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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

24.138 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Wald, Mädchen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 16:38
Das kann ich aus eigener Erfahrung heraus anders berichten.
Ich war in einem Jugendwerkhof und sollte dort zu einer "sozialistischen Persönlichkeit" umerzogen werden.
Und ca. 30% der Insassen kamen nach einem Gerichtsurteil in den JWH bzw. mussten nach ihrer Einweisung erst zu einer Verhandlung, was mitunter zu einer späteren Überführung in eine Jugendhaftanstalt führte.
Zweites war aber selten, da Delikte, die potentiell per Gerichtsurteil eine Haftstrafe zur Folge hatten, gar nicht erst zur Einweisung in eine Erziehungsanstalt führten, sondern zu U-Haft.

Richtig ist, dass man ins Heim oder den JWH per Beschluss des Ministeriums für Volksbildung eingewiesen wurde, beantragt von der lokalen Jugendhilfe.
Ohne Gerichtsurteil.

Straftaten wurden aber in der DDR gnadenlos verfolgt und geahndet. Ab 14 Jahren. Es wurde nur nicht öffentlich berichtet, weil man ja einen Ruf wahren wollte.
Bei Straftat vor dem 18. mit Urteil Freiheitsentzug kam man ins Jugendhaus, den Jugendstrafvollzug.
Bewährungsstrafen hatten oft eine Einweisung in eine Erziehungseinrichtung, meist JWH zur Folge. Oder eben die Einweisung wurde schnell beschlossen, die Gerichtsverhandlung folgte später..

Akten gibt es sicher, wenn es Straftaten waren. Bei einem Beschluss ohne Straftat gibt es auch Akten (kann man für die Opferrente auch einsehen), aber da werden EB keinen Zugriff haben.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 18:08
Zitat von lepper45lepper45 schrieb:ei extremer, plötzlicher Angst setzt der sogenannte „Schock-Freeze“ (Angststarre) ein.
oh ja - das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen! Es kann plötzliche Situationen geben, die einen wirklich regelrecht "lähmen".
Zitat von SkylarBlueSkylarBlue schrieb:Süßigkeiten, Welpen etc haben halt leider eine hohe Anziehungskraft. Und vor allem wenn Kinder keine schlechten Erfahrungen mit Erwachsenen hatten, dann sind sie nicht misstrauisch. Warum auch? Das ist ja das schöne an Kindern und der Kindheit. Sie glauben an das Gute und haben Vertrauen.
ich würde sogar noch weiter gehen. Zumindest zu der Zeit, als ich ein kleines Kind war, wurden wir von unseren Eltern durchaus gewarnt. Dass man mit Fremden nicht mitgeht, dass etwas Schlimmes passieren könnte, dass es Menschen gibt, die anderen wehtun, absichtlich. Ja. Das war zumindest mir als kleines Kind durchaus bewusst, und wenn ich alleine in der Feldmark unterwegs war, was durchaus vorkam, denn "die Großen", sprich mein großer Bruder & Co hatten auch mal andere Pläne, als immer mit mir im Schlepptau ihre Nachmittage zu verbringen, also wenn ich allein durch die Gegend streifte, war ich immer auf der Hut! Mir war sowas wie "Gefahr" irgendwie bewusst. Nur, und ich glaube, das ist ein entscheidender Punkt: Ich konnte ja diese Gefahr gar nicht einordnen. Mir wäre jemand vielleicht komisch vorgekommen (so eine Begegnung hatte ich einige Jahre später durchaus, und mein damaliges Gegenüber, der mir sehr beunruhigend erschien, entpuppte sich Jahre später als Hauptverdächtiger in einem zweifachen Mordfall). Aber ich hätte nicht sagen können, was genau gefährlich gewesen wäre, worin das bestanden hätte, wie ich es erkennen könnte und vor allem: wie ich mich da hätte schützen können. Ich zumindest dachte so à la "Gefahr erkannt - Gefahr gebannt". Ich dachte, wenn ich die Beine in die Hand nehme und einfach schnell weglaufe, statt irgendwo mitzugehen, kann mir ja nichts passieren...


