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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 10:16
gardner schrieb:obwohl das eigentlich ursprünglich die Taktik von euch Homöo-Gegner ist.
Erneut, zeige mir, wo ich dies tat oder unterlasse es, mich als "euch Homöo-Gegner" zu bezeichnen.

Ansonsten kam ja nichts substanzielles dazu. Du hast Deine Forderung auf "Krebs" reduziert, da ändert auch das "zum Beispiel" nichts. das das "zum Beispiel" mir nicht die Wahl lässt, etwas anderes herauszusuchen, um Deiner Forderung genüge zu tun, sondern das "zum Beispiel" ist ein von Dir fest gelegter Wert, den Du beispielhaft aus einer Menge definiert hast.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 10:17
kleinundgrün schrieb:Nur als kurzen Exkurs, weil es in der Tiefe OT ist: Wenn Du beim Bäcker Dein Brötchen aus wählst, dann selten nach rationalen Erwägungen. Dich "macht ein bestimmtes Backwerk an" und das kaufst Du. Wenn Du nicht gerade immer nur eine bestimmte Sorte kaufst oder genau aufs Geld achten musst, triffst du diese Entscheidung nicht rational.
Und es ist ein Trugschluss anzunehmen, bei wichtigere Entscheidungen würde plötzlich die ratio "automatisch" tätig werden. Wenn Du Dich nicht bewusst am Riemen reißt, kaufst Du ein Auto mit dem selben grundlegenden Entscheidungsprozess, wie das Brötchen.
@kleinundgrün

Gut, solche Zusammenhänge sind mir bekannt. Jedoch stellt sich mir immer noch die wichtige Frage: warum fallen die einen dann auch bei Angelegenheiten, die einen längeren Check-Zeitraum umfassen (wie z Bsp. medizinische behandlung) und weniger auf schnellen Momentan-Entscheidungen beruhen, auf offensichtlichen Quark rein, mit dem man eigentlich nichtmal Fünfjährige hinters Licht führen könnte; andere aber nicht?

Hier grieft wohl das Charakterargument, das off-peak angesprochen hatte: das übergroße Bedürfnis etwas Besonderes sein zu wollen.

Nun, da bleibt die Hoffnung, dass das Pendel wieder umschlägt und wenn die Mehrzahl Alternativmedizin beansprucht, es wieder etwas Besonderes und "Besseres" ist, Evidenzbasierte klassische Medizin zu beanspruchen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 10:36
playmobil schrieb:Vielleicht kann man es sich so erklären, dass das analytische Denkvermögen bei bestimmten Charaktertypen schneller durch das Bedürfnis nach Selbstüberbewertung (Geheimwissen, bin "weiter" als die anderen) ausgesetzt wird.
Es ist eher eine Frage, wie schnell ich auf bestimmte Trigger aufmerksam werde, die typischerweise ein Indiz für "gefährliche" Intuitivbewertungen sind.
Typische Beispiele sind intuitive Wahrscheinlichkeitsschätzungen, die gehen quasi immer schief. Z.B. wen ich anhand der Anzahl von Zeitungsartikeln auf die Anzahl von bestimmen Verbrechen schließe.
playmobil schrieb:Gut, solche Zusammenhänge sind mir bekannt. Jedoch stellt sich mir immer noch die wichtige Frage: warum fallen die einen dann auch bei Angelegenheiten, die einen längeren Check-Zeitraum umfassen (wie z Bsp. medizinische behandlung) und weniger auf schnellen Momentan-Entscheidungen beruhen, auf offensichtlichen Quark rein, mit dem man eigentlich nichtmal Fünfjährige hinters Licht führen könnte; andere aber nicht?
Ich schätze, dass das zufällig davon abhängt, wie das vermeintliche Wissen entstanden ist.
Wenn ich mal von einer neutralen Person aus gehe, die z.B. in einer Krise in Kontakt mit H. kommt und die Kriese dann endet, ist es möglich, dass sie H. für das Ende der Krise verantwortlich macht und eine feste Überzeugung gewinnt. Und sobald eine Überzeugung gefasst ist, werden die "Trigger" nicht mehr erkannt.

Es gibt ja Beispiele an Forschungsarbeiten, in denen unpassendes Ergebnisse mit hanebüchener Begründung abgelehnt wurden. Aber der Forscher war halt einer festen Überzeugung und für ihn war es klar, dass die unpassenden Ergebnisse falsch sein müssen.
Deswegen gibt es peer reviews. Und Blindstudien, um den Fehler von Erwartungshaltungen zu minimieren.

