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Eltern finden toten Sohn (7) bei Bekannter (69)

2.420 Beiträge, Schlüsselwörter: 2018, Kind Tot

Eltern finden toten Sohn (7) bei Bekannter (69)

02.02.2019 um 19:49
Es ist (für mich) offensichtlich, warum die Oma lügt und das Motiv verschweigt: Damit hat sie sich bisher erfolgreich einer drohenden Mordanklage entzogen ...

Ein Angeklagter hat zwar das Recht auf Lügen, aber er riskiert damit regelmäßig den Verlust seiner Glaubwürdigkeit. Bei fehlender Glaubwürdigkeit und Einsicht / Reue (vor Gericht geäußert) hat er somit nichts anderes zu erwarten, als die seiner Tat entsprechende Höchststrafe.

Letztere erhält und verdient er nicht, weil er lügt, sondern u.a. weil (wenn) seine Lügen widerlegt werden, was automatisch die belastende Indizienkette und die daraus resultierende Version des Anklägers stärkt, selbst wenn diese nicht 100% dem wahren Geschehen entspricht. Schweigen ist da oft die bessere Wahl ...

Es geht nicht um "hängt ihn höher", sondern darum, dass sich ein Täter nicht durch dreiste und die Angeh. / Opfer verhöhnende Lügen ganz oder teilweise der angemessenen und verdienten Strafe entzieht, speziell in Indizienprozessen. Die Sicht des Angeklagten (Lügen-Versuch) ist nachvollziehbar, aber auch die Sicht derer, welche die gesetzliche Höchststrafe einfordern, nachdem die Lügen zB durch Gutachter / Zeugen / StA aufgedeckt wurden.

Ein Forum ist nun mal dazu da, die Geschehnisse zeitnah zu diskutieren / kommentieren und seine Meinung / Position auch vor dem Urteil zu äußern, insofern es dafür nachvollziehbare Anhaltspunkte gibt. Meine Position ist, dass die Oma für ihre Tat die Konsequenzen zu tragen hat, die ich bei mind. 12+ Jahren Haft sehe, womit sie frühestens mit 77 auf Bewährung wieder frei sein könnte.


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02.02.2019 um 20:11
wenn elisabeth s.tatsächlich noch mal frei kommen könnte, wo will sie dann einen neustart wagen? der einzige, der u.u. bis dahin zu

ihr halten könnte, wäre ihr sohn. er wird sie wohl nicht für immer aufnehmen und alle, die sie kannte, werden auch sie nicht mehr brauchen.

also wohin im hohen alter?? stelle mir so etwas ganz ganz schwer vor.

ganz, ganz schlimm würde es für die eltern von ole werden, wenn sie wieder in freiheit leben würde.

also nein, sie bleibt wohl besser im gefängnis, hoffe ja sehr,dass sie auf mord angeklagt wird und die strafe dann wird schon nicht

gering für sie ausfallen.


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02.02.2019 um 20:20
Sector7 schrieb:Es ist (für mich) offensichtlich, warum die Oma lügt und das Motiv verschweigt: Damit hat sie sich bisher erfolgreich einer drohenden Mordanklage entzogen ...
Es war doch von Anfang an ersichtlich, warum die Angeklagte auf Anraten ihrer Verteidigerin geschwiegen hat. Die Anklage lautete auf Totschlag, bei einem Geständnis bestand die Gefahr einer Anklage wegen Mordes. Das galt es zu verhindern.
In die Ecke gedrängt wich die Angeklagte deshalb auf erfundene Geschichten aus.
Nun haben die Gutachter gesprochen und es könnte sein, dass es zu einer Verurteilung wegen Mordes kommt.

So funktioniert unser Rechtssystem. Es ist völlig daneben, der Angeklagten vorzuwerfen, dass sie gelogen hat.
Das Verhalten der Angeklagten und ihrer Verteidigerin war absolut in Ordnung.


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02.02.2019 um 20:20
So, die userbezogenen Kommentare und das gegenseitige Angezicke hören hier jetzt direkt wieder auf!

Wenn ihr sonst nichts zu diskutieren habt könnten wir so sonst schnell zum Schluss kommen, dass der Thread auch zu kann.

Diskutiert zum Fall und nicht zu euren Mitdiskutanten!