Was mich nachdenklich macht: Irgendjemand schrieb, schon bei einem früheren Treffen auf dem WH war Inga kurzzeitig nicht auffindbar.
Diese Äußerung geht mir nicht aus dem Kopf. Ist das richtig und ist jemals geklärt worden, was da vorgefallen war bzw. wo sie war?
Zitat von SkylarBlueSkylarBlue schrieb:Und du unterschätzt wie oft niemand auf die Kinder achtet, eben weil viele Leute da sind. Es geht so schnell.
Das sehe ich genauso. Jeder, der Kinder hat, weiß wohl, wie schnell sie plötzlich "unsichtbar" sein können. Meistens glücklicherweise nur für einen kurzen Moment.
Zitat von ivaiva schrieb:Chapeau! Auf diese Idee bin ich nie gekommen, und fand es sehr schwer zu erklären. Wir trafen sehr viele Menschen, als die Jungs klein waren, und gerade der Kleine wäre mit jedem gegangen, denn er mal gesehen hat.
Oh ja. Meine Tochter sah manchmal Leute, die sie zwar nicht kannte, aber irgendwie sympathisch fand. Für gewöhnlich kam dann ihre Frage: Mama, können wir die (also gemeint war die Person) mit nachhause nehmen?
Einmal ist sie sogar aus dem Supermarkt raus hinter einer Frau hinterher, als ich am Kassenband am Auspacken war... musste dann alles stehen und liegen lassen und hab sie auf dem Parkplatz eingesammelt. Da dürfte sie auch so 3 oder 4 gewesen sein. Wenn sowas beim Falschen passiert, halleluja.
Zitat von lepper45lepper45 schrieb:Ein 5-jähriges Kind kann sich im dichten, unwegsamen Unterholz voller Äste und Gestrüpp in 15 Minuten physikalisch unmöglich kilometerweit in den Wald hineinkämpfen.
Ja, das mag sein. Aber wer kann genau angeben, wie das Gelände dort zu der Zeit ausgesehen hat??
Jeder, der mal ein ich sage mal halbwegs wildes Grundstück über mehrere Monate besucht hat, weiß, wie sich innerhalb kurzer Zeit eine sehr dichte Vegetation bilden kann. Man müsste also genau wissen, wie es dort zum Zeitpunkt ihres Verschwindens wirklich ausgesehen hat. Zum Zeitpunkt von Ingas Verschwinden begann die Vegetationsperiode ja erst, sich voll zu entwickeln. Das kann dort also wenig später vollkommen zugewachsen gewesen sein, wo Ende April/Anfang Mai nur ein lückenhafter Bewuchs war. Gerade um diese Zeit geht es (je nach Wetter) unglaublich schnell. Man kann quasi beim Wachsen zuschauen.
Zitat von LukkaLukka schrieb:Welcher Radius, dabei abgearbeitet wurde, dass wissen wir auch nicht. Ich sehe es als schwierig an , so ein großes Gebiet zu durchsuchen und das bis ins kleinste Detail.
Die Faustregel heißt: Kinder können das 3fache ihres Lebensalters an Kilometern laufen. Für Inga hieße das also rund 15 km. Ich bin mit meiner Tochter mal zu Ostern rund 9 km in der Lüneburger Heide bzw. Nordheide zum Wilseder Berg gelaufen, bei u.a. Schneetreiben, da war sie 3 oder 4. Aber durch Unterholz ist das natürlich etwas vollkommen anderes, als über (Wald)Wege.
Und sicherlich macht es auch einen Unterschied, ob ein Kind mit Erwachsenen unterwegs ist, die i.d.R. irgendwo ankommen möchten, oder allein. Denn bei einem kleinen Kind allein gilt meistens ganz besonders: Der Weg ist das Ziel.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 18:38
Zum Vorankommen im Wald würde ich gern noch anmerken, dass die Wälder der Altmark (Kiefern dominierend) nicht vergleichbar sind mit Waldgebieten z.B. im Süden Deutschlands. Klar hat man unter anderem Gestrüpp, Dornensträucher oder anderes, was aufhält. Viele Bereiche sind aber auch geprägt von sandigen Böden, eher mit Moosen und Flechten bewachsen. Da ist das Laufen dann deutlich leichter. Ich bin bei Stendal aufgewachsen und wir waren viel in den Wäldern unterwegs. Also so abwegig, dass sie schon einen guten Vorsprung gehabt haben könnte als die Suche losging, finde ich es nicht. FALLS die Wald/Unfalltheorie eine Rolle spielt.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 18:40
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Die Faustregel heißt: Kinder können das 3fache ihres Lebensalters an Kilometern laufen. Für Inga hieße das also rund 15 km.
Und wo denkst du ist Inga 15 km hin gelaufen? Wenn sie mit 3 km/h gelaufen ist - wäre sie im 5 Stunden am Ziel angelangt. Nur die Frage ist, was wäre Ihr ZIEL in diesem Szenario


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 18:49
Zitat von funkyjotfunkyjot schrieb:Das kann ich aus eigener Erfahrung heraus anders berichten.
Ich war in einem Jugendwerkhof und sollte dort zu einer "sozialistischen Persönlichkeit" umerzogen werden.
Und ca. 30% der Insassen kamen nach einem Gerichtsurteil in den JWH bzw. mussten nach ihrer Einweisung erst zu einer Verhandlung, was mitunter zu einer späteren Überführung in eine Jugendhaftanstalt führte.
Zweites war aber selten, da Delikte, die potentiell per Gerichtsurteil eine Haftstrafe zur Folge hatten, gar nicht erst zur Einweisung in eine Erziehungsanstalt führten, sondern zu U-Haft.

Richtig ist, dass man ins Heim oder den JWH per Beschluss des Ministeriums für Volksbildung eingewiesen wurde, beantragt von der lokalen Jugendhilfe.
Ohne Gerichtsurteil.

