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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.143 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, Radio ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

13.11.2018 um 22:36
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Gibt es die wirklich?
Ich sehe entlastendes für Herrn Mazurek aber welche starken Indizien gibt es für einen anderen Täterkreis die man ihm nicht auch zuordnen könnte?
Darüber kann ich nicht reden.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

13.11.2018 um 23:55
@2r2n

Es gibt seit 2011 eine Spezialregelung im GVG.

Der Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren ist gerichtsbarkeitsübergreifend in den §§ 198 ff. GVG geregelt und ist für alle Verfahrensordnungen gültig - also auch die ZPO.

Was überlang ist wird im Einzelfall entschieden. Der BGH sieht eine unmotivierte Verfahrensverlängerung von 12-20 Monaten als Richtwert.
Der Anspruch muss per Klage eingebracht werden. Das ist aber leider keine Devolution (Übertragung vom säumigen auf ein anderes Gericht)...

Grundsätzliches im wiki:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rechtsschutz_bei_%C3%BCberlangen_Gerichtsverfahren_und_strafrechtlichen_Ermittlungsverfahren

Gruß EK


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

18.11.2018 um 13:21
Hallo zusammen,
befindet sich hier jemand, der aus der Region Schondorf kommt bzw. der dort wohnt?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

18.11.2018 um 13:53
@SirMarvel
Meinst Du jetzt aktuell? Oder damals?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

18.11.2018 um 13:57
@Jacksy24: Jetzt aktuell :)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

18.11.2018 um 16:48
@robernd

Welche Dinge gibt es insgesamt, die gegen Ps Version sprechen und M entlasten wuerden?

- das Loch wurde tatsaechlich im August gegraben, P sagte, es sei September gewesen
- das Loch wurde mit einem Pickel und einer Schaufel gegraben, P sagt, es sei ein Spaten gewesen
- P konnte die Stelle nicht finden, uebernahm Fehler aus Zeitungsbericht


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

18.11.2018 um 20:35
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Welche Dinge gibt es insgesamt, die gegen Ps Version sprechen und M entlasten wuerden?

- das Loch wurde tatsaechlich im August gegraben, P sagte, es sei September gewesen
- das Loch wurde mit einem Pickel und einer Schaufel gegraben, P sagt, es sei ein Spaten gewesen
- P konnte die Stelle nicht finden, uebernahm Fehler aus Zeitungsbericht
Der damalige OStA gab eindeutig zu verstehen, dass er P nicht für fähig gehalten habe ein Loch dieser Dimensionen zu graben.

und zusätzlich die möglichen Motive für Belastungseifer:

- DM 30.000.- als Belohnung ausgelobt
- die Geschichte mit dem Citroen und den Scheinwerfern und die anschließende Anzeige durch WM
- last but not least soll Mazurek im Frühjahr 1981 öfters bei Frau P zu Besuch gewesen sein und zwar bis in die Nacht. Der Gatte war entweder in Haft oder in Berlin. "Das Haus sei sehr hellhörig gewesen" sagte ein Zeuge. Das wäre doch ein klassisches Motiv. Warum interessierte sich seine Verteidigung nicht dafür?

Eine Gesamtschau dieser Motive ergäbe eine klare Motivation M zu belasten, als er merkte, dass er sich damit selber belastete und keine Belohnung bekommen würde kam der Widerruf.

Gruß EK


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

18.11.2018 um 21:54
@ErwinKöster

Dazu hat ihm ein leitender Polizist wohl auch noch einen Job angeboten, wenn man dem Brief glauben kann.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

