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Germanwings-Maschine mit 150 Menschen in Südfrankreich abgestürzt

16.658 Beiträge, Schlüsselwörter: Flugzeugabsturz, 4u9525, Germanwings, Lufthansa, Südfrankreich

Germanwings-Maschine mit 150 Menschen in Südfrankreich abgestürzt

01.09.2018 um 01:21
Das Unglück/den Suizid allein auf Tabletten zu schieben wäre in diesem Fall viel zu einfach. A.L. war zu bereits seit einiger Zeit keinesfalles "fit to fly" und war zum Unglückszeitpunkt auch entsprechend krankgeschrieben. Er war sich seiner Situation mutmaßlich voll im Klaren und entschied sich zu einem egozentrisch/dramatischen "großen Finale", um seine Existenz mutwillig zu beenden. Die in der Vergangenheit genommenen Tabletten waren allenfalls "contributing factor" doch sicher nicht die Ursache.


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03.09.2018 um 07:36
off-peak schrieb:Das Unglück geschah nicht in der erstern Zeit der Einnahme. Er hatte seine Medikamente zu diesem überhaupt nicht genommen.
Darauf wollte ich auch nicht hinaus. Ich wollte es nur anmerken, da jemand schrieb diese Tabletten würden das nicht hervorrufen. Wenn er die Tabletten einfach abgesetzt hat kann es ebenfalls schlimme Rückschläge geben. Dennoch kann dieses Drama nicht auf die Tabletten zurückführen, da stimme ich euch zu. So einfach kann man es sich nicht machen.
Allerdings möchte ich sagen, dass man sich in so einer Situation (wenn man vor hat sich zu suizidieren) nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Ist die Entscheidung gefallen denkt man über nichts mehr nach und handelt nur noch. Ich möchte das Drama hier keinesfalls herunterspielen, um das mal klar zu stellen bevor hier gleich ein Shit Storm los geht ;-) Es ist unendlich schlimm was da passiert ist. Aber zu sagen es war egoistisch und er war sich voll im klaren was da passiert ist meiner Meinung nach auch zu einfach. Ein Suizid ist immer ein wenig egoistisch aber was einen dazu bringt und das es so weit kommt das man so etwas tut und sich das Leben nehmen möchte, da gehört eine Menge zu. Das er diesen Weg gewählt hat und eine Menge unschuldige Menschen mit in den Tod genommen hat, ist natürlich zu verurteilen. Dennoch bin ich der Meinung da hätte im Vorfeld früher jemand die Reißleine ziehen müssen. Ja, es ist schwer hinter die Maske eines Depressiven zu schauen und hinterher denken die meisten "von der/dem hätte ich das nie gedacht, er/sie war doch immer so fröhlich und für jeden Spaß zu haben". Allerdings war bei AL das Problem bekannt. Meiner Meinung nach ist man in so einer Situation, wenn man den Suizid als letzten Ausweg sieht und die Entscheidung es jetzt zu tun getroffen hat (was meistens kurzfristig geschieht) nicht mehr Handlungs- und Steuerungsfähig. Man tut nur noch, ganz automatisch. Auch wenn man sich im Vorfeld viel damit beschäftigt wie, wann, wo man es am Besten "durchziehen" kann trifft man diese Entscheidung meistens spontan. Und da frage ich mich, warum man jemanden mit so einem bekannten Problem ein Flugzeug fliegen lässt. Ja, man kann Depressionen in den Griff bekommen und man ist mit Depressionen auch generell in der Lage (wieder) zu arbeiten (wenn man nicht gerade in einem richtigen Tief sitzt), allerdings gibt es Berufe wo Vorsicht nunmal besser ist als Nachsicht. Und genau da wurde der Fehler meiner Meinung nach gemacht. Wenn ich mich als Arbeitgeber entscheide jemanden mit einem bekannten suizidalen Problem, ein Flugzeug steuern zu lassen, sollte ich dafür sorgen, dass dieser zumindest nicht alleine im Cockpit ist. Alle Schuld auf AL zu laden ist meiner Meinung nach ebenfalls zu einfach. Natürlich ist er der Schuldige im Bezug auf dieses Drama, aber es ist im Vorfeld schon einiges schief gelaufen. Wenn man einen Suizid-(versuch) begeht ist man eben nicht mehr klar im Kopf und nicht mehr "Herr/Frau seiner Sinne".

