Zitat von Pusteblume2026Pusteblume2026 schrieb:Eine Überlegung wäre zum Beispiel, dass bestimmte Personen aus dem Umfeld des LEH damals zwar Kenntnisse über Teile der Tat, über Abläufe oder über einzelne Hintergründe hatten, aber deswegen nicht automatisch die eigentlichen Täter gewesen sein müssen. Vielleicht waren manche lediglich Mitwisser, haben Gerüchte gehört, nachträglich Informationen erfahren oder einzelne Details gekannt, die später sehr belastend wirkten. Gerade in kleinen sozialen Strukturen verbreiten sich Informationen manchmal schneller, als man denkt. Wenn einzelne Jugendliche oder junge Erwachsene damals Bruchstücke mitbekommen haben, könnte das später den Eindruck erzeugt haben, sie müssten direkt beteiligt gewesen sein, obwohl die eigentlichen Haupttäter möglicherweise ganz woanders zu suchen wären.

Also ich bin generell für jedwede Hypothese, Theorie oder sonstigen Erklärungsansatz in Richtung Jugendliche/jugendliche Erwachsene/LEH usw. offen. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch betonen das meine eigenen Überlegungen bisher zu keinem Ergebnis geführt haben. Selbst nach längerer Betrachtung ergab nichts irgendwo einen Sinn, alles war irrational und unnötig, ein ständiges Drehen im Kreis.

Deshalb kann ich auch diesem obigen Ansatz momentan nicht wirklich etwas abgewinnen bzw. müsste das natürlich viel detaillierter formuliert werden. Was genau sollten Personen vom LEH denn mitbekommen haben, welche Gerüchte gehört haben, von was genau sollen sie etwaige Mitwisser gewesen sein usw. usf. Es stellt sich dann außerdem die entscheidende Frage wenn ein gewisser Personenkreis etwas vernommen haben sollte warum haben sie dann geschwiegen wenn sie nicht involviert waren auf irgendeine Art und Weise? Sie hätten ihre Beobachtungen/Hörensagen/Wissen einfach der Polizei mitteilen können und fertig.

Zitat von Pusteblume2026Pusteblume2026 schrieb:Ein weiterer Gedanke: Vielleicht war der Fall insgesamt arbeitsteiliger organisiert, als man bisher annimmt. Also keine einfache Einzeltätergeschichte, sondern mehrere Personen mit unterschiedlichen Rollen. Der eine organisiert etwas technisch, der nächste übernimmt Beobachtungen, wieder jemand anders kümmert sich um Transport oder Kommunikation. Dadurch könnte auch erklärbar werden, warum manche Dinge bis heute widersprüchlich oder schwer nachvollziehbar erscheinen.

Dieser Ansatz wäre vom Grunde her erst einmal nicht abwegig. Allerdings ergeben sich daraus dann auch wieder Widersprüche gerade was die Kommunikation mit der Familie Herrmann angeht. Weil was sollte dann dieser Blödsinn mit diesen ellenlangen Erpresserbriefen und seltsam gespickten Details, die Durchdruckspuren von Wahrscheinlichkeitsbaum, die Erpresseranrufe mit dem Bayern 3 Jingle usw. Alles nur Jux-und-Dollerei oder gar bewusste Taktik des oder der Täter um die Polizei abzulenken, irrezuführen oder wollten sie am Ende nur Psychoterror betreiben?

Und wie passt eine solche irrationale Vorgehensweise wiederum mit dem völlig rationalen, planvollen, Tatvorbereitungen angefangen beim Graben eines entsprechenden Erdlochs im Weingarten über den Bau, Ausstattung, Transport und Verbringung der Kiste dorthin zusammen? Warum sollten, eine arbeitsteilige Vorgehensweise vorausgesetzt, Profis oder planvolle Täter dann gleichzeitig mit solch dilettantischen Amateuren zusammenarbeiten die rational anscheinend nichts auf die Reihe bekommen? Man könnte jetzt noch ewig so weitermachen.

Das Ende vom Lied: Fragen über Fragen auf die es weder eine Antwort noch eine logische Erklärung gibt...!

Zitat von Pusteblume2026Pusteblume2026 schrieb:Ich glaube deshalb, dass man bewusst versuchen sollte, gedanklich noch einmal ganz von vorne anzufangen – ohne sich sofort auf die bekannten Namen oder die bekannten Theorien festzulegen.

Man müsste mal so eine Art Brainstorming machen und versuchen alle bekannten Fakten, Details etc. niederschreiben, sortieren, kategorisieren und einordnen weil der Fall ist unglaublich komplex. Wichtig wäre auch mal einen detaillierten chronologischen Verlauf, also mit Datum und Uhrzeit, zu erstellen an dem man sich orientieren kann. Denn so mancher Gedankengang ergibt schon aus zeitlicher Sicht keinen Sinn oder stellt einen Widerspruch dar.