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Wo ist Helga Frings?

Wo ist Helga Frings?

07.09.2020 um 17:07
Zitat von Ventil
Ventil
schrieb:
es wird keine Zeugen geben....für gar nichts, da kann auch XY ungelöst nicht helfen.
Mag sein, das der Fall in Aktenzeichen xy kommt, aber vermutlich kommt dabei genauso viel raus wie bei Rosi Strohfus, Birgit Rösing u.den anderen vergleichbaren Fällen.



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Wo ist Helga Frings?

07.09.2020 um 17:08
@vermutung
@Ventil

Irgendwo hieß es doch, glaub ich, dass KEINE XY-Sendung geplant ist, weil man sich keine Erkenntnis daraus erhofft. Ja, wo sollten die Erkenntnisse auch herkommen? Im Grunde könnte man nur das Bild zeigen und fragen: "Hat diese Frau irgendwer irgendwo gesehen?"



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07.09.2020 um 17:25
Ich finde, es gibt viel zu viele Fälle mit verschwundenen Ehefrauen/Lebenspartnerinnen etc., die gar nicht oder erst sehr, sehr spät aufgeklärt werden.

Frau verschwunden - alles war normal. Plötzlich war sie weg. Niemand hat was gesehen.

Wo bleibt die Fürsorge für die Menschen aus dem direkten Umfeld? Sollte man nicht eine gewisse Form der Beweislastumkehr als Bestandteil des mitmenschlichen Kümmerns juristisch etablieren? Je länger ich in diesem Forum mitlese und je mehr solcher traurigen Fälle hier beschrieben werden, denke ich über einen irgendwie gearteten Mechanismus nach. Für Kinder zum Beispiel gibt es eine Sorgfaltspflicht - in irgendeiner abgeänderten Form könnte ich mir das auch in Beziehungen juristisch verankert vorstellen. Wenn es so etwas gäbe, würden die Menschen eventuell mehr Sicherungssysteme der Nachfrage und des Kümmerns im zwischenmenschlichen Miteinander pflegen.

Für mich passt hier in diesem konkreten Fall Frings viel zu viel nicht zusammen.



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07.09.2020 um 20:42
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Ich finde, es gibt viel zu viele Fälle mit verschwundenen Ehefrauen/Lebenspartnerinnen etc., die gar nicht oder erst sehr, sehr spät aufgeklärt werden.
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Wo bleibt die Fürsorge für die Menschen aus dem direkten Umfeld? Sollte man nicht eine gewisse Form der Beweislastumkehr als Bestandteil des mitmenschlichen Kümmerns juristisch etablieren?
Worauf will dieses Geschwurbel hinaus? Dass der Ehemann seine Unschuld beweisen muss??



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07.09.2020 um 22:25
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Wo bleibt die Fürsorge für die Menschen aus dem direkten Umfeld? Sollte man nicht eine gewisse Form der Beweislastumkehr als Bestandteil des mitmenschlichen Kümmerns juristisch etablieren? Je länger ich in diesem Forum mitlese und je mehr solcher traurigen Fälle hier beschrieben werden, denke ich über einen irgendwie gearteten Mechanismus nach.
Das Problem des Ermittlungsgrundsatz in Deutschland - auch aus leidvoller geschichtlicher Erfahrung - ist, dass die Polizei sich zurück hält, solange bei einem Vermisstenfall ein Kapitaldelikt nicht die einzige mögliche Antwort ist. Das ist ein kleiner Teufelskreis: Ohne Spuren kein dringender Verdacht des Kapitaldelikts, ohne dringenden Verdacht eines Kapitaldelikts keine detaillierte Spurensicherung wie bei einem Mordfall. Aber gerade in den ersten Wochen wird man ohne taugliche Spuren eben auch andere Möglichkeiten wie Suizid, Untertauchen oder Unglücksfall nicht wirklich ausschließen können. Das betrifft aber eben nicht nur Fälle von verschwundenen Ehepartnern (siehe Louise Karton), sondern bei jedem Vermissten, die/der ihren/seinen Aufenthalt frei bestimmen darf. Das war die extreme Antwort aufgrund von übermäßigen Bespitzelungen und Beschnüffelungen der Bürger seitens des Staates durch Geheimpolizeien in mindestens zwei Diktaturen.