So, jetzt habe ich eine Menge mehr geschrieben als ich eigentlich vor hatte. Aber das musste einfach mal raus. Ich hoffe ihr wisst, dass ich AL nicht als unschuldig darstellen möchte oder dieses Drama schmälern möchte sondern einfach nur mal auf die Verfassung eines Menschen eingehen wollte wenn er die Entscheidung getroffen hat, sich das Leben zu nehmen. So etwas wünscht man niemandem.

Beste Grüße,
Yoda


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03.09.2018 um 07:57
Yoda92 schrieb:Wenn ich mich als Arbeitgeber entscheide jemanden mit einem bekannten suizidalen Problem, ein Flugzeug steuern zu lassen, sollte ich dafür sorgen, dass dieser zumindest nicht alleine im Cockpit ist.
Lubitz suizidale Phase war am Anfang seiner Ausbildung, 2008, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Das wußte sein Arbeitgeber, aber nichts darüber, was in den letzten Monaten seines Lebens in ihm vorging, da er keine Krankmeldung einreichte.


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08.09.2018 um 17:58
Yoda92 schrieb am 03.09.2018:Wenn ich mich als Arbeitgeber entscheide jemanden mit einem bekannten suizidalen Problem, ein Flugzeug steuern zu lassen, sollte ich dafür sorgen, dass dieser zumindest nicht alleine im Cockpit ist.
Das war ja auch nicht so vorgesehen.


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09.09.2018 um 19:39
Yoda92 schrieb am 03.09.2018:Es ist unendlich schlimm was da passiert ist. Aber zu sagen es war egoistisch und er war sich voll im klaren was da passiert ist meiner Meinung nach auch zu einfach. Ein Suizid ist immer ein wenig egoistisch aber was einen dazu bringt und das es so weit kommt das man so etwas tut und sich das Leben nehmen möchte, da gehört eine Menge zu. Das er diesen Weg gewählt hat und eine Menge unschuldige Menschen mit in den Tod genommen hat, ist natürlich zu verurteilen. Dennoch bin ich der Meinung da hätte im Vorfeld früher jemand die Reißleine ziehen müssen. Ja, es ist schwer hinter die Maske eines Depressiven zu schauen
Es ist wirklich schwer, hinter die Maske eines Depressiven zu schauen.

Ärzte, welche A. Lubitz vor der Tat aufsuchte, hatte er ausnahmslos privat bezahlt.

Seinem „Arbeitgeber“ waren die Szenarien und Handlungsweisen vor der Tat nicht bekannt, ebenso seinen Familienmitgliedern und dem minimalen Freundeskreis nicht.

A. Lubitz war Meister im „verschleiern“ seiner psychischen Probleme.

Aus diesem Grund war es möglich, dass er in der Lage war, seinen Tod selbst inszenieren zu können.

Er hätte sich jedoch auch ein Privatflugzeug chartern können, um im Alleinflug gegen eine Bergwand donnern und zu zerschellen.

Aus welchem Grund er Passagiere und seinen Kollegen (Vater von zwei Kindern) mit in den Tod gerissen hat, bleibt offen.

Narzisstische Persönlichkeit? Hass auf Kollegen, welche den Beruf ohne gesundheitliche Probleme ausüben können?


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10.09.2018 um 10:00
Sunrise76 schrieb:Es ist wirklich schwer, hinter die Maske eines Depressiven zu schauen.
Da dieses Krankheitsbild viel zu weit gefächert und von zahlreichen persönlichen Faktoren abhängig ist, ist ein Blick hinter die "Maske" für außenstehende Personen quasi unmöglich.
Sunrise76 schrieb:Er hätte sich jedoch auch ein Privatflugzeug chartern können, um im Alleinflug gegen eine Bergwand donnern und zu zerschellen.
Aus welchem Grund er Passagiere und seinen Kollegen (Vater von zwei Kindern) mit in den Tod gerissen hat, bleibt offen.
Narzisstische Persönlichkeit? Hass auf Kollegen, welche den Beruf ohne gesundheitliche Probleme ausüben können?
Hier nach den genauen Gründen für den erweiterten Suizid zu suchen ist nur wenig zielführend. Es können private, berufliche oder sonstige Gründe gewesen sein, möglicherweise eine Kombination daraus. Es gab vor ein paar Monaten einen erweiterten Suizid in Münster (westf.) bei dem ein Mann mit seinem Auto in eine Menschengruppe gefahren ist, die als Gäste auf der Außenterrasse einer Gastwirtschaft saßen. Nach dem Crash erschoss sich der Mann selbst. Nun hätte er sich auch gleich erschießen und die Amokfahrt lassen können. Doch er zog es vor, völlig unschuldige und ihm völlig unbekannte Menschen zu töten, bevor er sich das Leben nahm. Die Gründe dafür haben mit den Opfern und dem Platz wo es geschehen ist, wohl absolut nichts zu tun. Es war mutmaßlich ein zufällig, spontan gewähltes Ziel und ein Suizid aus privaten Gründen. Weshalb A.L. diesen Weg wählte, warum er so viele Menschen töten wollte...Dieses Geheimnis nimmt er mit in die ewigen Jagdgründe. Hätte er einen Abschiedsbrief o.ä. hinterlassen, wäre es natürlich anders. Doch spekulieren wird wohl nichts bringen.


