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Germanwings-Maschine mit 150 Menschen in Südfrankreich abgestürzt

16.658 Beiträge, Schlüsselwörter: Flugzeugabsturz, 4u9525, Germanwings, Lufthansa, Südfrankreich

Germanwings-Maschine mit 150 Menschen in Südfrankreich abgestürzt

31.07.2018 um 23:57
svizzera schrieb:Die 2 Personen-Regel im Cockpit, das hat sogar die EASA erkannt (daher sind sie auch zurückgekrebst), hat ganz neue Risiken ergeben (allfällige Schläfer, das Gefühl der Besatzung jetzt unter Generalverdacht zu stehen, Stress und auch die Gefährdung durch längere Zeiten in welcher die Cockpit-Tür offensteht) . Diverse Airlines haben eine Operational Risk Evaluation dazu durchgeführt und die meisten sind zum Schluss gekommen, dass die neuen Risiken die nun eventuell eliminierten wieder ausgleichen. Es geht also nicht darum, dass Airlines keine Lust haben auf die 2-Personen-Regelung, sondern dass sie wirklich nicht den Nutzen bringt den sie bringen sollte ... manchmal sogar das Gegenteil.
Das sagt doch schon alles. Es geht hier nicht darum, möglichst viele Maßnahmen zu treffen, damit dann am Ende 5 Maßnahmen gemeinsam einen Vorfall verhindern. Das ist nicht praktikabel. Es geht einzig und allein darum, die für den angenommenen theoretischen Fall effektivste und dabei möglichst sichere Lösung zu finden. Bei der Zwei-Mann-Regel hat sich diese Forderung aus dem Lastenheft nicht erfüllt und verkehrte sich sogar in das Gegenteil. Deshalb wurde sie abgeschafft. Eine richtige Konsequenz.
Boho schrieb:(...) Jedenfalls kaempft man hier gegen das Boese im Menschen an, was schlicht eine unloesbare Aufgabe ist. Trotz Gesetzen, Gefaegnissen, etc. bringen immer noch Menschen andere Menschen um, sogar Eltern ihre eigenen Kinder.
Das es keine 100%tige Sicherheit geben kann ist Fakt. Effektive, möglichst einfache Lösungen von daher das Gebot der Stunde. Es ist so wie mit dem Einbruch in die Wohnung. Man kann seine Wohnung nicht vollkommen einbruchssicher machen. Man kann es dem Einbrecher aber so schwer machen, dass er -gemessen an seiner/seinem möglichen/möglichem Beute/Erfolg- von einem Einbruch absieht. Dieser Effekt ist bei der Zwei-Mann-Regel jedoch nicht zu erwarten. U.A. deshalb die Abschaffung.
JosephConrad schrieb:Also, lieber den Flug genießen als ständig an den Tod denken.
Seeehr richtig. Der Weg zum Flughafen sollte eigendlich größere Angst machen, als der Flug. Insofern die vollkommen richtige Einstellung.


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bosskurt
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Germanwings-Maschine mit 150 Menschen in Südfrankreich abgestürzt

01.08.2018 um 12:39
Die meisten "Sicherheitsmaßnahmen" dienen offenbar der gefühlten Sicherheit.

Allein die laxen Sicherheitsstandards an Flughäfen außerhalb der EU. Regierungen, die Eier haben setzen die eigenen strengen Standards auf Flügen aus Drittstaaten in ihre eigenen Länder durch. Aber die EU, besonders Deutschland, geht natürlich sicher, dass die Türen immer sperrangelweit geöffnet sind.

wenn es also unmöglich wäre ins Cockpit einzudringen, kann man immer noch Sprengstoff mit an Bord bringen und es so zu Ende bringen.