Dies hat sich in Vermisstenfällen aber ins Gegenteil pervertiert. Wir reden über Vorratsdatenspeicherungen, Staatstrojanern etc. aber der mutmaßliche freie Willen eines potenziell freiwillig Untergetauchten ist schützenswerter als die gründliche Vorermittlung und eine sicherheitshalber frühzeitige Spurensicherung, wenn sich die Möglichkeit eines Kapitaldelikts nicht ausschließen lässt. Diese Spurensicherung sollte man an dem Ort machen, wo eine Person angibt, sie zuletzt gesehen zu haben bzw. wo sich eine Person nachweislich bis zum Verschwinden öfter aufgehalten hat, wenn die Umstände des Verschwindens nicht klar sind. Das betrifft nicht nur Partner, sondern auch andere Personen aus dem Umfeld. Im Fall Louise Kerton die Freundin des Verlobten. Angeblich wurde sie von der Mutter des Verlobten zum Bahnhof nach Aachen gefahren, was aber sonst keiner bezeugen konnte. Daher wäre eine frühzeitige gründliche Untersuchung des Wohnhauses der Familie des Verlobten angebracht gewesen. Dieser Vorwurf wurde der deutschen Polizei von britischen Ermittlern gemacht, wo gründliche Ermittlungen schon zu Beginn von Vermisstenfällen, auch wenn ein Kapitaldelikt nicht feststeht, wohl Routine sind. Ich finde auch, dass die Ermittlungspraxis in Deutschland sich daran orientieren sollte. Niemand wird jetzt Großbritannien als weniger freiheitlich als Deutschland betrachten. In Deutschland sind zu viele Mordfälle viel zu spät aufgeklärt, die schneller hätten gelöst werden können, wenn man schon mit der Vermisstmeldung wie bei einem Kapitaldelikt ermittelt hätte. Und in einigen ungeklärten Vermisstenfällen (z.B. Heidi Tannhäuser) hätte man gleich feststellen können, ob es Spuren gibt.



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07.09.2020 um 22:32
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Für Kinder zum Beispiel gibt es eine Sorgfaltspflicht - in irgendeiner abgeänderten Form könnte ich mir das auch in Beziehungen juristisch verankert vorstellen. Wenn es so etwas gäbe, würden die Menschen eventuell mehr Sicherungssysteme der Nachfrage und des Kümmerns im zwischenmenschlichen Miteinander pflegen.
Vielleicht sollte man Ehepaaren generell einen Chip einpflanzen.
Jeder könnte immer feststellen wo der andere gerade ist und dann würde es so manchen Ehegattenmord erst gar nicht geben. :troll:



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08.09.2020 um 07:50
Zitat von Menedemos
Menedemos
schrieb:
Irgendwo hieß es doch, glaub ich, dass KEINE XY-Sendung geplant ist, weil man sich keine Erkenntnis daraus erhofft. Ja, wo sollten die Erkenntnisse auch herkommen? Im Grunde könnte man nur das Bild zeigen und fragen: "Hat diese Frau irgendwer irgendwo gesehen?"
Genau. Es ist schon bei manchen XY Beiträgen die Frage erlaubt, was eine bundesweite Fernsehfahndung bewirken soll, wenn der Fall doch sehr eingeschränkten regionalen Bezug hat. Künzell ist am A... der Welt. Was sollen Zuschauer aus Hamburg, Köln und Baden-Baden schon beitragen? Alles was man erreichen würde, wären ein paar "Sichtungen," die sich nach viel Aufwand der Ermittler als gegenstandslos herausstellen.
Zitat von Menedemos
Menedemos
schrieb:
Worauf will dieses Geschwurbel hinaus? Dass der Ehemann seine Unschuld beweisen muss??
Ja. Gott sei Dank ist Deutschland ein Rechtstaat in dem es so was nie geben wird.
Zitat von emz
emz
schrieb:
Vielleicht sollte man Ehepaaren generell einen Chip einpflanzen.
Jeder könnte immer feststellen wo der andere gerade ist und dann würde es so manchen Ehegattenmord erst gar nicht geben. :troll:
Wenn es so eine "Beweislastumkehr" je geben würde, wäre das sicherlich eine Voraussetzung, irgendjemanden zu heiraten etc.



