutigen Erklärung fürs scheinbare Wandern der Gestirne über den Himmel) hätte in Kanaan alles an der Erdoberfläche ruckartig mit über 1000kmh nach Osten fliegen lassen. Die Bibel aber ist ein Glaubensbuch, ihre Botschaft betrifft Glaubensdinge. Etwa zum Menschen, seiner Beziehung zum Mitmenschen, zur Schöpfung, zu sich selbst, und zu Gott. Es gibt darüber hinaus nicht noch Lehren über Geschichte, Biologie, Geologie, Astronomie... Historische Kritik hilft, die Biblische Botschaft nicht in der literarischen Einkleidung zu suchen, mit der die Botschaft transportiert wird, die aber nicht die Botschaft selbst ist.

Ach ja, die Inspiration noch. Ja welche eigentlich? Verbalinspiration? Realinspiration? Gibt noch weitere. Etwa daß ein Geistträger machen und sagen und schreiben kann, was er will, is ja immer inspiriert (wenn er grad als Geistträger agiert; wenn er Mamis Mittagessen lobt, isses keine inspirierte Gottesoffenbarung). Oder: nicht was da steht, ist inspiriert, sondern die Inspiration passiert beim gläubigen Lesen, also "wenn der Leser angesprochen wird". Oder... Die katholische Inspirationslehre jedenfalls ist weder auf Verbal- noch Real- noch sonstwie festgelegt, sondern läßt es offen. Hauptsache, Gott sorgt dafür, daß die Offenbarung schon korrekt in der Schrift ankommt. OK, das mit Inspiration nur im Vollzug des Lesens ist nicht deren Ding. Übrigens haben die Katholen erst im 20.Jh. dieses ihr Inspirationsverständnis formuliert.


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Was steht wirklich in der Bibel?

01.01.2026 um 10:41
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Wenn man also davon ausgeht, dass das gar keine wahre Geschichte ist (oder sehe ich das jetzt falsch und es ist ungeklärt ob es wirklich passierte?), dann kapiere ich eben wie gesagt absolut nicht dass die Priester auch noch genaue Datumsangaben machten.
Aber gut, ich muss halt nicht alles verstehen können.
Es würde auch keinen Sinn geben, ein unwahre Geschichte in ein spirituelles Buch einzufügen.


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Was steht wirklich in der Bibel?

01.01.2026 um 11:35
Zitat von CmarcelinoCmarcelino schrieb:...
Kurz und knapp kann man sagen,

1) dass Sola Scriptura, die protestantische Philosophie, auf dem absoluten Glauben der Inspiration des alt- und neutestamentlichen Kanons beruht. Die Protestanten sind überzeugt: die Bibel, und die Bibel allein, hat die absolute Autorität.

2) Die katholische Philosophie basiert darauf, dass die Bibel zwar von Gott inspiriert ist, jedoch sind es gewisse andere Traditionen auch, und zusätzlich hat der Papst auch noch ein gutes Wörtchen mitzureden. Die Bibel muss durch die Kirche (was die Katholiken unter "Kirche" verstehen) gelesen und gefiltert werden.

3) Und die neue, nachaufklärische Philosophie basiert erstmal auf eine fundamentale Verneinung der Inspiration der Bibel durch Gott. Falls sie das Wort doch benutzen, wird es anders definiert als von den Protestanten oder Katholiken. Deswegen haben sie auch kein Problem damit, die Bibel durch externe Quellen und Autoritäten zu lesen. Da heißt es dann zum Beispiel: Moses schrieb nicht die Bücher Mose, Daniel lebte eigentlich viel später, der in der Bibel beschriebene Monotheismus war ursprünglich nicht dagewesen, sondern ist das Produkt einer langen Evolution usw.
...
Das hast du sehr gut erklärt, finde ich - Danke dafür @Cmarcelino

Kann man auch alle drei Philosophien anwenden? Wäre doch die beste Lösung, oder?
Sozusagen vergleicht man Das in der Bibel enthaltene Wort Gottes mit allen möglichen Aussagen in der Bibel und auch außerhalb der Bibel, und schaut, was Dem Wort Gottes entspricht oder halt widerspricht. Man setzt also eine gewisse Wahrhaftigkeit in der Bibel voraus, geht aber nicht davon aus, dass die ganze Bibel wahrhaftig ist, sondern nur Das in der Bibel enthaltene Wort Gottes. Wäre noch hinzuzufügen, dass Das Wort Gottes auch außerhalb der Bibel festgehalten sein kann.


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Was steht wirklich in der Bibel?