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02.08.2018 um 01:30
bosskurt schrieb:Die meisten "Sicherheitsmaßnahmen" dienen offenbar der gefühlten Sicherheit.
Bei der besagten Cockpitregelung lief es darauf hinaus, obschon man anfänglich schon annahm, die Sicherheit vor "Suizidflügen" durch die Piloten selbst damit zu verbessern. Doch im Großen und Ganzen gibt es einige Maßnahmen, deren Sinn ich persönlich in Frage stelle. Ein Beispiel ist die Mitnahmeregel zu Flüssigkeiten im Handgepäck. Bezogen auf den vorliegenden Fall ist das allerdings ein eigenes Thema und somit eher OT, so das ich jetzt nicht näher darauf eingehe.
bosskurt schrieb:Allein die laxen Sicherheitsstandards an Flughäfen außerhalb der EU. (...)
Der Wunsch, weltweit einheitliche Sicherheitsstandards zu schaffen, ist derzeit Illusion. An so manchem "internationalen" Flughafen in Afrika ist die Sicherheit meißtens ein schlechter Witz. Da laufen die Passagiere teilweise ungehindert und ohne Kontrolle auf das Vorfeld zu ihrer Maschine und erhalten dann erst dort gegen Bargeld ihre Bordkarte. Das Gepäck wird derweil unkontrolliert in die Frachträume gepackt. Die einzige Sicherheit die es dort gibt, ist der Nervenkitzel ob alles gut geht. Ein Wunder, dass da nicht mehr passiert.

Wer jedoch in der EU oder einem anderen Land der sog. ersten Welt einen Flieger besteigt, hat zumindest eine grundsätzlich vernünftige Sicherheitskontrolle hinter sich. Auch was das Gepäck angeht, sind die meißten großen Verkehrsflughäfen recht gut ausgestattet. Natürlich gibt es auch hier Sicherheitslücken. Was nutzen schon die neuesten Röntgenscanner für Gepäck, wenn der Sicherheitsmann am Bildschirm nicht vernünftig ausgebildet ist und/oder garnicht richtig hinschaut ? Was nutzen Personenkontrollen, wenn zu wenig, schlecht bezahlte und unterqualifizierte Sicherheitsmitarbeiter völlig überfordert sind ? Doch das ist wiederum ein Thema für sich, dass mit der Germanwings-Tragödie nichts zu tun hat.
bosskurt schrieb:wenn es also unmöglich wäre ins Cockpit einzudringen, kann man immer noch Sprengstoff mit an Bord bringen und es so zu Ende bringen.
Wenn wir über Terrorismus sprechen, sind Sprengstoff im Flieger und das Kapern eines Verkehrsflugzeuges zwei völlig unterschiedliche Ansätze. Der Terrorist der eine Maschine unter seine Kontrolle bringt, will sie als Massenvernichtungswaffe in einem Selbstmordattentat gegen Bodenziele einsetzen. Das geschah am 11. September. Wer Sprengstoff in die Maschine schmuggelt, möchte vor allem das Flugzeug vernichten. Theoretisvh muß er dafür nichteinmal mit an Bord sein. Hier geht es um Pilotensuizid. Da sitzt der Aggressor bereits von Anfang an im Cockpit. Und niemand ahnt etwas von dessen Plan.


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02.08.2018 um 21:25
Slaterator schrieb:Mit Verlaub, ich habe mit keiner Silbe die redundant ausgelegten Bordsysteme angesprochen oder als sinnlos dargestellt. Von daher kann hier von "abtun" keine Rede sein. Die von mir als sinnlos kritisierte Maßnahme betrifft die sog. "Zwei-Personen-Regel" im Cockpit. Selbige wurde inzwischen -glücklicherweise- für das Flugpersonal wieder zurückgenommen. Diese Regel sorgte nicht für eine Redundanz, da i.d.R. lediglich zwei ausgebildete Verkehrsflugzeugführer an Bord sind. Die Person, welche das Cockpit verlassen wollte/mußte, sollte deshalb von irgendeinem Mitglied der restlichen Besatzung (Flugbegleiter) ersetzt werden. Soviel vorab zum richtigen Verständnis.
Dann entschuldige ich mich für das anfahren natürlich, war einfach nicht im richtigen Kontext.

Allerdings frage ich mich immer noch, warum bei solchen Vorfällen, wo jemand absichtlich von Kurs oder Höhe abkommt, nicht von "außen" eingegriffen wird. Die Fernsteuerung ist ja nun kein neues Thema in der Luftfahrt.

