Ernello schrieb:ihre Einlassung schien wirklich spontan zu sein, nicht mit dem Dr. Dr. abgesprochen, denn der hätte das garantiert noch erinnert.
Offensichtlich hat er das nicht. Bott gestern:
Der Vorwurf der Untreue habe sich aus seiner Bewertung erledigt, da alles durch den CEO der Holding gebilligt worden sei.
Quelle:
https://www.bild.de/regional/hamburg/29-prozesstag-im-live-ticker-gesuchte-entfuehrerin-hat-ausgepackt-6964bee7fa9b04d135c36b18Der Hoteldirektor sagte gestern dazu:
Die Vorsitzende Richterin: „Was wurde mit den Kosten gemacht?“
Axel B.: „Auch da die Aussage: Dr. Costard kümmert sich drum. Nach ein paar Wochen waren da schon mehrere tausend Euro aufgelaufen. Ich habe das irgendwann auch meinem direkten Vorgesetzten gemeldet. Er hat in meinem Beisein Dr. Costard angerufen. Dann kam auch die Aussage, dass er sich kümmern würde.“ Damit habe er das Thema für sich abgehakt.
Quelle:
https://www.bild.de/regional/hamburg/29-prozesstag-im-live-ticker-gesuchte-entfuehrerin-hat-ausgepackt-6964bee7fa9b04d135c36b18Was Stephan von B. aussagte, habe ich in meinem vorherigen Beitrag verlinkt:
Beitrag von LeonardodV (Seite 422)Wie Bott zu dem Schluss kommt, der CEO der Holding hätte alles gebilligt, erschließt sich mir nicht.
Vielmehr erscheint es mir, dass es so gewesen sein könnte:
CB und Dr. C. gingen zunächst nicht davon aus, dass die nichtbezahlten Zimmer auffallen würden. Auf die Idee, die Kosten aus dem Privatvermögen zu begleichen, kamen beide offensichtlich nicht. Auch nicht dann, als sowohl von dem Hoteldirektor und auch von Stephan von B. die Aufforderung an Dr. C. erfolgte, sich um die aufgelaufenen Kosten auf dem auf dessen Namen laufenden Paymaster-Konto zu kümmern. Zu diesem Zeitpunkt kam man vermutlich auf die Idee, die Firma Cyber Cupala mit dem Auftrag der Cybersicherheit des Hotels zu beglücken. Dieser erfolgte nach den bisherigen Zeugenaussagen erst nachdem Stephan von B. Dr. C. um eine Klärung hinsichtlich der Kosten gebeten hatte und dieser das zugesagt hat.
Fazit für mich: Irgendwie wollte man sich drücken, die Kosten privat zu tragen. Der Auftrag die Cybersicherheit des Hotels betreffend erfolgte nicht, um den tatsächlichen Auftrag zu verschleiern, sondern es irgendwie zu schaffen, dass das Hotel die Kosten der Gruppe um David B. übernimmt. Erst im Laufe des Strafverfahrens "nutzte" man diesen Auftrag (und die Bezahlung dieses Auftrags) dazu für die Behauptung, es ging bei der Firma Cyber Cupala von Anfang an nur um die Cybersicherheit des Hotels. Dass dies völliger Quatsch ist, ergibt sich mE schon daraus, dass eine Gruppe von mehreren Personen seit Anfang des Jahres im Hotel anwesend war und nur einmalig eine Rechnung für deren Tätigkeit in Höhe von 12.000 EUR gestellt wurde.
Auf solch eine Einlassung muss man erst mal kommen.