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Wo ist Rebecca Reusch?

89.334 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Berlin, Verschwunden, 2019, Rebecca
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wo ist Rebecca Reusch?

Wo ist Rebecca Reusch?

07.07.2019 um 17:16
Edelstoff schrieb:Insofern ist Deine o.a. Aussage zur "Prognose der tatsächlichen Schuldfrage" praktisch und im Wesentlichen für den Fall Rebecca zutreffend: Nach derzeitigem Stand der Dinge wird der TV wahrscheinlich nicht angeklagt und sicher nicht verurteilt werden.
So eine Pauschal-Prognose ist mMn. eben falsch. Der derzeitige Stand der Dinge lässt gar keine Prognose auf eine spätere Anklage oder Verurteilung zu, siehe zB Chronologie Fall Darsow:

17.04.2009 Tat

23.07.2009 Erste Verhaftung Darsow

11.05.2010 Zweite Verhaftung Darsow, U-Haft

25.10.2010 Anlageerhebung

19.07.2011 Urteil lebenslang

Die prospektive Prognose der Verurteilungswahrscheinlichkeit in einem frühen Stadium bezieht sich auf Dinge wie Verfahrenshindernisse, Straftatbestand, juristische Bewertung der vorläufigen Beweislage, nicht darauf, ob in einem Jahr bei abgeschlossenen Ermittlungen der hinreichende Tatverdacht (> 50% Verurteiungswahrscheinlichkeit) vorliegt.

Am 22.3. dürfte es dem Richter mMn. bereits daran gemangelt haben, dass der Straftatbestand Mord / Totschlag nicht durch Fakten belegt ist, am 4.3. könnte die Faktenlage (zB zweideutige Spurenlage, lfd. Spurenauswertung) noch ausgereicht haben, um u.a. einen unmittelbaren Fund der Leiche anzunehmen.
Edelstoff schrieb:Ein kluger Journalist könnte bei nächster Gelegenheit Herrn Steltner einmal fragen, ob hinreichender Tatverdacht besteht oder nur noch ein Anfangsverdacht.
Es gibt keine abgeschlossenen Ermittlungen und keinen darauf basierenden hinreichenden Tatverdacht, sonst würde die StA Anklage erheben. Im derzeitigen Stadium gilt der zureichende Tatverdacht, von dem sich keinerlei Zukunfts-Prognosen ableiten lassen.

Lebensnahe Tathypothesen, kriminalistische Erfahrungen, nicht verwertbare Beweise u.ä. gelten beim Haftrichter zB nicht als belastende Fakten, untermauern aber den Ermittlungswillen und die kriminalistische Täterwahrscheinlichkeit, was zur Aufrechterhaltung des Tatverdachts und weiteren Ermittlungsmaßnahmen (zB Abhörmaßnahmen) führt. Rein aus taktischen Gründen wird der Tatverdacht ganz sicher nicht aufrechterhalten.


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Wo ist Rebecca Reusch?

07.07.2019 um 17:47
@Sector7

Es ist beruhigend zu wissen, dass wir hier zumindest eine Handvoll
User haben, die über fundiertes Wissen verfügen und dieses
unermüdlich unter Beweis stellen!

Es ist für die Diskussion ganz sicher nicht zielführend, dass des
Öfteren nur viel Halbwissen verbreitet wird und diese falschen
Grundlagen in den Verlauf eingehen, und zur "Wahrheit" oder
zum "Fakt" werden und unzählige Seiten weiter mit geschleppt
werden müssen!

Darum vielen Dank für die immer wieder notwendigen Klarstellungen!


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Wo ist Rebecca Reusch?

07.07.2019 um 18:21
Sector7 schrieb:So eine Pauschal-Prognose ist mMn. eben falsch. Der derzeitige Stand der Dinge lässt gar keine Prognose auf eine spätere Anklage oder Verurteilung zu, siehe zB Chronologie Fall Darsow:
Ich kenne die Details dieses speziellen Falls nicht, insbesondere nicht den Verlauf bis zur Anklageerhebung.

Deine Argumentation ist jedoch methodisch grundlegend fehlerhaft. Ich habe eine Aussage über eine statistisch zu erwartende Entwicklung basierend auf der derzeitigen Sachlage gemacht. Anekdotische Beweise von Fällen, in denen es nach langer Ermittlungszeit zur Anklage gekommen ist, stehen dem überhaupt nicht entgegen.Wenn es solche Fälle nicht geben würde, könnte man die Ermittlungen gleich heute ergebnislos einstellen und zu den Cold-Cases in's Archiv legen.

