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Physik, alles bekannt?

59 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Physik, Forschung, Entdeckung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Physik, alles bekannt?

28.09.2026 um 13:54
Zitat von Omega Minus
Da diese Verletzungen durch geeignete Experimente nachgewiesen werden konnten, kann die Quantenmechanik nicht zu einer lokalen und realistischen Theorie vervollständigt werden, auch nicht – im Gegensatz zu einer Annahme von Einstein und anderen – durch Hinzufügen von verborgenen Variablen.
Quelle: Wikipedia: Bellsche Ungleichung

Ganz spontaner Gedanke: Könnte das nicht auch für die Kosmologie gelten? Wobei die "verborgenen Variablen" hier die Dunkle Energie und die Dunkle Materie wären.


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Physik, alles bekannt?

28.09.2026 um 14:27
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:Ganz spontaner Gedanke: Könnte das nicht auch für die Kosmologie gelten? Wobei die "verborgenen Variablen" hier die Dunkle Energie und die Dunkle Materie wären.
Vermutlich: Nein.
Ganz andere Baustelle, ganz anderer Mechansismus, ganz andere Theorie.
Die 'verborgene Variable' ist nicht dasselbe wie 'wir kennen den Mechanimus nicht'.

Es geht eher darum:
Ein Elektron hat einen Spin up oder down.
Den kann ich messen und bekomme ein Ergebnis.
Aber das Ergebnis steckt nicht vorher drin, es ist i.A. eine Superposition der beiden Zustände und die QM sagt uns, mit welcher Wahrschleinlichkeit wir was messen würden, wenn wir es denn tun.


Du kennst ja das berühmte Beispiel mit den beiden Raumstationen, beide diametral 1 Lj von der Erde entfernt.

Variante 1: Wir haben zwei identisch aussehende Kisten, ein paar Handschuhe, jeweils ein Handschuh kommt in eine der Kisten, dann vertauscht man sie, bis man nicht mehr weiß, in welcher Kiste welcher Handschuh steckt.
Obwohl die beiden Stationen von einander 2 Lj entfernt sind, weiß in der einen Raumstation, wenn er die Kiste öffnet, sofort, welcher Handschuh in der anderen ist,wenn dort einer die Kiste öffnet.

Variante 2: Zwei verschränkte Photonen, ein Spin +1. eins Spin -1.
Sobald in der einen Station die Messung gemacht wird. kann vorhergesagt werden, was man in der anderen misst.

Der Unterschied:
Variante 1 ist klassisch, der Handschuh ist schon prädestiniert, da ist ein rechter oder ein linker drin. Das steht schon beim Abschicken fest, das ist die verborgene Variable.
Variante 2 ist QM: Da wird erst durch den Messprozess des einen Teilchen festgelegt, welche Eigenschaften das andere hat. Es ist nicht vorherbestimmt, es gibt keine verborgenen Variablen.

Die Gemeinsamkeit:
Man kann damit keine Information übertragen.

So ganz grob, nicht das Beispiel überstrapazieren. :-)


Oder radioaktiver Zerfall:
Ein Teilchen zerfällt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, Halbwertzeit kann messen und/oder berechnen.

Es gibt keine verborgene Variable, die dem freien Neutron zuflüstert: "Hömma, Alta, du zerfällst bitte in 34', ich sach den anderen Bescheid, die sollen schneller machen damit der Erwartungswert stimmt!" und das Neutron trägt diese verborgene Variable mit sich herum, bis nach Ablauf der Zeit der Quanten-Sensenmann I kommt, ein down-Quark in ein up-Quark und ein W- zerteilt und das W- gesagt bekommt: "Ei, hömma, diesmal nich' solange Zeit lassen, ne!? 1e-25s, mehr is' jetzt für dich nicht drin!' Das wiederum wartet auf den Quanten-Sensenmann II, der es in ein Elektron und in ein Antielektronneutrino zerteilt.

