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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

09.08.2018 um 19:44
SirMarvel schrieb:
Was wäre denn eigentlich, wenn nun ein anderer Täter gefunden würde? Wäre der Fall dann verjährt und würde nicht mehr verfolgt? Warum gibt es überhaupt eine "Verjährung" bei solch schlimmen Kriminalfällen
Der hier verhandelte Tatbestand verjährt nach 30 Jahren. Diese Frist wird nur dann unterbrochen und beginnt neu zu laufen wenn innerhalb ihres Zeitraumes gegen Verdächtige ermittelt wird. Hätten wir also jetzt völlig neue Verdächtige, gegen die bis 2011 keine Ermittlungshandlungen getätigt wurden nützt das nichts mehr. D.h. neue Ermittlungen sind unter EMmTF nicht mehr sinnvoll.

Anders sähe es bei Mord aus. Der verjährte in D ursprünglich nach 20 Jahren wurde aber wegen der NS-Verbrechen von der Verjährung ausgenommen. Das hat den - auch für uns relevanten Nebeneffekt - dass gegen Dritte weiter ermittelt werden kann.
2r2n schrieb:
Wir können @ErwinKöster nochmal fragen, wie er das sieht, aber ich denke der bedingte Vorsatz, den ich in meinem Brief beschrieben habe und den wir hier ja auch schon im Vorfeld diskutiert haben, wird von justiziabel denkenden Menschen so interpretiert, wie er besser in ihr Denksystem passt
Das Problem ist dass diese Abgrenzungen sehr schwierig zu treffen sind. Es gibt dazu die Judikatur des BGH, die dem Eventualvorsatz eher grösseren Spielraum einräumt; und es gibt dazu die berüchtigten Lehrmeinungen, die zT kritisch und restriktiv, zT zustimmend sind. Ich stelle euch gerne in den nächsten Tagen die wichtigsten Positionen zusammen.

Dass hier bedingter Vorsatz vorliegt ist natürlich erstmal meine Interpretation, nach logischen Gesichtspunkten. Sie ist auch grundsätzlich mit dem BGH im Einklang. Wenn nach Aussage des Gerichts bereits die Verbringung in ein unterirdisches Gefängnis nebst objektiv untauglicher Belüftung usw "nahe am Mord" war, dann müsste bei zusätzlicher unsachgemässer Verabreichung einer zu hohen Dosis Lachgas diese Schwelle überschritten sein. Ein derart hohes Mass an objektiver Sorgfaltverletzung zeigt ja eigentlich schon ein billigend in Kauf nehmen. Problem: Beweise.

@robernd

Das mit dem Schiff würde dann ja zeitlich passen.

Gruss EK


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SirMarvel
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11.08.2018 um 20:36
Bezüglich dem offenen Brief: "Durch neue Denkansätze und neue Untersuchungsmethoden hat sich ein neuer, sehr deutlicher Tatverdacht ergeben". Was genau ist das für ein Tatverdacht?

Nun meine Meinung zum Spur-Spur Treffer:
Das Bence Toth Probleme mit seiner Tante hat, wusste fast jeder. Jeder in der Tiefgarage, befreundete Gastronomen der Tante, Freunde, selbst Besucher. Es wäre auch für ihn zu erwarten, das er sofort und unmittelbar in den Fokus der Tat rückt. Für so dumm halte ich ihn nicht. Ich glaube auch nicht, das er zu solch einer Aggression gegen ein engstes Familienmitglied einfach so fähig wäre und sich daran die Finger schmutzig machen würde, geschweige denn danach(!!) in Ruhe das Testament anschaut. Wäre die Tat wie vermutet abgelaufen, müssten sich überall verschmierte Blutspuren befinden, denn es ist kaum möglich, an den ganzen großen und kleinen Bluttropfen des Schlachtfelds auf dem Marmor vorbeizulaufen. Und jemand der Handschuhe trägt um Spuren zu vermeiden zieht diese doch nicht einfach aus um einen Umschlag zu öffnen. Auf mich wirkt es, als hätte man Indizien so zusammengesammelt, das die "Story" möglichst glaubwürdig erscheint.

Ich kann mir allerdings durchaus vorstellen, das Herr Toth mit der Tat etwas zu tun haben kann. Denkbar wäre ein bezahlter "Problemlöser", der für ihn die Drecksarbeit übernommen hat. Und dabei könnte es sich um die Person handeln, die die Kiste gebaut hat und die sich Vorher das Vertrauen von Böhringer erschlich.