Auch Einzeiler, v.a. der Natur "ich stimme dir zu" sind hier nicht gern gesehen.

Bei den nächsten Verstössen gibt es Tickets für ein wenig Forenfreizeit.


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02.02.2019 um 20:28
Nev82 schrieb::ask: :ask: :ask:
du hast geschrieben, dass es keinen Grund gibt ein Kind zu töten was so ja falsch ist, wie du gleich hier schreibst:
Nev82 schrieb:nd doch hat es einen Auslöser gegeben warum die Angeklagte in dieser Nacht so handelte
deshalb hatte ich es auf, es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, erweitert. Hoffe es war jetzt verständlich gewesen...


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02.02.2019 um 20:57
emz schrieb:So funktioniert unser Rechtssystem. Es ist völlig daneben, der Angeklagten vorzuwerfen, dass sie gelogen hat.
Das Verhalten der Angeklagten und ihrer Verteidigerin war absolut in Ordnung.
Klar, juristisch ist so ein Vorwurf völlig daneben, es sei denn, man kritisiert die Verteidigungsstrategie, weil man eine andere Strategie im Sinne der Angeklagten für optimaler hält.

Moralisch ist der Vorwurf natürlich nicht völlig daneben, Schweigen ist da i.d.R. für alle Beteiligten die bessere Alternative.


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02.02.2019 um 21:03
Sector7 schrieb:Moralisch ist der Vorwurf natürlich nicht völlig daneben, Schweigen ist da i.d.R. für alle Beteiligten die bessere Alternative.
und da in einem Forum weniger angehende oder praktizierende Juristen schreiben als vielmehr Laien ist es nachvollziehbar, dass es eben auch um die moralische Seite geht. Daher empfinde ich es etwas als daneben, dass sofort darauf hingewiesen wird, wie verwerflich das doch sei es unter diesem Standpunkt zu betrachten, weil es nichts mit unserem Rechtsystem zu tun hat. Wobei dieses ja auch "nur" aus Menschen besteht und auch diese sich (oh man mag es nicht glauben) beeinflussen lassen können.


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03.02.2019 um 18:20
Nev82 schrieb:Sie wird sich nicht aus dem Nichts heraus gedacht haben, heute erwürge ich einfach mal ein Kind (sorry für die Überspitzung, aber scheinbar versteht man es hier nicht anders
Und warum nicht? Weil sie eine liebe alte Dame ist?
Es gab schon viele Morde, die einfach nur so passiert sind, aus ganz niederen 'Gründen' des rein persönlichen Erlebens, ohne besonderen Anlass. Es gibt Psychopathen, Sadisten, Empathielose, Gefühlslose - auch unter Omas. Davon gibt es welche, die nie ihrem 'Bedürfnis' nachgeben. Andere halten sich Jahrzehnte in Zaum, bis sie dann doch nachgeben.


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03.02.2019 um 18:29
Boho schrieb:Und warum nicht? Weil sie eine liebe alte Dame ist?
Nein, weil sowas nicht aus heiterem Himmel passiert und es auch hier vermutlich einen Trigger gab

Was es gewesen sei könnte, kann man schwer beurteilen, wir wissen zu wenig

Das Verhältnis zwischen Elisabeth S und Ole wurde von Beobachtern bis dahin unisono als gut und liebevoll beschrieben


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03.02.2019 um 21:15
Nev82 schrieb:Nein, weil sowas nicht aus heiterem Himmel passiert und es auch hier vermutlich einen Trigger gab

Was es gewesen sei könnte, kann man schwer beurteilen, wir wissen zu wenig

Das Verhältnis zwischen Elisabeth S und Ole wurde von Beobachtern bis dahin unisono als gut und liebevoll beschrieben
Ich weiß nicht - der Trigger kann auch einfach ganz banal gewesen sein, dass sie sich an dem Tag dachte, ich reiß mich jetzt mal nicht mehr zusammen. Das mit dem Trigger und Grund klingt mir immer zu sehr nach der Schuld am Opfer suchen (der Junge muss doch was gemacht haben, damit sie so austickte) oder nach 'da hatte sie keinen Einfluss darauf', wie Depressionen, Medikamente. Aber so wie es aussieht, habe ich Dich hier missverstanden. Jedenfalls ergibt sich für mich nach ihren Lügen, dem Verhalten nach der Tat, der Tat an sich und den Aussagen des Psychologen und Bekannten das Bild, dass der Auslöser bei ihr selbst lag - und das vielleicht eben schon sehr lange.

