Zaunkönigin schrieb:Ist eigentlich die Gutachterin für die Kinder heute auch anwesend? Weiß, dass jemand?
Sie war an den letzten beiden Verhandlungstagen nicht da.
LeonardodV schrieb:Wenn er tatsächlich irgendeine Strategie verfolgt, halte ich die für sehr wahrscheinlich. Er möchte einen erfolgreichen Befangenheitsantrag provozieren. Ich denke allerdings, dass die Kammer das auch so sieht und er der Vorsitzenden nicht gewachsen ist. Entsprechend werden auch idR die Schöffen immer wieder belehrt, um zu verhindern, dass denen mal ein Kommentar rausrutscht.
Das wirkt auf mich auch so. Die Richterin lässt sich eher noch weniger aus der Verfassung bringen als noch zuvor. Die Schöffen hat Sie offenbar sehr gut im Griff. Ich würde vermuten, Sie dürfen keine Fragen stellen, auch wenn Sie das eigentlich dürfen müssten, oder nicht? Die sagen das gesamte Verfahren über kein Wort, keine Frage, sie verziehen nichtmal eine Mine während die Richter auch mal lächeln, wenn es komische Missverständnisse gibt oder etwas Abseits vom Verfahrensinhalt schief geht. Wie gestern z.B. irgend eine Überforderung mit dem HDMI-Kabel vom Beamer.
M8nix schrieb:Kannst du etwas zu IBs Körpersprache heute sagen?
So einen Auftritt bekam er heute nicht und man sieht als Zuschauer nur einen Teil von seinem Kopf, der früher wohl mal anders aussah. Aber fürs Feuilleton wollte er trotzdem abliefern und frage die Zeugin erneut, wie die Kinder CB bei den Anhörungen genannt hatten. LTO scheint auch nur noch den gleichen Journalisten zu schicken. Seine Headline von gestern "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina“ hätte sich IB nicht besser wünschen können. IB hatte schon gestern extra nochmal nachgefragt, als hätte er Sie nicht verstanden. Die Zeugin war beim ersten mal bereits sehr gut verständlich.
Ich war heute nach der Mittagspause da. Die Zeugin blieb, fand ich, weiterhin beachtlich stabil. Sie scheint mir relevanter zu sein und die Befragungen der Verteidiger stelle ich mir zermürbend vor. Nicht nur die eher einfach anstrengenden Fragen von IB, sondern insbesondere auch die von MV (der Verteidiger von Costard).
Ich empfand die Stimmung im Saal gestern schon deutlich besorgter/angespannter. Heute wirkte es auf mich so, dass die Verteidiger sich zwar weiterhin in den Pausen absprechen, allerdings weniger beim entspannten abhängen wie aufm Schulhof. Es wurde mehr vorsichtig in engen Grüppchen geflüstert. Sie setzten auch im Verfahren spürbar mehr Fokus auf ihre eigenen Mandanten, auch wenn das explizit auf Kosten anderer im Saal geht.
Man könnte denken: Der Elefant ist im Saal 237.