Die Spur am Glas und an der Kommode sind möglicherweise nicht vom Tattag, sondern von einem Treffen 1-2 Tage zuvor als die Person zu Besuch war und keine Handschuhe trug. Ich gehe mal davon aus das es noch mehr DNA Spuren gibt, diese aber nicht gefunden wurden.

Und nun noch diverse abschließende Fragen:
- Wurde DNA Material von HW gesammelt und mit der Kiste und dem Böhringer Fall abgeglichen?
- Wann genau starb HW?
- Wie genau starb HW, wo wurde er gefunden? Hat er einen Abschiedsbrief hinterlassen? Kann man Fremdverschulden ausschließen?
- Gibt es eine Münchener Mafia, bzw. eine kriminelle Organisation, die in beiden Fällen eine Rolle spielen kann?
- Wurden bei Karin Würz DNA Spuren gesichert? Wodurch machte die Polizei fest das die Leiche gewaschen wurde?

Fragen über Fragen. ;) Ich überlege ob verschiedene Puzzelteile verschiedener Fälle ein neues Bild ergeben... nur leider liegen mir genaue Ermittlungsakten nicht vor. Kann man sowas irgendwo einsehen?


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DrSüdhessen
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11.08.2018 um 20:40
Man muss ja hier auch bedenken, dass der Richter der sich sogar im Fernsehinterview gezeigt hat und auch auf Nachfrage seinen Standpunkt erklärt hat sicher bedeutend mehr Infos hat wie wir hier.

Er kann somit Dinge und Sachverhalte besser in Bezug setzen.

Der Richter lügt nicht und dichtet auch nichts dazu.

Jedenfalls habe ich hier in diesem Fall nicht das Gefühl.

Sicher geben es andere Fälle, wo man da nicht so sicher hat sein können bzw. wo der Richter de facto daneben war.

Im Falle der Ursula Herrmann, der einem immer tief traurig macht.. möge das Kind seinen Frieden schon lange haben.

Der Hund in der Gefriertruhe war auch ein Lebewesen und ihn hat W.M da verenden lassen. Das Tier hatte auch einen Todeskampf.

Sicher, jede Mücke auf die wir schlagen hat auch ihren Todeskampf.. das soll jetzt nicht ins Lächerliche gezogen werden, von den Hobbyfischern die dann drei Forelle wieder zurück in den See werfen rede ich jetzt nicht.

Erst kommt der Mensch und dann das Tier.

Der Betriebsunfall der mitgeschnitten wurde, war einer von drei Telefonaten unter 7000.

Wenn die Quote beim Lotto auch 1/3:7000 wäre, würde es morgen kein Lotto mehr geben.

Hier liegt man im mehrstelligen Millionen Bereich.

Gruß


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11.08.2018 um 22:28
Ich habe mir nochmal die Maße der Kiste angeschaut - 72 x 60 x 139 (cm) - macht exakt 600, 48 Liter brutto. Netto habe ich etwa 514 Liter im Innenraum.

Ihr werdet mich für verrückt halten, aber ich habe eine Assoziation zu Gefrierschränken überlegt.
DrSüdhessen schrieb:Der Hund in der Gefriertruhe war auch ein Lebewesen und ihn hat W.M da verenden lassen. Das Tier hatte auch einen Todeskampf.
1979 hatte wir zuhause eine Gefriertruhe von Neckermann oder Quelle oder Bader mit etwa diesen Maßen.

Der Bauer der Kiste könnte sich an so einer Gefriertruhe orientiert haben.

JagBlack


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11.08.2018 um 23:10
@JagBlack
@DrSüdhessen
Denkt mal bitte nochmal über das nach, was ihr da gepostet habt. Ich glaube nicht, dass ihr das ernst meint...
@SirMarvel
Höchst spekulativ. Wie kommst du auf die Idee, dass man irgendwo einfach Ermittlungsakten einsehen könnte?

Bin etwas irritiert über diese Beiträge...


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SirMarvel
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12.08.2018 um 11:37
@2r2n
Teile meines Postings (Stichwort Problemlöser) sind natürlich erstmal spekulative Thesen, die ich aber zumindest mal aufzuwerfen wage, nachdem ich fast alles zu den Fällen gelesen habe. Toth war meines Wissens nie mit Gewalt oder Aggression aufgefallen und es gibt nunmal den Spur zu Spur Treffer zum Ammersee Fall, der auf verschiedene Möglichkeiten hindeutet. Warum also nicht alle Denkansätze ausschöpfen?