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08.09.2020 um 10:02
Zitat von RedRalph
RedRalph
schrieb:
Daher wäre eine frühzeitige gründliche Untersuchung des Wohnhauses der Familie des Verlobten angebracht gewesen. Dieser Vorwurf wurde der deutschen Polizei von britischen Ermittlern gemacht, wo gründliche Ermittlungen schon zu Beginn von Vermisstenfällen, auch wenn ein Kapitaldelikt nicht feststeht, wohl Routine sind. Ich finde auch, dass die Ermittlungspraxis in Deutschland sich daran orientieren sollte. Niemand wird jetzt Großbritannien als weniger freiheitlich als Deutschland betrachten. In Deutschland sind zu viele Mordfälle viel zu spät aufgeklärt, die schneller hätten gelöst werden können, wenn man schon mit der Vermisstmeldung wie bei einem Kapitaldelikt ermittelt hätte. Und in einigen ungeklärten Vermisstenfällen (z.B. Heidi Tannhäuser) hätte man gleich feststellen können, ob es Spuren gibt.
Ja, das wäre doch vielleicht ein brauchbarer Ansatz. Auch wenn einige hier meine Gedanken als "Geschwurbel" abtun möchten - wir haben klare Regeln im Straßenverkehr - gleich mit Bußgeldkatalog anhängend - aber im täglichem Miteinander kann man sich durch Leugnen oder Nichtwissen einfach herausreden. Auch das zwischenmenschliche Miteinander braucht Regeln der Rücksicht, der Achtsamkeit und der Mitverantwortung.

Das sollten nicht nur "kirchenrelevante" Artefakte sein, sondern ganz konkrete Umgangsformen, die wir als Gesellschaft uns geben.



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08.09.2020 um 15:48
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Ja, das wäre doch vielleicht ein brauchbarer Ansatz. Auch wenn einige hier meine Gedanken als "Geschwurbel" abtun möchten - wir haben klare Regeln im Straßenverkehr - gleich mit Bußgeldkatalog anhängend - aber im täglichem Miteinander kann man sich durch Leugnen oder Nichtwissen einfach herausreden. Auch das zwischenmenschliche Miteinander braucht Regeln der Rücksicht, der Achtsamkeit und der Mitverantwortung.

Das sollten nicht nur "kirchenrelevante" Artefakte sein, sondern ganz konkrete Umgangsformen, die wir als Gesellschaft uns geben.
Dann sei doch bitte so gut und führe näher aus, wie das konkret aussehen soll. Besten Dank.



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08.09.2020 um 16:08
Zitat von Blutgräfin
Blutgräfin
schrieb:
Dann sei doch bitte so gut und führe näher aus, wie das konkret aussehen soll. Besten Dank.
Dann überleg doch mal, was es so vor 70 Jahren alles noch nicht gab....

es gab keine Frauenhäuser
Frauen mussten den Mann fragen, wenn sie arbeiten gehen wollten
Frauen hatten nur ein eingeschränktes Wahlrecht
Gewalt gegen Ehefrauen wurde von diesen still ertragen
Gewalt gegen Ehefrauen wurde als Recht des Mannes gesehen

usw. usf.

Es müssen ganz sicher weitere Veränderungen auf den Weg gebracht werden, wodurch der Schutz der Familie nicht von Männern ausgenutzt werden kann, sich an den Frauen und Partnerinnen zu vergreifen, ohne dafür belangt zu werden.

Ich hätte zum Beispiel kein Problem damit, diejenigen richtig hart zu bestrafen, wenn ihnen dann später die Lüge im Zusammenhang mit dem Verbleib der Frau nachgewiesen werden kann.
Wahrscheinlich wäre eine massive Straferhöhung doch für den einen oder anderen eine gewisse Abschreckung.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass man mit der heutigen Digitalisierung so etwas wie ein geheimes Tagebuch/Vermächtnis anlegen kann. Hier hinein tragen Menschen, die sich subtil bedroht fühlen, ihre Gefühle und Wahrnehmungen ein. Diese Mitteilungen werden von niemandem gelesen, außer von der Polizei, wenn diesen Menschen etwas zustößt oder sie plötzlich verschwinden.