Straftaten wurden aber in der DDR gnadenlos verfolgt und geahndet. Ab 14 Jahren. Es wurde nur nicht öffentlich berichtet, weil man ja einen Ruf wahren wollte.
Bei Straftat vor dem 18. mit Urteil Freiheitsentzug kam man ins Jugendhaus, den Jugendstrafvollzug.
Bewährungsstrafen hatten oft eine Einweisung in eine Erziehungseinrichtung, meist JWH zur Folge. Oder eben die Einweisung wurde schnell beschlossen, die Gerichtsverhandlung folgte später..

Akten gibt es sicher, wenn es Straftaten waren. Bei einem Beschluss ohne Straftat gibt es auch Akten (kann man für die Opferrente auch einsehen), aber da werden EB keinen Zugriff haben.
Danke für dein Post und dein Teilen deiner Erfahrungen. Ich, selbst ehemaliger DDR Bürger, wusste von den Jugendwerkhöfen. Aus meiner Erfahrung waren dies tatsächlich Stationen zur Umerziehung. Ich hatte einen Klassenkameraden, der dorthin kam, weil seine Eltern und er in den Westen fliehen wollten, aber erwischt wurden. Sein jüngerer Bruder kam ins Kinderheim. Keine schöne Erfahrung für die Betroffenen wie auch nicht für uns als Klassenkameraden. Das hat uns echt geprägt.
Egal. Ob ein zu DDR Zeiten einschlägig bekannter Mensch, Inga etwas angetan hat, sollte sich doch rausfinden lassen. Da gibt es m.E. keine Barrieren, die die Ermittlung behindern sollten.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 19:26
Zitat von DiarmuidDiarmuid schrieb:Ob ein zu DDR Zeiten einschlägig bekannter Mensch, Inga etwas angetan hat, sollte sich doch rausfinden lassen. Da gibt es m.E. keine Barrieren, die die Ermittlung behindern sollten.
Zunächst einmal vielen Dank, @funkyjot und @Diarmuid , für die Erläuterung. Den Umgang der DDR mit Sexualdelikten durch Jugendliche an Kindern kenne ich aus einem Buch ("Der Fall Heckenrose") und einem TV-Spielfilm ("Mord in Eberswalde").

Auf jeden Fall hatte stets das Bild vom "Sozialistischen Menschen" in der Öffentlichkeit Vorrang, der, anders als der Mensch im verderbten Westen, nicht zu bestimmten Taten neigte - der Täter im oben genannten Fall, Erwin Hagedorn, stammte pikanterweise aus einer SED-Musterfamilie.

Um hier nicht OT zu werden: Wichtig ist, dass bestimmte Verbrechen aus den genannten Gründen offenbar nicht an die große Glocke gehängt wurden, und möglicherweise war ja aus diesem Grunde jemand, der Kindern etwas Schlimmes angetan hat, offiziell aus ganz anderen Gründen in Jugendwerkhof oder anderswo untergebracht? Wie gesagt, bestimmte Verbrechen unterlagen nach meinen Informationen einem politischen/gesellschaftlichen Tabu in der DDR.

Vielleicht ist ja inzwischen die Vorgeschichte von jemandem ans Licht gekommen. Das wäre für unseren Fall schon von Bedeutung, da Pädokriminelle in aller Regel Neigungs-, und daher oft auch Wiederholungstäter sind.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 19:27
Zitat von HeribertHeribert schrieb:Und wo denkst du ist Inga 15 km hin gelaufen? Wenn sie mit 3 km/h gelaufen ist - wäre sie im 5 Stunden am Ziel angelangt. Nur die Frage ist, was wäre Ihr ZIEL in diesem Szenario
Zitiere mich doch bitte vollständig. Es ging nicht darum, wohin Inga gelaufen ist, sondern wie weit sie rein theoretisch aufgrund ihres Alters auf normalem Weg hätte laufen können.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 22:15
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Ich denke, es gibt Personen, die ihre Beobachtungen noch nicht mitgeteilt haben.
Das ist mMn einer der zentralen Punkte, die bei der Neubetrachtung des Falls der Kripo aufgefallen sein müssen, denn sonst würde sie die Bitte um Mitteilung nicht auf diese Weise aussprechen.

Prof. Labudde hat in dem Video von 2025 davon gesprochen, dass bei der Neubetrachtung des Falls Folgendes eine Rolle spielt:
=> 38 Objekte auf dem Wilhelmshof-Gelände
=> über 100 Personen anwesend dort

In dem Zusammenhang könnte die Kripo Lücken bei den schriftlich fixierten Personen festgestellt haben, bei einigen könnte der dazugehörige Name fehlen. Oder die Kripo ist sich sicher, dass sie noch gar nicht alle Leute auf dem Schirm hatte von Anfang an, weil es so ein Gewusel war. Vielleicht hat man die Sache mit der Konfirmandengruppe erst bei der Neubetrachtung herausgefunden; deshalb vermutet man, dass dort vielleicht noch mehr Personen waren, die nicht bei der Kripo namentlich bekannt sind und die nie befragt wurden.
Diese Hinweise betreffen vor allem Personen, die bereits schon bekannt waren, teilweise zumindest, und aber auch Hinweise zur Umgebung, sprich an dem Ort, wo Inga damals verschwunden ist.
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/aktenzeichen-xy-juli-29-update-vermisste-inga-gehricke-daniel-emminger-100.html

Die teilweise bekannten Personen oder eine Lücke können so jemanden wie den Rasta-Mann betreffen.

