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Vermisstenfall Alexandra May

176 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst

Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 18:24
Saturo
schrieb:
Meine erste Idee wäre den Jungfernstieg runter und dann an der Ostsee entlang über Pelzerhaken, Rettin und Bliesdorf nach Grömitz.Bin ich selbst schon gegangen.
Interessante Überlegung. Wie lange bist Du bis Grömitz gelaufen? Wenn die Sichtung an der 501 evtl. ein Irrtum war, könnte es doch sein, dass Alexandra versucht hat, den von Dir genannten Weg zu nehmen. Dann müsste ihr unterwehs etwas zugestoßen sein, bzw. sie an einen Menschen geraten ist, der ihr nichts Gutes wollte und die Situation ausgenutzt hat.

Was mir noch einfällt, es gibt doch mehrere Campingplätze dort. Ich kenne nur den Campingplatz Brodau ( Rettin). Es war Juli, als A. verschwand. Hochsaison also.
Wurden die Campingplätze überhaupt überprüft? Evtl. ist A. an einen Camper geraten, der ihr vorgespiegelt hat, ihr behilflich zu sein.


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 18:54
Zum Thema "Ertrinken" ein paar persönliche Gedanken ... ich saß vor einigen Jahren auf einem Steg an unserem Baggersee ... unsere Kinder plantschten in relativ flachem Wasser - nur wenige Meter dahinter (ausgebaggert wegen Sprungturm) geriet ein 13 Jähriger in Not ... ich habe überhaupt nichts gemerkt, war völlig verdutzt, wie der Rettungsschwimmer (glücklicherweise) sofort reagierte ... Da war nichts mit auftauchen und um Hilfe rufen ... es war ein sehr belebter Tag ... niemand hat etwas bemerkt. Daher würde ich den Unfall nicht ausschließen, egal, wie viele Leute sich da aufgehalten haben.

Der zweite Gedanke ... ich habe das schon mal gepostet (ich hoffe, niemanden versteht das als pietätlos) ... vor einiger Zeit verschwand hier während eines heftigen Gewitters ein Pferd aus einem Offenstall. Der Stall stand am Waldrand, nach drei Seiten eingezäunt (Zaun intakt) und nach einer Seite mit einem Fluss begrenzt. Zahlreiche Experten schlossen aus, dass das Pferd ertrunken sein konnte (da Herdentier, mit der Gegend vertraut), es fanden sich Zeugen, die dubiose Männer mit Transporter gesehen haben wollen. Zwei Wochen später tauchte das Pferd ertrunken 120km am Wehr einer Großstadt wieder auf ... Der hohe Pegel war schon lange abgeflossen, das Pferd war durch mehrere Kleinstädte getrieben, hatte einige Staustufen überwunden, war nie gesichtet worden .... Man glaubt es nicht ... aber so war es. Daher ...

Das Verschwinden setzte schon so viele ungünstige Konstellationen voraus (1) eventuell zu optimistische Risikobewertung von Seiten der Betreuer (2) Vergessen der Karte, (3) Vergessen des Handys, (4) Vergessen einer Kontrolle, (5) Zurücklegen einer Teilstrecke in unbekanntes Gebiet, (6) Reaktion des Fahrers, (7) Nichthelfen von anderen Menschen, (8) Impulsive Reaktion des Opfers (die vermutlich abschreckend wirkte). Dass dann noch in einer Kleinstadt genau in dem Moment Leute vorbeikommen, die so hochkriminell sind, dass sie die Frau aus dem Verkehr ziehen, das wäre von der Wahrscheinlichkeit zu viel des Guten.

Die Frau wurde ja sehr kindlich dargestellt ... eines meiner Kinder ist mal im Grundschulalter (trotz Routine) in einen falschen Bus eingestiegen. Es blieb völlig ruhig sitzen, stieg auch nicht sofort aus, sondern erst viele Haltestellen weiter, sagte auch dem Fahrer nicht Bescheid und irrte dann hilflos durch ein Stadtgebiet, das es nicht kannte .... dachte auch nicht mehr ans Notfallhandy in der Tasche .... Man kann nicht damit rechnen, dass sie rational reagierte.