19.11.2018 um 20:20
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Welche Dinge gibt es insgesamt, die gegen Ps Version sprechen und M entlasten wuerden?
- das Loch wurde tatsaechlich im August gegraben, P sagte, es sei September gewesen
- das Loch wurde mit einem Pickel und einer Schaufel gegraben, P sagt, es sei ein Spaten gewesen
- P konnte die Stelle nicht finden, uebernahm Fehler aus Zeitungsbericht
50 Tage lang hat die Polizei P. immer wieder aus dem Gefängnis zum Verhör geholt. Naturgemäß sind seine Erklärungen deshalb beliebig widersprüchlich. Das reicht von der Beschreibung der in der Erde steckenden Kiste (bemerkenswerter Weise ohne Lüftungsrohre) am unbekannten Vergrabungsort bis zum Hinweis, dass er die Polizei im Wald spazieren geführt habe.
Was ins Konzept passt, hat das Gericht für wahr erachtet. Die Ermittler jedoch haben allen Aussagen praktisch den Wahrheitsgehalt Null zugewiesen. Aus meiner Sicht dürfte keine Aussage des P. berücksichtigt werden.
Zitat von ErwinKösterErwinKöster schrieb:- last but not least soll Mazurek im Frühjahr 1981 öfters bei Frau P zu Besuch gewesen sein und zwar bis in die Nacht. Der Gatte war entweder in Haft oder in Berlin. "Das Haus sei sehr hellhörig gewesen" sagte ein Zeuge. Das wäre doch ein klassisches Motiv. Warum interessierte sich seine Verteidigung nicht dafür?
Natürlich waren diese Aussagen der Verteidigung bekannt. Es gibt auch im Urteil Ausführungen darüber, die zurückhaltend bewertet sind: "Ob der Angeklagte M. auch intime Kontakte zu Frau P. unterhielt, konnte offen bleiben."
Aus einem öffentlichen Forum sollten wir das Intimleben von Frau P. prinzipiell heraus halten.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

19.11.2018 um 20:34
@robernd

Ja, da passt vieles nicht zusammen. Wenn P nicht mitgeholfen haben will, die Kiste in das Loch herunterzulassen, wer dann? Aber dann soll M noch einmal das voellig unnoetige Risiko eingegangen sein, P zur Kiste zu fuehren?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

19.11.2018 um 22:24
Zitat von roberndrobernd schrieb:"Ob der Angeklagte M. auch intime Kontakte zu Frau P. unterhielt, konnte offen bleiben.
Das ist nicht das einzige das offengelassen wurde. Diese Sichtweise ist etwas selektiv.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Aus einem öffentlichen Forum sollten wir das Intimleben von Frau P. prinzipiell heraus halten.
Nach längerer Überlegung kam ich zum Schluss: es geht nicht anders. Unter der Voraussetzung, dass sie heute einen der Öffentlichkeit unbekannten Namen trägt. Die Geschichte ist a) nicht von den handelnden Personen trennbar und b) mE zu wichtig um sie nicht anzuführen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.11.2018 um 18:27
Zitat von ErwinKösterErwinKöster schrieb:Nach längerer Überlegung kam ich zum Schluss: es geht nicht anders. Unter der Voraussetzung, dass sie heute einen der Öffentlichkeit unbekannten Namen trägt. Die Geschichte ist a) nicht von den handelnden Personen trennbar und b) mE zu wichtig um sie nicht anzuführen.
Warum hat Mazurek diesbezüglich nichts ausgesagt ? Fehlte der Verteidigung das Vorstellungsvermögen, das dieser Sachverhalt entlastend sein könnte? Oder war Mazurek peinlich das zuzugeben?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

20.11.2018 um 18:42
Zitat von SirMarvelSirMarvel schrieb:Warum hat Mazurek diesbezüglich nichts ausgesagt ? Fehlte der Verteidigung das Vorstellungsvermögen, das dieser Sachverhalt entlastend sein könnte? Oder war Mazurek peinlich das zuzugeben?
Mazurek hat von seinem Anwalt aufgetragen bekommen, während des Strafverfahrens nichts zu sagen. Das hatte vermutlich prozessuale Gründe. Dass es den Sachverhalt gab, wussten auch die Richter, aber sie haben dem keine Bedeutung beigemessen, wie bei so vielen Dingen, die Pfaffinger als vermutlich nicht tatbeteiligt erscheinen lassen. Das Hauptargument für Pfaffinger war der aus den Akten aufleuchtende mögliche reale Erlebnis Hintergrund seines "Geständnisses". Alles was dagegen sprach, wurde ausgeblendet.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.11.2018 um 11:14
@2r2n
@SirMarvel

(Unter dem Vorbehalt dass ich nicht die Kenntnisse der Parteienvertreter habe):

Dass ein Mandant keine oder nur vorgegebene Aussagen macht ist nicht ungewöhnlich. MA hat ja auch nur am Prozessbeginn seine vorgefasste "Erwiderung" vorgetragen. Vielleicht war der Verteidigung schon vorher bewusst, dass ihr Mandant nicht unbedingt als Sympathieträger erscheinen würde, deshalb wurde die Geschichte außen vor gelassen?
Das Gericht hat sich (meine Meinung) auch möglicherweise nicht dafür interessiert weil es nicht musste; der Mündlichkeitsgrundsatz sagt dass nur mündlich in der Verhandlung Vorgetragenes in die Entscheidungsfindung einfließen darf. Wenn diese Episode also nur in den Akten zu finden war, aber nicht vorgetragen wurde war es ein leichtes sie unbeachtet zu lassen. Das Motiv Eifersucht ist aber so klassisch, dass (meine Meinung) ich doch vor Gericht zumindest die Aussagen der Beteiligten hätte verlesen lassen. Dann hätte man zumindest zusätzlich zu den bereits angeführten Fragwürdigkeiten der Aussagen des P (Motive Belohnung und Rachsucht) noch eine gewichtige gehabt.

