adstreker schrieb:Im Kern geht es mir ausschliesslich um die Frage, ob sicher ist, dass die veröffentlichten Radar-Daten in der Malaka-Strasse wirklich von MH370 stammt oder ob eine Verwechselung mit dem Linienflug - mit Absicht oder aus Fehlinterpretation der Radaroperateure - vorliegt.
Malaysia wird Dir erzählen, dass sie davon ausgehen das es sich bei dem einzelnen Radarblip um 18:22 UTC um MH370 gehandelt haben müsste. Malaysia wird Dir auch erzählen, dass die Ping-Ringe um 18:27 UTC und 18:28 UTC sehr gut in Verbindung gebracht werden können zu diesem einzelnen Radarblip der 5 Minuten zuvor registriert wurde. Durch wen auch immer.
Damit wir uns aber nicht falsch verstehen - Die korrekte Reihenfolge dieser Sachverhalte ist hierbei nach wie vor ein kritischer Punkt.
2 Punkte dazu....
1.) Die genaue Route von MH370 bekam die Öffentlichkeit erst dann präsentiert als man sich über die Pings im Klaren war. Man kann bis heute nicht ausschließen, dass Malaysia damals möglicherweise eine Retrograde Analyse durchgeführt haben könnte, weil sie das mit den Radardaten einfach nicht auf die Reihe bekamen. Warum auch immer.
Sofern zutreffend hätten die Ermittler dann in einem Retrograde Analyseverfahren die Route von MH370 rückwärts rekonstruiert, anstatt vorwärts. Dabei haben sie sich dann erst die BTO-Werte von INMARSAT ausrechnen lassen für 18:27 UTC und 18:28 UTC um eine theoretische Position bestimmen zu können, und von dort aus haben sie dann die Route von MH370 zurück konstruiert bis nach Penang.
2.) Es sollte jedem Beobachter vollkommen klar sein, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass es nur einen einzigen Radarblip gab um 18:22 UTC. Darüber hinaus ist es noch unwahrscheinlicher, dass niemand bestimmen konnte um was es sich bei diesem Radarblip gehandelt haben muss.
Radarblips sind nicht nur irgendwelche Pixel auf einem Radarschirm. Radarblips enthalten durchaus wichtige Informationen. Eines dieser Informationen ist die Radarsignatur. Eine kleine Cessna z.b. erzeugt beim Primärradar eine völlig andere Radarsignatur als eine B777-200ER. Ein Radarcontroller kann das nicht sehen, aber der Computer kann das. Ein gut aufgestelltes Militär hat etliche Radarsignaturen in der Datenbank. Ganz besonders die Signaturen von Passagierflugzeugen und Privatflugzeugen sind darin gespeichert. Das Militär benötigt diese Signaturen dringend, denn wenn da ein Flugobjekt irgendwo ohne Transponder unterwegs sein sollte, dann muss man einfach wissen womit man es zu tun hat. Eine anfliegende Rakete z.b. erzeugt auch eine völlig andere Radarsignatur als ein Passagierflugzeug, und bekommt aus diesem Grund sogar ein völlig anderes Symbol zugewiesen vom Computer des Radarsystems. Der Radarcontroller bemerkt dadurch sofort : "Ach, du lieber Himmel. Da kommt ne Rakete auf uns zu". Das schließt dann auch einen QRA (Quick Reaction Alert) aus, denn eine anfliegende Rakete muss man nicht durch einen Alarmstart erst identifizieren direkt vor Ort. Man weiß einfach, dass es eine Rakete ist durch die entsprechende Radarsignatur.
Das mal kurz dazu. Es ist bis heute vollkommen unverständlich, warum Malaysia damals solche Mühe hatte mit den Radardaten über der Straße von Malakka. Vermutlich herrscht diese Unsicherheit sogar bis heute. Man weiß es nicht. Man hätte damals eigentlich ohne Probleme MH370 identifizieren müssen, es sei denn es gab z.b. Probleme mit der Radarsignatur. Sie passte möglicherweise einfach nicht zu einer B777-200ER. Dadurch könnte ein einziges Rätselraten entstanden sein, und dann kamen die Pings.....