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 19:09
missmary
schrieb:
Da war nichts mit auftauchen und um Hilfe rufen ... es war ein sehr belebter Tag ... niemand hat etwas bemerkt. Daher würde ich den Unfall nicht ausschließen, egal, wie viele Leute sich da aufgehalten haben.
Einen Unfall am Gewässer kann man auch nicht ausschleißen, es gibt auch das sog. stille Ertrinken. Da schreien die Ertrinkenden eben nicht.

Nur ist bisher auch keine passende Wasserleiche aufgetaucht, was aber auch nicht zwingend ist.
missmary
schrieb:
Das Verschwinden setzte schon so viele ungünstige Konstellationen voraus (1) eventuell zu optimistische Risikobewertung von Seiten der Betreuer (2) Vergessen der Karte, (3) Vergessen des Handys, (4) Vergessen einer Kontrolle, (5) Zurücklegen einer Teilstrecke in unbekanntes Gebiet, (6) Reaktion des Fahrers, (7) Nichthelfen von anderen Menschen, (8) Impulsive Reaktion des Opfers (die vermutlich abschreckend wirkte). Dass dann noch in einer Kleinstadt genau in dem Moment Leute vorbeikommen, die so hochkriminell sind, dass sie die Frau aus dem Verkehr ziehen, das wäre von der Wahrscheinlichkeit zu viel des Guten.
Die unglücklichen Umstände, unter denen A. verschwand, hast Du sehr gut zusammen gefasst. Möglicherweise wirkte A.s impulsive Reaktion zunächst abschreckend auf Beobachter, sodass niemand ihr Hilfe angeboten hat. Ich würde das aber wirklich nicht komplett ausschließen, dass ein Krimineller ihre Situation dann für sich ausgenutzt hat. Die Polizei geht ja inzwischen von einem Verbrechen aus. Ich denke, man sollte Kleinstädte oder Dörfer in dieser Beziehung nicht unterschätzen. Auch auf dem Land werden Menschen ermordet, bzw. verschwinden aus einer Notlage auf dem Weg nach Hause spurlos ( zum Beispiel Katrin Konert aus Groß Gaddau/ Niedersachsen).
Es wurde ja bei AZXY gesagt, dass A. evtl. mit einem Fremden mitgehen/ fahren würde, sofern ihr diese fremde Person sympathisch wäre.


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 20:06
Ankaijan
schrieb:
Auf gar keinen Fall. Jetzt stell dir mal vor, da ist ein Mensch mit einer Beeinträchtigung der einfach nur weg möchte. Es ist nicht gerade selten, dass gerade Menschen mit geistiger Beeinträchtigung weglaufen z.b. Demenzerkrankte.
GigiNazionale
schrieb:
Was die verpasste Busfahrt angeht, bin ich der Meinung, dass man zukünftig Menschen mit offensichtlich körperlichen/geistigen Einschränkungen und auch Kinder erstmal mitnehmen sollte, sofern deren Zielort/Anliegen plausibel klingt.
Hervorhebung von mir eingefügt.

Ein Demenzerkrankter, der wegläuft kann zumeist nicht unbedingt plausibel sein Anliegen begründen und auch je nachdem keinen (plausiblen) Zielort nennen.
Natürlich ist es grundsätzlich möglich, dass der Demenzerkrankte einen 'hellen Moment' hat (kommt natürlich auf das Stadium der Erkrankung an) und daher evtl durchaus plausibel klingt, was er sagt, schon klar, aber generell würde ich @GigiNazionale zustimmen.