Wir können nicht wissen, welches reale Auftreten dieser Rasta-Herr hatte. Er sah womöglich absolut unauffällig aus, normale Frisur, Jeans, Jacke, jeder vermutete, er ist vielleicht ein neuer Bewohner oder ein Angehöriger von einem Bewohner. Er unterhielt sich mit einigen so vertraut, dass er einfach Vertrauen erweckend war.

Am Ende jedoch konnte womöglich nicht gesagt werden von Bewohnern und Angehörigen, woher dieser Typ wirklich kam. Jeder dachte, die anderen der Bewohner und Angehörigen kennen ihn, dabei kannte niemand ihn wirklich. Am Ende konnte also nur teilweise etwas über ihn zusammengetragen werden von der Kripo.

Vielleicht gab es von der Kategorie Rasta-Mann drei Personen oder mehr oder weniger. Wir wissen es nicht.

Dass die Kripo möglicherweise Lücken gefunden hat in ihrer damaligen Recherche, ist wahrscheinlich bei diesem Komplex-Fall. Dass es Lücken bei der anfänglichen Recherche vor 11 Jahren gab, ist allzu menschlich, egal wie professionell man im Prinzip vorgegangen ist.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

07.08.2026 um 22:39
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Dass die Kripo möglicherweise Lücken gefunden hat in ihrer damaligen Recherche, ist wahrscheinlich bei diesem Komplex-Fall. Dass es Lücken bei der anfänglichen Recherche vor 11 Jahren gab, ist allzu menschlich, egal wie professionell man im Prinzip vorgegangen ist.
bei der Menge an Personen, die dort in den verschiedenen Funktionen anwesend waren, denke ich das auch. Da gibt es 2 Ferienwohnungen, die Bewohner, die Gerickes und Freunde, die Konfirmationsvorbereiter, vielleicht für die auch Caterer, die schonmal Getränke liefern oder Tische gebracht haben, möglicherweise bringt sogar jemand Blumen, und von den Gästen in den FeWos (wenn die denn belegt waren) hat vielleicht jemand 'ne Pizza bestellt... in der Aufregung könnte schnell jemand durchgerutscht sein.
Und man kennt es doch. Es gibt diese unglaublich unauffälligen Typen, an denen man vorbeiläuft, denen man vielleicht noch ins Gesicht schaut, sich umdreht und sich nicht erinnert, wenn jemand fragen würde: Wie sah der eigentlich aus?

Da sind Schuppen, Ställe, Keller, jede Menge Gebäude und vieles ist auch einfach relativ unübersichtlich.
Das würde m.M.n. aber bedeuten, dass man es hier mit einem extrem kontrollierten, "coolen" Täter zu tun hat, der sein Ding durchzieht, quasi egal, was um ihn herum passiert


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

08.08.2026 um 00:13
Zitat von LeuchterLeuchter schrieb am 04.08.2026:Mal in eine andere Richtung gedacht. Weiß man ob die Gebäude auf dem Gelände durchsucht wurden? Meines Erachtens nach liegt der Fokus der Ermittlungen zu sehr auf einem Verschwinden im Wald.
Ich hatte dir ja auf deinen Beitrag schon geantwortet.

Nämlich das die Bild-Zeitung bereits am Montagabend um 17:30 Uhr, über die Aufnahme kriminalpolizeilicher Ermittlungen berichtete.

Nun habe ich den exakten zeitlichen Beginn, der Ermittlungen gefunden.

In der MDR-Doku Exactly, sagt man uns bei Minute 11:42, dass die Kripo 36 Stunden nach der ersten Polizei-Meldung, das Ermittlungsverfahren aufnahm.

(Video verlinke ich nicht nochmals, man findet es in der Video-Sammlung dieses Threads)


Also begannen die Ermittlungen parallel, mit der Fortsetzung der Absuche am Montagmorgen gegen 8 Uhr.


Dazu 2 Dinge:

Jedes Verschwinden eines Kindes, löst sofortige polizeiliche Maßnahmen in Form einer Suche aus.


Sofortige kriminalpolizeiliche Maßnahmen bei dem Verschwinden eines Kindes, werden nur ausgelöst, wenn ab Beginn des Falles Hinweise auf die Beteiligung Dritter vorliegen.

Das war bei Ingas Verschwinden, nicht der Fall.


Und die Erklärung dazu ist eine sehr einfache.

Von den rund 125tausend jährlich gestellten Vermisstenanzeigen, entfallen 60tausend auf Kinder und Jugendliche.

Das sind gewaltige 164 Fälle pro Tag......bundesweit.

Würde bei jedem ein sofortiges Ermittlungsverfahren eingeleitet, wäre ein großer Teil der bundesdeutschen Polizei lahm gelegt. Das kann die Polizei, in der Masse nicht stemmen.

Deshalb ist das Abwarten über den Sonntag hin, ob Inga nicht bei den Suchmaßnahmen gefunden wird, vernünftig und vertretbar.