Ermittlungsakten:
Ob man Akten einsehen kann war nur eine Frage von mir, zumal hier der eine oder andere schrieb, das ihm/ihr Akten vorlagen. In Amerika ist es zumindest möglich die Zeugenaussagen der Kriminalfälle - und sogar teils Obduktionsberichte - einzusehen. Selbst die Videovernehmungen gibt es auf YouTube. So habe ich mir im Steven Avery Fall beispielsweise die Aussagen von Brendan Dessay und Avery vollständig durchgelesen und angeschaut. Hier in Deutschland ist vermutlich (leider) alles unter Verschluss. Das wusste ich aber nicht mit Sicherheit.

Kennt denn jemand die Antwort auf meine Fragen in meinem Post oben? Besonders der Zeitpunkt und die Umstände von Harald W.'s Ableben interessieren mich. Ist das irgendjemandem bekannt?


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12.08.2018 um 13:05
2r2n schrieb:Bin etwas irritiert über diese Beiträge...
Mir geht es mir nicht viel anders.
SirMarvel schrieb:Und nun noch diverse abschließende Fragen:
Es lässt sich leicht nach allen Informationen fragen, die man gerne hätte. Darauf erhält allerdings auch die Polizei nur in seltenen Fällen Antworten.
Selbst ein Anwalt muss Akteneinsicht begründet beantragen, bevor er sie erhält. Im konkreten Fall hilft sie nur wenig weiter, weil der Aktenhaufen viel zu groß ist.

@SirMarvel
Sorry, wenn ich die Verteidigung unterstütze, bedeutet das nicht, dass ich mir bekannte Teile von Ermittlungsakten weitergebe. Einzelne rein technische Details lassen sich vielleicht noch vertreten. Sowohl Urteil als auch Ermittlungsakten enthalten wahnsinnig viele personenbezogene und auch intime Details, die in der Öffentlichkeit nichts verloren haben. Deshalb wirst du darüber auch nichts finden.
Manchmal kann es auch für dich hilfreich sein, den gesamten Thread einmal anzusehen. Der umfasst bislang nur 100 Seiten. Dort sind bereits einige deiner Fragen beantwortet. Das Urteil umfasst dagegen 300 Seiten. Die Ermittlungsakten um die 30000 Seiten. Über Harald W. gibt es um den 05.05.2018 eine längere Diskussion.
DrSüdhessen schrieb:Man muss ja hier auch bedenken, dass der Richter der sich sogar im Fernsehinterview gezeigt hat und auch auf Nachfrage seinen Standpunkt erklärt hat sicher bedeutend mehr Infos hat wie wir hier.
Ja, der Richter hatte theoretisch sehr viel mehr Informationen als wir. Aber er hat die meisten davon ignoriert. Es ist wie in der Politik: Ein Abgeordneter versteht Zusammenhänge erst, wenn ein Lobbyist, sie ihm erklärt hat (natürlich in seinem Sinne).
DrSüdhessen schrieb:Wenn die Quote beim Lotto auch 1/3:7000 wäre, würde es morgen kein Lotto mehr geben. Hier liegt man im mehrstelligen Millionen Bereich.
Es müsste heißen 3:7000 = 1:2333
Lotto ist wesentlich günstiger, wenn man nicht gleich 6 Richtige will.
JagBlack schrieb:Der Bauer der Kiste könnte sich an so einer Gefriertruhe orientiert haben.
60 cm sind ein Standardmaß für Küchen. Deshalb können wir nicht daraus schließen, dass ein Küchenbauer die Kiste gefertigt hat.
Der Platz darin entspricht dem Platz des Fahrers in einem PKW. Deshalb können wir nicht daraus schließen, dass ein Autodesigner die Kiste geplant hat.