01.01.2026 um 12:55
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Vorab schon mal:
1) Die analogia fidei wurde erst im 20.Jh. entwickelt;
2) Von Karl Barth, der übrigens kein Lutheraner war, sondern Calvinist;
3) Und mit sola scriptura hat das überhaupt nichts zu tun.
Barth lehnt ab, daß das Seiende (ens, entis) etwas über das Göttliche lehren kann. Offenbarung Gottes findet sich nicht in der Welt, sondern nur in dem, was Gott selbst uns als direkte Offenbarung gibt. So unterscheidet Barth auch zwischen Religion und Offenbarung. Religion ist das Suchen des Menschen nach Gott, Offenbarung aber ist der entgegengesetzte Weg, Gott gibt sich den Menschen zu erkennen. Nur Offenbarung zählt, das suchende Beschreiben Gottes durch den Menschen durch irdische Analogien (die Sonne ist beständig, sie gibt Licht, Wärme, Leben - aha, so muß auch Gott sein) bringt nichts.
Hallo @perttivalkonen

Auch dir erstmal ein Frohes Neues Jahr.

Hier muss ich dir in Punkt 1) widersprechen, und damit folgern auch nicht Punkte 2) und 3). Die Analogia Fidei ist nichts weiteres als die konsequente Anwendung des Prinzips der Sola Scriptura. Hier interpretiert die Schrift die Schrift. Ich konnte einen kleinen Auszug aus dem Internet finden:
Als die Reformatoren mit Rom brachen und die Position verteidigten, dass die Bibel die höchste Autorität der Kirche sein muss (sola scriptura – „allein die Schrift“), definierten sie mit großer Sorgfalt grundlegende Auslegungsprinzipien. Die erste Regel der Hermeneutik war die analogia fidei (wörtl. „Entsprechung zum Glauben(sinhalt)“ – im Folgenden als „Analogie des Glaubens“ bezeichnet). Diese Regel besagt, dass die Schrift selbst die Schrift interpretieren muss: Sacra Scriptura sui ipsius interpres („die Heilige Schrift ist ihr eigener Ausleger“). Das heißt einfach, dass kein Teil der Schrift so ausgelegt werden darf, dass er in Konflikt mit der Lehre einer anderen Schriftstelle gerät. Wenn zum Beispiel ein Vers auf zwei verschiedene Weisen gedeutet werden kann und dabei die eine Deutung dem Rest der Schrift widerspricht, während die andere mit ihr harmoniert, dann muss die letztere angewendet werden. Dieses Prinzip beruht auf der zugrunde liegenden Überzeugung, dass die Bibel das vertrauenswürdige inspirierte Wort Gottes und deshalb schlüssig und stimmig ist. Weil davon au gegangen wird, dass Gott sich nicht selbst widerspricht, wird es als Lästerung des Heiligen Geistes angesehen, eine abweichende Auslegung zu wählen, die die Bibel unnötig mit sich selbst in Widerspruch bringt. Diese Sorgfalt ist heute von denen über Bord geworfen worden, die die Inspiration der Schrift leugnen. Es ist an der Tagesordnung, dass die Schrift nicht nur entgegen der Schrift ausgelegt wird, sondern dass man dafür sogar keine Anstrengung scheut. Die Bemühungen von rechtgläubigen Theologen, schwierige Schriftstellen zu harmonisieren, werden ins Lächerliche gezogen und weitgehend ignoriert.
Quelle: https://theoblog.de/analogia-fidei/42586/

Das ist veröffentlicht auf einem Blog mit reformierter Ausrichtung, und zitiert wird die deutsche Übersetzung des Auszugs eines Buches von dem bekannten und angesehenen amerikanischen Calvinisten, der kürzlich erst verstorben ist: R. C. Sproul. Er war der frühere Präsident oder Chef von Ligonier Ministries. Was Autoritäten angeht, bin ich da also wohl auf der sicheren Seite. Oder vielleicht meinst du mit Analogia Fidei ja etwas anderes.