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21.09.2018 um 00:11
Slaterator schrieb am 13.08.2018:100% Schutz vor einem Unglück gibt nicht.[/qu
Slaterator schrieb am 13.08.2018:100% Schutz vor einem Unglück gibt nicht. Alles muß mit Sinn und Verstand geregelt werden. Klare Sache.
Genau, eigentlich klar, jeder möchte gerne sicher fliegen und genauso ankommen wie er losgeflogen ist.

Lassen wir Naturkatastrophen und Einflüsse "höherer Gewalt" mal außen vor.

Dieser Fall hier ist keine "höhere Gewalt", sondern ein Versagen. Weil es dem Piloten erlaubt war, das System zu seinem Vorteil zu nutzen.

Einem System, seine Einstellungen zu geben, die zu einem Absturz führten, zu dem es eigentlich keine logische Vorgabe gibt - Kein Flughafen, keine Landebahn, keine Autobahn, sondern eine Felswand... Am PC würde man dies einen Virus nennen, dessen Ziel der Systemabsturz ist.

Und was machen wir als Otto-Normal-Verbraucher?: Andere Systeme installieren, die das unterbinden.

Ich glaube 2018 sollte doch versucht werden, wie üblich, diese Risiko-Lücke zu schließen, statt sie "gut-zu-reden". Denn bei allen Unglücken in der Luftfahrt war man sich bislang einig: "Das darf sich nicht widerholen".


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21.09.2018 um 01:16
Einem System, seine Einstellungen zu geben, die zu einem Absturz führten, zu dem es eigentlich keine logische Vorgabe gibt - Kein Flughafen, keine Landebahn, keine Autobahn, sondern eine Felswand... Am PC würde man dies einen Virus nennen, dessen Ziel der Systemabsturz ist.
Das ist meiner persönlichen Meinung nach zu kurz gegriffen. Das "System" ist immer nur so gut wie der, der es programmiert hat. Nur weil dem System an einem beliebigen Ort gerade keine offizielle, programmierte Landebahn bekannt ist, heißt das nicht automatisch, dass jenes Flugzeug dort nicht landen kann und/oder der vorherige Anflug auf eine Felswand durchaus Sinnvoll ist. Es gibt immer wieder Präzedenzfälle, die zuvor undenkbar waren bzw. einfach nicht einkalkuliert wurden und deshalb nicht systemisch berücksichtigt sind. Wenn man einem ausgebildeten Piloten das Recht auf die Befehlsgewalt über das Flugzeug abspricht, führt das wiederum zwangsläufig zu brenzligen oder auch tödlichen Situationen. Denn auch -und gerade- ein Computer kann falsch liegen. Er folgt einer recht klaren Logik. Manche Situationen sind aber erst durch eine -aus Sicht des Computers- zuvor unlogische Handlung zu bereinigen. Auch ein Systemfehler könnte zu einer Katastrophe führen, wenn sich selbiges nicht durch die Flugbesatzung umgehen oder abschalten lässt. Noch garnicht berücksichtigt sind hier auch die Manipulationsmöglichkeiten von außen. Was, wenn Terroristen das System von außen hacken und der "unmündige" Pilot keine Chance für einen Eingriff hat ? Ich denke, es ist absolut vernünftig und auch viel sicherer, die Befehlsgewalt über ein Verkehrsflugzeug nicht vollständig auf ein Computersystem zu übertragen.
Ich glaube 2018 sollte doch versucht werden, wie üblich, diese Risiko-Lücke zu schließen, statt sie "gut-zu-reden". Denn bei allen Unglücken in der Luftfahrt war man sich bislang einig: "Das darf sich nicht widerholen".
Diese "Lücke" lässt sich leider nicht "wie üblich" schließen. Das Computersystem im Flugzeug selbst ist -glaube ich- einfach der falsche Ansatz. Hier sind die betrieblichen Bereiche und Abläufe ebenso wie die medizinische Betreuung der Besatzungen vielversprechender.