Gruß RoBernd


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12.08.2018 um 13:05
SirMarvel schrieb:Nun meine Meinung zum Spur-Spur Treffer:
Das Bence Toth Probleme mit seiner Tante hat, wusste fast jeder. Jeder in der Tiefgarage, befreundete Gastronomen der Tante, Freunde, selbst Besucher. Es wäre auch für ihn zu erwarten, das er sofort und unmittelbar in den Fokus der Tat rückt. Für so dumm halte ich ihn nicht. Ich glaube auch nicht, das er zu solch einer Aggression gegen ein engstes Familienmitglied einfach so fähig wäre und sich daran die Finger schmutzig machen würde, geschweige denn danach(!!) in Ruhe das Testament anschaut. Wäre die Tat wie vermutet abgelaufen, müssten sich überall verschmierte Blutspuren befinden, denn es ist kaum möglich, an den ganzen großen und kleinen Bluttropfen des Schlachtfelds auf dem Marmor vorbeizulaufen. Und jemand der Handschuhe trägt um Spuren zu vermeiden zieht diese doch nicht einfach aus um einen Umschlag zu öffnen. Auf mich wirkt es, als hätte man Indizien so zusammengesammelt, das die "Story" möglichst glaubwürdig erscheint.
Man wusste, dass quasi alle Mitarbeiter der Parkgarage und noch viele andere Menschen mehr mit der Charlotte Böhringer ab und an Konflikte hatten, das liegt aber m.E. eher in der Person der Charlotte Böhringer, die von vielen Menschen als „schwierig“ eingeschätzt wurde. Im Prinzip hätten also alle Parkgaragen-Mitarbeiter plus noch ein paar andere Leute in den Fokus der Ermittlungen rücken müssen und nicht nur Bence Toth. Abgesehen davon, dass Bence Toth offenbar der Lieblingsneffe der Tante war, sie wollte eigentlich mal, dass er die Parkgarage weiterführt.
Glauben kann man viel: Auch bisher unbescholtene Menschen können ab und zu aggressiv werden. Das ist m.E. weder ein Belastungs- noch ein Entlastungsindiz.
Das Testament kann er bereits vor der Tat angeschaut haben und sonst die Handschuhe abgezogen haben, zumal man mit Latex- bzw. Strickhandschuhen kaum einen Briefumschlag so öffnen kann, sodass er unbeschädigt bleibt und das wäre ja gerade eine Voraussetzung gewesen, zumal man sonst rasch darauf gekommen wäre, dass es sich um einen Täter im sozialen Umfeld handelt. Welcher Fremdtäter öffnet schon gezielt einen Briefumschlag, wo sich Vollmachten und Testamente drin befinden? Das bringt ihm ja überhaupt nix.


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12.08.2018 um 14:28
2r2n schrieb:Denkt mal bitte nochmal über das nach, was ihr da gepostet habt. Ich glaube nicht, dass ihr das ernst meint...
robernd schrieb:Mir geht es mir nicht viel anders.
Hier im Thread herrscht die Meinung, dass die Täter unbeholfen bis dumm waren. Aber wie geht so ein "unbeholfener" Täter vor, wenn erstmal die Idee für eine Entführung entsteht im Zusammenhang mit einer eingegrabenen eine Kiste?!

Dass die Maße der Kiste in Abhängigkeit gebracht worden sind mit der maximalen, noch transportablen Größe der Kiste, die in gerade noch in ein bereitgestelltes KFZ passen sollte, ist Quatsch.

Die haben sich als erstes die Größe des Kindes vorgegeben, nicht unbedingt das Alter oder Geschlecht, aber die Größe musste ungefähr stimmen.

Und wieso nicht dazu ein Kind aus der eigenen Familie als Muster nehmen?
Und wenn die Kiste ja noch gar nicht vorhanden ist, weil sie ja erst gebaut werden muss, nimmt man beispielsweise einfachheitshalber eine ausrangierte Gefriertruhe und stellt sie hochkant. Öffnet den Deckel, der jetzt wie eine Tür funktioniert, stellt eine Bierkiste rein und setzt das eigene Kind auf die Kiste und probiert es aus, wie die Platzverhältnisse sind.
Brutto hatte die Kiste 600 l Fassungsvermögen.(Das war etwa die gewollte Maximal-Vorgabe)

Hier ein Beispiel:
Die Gefriertruhe von Carrier mit 500 l Fassungsvermögen effektiv hat die Außenmaße:
Breite ca. 160 cm, Höhe ca. 86 cm, Tiefe ca. 64 cm. Die Innenmaße entsprechen etwa den Außenmaßen der Kiste.

Es entstand schlussendlich ein gewisses Optimum zwischen der maximalen Größe des Kindes und der noch zu vertretenden Größe der Kiste.

Also ganz dumm waren die Täter nicht.