Edit:
Letztlich kann ich mit solchen Leuten leben, die solche Mittel als eine Alternative zum "kalten Tuch auf die Stirn" sehen. Die Globuli gegen Wehwehchen geben, von denen sie wissen, dass sie halt auch so weg gehen würden. Ein aufgeschürftes Knie z.B.
Das müssen sie dann nur mit ihrem Geldbeutel aus machen.


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10.02.2017 um 10:45
@kleinundgrün
Ach, bist dunkeln Homöo-Gegener? Verzeih mir dann... ;-)

Und nö, du bist komplett allgemein geblieben, und ich hab mir dann halt ein Beispiel für eine Krankheit rausgesucht. Hättest ja sagen können, "nö, dafür habe ich keinen Beleg, aber für die Krankheit xy".

Und dieser Satz von dir passt perfekt auf deine Mitstreiter:
kleinundgrün schrieb:Du hast Deine Forderung auf "Krebs" reduziert, da ändert auch das "zum Beispiel" nichts. das das "zum Beispiel" mir nicht die Wahl lässt, etwas anderes herauszusuchen, um Deiner Forderung genüge zu tun, sondern das "zum Beispiel" ist ein von Dir fest gelegter Wert, den Du beispielhaft aus einer Menge definiert hast.
;-)


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10.02.2017 um 11:22
Alicet schrieb:Die Frage ist ja auch, weshalb untersucht man eine Substanz  (wenn sie denn zerstört wird), wenn man aus einer anderen dann die Verdünnung herstellt?
Natürlich muss man aus der Charge die man benutzt die Probe ziehen. Lies noch mal im Paper unter Methods nach, genauso sollte das wohl auch zu verstehen sein, auch wenn er das etwas umständlich formuliert.

Die Homöopathen wählen ein Mittel aus, das wird in der Klinik hergestellt oder bei einem Hersteller geordert. Dann nimmt man aus der hergestellten oder georderten Charge eine Probe. Man macht ja nicht für jeden Globulus eine neue Potenzierung sondern besprüht eine gewisse Menge damit. Aus so einer Menge z.B. 100 Stück kann man dann eine Handvoll nehmen die man zur Analyse schickt. Bleiben noch 95 Stück für die Studie.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 11:52
Fakten:
Etwa 200 kontrollierte Studien zur Frage der Wirksamkeit von Homöopathie (Stand 2010).
Nichtwirksamkeit wurde in allen diesen Studien nachgewiesen:


Gesammelt einsehbar hier:
Ernst E. A systematic review of systematic reviews of homeopathy. Br J Clin Pharmacol, 54: 577– 582, 2002.

Shang A, Huwiler-Muntener K, Nartey L, et al. Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. Lancet, 366: 726–732, 2005.

Nichtwirksamkeit bei Tierversuchen nachgewiesen:
Linde K, Jonas WB, Melchart D, et al. Critical review and meta-analysis of serial agitated dilutions in experimental toxicology. Hum
Exp Toxicol, 13: 481– 492, 1994.

Cracknell NR, Mills DS. A double-blind placebo-controlled study into the efficacy of a homeopathic remedy for fear of
firework noises in the dog (Canis familiaris). Vet J, 177: 80–88, 2008.

Heileffekt bei harmlosen Erkrankungen ist einzig und allein auf Doppeleffekt von psychothereapeutischer Betreung durch den Behandelnden und Placeboeffekt rückführbar:
Di Blasi Z, Harkness E, Ernst E, et al. Influence of context effects onhealth outcomes: a systematic review. Lancet, 357: 757–
762, 2001.

Die angebliche Wirkungsweise ist nicht nur nicht erwiesen, sondern es wird von den H. auch keinerlei schlüssige Erklärung hierzu vorgelegt. Die Energien, auf deren Effekt man setzt, sind nirgendwo nachgewiesen oder erklärt, widersprechen den nahcgewiesenen und erklärten naturwissenschaftlichen Grundlagen und entspringen der reinen Fantasie.
Fazit:
die vermeintlich harmlose oder bessere "Naturmedizin" ist im besten Falle Betrug und Geldschneiderei, bei Anwendung ernsthafter Krankheiten, oder wenn sie zur Impfverweigerung führt, lebensgefährlich, und zwar dann im letzeren Fall auch bei Unbeteiligten (zB anderen Kindern usw.), demnach also bei Anwendung in solchen Fällen als unterlassene Hilfeleistungund gefährliche Körperverletzung mit Todefolge zu bewerten.