Auch intelligente Systeme die es zu Hauf in einem modernen Flugzeug gibt, sollten eigentlich manuell herbeigeführte Abstürze automatisch verhindern. Der Bordcomputer sollte anhand der Position erkennen, das da keine mögliche Landebahn, kein Flughafen und vorallem sind keine Systeme ausgefallen. Dann wäre die Logik - fliege ich bis zum nächsten Ziel, sende eine automatische Nachricht das etwas nicht stimmt und warte auf Bestätigung vom Boden, fliege solange auf sicherer Route bis zum nächsten Ziel oder vorgegebener Flugbahn weiter und nehme den Piloten solange jede Kontrolle und sperre alle Systeme. Genauso bei MH370 dessen Fall jetzt zu den Akten gelegt wurde: Warum es überhaupt die Möglichkeit gibt, in einer Zivilmaschine die Transpondersignale abzustellen - das hat/hatte keinerlei Nutzen für die Luftsicherheit. Vor wem soll man sich denn verstecken müssen? Um eigentlich geschlossene und Risikobekannte oder gar verbotene Lufträume zu durchfliegen?


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02.08.2018 um 22:35
Destinova schrieb:Allerdings frage ich mich immer noch, warum bei solchen Vorfällen, wo jemand absichtlich von Kurs oder Höhe abkommt, nicht von "außen" eingegriffen wird. Die Fernsteuerung ist ja nun kein neues Thema in der Luftfahrt.
Frag das mal im 9/11 Thread oder Mh370 Thread. Das gibt es wohl nicht.

Man kann wohl Drohnen fernsteuern. Flugzeuge wohl nicht.

Vllt wegen den Waffen. Ich weiss nicht. Vllt brauchen Verkehrsflugzeuge Waffen?


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02.08.2018 um 22:54
Destinova schrieb:Allerdings frage ich mich immer noch, warum bei solchen Vorfällen, wo jemand absichtlich von Kurs oder Höhe abkommt, nicht von "außen" eingegriffen wird. Die Fernsteuerung ist ja nun kein neues Thema in der Luftfahrt.
Damit reißt Du eine riesige Sicherheitslücke auf. Denn wie soll vom Boden ferngesteuert werden? Wer übernimmt die Steuerung? Wer ist befugt - und vor allem: kann man das im Cockpit abstellen oder werden die Piloten übergangen und zum Nichtstun verdammt?

Kann die Fernsteuerung im Cockpit übergangen werden, sind wir wieder bei obigen Fall, weil Pilotensuizid nicht verhindert wird. Viel Geld ausgegeben für nix.
Kann die Fernsteuerung im Cockpit eben NICHT übergangen werden und die Fernsteuerung fällt in die falschen Hände (gehackt, erbeutet,...) - dann öffnest Du die Tür für eine Neuauflage von 9/11 oder Teneriffa.
Abgesehen von anderen Problemen - wie greift man rechtzeitig ein? Hätte so eine Fernsteuerung AF447 verhindern können? Wann greift man ein? Muss der Eingreifende eine Pilotenlizenz haben? Wie verhindert man Missbrauch?
Was ist jetzt das kleinere Übel?


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02.08.2018 um 23:14
Fichtenmoped schrieb:Muss der Eingreifende eine Pilotenlizenz haben?
Muss ein Drohnen-'Pilot' der Bomben wirft eine Lizenz haben Allah 007 haben?