JagBlack


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12.08.2018 um 14:35
@JagBlack

Ich glaube, das Alter des Kindes haben sie folgendermassen eingegrenzt:

- wirklich kleine Kinder sind nicht alleine unterwegs, die kommen also als Opfer nicht in Frage.
- aeltere und groessere Kinder kommen als Opfer nicht in Frage, da sie schwieriger zu ueberwaeltigen ODER auszutricksen sind, und weil sie zu schwer zu tragen sind.

Die Groesse der Kiste war mE durch die Groesse des Kindes und die Groesse des Transportmittels bestimmt und begrenzt, und deren Gewicht durch die koerperliche Kraft der Entfuehrer.


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12.08.2018 um 14:56
@robernd: Gibt es denn das Urteil (oder Urteile im allgemeinen) irgendwo zur Ansicht? Ich würde mir das gerne durchlesen. Die älteren Forenbeiträge habe ich mir nochmal durchgelesen.

Das hier ist noch ganz interessant:
https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Ursula-Herrmann-Chronologie-eines-mysterioesen-Verbrechens-id51827156.html

"Mai 1984: Nach einer Reihe von Hausdurchsuchungen im Mai 1984 rückt ein ehemaliger Polizist, der "wegen Unregelmäßigkeiten im Dienst" entlassen wurde, ins Visier der Fahnder. Bei ihm werden Holzteile, Farbreste und Werkzeuge gefunden, die zum Bau der Kiste gedient haben könnten. Fünf Jahre lang überwachen die Ermittler den Mann, laden ihn immer wieder zu Verhören. Als der Ex-Polizist 1995 stirbt, klagt dessen Bruder an: Aus Verbitterung über die unbegründeten Vorwürfe habe er sich zu Tode getrunken, sagt der Bruder."

11 Jahre später ist die Verbitterung noch so groß, das er sich deswegen zu Tode trinkt?


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SirMarvel
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12.08.2018 um 15:03
Auch interessant: "Der Polizist habe sogar einmal behauptet, er würde ein Verbrechen begehen, das ihm als Täter niemand nachweisen könne."
Aus: https://www.focus.de/panorama/welt/tid-13443/fall-ursula-herrmann-verteidigung-will-den-prozess-platzen-lassen_aid_37282...


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12.08.2018 um 16:43
SirMarvel schrieb:@robernd: Gibt es denn das Urteil (oder Urteile im allgemeinen) irgendwo zur Ansicht? Ich würde mir das gerne durchlesen. Die älteren Forenbeiträge habe ich mir nochmal durchgelesen.
Ich hatte oben schon geschrieben:
"Sowohl Urteil als auch Ermittlungsakten enthalten wahnsinnig viele personenbezogene und auch intime Details, die in der Öffentlichkeit nichts verloren haben. Deshalb wirst du darüber auch nichts finden."
Prinzipiell sollte ein Urteil öffentlich sein. Ob es der geschriebene Text auch ist, weiß ich nicht. Ob ein Urheberrecht zu beachten ist, weiß ich auch nicht.
Das Urteil ist so dilettantisch, dass ich schon große Lust hätte, es (natürlich kommentiert) zu veröffentlichen. Allerdings müsste man Namen und intime Details schwärzen, wie im Böhringer-Urteil geschehen. Bei 300 Seiten mit Namen von vielen prinzipiell unbeteiligten Leuten werde ich mir das nicht antun.
JagBlack schrieb:Hier im Thread herrscht die Meinung, dass die Täter unbeholfen bis dumm waren.
Das mag die vorherrschende Meinung sein, die ich nicht teilen mag aber auch nicht widerlegen kann. Aus meiner Sicht werden die Täter unterschätzt. Manche unverständliche Handlungsweise erschließt sich uns wahrscheinlich erst, wenn wir die gesamte Planung einschließlich Geldübergabe kennen. Aber das hatten wir auch alles schon.
JagBlack schrieb:Und wieso nicht dazu ein Kind aus der eigenen Familie als Muster nehmen?
Das ist nicht wirklich dein Ernst!? Ich würde gerade so hinein passen. Ob ich aus eigener Kraft auch hinein und heraus käme, habe ich allerdings nicht probiert ;)