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08.09.2020 um 16:40
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Dann überleg doch mal, was es so vor 70 Jahren alles noch nicht gab....

es gab keine Frauenhäuser
Frauen mussten den Mann fragen, wenn sie arbeiten gehen wollten
Frauen hatten nur ein eingeschränktes Wahlrecht
Gewalt gegen Ehefrauen wurde von diesen still ertragen
Gewalt gegen Ehefrauen wurde als Recht des Mannes gesehen
Das gibt es in vielen (vor allem islamischen Staaten) heute noch nicht.
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Ich könnte mir auch vorstellen, dass man mit der heutigen Digitalisierung so etwas wie ein geheimes Tagebuch/Vermächtnis anlegen kann. Hier hinein tragen Menschen, die sich subtil bedroht fühlen, ihre Gefühle und Wahrnehmungen ein. Diese Mitteilungen werden von niemandem gelesen, außer von der Polizei, wenn diesen Menschen etwas zustößt oder sie plötzlich verschwinden.
Du bist in deinen Gedanken wohl gerade dabei, den vollkommen gläsernen Bürger zu schaffen, was? Hat unsere ganze Technik in dieser Hinsicht denn bis jetzt dafür gesorgt, das es weniger Verbrechen gibt?



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08.09.2020 um 17:06
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Auch das zwischenmenschliche Miteinander braucht Regeln der Rücksicht, der Achtsamkeit und der Mitverantwortung.
Manche Regeln - fürchte ich - lassen sich nicht verbindlich erzwingen. Die werden vorgelebt und setzen sich durch oder eben nicht. Alles ein Spiegelbild der Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die wegschaut, wird sich nicht durch Verbote und Verordnungen ändern lassen.

Mir würde es reichen, wenn im Fall von ungeklärten Vermisstenfällen, bei denen Kapitaldelikte nicht auszuschließen sind, einfach so akribisch ermitteln würde, wie in einem feststehenden Mordfall.

Bei manchen Vermisstenfällen scheint die Polizei umgehend sofort wie in einem Mord zu ermitteln (siehe Alexander Luchterhandt, hier in Allmystery), obwohl hier - wie im Fall von Louise Kerton - auch Sichtungen nach der Vermisstenmeldung berichtet werden, wie glaubwürdig sie auch sind. Aber im Fall Louise Kerton scheint es eben nicht sofort diese Intensität der Ermittlungen gegeben zu haben.

Auch im Fall von Helga Frings erfahren wir nichts von solch intensiven Ermittlungen. Ein wenig Einblick über die Polizeiarbeit in derartigen Vermisstenfällen gibt der folgende Artikel aus dem Stern (kommt aus einem anderen Vermisstenfall, zur Abwechslung wird mal ein Ehemann vermisst und die Umstände des Verschwindens basieren überwiegend auf Aussagen der Ehefrau, der Fall war 2009 in XY). Hier gab es aber keinen "romantischen Abend" am Balkon, sondern die Ehefrau spricht von einem handfesten Streit. Im Unterschied zum Fall Helga Frings spielt sich das Ganze nachweislich weit weg von zu Hause ab.

Vor allem die Eltern und der Onkel des Vermissten (er ist ein Rechtsanwalt) haben wohl dafür gesorgt, dass der Fall nicht in Vergessenheit gerät. Die Aussagen des Polizeikommissars aus Neumünster sind eher ernüchternd.

https://www.stern.de/panorama/stern-crime/fall-martin-bach---rekonstruktion-eines-verschwindens-7988798.html