Und die Aufnahme der Ermittlungen, in diesem von mir geschilderten Kontext, am Montagmorgen im Ergebnis als schnell zu bezeichnen.
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Da ist die Rede von einem Verschlag, der bei einem Spielplatz stand, nicht von einer Holzhütte neben dem Blechpferd. Also sind das zwei verschiedene Bauten an zwei verschiedenen Stellen? Und mit der jetzigen Bezeichnung "Schuppen" meinen die Ermittler dann den Verschlag am Spielplatz?
Da herrscht jetzt Verwirrung, die ich leider auch nicht auflösen kann.

Von der Wortwahl, würde ich vorsichtig folgendes ableiten:

Verschlag

Ein kleiner Raum, in dem ein Erwachsener kaum stehen kann. Dient nur dem abstellen von Gegenständen. Nur bedingt begehbar.


Schuppen

Ein etwas größerer Raum, begehbar. Allerdings dient er auch nur, dem wettersicheren Abstellen von Gegenständen.


Hütte

Großzügiger Raum. Meist rustikal mit Tisch/Bänken/Stühlen und einfachen Möglichkeiten für Speisen und Getränkezubereitung.



Eine Hütte würde ich neben dem Blechpferd annehmen. Man sieht Gardinen an den Fenstern...also wahrscheinlich innen eine rustikal wohnliche Einrichtung, wie oben bei "Hütte" beschrieben.
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Aber was war mit der Hütte neben dem Blechpferd? Gab es dazu mal irgendwo nähere Infos?
Über ihre Funktion, oder einen direkten Bezug zum Fall, habe ich in all den Jahren, noch nie etwas gelesen.


In der MDR Doku Exactly, bei Minute 3:10 sieht man die wohnlichen Gardinen, noch einmal besser.

Das Blechpferd existiert 2023 nicht mehr. Der Platz wo es stand, wurde mit einer Überdachung versehen, die eine darunter stehende Bankgruppe wettersicher macht.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

08.08.2026 um 00:27
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Die Faustregel heißt: Kinder können das 3fache ihres Lebensalters an Kilometern laufen. Für Inga hieße das also rund 15 km.
Was eigentlich nie berücksichtigt wird.

Inga hatte bei ihrem Verschwinden einen kompletten ereignisreichen, bewegungsintensiven Tag hinter sich. Da ist der Akku leer. Am nächsten Morgen, kann sie keinerlei Energie in Form eines Frühstücks zu sich nehmen. Trinkwasser steht ihr ebenfalls nicht zur Verfügung. Das bremst sie bei ihrer angenommenen Laufleistung wahrscheinlich sehr stark aus.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

08.08.2026 um 00:43
Zitat von EDGARallanPOEEDGARallanPOE schrieb:Inga hatte bei ihrem Verschwinden einen kompletten ereignisreichen, bewegungsintensiven Tag hinter sich. Da ist der Akku leer. Am nächsten Morgen, kann sie keinerlei Energie in Form eines Frühstücks zu sich nehmen. Trinkwasser steht ihr ebenfalls nicht zur Verfügung. Das bremst sie bei ihrer angenommenen Laufleistung wahrscheinlich sehr stark aus.
Ja, davon kann man ausgehen. Wenn auch Kinder bei Müdigkeit oft erstmal nochmal richtig aufdrehen ("nach müde kommt blöd").

Und: Es sei denn, sie ist so voller Adrenalin, dass sie ihren eigentlich leeren Akku nicht bemerkt.
Aber irgendwann kommt natürlich auch dann der absolute Tiefpunkt.


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08.08.2026 um 02:37
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Und man kennt es doch. Es gibt diese unglaublich unauffälligen Typen
Der Rasta-Typ ist so unauffällig! Erst nachdem ich mich an der roten Jacke orientiere, mich voll konzentriere und den Fokus wegnehme von allem anderen, fällt er mir in weiteren Szenen auf. Bei einer Szene musste ich meine Augen vom eigentlichen Geschehen komplett lösen und zwar war das die Szene mit den Bierkästen. Ich sah zuerst nur etwas Rotes huschen, weil ich auf den Vater mit dem Bierkasten geachtet hatte. Das im Bild einzufangen, war dann die nächste Schwierigkeit.

12:00

Der Rotbejacke ist in Begleitung einer Frau und geht im Hintergrund durch das Bild von links nach rechts.

IMG 3412Original anzeigen (0,6 MB)



Der Rotbejackte steht mit dieser Frau vor einem Haus und kann die Begrüßung der Familien anschauen.

IMG 3416Original anzeigen (0,6 MB)

—————

Der Rotbejackte hat Pause im Filmfall.

—————


18:00

Die Grillvorbereitungen beginnen. Ingas Mutter bringt das Blech mit Pizzaschnecken.
Ab der Vorbereitungsphase fürs Grillen zeigt sich der Rotbejackte wieder. Er geht nach rechts.

IMG 3409


Der Rotbejackte geht nach rechts weiter an der Hauswand entlang, während Ingas Mutter Friedas Wunde inspiziert.