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12.08.2018 um 18:19
robernd schrieb:Prinzipiell sollte ein Urteil öffentlich sein. Ob es der geschriebene Text auch ist, weiß ich nicht. Ob ein Urheberrecht zu beachten ist, weiß ich auch nicht.
Der BGH hat in dieser Frage im vorigen Jahr Dampf gemacht und die herrschende Judikatur noch einmal bekräftigt.
Nach dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) und dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) findet nun auch der BGH deutliche Worte: Gerichte müssen ihre zivilrechtlichen Entscheidungen in aller Regel zumindest anonymisiert veröffentlichen. Diese Weitergabe von Entscheidungsabschriften an Dritte ist Teil der öffentlichen Aufgabe der Justiz, Rechtsprechung zu veröffentlichen. Die Regeln für die Akteneinsicht, speziell das Erfordernis eines rechtlichen Interesses (§ 299 Zivilprozessordnung), sind nicht anzuwenden, entschied der Bundesgerichtshof mit einem jetzt bekannt gewordenen Urteil (v. 05.04.2017, Az. IV AR (VZ) 2/16).
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-hzivilgerichte-muessen-urteile-anonymisiert-veroeffentlichen/

Das betrifft zwar Zivilrechtssachen, ich sehe aber keinen Grund warum es nicht analog auf anonymisiert-geschwärzte Strafprozessurteile (siehe Uli Hoeness) übertragen werden soll.

In welchem Ausmass geschwärzt werden darf hängt von mehreren Faktoren ab (intime Daten, öffentliches Interesse am Delikt). Ein schwarzes Blatt Papier wird sicher überschiessend sein, private Details wie Krankheiten oder Vermögensverhältnisse wird man sicher schwärzen müssen.
SirMarvel schrieb:11 Jahre später ist die Verbitterung noch so groß, das er sich deswegen zu Tode trinkt?
Das ist keine gesicherte Erkenntnis, dass er sich wegen der Ermittlungen zu Tode getrunken hat, sondern eine Behauptung. HW scheint im Gegensatz zu Mazurek ein eher sensibler, nicht gewalttätiger Mensch gewesen zu sein, der offenbar Schwierigkeiten hatte sich durchzusetzen. Die Geschichte mit den Obdachlosen ist auch nicht verbürgt. Warum er getrunken hat wissen wir nicht; eine Frührente mit 25 muss man auch erstmal verkraften.
JagBlack schrieb:Und wieso nicht dazu ein Kind aus der eigenen Familie als Muster nehmen?
Damit das Kind dann in der Schule erzählt "Papa hat mit mir Probesitzen in einer Holzkiste gespielt, wegen der Grösse?" 😄 Das ist hoffentlich nicht dein Ernst.

Gruß EK


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12.08.2018 um 20:00
Tja, ich wäre am Urteilstext schon sehr interessiert und würde natürlich gerne anbieten, beim Schwärzen zu helfen. :D

@ErwinKöster: Benedikt Toth war nach dem was ich gehört habe auch eher ein sensibler, introvertierter, "feiner" Mensch und trotzdem wird ihm der geplante, bestialische Mord zur Last gelegt. Schießen sensible Menschen Tiere? Ich kenne HW natürlich nicht, finde es aber auf jeden Fall bemerkenswert, das Vieles in seine Richtung weist. Zumal er offenbar auch "wegen Unregelmäßigkeiten" entlassen wurde (wenn das denn stimmt).

Pfaffinger: tot. HW: Auch tot. Mazurek vielleicht seit langem unschuldig in Haft. Schlimm, wieviele Opfer dieser Fall langfristig gekostet hat. Überall nur Verlierer, während möglicherweise die wirklichen Schuldigen noch frei herumlaufen.

Fakt ist, das man als Aussenstehender leider nicht wirklich weiterkommt, wenn alle Akten, Texte, Untersuchungsberichte und Zeugenaussagen, die einen weiterhelfen könnten, weggesperrt sind.


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12.08.2018 um 20:21
Dass Presseberichte oft Fehler enthalten, sollte klar sein. Sie sollten immer überprüft werden. So ist das auch mit HW. Oder: Es wird z.B. in der Regel in Presseberichten von dem Entführer gesprochen, obwohl vollkommen klar ist, dass es zwei, vermutlich eher drei oder vier Beteiligte gibt. Allein der Klingeldraht macht das klar.
Die Urteilsbegründung ist da schon näher an der Realität. Allerdings enthält sie auch noch viele Fehler und Unwägbarkeiten, wie @robernd schon erwähnt hat. Es wird öfter von einem Gehilfen gesprochen, ohne näher auf diesen Sachverhalt einzugehen. Etliche andere Widersprüche sind enthalten, unter anderem auch die Idee mit dem TK 248, die technisch nicht möglich ist, bzw. sehr unwahrscheinlich. Oder der Widerspruch mit der Grabezeit: Es ist erwiesen, dass die Grabungen im August stattgefunden haben. Pfaffinger gab aber an, dass er Anfang September gegraben hat.
All das wird in der Urteilsbegründung ignoriert. Deshalb sollte man, wenn man tatsächlich an eine Veröffentlichung denkt, tatsächlich alle Fehler benennen. Ich weiß nur nicht, ob ich mich strafbar mache, wenn ich die Wahrheitsinterpretation von zwei bayerischen Gerichten als falsch darstelle.