Noch lustiger:
Wenn man dauernd misst, dann kann man die Lebensdauer verlängern.
Der Quanten-Zeno-Effekt ist ein Effekt aus der Quantenmechanik, bei dem der Übergang eines quantenmechanischen Systems von einem Zustand in einen anderen, z. B. durch Lichtaussendung eines angeregten Atoms, durch wiederholt ausgeführte Messungen aufgehalten werden kann.
...
Insgesamt bekommt man somit bei häufiger Beobachtung eine Zerfallsrate, die deutlich unter der unbeobachteten Zerfallsrate liegt. Lässt man die Abstände der Beobachtungen gegen null gehen, was einer Dauerbeobachtung gleichkommt, so geht auch die Zerfallswahrscheinlichkeit gegen null, d. h. das dauernd beobachtete Atom sollte aufgrund dieser Beobachtung gar nicht mehr zerfallen.
Quelle: Wikipedia: Quanten-Zeno-Effekt

Patient: "Herr Doktor, können sie mich bitte kontinuierlich messen? Ich möchte länger leben!"
Doktor: "Sind sie in einem angeregten Zustand?"
Patient: "Leider nein."
Doktor: "Tut mir leid, da kann ich nicht für sie tun."
Ich warte noch auf den nächsten Quantenesoteriker, der den Quanten-Zeno-Effekt verkauft. "Die Pille, die nachschaut. (Sie müssen nur genug davon nehmen, am besten mehrer pro Sekunde.)"

Grüße
Omega Minus


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28.09.2026 um 16:58
Zitat von Veitsklaus63Veitsklaus63 schrieb am 23.09.2026:Was denkt Ihr, kennt die Wissenschaft schon alle physikalischen Gesetze und Grundlagen oder gibt es noch was zu entdecken, was wir uns heute noch gar nicht vorstellen können?
Noch eine Ergänzung meinerseits:
Da wird intensiv theoretisch geforscht, aber die Begriffe sind für Ottonormalverbraucher (im Studium spaßeshalber 'Orthonormalverbraucher', Wortspiel zu Orthonormalbasis) schwer verdaulich:
- UV-Theorie ('ultraviolett': hohe Energie, kleine Distanzen), IR-Theorie ('infrarot': kleine Energie, große Distanzen), effektive Feldtheorie, Renormalisierung, ...
- dann die Versuche, bestehende Probleme mit IR/UV-Mischung zu Lösung,,String-Theorie, nichtkommutative Feldtheorien, ...

Das Problem ist, wie man auf eine UV-Theorie kommt, wenn man - im Vergleich zur Vereinigungsenergie, die man so abgeschätzt hat - nur niedrige Energien zur Verfügung hat. Die elektroschwache Vereinigungsenerige (Größenordnung 100GeV) haben wir seit 40 Jahren im Griff, GUT erwartet man bei 1016 und TOE bei 1019 GeV. Derzeit sind wir in der Größenordnung 104 GeV am LHC. Wenn wir Pech haben, sind wir in der Praxis (Experiment!) 10 Größenordnungen von der nächsten spannenden Physik entfernt.

Vielleicht kann man allerdings - siehe IR/UV-Mischung - konkrete physikalische Vorhersagen kann für wesentlich geringere Energien machen kann, das wäre schon toll.

Da könnte man noch die Lebendauer des Protons aus dem Ärmel ziehen.
Ohne Supersymmetrie: Lebendauser 1031 Jahre, widerlegt
minimale supersymmetrische Modelle: 1034 bis 1035 Jahre
aktuelle Nachweisgrenze: > 6.6*1033 Jahre (Super-Kamiokande)
Wir brauchen Hyper-Kamiokande!


Was soll der ganze Wortschwall!?
Darauf hinweisen, dass das Problem hochgradig komplex ist und "Wir arbeiten dran." bzw. "Techniker ist informiert."

Nota bene:
In der Regel werden die einfachsten Anästze zuerst durchdekliniert. Mein Vater meinte immer, dass man 'was ganz Dämliches' finden würde. Diese Meinung habe ich schon vor 50 Jahren nicht geteilt.