Das mit dem liebevollen Verhältnis sehe ich fraglich. Es kommt von Dritten und von einem Kind - was das Kind für sie bzw. das Verhältnis zu dem Kind bedeutet hat, weiß nur sie. Was für Dritte 'liebevoll' aussieht kann eine ganz andere Art von Beziehung sein, die nur liebevoll geführt wird, um andere Bedürfnisse zu befriedigen.


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03.02.2019 um 21:19
Lichtenberg schrieb am 30.01.2019:Zumindest mir fällst Du immer wieder mit Stammtischparolen auf. Ein verurteilter Straftäter, der seine Strafe abgesessen hat, hat seine Strafe abgesessen. Das mag nicht jedem Stammtisch gefallen, ist aber Teil eines Rechtsstaats
@Lichtenberg

Das mag Teil des Rechtsstaates sein, aber das heisst ja noch lange nicht dass man das völlig kritiklos, so wie du anscheinend, als Gottgegebenes Naturgesetz ansehen muss, oder? Soweit ich weiss sind wir noch nicht wieder ganz so weit dass man als Ketzer verbrannt wird wenn man eine abweichende Meinung dazu hat (obwohl wir in manchen Bereichen ja gar nicht mehr so weit davon entfernt sind...).

Du kannst ja gerne mal folgende simple Frage beantworten wenn du dich das ohne deine ständige nervtötende Paragraphenreiterei traust:

Was soll an dieser Resozialisierung gerecht sein?

Der Täter bekommt eine 2. Chance obwohl er der Schuldige ist. Wieso hat er das verdient?

Das Opfer bekommt keine 2. Chance obwohl es völlig unschuldig ist. Vor allem die Hinterbliebenen müssen ein Leben lang noch viel furchtbarer als das eigentliche Opfer leiden, der Täter aber kann nach Absitzen der Strafe nach Lust und Laune auf die Kacke hauen, er könnte sogar, wenn er das wollte, die Hinterbliebenen noch zusätzlich zu ihrem Leid, verhöhnen.

So. Jetzt erkläre Du bitte mal was daran gerecht sein soll, dann sprechen wir weiter


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03.02.2019 um 21:42
Boho schrieb:Das mit dem Trigger und Grund klingt mir immer zu sehr nach der Schuld am Opfer suchen (der Junge muss doch was gemacht haben, damit sie so austickte) oder
Zuerst einmal ein ganz fettes STOPP

Als nächstes zeigst du mir bitte, an welcher Stelle ich Ole die Schuld an seiner Tötung gebe

Last but not least, hat die Suche nach Triggern nichts, aber auch rein gar nichts damit zu tun, Schuldzuweisungen an ein Opfer zu vergeben

Wer sich ernsthaft mit diesen Fragen befasst, weiß das

Weitere Ausführungen kommen dazu von mir nicht, bin raus aus dem Thread. Das ist mir dann doch zu heftig und, ehrlich gesagt, auch zu billig


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03.02.2019 um 21:59
@passato

Ganz so einfach kannst du das nicht sehen, denn Recht und Gerechtigkeit sind nicht unbedingt Synonyme.
passato schrieb:Das mag Teil des Rechtsstaates sein,
...
Jetzt erkläre Du bitte mal was daran gerecht sein soll,
Bei dem Prozess geht es darum, den Täter abzuurteilen.
Was die Hinterbliebenen und das Opfer anbelangt, steht nun mal nicht im Mittelpunkt.