Desweiteren, ich habe persönlich ziemlich ausführlich die Schriften des amerikanischen Puritaners John Owen studiert, aus dem 17. Jahrhundert. Das ist Analogia Fidei pur, eigentlich auf so gut wie jeder Seite. Er wird von vielen als oberster Puritaner angesehen, ein "Gigant" der protestantischen Überzeugung, und war unter anderem Vize-Kanzler in Oxford. Also selbst wenn ich von den vielen anderen Protestanten nichts wüsste, so wäre John Owen immernoch äußerst repräsentativ für den gesamten Geist. Wenn du willst, dann kann ich dir persönliche Zitate von ihm heraussuchen, weil gerade am Handy ist das sehr aufwendig. Hier mache ich mir also mal eben, und nur vorübergehend, die automatische Google KI zu Nutzen (oder wie sie heißt). Dort steht, wie ich selber bestätigen kann:
For John Owen, the Analogy of Faith (Scripture interpreting Scripture by clear passages clarifying unclear ones) is central, coming after recognizing God's infallible Word and the Spirit's work, and before human tradition; it underpins his defense of Calvinism against Arminians by showing God's sovereign, consistent will, using the Bible's own internal coherence as the ultimate standard for interpreting obscure texts about salvation and judgment, as seen in his critiques of differing views on providence and decrees.
Quelle: https://www.google.com/search?q=john+owen+what+comes+before+what+comes+after+analogia+of+faith&oq=john+owen+what+comes+before+what+comes+after+analogia+of+faith&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOdIBCTE0NzQ4ajBqN6gCFLACAfEFGSuDNTq7_vQ&client=ms-android-samsung-ss&sourceid=chrome-mobile&ie=UTF-8#lfId=ChxjMe
John Owen nutzte das Prinzip der "Analogia Fidei" (Analogie des Glaubens), um die Heilige Schrift zu interpretieren, indem er sicherstellte, dass neue oder scheinbar widersprüchliche Passagen mit dem Gesamtkorpus der unveränderlichen Glaubenswahrheiten und der innere Kohärenz der Schrift (analogia scripturae) übereinstimmten, wobei er besonders die Lehre der Rechtfertigung von Paul und Jakobus harmonisierte, um sicherzustellen, dass kein Text eine Lehre widerlegt, die durch andere Teile der Bibel gestützt wird, um so theologische Fehler zu vermeiden.
Quelle: https://www.google.com/search?q=john+owen+analogia+fidei&client=ms-android-samsung-ss&hs=Kbk9&sca_esv=b821d051d3c4ded0&ei=pE9WaZtlr4v27w-fpsOhAw&oq=john+owen+analogia+fidei&gs_lp=EhNtb2JpbGUtZ3dzLXdpei1zZXJwIhhqb2huIG93ZW4gYW5hbG9naWEgZmlkZWkyBRAhGKABSPQhUNwHWI4fcAB4AJABAJgBkgGgAZAOqgEEMTMuNrgBA8gBAPgBAZgCE6ACzRDCAggQABiwAxjvBcICBxAhGKABGArCAgQQIRgVwgIFEAAY7wXCAggQABiABBiiBJgDAIgGAZAGBJIHBDYuMTOgB6tdsgcENi4xM7gHzRDCBwcyLTIuOS44yAe5AoAIAA&sclient=mobile-gws-wiz-serp#lfId=ChxjMe

Und auch diese Männer zitierten immer wieder die alten Kirchenväter, vor allem Männer wie Augustinus, oder ein Basil von Caesarea, um zu beweisen, dass ihre eigenen Sichtweisen nicht neu sind. Spontan fällt mir jetzt hierzu nicht ein, wer von den alten Vätern diesbezüglich geschrieben hat, aber die Art und Weise, wie diese Leute argumentierten, und biblische Lehren aufstellen, setzt diese Philosophie, dieses Konzept der inneren Kohärenz der Bibel voraus.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Das sola scriptura ist auch keine Philosophie, so wenig, wie die katholische Auffassung, mit Tradition und Papstamt noch weitere, letztlich wichtigere Wege der Offenbarung zu haben.
Ja, da hast du natürlich recht. Ich benutze den Ausdruck Philosophie hier auch recht weit. Alles, was ich zeigen und klar machen möchte ist, dass es ein "Denkansatz" ist, eine innere, vorherige Überzeugung darüber, wie ich an die Bibel herangehen muss, wie ich sie interpretieren muss. Und genau da hat dann halt jeder unterschiedliche Ansätze, und deswegen kommen da unterschiedliche Auslegungen dabei raus, in diesem Fall eben fundamental-unterschiedliche Auslegungen. Warum? Weil die zugrundeliegende Philosophie fundamental-verschieden ist.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Na und dann die Urkundenhypothese und die Historisch-Kritische Bibelauslegung. Die Urkundenhypothese wurde von dem französischen Katholiken Jean Astruc (1694-1766) aufgebracht, die Historische Kritik vom französischen Katholiken Richard Simon (1638–1712). Nix mit "im 19. Jh.! Auch wenn diese Forschung im Anschluß vor allem im protestantischen Raum, vor allem in Deutschland betrieben wurde, so gab es das stets auch im katholischen Bereich, und seit dem späten 20.Jh. ist dies auch dort eine generell akzeptierte theologische Sicht- und Vorgehensweise. Wie ja auch die Evolutionstheorie zum Bleistift. Na und der Urknall ist gleich ganz "auf katholischem Mist gewachsen".
Also erstmal danke für die kleine Historie, wer denn so alles katholisch gewesen ist beim Aufkommen der modernen Bibelkritik.