 


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10.02.2017 um 12:24
@playmobil
Wenn man intuitiv Kindern mit schmerzhafter Mittelohrentzündung Zuckerkügelchen verabreicht, obwohl man hier Zeit für einen schnellen Logik-Check hätte, ist das jedoch gefährlich dämlich und verantwortungslos.
Ich möchte mal meinen, dass man so erst handelt, nachdem man zumindestens einmal „gelernt“ hat, dass Globuli „helfen“, einfach, weil man die Erfahrung machte, dass so eine Krankheit gleichzeitig mit Einnahme der Globulis verschwand. Wobei man sich natürlich nicht fragte, ob das der Placebo-Effekt war oder ob es sich um eine jener Krankheiten handelte, die von alleine verschwinden.

Erst wenn man diese positiven Erfahrungen ohne weitere skeptische Überlegungen gemacht hat, dann fängt man auch an, den Dingern zu vertrauen. Erst danach greift dann die Intuition darauf zurück. Wir erinnern uns – Intuition ist ein Denken, das auf Erfahrungswerte unbewusst zugreift.

Solche Leute geben dann sehr wohl auch bei schweren Erkrankungen Globuli, wenn sie inzwischen rational nicht begriffen haben, dass die Dinger ja gar nicht wirken. Sollten sie aber tatsächlich rational den Unfug durchschaut haben, dann sitzt das auch und wird auch in Zukunft rational gehandhabt werden, falls die Betreffenden nicht aufgrund anderer mentaler / psychischer Probleme nicht mehr auf ihre Ratio zugreifen könnten.
Ich kenne jedenfalls keinen, der, nachdem der Verstand einmal zugeschlagen hat, freiwillig wieder in die totale Verblendung abdriftet (Trolle jetzt mal ausgenommen).

Das leidige Bauchgefühl hat meiner Meinung nach nichts mit Denken zu tun, sondern ist eine somatische Reaktion (nervus sympathicus), also lediglich Gefühle wie  Angst- oder Freude.
Wenn Instinkt/Intuition sagen, halt, Gefahr, dann kriegt man Angst, Bauchweh – und zack! Schon hat man ein „Bauchgefühl“. ;)
Ist aber definitiv kein Denken. Denken sagt dann: „Stell Dich nicht so an, Du weißt genau, dass du beim Zahnarzt eine schmerzstillende Spritze kriegst!“ Darauf das Bauchgefühl: „Ist mir egal! Hab trotzdem Angst!“ :D


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 12:24
playmobil schrieb: sondern es wird von den H. auch keinerlei schlüssige Erklärung hierzu vorgelegt
Man kann sogar die gegenteilige Schlussfolgerung ziehen und sich fragen:

Wenn Substanzen eine "Aura" (im weitesten Sinne) an das Wasser abgeben und dadurch etwas im Menschen bewirken, der dieses Wasser auf nimmt, wie kann es dann sein, dass wir nicht ständig irgend welchen Wirkungen ausgesetzt sind, wenn wir einen Schluck Wasser trinken. Sämtliches Wasser, das wir zu uns nehmen, ist irgend wann mal mit irgend etwas in Kontakt gekommen und sollte nach dieser Logik die entsprechende "Aura" aufgenommen haben.

Die einzige Erklärung ist, dass das Wasser (oder was auch immer) intelligent genug ist, nur diese Aura aufzunehmen oder an den Konsumenten weiter zu geben, die dieser gerade benötigt (wir erinnern uns: Keine Nebenwirkungen!). Wenn man sich das so an sieht, dann ist das eben nur Zauberei. Oder eine göttliche Intervention.

Es sit also nicht nur so, dass die Wirkweise gegen bekannte und ausführlich geprüfte und gegengeprüfte Erkenntnisse verstößt - sie ist darüber hinaus in ihrer eigenen Logik nicht plausibel.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 12:28
@playmobil
warum fallen die einen dann auch bei Angelegenheiten, die einen längeren Check-Zeitraum umfassen (wie z Bsp. medizinische behandlung) und weniger auf schnellen Momentan-Entscheidungen beruhen, auf offensichtlichen Quark rein, mit dem man eigentlich nichtmal Fünfjährige hinters Licht führen könnte; andere aber nicht?
Well, ...

Watson: " Also, Holmes, ich bitte Sie, das hätte jetzt aber jedes Kind gekonnt."
Holmes: "Nicht Ihr Kind, Watson."