IMG 3418


Der Aufruf bezüglich Sachen wegräumen durch die Kinder war kurz zuvor erschallt, damit die Feuerschale geholt werden kann vom Gastgeber. Ingas Vater hat die zweite Bierkiste geholt. Der Rotbejackte schreitet urplötzlich für noch nicht mal eine Sekunde von rechts nach links durchs Bild.

IMG 3419


Ingas Vater sagt, Lisa möge die Becher holen. Der Rotbejackte kommt plötzlich wieder von rechts nach links durchs Bild. Er hat seinen Weg fortgesetzt und schaut in Richtung Fernsehzuschauer. Sprecher: „Alle Familien sind involviert und groß und klein packen mit an.“ Der Rotbejackte trägt nichts.

IMG 3421



Der Rotbejackte hat gemütlich den Weg von links nach rechts geschafft und schlendert weiter.

IMG 3420


Der Rotbejackte geht nach hinten weg, blickt vorher aber kurz zu Inga und Inga in seine Richtung. Der Sprecher sagt genau in diesem Augenblick: „Inga scheint an diesem Tag zunächst immer unter Aufsicht zu sein.“

IMG 3424


Warum sollte die Kripo sich phantasievoll und komplett abseitig der Wahrheit ausdenken, dass da jemand bei den Familien herumwandelte, wenn es gar keine Hinweise dafür gab, dass die Anwesenden immer ein und denselben Mann sahen?

Es gab bekannte Bewohner, die beim Fußballspiel mitmachten, die aber nicht als solche zu identifizieren waren für den Fernsehzuschauer. Warum sollte dann andererseits die Kripo sich die Mühe machen, solche Bildszenen und Bildeinstellungen für den Schleicher nahezulegen im Drehbuch? Das ist kein Getümmel, das nenne ich das Herumschleichen einer schwer wiedererkennbaren Person.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

08.08.2026 um 06:01
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Der Rasta-Typ ist so unauffällig! Erst nachdem ich mich an der roten Jacke orientiere, mich voll konzentriere und den Fokus wegnehme von allem anderen, fällt er mir in weiteren Szenen auf.
In deinem Screenshot Nummer 2 ist doch der Kontext, den der Regisseur darstellen wollte, gut erkennbar.

Vor dieser Szene geht der Rasta-Mann an der Seite der Frau (rosa Umhängetasche), den Weg entlang.

Auch an der Seite des Mannes mit schwarzem Pullover und der cremefarbenen Hose, befindet sich eine Frau.


Hier werden 2 Bewohner des WH dargestellt, welche um die Mittagszeit besucht wurden.

DENN

In den Szenen kurz vor dem Grillen, haben die beiden Männer keine Begleitung mehr. Ihr Besuch hat den Hof bereits verlassen.


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08.08.2026 um 06:54
Entschuldigt bitte, dass ich nochmal ein wenig OT in den Faden reingrätsche.
Zitat von DiarmuidDiarmuid schrieb:Keine schöne Erfahrung für die Betroffenen wie auch nicht für uns als Klassenkameraden. Das hat uns echt geprägt.
Danke, ja das dieses Mitgefühl, Miterleben kenne ich von vielen aus meiner Klasse. Selbst die Klassenlehrerin hatte Tränen in den Augen, nachdem die Jugendhilfe den Beschluss der Schule mitteilte und ich die letzten Tage dort verbrachte. "Jugendwerkhof" war ein dunkler Begriff, so richtig wusste niemand, was da vorgeht, aber jeder empfand die Bedrohlichkeit.
Zitat von DiarmuidDiarmuid schrieb:Ob ein zu DDR Zeiten einschlägig bekannter Mensch, Inga etwas angetan hat, sollte sich doch rausfinden lassen. Da gibt es m.E. keine Barrieren, die die Ermittlung behindern sollten.
Ich vermute auf das wollte @sallomaender hinaus. Wenn die Stasi, wie in dem von ihm genannten Fall, die Ermittlungen an sich gerissen hat, um das Verbrechen aus ideologischen Gründen zu deckeln, kann es durchaus sein, dass die Akte noch in einem Sack voller Papierfetzen liegt.
Eine Verurteilung fand dann sicher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und auch diese Unterlagen wurden von der Stasi kassiert.
Gemunkelt wurde ja in der Bevölkerung trotzdem. 100% verborgen blieb es sicher nicht, wenn es Übergriffe auf Kinder gab. Geschwister, Eltern, Freunde von Opfern, die Opfer selbst, die vielleicht nichts sagen durften, aber gar nicht anders konnten.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Wichtig ist, dass bestimmte Verbrechen aus den genannten Gründen offenbar nicht an die große Glocke gehängt wurden, und möglicherweise war ja aus diesem Grunde jemand, der Kindern etwas Schlimmes angetan hat, offiziell aus ganz anderen Gründen in Jugendwerkhof oder anderswo untergebracht? Wie gesagt, bestimmte Verbrechen unterlagen nach meinen Informationen einem politischen/gesellschaftlichen Tabu in der DDR.
Halte ich für höchst unwahrscheinlich, weil dann die Gefahr zu groß war, dass es die Runde macht. Zumindest in Jugendwerkhöfen und Spezialkinderheimen. Jeder Neuzugang wurde von den Jugendlichen dort genau durchleuchtet, ggf. mit Gewalt oder unter Gewaltandrohung.
Einweisungsgründe konnte meiner Erfahrung nach kaum jemand verschleiern. Und wenn, dann nur kurz. Die entsprechenden Antennen waren sehr fein bei den Kids.
Aber beispielsweise in den Jugendgefängnissen war es Usus, dass bestimmte Straftäter in Absonderungen kamen. Die komplette Haftzeit.
Und das betraf genau die Straftaten von Jugendlichen, deren Bekanntwerden vom System als zu imageschädigend eingeordnet wurden.
Im Jugendhaus Halle saßen beispielsweise Mörder und Skinheads im Absonderungsblock. Komplett unsichtbar für alle anderen Insassen. Möglicherweise auch minderjährige Kinderschänder.