Also so, wie ich das gelesen habe, hat sich die Bibelkritik erst Mitte des 19. Jahrhundert fest in den Theologieschulen etabliert. Über den Ursprung ging es mir hier nicht, das könnte auch ein Protestant gewesen sein. Mir geht es um die Idee, um den Ansatz, um die Philosophie an sich, denn darauf entspringen ja die unterschiedlichen Auslegungen. Und wie gesagt, das müsste so ungefähr diese Zeit gewesen sein. Aber ich kann auch nochmal nachlesen, ich habe meine Informationen aus einem Buch über das Alte Testament von einem gewissen Helmut Egelkraut. Das ist aber gerade nicht bei mir. Und die Katholische Kirche habe ich nur aufgeführt, um @Optimist zu zeigen, was ich mit Philosophie meine. Das ergab sich ganz gut und praktisch, meiner Meinung nach. Aber um die Katholische Kirche an sich geht es gar nicht.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Richtig ist, daß die Historisch-Kritische Exegese die Bibel wie eine stinknormale Literatur behandelt, und daß sie auch außerbiblische Erkenntnisse sowie Schrifttümer berücksichtigt. Jedoch ermittelt die Historische Kritik nicht die Biblische Botschaft. Wenn sie z.B. herausfindet, daß ein bestimmter Text, der von einem Ereignis berichtet, von seiner literarischen Gattung her gar nicht geeignet ist, ein echtes historisches Ereignis mitzuteilen, dann bleibt die mit dem Text transportierte eigentliche Botschaft davon doch völlig unberührt. Ich sprech es immer wieder an: Wenn Jesus Gleichnisse erzählt, dann hängt die Botschaft über das Reich Gottes doch nicht von der Historizität des Schatzes im Acker und jenes Pächters ab, welcher den Schatz findet und all seine Habe für den Erwerb des Ackers aufgibt. Selbstverständlich bediente sich der Herr hier einer auch sonst begegnenden literarischen Gattung, und das kann man rein "innerweltlich", wissenschaftlich, untersuchen, auch Bezüge zu anderen Gleichniserzählungen anderer Menschen anderer Kulturen und Zeiten herstellen. Ist das anrüchig? Falsch? Verändert das die Botschaft? Nö. Es könnte höchstens die Botschaft stärker in den Blick rücken.
Du fragst: verändert dies die Botschaft? Naja, im Falle Jesu, also bei den Gleichnissen, nein. Allerdings weißt du bestimmt, dass es bei diesen ganzen Diskussionen, soweit ich sehen kann, nicht um die Gleichnisse Jesu geht. Da geht es um ganz andere Textabschnitte, und deswegen gibt es da auch so einen Gegenwind von vor allem der reformatorischen Bewegung, zu denen auch ein R. C. Sproul zählt, oder ein John Owen, Martin Luther etc. Das sind ja eigentlich die "klassischen" Protestanten. Eine höhere Autorität als die Bibel selber wird dort a priori abgelehnt.

