DearMRNewman schrieb:Das sehe ich auch so. Man könnte hier aber behaupten : Das Aufzeichnungsgerät war möglicherweise deshalb deaktiviert, weil der Supervisor keine Lust hatte sich seine eigenen Worte vorspielen zu lassen durch die Ermittler. Der Supervisor hielt es daher vielleicht für klüger im Ernstfall lieber seine eigene Version zu präsentieren mit Hilfe eines Anwalts, als sich zum Sündenbock machen zu lassen. Mitschnitte sind nie gut. Egal was darauf gesagt wird, man kann es immer irgendwie zum Nachteil der gesagten Person auslegen. Ganz besonders in solchen Fällen wie diesen, denn der Supervisor hatte den miesesten Job von allen hier.
Kein einziges Gespräch, das der supervisor über seine "direct line" geführt hat, ist aufgezeichnet. Wenn dem supervisor erst im Laufe der Geschehnisse klar geworden wäre, dass er möglicherweise ein Problem bekommen kann, dann hätte er ja erst das Aufzeichungsgerät deaktivieren können, wenn ihm das bewusst geworden wäre. So aber sieht es aus danach aus, dass bereits die ersten Gespräche, als ihm erstmalig gemeldet wurde, dass es ein Problem gibt, nicht mehr aufgezeichnet wurden. Siehe ausführlicher:
Beitrag von Panaetius (Seite 2.927)
DearMRNewman schrieb:Tatsächlich ? Das ist interessant. Davon weiß ich leider nichts. Hast Du da dafür zufällig irgendeine Quelle zur Hand ?
Dann musst du das vergessen haben, denn tatsächlich spielte das schon damals in dem Thread eine Rolle.
Es ging um dieses Manual:
https://web.archive.org/web/20160131162354/http://www.smartcockpit.com/download.php?path=docs/&file=B777-Communications.pdfDort dann S. 74 und 75 ist von zwei Versionen die Rede AIMS 2003 und Not-AIMS 2003. Nur eines von beiden - soweit ich jetzt weiß nur die AIMS 2003 Version - erlaubte überhaupt ACARS nach außen hin abszustellen.
DearMRNewman schrieb:Davon halte ich viel. Geopolitische Motive machen sehr viel Sinn bei so einer ausgeklügelten Nummer wie dieser.
Ich denke man müsste tatsächlich auch nochmal auf MH17 schauen. Ich weiß nicht, ob du neuere Entwicklungen verfolgt hast? Jedenfalls gibt es einen detaillierten neuen offziellen Bericht zu den Befehlsketten, die dazu führten, dass MH17 über der Ukraine abgeschossen wurde. Ganz kurz zusammengefasst, kann man daraus ableiten, dass der Befehl, MH17 abzuschießen, bzw. die Planung dazu, direkt von Putin kam (bevor jetzt wieder ein entsprechendes Gegenargument kommt: dabei sage ich nicht, dass er keine Berater hätte, nur dass die Endentscheidung bei ihm liegt).
Das Argument ist ungefähr folgendermaßen: Es gab am Tag vor dem Abschuss von MH17 im russischen Grenzgebiet ein abhörsicheres Treffen zwischen den Separatisten-Kommandeuren, die dann für den Abschuss unmittelbar verantwortlich waren (= in Den Haag deshalb in absento verurteilt), und einem hochrangigigen Geheimdienstmitarbeiter, welcher Gesandter Putins war und in der Ukraine quasi den Oberbefehl über die Separatisten hatte. Die Anweisungen zum Aufstellen der Buk wurden offenbar bei diesem Treffen gegeben, denn danach wurde die Buk zielgerichtet über die russische Grenze zu der Stelle verbracht, wo zu dieser Zeit nur MH17 vorbeifliegen konnte. Es gingen wochenlange Vorbereitungen voraus. Die Separatisten-Kommandeure wussten selbst von nichts, sie haben von Moskau sogar extra eine Buk bekommen, die eine feindliche Militärmaschine nicht von einem Passagierflugzeug unterscheiden konnte. Sie haben erst dann in abgehörten Gesprächen den Gesandten Putins um die Vertuschung des Vorgangs gebeten und dass die Buks außer Landes gebracht werden sollen. Der Gesandte Putins wurde danach befördert und laut BBC-Quelle mit der hero of Russia-Auszeichnung geehrt.
Dazu gibt es natürlich auch offizielle Quellen - das ist ganz klar. Ich stelle nur die kurze Version dar.
Ich will damit nicht zwingend sagen, dass man einen direkten Zusammenhang voraussetzen muss. Theoretisch hätte Putin den MH17-Flug aussuchen können, ohne dass MH370 irgendwas damit zu tun gehabt hätte.
Aber ich finde schon, dass man ernsthaft die neueren Ergebnisse zu MH17 auch in die Analyse von MH370 einbeziehen sollte.
Insgesamt hatten wir aber damals durchaus den Konsens, dass ein regime change in Malaysia das Ziel von MH370 gewesen sein könnte (jetzt mal unabhängig von einer möglichen Rolle, die Zaharie dabei gespielt haben könnte oder auch nicht). Das wäre eigentlich auch weiterhin mein Ansatz - denn nachwievor halte ich es nicht für einen Zufall, dass das Verschwinden am Tag der Verurteilung von Anwar Ibrahim erfolgte.