:D :D :D


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 12:52
@playmobil
Das Problem ist, das der menschliche Verstand nicht streng rational arbeitet sondern mit Heuristiken. Diese funktionieren zwar für die Situationen für die sie sich entwickelt haben sehr gut, sprich die Heuristik kommt zum selben/ähnlichen Ergebnis wie die kritisch rationale Analyse. In Spezialfällen, oder wenn sie auf unpassende Situationen Angewandt werden, können diese Heuristiken zu gänzlich konträren Ergebnissen.

Die Heuristiken gibt uns die Natur mit, die kritisch rationale Analyse muss man lernen. Insbesondere muss man lernen, wann man sich nicht auf seine Heuristiken verlassen kann. Erstes gibt uns das Bildungsystem noch mit, Zweiteres eher nicht.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 13:05
@ickebindavid
Wenn ein Arzt oder "Heiler" ein Heilmittel falsch einschätzt, dann ist es auf jeden Fall ein Fehler. Egal, ob er Lungenentzündung mit homöopathischen Mitteln zu behandeln versucht, oder wie in meinem Fall auch geschehen, mit Novalgin-Chinin (das zu der Zeit, wie wir später herausfanden, schon auf der Roten Liste stand, aber er hatte noch welches in der Praxis und teilte es aus wie Smarties).

Nicht selten verschreiben aber auch Ärzte Mittel, von denen sie wissen, dass sie nicht wirklich wirksam sind/den Heilungsverlauf beeinflussen, weil sie wissen, dass manche Patienten ohne ein Rezept die Praxis nicht verlassen wollen und weil sie auf genau die Placebowirkung setzen, die auch die Selbstheilungskräfte ankurbeln kann. Für genau solche Fälle sind H. eine Alternative, denn es können praktisch keine schädlichen Nebenwirkungen auftreten.

Der Hausarzt, der mir Novalgin-Chinin gab, hat fünf alte Damen im Dorf, die ursprünglich mal unter Klimakteriumsbeschwerden/Stimmungsschwankungen litten, jahrelang mit Valium versorgt.
Auch das sind nur anekdotische Erfahrungen, aber sie sollen zeigen, dass auch Ärzte Fehler machen und genau solche Fehler auch das Vertrauen in die herkömmliche Medizin untergraben. Ärzten, die eine Vorstellung von "ganzheitlicher" Medizin haben, traut man eher zu, nicht nur einzenle Symptome zu bekämpfen oder jeden Schnupfen mit Antibiotoka zu behandeln oder leicht Depressive zu Medikamentenabhängigen zu machen.

Eigentlich lernen alle Homöopathen, dass sie Patienten mit ernsthaften Erkrankungen zum Arzt schicken müssen, b.z.w. wenn sie selbst Arzt sind, dass sie dann konventionelle Therapien anzuwenden haben.
Apotheker geben auch ärztliche Ratschläge und müssen wissen, wann sie die Grenze ihrer Kompetenzen überschreiten... aber was den Verkauf von teuren, wirkungslosen oder (bei falscher Anwendung) gar schädlichen Mitteln angeht, sind sie nicht selten ganz vorne.
Meinem Vater wurde, als er Thrombosemittel, Morphium und andere Mittel abholte, die man als Krebspatient braucht, von einer Apothekerin der Vorschlag gemacht, zu einem Heiler zu gehen, der mit Engeln "arbeitet". Neben den Hustenbonbons verkauft sie Schutzengel-Amulette.
Es geht auch etwas harmloser, aber auch teuer: Eine Freundin, die hoch allergische Haut hatte, bekam von der Apotheke hundsteure "sanfte Naturkosmetik" verkauft. Als sie am nächsten Tag mit total verpusteltem Gesicht die Creme und Reinigungsmittel zurückgeben wollte, hieß es: "Die sind schon angebrochen, die nehmen wir nicht zurück". Dass man auch gegen die Kräuter in den Cremes allergisch sein kann, wurde ihr nicht gesagt.

Der Sinn aller dieser Anekdoten: Das Problem liegt nicht bei den Homöopathen alleine. Der Umgang vieler Ärzte mit den Patienten, die Apotheken, die mit allerhand Kosmetika und H. Umsatz machen, die Pharmaindustrie und Zulassungspraxis der Behörden sind ebenso Teil des Problems.
Wann immer man den Homöopathen Geschäftemacherei vorwirft, sollte man auch mal einen Blick in das sonstige rezeptfreie Angebot der Apotheken werfen.


