Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst
01.06.2015 um 11:13
Es wäre demnach noch interessant zu wissen, wo genau die Hunde die Spur verloren haben. Wenn es "mitten im Wald war" dann wäre dies in der Tat für den etwaigen "Abgreifort" (ich hasse dieses Wort, man möge mir verzeihen) recht seltsam. Sollte es direkt auf dem Grillplatz oder dem Spielplatz geschehen sein, dann gäbe es durchaus Möglichkeiten mit einem Auto dorthin zu gelangen.
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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst
01.06.2015 um 11:32
Mantrailer sind in der Lage, die individuelle Geruchsspur eines Menschen auszuarbeiten. Dies nicht nur auf weichem Untergrund wie Wiese, Feld oder Waldweg, sondern bspw. auch auf Asphalt, Pflaster oder Beton. Sie benötigen demnach keine Bodenverletzung (wie reine Fährtenhunde, die sich am Zersetzungsgeruch zertretener Mikroorganismen und Pflanzenteile als Leitgeruch orientieren).
Das bedeutet: wird eine Person z.B. durch eine Fußgängerzone getragen - oder bspw. auch auf Schubkarre geschoben - so kann ein Personenspürhund deren Spur dennoch verfolgen ... die Person braucht also den Boden gar nicht zu betreten. Dies funktioniert, weil sich die Hunde, vereinfacht ausgedrückt, an den ca. 40.000 Geruchspartikeln orientieren, die jeder lebende Mensch pro Minute an seine Umwelt abgibt!
Hunde können sehr wohl die Richtung einer menschlichen Geruchsspur erkennen - der Hund stammt vom Wolf ab und wenn der Wolf nicht die Richtung erkennen könnte, in die ein Beutetier gelaufen ist, würde er verhungern.
Ansonsten würde mantrailing gar nicht funktionieren!
Geht ein Mensch in den Wald und kehrt er auf dem gleichen Wege zurück, so erkennt ein Hund dies zweifelsfrei - unabhängig davon, ob dies gleich oder bspw. erst nach zwei Stunden passiert ist.
Stößt ein Hund z.B. in einem 90°-Winkel auf eine menschliche Geruchsspur, so kann er in aller Regel innerhalb von vlt. 10 m erkennen, in welche Richtung sich der Mensch bewegt hat!
Je höher das Tempo, mit dem sich ein Mensch bewegt, desto schwieriger dürfte es für einen Hund werden, die Richtung zu erkennen und der Spur zu folgen. Dies hängt, ebenfalls vereinfacht ausgedrückt, mit der jeweiligen Dichte der hinterlassenen Geruchspartikel zusammen. Skateboard oder Roller sind noch kein Problem, normales Fahrrad auch nicht - bei Motorrädern oder Autos wird's dann schnell kritisch, weil sich die Geruchspartikel dabei innerhalb weniger Sekunden/Sekundenbruchteile über vergleichsweise lange Strecken verteilen.
Nicht 40 Hunde haben sich abgelegt - weil ein Großteil der eingesetzten Hunde Flächensuchhunde der DRK-Rettungshundestaffeln waren, die gar keiner individuellen Geruchsspur folgen, sondern allgemein irgendeine menschliche Witterung suchen.
Keine Ahnung, wieviele mantrailer tatsächlich vor Ort waren .... ich würde jedoch vermuten, dass man die durchaus an den Fingern einer Hand abzählen kann?
"Ablage" ist bei mantrailern/Personenspürhunden oft eine Anzeige dafür, dass die verfolgte menschliche Geruchsspur nicht mehr weiterführt. Dies kann bedeuten, dass die Spur abgerissen - die gesuchte Person also bspw. in ein Auto gestiegen ist. Es gibt aber durchaus noch andere sachlich-begründete Erklärungen für diese Art der Anzeige, die allesamt nichts mit Fehlern oder Versagen des Hundes zu tun haben.
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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst
01.06.2015 um 11:45
Kann der Hund die Richtung der Spur erkennen?
In der Natur ist es von Bedeutung, dass der Hund die Richtung einer Spur erkennen kann, damit er nicht energieverschwendend in die falsche Richtung läuft.
Tiere sind jedoch nicht für das Leben auf Asphalt geschaffen. Auf unbefestigtem Boden ändert sich ständig die Flora sowie die dort lebenden Klein- und Kleinstlebewesen. Läuft nun ein Tier von Punkt A nach Punkt B, so wird dabei der Boden in eine bestimmte Richtung beschädigt. Geruchsspuren von Punkt A werden vom Tier Richtung Punkt B getragen. Bildlich beschrieben registriert der Hund, dass Partikel von Punkt A (eben noch geschnuppert) nun in geringer Konzentration an Punkt B vorkommen. Auf Asphalt ist das in der Form nicht möglich.
Hier ist es für einen Hund sehr schwierig, sich an den minimalen Geruchsspuren zu orientieren. Eine Orientierung aufgrund des Alters einer Spur ist nur schwierig möglich- wenn, dann registriert der Hund recht spät, dass die Spur gegebenenfalls in der anderen Richtung verläuft.
Der Zeitunterschied zweier Punkte, welche 300m auseinanderliegen beträgt bei normalem Gehtempo gerade mal 5 Minuten. Trotzdem können gut ausgebildete Trailer in der Lage sein, auch auf Asphalt die Richtung zu erkennen.
Studien hierzu gibt es nicht.
Die in Amerika gewonnenen Erfahrungswerte besagen, dass auf weichem Bodengrund fast alle Hunde in der Lage sind, die Richtung der Spur herauszufinden. Auf Asphalt können es einige Hunde mit hoher Treffsicherheit, andere haben eine Trefferquote im Zufallsbereich.
Ich glaube kaum, dass ein Hund auf wenigen Metern anhand des Trailaltersunterschiedes erkennen kann, wohin die Trail geht.......
Logisch erscheint mir hingegen, wenn der Hund nach mehreren Hundert Metern mitbekommt, dass die Spur älter wird. Aber beim Ansatz im 90°-Winkel diese Entscheidung zu treffen finde ich, geht was die Logik betrifft in den Hokuspokusbereich.
Diese und weitere Details zum Mantrailing: http://www.nasenarbeit.de/html/mantrailing.html
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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst
01.06.2015 um 11:49
Ich hoffe, die Ermittler drehen sich nicht so im Kreis wie wir.
Wenn es einen Täter gibt, muss er ja aus diesem Gebiet kommen oder jemanden dort besucht haben.
Dass jemand, der mit der Einrichtung nichts zu tun hat, anreist, um einen schönen Tag dort zu verbringen und ganz nebenbei ein Kind mitnimmt, halte ich für ausgeschlossen.
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Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst
01.06.2015 um 12:03
Mantrailer wurden nicht direkt am ersten Abend eingesetzt sondern erst am Dienstag.
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