Vivace schrieb:Man darf den Herren aber von ganzem Herzen zumindest in absehbarer Zukunft wünschen, dass sie möglichst sehr lange eine Zeit haben werden, in der sie hilflos sind, ihre eigenen Wünsche nicht mehr geachtet werden, sie ihre Bedürfnisse möglichst auch nicht mehr artikulieren können, sie einfach fremden Menschen ausgeliefert sind....
Auch wenn die letzten Seiten hier vorrangig der Empörung über RA Strate und seinem Mandanten gewidmet war - mit solchen Wünschen ist man nicht mehr auf der moralisch guten Seite.
Zugleich zeigt das, warum das Interesse an diesem Fall so groß ist: Es gibt schier unendliche Möglichkeiten, sich zu empören, selbst als guter und richtiger Mensch zu fühlen und auf verkommene Subjekte herab zu blicken.
Bedürfnisse von Kindern zu missachten, sie gar für eigene Interessen zu missbrauchen und entführen zu lassen, ist moralisch gar nicht in Ordnung. Aber es ist moralisch auch nicht in Ordnung, v.a. als Nichtbetroffener, Vergeltungs- oder Rachewünsche zu haben oder sie gar zu verwünschen.
Das ist keine persönliche Kritik,
@Vivace, sondern ich meine das als Symptom der Öffentlichkeit, die das alles kommentiert.
Vivace schrieb:Philip von der Meden hat sich im Podcast gut verständlich dazu geäußert: (11.07.2025)
Er sprach im Podcast nämlich die heikle Frage an, wie es sein kann, daß ehemalige Beamte und staatliche Geheimnisträger für solche Zwecke käuflich sind.
Das ist a) nichts Neues und b) auch nichts, was dieses Gericht in diesem Prozess aufzuklären und zu entscheiden hat. Ja, ehemalige staatliche Akteuere verkaufen ihr Knowhow und ihre Kontakte. Aber wo wurden hier staatliche Strukturen für kriminelles Verhalten in Anspruch genommen? Wo wurde Knowhow aus einer vormaligen Tätigkeit im LKA, BND oder BMI genutzt? Mein Eindruck ist vielmehr, dass sich "360 Grad" (um die geht es ja vorrangig) nach entsprechender Sondierung wieder zurückgezogen und den Problemfall "Block-Kinder" weitergereicht hat.
Zu a) siehe hier:
https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/das-lobbyismus-experiment/das-lobbyismus-experimentV.a. unsere Ex-Minister Scharping und Niebel waren sofort bereit, einem Fake-Lobbyisten hochrangige Kontakte zur Bundesregierung herzustellen. Das ist nicht strafbar, aber für mich weitaus skandalöser, als die Beratung Hannings, deren Strafbarkeit fraglich ist und für die es nach meinem Dafürhalten keinen Zusammenhang zur Entführung am 31.12.2023 gibt.