Mich hat u a der Fall Marianne Schmid, der hier im Forum auch diskutiert wurde, beschäftigt, Frau Schmid ist eine ältere an Demenz erkrankte Dame, kaum noch in der Lage, zu kommunizieren, sie verschwand aus einer Pflegeeinrichtung, in der sie vorrübergehend untergebracht war.
Ich denke, wenn manche Mitmenschen aufmerksamer wären, ließen sich evtl Vermisstenfälle wie der Fall Marianne Schmid oder Alexandra May vermeiden.
Rotmilan
schrieb:
Wenn die Sichtung an der 501 evtl. ein Irrtum war, könnte es doch sein, dass Alexandra versucht hat, den von Dir genannten Weg zu nehmen
Allerdings finde ich es fraglich, ob Sandra in dieser Situation wohl einen ihr unbekannten (?) Weg ausprobiert hätte bzw ob sie in ihrer Aufregung überhaupt in der Lage gewesen wäre, eine derartige Entscheidung zu fällen.
Wir wissen sehr wenig über ihre (geistige) Behinderung, aber im XY - Film wirkte es so, als sei sie ziemlich in Aufruhr gewesen (fluchen), wäre da nicht das Naheliegendste, den ihr bekannten Weg, den sie sonst immer mit dem Bus fuhr, zu Fuß einzuschlagen?
Rotmilan
schrieb:
Ich würde das aber wirklich nicht komplett ausschließen, dass ein Krimineller ihre Situation dann für sich ausgenutzt hat. Die Polizei geht ja inzwischen von einem Verbrechen aus. Ich denke, man sollte Kleinstädte oder Dörfer in dieser Beziehung nicht unterschätzen. Auch auf dem Land werden Menschen ermordet, bzw. verschwinden aus einer Notlage auf dem Weg nach Hause spurlos ( zum Beispiel Katrin Konert aus Groß Gaddau/ Niedersachsen).
KK fiel mir in diesem Zusammenhang, was das Verschwinden aus eher ländlichen/ dörflichen Gegenden anbetrifft, auch direkt ein.
Gehe - leider - auch davon aus, dass jemand Sandras verzweifelte Situation beobachtet bzw wohl eher zufällig mitbekommen hat und dies dann für seine Zwecke (welche dies gewesen sein könnten, gibt es m E nicht allzu viele Möglichkeiten) ausgenutzt hat.
Rotmilan
schrieb:
Es wurde ja bei AZXY gesagt, dass A. evtl. mit einem Fremden mitgehen/ fahren würde, sofern ihr diese fremde Person sympathisch wäre.
Und wenn diese sympathisch wirkende Person dann auch noch versprochen hätte, Sandra (mit dem Auto) zu den Eltern zu fahren, könnte das Schicksal seinen Lauf genommen haben...
In etwa so:
Person X zu Sandra:"Was ist denn los?"
Sandra erzählt dann evtl, dass sie nicht genügend Geld (mehr) dabei hat, ihren Schwerbehindertenausweis und ihr Handy vergessen hat und jetzt nicht weiß, wie sie vom ZOB aus weiterkommen (entweder zu ihren Eltern oder zurück in die Einrichtung) soll.
Person X vll daraufhin:"Aber das ist doch nicht so schlimm, ich fahre eh in die Richtung, da kann ich Sie/Dich doch eben bei den Eltern rauslassen."
Sandra wäre dann wahrscheinlich erleichtert gewesen, ihr (Beförderungs-)Problem gelöst zu haben und mit zum Auto gegangen/eingestiegen.
M E leider ein gut vorstellbares Szenario.