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interrobang
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 13:40
FF schrieb:Nicht selten verschreiben aber auch Ärzte Mittel, von denen sie wissen, dass sie nicht wirklich wirksam sind/den Heilungsverlauf beeinflussen, weil sie wissen, dass manche Patienten ohne ein Rezept die Praxis nicht verlassen wollen und weil sie auf genau die Placebowirkung setzen, die auch die Selbstheilungskräfte ankurbeln kann. Für genau solche Fälle sind H. eine Alternative, denn es können praktisch keine schädlichen Nebenwirkungen auftreten.
Nein für sowas ist homöopathie eben keine lösung. Damit suggerieren ärzte nämlich das homöopathische mittel medizin sind. Wen sie schon placebos verschreiben wollen dan eben keine esoterikprodukte.

Genau dadurch das ärzte esoterik empfehlenund quasi ein siegel drauf geben das es medizin ist lässt es seriös wirken. Und dadurch mehren sich eben fälle von entweder leuten die sich nicht untersuchen lassen sondern einfach zuckerwasser nehmen bzw die glauben das homöopathie eben wirkt.

Und hier kommen wir wieder zu schweren kranlheiten... Wen jemand bei einem schnupfen vom arzt homöopathie bekommt, dieser weggeht ( jo na..) kann er auf den gedanken kommen bei einer schweren krankheit gleich einfach homöopathika zu kaufen. Hat ja letztes mal auch geholfen...


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 13:52
kleinundgrün schrieb:Wenn Substanzen eine "Aura" (im weitesten Sinne) an das Wasser abgeben und dadurch etwas im Menschen bewirken, der dieses Wasser auf nimmt, wie kann es dann sein, dass wir nicht ständig irgend welchen Wirkungen ausgesetzt sind, wenn wir einen Schluck Wasser trinken. Sämtliches Wasser, das wir zu uns nehmen, ist irgend wann mal mit irgend etwas in Kontakt gekommen und sollte nach dieser Logik die entsprechende "Aura" aufgenommen haben.

Die einzige Erklärung ist, dass das Wasser (oder was auch immer) intelligent genug ist, nur diese Aura aufzunehmen oder an den Konsumenten weiter zu geben, die dieser gerade benötigt (wir erinnern uns: Keine Nebenwirkungen!). Wenn man sich das so an sieht, dann ist das eben nur Zauberei. Oder eine göttliche Intervention.
@kleinundgrün

Das oben von Dir Geschriebene ist eine richtig gute Zusammenfassung der Absurdität dieser ganzen Veranstaltung!


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 13:53
off-peak schrieb:Well, ...

Watson: " Also, Holmes, ich bitte Sie, das hätte jetzt aber jedes Kind gekonnt."
Holmes: "Nicht Ihr Kind, Watson."
Den merk ich mir! :-D

Generell gilt ja auch: Homöopathie: Darwinsche Theorie at its best!


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 13:55
Zotteltier schrieb:Die Heuristiken gibt uns die Natur mit, die kritisch rationale Analyse muss man lernen. Insbesondere muss man lernen, wann man sich nicht auf seine Heuristiken verlassen kann. Erstes gibt uns das Bildungsystem noch mit, Zweiteres eher nicht.
Gut, aber da es ja doch noch ein paar Unbelehrbare gibt, die der H. nicht trauen, dann -wo haben die das gelehrt? Die meisten Menschen hier dürften doch imemrhin ein etwa vergleichbares Schulsystem durchlaufen haben?


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 14:00
FF schrieb:Nicht selten verschreiben aber auch Ärzte Mittel, von denen sie wissen, dass sie nicht wirklich wirksam sind/den Heilungsverlauf beeinflussen, weil sie wissen, dass manche Patienten ohne ein Rezept die Praxis nicht verlassen wollen und weil sie auf genau die Placebowirkung setzen, die auch die Selbstheilungskräfte ankurbeln kann. Für genau solche Fälle sind H. eine Alternative, denn es können praktisch keine schädlichen Nebenwirkungen auftreten.
Wie oben schon von einem anderen user bemerkt wurde: nein, das ist eben keine bedenkenlos anzuwendende Praxis, da den Doof...äh Unbedarften damit eben vorgespielt wird, dass H. tatsächlich eine anerkannte, geprüfte medizinische Heilmethode sei . Jeder Arzt, der auch nur einen cent wert ist, sollte denen ganz klar sagen, dass H. eben nichts anderes ist als der ehemailge Rattenkot in bunten Fläschchen, den ihre Vorfahren im Mittelalter auf dem Jahrmarkt bei den Schaustellern gekauft haben.
Das Beunruhigende daran: Diese Schausteller haben immerhin gewusst, dass sie die Leute nur abziehen. Die H. dagegen ziehen die Leute ab und glauben (häufig, nicht alle) auch selber noch dran.
Grusel...