Du schreibst im ersten Teil, dass die historisch kritische Exegese den Bibeltext als "stinknormale" Literatur sieht. Aber das ist ja gerade der Punkt. Denn diese Männer sehen das eben nicht so. Das weiß ich, weil ich sie selber gelesen habe, und auch noch tue. Die Bibel ist kein "stinknormales" Buch, auch wenn es innerhalb der Bibel verschiedene Textgattungen gibt. Sie ist von Gott gegeben, sie ist das Produkt Gottes, eine direkte Emanation des Heiligen Geistes. Wenn Gott die Bibel mit dem eigenen Finger geschrieben hätte, dann wäre ihre Autorität nicht ein bisschen größer, als sie es jetzt ist. Und aufgrund dieser fundamentalen Verschiedenheit der zugrundeliegenden Philosophie kommt es eben anschließend, notwendigerweise, zu unterschiedlichen Ansichten und Auslegungen. Ich denke, da führt kein Weg dran vorbei.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Manche Leute meinen nämlich, daß die Botschaft der Bibel wäre, wie sich die Menschheitsgeschichte ereignet hat, wie die belebte Welt entstanden ist und sich seither gestaltet hat, wie die gesamte Welt entstanden ist, einschließlich Sonne, Mond und Sternen, samt Himmelskuppel, Säulen, oberen und unteren Wassern. Und wenn die Sonne einen Tag über Gibeon stehen blieb, dann muß die Sonne sich um die Erde drehen, denn ein Aussetzen der Erdrotation (also nach der heutigen Erklärung fürs scheinbare Wandern der Gestirne über den Himmel) hätte in Kanaan alles an der Erdoberfläche ruckartig mit über 1000kmh nach Osten fliegen lassen.
Eben, natürlich glauben sie das. Sie sind überzeugt (wie die bereits von mir erwähnten Männer), dass Gott unter anderem davon berichtet, wie er die Welt, in der wir leben, geschaffen hat. Auch das ist eine Offenbarung, gegeben durch Mose, und auch das glaubt man dann. Man glaubt alles, was in der Bibel steht, oder wovon sie persönlich überzeugt sind, dass es in der Bibel steht. Und wenn die Bibel innerbiblisch keinen Grund gibt, die Schöpfung als Metapher oder Mythos zu sehen, dann tun sie es auch nicht. Sie wollen einfach, von vornherein, die Bibel ernst nehmen, und richtig auslegen, und da ist eine gewisse Ehrfurcht mit verbunden. Warum? Naja weil sie glauben, sie ist eine direkte Offenbarung Gottes. Und was Gott sagt, das gehört es sich zu glauben. Das ist für sie eine biblische und moralische Pflicht Gott gegenüber. Gott sagt, ich glaube, ist hier die fundamentale Logik des Ganzen.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Die Bibel aber ist ein Glaubensbuch, ihre Botschaft betrifft Glaubensdinge. Etwa zum Menschen, seiner Beziehung zum Mitmenschen, zur Schöpfung, zu sich selbst, und zu Gott. Es gibt darüber hinaus nicht noch Lehren über Geschichte, Biologie, Geologie, Astronomie... Historische Kritik hilft, die Biblische Botschaft nicht in der literarischen Einkleidung zu suchen, mit der die Botschaft transportiert wird, die aber nicht die Botschaft selbst ist.
Sie würden auch sagen die Bibel ist Glaubensbuch, aber damit meinen sie dann, die Bibel ist eine Offenbarung des einen Gottes, und das gehört es sich zu glauben. A priori abzulehnen, dass die Bibel auch von wirklichen, historischen Dingen berichtet, oder berichten kann, wie die Schöpfung der Welt, wird dort nicht akzeptiert. Entweder zu belegst es ihnen innerbiblisch, oder sie hören nicht auf dich. Ich meine, das macht ja auch Sinn, oder nicht? Wenn Gott dir nicht persönlich sagt, in der Bibel, und überhaupt keinen Anlass gibt, dass die Schöpfunggeschichte eine Metapher, ein Mythos, ein Gleichnis ist, ja dann glaubst du es auch nicht. Und das, was ich zeigen möchte, ist, dass nur ein anderer philosophischer Ansatz, einer der sich fundamental von dem innerbiblischen unterscheidet, wie der moderne bibelkritische, zu dem Schluss kommen kann, dass gewisse Dinge als Mythos angesehen werden. Denn innerbiblisch gibt es dafür überhaupt keinen Grund zur Annahme, ja eher im Gegenteil. Ich kann mich erinnern, dass du irgendwo vorhin darüber schriebst, warum auf einmal Adam persönlich von Gott erschaffen werden musste in einer Art und Weise, die sich von unserer "Erschaffung" unterscheidet. Aber dann kann ich die Gegenseite verstehen, die innerbiblische, die einfach auf die Geschlechtsregister im Alten und Neuen Testament hindeuten kann und zeigen, dass Adam dort keine menschlichen Vorfahren hat, und somit, im Gegensatz zu allen anderen, eine direkte Schöpfung Gottes gewesen ist. Zum Beispiel:
23 Und Jesus war, als er auftrat, etwa dreißig Jahre alt und wurde gehalten für einen Sohn Josefs, der war ein Sohn Elis, 24 der war ein Sohn Mattats, der war ein Sohn Levis, der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Jannais, der war ein Sohn Josefs, 25 der war ein Sohn Mattitjas, der war ein Sohn des Amos, der war ein Sohn Nahums, der war ein Sohn Heslis, der war ein Sohn Naggais, 26 der war ein Sohn Mahats, der war ein Sohn Mattitjas, der war ein Sohn Schimis, der war ein Sohn Josechs, der war ein Sohn Jodas, 27 der war ein Sohn Johanans, der war ein Sohn Resas, der war ein Sohn Serubbabels, der war ein Sohn Schealtiëls, der war ein Sohn Neris, 28 der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Addis, der war ein Sohn Kosams, der war ein Sohn Elmadams, der war ein Sohn Gers, 29 der war ein Sohn Joschuas, der war ein Sohn Eliësers, der war ein Sohn Jorims, der war ein Sohn Mattats, der war ein Sohn Levis, 30 der war ein Sohn Simeons, der war ein Sohn Judas, der war ein Sohn Josefs, der war ein Sohn Jonams, der war ein Sohn Eljakims, 31 der war ein Sohn Meleas, der war ein Sohn Mennas, der war ein Sohn Mattatas, der war ein Sohn Natams, der war ein Sohn Davids, 32 der war ein Sohn Isais, der war ein Sohn Obeds, der war ein Sohn des Boas, der war ein Sohn Salas, der war ein Sohn Nachschons, 33 der war ein Sohn Amminadabs, der war ein Sohn Admins, der war ein Sohn Arnis, der war ein Sohn Hezrons, der war ein Sohn des Perez, der war ein Sohn Judas, 34 der war ein Sohn Jakobs, der war ein Sohn Isaaks, der war ein Sohn Abrahams, der war ein Sohn Terachs, der war ein Sohn Nahors, 35 der war ein Sohn Serugs, der war ein Sohn Regus, der war ein Sohn Pelegs, der war ein Sohn Ebers, der war ein Sohn Schelachs, 36 der war ein Sohn Kenans, der war ein Sohn Arpachschads, der war ein Sohn Sems, der war ein Sohn Noahs, der war ein Sohn Lamechs, 37 der war ein Sohn Metuschelachs, der war ein Sohn Henochs, der war ein Sohn Jereds, der war ein Sohn Mahalalels, der war ein Sohn Kenans, 38 der war ein Sohn des Enosch, der war ein Sohn Sets, der war ein Sohn Adams. Der war Gottes.
Quelle: https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas3