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02.08.2018 um 23:36
Destinova schrieb:Dann entschuldige ich mich für das anfahren natürlich, war einfach nicht im richtigen Kontext.
Absolut kein Problem. Schon vergessen.
Destinova schrieb:Allerdings frage ich mich immer noch, warum bei solchen Vorfällen, wo jemand absichtlich von Kurs oder Höhe abkommt, nicht von "außen" eingegriffen wird. Die Fernsteuerung ist ja nun kein neues Thema in der Luftfahrt.
Ich schätze, in der heutigen Zeit ist Glaube und Vertrauen in die allgegenwertige "intelligente" Technik allerorten ziemlich groß. Doch wo Licht ist, ist auch immer Schatten. Ein ganzes Verkehrsflugzeug vom Boden aus fernzusteuern ist technisch machbar. Es ist nur ein kompliziertes, sehr aufwendiges Verfahren nötig, dass nicht mit der Steuerung eines Fliegers im Flugsimulator auf dem PC zu vergleichen ist. In der heutigen Zeit wäre eine Fernsteuerung als eine Art "Sicherheitsnetz" noch viel zu aufwendig und teuer, als das sie zeitnah realisiert werden könnte. Das ist aber nur die eine Seite. Die Andere sind neue Risiken, die damit verbunden sind. Kein System ist sicher. Es gibt keinen Sicherheitsmechanismus und keine Verschlüsselung, die nicht umgangen werden könnte. Nur der Aufwand ist entsprechend gering oder hoch, je nach dem wie "sicher" das System verschlüsselt wurde. Wenn ersteinmal von "außen" eingegriffen werden kann OHNE das der Pilot im Cockpit diesen Vorgang verhindern kann, wird es quasi noch einfacher für Teroristen und andere "Organisationen" ein Flugzeug als Waffe zu benutzen und/oder auch als Geisel zu nehmen, ohne das auch nur irgendjemand an Bord sein muß. DAS halte ich für weit gefährlicher, als die verschwindend geringe Chance darauf zu umgehen, als Passagier bei einem Pilotensuizid ums Leben zu kommen. Ganz klar.
Destinova schrieb:Auch intelligente Systeme die es zu Hauf in einem modernen Flugzeug gibt, sollten eigentlich manuell herbeigeführte Abstürze automatisch verhindern.
Das sollen sie garnicht. Bis heute wird an den Systemen von Airbus kritisiert, dass "Kollege Computer" in einigen Situationen das letzte Wort hat. Ein Beispiel: Am 14.09.93 verunglückte ein Airbus A 320 der Lufthansa (Flug 2904) bei der Landung in Warschau. Die Ursache war u.A., das sich der Gegenschub nicht aktivieren ließ. Aufgrund von Aquaplaning auf der Landebahn hatte der Computer den Eindruck, dass Flugzeug wäre noch in der Luft und nicht fest aufgesetzt. Deshalb blockierte er den Gegenschub, da dieser, in der Flugphase ausgelöst, zu einem Absturz führen kann. Die Piloten konnten den Bordcomputer nicht umgehen. Im Resultat schoss die Maschine über die Landebahn hinaus und kollidierte mit einem Erdwall. Zwei Menschen (unter ihnen der Copilot) kamen dabei ums Leben.

Wenn wir von den absolut super seltenen Fällen eines Pilotensuizides absehen, ist die Erfahrung, Improvisationsfähigkeit, Ideenreichtum und das Geschick von menschlichen Piloten durch keinen Computer gleichwertig zu ersetzen. Ich persönlich bin daher der Meinung, dass Bordsysteme nicht den Piloten in letzter Konsequenz bevormunden sollten. Der Mensch hat -bei all seiner Fehlbarkeit- das letzte Wort. Ich habe nichts dagegen, wenn Systeme an Bord einen Fehler erkennen und entsprechend Optisch/akkustisch darauf aufmerksam machen. Sie sollten auch bis zu einem gewissen Grad eingreifen dürfen, wenn z.B. die Multitaskingfähigkeiten von Menschen in einer Grenzsituation nicht mehr zur Kontrolle des Flugzeuges ausreichen. Doch der verantwortliche Pilot sollte und muß eingreifen können. Denn wenn das Computersystem versagt, ist er sonst nur noch Passagier. Darüber hinaus sollte ebenfalls klar sein: Der Computer ist nur so gut, wie die Menschen die ihn programmiert haben. Haben die etwas übersehen, vergessen, bewusst ausgelassen, muß dieser Mangel durch die Crew ausgeglichen werden können. Sonst haben wir demnächst reihenweise "Computer-Abstürze" mit vielen Toten zu beklagen.


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02.08.2018 um 23:46
lullaby69 schrieb:Muss ein Drohnen-'Pilot' der Bomben wirft eine Lizenz haben Allah 007 haben?
Bei der Bundeswehr: Ja.
https://www.bundeswehrkarriere.de/karriere/drohnenpilot/128804
...
Ihre Aufgaben als Drohnenpilot (m/w)

Sie absolvieren eine umfangreiche Ausbildung zur Pilotin oder zum Pilot und sind danach berechtigt sowohl bemannte, als auch unbemannte Luftfahrzeuge zu fliegen.