Wir haben bei den statistisch erfassten Morden rund 5%, die polizeilich nicht aufgeklärt werden. Diese 5% kommen alle aus der Teilmenge der Fälle, die nach 3... 4... 5 Monaten noch nicht aufgeklärt waren, das ist einfache Mathematik. Die Chance sinkt jeden Monat.


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07.07.2019 um 18:36
Ich habe folgenden Interneteintrag gefunden:

http://www.gletschertraum.de/Kriminalistik1/FormendesBeweises.html
(Qualität der Quelle kann ich nicht einschätzen)

Dort heißt es:

Die Indizien (auch: Beweisanzeichen) vermitteln damit lediglich Hinweise auf Täter, Tat, Motiv und mögliche Beweise zur Ermittlung des wahren Sachverhalts.

Auch heißt es:

Im Gegensatz zum direkten Beweis gewinnt der Richter im ersten Schritt keine Überzeugung von der Haupttatsache, wie etwa der Täterschaft des Angeklagten, sondern nur von Indizien als Hilfstatsachen des Beweises (etwa der jahrelangen Feindschaft von Angeklagtem und Opfer, der Androhung der Tat, der zeitlichen und örtlichen Gelegenheit usw.).

Das fände ich jetzt schon ein bisschen mager.


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07.07.2019 um 19:27
Edelstoff schrieb:Deine Argumentation ist jedoch methodisch grundlegend fehlerhaft. Ich habe eine Aussage über eine statistisch zu erwartende Entwicklung basierend auf der derzeitigen Sachlage gemacht. Anekdotische Beweise von Fällen, in denen es nach langer Ermittlungszeit zur Anklage gekommen ist, stehen dem überhaupt nicht entgegen.Wenn es solche Fälle nicht geben würde, könnte man die Ermittlungen gleich heute ergebnislos einstellen und zu den Cold-Cases in's Archiv legen.

Wir haben bei den statistisch erfassten Morden rund 5%, die polizeilich nicht aufgeklärt werden. Diese 5% kommen alle aus der Teilmenge der Fälle, die nach 3... 4... 5 Monaten noch nicht aufgeklärt waren, das ist einfache Mathematik. Die Chance sinkt jeden Monat.
Wie sollen nicht aufgeklärte Fälle auch aus einer Teilmenge von erfassten Fällen kommen, die nach 3,4 oder 5 Monaten aufgeklärt waren? Diese Argumentation ist doch Blödsinn.

Wenn der Fall R. zB erst im Mai 2020 als Kapitaldelikt in die Polizeistatistik einfließt, weil dann erst Tatbestand, Tatzeit, Tatort (zB durch Leichenfund) konkret genug ermittelt sind und wenn der Fall im Oktober 2020 im Sinne der Statistik als aufgeklärt gilt, dann geht deine Argumentation schon ins Leere.

Ansonsten liefere bitte eine Quelle zu einer auf Monate basierenden Aufklärungsstatistik und eine weitere Quelle, dass der Fall Rebecca bereits als Kapitaldelikt in der Polizeistatistik erfasst wurde. Desweiteren muss eine Zuordnung der erfassten zu den aufgeklärten Fällen ersichtlich sein, andernfalls kannst du die Menge der nach 3,4 oder 5 Monaten aufgeklärten Fälle (Mord / Totschlag) gar nicht bestimmen, denn das sind ganz sicher keine 95%, eher 0%.

Kannst du diese Basis-Quellen nicht liefern, ist deine "statistisch zu erwartende Entwicklung" eine Luftnummer.

Ob sich die Chancen einer Aufklärung ohne öffentlich erkennbare Ermittlungsfortschritte scheinbar oder tatsächlich verschlechtern und erst recht ob der Fall R. mal zu deinen angegebenen 5% gehören wird, ist somit reine Spekulation.


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07.07.2019 um 19:37
@whois_mr.robot

In deiner Chronologie schreibst du:
whois_mr.robot schrieb am 28.03.2019:1. Ein Mädchen verschwindet
2. Letzter bekannter Aufenthaltsort war ein Haus mit einem Mann und einer Frau (und deren Kindern)
3. Die Frau verlässt das Haus
4. Mann kommt sehr früh morgens von einer Feier nach Hause (ob betrunken oder nicht, ist eigentlich völlig egal)
4. Mann und Mädchen sind alleine
5. Mann fährt 4h nach seiner Rückkehr Richtung Polen
6. Mann wiederholt die Fahrt einen Tag später in der Nacht
7. Mädchen wird gesucht
Wieso führst du das Verlassen des Hauses durch J vor der Heimkehr von F auf?