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 20:41
ThoFra
schrieb:
Ich denke, wenn manche Mitmenschen aufmerksamer wären, ließen sich evtl Vermisstenfälle wie der Fall Marianne Schmid oder Alexandra May vermeiden.
Wenn du die Hintergrundgeschichte nicht kennst, kann es aber auch einfach sein, dass du die Situation einfach falsch interpretierst - gerade, wenn sie fluchte und eventuell auch undeutlich oder grammatikalisch nicht korrekt sprach, werden viele Leute gedacht haben, dass sie vielleicht betrunken ist oder so.
ThoFra
schrieb:
Allerdings finde ich es fraglich, ob Sandra in dieser Situation wohl einen ihr unbekannten (?) Weg ausprobiert hätte bzw ob sie in ihrer Aufregung überhaupt in der Lage gewesen wäre, eine derartige Entscheidung zu fällen.
Wenn sie das überrissen hätte. Ich denke, dass sie in der Lage war, einfachen Anweisungen zu folgen, wenn die Abläufe einstudiert waren, aber intellektuell nicht in der Lage war, Lösungsansätze zu entwickeln, wenn der Ablauf anders war. Sie konnte ja z.B. Geld ausgeben und verstand das Grundprinzip, aber nicht die Details (Euro und Cent) und den Wert. Vermutlich war sie da auf dem Stand eines Erstklässlers. Daher kann man davon ausgehen, dass sie sehr hilflos war und sehr irrational reagiert hat.
ThoFra
schrieb:
wäre da nicht das Naheliegendste, den ihr bekannten Weg, den sie sonst immer mit dem Bus fuhr, zu Fuß einzuschlagen?
Wenn sie sich räumlich orientieren konnte, ja. Eventuell ist ihr aber von der Einrichtung eingebläut worden, das nicht zu tun, einfach, weil sie sich nur im Nahbereich auskannte. Ich glaube, man darf da nicht vom Naheliegenden ausgehen ... sogar Menschen, die geistig nicht eingeschränkt sind, reagieren in Stresssituationen mitunter völlig irrational. Sie war ja hilflos und man kann nicht davon ausgehen, dass sie das für uns Naheliegenste tun würde, da vermutlich ihre geistige Kapazität nicht ausreichte, um die Optionen, die sie hatte, rational abzuwiegen.
Rotmilan
schrieb:
Möglicherweise wirkte A.s impulsive Reaktion zunächst abschreckend auf Beobachter, sodass niemand ihr Hilfe angeboten hat.
Das denke ich fast ... wurde eventuell auch falsch interpretiert (Drogen, Alkohol). Ich glaube, die Leute sind an sich schon hilfsbereit, aber wenn die Situation sie befremdet hat, dann suchten sie lieber das Weite. Da würde ich auch keinem Passanten einen Vorwurf machen.
Rotmilan
schrieb:
Ich würde das aber wirklich nicht komplett ausschließen, dass ein Krimineller ihre Situation dann für sich ausgenutzt hat.
Das natürlich nicht ... das ist schon so vertrackt gelaufen an dem Tag, dass man das nicht ausschließen kann. Es ist tragisch, weil die meisten dieser Fälle ja trotzdem noch gut ausgehen, aber hier ist leider nicht mit einem Happy End zu rechnen.


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 20:44
@ThoFra
Ich stelle mir grad vor, dass sie nach dieser Verkettung unglücklicher Umstände in diese Situation geraten, dann auch noch an eine Person geriet, die das ausnutzte .
Der Gedanke, dass diese Person ebenfalls genau zu diesem Zeitpunkt dort oder in der Nähe Ausschau nach einem Opfer hielt bzw in dieser Situation am helllichten Tag kurzfristig auf die Idee kam, das auszunutzen, finde ich einen erschreckenden Gedanken . Natürlich weiß ich, dass die meisten derartigen Fälle genauso ablaufen ,bin ja nicht naiv , aber das impliziert auch , dass wir unterwegs rein theoretisch ständig von solchen Tätern umgeben sein könnten .
Ein unguter Gedanke .