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03.02.2019 um 23:08
Also ich bin ja eigentlich nur ein stiller Mitleser, aber hier muss ich jetzt doch mal meinen Senf dazu geben.
passato schrieb:Das mag Teil des Rechtsstaates sein, aber das heisst ja noch lange nicht dass man das völlig kritiklos, so wie du anscheinend, als Gottgegebenes Naturgesetz ansehen muss, oder? Soweit ich weiss sind wir noch nicht wieder ganz so weit dass man als Ketzer verbrannt wird wenn man eine abweichende Meinung dazu hat (obwohl wir in manchen Bereichen ja gar nicht mehr so weit davon entfernt sind...).Du kannst ja gerne mal folgende simple Frage beantworten wenn du dich das ohne deine ständige nervtötende Paragraphenreiterei traust: Was soll an dieser Resozialisierung gerecht sein?Der Täter bekommt eine 2. Chance obwohl er der Schuldige ist. Wieso hat er das verdient?Das Opfer bekommt keine 2. Chance obwohl es völlig unschuldig ist. Vor allem die Hinterbliebenen müssen ein Leben lang noch viel furchtbarer als das eigentliche Opfer leiden, der Täter aber kann nach Absitzen der Strafe nach Lust und Laune auf die Kacke hauen, er könnte sogar, wenn er das wollte, die Hinterbliebenen noch zusätzlich zu ihrem Leid, verhöhnen. So. Jetzt erkläre Du bitte mal was daran gerecht sein soll, dann sprechen wir weiter
@passato
Ich hab dir hier mal den Sinn und Zweck des Strafrechts rausgesucht.
Zur Suche springen
Die Strafzwecktheorien beschäftigen sich mit der Legitimation und dem Sinn und Zweck (staatlichen) Strafens. Man unterscheidet zwei Arten von Strafzwecktheorien: absolute und relative Theorien. Im deutschen Strafrecht werden beide Strafzwecktheorien unter der Bezeichnung „Vereinigungstheorie“ berücksichtigt.
Absolute Straftheorien dienen dem Schuldausgleich und der Wiederherstellung der Gerechtigkeit. Die absoluten Theorien sind von gesellschaftlichen Auswirkungen der Strafe losgelöst (lat.: absolutus = losgelöst). Sie beziehen ihre Legitimation einzig aus einem metaphysischen Prinzip von Gerechtigkeit und werden unterteilt in Vergeltungs- und Sühnetheorie.
Die Vergeltungstheorie
Diese Theorie möchte das durch die Handlung des Täters geschaffene Unrecht durch die Strafe aufwiegen, um die verletzte Rechtsordnung auf diese Weise wiederherzustellen. Sie dient dem Schuldausgleich und stellt auf diese Weise die Gerechtigkeit wieder her.
Sie (die Sühnetheorie) setzt die Täterpsychologie in den Mittelpunkt, der sich durch Buße wieder mit der Rechtsordnung versöhnen soll.
Die relative Straftheorie (lat.: relatus = bezogen auf) hingegen ist präventiv orientiert und dient der Verhinderung künftiger Straftaten. Sie unterteilt sich in die Generalprävention und die Spezialprävention (auch: Individualprävention).
Die Generalprävention zielt auf den Schutz der Allgemeinheit ab. Sie unterteilt sich weiter in positive und negative Generalprävention
Die Spezialprävention zielt auf die tatsächliche Gefährlichkeit des Täters selbst ab und verfolgt damit eine empirisch-kriminologische Sicht.
Die positive Spezialprävention soll zur Besserung des Täters und seiner Resozialisierung führen.
Quelle: Wikipedia: Strafzwecktheorie
(ich bin im Übrigen gerne bereit, hierfür andere Quellen rauszusuchen, falls wikipedia nicht ausreichen sollte).

Wie man sieht, hat das Strafrecht nicht nur eine Funktion, sondern setzt sich aus vielen verschiedenen zusammen. Zum Einen Soll das Unrecht, das durch den Täter angerichtet wurde "wieder gut gemacht werden" (Begriff der Gerechtigkeit), weiter soll sich der Täter wieder mit der Rechtsordnung versöhnen, die Allgemeinheit soll allgemein geschützt werden ("Es steht eine Strafe auf dieses Verhalten, deswegen werde ich es nicht begehen", die Allgemeinheit soll vor dem Täter geschützt werden (der Täter wird durch Strafe davon abgehalten, weitere Straftaten zu begehen) und der Täter soll resozialisiert werden (in dem positives Verhalten bestärkt wird).