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07.07.2019 um 19:50
Heribert schrieb:Ich meine, mal unter uns, spätestens da war er so richtig tief im Schlammassel und ist Unglaubwürdig geworden.
Selbst wenn er total unschuldig ist.
Mit dem Kesy hat er nicht gerechnet, ansonsten wäre er in keine U Haft gekommen.
Ja, das vermute ich auch, er wusste mMn. nichts von Kesy....

@Oragani
Ich finde das auch alles seltsam...
Ich frage mich, ob jedes Mal so ein Aufstand statt fand, wenn Rebecca bei ihrer Schwester Jessica übernachtet hat.
Es ging schon um 7:15 los Mutter Reusch ruft Rebecca an und die Mailbox ging ran...
Mutter Reusch ruft Jessica an und erfährt das R. später Schulbeginn hat.
F. gibt an, dass Rebecca um 7:15 bereits weg war, lt. erster Aussage.
Lt. Timeline
- 08:25 Mutter ruft erneut (vergeblich) auf Rebeccas Handy an
- 08:30 Mutter ruft Florian an, damit dieser nach Rebecca schaut. Florian gibt an, dass Rebecca schon weg sei
08:42 Mutter schickt eine WA an Rebecca "Hallo meine Süße, ich hoffe du bist pünktlich zur Schule gekommen.
09.50 Unterrichtsbeginn Walter-Gropius-Gesamtschule, Rebecca (10. Klasse) fehlt
15:20 Eigentlicher Schulschluss für Rebecca
- 15:50 ca. Anruf Jessica bei der Mutter, ob Rebecca zu Hause wäre, da sie nach der Schule ihre Schlafsachen und ihren Laptop im Haus der Schwester abholen wollte

Rebecca musste auch erst mit dem Bus nach Hause fahren, er kann Verspätung gehabt haben, oder sie hat sich eventuell mit Mitschülern noch unterhalten etc...
Sector7 schrieb:So soll es ja auch gewesen sein. Aber welche Info hat die Mutter bekommen? 9:50 oder "später" oder "zur 3ten"? Ich finde an der Uhrzeit, wo die Mutter versucht hat R. zu kontaktieren und an der WA jedenfalls nichts Merkwürdiges.
Naja, ist vllt. eher so ein Frauending, dass man eine gewisse Vorahnung/ungutes Gefühl hat...;-)
Ich fand es zusätzlich auch etwas seltsam, dass Jessica Nachmittags ihre Mutter um 15:50 anrief, um nachzufragen ob Rebecca bei ihr ist.
Schulschluss war 15:20 sie musste ja auch erstmal mit dem Bus fahren, er könnte auch Verspätung gehabt haben, oder sie hat sich eventuell noch mit Mitschülern unterhalten etc...


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07.07.2019 um 20:07
Kann ein Berliner etwa dazu sagen, ob inzwischen wirklich eine Selbstkontrolle von Monatskarten (und Schülertickets) in Bussen verpflichtend ist?
https://www.golem.de/news/vbb-fahrcard-e-ticket-kontrolle-am-pruefgeraet-wird-in-berlin-zur-pflicht-1802-132943.html

Könnte hierdurch vielleicht festgestellt worden sein, dass sie allerhöchstwahrscheinlich an diesem Morgen nicht (in üblicher Weise) mit dem Bus fuhr?


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07.07.2019 um 20:11
@arpanet
Diese Frage wurde erst kürzlich gestellt und beantwortet mit der Aussage, das nur die Anzahl der Fahrgäste registriert wird, sonst keine weiteren Daten.


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07.07.2019 um 20:13
Fritz_D1 schrieb:Diese Frage wurde erst kürzlich gestellt und beantwortet mit der Aussage, das nur die Anzahl der Fahrgäste registriert wird, sonst keine weiteren Daten.
Aber wenn das so wäre, dann gäbe es ja gar keinen Anreiz sich daran zu halten, weil niemand beweisen kann, dass man keine Selbstkontrolle durchgeführt hat, oder? Also irgendwas Fahrgastspezifisches muss doch gespeichert werden?


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07.07.2019 um 20:21
arpanet schrieb:ann ein Berliner etwa dazu sagen, ob inzwischen wirklich eine Selbstkontrolle von Monatskarten (und Schülertickets) in Bussen verpflichtend ist?
https://www.golem.de/news/vbb-fahrcard-e-ticket-kontrolle-am-pruefgeraet-wird-in-berlin-zur-pflicht-1802-132943.html

Könnte hierdurch vielleicht festgestellt worden sein, dass sie allerhöchstwahrscheinlich an diesem Morgen nicht (in üblicher Weise) mit dem Bus fuhr?
Dazu gab es nach dem Artikel eine Pressemitteilung der BVG: https://www.bvg.de/de/Aktuell/Newsmeldung?newsid=2212


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