Das gleiche mit anderen, wie Noah usw.
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Ach ja, die Inspiration noch. Ja welche eigentlich? Verbalinspiration? Realinspiration? Gibt noch weitere.
Verbal, ja. Hast bestimmt schon herausgelesen, was ich meine. Habs ja oben erklärt ein wenig.
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Kann man auch alle drei Philosophien anwenden? Wäre doch die beste Lösung, oder?
Das ist wohl nicht willkürlich, sondern hängt von deinen persönlichen Überzeugungen ab. Die Philosophien sind ja nichts weiteres als das Resultat deiner persönlichen Überzeugung. Wenn du also überzeugt bist, dass die Bibel, und die Bibel allein, unfehlbar ist, eine direkte Emanation Gottes, dann wirst du eine innerbiblische Philosophie befürworten und anwenden.


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Was steht wirklich in der Bibel?

01.01.2026 um 13:04
@Niselprim

Ein Gedanke noch. Du könntest sagen, dass der Umgang mit der Bibel, oder die Philosophie, die jemand beim Interpretieren der Bibel anwendet, dir zeigt, was derjenige wirklich von der Bibel denkt.


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Was steht wirklich in der Bibel?

01.01.2026 um 13:08
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Kann man auch alle drei Philosophien anwenden?
Da ich ein freier Mensch bin, entscheide ich das Vorgehen allein.


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Was steht wirklich in der Bibel?

01.01.2026 um 16:26
Zitat von CmarcelinoCmarcelino schrieb:Hier muss ich dir in Punkt 1) widersprechen [...] Ich konnte einen kleinen Auszug aus dem Internet finden:
Ähm, analogia fidei bei Google eingeben und den ersten Treffer nehmen? Geh auf der Seite mal auf "home" oder auf "über", dann wirst Du schnell sehen, daß es sich um den Blog eines Evangelikalen handelt. Der spricht zwar von Theologie, ist selbst aber theologiefern (wie auch das Martin Bucer Seminar, an welchem er doziert). Auch der Sproul, der da zitiert wird, ist ein Evangelikaler, ja ein Hardliner. Der hat zwar Theologie studiert, aber wenn Du Dir mal seine Unis anschaust, sind auch das Fundamentalistenhochburgen, frei von allem, was (in Sprouls Sinne) "liberal" genannt werden könnte.

Nicht jede Seite, schon gar nicht jede "erst"beste, bringt Verläßliches, Fundiertes.

Der zweite Treffer immerhin zitiert aus dem Historischen Wörterbuch der Philosophie aus dem Artikel analogia fidei, verfaßt vom deutschen Philosophen und ev. Theologen Hans-Georg Geyer.
Systematische Bedeutung hat der Ausdruck von Röm. 12, 6 in seinem begrifflichen Gebrauch durch Karl Barth gewonnen.
Systematisch meint übrigens, was früher gemeinhin dogmatisch genannt wurde, also die Glaubenslehre betreffend (nur ist der Begriff heute auf Verbohrtheit udgl. eingeengt zum abwertenden Totschlagwort verkommen). Barth war schließlich auch ein großer systematischer Theologe des Protestantismus, der wohl größte des 20. Jh. (und nebenbei auch noch mitbegründer der Bekennenden Kirche, die sich im Dritten Reich gegen die Nazis stellte). Geyer hat auch sonst über Barth publiziert.

Solang Du kein Wissenschaftsablehner bist, sollte die Seriosität Geyers wie des HWPh für den nötigen Vertrauensvorschuß sorgen. Die analogia fidei ist erst im 20.Jh., und zwar durch Barth, zu einem theologischen Begriff in der theologischen Glaubenslehre geworden.