Ich habe das Gefühl, dass es dir hier nur um "Gerechtigkeit" oder "Rache" geht. Das Strafrecht ist aber viel mehr als das und auch, wenn hier juristische Laien mitdiskutieren, sollte man die ganze Sache nicht auf das persönliche Gerechtigkeitsgefühl heruntebrechen, vor allem, wenn dieses dann als allgemeingültige Meinung dargestellt wird. Auch leben wir (meiner Meinung nach glücklicherweise!) in einer demokratischen, fortschrittlichen Gesellschaft, in der öffentliche Schreie nach Rache einfach keinen Platz haben (sollten).
Was ich mich hier immer ganz besonders frage, und @passato , vielleicht kannst du mir diese Frage ja vielleicht sogar beantworten: Du bist der Meinung, ein Täter, der einen anderen Menschen tötet, hat keine zweite Chance verdient, da er dem Opfer das Recht auf die zweite Chance verwehrt hat. In dem Moment, in dem jetzt Du dem Täter auch die Möglichkeit auf eine zweite Chance verwehrst (sei es ebenfalls durch dessen Tötung oder eine lebenslange Haftstrafe), wieso genau bist du dann besser als der ursprüngliche Täter?
Für mich stellt sich mein ausgeführtes Gedankenspiel nämlich so dar: Zwei Personen verwähren einer anderen das Recht auf eine zweite Chance. Wieso genau ist die eine Person besser zu stellen als die andere?
Ich bin absolut empfänglich für logische und sachliche Argumente, die meine Weltanschauung erweitert, bisher konnte ich dies leider nie verstehen.
Und noch eine Frage an dich: Wenn die Person, der die zweite Chance verwehrt wurde, da sie in deinen Augen ein schuldiger Täter ist, deine Mutter, deine Schwester oder gar dein Kind wäre, würdest du das dann immer noch genauso sehen und deine These in der selben Vehemenz unterstützen?
Fakt ist, dass wir schlicht und ergreifend einfach nicht wissen, was in der Nacht geschehen ist, in der Ole gestorben ist. Natürlich ist sein Tod tragisch und hätte so auf keinen Fall geschehen dürfen. Aber hier die Unwiederruflichkeit des Verwehrens einer "zweiten Chance" zu fordern, halte ich an dieser Stelle schon für äußerst anmassend und hier Fehl am Platz.

Ich wünsche euch einen schönen Wochenstart und bin gespannt darauf zu erfahren, was für Antworten ich erhalten werde.
Liebe Grüße,
Lem0nlime


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04.02.2019 um 01:44
Tja, Lem0nlime, das sind letztlich philosophische und ethische Fragen, die jeder anders beantworten kann. Es schadet durchaus nicht, sich damit mal auseinanderzusetzen.
Lem0nlime schrieb:In dem Moment, in dem jetzt Du dem Täter auch die Möglichkeit auf eine zweite Chance verwehrst (sei es ebenfalls durch dessen Tötung oder eine lebenslange Haftstrafe), wieso genau bist du dann besser als der ursprüngliche Täter?
Erstens, weil ich keine Straftat begangen habe.

Zweitens, weil die gewünschte Reaktion – also die lebenslange Haft – geringer wiegt als der begangene Mord (Todesstrafe sei hier mal außen vor). Der Täter lebt weiter, nur nicht außerhalb der Haftanstalt. Es ist also letztlich nur eine Frage des Strafmaßes. Der Gesetzgeber hat hier eben festgelegt, dass die Möglichkeit einer Entlassung gegeben sein soll. Er hätte auch was anderes festlegen können, das ist – wie hier schon geschrieben wurde – kein Naturgesetz.

Drittens, weil es nicht nur um Sühne geht, sondern auch darum, den Täter möglichst effektiv an einer Wiederholung zu hindern. Dieser Wunsch ist legitim. Man kann natürlich abwägen, und das wird ja auch ständig diskutiert, inwiefern das Recht des Täters auf Wiedereingliederung höher zu bewerten ist als das Recht potentieller Opfer, von ihm verschont zu bleiben. Denn ob eine Wiederholung stattfindet, weiß ja vorher niemand. Das ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Es gibt, wie wir alle wissen, soundso viele Fälle, wo Täter nach unzutreffender gutachterlicher Prognose rückfällig werden. Wie erklärt man den Opfern, dass der Täter eine zweite Chance brauchte? Wie vermittelt man geläuterten Tätern, dass eine zweite Chance leider nicht möglich ist mit Hinblick auf die eben genannte Problematik? Das sind wie gesagt Fragen, die nicht allgemeingültig zu beantworten sind.