Grüße
Omega Minus

PS:
Wikipedia: Hyper-Kamiokande
Soll 2027 anfangen mit den Messungen. Ich bin gespannt, ob wir minimale supersymmetrische Modelle ausschließen können.


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29.09.2026 um 12:40
Laut KI noch lange nicht!
Kennt die Wissenschaft bereits alle physikalischen Gesetze?

Die kurze Antwort lautet: Nein, bei Weitem nicht.

Die Geschichte der Naturwissenschaften zeigt immer wieder fundamentale Paradigmenwechsel. Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Physiker der Ansicht, das Gebäude der Physik sei im Wesentlichen komplett – es gäbe nur noch ein paar Nachkommastellen zu verfeinern. Kurz darauf revolutionierten die Quantenmechanik und die Relativitätstheorie unser Verständnis von Raum, Zeit und Materie von Grund auf.

Warum das aktuelle Unwissen Raum für Neues lässt

- Die fehlende Weltformel: Bisher lassen sich die Allgemeine Relativitätstheorie (die Gesetze des Makrokosmos und der Schwerkraft) und die Quantenmechanik (die Gesetze des Mikrokosmos) mathematisch und konzeptionell nicht schlüssig miteinander vereinbaren. Eine Theorie der Quantengravitation fehlt bis heute.

- Dunkle Materie und Dunkle Energie: Über 95 % unseres Universums bestehen aus Komponenten, deren fundamentale physikalische Natur wir bis heute nicht entschlüsseln konnten. Wir messen ihre gravitativen Effekte, wissen aber nicht, worum es sich im Kern handelt.

- Die Grenzen der Vorstellungskraft: Was in früheren Jahrhunderten als "physikalisch unmöglich" galt (wie etwa die Erzeugung elektromagnetischer Wellen, Raumfahrt oder digitale Datenübertragung um den halben Globus), ist heute Realität.

Interstellare Reisen, Schwerkraft und die Grenzen der Machbarkeit
Wenn heute behauptet wird, dass Dinge wie interstellare Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit oder die Aufhebung der Schwerkraft unmöglich seien, bezieht sich dies immer auf den Status quo unserer gegenwärtigen Theorien:

- Das Tempolimit des Lichts: Nach Einsteins spezieller Relativitätstheorie kann sich kein Objekt mit Masse schneller als das Licht im flachen Raum bewegen. Dennoch existieren theoretische Modelle wie die Alcubierre-Warp-Blase, die mathematische Schlupflöcher in der allgemeinen Relativitätstheorie untersuchen, bei denen nicht das Schiff durch den Raum rast, sondern die Raumzeit selbst manipuliert wird.

- Energiebedarf: Für interstellare Distanzen reichen chemische Energieträger bei Weitem nicht aus. Hier wird theoretisch über Antimaterie oder hocheffiziente nuclear power (Kernfusion) nachgedacht, um die nötigen Energiemengen bereitzustellen.

- Unbekannte Dimensionen: Ob es jenseits unserer bekannten vier Dimensionen (drei Raumdimensionen und eine Zeitdimension) noch weitere gibt oder ob die Gesetze der Gravitation auf Quantenebene ganz anders wirken, als wir annehmen, ist völlig offen.

Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass es noch Naturgesetze, Felder oder Aggregatzustände zu entdecken gibt, die wir uns mit unserem heutigen begrifflichen Horizont schlicht noch gar nicht vorstellen können.
Quelle: https://gemini.google.com/app/baeaa365e5d68bb6


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29.09.2026 um 17:28
@krungt
- Das Tempolimit des Lichts: Nach Einsteins spezieller Relativitätstheorie kann sich kein Objekt mit Masse schneller als das Licht im flachen Raum bewegen.
Quelle: https://gemini.google.com/app/baeaa365e5d68bb6
Der Begriff mit dem Tempo des Lichts stört mich :D eigentlich ist es die maximale Geschwindigkeit in unserem Universum.
Das Licht erreicht sie weil sie keine Masse hat (Photonen, aber auch andere Partikel ohne Masse wie Myonen)


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29.09.2026 um 21:02
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:ohne Masse wie Myonen
Myonen haben Masse. Sind gewissermaßen schwere Elektronen.