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05.08.2018 um 19:05
Fichtenmoped schrieb:Wer ist befugt - und vor allem: kann man das im Cockpit abstellen oder werden die Piloten übergangen und zum Nichtstun verdammt?
Der Tower im jeweiligen Gebiet hätte natürlich die Verantwortung. Man wird pro Flug von einem zum nächsten geleitet. Gesteuert oder vielmehr überwacht werden sollte im besten Fall von Piloten am Boden. Im Prinzip müssten sie dann nicht mehr mitfliegen, wie die Drohnen des Millitär - nur so als Beispiel eingeworfen. Ob und wer an Bord noch sein müsste, um evtl. eintretende Problemen entgegen zu wirken, die man vom Boden aus nicht lösen könnte, lasse ich jetzt einfach mal offen. Würde mich gerne auf diese Frage konzentrieren.
Slaterator schrieb: Es gibt keinen Sicherheitsmechanismus und keine Verschlüsselung, die nicht umgangen werden könnte.
Und trotzdem können wir es kaum abwarten, mit selbstfahrenden Autos, Staufrei und zufrieden zur Arbeit zu kommen. Das nennt man dann wohl "Fortschritt". Auch wenn die in den Kinderschuhen steckende und Unfallbehaftete Technik immer wieder in den Schlagzeilen steht. Man stelle sich das in der Luftfahrt vor...


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05.08.2018 um 22:58
Slaterator schrieb:Deshalb blockierte er den Gegenschub, da dieser, in der Flugphase ausgelöst, zu einem Absturz führen kann.
Und genau an solchen Fällen man meine Frage stecken könnte, die ich eigentlich nicht weiter ausführen wollte:
Destinova schrieb: Ob und wer an Bord noch sein müsste, um evtl. eintretende Problemen entgegen zu wirken, die man vom Boden aus nicht lösen könnte...
Denn egal ob im Cockpit oder am Boden, hätte das Durchstarten, wie in vermutlich hunderten anderer Fälle, wo "kleinere" Probleme die Landung nicht "sicher" machen, das Problem gelöst. Aber man war vermutlich zulange mit der Fehlersuche beschäftigt, statt einfach mal den Vogel wieder in die Luft zu ziehen. Und wie schnell und in welchem Winkel moderne Flugzeuge könnten... lassen wir auch mal offen. Abgesehen von Treibstoff etc. was wirklich zu einem Problem hätte werden können und was mir zu deinem Beispiel nicht bekannt ist. Aber ich denke, für eine weitere Runde in der Luft hätte es reichen müssen... wenn nicht, dann wäre der Fall auch geklärt.

Genauso sieht das auch:
https://wikivisually.com/wiki/Lufthansa_Flight_2904
Zitat: "The main cause of the accident was incorrect decisions and actions of the flight crew."

Der größte Einwand den man einer Bodengesteuerten "Crew" vorwerfen könnte, wäre: Das sie wohl nicht mit Leib und Seele dabei sind. Wie auch, wenn das eigene Leben nicht betroffen ist in solch einer "Notsituation"? Allerdings dürfte der Druck nicht weniger sein, wenn etwas schief läuft. Und auch da wäre doch ein "Ausnahmezentrum" wie beim Bund, oder der "NASA" denkbar, warum EINZELNEN die Verantwortung überlassen? --- Andererseits könnte auch dieses "entspannte Verhalten aus der Ferne", dazu führen, eben nicht so leicht in Stressituationen völlig überfordert zu reagieren und so einfache Dinge wie "Hochziehen" zu vergessen.

Beide Seiten einer Medaille - aus meiner Sicht wohl gemerkt.


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06.08.2018 um 02:33
@Destinova

Vorab, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein "Kontrollzentrum" mit zum Beispiel 2 Piloten, 4 Technikern, 2 Metereologen und 2 Ärzten im Zweifel mehr Fachwissen und Kompetenz in sich vereinigen, als es die zwei Piloten im Flugzeug vermögen. Zumal sich sich ja auch in einer entsprechend psychologisch äußerst herausfordernden Situation befinden. Doch diese Zukunftsvorstellung ist -bei allem Respekt und der grundsätzlichen Daseinsberechtigung in dieser Diskussion- meiner persönlichen Meinung nach, etwas naiv und zu kurz gegriffen.