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12.08.2019 um 18:51
Durch einen "erklärungs-brief" wie man es wohl von der Lufthansa nicht erwarten würde,

zeigten sich angehörige der opfer des "german-wings" absturzes in der öffentlichkeit betroffen.
Hatten Opfer keine Todesangst?

Lufthansa schockiert mit Brief Angehörige von Germanwings-Opfern

Nun schockiert ein Schreiben der Germanwings-Mutter Lufthansa die Angehörigen. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, vertritt die Lufthansa in dem Brief die Meinung, die Passagiere hätten nicht mitbekommen, dass das Flugzeug abstürzt. Demnach hätten sie auch keine Todesangst gehabt.
https://www.focus.de/panorama/welt/hatten-opfer-keine-todesangst-lufthansa-schockiert-mit-brief-angehoerige-von-germanwi...
Die Stellungnahme der Lufthansa hält Weiergräbers Anwalt für falsch. Auch Weiergräber hält es für abwegig, dass die Passagiere „keine Todesangst gehabt haben sollen“. Sie ist laut Bild davon überzeugt, dass es genug Hinweise dafür gebe, dass die Passagiere die Probleme mitbekommen haben.

Für Weiergräbers Anwalt scheint der Fall laut Bild-Zeitung klar: „Aufnahmen des Voice-Recorders bestätigen, dass in den letzten zehn Minuten des Fluges mehrfach gegen die Cockpit-Tür geschlagen wurde. Der ausgesperrte Kapitän hat Einlass verlangt.“

Auch sei das Absinken des Flugzeugs mit 90 Kilometern pro Stunde nicht mit den bei einem Landeanflug üblichen 24 Kilometern pro Stunde zu vergleichen.
https://www.merkur.de/politik/germanwings-absturz-lufthansa-empoert-angehoerige-in-einem-brief-zr-12908268.html

Selbst für mich als nicht-angehörigen ist es wie ein schlag in den magen.

Wenn man nur schon stückweise die passagen des voice-recorder´s einmal gehört hat, wo der Kapitän immer verzweifelter versucht ins cockpit zu gelangen, das schreien, das auf die tür hämmern mit gegenständen ohne das man die passagiere dabei hören würde, alleine schon deswegen bekamen die passagiere die ganze tragweite der situation mit.


Hat man bei der kriminalpolizei und der justiz das gefühl das sie große fortschritte gemacht haben, was den umgang mit opfern vor allem von sexualdelikten angeht, denkt man im vergleich das die Lufthansa diese sensibilität im umgang mit opfern erst noch erlernen muß.

Obwohl das eigentlich gerade bei diesem global-player ein unding ist.
Sehr wohl ist ihnen die botschaft dieser worte bekannt.

Der name "Lufthansa" hat in der ganzen welt einen klang wie "Mercedes". *
Er ist seit jahrzehnten einer der pfeiler für den begriff "Made in Germany".

Und hier bin ich fast schon wie vor dem kopf gestoßen, wie es ein dynamischer, loyaler (und offenbar auch un-emphatischer) mitarbeiter oder firmenanwalt es geschafft hat, die verantwortlichen, die den klang des namens (Lufthansa) immer wie eine stimmgabel im ohr haben,
zu diesem brief an die angehörigen zu überzeugen.

Wäre es in dem brief um die nennung einer außergerichtlichen finanziellen einigungsumme gegangen mit der die angehörigen nicht einverstanden gewesen wären, stände mmn die LH nun nicht so fragwürdig mit einer mehr als fadenscheinigen begründung da.

Aber die verzweiflung und todesangst der angehörigen in der germanwings-maschine, die es zweifellos gegeben haben muß, in abrede zu stellen, das ist eine ganz andere "sache".

Ist die Lufthansa hier ein opfer ihrer eigenen perfektion ?

Ist sie so perfekt im technischen bzw. flugservice, das auch weltweit viele andere flugunternehmen darauf schwören durch wartungsauftragserteilungen, das ihr der umgang mit flugunglücken, respektive eher der umgang mit opfern von flugunglücken fehlt ?

Ich glaube das die LH nach der mmn berechtigten empörung bei den angehörigen, die hoffentlich nicht noch durch ein gericht bestätigt werden muß wie LH das offenbar gerne hätte, auch aus diesen fehlern lernen wird.