Tatsache ist aber eines: Ein Täter hat es in der Hand, ob er eine Tat begeht oder nicht. Damit schafft er die Voraussetzung für alles, was ihn anschließend erwartet. Er hat also im Vorfeld die Möglichkeit, eben dies zu verhindern. Das potentielle Opfer hat diese Möglichkeit nicht, sondern ist angewiesen auf die Bereitschaft eines entlassenen Täters, Straftaten (also im Klartext: Verbrechen, darum geht's ja hier) künftig zu unterlassen, angewiesen auf die Fähigkeit des Gutachters, den Täter richtig einzuschätzen, auf den Richter, auf dieser wackeligen Grundlage ein angemessenes Urteil zu fällen. Das potentielle Opfer ist also in einer schlechten Position, und das reelle Opfer – wenn es denn eines gibt – muss nicht nur mit den Auswirkungen leben, sondern auch damit, dass es vor dem Täter nicht geschützt wurde. Ob diese Konstellation gerechtfertigt ist, diese Frage darf zumindest gestellt werden.

Eine weitere Frage wäre: Wenn der Täter eine zweite Chance verdient hat, hat er dann auch eine dritte verdient? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, wieviele Chancen hat jemand verdient? Wovon soll das ggf. abhängen? Ist das Leben in Haft nicht auch eine zweite Chance? Natürlich eine weniger komfortable, eine mit großen Einschnitten.
Lem0nlime schrieb:Wenn die Person, der die zweite Chance verwehrt wurde, da sie in deinen Augen ein schuldiger Täter ist, deine Mutter, deine Schwester oder gar dein Kind wäre, würdest du das dann immer noch genauso sehen
Das ist eine äußerst ärgerliche Frage, auch Totschlagargument genannt, die in abgewandelter Form immer wieder gestellt wird. Wenn X Y Z mein Kind oder meine Mutter wäre – dann würde ich die entsprechende Problematik sehr subjektiv und damit nicht neutral und nicht gerecht beantworten können.

Gruß, Hannes


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04.02.2019 um 08:33
@Hannes_F

Guten Morgen und erst Mal vielen Dank für deine sehr sachliche Antwort! Ich habe etwas Bedenken, dass wir hier jetzt zu sehr ins OT abrutschen, deswegen versuche ich, mich dementsprechend kurz zu halten.
Hannes_F schrieb:Erstens, weil ich keine Straftat begangen habe.
Ja, das ist an sich richtig. Geht man jetzt aber von beispielsweise der Todesstrafe aus, und ist gesetzlich verankert, dass die Tötung eines anderen Menschen strafbar ist, müsste im Umkehrschluss (meiner Meinung nach) auch die Todesstrafe strafbar sein, da ja eben mit dieser genau der mit einer Strafe versehene Tatbestand erfüllt wurde. Hier verfalle ich aber gegebenenfalls zu sehr in das juristische Subsumieren beziehungsweise in das juristische Prüfungsschema, durch welches im Strafrecht festgestellt wird, ob sich jemand strafbar gemacht hat. Natürlich kann dann, wenn man diesem Gedanken folgt, in dem weiteren Punkt der "Rechtfertigung" dann eine solche als gesetzlich verankert ansehen, welche die Todesstrafe nach dem Willen des Gesetzgebers legitimiert. Das ist selbstverständlich eine ethische Frage.
Hannes_F schrieb:Zweitens, weil die gewünschte Reaktion – also die lebenslange Haft – geringer wiegt als der begangene Mord (Todesstrafe sei hier mal außen vor). Der Täter lebt weiter, nur nicht außerhalb der Haftanstalt. Es ist also letztlich nur eine Frage des Strafmaßes. Der Gesetzgeber hat hier eben festgelegt, dass die Möglichkeit einer Entlassung gegeben sein soll. Er hätte auch was anderes festlegen können, das ist – wie hier schon geschrieben wurde – kein Naturgesetz.
Hier hast du natürlich Recht - wenn man die Todesstrafe außen vor lässt und sich nur auf die lebenslange Haft bezieht, ist es natürlich eine Frage des Strafmaßes und jede Regierung, jeder Gesetzgeber kann für sein Land entscheiden, wie er dies ausgestaltet. Mit Sicherheit gibt es für jede Option triftige Gründe. Mir ging es in meinem Beitrag lediglich darum, dass das Entscheiden über das Strafmaß eben nicht nur die subjektive Perspektive hat, nämlich die Befriedigung des Bedürfnisses der "Rache" oder "Vergeltung" an dem Täter, sondern auch viele weitere, auch objektive Gründe. Mir ging es ausschließlich darum, den Sinn und Zweck des Strafrechts eben nicht auf "Rache"/"Vergeltung" zu beschränken. Vielleicht habe ich da aber auch einfach zu viel in vorangegangene Beiträge reininterpretiert. Das dem Mensch ein natürliches Bedürfnis nach "Vergeltung" oder, "netter" ausgedrückt, "Wiedergutmachung" innewohnt, ist selbstverständlich und ich behaupte nicht, dass dieses Bedürfnis nicht auch in mir schlummert.
Hannes_F schrieb:Das ist eine äußerst ärgerliche Frage, auch Totschlagargument genannt, die in abgewandelter Form immer wieder gestellt wird. Wenn X Y Z mein Kind oder meine Mutter wäre – dann würde ich die entsprechende Problematik sehr subjektiv und damit nicht neutral und nicht gerecht beantworten können.
Auch hier verstehe ich deine Argumentation und kann dieser folgen. Ich für meinen Teil hatte jedoch das Gefühl, dass einige Äußerungen in diesem Thread bezüglich dem Thema "Vergeltung" an sich schon sehr subjektiv sind (was ja an sich auch gar kein Problem ist). Deswegen jetzt meine Frage mit dem Argument der fehlenden Objektivität abzuschmettern, halte ich nicht für eine logische Schlussfolgerung, da ich mich ja eben auf die Subjektivität der vorangegangenen Beiträge bezogen habe.