Eine Freundin meiner Mutter aus ihrer medizinischen Ausbildungszeit, arbeitete dann in einer psychiatrischen Klinik. Und sie erzählte, dass es eben dort "Patienten" gab, die eigentlich ins Gefängnis gehören. Aber solche Straftäter darf es ja in der DDR nicht geben. Die gibts nur im zerfallendem Westsystem. Und wer nicht ins sozialistische Menschenbild passte, kann ja nur krank sein.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Auf jeden Fall hatte stets das Bild vom "Sozialistischen Menschen" in der Öffentlichkeit Vorrang, der, anders als der Mensch im verderbten Westen, nicht zu bestimmten Taten neigte - der Täter im oben genannten Fall, Erwin Hagedorn, stammte pikanterweise aus einer SED-Musterfamilie.
Absolut und beides kombiniert, hatte dann die Übernahme der Ermittlungen durch die Stasi zur Folge. Da kann sich Einsicht schwierig gestalten, falls die Akte vernichtet werden sollte und noch nicht rekonstruiert wurde. Da wird ja immer noch fleißig zusammen"geklebt".


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

08.08.2026 um 12:53
Hallo,
ich bin neu hier. Mich persönlich berührt das Verschwinden von Inga ebenfalls. Ihr beschäftigt euch bereits länger damit und tauscht euch hier hinsichtlich eurer Vermutungen aus.
Was mir zu denken gibt ist, dass sich die Suche laut dem Beitrag bei Aktenzeichen XY von Beginn an sehr auf das Gelände in der Nähe des Waldgebietes und im Wald selbst fokussierte. Vllt war das zu einseitig gedacht.

Wäre es möglich gewesen, Inga vom Spielplatz Richtung Straße zu locken?
Gibt es einen Weg, der vom Spielplatz Richtung Parkplatz oder Straße führt?
Ich würde mir wünschen, dass diese Option beleuchtet würden, falls nicht bereits erfolgt.

Falls hier Erwachsene, die an dem Tag als Kind den Hof besuchten, mitlesen, könnten eure Erinnerungen sehr wertvoll sein. Deshalb richten sich meine Fragen an dich.

Hast du als Kind einen oder mehrere Erwachsene auf dem Spielplatz wahrgenommen, die in keiner Verbindung zu euch Kindern standen?
Fühltest du dich als Kind auf dem dortigen Spielplatz beobachtet?
Gab es einen Erwachsenen oder Erwachsene, die versuchten Kontakt zu euch aufzunehmen?
Falls ja, welches Gefühl gab dir dieser Kontakt ?
Gab es dort Situationen/Begegnungen mit Erwachsenen, die du als Kind als seltsam/unangenehm/freudig/angenehm empfandest?
Vllt eine Begegnung mit einem Erwachsenen, der/die freundlich auf dich zuging und den Kontakt zu dir suchte?
Versuchte Kontakt zu dir aufzubauen und dir etwas im Auto oder an der Straße zeigen wollte etc.?
Gab es eine Begegnung mit einem Erwachsenen, der/die dich versuchte dazu zu bewegen, ihm/ihr in eines der Gebäude auf dem Gelände zu folgen?
Wie fühltest du dich bei solchen Begegnungen auf dem Gelände?

Ich persönlich denke hier möglicherweise auch an eine Frau, die als Erstkontakt zu Inga gedient haben könnte, da kleine Mädchen in Gegenwart von nett wirkenden Frauen schnell Vertrauen fassen. Zudem fällt eine Frau auf dem Spielplatz auch nicht so schnell auf, wie ein Mann ohne dazugehöriges Kind.

Vielen Dank für das Mitlesen und das Auffrischen deiner Erinnerungen.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

08.08.2026 um 13:40
Zitat von LumiraLumira schrieb:Hast du als Kind einen oder mehrere Erwachsene auf dem Spielplatz wahrgenommen, die in keiner Verbindung zu euch Kindern standen?
... auf dem Spielplatz, auf dem Sport- und Grillplatz, am Gastgeberhaus und auf dem Weg zwischen Gastgeberhaus und den Plätzen - würde ich ergänzen.