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 14:04
@interrobang
Ein Arzt ist immer verpflichtet, auch zu beraten. Wenn ein Patient gegen Kopfweh Aspirin bekommt, dann wird der Arzt ihm nicht sagen: "Wenn Sie plötzlich schwere Migräneanfälle bekommen, versuchen Sie auch erstmal Aspirin." Wenn er Grippemittel verschreibt, muss er dazu sagen, dass bei anhaltenden Beschwerden und/oder Schmerzen beim Husten bitte wieder der Arzt aufzusuchen ist.
Auch der Apotheker muss darauf hinweisen.

Ein Arzt kann aber sagen: "Die Grippe geht vermutlich wie immer in ein paar Tagen vorbei, man kann aber versuchen die Selbstheilungskräfte zu unterstützen." Oder "Versuchen Sie gegen die Stimmungsschwankungen erstmal dieses Mittel, falls es nicht wirkt, können wir stärkeres versuchen".
Und dann halte ich Milchzucker für weniger schädlich als z.B. die heute oft genommenen Grippemittel, die die Symptome so weit bekämpfen, dass Kranke weiter arbeiten können (so wird ja auch dafür geworben).
Ich kenne schon mehrere Menschen, die damit eine Grippe so weit verschleppt hatten, dass sie aufgrund von schwer geschädigtem Immunsystem gefährliche Folgeerkrankungen bekamen.


Jede Medizin und jedes Placebo ist nur so gut, wie es eingesetzt wird, und kann bei falschem Einsatz schädlich sein.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

10.02.2017 um 14:05
FF schrieb:Eigentlich lernen alle Homöopathen, dass sie Patienten mit ernsthaften Erkrankungen zum Arzt schicken müssen, b.z.w. wenn sie selbst Arzt sind, dass sie dann konventionelle Therapien anzuwenden haben.
Spätestens hier müsste dem angehenden H. doch auffallen, dass seine Methoden dann offenbar keinen Pfifferling wert sind? Denn wenn H. so toll und "überlegen" ist, dann müsste man bei richtigen Krankheiten doch die Leute nicht zum bösen "Schul"mediziner schicken?

Also, wieso fällt denen nie auf dass sie hier nach diesem Prinzip verfahren müssen:

leichte Krankheit/Unwohlsein, geht in 99% der Fälle allein weg = kann mit H. behandelt werden
ernsthaftere Erkrankung/syst. Krankheit/etc. = H. hat keien Wirkung, Patient muss zum "Schul"mediziner

doch den Wert von H. vollkommen offen legt, nämlich: 0?


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10.02.2017 um 14:08
FF schrieb:Ein Arzt kann aber sagen: "Die Grippe geht vermutlich wie immer in ein paar Tagen vorbei, man kann aber versuchen die Selbstheilungskräfte zu unterstützen." Oder "Versuchen Sie gegen die Stimmungsschwankungen erstmal dieses Mittel, falls es nicht wirkt, können wir stärkeres versuchen".
Und dann halte ich Milchzucker für weniger schädlich als z.B. die heute oft genommenen Grippemittel, die die Symptome so weit bekämpfen, dass Kranke weiter arbeiten können (so wird ja auch dafür geworben).
Ich kenne schon mehrere Menschen, die damit eine Grippe so weit verschleppt hatten, dass sie aufgrund von schwer geschädigtem Immunsystem gefährliche Folgeerkrankungen bekamen.
Dann ist es aber eben eine Lüge des Arztes, hier so zu tun, als würde etwas bepusteter Zucker helfen. Dann muss er sagen: "Wenn sie den Placebo-Effekt möchten, dann nehmen sie homöop. Medizin. Dann bekommen Sie eben nur den Placebo-Effekt. Der kann ja auch nützen." Aber eben nicht so zu tun, als sei da mehr dran.

Homöopathie sollte sich einfach in Placebopathie umbenennen und dann wäre alles ok.


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10.02.2017 um 14:09
FF schrieb:Jede Medizin und jedes Placebo ist nur so gut, wie es eingesetzt wird, und kann bei falschem Einsatz schädlich sein.
Diese Relativierungen sind es, die den Quacksalbern die Möglichkeit an die Hand geben, Menschen zu gefährden.


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