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 21:17
missmary
schrieb:
aber intellektuell nicht in der Lage war, Lösungsansätze zu entwickeln, wenn der Ablauf anders war. Sie konnte ja z.B. Geld ausgeben und verstand das Grundprinzip, aber nicht die Details (Euro und Cent) und den Wert. Vermutlich war sie da auf dem Stand eines Erstklässlers. Daher kann man davon ausgehen, dass sie sehr hilflos war und sehr irrational reagiert hat.
Hervorhebung von mir eingefügt.
missmary
schrieb:
da vermutlich ihre geistige Kapazität nicht ausreichte, um die Optionen, die sie hatte, rational abzuwiegen.
Genau das vermute ich auch, hast Du sehr gut auf den Punkt gebracht m E.
missmary
schrieb:
das ist schon so vertrackt gelaufen an dem Tag, dass man das nicht ausschließen kann. Es ist tragisch,
Ja, leider scheint auch der Fall Alexandra May (wie auch einige andere Fälle, die hier im Forum diskutiert werden) in erster Linie eine 'Verkettung unglücklicher Umstände gewesen zu sein bzw wurde Sandra wahrscheinlich die Verkettung genau dieser unglücklichen Umstände zum Verhängnis.
Wäre vll einer dieser 'unglücklichen Umstände' an jenem Tag anders gewesen, z B wenn Sandra wenigstens ihr Handy dabei gehabt hätte, könnte es durchaus sein, dass sie wohlbehalten bei ihren Eltern angekommen wäre und wir uns hier jetzt nicht über diesen Fall austauschen würden.
Aber wer weiß, ob sie nach dem 'Rauswurf' aus dem Bus nicht viel zu aufgeregt gewesen wäre, daran zu denken, mit dem Handy bei den Eltern oder in der Einrichtung anzurufen (wie in dem Beispiel mit Deinem Kind, das in den falschen Bus einstieg, umherirrte und gar nicht mehr an das Notfallhandy dachte).
Ist allerdings wohl auch müßig, darüber zu spekulieren.
Stradivari
schrieb:
Natürlich weiß ich, dass die meisten derartigen Fälle genauso ablaufen ,bin ja nicht naiv , aber das impliziert auch , dass wir unterwegs rein theoretisch ständig von solchen Tätern umgeben sein könnten .
Ein unguter Gedanke .
Definitiv.
Leider gibt es keinen 100%igen Schutz davor, einem solchen (potentiellen) Täter in die Hände zu fallen, unabhängig davon, ob man behindert ist oder nicht.


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 21:31
@ThoFra
Es handelte sich ja um die immer gleiche Strecke von der Einrichtung nach Hause , das konnte sie ja schon sehr lange gut bewältigen u ich gehe auch davon aus, dass sich in ihrem normalerweise umgehängten Beutel auch Kontakttelefonnummern befunden haben u ihr vielleicht auch schon oft gesagt wurde, dass sie sich an Frauen wenden soll, wenn irgendwas ist .
Aber ich weiß aus meiner Arbeit , dass es eben auch Situationen gibt , wo diese teils oft geübten Maßnahmen dann nicht befolgt wurden, oder eben alles aus dem Ruder lief . Eine gewisse Selbständigkeit ist so wichtig .
Ich mache da niemandem einen Vorwurf , außer dem Täter , von dem ich ausgehe .


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 22:00
Stradivari
schrieb:
Natürlich weiß ich, dass die meisten derartigen Fälle genauso ablaufen ,bin ja nicht naiv , aber das impliziert auch , dass wir unterwegs rein theoretisch ständig von solchen Tätern umgeben sein könnten .
Das stimmt natürlich, wobei die meisten Übergriffe immer noch im gewohnten Umfeld der Opfer stattfinden, weil es für den Täter ein riesiges Risiko ist, da er nichts über die Person weiß. Und man weiß auch nicht, wer was beobachtet und dann noch Jahre später (z.B. bei einer XY Sendung) wieder abrufen kann.

Als Täter brauchst du hypothetisch gedacht ja sowohl "skills" als auch eine Infrastruktur. Er muss in der Lage sein, so mit dem Opfer zu reden, dass sich sehr schnell ein Vertrauensverhältnis aufbaut. Er muss auch für ihn zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Er braucht ein Auto und dann muss er das Opfer ja irgendwo unterbringen, ohne, dass es jemand auffällt (Haus, Keller).