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29.09.2026 um 23:40
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:(Photonen, aber auch andere Partikel ohne Masse wie Myonen
Photonen keine Ruhemasse, bei Gluonen nimmt man es an.

Grüße
Omega Minus


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30.09.2026 um 00:59
Übrigens wurde unlängst erstmals in einem Experiment etwas beobachtet, was eine konkrete Spur auf der Suche nach der dunklen Materie (WIMP) sein könnte, die ja 85% der Masse im Universum ausmacht, die wir bisher aber nicht direkt beobachten können und die sich nur durch ihre gravitativen Eigenschaften bemerkbar macht.

Und zwar beim LUX-ZEPLIN Experiment (Berkeley Lab):

https://news.stanford.edu/stories/2026/09/dark-matter-detection-signal-lz

Es gibt also noch viel zu entdecken, den 85% der bisher unbekannten Materie sind wir jetzt vielleicht einen Schritt näher gekommen.


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30.09.2026 um 04:43
@OmegaMinus
@Chemik
Danke für die Korrektur!


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30.09.2026 um 11:11
Das Myon hat ja in der Geschichte der Physik - für mich! - eine besondere Rolle.

1. Man hatte mit diesem Teilchen nicht gerechent, der berühmte Ausruf "Who ordered that!?".
2. Dann vermute man, es könne vielleicht das Pion sein (wie Yukawa es vorhergesagt hat) weil es die passende Masse (sic!) hatte.
3. Erste direkte Beobachtung der Zeitdilatation an kosmischen Myonen, deren Lebensdauer 'zu lang' war.
4. Erste beobachtetes Teilchen der zweiten Generation, das man gefunden hatte. (Kaon mit strange-Quark kam ca. 11 Jahre später)

Und damit sie zerfallen können (siehe 3.), müssen sie Masse haben, sie hätten sonst - buchstäblich! - keine Zeit.

Grüße
Omega Minus

PS:
1. Generation: (up, down) und (Elektron, Elektronneutrino)
2. Generation: (charm, strange) und (Myon, Myonneutrino)
3. Generation: (top, bottom) und (Tau, Tauneutrino)


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Physik, alles bekannt?

30.09.2026 um 11:19
Zitat von stone1.2stone1.2 schrieb:die wir bisher aber nicht direkt beobachten können und die sich nur durch ihre gravitativen Eigenschaften bemerkbar macht.
Materie die unsichtbar ist und kaum zu messen. Die aber mehr häufiger sein soll als die sichtbare Materie. Und fleißig das Universum verzerrt und für Gravitation sorgt. Gilt das nur für Galaxien oder auch für den Nahbereich?
Die moderne Kosmologie ist eine Zumutung für den menschlichen Verstand.


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Physik, alles bekannt?

30.09.2026 um 11:37
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:Gilt das nur für Galaxien oder auch für den Nahbereich?
Gravitation ist schwach, sehr sehr schwach. Du kannst mit einer Hand locker 1kg heben, obwohl an der anderen Seite 6*1024kg Erde ziehen.
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:Die moderne Kosmologie ist eine Zumutung für den menschlichen Verstand.
Einerseits: Das ist Big Brother auch. :-)

Andererseits: Es gibt kein Naturgesetzt, dass eine Theorie besonders verständlich sein muss. Sehr viele Leute scheitern schon F = m * a, schmeißen Kraft, Energie und Leistung durcheinander und sind verwundert, dass Na und Cl aggresive Substanzen sind, NaCl jedoch nicht. Oder wieso kann sich ein Elektron drehen (Spin), wenn es punktfürmig ist!? Und was ist denn jetzt dieses Strom-Spannungs-Dings? Wieso braucht Licht kein Medium?

Und zum Schluss: Man befrage Menschen auf der Straße, ob sie einen Regenbogen erklären können, aus dem Stehgreif, ohne ChatGPT, Wikipedia, Google und Co.