Gruß EK


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.11.2018 um 11:53
Zitat von 2r2n2r2n schrieb:Mazurek hat von seinem Anwalt aufgetragen bekommen, während des Strafverfahrens nichts zu sagen. Das hatte vermutlich prozessuale Gründe. Dass es den Sachverhalt gab, wussten auch die Richter, aber sie haben dem keine Bedeutung beigemessen, wie bei so vielen Dingen, die Pfaffinger als vermutlich nicht tatbeteiligt erscheinen lassen. Das Hauptargument für Pfaffinger war der aus den Akten aufleuchtende mögliche reale Erlebnis Hintergrund seines "Geständnisses". Alles was dagegen sprach, wurde ausgeblendet.
Ein Geständnis, dass inhaltlich Fragen bzgl. Glaubwürdigkeit des Zeugen aufwirft ist alleine schon ein Grund es nicht zu akzeptieren bzw. es zumindest mit gebotener Vorsicht anzuschauen. Aber ein solch offenkundig fragwürdiges Geständnis, dass dann auch noch widerrufen wurde, überhaupt zu würdigen ist ein Skandal ersten Ranges.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.11.2018 um 11:56
In der SZ las ich einmal über WM und der Urteilsbegründung:

(...) "Zeugen hatten ihn vor der Entführung beobachtet, wie er mit dem Spaten unterwegs war. Er hatte verblüffend genaue Kenntnisse von der Größe und der Tiefe des Loches, von der Bodenbeschaffenheit, vom Aussehen der Kiste."

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bayern/prozess-fall-ursula-herrmann-die-suche-nach-der-wahrheit-geht-weiter-1.3032817-2

Meine Frage: was ist da dran? Wo sind die Belege, dass WM dies wusste, also Größe des Lochs, Beschaffenheit und Aussehen der Kiste? ich habe selbst (was nichts heißt) dazu nichts finden können. Auch heißt es WM sei mit Spaten gesichtet worden, ich habe nur Beleg bzgl. P. gefunden. ist das Ergebnis oberflächlicher Recherche oder stimmt es?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

21.11.2018 um 18:30
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:(...) "Zeugen hatten ihn vor der Entführung beobachtet, wie er mit dem Spaten unterwegs war. Er hatte verblüffend genaue Kenntnisse von der Größe und der Tiefe des Loches, von der Bodenbeschaffenheit, vom Aussehen der Kiste."
Das Zitat bezieht sich auf Pfaffinger und nicht auf Mazurek. Ist im Text der SZ nicht ganz eindeutig erkennbar. Aber wenn man genau liest, wird es klar.
Pfaffinger hatte seine Kenntnisse bekanntlich aus der Zeitung. Das hat er sogar selbst in einer Vernehmung angegeben: "Ich habe alles gelesen, was man über das Verschwinden von Ursula in der TZ und der AZ finden konnte." Das sagte er in seiner Vernehmung vom 3.3.82 und gibt dabei auch noch Illustrierte wie Quick oder Neue Welt an.


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22.11.2018 um 15:49
@2r2n
Danke für die (von mir vermutete) Klarstellung. Das seltsame ist nur, dass der Artikel in dre SZ überschrieben ist mit "Mazurek wusste erstaunlich viel über die Kiste und das Loch". Das hat mich verwirrt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.11.2018 um 16:05
@EdgarH
Ja, das stimmt. Das ist wirklich missverständlich. Eigentümlich, denn der Autor, Herr Holzhaider, ist in der Regel recht gut informiert. Allerdings ist er auch nach wie vor von der Täterschaft Mazureks überzeugt und lässt sich auch nicht davon abbringen, wenn man ihm sagt, dass weit und breit kein Mittäter in Sicht ist. Vielleicht hat seine Überzeugung zu der verwirrenden Zwischenüberschrift geführt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

22.11.2018 um 17:16
Zitat von SirMarvelSirMarvel schrieb am 18.11.2018:befindet sich hier jemand, der aus der Region Schondorf kommt bzw. der dort wohnt?
Ja, ich 🙂


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