Lukka schrieb:Gibt es ein Szenario, dass du für wahrscheinlich hälst? Würde mich mal interessieren.
Aufgrund der bekannten Sachlage ist der Fall wirklich sehr schwer einzuschätzen. ITrotzdem glaube ich nur an drei wahrscheinliche Szenarien, die ich dir gern, gelistet nach meiner Prio, in absteigender Form benenne.
1) Weglaufen nach Streit oder ähnlichen Umstand in den Wald
Trotz der zahlreichen Suchen halte ich dieses Szenario immer noch für die wahrscheinlichste Lösung. Das Waldgebiet erstreckt sich über eine riesige Fläche, die wahrscheinlich, ohne das Gebiet selbst persönlich zu kennen, unzählige Möglichkeiten bietet, eine Leiche für Suchtrupps, egal ob zwei- oder vierbeinig bzw. aus der Luft, unsichtbar zu machen, selbst wenn man annehmen könnte, dass zumindest die Kleidung ein Kontrast zur allgemeinen Natur bieten müsste. Weiterhin favorisiere ich diese Theorie, da Inga aus meiner Sicht wohl von mehreren Personen wahrgenommen worden wäre, wenn sie sich in Richtung Diakonie oder Parkplatz bewegt hätte. Es gibt zwar diesbezüglich wohl durch die Ermittler als nicht abschließend verzierbar bewerte Aussagen, ich gehe aber davon aus, dass diese nicht ohne Grund bei der letzten Bewertung des Falles außen vor gelassen wurden.
2) Einwirken einer Person auf Inga, die sich berechtigt auf dem Gelände des Diakoniewerks aufhielt
Aus meiner Sicht kann sich auf diesem Gelände, das nur eine begrenzte Anzahl von Personen beherbergt, eben nur eine solche frei bewegen, ohne in den Fokus eines Mitarbeiters oder der Gruppe rund um Inga zu geraten. Das Zeitfenster hierfür wäre zwar knapp gewesen, aber durchaus machbar, wobei ich aber nicht daran glaube, dass Inga dann, nach einer möglichen Straftat, die zu ihrem Tode führte, im Außenbereich des Geländes abgelegt wurde. Vielmehr ist bei diesem Szenario es für mich wahrscheinlicher, dass alle Handlungen in einem Gebäude der Diakonie stattgefunden und die Leiche im Anschluss, in einem unbeobachteten Moment, als die Suchmaßnahmen Richtung Wald liefen, von dem Gelände verbracht und an anderer Örtlichkeit abgelegt bzw. versteckt wurde, so dass sie bis heute nicht aufgefunden werden konnte. Aus meiner Sicht eine riskante Variante, da der Täter bei noch vorherrschendem Tageslicht, auch auf eine Portion Glück hoffen musste, nicht mit Inga gesehen zu werden.
3) Weglaufen in den Wald mit anschließendem Unfallgeschehen auf der B188
Grundlage wäre hier meine Theorie Nr. 1, nur dass sich Inga im Wald Richtung Süden verirrt hat und dann im Anschluss, bei vorherrschender Dunkelheit von einem Kraftfahrzeug auf der B188 erfasst und tödlich verletzt wurde. Im Anschluss nahm sich der Fahrzeuglenker den sterblichen Überresten von Inga an und versteckte sie, ähnlich wie in meiner Theorie Nr. 2, an einer Örtlichkeit, die nichts mit dem bekannten Suchgebiet zu tun hatte. Gründe für ein entsprechendes Handeln des Fahrers könnten z. B. Alkoholkonsum und die anschließende Angst vor den strafrechtlichen Konsequenzen gewesen sein. Das Szenario landet bei mir auf Platz 3, da wohl hier auch Spuren auf der B188 erkennbar gewesen sein müssten. Andererseits weiß ich nicht, wann diese Variante durch die Ermittler Einzug fand, weshalb sich diese eventuell witterungsbedingt natürlich beseitigt haben könnten.
Ein letztes Wort noch zu dem Sexualstraftäter, ohne jeglichen Bezug zu dem Diakoniewerk, der sich dort zufällig auf selbigen oder im Wald aufgehalten haben könnte. Diese Version schließe ich aufgrund der Örtlichkeit und deren abgelegenen, einsamen Lage, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aus. Da Inga jedoch noch nicht gefunden wurde, bleibt sie auch weiterhin im Spiel
lepper45 schrieb:Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei den beispiellosen und akribischen Suchen im Wald bis heute absolut 0,0 Spuren gefunden worden sind?
Sicherlich nicht hoch, jedoch trotzdem, aufgrund anderer ähnlich gelagerter Fälle, nicht komplett auszuschließen.
lepper45 schrieb:In fast jedem anderen Vermisstenfall in Deutschland finden genau diese Personen irgendwann durch Zufall etwas – aber nicht in diesem Fall.
Leider lässt sich eben Kommissar Zufall zeitlich nicht verifizieren. Ich mag nicht ausschließen, dass arglose Pilzsucher bereits über z. B. Kleidungsstücke gestolpert sind, ohne sie mit Inga, da ihnen der Fall vielleicht gar nicht bekannt ist, in Verbindung zu bringen. Es gibt wohl auch genug Personen, die über diesen Fall, obwohl lokal dort wohnend, nicht Bescheid wissen. Sei es einfach, dass sie sich nie darüber informiert haben oder eben erst neu hergezogen sind. Diese gilt es natürlich auch mit dem neuen Aufruf in Aktenzeichen XY zu erreichen, sollte es diese tatsächlich geben.