Die Überwachung, Steuerung und Kontrolle eines Raketenstarts bei der NASA z.B. kann man mit dem zivilen Flugverkehr absolut nicht vergleichen. Aber spielen wir mal durch, was diese Idee losgelöst von der NASA bedeuten würde. Wir hätten also überall auf der Welt den Bedarf an verschiedenen Zentren dieser Art, damit jederzeit, rund um die Uhr eingegriffen werden kann. Diese Zentren wären mit der Überwachung von tausenden Flügen beschäftigt. Das kann A) keiner bezahlen und B) wäre es für die paar Fälle wo es zum tragen käme auch keine sinnvolle Maßnahme. Aber gut. Um beim Beispiel der LH zu bleiben: Das Problem stellte sich nicht in der Luft ein, sondern nachdem die Maschine aufgesetzt hatte. Es gab zu keinem Zeitpunkt die Erklärung einer Notlage der Crew, weil dafür schlicht keine Zeit war. Auch das Flugzeug erkannte keine Notlage, sondern blockte nur den Gegenschub, damit -nach der Computerlogik- erst garkeine Notlage entsteht. Wie hätte dieses Zentrum also davon erfahren sollen ? Und wieviel Zeit wäre verblieben, sich in das Problem einzuarbeiten, es theoretisch korrekt zu lösen und dann noch die richtigen Gegenmaßnahmen zu treffen ? Richtig. Keine ausreichende. Das Zentrum für Fachkompetente Sicherheitsüberwachung gegen Abstürze und Notlagen hätte hier nichts ausrichten können. Es wäre schlicht nutzlos.

Für welche Fälle eignet sich also so ein Zentrum ? Es müßte eine Notlage sein, die ein ausreichend großes Zeitfenster bietet, zu analysieren, korrekte Gegenmaßnahmen zu entwickeln und mit den richtigen Maßnahmen einzugreifen. Diese Notlage dürfte jedoch keine wesentlichen Teile des Flugzeuges lahmlegen. Denn wenn das Flugzeug z.B. lichterloh brennt, kann die geballte Fachkompetenz am Boden auch nichts mehr ausrichten. Wie viele Fälle betrifft das ? MMn kaum der Rede wert. Bis die Superpiloten am Boden die Situation erkannt und gebannt haben, ist der Flieger in der weit überwiegenden Anzahl der Notlagen schon längst abgestürzt. Und in wie vielen Fällen bemerken die Kompetenzzentren eine Notlage überhaupt ? Wenn ein Pilot das Flugzeug aus eigenem Versagen oder sogar Willen heraus gegen einen Berg fliegt (Controlled flight into terrain) gibt es für gewöhnlich erst kurz vor dem Aufprall einen Alarm, weil bis dahin alles normal ist. Im Falle der Germanwings dauerte es eine Ewigkeit, bis die Controller der ATC stutzig wurden. Hätte A.L. die Maschine in den Sturzflug gebracht, wäre es vorbei gewesen, ehe der Lotze überhaupt eine Notsituation erkannt hätte.

Kurz und gut: Die grundsätzliche Idee der Fernüberwachung und Kontrolle mag ja für den Laien zunächst reizvoll erscheinen. Aber wenn man sich damit mal ernsthaft und professionell auseinandersetzt, wird sich diese Idee schnell pulverisieren. Für 3 Fälle in 3 Jahrzehnten braucht man ein solches Zentrum nicht. Da ist die Gefahr, dass erst das Kompetenzzentrum mit "zu" gut gemeinten Eingriffen erst eine Katastrophe auslöst größer, als die Chance, bei ein paar wenigen Fällen eine Katastrophe abzuwenden. Die Sache funktioniert nur dann, wenn alle Flüge weltweit autonom und computergesteuert durchgeführt werden und dann ein Kompetenzrechenzentrum alle diese weltweiten Flüge überwacht. Davon sind wir jedoch noch Jahrzehnte entfernt. Davon kannst Du träumen. Aber ob wir es noch live erleben werden, ist mehr als fraglich.


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06.08.2018 um 06:30
@Slaterator
@Destinova
Die Reihenfolge bei Problemen heißt nicht umsonst:
1. Aviate - Halte das Flugzeug in der Luft. Egal wie.
2. Navigate - wenn das Flugzeug fliegt, kann man sich darum kümmern wo man ist und wo man hin will
3. Communicate - Jetzt, wo das Flugzeug fliegt und man weiß, wohin es geht, kann man der Welt sein Problem mitteilen.