Spoiler*
(An skandalen und "flops" kommt heutzutage kein global-player vorbei.
Wichtig ist das man auch hier zeigt, das man die macht besitzt so etwas auch schon mal schlucken zu können.)


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13.08.2019 um 07:38
@aero
Danke, daß du diesen neuerlichen Fall , von fehlender emphatie , hier darlegst.
Man möchte sich fremdschämen , für diesen Weltkonzern .

Herr Radner ( opferangehöriger seiner Tochter nebst Schwiegersohn und Baby ) war heute morgen im Interview im TV zu sehen .

Diese Verzweiflung zu sehen . Ich habe mit ihm geweint, als ich ihn erstmalig nach dem Unglück gehört habe. Er kann nicht zur Ruhe kommen und still trauern , wie Es sich gehören würde.

Und solche unsensiblen Aussagen vom Arbeitgeber des Täters zu lesen , macht fassungslos. Man spricht den Opfern im nachgang ihre zeugenschaft ab, indem man ihr erlebtes grauen einfach auf null setzt.

Es ist , wie Herr Radner heute sagte, es wird das Leid der angehörigen verwaltet so gut es geht , aber die Opfer werden nachträglich nochmals beschädigt.


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13.08.2019 um 09:02
aero schrieb:Selbst für mich als nicht-angehörigen ist es wie ein schlag in den magen.
Ich gebe Dir Recht. Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, wie die LH zu diesem Fazit gelangen konnte und warum. Nun, da bald eine Gerichtsentscheidung um das Schmerzensgeld für die Opfer bzw. deren Hinterbliebenen ansteht, scheint zumindest mal das "Warum" geklärt zu sein. Die aufgestellte Behauptung steht jedoch weiterhin mMn unbegründet im Raum. Die LH begründet ihr Schreiben mit den Ermittlern, die das eben so ermittelt hätten. Doch diese Begründung ist in meinen Augen nicht ausreichend.

Es ist nicht die Aufgabe der Ermittlungsbehörden (DEA/BFU/NTSB etc.), die subjektiv wahrgenommene Todesangst von verunglückten Passagieren zu ermitteln. Sie sind primär damit beauftragt, die wahrscheinliche Absturzursache herauszufinden, ggf. Schwachpunkte im System zu benennen und -sofern Möglich- Vorschläge zu erarbeiten, um gleichartige Unglücksfälle in der Zukunft möglichst zu verhindern.

Wenn im Zuge dessen -quasi als Nebenprodukt- ermittelt wird, dass die Passagiere durch die gegebenen Umstände mutmaßlich z.B. unmittelbar bewusstlos und/oder getötet wurden, kann man daraus vlt. für sich persönlich etwas ableiten. In einem Abschlußbericht wird aber nicht der definitive Beweis dazu erbracht, es sei denn, die pathologischen Untersuchungen bestätigen die Annahme.

Doch im vorliegenden Fall hat das mMn keine Aussagekraft. Es geht um den Zeitraum vor dem Einschlag. Der ist durch pathologische Untersuchungen insofern nicht erfasst, als das jenes Fluggerät bis zum Einschlag vollkommen intakt war und normal funktionierte. Die Passagiere waren somit auch nicht durch die Umstände bis zum Einschlag beeinträchtigt, es ist also pathologisch kein entsprechender Befund möglich. Aus dieser "Normalität" nun abzuleiten, es hätte bei den Passagieren keine Todesangst gegeben, ist meiner persönlichen Meinung nach schlichtweg unseriös. Erschwerend kommen die besagten Aufnahmen des CVR hinzu. Diese belegen die lautstarken und verzweifelten Versuche des Kapitäns, zurück in das Cockpit zu gelangen. Selbst wenn man unterstellt, dass nur die Passagiere der vorderen Reihen diese Dinge mitbekommen hätten, bleibt immernoch die Tatsache stehen, dass der Flug bei Tageslicht stattfand und die Passagiere deshalb auch mitbekommen haben müssen, dass ihr Flugzeug in die Berge absinkt, obwohl die geplante Landung noch lange nicht anstand.