Nimm Dir Zeit, google rum, vielleicht findste ja aus der Zeit der Lutherischen Orthodoxie, als Jahrzehnte nach Luthers Tod das Luthertum sich dogmatisch konsolidierte und sich eine erste einheitliche Systematische Theologie verpaßte, also aus dieser Zeit die Formulierung "analogia fidei". Oder gar schon bei Luther selbst. Falls anders als von Dir dargestellt der Begriff aus der Reformationszeit stammt, jedoch nicht von der Luther-Seite (berufst Dich ja auf Reformierte, und hier, bei Barth, spielt der Begriff tatsächlich mal ne Rolle, wiewohl sehr viel Später), dann darfste auch gerne bei Ulrich Zwingli und Jean (/Johannes) Calvin nachforschen. Viel Spaß beim Suchen.
Zitat von CmarcelinoCmarcelino schrieb:R. C. Sproul. Er war der frühere Präsident oder Chef von Ligonier Ministries. Was Autoritäten angeht, bin ich da also wohl auf der sicheren Seite.
Nope. Sproul war nämlich auch der Gründer von LM. Niemand wird seriös, weil Präsident von ner Org, wenn er die Org selbst gegründet hat und die dann ebenso evangelikal ist wie man selbst.
Zitat von CmarcelinoCmarcelino schrieb:Oder vielleicht meinst du mit Analogia Fidei ja etwas anderes.
Was ich damit gemeint habe, hab ich dargelegt, sogar die Begrifflichkeit selbst erklärt, als Gegensatz zur analogia entis und so. Du hingegen hast noch nirgends gesagt, was analogia Fidei in Deinem oder Sprouls Sinne bedeutet, wer in der Reformation oder seither das aufgebracht und wie gefüllt hat. Das sola scriptura hingegen funzt ja selbstredend. Aber bei analogia fidei im solascriptura-Sinn oder Umfeld, da brauchts dann erst mal erklärende Worte.
Zitat von CmarcelinoCmarcelino schrieb:Desweiteren, ich habe persönlich ziemlich ausführlich die Schriften des amerikanischen Puritaners John Owen studiert, aus dem 17. Jahrhundert. Das ist Analogia Fidei pur, eigentlich auf so gut wie jeder Seite. Er wird von vielen als oberster Puritaner angesehen, ein "Gigant" der protestantischen Überzeugung
Nicht der protestantischen Überzeugung. Der Protestantismus auf den Britischen Inseln war zunächst anglikanisch. Owen war Puritaner, gehörte also jener Strömung an, welche unter calvinistischem Einfluß stand (eine weitere protestantische Gruppierung mit Zentrum Schweiz, Süddeutschland und Frankreich (Hugenotten), später verbreiteter. Der Puritanismus jedenfalls war eine radikale Sonderform, aus der dann mehr und mehr weitere Kirchen und vor allem Freikirchen hervorgingen. Unter den radikalen Puritanern gab es dann nochmal einen radikalen Flügel, und zu diesem gehörte Owen. Kein Wunder, daß er - vor allem, aber nicht nur - im heutigen fundamentalistischen, evangelikalen, freikirchlichen Raum so angesehen ist. Gar ein ""Gigant"".

Nee Du, Du schleppst hier nur "Autoritäten" aus ner sehr spezifischen "Ecke" an. Laß mal stecken!
For John Owen, the Analogy of Faith (Scripture interpreting Scripture by clear passages clarifying unclear ones) is central
Quelle: https://www.google.com/search?q=john+owen+what+comes+before+what+comes+after+analogia+of+faith&oq=john+owen+what+comes+before+what+comes+after+analogia+of+faith&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOdIBCTE0NzQ4ajBqN6gCFLACAfEFGSuDNTq7_vQ&client=ms-android-samsung-ss&sourceid=chrome-mobile&ie=UTF-8#lfId=ChxjMe

Echt jetzt? Weil der Evangelikale Richard Barcellos (Baptist) den hermeneutischen Ansatz Owens "analogia fidei" nennt, ist das ein Begriff von damals, nicht des 20. (und 21.) Jahrhunderts??? Auch wenn Du nach "analogia scripturae" googelst, landest Du stets auf Seiten wie von den Reformierten Baptisten wie etwa https://reformedontheweb-wordpress-com.translate.goog/2016/02/03/hermeneutics-analogia-scripturae-and-analogia-fidei/ - Nichtevangelikale scheinen diese Analogiabegriffe nicht zu kennen. Will heißen, die Begriffe entstammen just diesem Dunstkreis und sind keine Begriffe aus reformatorischer Frühzeit.

Ein bissel gegenprüfen hätte Dir besser zu Gesicht gestanden.

Eh ich mich noch durch den Rest Deines Beitrags im Klorollenformat durcharbeite, beende ich es mal an dieser Stelle. Was Du in Deinem Einstiegsbeitrag geschrieben hast, ist nicht haltbar, den Aufweis hab ich erbracht, und soweit ich Deine Entgegnung gelesen habe, kam auch NULL an Fundierung zur Entkräftung meiner Darlegung oder zum Stützen Deiner Ausführungen. Nur noch mehr Unfug ("Gigant" protestantischer Überzeugung)...


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Was steht wirklich in der Bibel?