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08.09.2020 um 17:33
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Ich könnte mir auch vorstellen, dass man mit der heutigen Digitalisierung so etwas wie ein geheimes Tagebuch/Vermächtnis anlegen kann. Hier hinein tragen Menschen, die sich subtil bedroht fühlen, ihre Gefühle und Wahrnehmungen ein. Diese Mitteilungen werden von niemandem gelesen, außer von der Polizei, wenn diesen Menschen etwas zustößt oder sie plötzlich verschwinden.
Dazu brauche ich doch kein geheimes, digitalisiertes Tagebuch. Es genügt, sich hierzu einem Anwalt anzuvertrauen. Wenn wir einen Blick zum Fall Birgit Rösing werfen, dann dürfte dies hier der Fall sein, auch wenn nichts Konkretes veröffentlicht wurde.
Zitat von RedRalph
RedRalph
schrieb:
Auch im Fall von Helga Frings erfahren wir nichts von solch intensiven Ermittlungen.
Wenn ich mich recht erinnere, wurde aber die Umgebung intensiv abgesucht. Da es keinerlei Anhaltspunkte gibt, was soll man da ermitteln. Da heißt es eben abwarten, bis sich irgendwelche Spuren ergeben, bei denen man ansetzen kann. Abgesehen davon, nur weil wir nichts von Ermittlungen erfahren, bedeutet das nicht, dass es keine gibt. So, wie der Fall beispielsweise hier diskutiert wurde, würde ich dazu raten, keinerlei Informationen mehr an die Öffentlichkeit zu geben.



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08.09.2020 um 19:31
Zitat von Pestilenz_61
Pestilenz_61
schrieb:
Du bist in deinen Gedanken wohl gerade dabei, den vollkommen gläsernen Bürger zu schaffen, was? Hat unsere ganze Technik in dieser Hinsicht denn bis jetzt dafür gesorgt, das es weniger Verbrechen gibt?
Zitat von emz
emz
schrieb:
Dazu brauche ich doch kein geheimes, digitalisiertes Tagebuch. Es genügt, sich hierzu einem Anwalt anzuvertrauen. Wenn wir einen Blick zum Fall Birgit Rösing werfen, dann dürfte dies hier der Fall sein, auch wenn nichts Konkretes veröffentlicht wurde.
Ich denke, dass ein solches geheimes Tagebuch, welches zum Beispiel mit dem Smartphone eindeutig dem Besitzer zugeordnet werden kann, auf freiwilliger Basis diese Option bieten würde, nicht zu einem gläsernen Menschen führen würde. Auch ist es wesentlich schneller und unproblematischer Einträge in diesem Tagebuch vorzunehmen - egal ob gesprochener Text, oder Bilder oder geschriebener Text - ähnlich einer Whats App Nachricht.
Erst einen Anwalt aufzusuchen kostet Zeit, Geld und unterliegt einer höheren Schwelle.

Es gibt natürlich Menschen, die zunächst einmal allen Neuerungen und Veränderungen skeptisch gegenüber stehen und Angst haben, dass sich ihr gewohntes Leben mit allen Privilegien ändert.
Die Zeiten ändern sich halt.



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08.09.2020 um 20:06
Zitat von emz
emz
schrieb:
Da heißt es eben abwarten, bis sich irgendwelche Spuren ergeben, bei denen man ansetzen kann.
Abwarten heißt de facto nicht ermitteln. Das ist das Problem in vielen dieser Fälle.

Ich denke, aber man stellt nicht das Wohnhaus auf den Kopf mit der Spurensicherung, Leichenhunden, Mantrailern etc. In unserem Wertesystem wird man dies im so frühen Stadium einer Vermisstenanzeige als unverhältnismäßig sehen.

Ich sehe es anders. In manchen Fällen wird dies als Misstrauen gegenüber den Aussagen von Personen gewertet, die mutmaßlich die letzten waren, die sie gesehen haben, ohne dass es einen konkreten Verdachtsmoment gibt. Andererseits, wer nichts zu befürchten hat, der sollte es über sich ergehen lassen. Findet die Polizei nichts, kann dies eine erhebliche Entlastung einer Person, über die ansonsten ohnehin getuschelt wird und die Gegenstand von Verdächtigungen werden kann.