Kurz: Die Passagiere zumindest der vorderen Reihen bekamen die Krise mit. Panik führt sich bekanntermaßen fort. Der Rest konnte sehen das etwas nicht stimmt. Diese Tatsachen beweisen zwar keine Todesangst an sich, legen diese aber nahe. Da es sich um eine subjektive Wahrnehmung handelt, jedoch niemand der Passagiere mehr befragt werden kann, ist ein belastbares Urteil in meinen Augen unmöglich.
aero schrieb:Und hier bin ich fast schon wie vor dem kopf gestoßen, wie es ein dynamischer, loyaler (und offenbar auch un-emphatischer) mitarbeiter oder firmenanwalt es geschafft hat, die verantwortlichen, die den klang des namens (Lufthansa) immer wie eine stimmgabel im ohr haben,
zu diesem brief an die angehörigen zu überzeugen.
In der Tat. Für mich ist dieses Schreiben eine Farce und hätte nicht versand, ja nichteinmal in dieser Form angedacht werden dürfen.
aero schrieb:Ich glaube das die LH nach der mmn berechtigten empörung bei den angehörigen, die hoffentlich nicht noch durch ein gericht bestätigt werden muß wie LH das offenbar gerne hätte, auch aus diesen fehlern lernen wird.
Das wäre nur konsequent. LH muß hier dringend die LH "Stimmgabel" anschlagen, da ein echter Imageverlust droht.
Calligraphie schrieb:Es ist , wie Herr Radner heute sagte, es wird das Leid der angehörigen verwaltet so gut es geht , aber die Opfer werden nachträglich nochmals beschädigt.
Allein schon die Annahme, LH würde die Opfer "verwalten" ist eine unzumubare Vorstellung. Wenn eine solche Katastrophe geschieht, ist das für alle Beteiligten eine äußerst schlimme Angelegenheit. Aber es ist eine Angelegenheit der man sich stellen muß. Hier hätte ich mir ein aufrichtiges, unbürokratisches, unterstützendes Verhalten seitens der LH gewünscht. Keine "Verwaltung" und/oder finanzielle/rechtliche Winkelzüge.


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14.08.2019 um 19:27
Da gab es doch auch ein Handyvideo, welches laut den mir zur Verfügung stehenden Infos via Medien die letzten chaotischen Minuten an Bord, aufgenommen aus dem hinteren Teil der Maschine, zeigte.
MMn dient dieses Schreiben der LH einzig und alleine das Schmerzensgeld flach zu halten.
Erschütternd die Einstellung dieses Unternehmens für mich.


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14.08.2019 um 19:50
@Belvedere
So wie ich Herrn Radner ( opferangehöriger) verstanden habe im Interview , werden die Fragen bzgl Schmerzensgeld inzwischen besser" verwaltet " .
Was bedeuten könnte, daß zumindest der Aspekt der finanziellen Wiedergutmachung , würdevoll angemessen abgewickelt wird von diesem Weltkonzern . Das kann sich LH nicht erlauben , die angehörigen mit Peanuts abzuspeisen . Das würde die Öffentlichkeit nicht hinnehmen .
Aber wie Herr Radner sagte, viel wichtiger ist die lückenlose ehrliche Aufklärung . Es zeugt von so viel Arroganz , opferangehörige evtl ausreichend zu entschädigen, aber parallel dazu die Opfer zu verhöhnen .


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15.08.2019 um 06:47
Belvedere schrieb:Da gab es doch auch ein Handyvideo, welches laut den mir zur Verfügung stehenden Infos via Medien die letzten chaotischen Minuten an Bord, aufgenommen aus dem hinteren Teil der Maschine, zeigte.
Es ist nicht belegt und sehr fraglich, ob besagtes Video tatsächlich an Bord von 4U9525 entstanden ist. Insofern wird es nicht als Beleg für die Panik in den letzten Minuten des Fluges herangezogen werden können.
Calligraphie schrieb:(...) Das kann sich LH nicht erlauben , die angehörigen mit Peanuts abzuspeisen . Das würde die Öffentlichkeit nicht hinnehmen . Aber wie Herr Radner sagte, viel wichtiger ist die lückenlose ehrliche Aufklärung.
Der Absturz wurde mit dem Abschlußbericht der BEA bereits aufgeklärt. Das A.L. das Flugzeug absichtlich ins Verderben steuerte, kann mMn auch niemand ernsthaft anzweifeln. Das A.L. trotz ernsthafter psychischer Probleme und trotz vorhandener Krankschreibung im Cockpit sitzen konnte, ist dem System an sich und nicht der LH speziell anzulasten. Das hätte in dieser Form auch eine beliebige andere Fluggesellschaft treffen können. In meinen Augen ist die "lückenlose Aufklärung" des Absturzes an sich und der Begleitumstände damit abgeschlossen.


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