02.01.2026 um 14:45
Zitat von CmarcelinoCmarcelino schrieb:Das ist wohl nicht willkürlich, sondern hängt von deinen persönlichen Überzeugungen ab. Die Philosophien sind ja nichts weiteres als das Resultat deiner persönlichen Überzeugung. Wenn du also überzeugt bist, dass die Bibel, und die Bibel allein, unfehlbar ist, eine direkte Emanation Gottes, dann wirst du eine innerbiblische Philosophie befürworten und anwenden.
@Cmarcelino Wie angedeutet, würde ich eher alles mögliche hernehmen und mit den wahrhaftigen Aussagen in der Bibel vergleichen. Unfehlbarkeit der Bibel würde ich so nicht ansetzen wollen, weil ich nicht davon ausgehe, dass alles in der Bibel Das Wort Gottes ist, sondern ist Das Wort Gottes lediglich in der Bibel enthalten - kann aber auch außerhalb der Bibel zu finden sein. Zwar setze ich unbedingt eine Emanation Gottes voraus, aber setze ich nicht voraus, dass alles in der Bibel oder sonst wo beschriebene auch Gottes Willen entspricht - also was ich damit meine, ist, dass man meiner Meinung nach auch außerhalb etwa für Vorgänge in der Schöpfung wahrhaftigere oder aussagekräftigere Aussagen finden kann - eigentlich nichts ist unfehlbar, denke ich (außer Gott natürlich ;)).
Dennoch setze ich Das in der Bibel überlieferte Wort Gottes vor allem voran und wende zwar auch eine innerbiblische Philosophie an, weil meiner Überzeugung nach göttlich inspiriert, aber nehme ich im Vergleich auch externe Quellen und Autoritäten her.
Als ich die von dir erklärten Philosophien las, bemerkte ich, dass ich irgendwie zwar teilweise aber auch nicht wirklich alle deiner Philosophien anwende - daher die Frage.
Zitat von CmarcelinoCmarcelino schrieb:Ein Gedanke noch. Du könntest sagen, dass der Umgang mit der Bibel, oder die Philosophie, die jemand beim Interpretieren der Bibel anwendet, dir zeigt, was derjenige wirklich von der Bibel denkt.
Hmm... - weiß nicht, ob man dabei mit der eigenen Interpretation über die andere Person falschliegen kann - vermute aber, ja.
Was könntest du denn sagen, wie ich über die Bibel denke, nachdem du das von mir gelesen hast?


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Was steht wirklich in der Bibel?

03.01.2026 um 17:23
In der Bibel stehen ein Haufen Regeln damit eine Oberschicht die Unterschicht mit schlechtem Gewissen knechten kann.

Defacto ein Haufen Sche***


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Was steht wirklich in der Bibel?

03.01.2026 um 17:58
@sevenheartseas
Kannst Du mal die Oberschicht benennen, die da profitiert hat? Und weißt Du, wann die biblischen Texte entstanden sind, in denen der Haufen Regeln niedergeschrieben wurde? Ich mein, Du stellst da ne Behauptung auf, da sollteste das doch fundieren können.


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Was steht wirklich in der Bibel?

03.01.2026 um 18:45
Zitat von sevenheartseassevenheartseas schrieb:In der Bibel stehen ein Haufen Regeln damit eine Oberschicht die Unterschicht mit schlechtem Gewissen knechten kann.
Diese Interpretation hast du sicher nicht der Bibel entnommen.


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Was steht wirklich in der Bibel?

04.01.2026 um 09:45
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Kannst Du mal die Oberschicht benennen, die da profitiert hat?
Preister, Gelehrten und die Kirche.
Solche seltsamen Fragen. Ist doch offensichtlich.


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Was steht wirklich in der Bibel?

04.01.2026 um 11:46
Zitat von sevenheartseassevenheartseas schrieb:Preister, Gelehrten und die Kirche.
Solche seltsamen Fragen. Ist doch offensichtlich.
Jenau, Die Kirche schrieb all die Gebote des Alten Testaments, schickte sie mit ner Zeitmaschine viele Jahrhunderte in die Vergangenheit, um dann im eigenen, christlichen Schriftenteil der Bibel reinzuschreiben, daß die Christen (also die Kirchenschafe) gar nicht mehr unter dem Gesetz stehen.

Solche seltsamen Antworten hab ich befürchtet. Der Ungeist dahinter war zu offensichtlich.


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Was steht wirklich in der Bibel?

04.01.2026 um 11:56
Zitat von perttivalkonenperttivalkonen schrieb:Solche seltsamen Antworten hab ich befürchtet. Der Ungeist dahinter war zu offensichtlich.
Vielleicht. Die Frage im Thread war: ,,Was steht wirklich in der Bibel?,,

In meiner Realität ist die Bibel ein Werkzeug der Kirche die seit Jahrhunderten Frauen unterdrückt, Geld anhäuft und systematisch Menschen ausbeutet.

Gott sei Dank wird der Glaube immer unpopulärer.


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