Alles in Allem: Vielen Dank für deinen Beitrag, der ja doch eine andere und auch sehr gut begründete Sichtweise auf die angesprochene Problematik aufzeigt. Ich gebe selbstverständlich gerne zu, dass alle aufgeworfenen Fragen nicht mal eben so, geschweige denn allgemeingültig beantwortet werden können und viel Stoff für Diskussionen liefern. Da ich den Thread nicht unnötig aufblähen will, sollte diese durchaus interessante Diskussion möglicherweise in einen anderen Unterbereich des Forums verlegt werden.


Liebe Grüße,
lem0nlime


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04.02.2019 um 09:20
Lem0nlime schrieb:Du dem Täter auch die Möglichkeit auf eine zweite Chance verwehrst (sei es ebenfalls durch dessen Tötung oder eine lebenslange Haftstrafe), wieso genau bist du dann besser als der ursprüngliche Täter?
weil es hierbei noch den Aspekt gibt, die Bevölkerung vor solchen Menschen zu schützen. Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann sieht es mit der Resozialisierung nicht sonderlich rosig aus, eher im Gegenteil ist es eine geringer Prozentzahl die es tatsächlich schafft.

Ist es also gerechter dem Täter erneut eine Chance zu geben, er wird erneut straffällig. Oder ist es gerechter die Bevölkerung vor diesem zu schützen?


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04.02.2019 um 09:29
Heute um 9:00 Uhr beginnt die Staatsanwaltschaft zu plädieren.
Ich bin gespannt, ob sie tatsächlich auf lebenslange Haft plädiert.

https://www.stimme.de/hohenlohe/nachrichten/sonstiges/Im-Fall-Ole-werden-heute-die-Plaedoyers-gehalten;art140018,4150032


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04.02.2019 um 10:08
Die Frage nach Resozialisierung/Gerechtigkeit/Ethik/persönliches, subjektives Empfinden zu aktuellen rechtsstaatlichen Gepflogenheiten/etc. führen in der Intensität, wie die Diskussion aktuell von euch geführt wird, ins OT.
Wenn ihr den Begriff "Gerechtigkeit" oben rechts bei "suchen" eingebt, findet ihr Threads, in die das eher passt. Davon
abgesehen, dass noch nichtmal ein Urteil gefallen ist...

Also zurück zum Thema, bitte.


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