Oft gibt es ja die richtigen Hinweise (Junge im Schrank, Natascha Kampusch), aber sie werden nicht konsequent verfolgt. Am hellichten Tag jemanden mitzunehmen, ohne dass es jemand auffällt, ist wohl eher die Ausnahme.


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17.01.2020 um 22:12
@missmary
Der Fall hat ja nix mit Beziehungstaten zu tun .
Und das „ Trampen „ wie in den 70 er und 80 er - Jahren ist aus der Mode gekommen, damals hatten solche Täter durchaus leichtes Spiel ,da gab es auch viele derartiger Fälle , wenn man sich erinnert .
Aber auch heute hier in Allmy haben wir mit Fällen zu tun , wo Menschen „ draußen „verschwinden .


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17.01.2020 um 22:29
missmary
schrieb:
Am hellichten Tag jemanden mitzunehmen, ohne dass es jemand auffällt, ist wohl eher die Ausnahme.
Hast Du vollkommen Recht. Wobei es durchaus vorkommt, wenn man an den kleinen Mohamed aus Berlin denkt, der von Silvio S. am hellichten Tag mitten in Berlin entführt und dann ermordet wurde.
Bei Alexandra ist evtl. auch nichts aufgefallen, sie wird vermutlich zunächst auch "freiwillig" mitgegangen sein, sofern ihr die fremde Person sympathisch war.
Und intellektuell war sie m.E. durch die leichte, geistige Behinderung eher auf dem Stand eines Kindes. Sonst hätte sie sich in Neustadt durchgefragt, wo die nächste Polizeiwache ist. Und von dort hätte man ihre Eltern benachrichtigt. Problem gelöst.
missmary
schrieb:
Er braucht ein Auto und dann muss er das Opfer ja irgendwo unterbringen, ohne, dass es jemand auffällt (Haus, Keller).
Das ist halt die Frage, ob es unbedingt ein Auto brauchte. Irgendjemand schrieb hier, dass es etwa 1 km ab Busbahnhof Richtung B 501 schon ziemlich einsam ist.
Um jemanden kurz nach dem Kennenlernen zu überwältigen und zu ermorden und irgendwo zu verscharren oder abzulegen, braucht es evtl. auch gar kein Auto.
Allerdings glaube ich auch eher daran, dass Alexandra bei einer Person ins Auto eingestiegen ist, die ihr versprochen hat, sie in Grömitz abzusetzen.
Eine motorisierte Person könnte theoretisch sonst wo mit ihr hin gefahren sein. Besonders wenn die 2 Männer in Begleitung von Sandra Sichtung zutreffen sollte. Einer im PKW hält A. unter Kontrolle, der andere fährt. Der oder diejenigen hatten sicher sehr gute Ortskenntnisse.

Da muss man auch keine leichte geistige Behinderung haben wie A., als Frau ist man 2 Männern in jedem Fall immer unterlegen und hat verloren, wenn man in deren Auto steigt. Man hat aber auch verloren, wenn man zwei Männern in ein abgelegenes Gebiet in der freien Natur folgt.


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 22:34
Stradivari
schrieb:
dass es eben auch Situationen gibt , wo diese teils oft geübten Maßnahmen dann nicht befolgt wurden, oder eben alles aus dem Ruder lief . Eine gewisse Selbständigkeit ist so wichtig .
Jeder von uns kennt wohl derartige Situationen, wenn man unter großen Stress, Zeitdruck, Abspannung o Ä steht, handelt man manchmal irrational, wo man sich hinterher eigentlich nur über sich selbst wundern kann.
Dazu braucht es keine (geistige) Behinderung.
Ist aber zusätzlich zur Stresssituation auch noch eine derartige Behinderung vorhanden, ist das Wahrscheinlichkeit, dass die Person hilflos/überfordert/irrational handelt, wohl nochmal deutlich höher, würde ich sagen.