@Destinova
Deine Vorstellung von einem Kontrollzentrum am Boden ist etwas naiv. Es würde viel kosten, aber kaum Nutzen bringen. Bei Problemen müsste man rechtzeitig eingreifen, wofür oft die Zeit fehlt. Oft erkennen die Piloten an Bord nicht mal die ganzen Ausmaße, zum Beispiel bei El-Al 1862.
Wikipedia: El-Al-Flug_1862
Bei AF447 haben die Piloten die Anzeigen falsch interpretiert und damit auch falsch reagiert.
Wikipedia: El-Al-Flug_1862

Auf der anderen Seite gibt es Unfälle, die WEGEN den Piloten an Bord glimpflich ausgingen. Zum Beispiel AWE 1549 oder UA232.
Wikipedia: United-Airlines-Flug_232
Wikipedia: US-Airways-Flug_1549

Ein Kontrollzentrum am Boden reicht ja nicht, man braucht die Weltweit. Je länger die Laufzeit der Signale, desto schwieriger wird es schnell zu reagieren. Stell Dir vor Du würdest mit Tempo 120 auf einer stark befahrenen Autobahn fahren und Deine Lenkbewegungen, Gasgeben und Bremsen würden mit 2 Sekunden Verzögerung ausgeführt. Der Weg in die nächste Katastrophe ist vorherbestimmt...
(Und Latenzen von 2 Sekunden bei Signalübertragungen via Satellit sind eher normal.)

Und es geht ja wie schon erwähnt weiter - wie stark darf die Bodenstelle eingreifen? Darf der Pilot übergehen? Und so weiter. Im Moment würde so eine Kontrollstelle am Boden nur weitere Probleme aufwerfen, bei hohen (monatlichen!) Kosten und mit aktuell zweifelhaften Erfolg.

Piloten haben eh schon eine „technische Hotline“ bei Problemen, meist bei den Fluggesellschaften. Vorteil: die Fluggesellschaften wissen um das eingesetzte Muster mit entsprechenden Ausstattungen. Die müssen nicht erst genauer nachfragen, welche Variation mit welchen Extras verbaut sind.


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13.08.2018 um 08:47
@Fichtenmoped

Keine Frage, dass Bodenüberwachung und totale "Bevormundung" durch Computersysteme im Cockpit nicht die Lösung sein können. 100% Schutz vor einem Unglück gibt nicht. Alles muß mit Sinn und Verstand geregelt werden. Klare Sache.


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Alice81
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Germanwings-Maschine mit 150 Menschen in Südfrankreich abgestürzt

29.08.2018 um 23:20
Diese scheiß Psychotabletten machen alles noch schlimmer als es ist..So auch der Pilot der wohlmöglich Antidepressiva genommen hat..ich nehme selber welche und ich habe keine Emotionen mehr


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30.08.2018 um 13:26
@Alice81
Diese scheiß Psychotabletten
Geht das auch ein bosschen diffenrenzierter?
So auch der Pilot der wohlmöglich Antidepressiva genommen hat
Gerade das soll aber nicht getan. Zumindestens nicht regelmäßig. Denn wie der Name Anitdepressiva schon sagt, wirken sie dagegen, aber sie machen keinen Depressionen.
..ich nehme selber welche und ich habe keine Emotionen mehr
Das ist allerdings nicht der Eindruck, den Du gerade hinterlässt.


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30.08.2018 um 22:58
off-peak schrieb:aber sie machen keinen Depressionen.
wenn man sie absetzt oder unregelmäßig nimmt treten die symptome ggf. wieder (verstärkt) auf...


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31.08.2018 um 01:20
@sogi
wenn man sie absetzt oder unregelmäßig nimmt treten die symptome ggf. wieder (verstärkt) auf...
Ja. Deshalb sollte man sie ja nicht absetzen.
Es sind auch nicht die AD, die dann Depressionen machen, sondern es kommen ohne AD eben die Depressionen wieder hoch.


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31.08.2018 um 10:59
Es ist aber auch eine Tatsache, dass Antidepressiva in der ersten Zeit der Einnahme die Symptome der Depression (u.a. auch Suizid-Gedanken und Suizidales-Verhalten) verstärken (können).


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31.08.2018 um 13:46
@Yoda92

Das Unglück geschah nicht in der erstern Zeit der Einnahme. Er hatte seine Medikamente zu diesem überhaupt nicht genommen.


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