Die Unschuldsvermutung ist ein hohes Gut unserer Rechtsordnung, die muss man hüten wie einen Augapfel, daher kann ich einigen Thesen von Karlssohn nicht wirklich zustimmen. Andererseits wäre für mich ein "institutionalisiertes Misstrauen" gegenüber den Aussagen aus dem näheren Umfeld kein Aufbrechen der Unschuldsvermutung, sondern man kann es so begründen, dass die meisten Kapitaldelikte am Ende des Tages Beziehungstaten genau aus diesem Umfeld sind und davon viele in einer für das Opfer vertrauten Umgebung passieren. Es gibt doch einige Fälle, bei denen die Frauen im eigenen Haus (Paulus) oder gar Ehebett (Ulmen) ermordet worden sind.

Wie gesagt im Fall Helga Frings wissen wir natürlich nicht wirklich, wie gründlich und nachhaltig nach der Suchaktion ermittelt worden ist bzw. noch wird. Dass zu Punkten wie der Videokamera so gar keine Ausführungen gemacht worden sind (und sei es, es hat sich nichts Verdächtiges daraus ergeben oder sie funktionierten an diesem Tage nicht), fällt eben ins Auge.



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08.09.2020 um 21:49
Zitat von RedRalph
RedRalph
schrieb:
Ich denke, aber man stellt nicht das Wohnhaus auf den Kopf mit der Spurensicherung, Leichenhunden, Mantrailern etc. In unserem Wertesystem wird man dies im so frühen Stadium einer Vermisstenanzeige als unverhältnismäßig sehen.
Also mir fällt da auf die Schnelle kein Vermisstenfall ein, wo nicht im Haus gesucht wurde, wenn die Person aus der Wohnung heraus verschwunden ist. Aber da lasse ich mich gerne belehren.
Zitat von RedRalph
RedRalph
schrieb:
Dass zu Punkten wie der Videokamera so gar keine Ausführungen gemacht worden sind ..., fällt eben ins Auge.
Das liegt aber nahe, weil es keinen etwas angeht, wie das Gelände dort abgesichert ist.



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08.09.2020 um 21:57
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb:
Wo bleibt die Fürsorge für die Menschen aus dem direkten Umfeld? Sollte man nicht eine gewisse Form der Beweislastumkehr als Bestandteil des mitmenschlichen Kümmerns juristisch etablieren?
Was willst du machen? Aus dem Bekanntenkreis meiner Eltern: Grundsolider gläubiger und bodenständiger Kleinunternehmer mit vier (noch kleinen) Kindern gerät durch Insolvenz eines Auftragsgebers in Schieflage. Man berät, dass er einige Monate in der Firma eines Bekannten aushilft, um ein solides Einkommen zu haben, da die Auftragslage schwierig war - Familie bringt ihn an den Bahnhof ... er kommt angeblich nie an. Jeder hätte geschworen, dass etwas passiert sein muss - der Mensch, den alle kannten, war zuverlässig, fleißig und absolut familienorientiert. Er blieb verschwunden ... Irgendwann für Tod erklärt ... Jahrzehnte später tauchte er im Ausland wieder auf, wo er untergekommen war. Man kann es sich nicht vorstellen. Was hätte man da machen sollen? Das Leben spielt manchmal komische Lieder ...



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08.09.2020 um 21:59
Zitat von Blutgräfin
Blutgräfin
schrieb:
Dann sei doch bitte so gut und führe näher aus, wie das konkret aussehen soll. Besten Dank.
Konkret könnte das so aussehen, dass der letzte Aufenthaltsort, bzw. die Wohnung oder das gemeinsame Wohnhaus einer vermissten Person ( ich schreibe absichtlich einer vermissten Person, da das sowohl Frauen und Männer inkludiert) von der Polizei grundsätzlich wie ein Tatort behandelt werden sollte.
Was sagt ein erfahrener Kriminalist der Polizei, wenn seine Schwester plötzlich aus ihrem Haus verschwunden ist? "Bitte behandeln Sie das Haus, wie einen Tatort" ( Ex- Leiter des LKA Hamburg, Wolfgang Sielaff zur Polizei Lüneburg, als im August 1989 seine 42 Jahre alte Schwester über Nacht aus ihrem Haus in Brietlingen verschwand, in der NDR Doku "Eiskalte Spur").
Leider hat die Polizei sich damals nicht an seine Bitte gehalten und er selbst hat den Mörder seiner Schwester nach seiner Pensionierung mit einem befreundeten Team aus Juristen, Rechtsmedizinern etc. privat ermittelt.