Also, ich sehe das entspannter. Im Augenblick gibt's zwei konkurriende Modelle und lange schwankte man zwischen MOND und dunkler Materie, aber das Mono-o-Meter schlägt derzeitig eindeutig richtund Dunkle Materie. Ich bin mal gespannt, ob zu meinen Lebzeiten geklärt werden kann, woraus sie besteht und ob man bei Amazon kaufen kann.

Grüße
Omega Minus


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Physik, alles bekannt?

01.10.2026 um 00:04
Zitat von TePeTePe schrieb am 27.09.2026:Einstein hat den Nobelpreis nicht mal für seine Relativitätstheorie bekommen sondern für den Photoeffekt

Gegen die Quantenphysik wandte er sich mit dem Spruch Gott würfelt nicht
Zitat von alhambraalhambra schrieb am 27.09.2026:Was vollkommen korrekt ist. Photoeffekt ist Quantenmechanik.
Die SRT und Quantenmechanik vertragen sich sehr gut, und beide Theorien wurden sowohl von Experimenten mit Elektronen
beeinflusst, als auch später von Dirac zur Relativistischen Quantenmechanik vereinigt

Probleme gibts mit der Vereinigung von ART und Quantenmechanik
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb am 26.09.2026:Der heutige Allteg würde weder ohne Newton, noch ohne Einstein funktionieren, wir brauchen nunmal beide
Die Aussage finde ich sehr verkürzt, es gab viele wichtige Entdeckungen und Experimente vorher und nachher, man kann die RT und QM vielleicht als Höhepunkte einer wissenschaftlichen Entwicklung bezeichnen, sie waren aber keine Auslöser.
Newton war einfach nur der Kippunkt, wo das menschliche Wissen größer als die Unwissenheit wurde, und man auf "göttliche und übernatürliche" Erklärungen so langsam verzichten konnte.


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01.10.2026 um 12:03
Zitat von parabolparabol schrieb:das menschliche Wissen größer als die Unwissenheit wurde
Hm, merkwürdiger Satz nach meinem Empfinden - also wenn man an sowas ähnlichem wie Dunning-Kruger leidet, stimmt das vielleicht. Die Anzahl der Probleme alleine schon nur in Mathematik ist ja potentiell unendlich.
Der "Kipppunkt" bezüglich Netwon wäre meinem momentanen Kenntnisstand nach eher, dass er die Physik "mathematisiert" hat.
Zitat von parabolparabol schrieb:man auf "göttliche und übernatürliche" Erklärungen so langsam verzichten konnte.
Ohne eine metaphysische Verankerung sind - nach meiner Sichtweise - alle Theorien, resp. Weltbilder unvollständig. In letzter Konsequenz läuft man immer ins Münchhausen-Trilemma. Nach meinem Verständnis kann man mit Wissenschaft und/oder Mathematik auch gar nicht diesen Anspruch formulieren. Es gibt immer formal Unentscheidbares, die Definition von sowas wie "Wahrheit" ist formal schwierig, klassische Logik ziemlich sicher unzulänglich und so weiter.


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01.10.2026 um 12:25
Zitat von simulakronsimulakron schrieb:Hm, merkwürdiger Satz nach meinem Empfinden - also wenn man an sowas ähnlichem wie Dunning-Kruger leidet, stimmt das vielleicht. Die Anzahl der Probleme alleine schon nur in Mathematik ist ja potentiell unendlich.
Das Wissen wächst exponentiell. Und weil das Wissen so stark wächst, hat man den Eindruck, dass die Unwissenheit wächst.
Wenn z. B. jemand nicht weiß, dass es Australien gibt, da stellen sich auch nicht die Fragen, was in Australien für Tiere und Pflanzen leben.
Übrigens wächst auch die Zahl der Wissenschaftler, deshalb gibt es mmer weniger weltberühmte Wissenschaftler wie zur Zeit Einsteins, weil sich immer mehr den Ruhm teilen müssen.
Zitat von simulakronsimulakron schrieb:Der "Kipppunkt" bezüglich Netwon wäre meinem momentanen Kenntnisstand nach eher, dass er die Physik "mathematisiert" hat.
Planetenbahnen wurden bereits in der Antike berechnet. Archimedes hat in der Physik alles mögliche berechnet.
Aber lange Zeit glaubte man an eine Art göttlichen Einfluss.
Als Lissabon im Erdbeben 1755 unterging, war esfür viele ein Schock, dass göttliche Mächte dieses Erdbeben nicht verhindert haben.