Kenne eine Frau mit Down-Syndrom, die in Situationen, die vom üblichen Muster abweichen, sehr schnell vollkommen überfordert ist und sich für Außenstehende dann wohl auch sehr merkwürdig verhält, von daher stelle ich mir das bei Sandra ähnlich vor - auch wenn wir nicht genau wissen, welche Art geistige Behinderung sie hat.


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17.01.2020 um 22:46
@ThoFra
Es ist doch auch garnicht wichtig , woher GENAU ihre Einschränkung kommt , der Filmbeitrag hat das doch gut dargestellt .
Im Endeffekt ist da eine Frau verschwunden , mit oder ohne Behinderung !


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 23:00
Stradivari
schrieb:
Im Endeffekt ist da eine Frau verschwunden , mit oder ohne Behinderung !
Ja natürlich, mir ging es lediglich darum, zu überlegen bzw zu versuchen, mich in Sandras Lage zu versetzen, um herauszufinden, wie sie sich in jener Situation verhalten haben könnte, daher das von mir angeführte Bsp mit dem Down-Syndrom.
Die Art und Weise, wie Sandra im Filmbeitrag dargestellt wurde, hat mich eben direkt an diese Bekannte denken lassen.


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 23:01
@ThoFra
In einer Einrichtung hat eine Bewohnerin von großer Liebe und Verlobung geredet , das ging eine Weile .
Kurz: ein Mann hat sie regelmäßig draußen abgefangen u missbraucht . Was das Strafmaß anging ( Bewährung ) ist er glimpflich davon gekommen finde ich , da wurde auch keine Unterscheidung genommen , dass das Opfer eine Einschränkung hatte .
Das nur nebenbei ...


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Vermisstenfall Alexandra May

17.01.2020 um 23:56
ThoFra
schrieb:
Ein Demenzerkrankter, der wegläuft kann zumeist nicht unbedingt plausibel sein Anliegen begründen und auch je nachdem keinen (plausiblen) Zielort nennen.
Natürlich ist es grundsätzlich möglich, dass der Demenzerkrankte einen 'hellen Moment' hat (kommt natürlich auf das Stadium der Erkrankung an) und daher evtl durchaus plausibel klingt, was er sagt, schon klar, aber generell würde ich @GigiNazionale zustimmen.
Nur weil jemand z.b. Demenzerkrankt ist, ist er ja nicht gleich Intelligenzgemindert. Sehr oft wollen sie z.b. nach Hause, haben vergessen, dass es dieses zu Hause nicht mehr gibt, weil vielleicht der Partner verstorben ist. Unser Nachbarsjunge mit einer Intelligenzminderung möchte immer in den Urlaub und er erklärt dir das ganz souverän und wer ihn nicht kennt fällt oftmals drauf rein dass er wieder einmal Geschichten erzählt.