Ich denke, es wäre viel damit gewonnen, wenn die Polizei auch tatsächlich das Haus und Grundstück einer Vermissten wie einen Tatort behandeln wurde.

Bei Helga Frings wurden noch 24 h Stunden abgewartet, bis man offiziell begann ihr Verschwinden als Vermisstenfall einzustufen. Wohl weil Frau Frings als erwachsene Person, ihren Aufenthaltsort selbst bestimmen kann und weder Eigen noch Fremdgefährdung und auch keine medikamentenpflichtigen Erkrankungen bei ihr vorlagen.



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08.09.2020 um 22:04
Zitat von Rotmilan
Rotmilan
schrieb:
Konkret könnte das so aussehen, dass der letzte Aufenthaltsort, bzw. die Wohnung oder das gemeinsame Wohnhaus einer vermissten Person ( ich schreibe absichtlich einer vermissten Person, da das sowohl Frauen und Männer inkludiert) von der Polizei grundsätzlich wie ein Tatort behandelt werden sollte.
Das befürworte ich uneingeschränkt. Mir ist völlig unverständlich, warum das nicht so gehandhabt wird - hat sich jemand tatsächlich freiwillig abgesetzt und die Ermittler finden ihn oder sie, wird der Aufenthaltsort ohnehin nicht preisgegeben, sofern die Person sich nichts zu Schulden kommen hat lassen.

Nur habe ich nicht den Eindruck, dass sowas mit diesem Zwischenmenschlichkeitsgeschwurbel gemeint war, in dem Lügen eventuell Tatverdächtiger sanktioniert werden soll und geheime Tagebücher der Weisheit letzter Schluss sein sollen.



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09.09.2020 um 12:01
Zitat von RedRalph
RedRalph
schrieb am 01.09.2020:
Trotzdem gibt (oder hätte es gegeben) einige Ansatzpunkte (Videokamera, Überprüfung der letzten Sichtung von HF durch andere Person als den Ehemann, Frage, ob das Nachthemd irgendwo in der Wohnung lag, die Geschichte mit dem Blumengießen genauer hinterfragen), über die nichts berichtet worden ist. Ich fürchte, das liegt nicht an ermittlungstaktischen Gründen.
Das befürchte ich ehrlich gesagt auch, dass dies nicht unbedingt ermittelt / überprüft wurde, was wohl tatsächlich damit zusammenhängen könnte (wurde ja auch bereits von einem anderen User*in hier im Thread ausgeführt), dass der Ehemann einen "guten Stand" im Ort hatte - außerdem war / ist er ja zumindest mit dem einen Polizisten, den er kurz nach dem Verschwinden seiner Ehefrau kontaktiert hat, befreundet.
Möchte damit explizit nicht Herrn Frings verdächtigen, diese weiteren Ermittlungen hätten ihn entlastet, sofern er tatsächlich nichts mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun hatte, insofern wären diese Maßnahmen dann auch in seinem Interesse gewesen.
Wobei wir natürlich nicht wissen können was konkret von den EB unternommen wurde und was eben nicht, sofern nicht darüber berichtet wurde und wird.
Zitat von Karlssohn
Karlssohn
schrieb am 04.09.2020:
Vielleicht sollte man mal erforschen, wie so das Liebesleben der Beteiligten aussah und ob der Mann nicht gerne zur Jagd geht.
Hervorhebung von mir eingefügt.

Vermutest Du das Motiv für eine - eventuell stattgegundene - Tat im Liebesleben des Ehepaares Frings?
Die Frage, ob der Ehemann gerne zur Jagd geht/ging, lässt mich direkt wieder an den Fall Birgit Rösing genannt Storck denken, in dem Mantrailer-Hunde die Spur der vermissten Ehefrau bis in das Jagdgebiet des Ehemannes verfolgen konnten, bis zum heutigen Tage jedoch keine sterblichen Überreste der Frau gefunden werden konnten.



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