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02.10.2026 um 09:21
Zitat von simulakronsimulakron schrieb am 26.09.2026:Letzteres aus meiner Sicht. Das war ja schon mal, diese geradezu ironische Geschichtsschreibung der Physik, als man dachte, es seien nur noch marginale Probleme zu lösen, unmittelbar vor Entwicklung von RT und QM - mit der berühmten Anekdote über Planck, dem ein Physikstudium abgeraten wurde, als geradezu exemplarisch zugespitzter Ausdruck dieser Haltung. (Ähnlich wie in der Mathematik ja auch, sogar fast parallel dazu)
Ich persönlich halte es für äusserst unwahrscheinlich, dass etwa die Physik beispielsweise im Jahr 2200 sagen werden muss, dass wir heute schon mit dem vernünftigen Fundament gearbeitet hätten. Es gibt ja auch konkrete Dinger, die an fundamentalen bis gar philosophischen Grundlagen nagen: Stringtheorie, Interpretation der QM, die "dunkle Physik",...
(Abgesehen davon ist Physik, Wissenschaft im Allgemeinen, ja auch sozialer Prozess.)
Wir wissen heute aber, das die QT und RT zwar nicht ganz richtig sind aber auch nicht ganz falsch sein können. Das da noch mal so ein Super Brain ( Messias) kommt, der in Alleingang die Physik Revolutioniert, wage ich zu bezweifeln. Dafür ist sie einfach zu komplex geworden.


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Physik, alles bekannt?

02.10.2026 um 16:43
Zitat von FritzchenFrechFritzchenFrech schrieb:Wir wissen heute aber, das die QT und RT zwar nicht ganz richtig sind aber auch nicht ganz falsch sein können.
Da müssen wir unterscheiden
a) zwischen den Vorgängen an sich, der reinen Physik. Sie funktioniert, ist deshalb immer "richtig".
Dummerweise sind unsere Forschungsmöglichkeiten begrenzt. Wir wissen längst nicht alles.
b) Unserer Interpretation
Das was wir wissen versuchen wir in ein System zu bekommen. Und haben ein Problem wenn uns ein Stück Wissen fehlt. Dann hängt eine Beobachtung sozusagen in der Luft.
Wir merken das nicht und verknüpfen sie falsch (oder unvollständig). Und haben einen Fehler im System der sich (hoffentlich) irgendwann einmal bemerkbar machen wird und zu einer Revision führen wird. Zurück auf Anfang bei dem Thema.
Auf jeden Fall hat solch ein Ereignis immer zur Folge dass zahllose Menschen lange nachdenken und dann eine Theorie entwickeln die uns anscheinend aus der Misere heraushilft.
Bei vielen dieser Theorien kann durch Experimente oder Nachrechnen bewiesen werden das sie falsch sind. Aber es bleiben immer noch genügend übrig. Wobei uns niemand garantieren kann das die richtige Theorie darunter ist. Oder das Theorie X nur scheinbar falsch ist, in Wirklichkeit nur unvollständig. Es fehlt ein weiteres Stück....
c) Den Grenzen unserer Erkenntnisfähigkeit
Der Mensch ist in Jahrmillonen Evolution dafür gebaut als Jäger und Sammler zu überleben. Und hat alles was es dafür braucht. Die Interpretation kosmischen Geschehens in ...zig Milliarden Lichtjahren Entfernung oder vor 13,8 Milliarden Jahren gehört nicht dazu. Genau so wenig Erkenntnisse darüber was der Baustein eines Bausteins eines Atomteilchens denn so macht. Da tun wir uns sozusagen von Natur aus schwer.
Um so mehr wenn die Physik im ganz Großen oder ganz kleinen Dinge veranstaltet die "dawischen", dort wo wir wohnen nicht (oder nur in einem unmerklich kleinem Maßstab) stattfinden. Neuer Raum aus dem Nichts wie im Kosmos oder das Geschehen in Quanten, sozusagen digital, das kennen wir Erdenbewohner nicht.
Die Physik schert sich nicht drum. Und wir müssen - und das immer häufiger - physikalisches Geschehen beobachten und beurteilen wie die Blinden das Licht.