Aber das ist offtopic


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18.01.2020 um 00:45
ThoFra
schrieb:
Ja, leider scheint auch der Fall Alexandra May (wie auch einige andere Fälle, die hier im Forum diskutiert werden) in erster Linie eine 'Verkettung unglücklicher Umstände gewesen zu sein bzw wurde Sandra wahrscheinlich die Verkettung genau dieser unglücklichen Umstände zum Verhängnis.
Das macht das wirklich tragisch und vermutlich machen sich jede Menge Leute Vorwürfe, nur eine kleine Änderung hätte den Fall nicht passieren lassen ... es ist wirklich extremst unglücklich gelaufen. Ich hoffe sehr für die (vermutlich alten) Eltern, dass sie noch eine Klärung des Schicksals ihres Kindes bekommen.
Stradivari
schrieb:
Der Fall hat ja nix mit Beziehungstaten zu tun .
Und das „ Trampen „ wie in den 70 er und 80 er - Jahren ist aus der Mode gekommen, damals hatten solche Täter durchaus leichtes Spiel ,da gab es auch viele derartiger Fälle , wenn man sich erinnert .
Es war sicher keine Beziehungstat aber der Täter muss ja zusätzlich noch eine Beziehung aufgebaut haben (was angesichts des emotionalen Zustandes vermutlich gar nicht so leicht war) - das fällt bei "normalen Beziehungstaten" weg, d.h. der Täter konnte beruhigend auf sie einwirken und ihr Vertrauen gewinnen (wenn es kein Unfall war).
Rotmilan
schrieb:
Wobei es durchaus vorkommt, wenn man an den kleinen Mohamed aus Berlin denkt, der von Silvio S. am hellichten Tag mitten in Berlin entführt und dann ermordet wurde.
Ja, es kommt vor, aber glücklicherweise selten. Aber da war es ja auch so, dass es ein Überwachungsvideo gab. Ich glaube, es ist glücklicherweise sehr selten, dass man es schafft, keine Spuren zu hinterlassen oder Zeugen zu haben.
Rotmilan
schrieb:
Das ist halt die Frage, ob es unbedingt ein Auto brauchte. Irgendjemand schrieb hier, dass es etwa 1 km ab Busbahnhof Richtung B 501 schon ziemlich einsam ist.
Kann natürlich auch ein Anwohner oder so gewesen sein, dann sieht die Sache schon wieder anders aus.
Ankaijan
schrieb:
Nur weil jemand z.b. Demenzerkrankt ist, ist er ja nicht gleich Intelligenzgemindert.
Und oft setzen einzelne Teile aus ... wenn ein Demenzkranker nun seinen Heimatort nennt, wo er hinmöchte, muss jemand gar nicht unbedingt merken, dass die Person erkrankt ist.


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18.01.2020 um 10:46
Rotmilan
schrieb:
Wie lange bist Du bis Grömitz gelaufen?
Ist schon eine Weile her, ich denke aber zweieinhalb bis drei Stunden.
Ich Bereich des Brodauer Steilufers könnte eine Person relativ einfach recht tief abstürzen.


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18.01.2020 um 13:03
@Saturo
Das ist keine allzu lange Zeit und war evtl. auch für Alexandra theoretisch machbar, wenn jemand sie auf diesen Weg hingewiesen hatte.
Zumindest kann man nicht ausschließen, dass sie es auf dem Fußweg versucht hat, nach Grömitz zu gelangen.
Dabei könnte ihr ja im Bereich des Brodauer Steilufers ein Unfall durch Abstürzen passiert sein. Sie könnte aber auch auf dem Fußmarsch an die falsche Person geraten sein. Die Ermittler gehen eher von einem Verbrechen aus, vermutlich weil man annimmt, dass eine Wasserleiche längst aufgetaucht wäre.
Ich weiß aber nicht, wie zwingend es ist, dass eine Wasserleiche dort auftaucht und nicht evtl. in die Ostsee raus gespült wird.


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18.01.2020 um 14:25
missmary
schrieb:
Am hellichten Tag jemanden mitzunehmen, ohne dass es jemand auffällt, ist wohl eher die Ausnahme.
Naja, es kommt darauf an, wie das Mitnehmen abläuft: Wenn ein Kind, das sich wehrt, ins Auto gezerrt wird, fällt das einem Beobachter sicher leichter auf als wenn eine erwachsene Frau anscheinend freiwillig ins Auto steigt, nachdem sie mit dem Fahrer gesprochen hat. Eine solche Begebenheit ist so alltäglich, dass man sie schnell wieder vergisst und sich dann wohl auch nicht mehr erinnert, wenn man hört, dass eine Frau in der Gegend verschwunden ist. Wenn nicht noch andere Umstände (seltsames Verhalten der Frau, offensichtliche Behinderung....) dazu kommen, könnte ich mir vorstellen, dass ein Zeuge heute gar nicht mehr weiß, dass er seinerzeit etwas beobachtet hat.


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