... in keiner Verbindung. Das war damals bestimmt schwer einzuordnen. Für mich wären das generell alle, ausser den 3 Elternpaaren. Und sogar da frage ich mich, warum sich Inga beim Flaschentragen ausgerechnet der Gruppe "fremder Männer" angeschlossen hat. Ja, sie wusste, dass die beiden Männer für diesen Tag zu den Freunden gehören würden. Aber sie "kannte" sie doch erst wenige Stunden (wenn man mal vom vorangegangenen Besuch absieht, wo sie 3 Jahre alt war).


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08.08.2026 um 14:48
@Lumira Willkommen hier im Inga-Thread!

Ich persönlich hatte schon mehrmals geschrieben, dass ich Hoffnung auf die damaligen Kinder setze, die nun erwachsen sein dürften.

Deine Fragen an diese jungen Erwachsenen finde ich sehr gut formuliert und zielführend. Wir hatten vor einiger Zeit hier im Thread einige Beiträge von jemandem, der sich als zu der genannten Gruppe gehörig vorstellte. (Das kann hier nicht einfach jeder so behaupten, Insider dürfen sich hier nur als solche äußern, wenn die Verwaltung des Boards den Insiderstatus überprüft hat, was hier wohl erfolgt war.)

Derjenige sah sich hier mit einer Fülle von Fragen konfrontiert; vielleicht gab es auch andere Gründe, warum er seit einiger Zeit hier nicht mehr mitschreibt.

Wenn derjenige hier noch mitliest, könnten Deine Fragen ein guter Leitfaden sein, hier vielleicht doch noch etwas aus damaliger Kindersicht mitzuteilen oder dies auch, unabhängig davon, den Behörden mitzuteilen.

Familiäre Loyalitäten sind allerdings idR langfristiger und auch tiefer als manche Freundschaften und Kollegenverhältnisse- insofern kann man nur hoffen, dass nicht unausgesprochene Regeln der Herkunftsfamilien damalige Kinder immer noch davon abhalten, sich umfassend zu äußern.

Nicht etwa, weil die Eltern für eine Tat verantwortlich sind, sondern weil man vielleicht beschlossen hat, mit der Sache abzuschließen oder vor anderen nicht in das Scheinwerferlicht geraten will.

Hoffen wir, dass jemand aus der genannten Gruppe den Mut findet, etwas bislang noch nicht Bekanntes mitzuteilen.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

08.08.2026 um 14:57
@Kuno426
Danke für deine Ergänzung.

Ich denke, dass die Erinnerungen der Kinder, die sich an dem Tag auf dem Hof aufgehalten haben, Licht ins Dunkle bringen können. Kinder sind aufmerksam und merken sich Situationen, Begegnungen, Sätze und Worte, die gefallen sind, denen Erwachsene oft nicht viel Bedeutung beimessen.
Deswegen hoffe ich, dass die Kinder von damals ihre Erinnerungen abrufen können und alle Situationen in Verbindung mit Erwachsenen, die sich seltsam, unangenehm, unsicher, freudig, aufregend, neugiererweckend, tröstlich anfühlten, wieder vor Augen haben.


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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst

08.08.2026 um 15:35
Zitat von LumiraLumira schrieb:Ich denke, dass die Erinnerungen der Kinder, die sich an dem Tag auf dem Hof aufgehalten haben, Licht ins Dunkle bringen können.
Ja, das hoffe ich auch. Weiss aber nicht, wie man nach all den Jahren und innerfamiliären Diskussionen unverfälschte Erinnerungen hervorholen könnte. Ein Beispiel dafür war (anscheinend. Vllt weil es erst später für die Öffentlichkeit bekannt wurde?) , dass sich Ingas Bruder erinnerte, dass Inga ungewöhnlich ruhig gewesen wäre.
Aber wie war das abends? Die Jungs, 13 und 15 Jahre alt glaub ich, spielten am Feuer mit anderen Jungs. Die 8jährige Freya ging mit einem Mädchen Inliner fahren... Die müssten also schon früher etwas bemerkt haben. Für mich ist daher die Verteilung der "Vorbereitungsaufgaben" an die einzelnen Grüppchen ein interessanter Zeitpunkt! Wer, was, warum, mit wem tun sollte oder wollte. Inga nicht "in der Gruppe" ihrer Mutter oder ihres Vaters.
Bitte nicht falsch verstehen - es gibt herzensgute kinderliebe Freunde und Bekannte! Und auch kleine Kinder, die gern neue, herausfordernde Augaben übernehmen. Aber dass Inga nach dem langen Tag, dem bevorstehenden Essen und nach der Beschreibung, dass sie sich ungewöhnlich ruhig verhalten hätte, von selbst auf Entdeckungsreise gegangen wäre, kann ich nicht so recht glauben.

Interessant wären für mich auch die Beschreibungen der Kinder, wie sie den ganzen Tag erlebt haben. Ob sie sich herzlich willkommen fühlten oder ob sie sich selbst überlassen waren ("wie eine kleine Elfe"). Auch das wieder ohne Wertung. Ist ja alles okay an einem sicheren Ort. Eine kleine Auszeit für alle. Aber Kinder spüren ja, ob sie willkommen sind oder nur dabei sind.


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