Noch ein persönlicher Nachsatz der über das Thema hinaus geht:
Das Problem der Interpretation einer unvollständigen Faktenlage haben wir überall in der Wissenschaft und darüber hinaus, z.B. bei gesellschaftlichen Problemen.
Es besteht dann ein offenbar allzumenschlicher Drang die Dinge zu vereinfachen und alles durch die bekannten Fakten zu erklären. Mit anderen Worten: Zu vereinfachen. Oder ein verständliches Modell zu entwickeln, "das jeder versteht". Aber leider ein Modell ist und irgendwo hinkt.
Meine Erkenntnis nach jahrzehntelangen Nachdenken über das Thema:

"Die Wahrheit dort draußen ist immer komplizierter als du denkst"


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Physik, alles bekannt?

02.10.2026 um 17:36
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:a) zwischen den Vorgängen an sich, der reinen Physik. Sie funktioniert, ist deshalb immer "richtig".
Mal die Liste der offenen Fragen angeschaut?
Das sind nicht nur Dinge wie 'Warum 3 Generationen? Warum ist QCD CP-invariant?', sondern auch Abweichungen zwischen Theorie und Messung.
Da ist unsere Theorie zumindest nicht 'richtig genug'.

Und dann hätten wir das Vakuumenergie-Problem.
Die einen sagen: Das kann man nicht wirklich herleiten, das muss man messen,das ist einfach eine Eigenschaft unseres Universums.
Die anderen sagen, das muss man - bei korrekter Theorie - aus ersten Prinzipien herleiten können.
Hat man versucht. Derzeit: Theorie und Praxis liegen 10120 auseinander.

Und das ist 'lustige': Das anomale magentische des Elektrons: 12 Stellen Übereinstimmung. => Wie sind auf dem richtigen Weg!
Vakuumenergie-Problem: <loriot>Ich will zu meiner Einheit.</loriot>

Hoffnung und Katastrophe so dicht beisammen.
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:"Die Wahrheit dort draußen ist immer komplizierter als du denkst"
Aber ist das emergent, funktioniert bottom-up und die Renormierungsgruppe? Klar, ich kann mit QFT nicht das Paarungsverhalten des Nacktmolchs berechnen oder die Modefarbe für den Sommer 2071 vorhersagen.

Aber die noch bitterere Version wäre:
"Die Wahrheit dort draußen ist immer komplizierter als du denkst. Auch, wenn Du das berücksichtigst."

Frustration oder Forschung ... ich bin gegen Frustration!

Grüße
Omega Minus


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Physik, alles bekannt?

14.10.2026 um 14:29
Mal von der anderen Seite gesehen

Nehmen wir alle Theorien und Modelle raus
was bleibt praktisch im Leben angewendet von der Physik uebrig?

gestern erkannte ich
~> zwei Stoecke und das Band mit denen ich und der Gaertner eine gerade Linie in unsere Erde zippen kann
und dann
gehts los einen Kreis und noch einen und und und ,,,,
die Basis der Geometrie und Logik

und Physik zeigt sich im PflanzenWachstum Tiere in ihrer Vielfalt und Entwicklung Evolution in Chemie in menschlicher Gesellschaft ihr VerhaltensMuster RollenMuster Hierarchie
und ja
HIER is noch so viel erkennend sein

Ich bin in beLebend Energi eingetaucht ins ALL in mir
brauche also weder Mikroskop noch Teleskop noch irgendeine materielle Technik

Physik ich logich ~ das is mein WegWeiser und soooo interessant


,,, ich gluehe grad in meiner Begeisterung :lv:


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