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12.08.2018 um 20:24
@2n2r: Wodurch ist der Grabungszeitpunkt erwiesen?


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12.08.2018 um 20:30
Ich habe mal angefangen, nuetzliche Materialien auf der Themenwiki einzutragen. Man kann das sicherlich noch verbessern, erweitern und huebscher gestalten. Man koennte zB Bilder hochladen.

Wie gesagt, ich wollte nur den Anfang machen, und jeder mit ueber 50 Beitraegen im thread kann das umarbeiten.


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12.08.2018 um 21:45
SirMarvel schrieb:@ErwinKöster: Benedikt Toth war nach dem was ich gehört habe auch eher ein sensibler, introvertierter, "feiner" Mensch und trotzdem wird ihm der geplante, bestialische Mord zur Last gelegt. Schießen sensible Menschen Tiere? Ich kenne HW natürlich nicht, finde es aber auf jeden Fall bemerkenswert, das Vieles in seine Richtung weist. Zumal er offenbar auch "wegen Unregelmäßigkeiten" entlassen wurde (wenn das denn stimmt).
Das war vermutlich (ich kenne den Fall nicht gut genug) ein Totschlag im Affekt oder aus einer von ihm empfundenen ausweglosen Notsituation heraus (Enterbung und/oder Rauswurf/keine Perspektive mehr). Die Entführung und Ermordung von Ursula war ein kaltblütig geplantes und durchgeführtes Verbrechen, angetrieben von einem hohen Maß an krimineller Energie, dem eine langfristige Planung zugrundelag. Das ist der Unterschied.

nach dem was ich über ihn weiß: Für HW waren wohl seine beiden ausgeübten Berufe - Polizist und Revierjäger - nicht das optimale, da er nicht die notwendige Persönlichkeitsstruktur dafür hatte. Aber auch "sensible Menschen" gehen auf die Jagd oder schlachten in der Landwirtschaft.
2r2n schrieb:Ich weiß nur nicht, ob ich mich strafbar mache, wenn ich die Wahrheitsinterpretation von zwei bayerischen Gerichten als falsch darstelle.
Solange sich die Kritik im Rahmen der Gesetze bewegt sicher nicht. Alleine die Würdigung des mehr oder weniger unsubstantiierten Geständnisses von P. und die logisch widersinnige Behauptung der Kammer, Ursula wäre kein Zufallsopfer gewesen, wären schon mal ein Ansatzpunkt.

Gruß EK


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SCMP77
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12.08.2018 um 22:21
ErwinKöster schrieb:Das war vermutlich (ich kenne den Fall nicht gut genug) ein Totschlag im Affekt oder aus einer von ihm empfundenen ausweglosen Notsituation heraus (Enterbung und/oder Rauswurf/keine Perspektive mehr). Die Entführung und Ermordung von Ursula war ein kaltblütig geplantes und durchgeführtes Verbrechen, angetrieben von einem hohen Maß an krimineller Energie, dem eine langfristige Planung zugrundelag. Das ist der Unterschied.
Man kann solche Fälle nur sehr bedingt vergleichen.

Totschlag im Affekt war es sicherlich nicht, denn das Opfer wurde aufgelauert und beim Verlassen der Wohnung direkt getötet.

Es mag im einen Fall keine lange Planung vorgelegen haben, dafür war aber von vornherein der Tod des Opfers eingeplant. Im anderen Fall erstreckte sich die Planung sicherlich über ein längere Zeit, das Opfer sollte aber ursprünglich am Leben bleiben.

Was ist schwerwiegender? Ich tue mich da schwer.

Das Gericht hat im Böhringer-Fall auf Mord mit besondere Schwere der Schuld erkannt, d.h. rechtlich gibt es da keine weitere Steigerung und daraus ergibt sich die rein rechtliche Einordnung.


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