heavythoughts schrieb:Ich sehe aus den Informationen, die vorliegen aus den Tickern, keinen Grund, an ihre Unschuld zu glauben.
Diesen Grund sehe ich auch nicht, auch wenn ich mich bei jedem Prozesstag darüber ärgere, dass die bräsigen Staatsanwälte nur anwesend zu sein scheinen, um ihre Roben spazieren zu tragen. Über die Verteidiger, die in aussichtsloser Situation eh nichts mehr zu gewinnen haben, wird hier gern mal gelästert - und ja, daran habe ich mich auch schon beteiligt. Aber im Vergleich zur StA sind die Herren Ohm und Löcke hoch aktiv.
Beide Herren werden vermutlich zur Schuldfrage eine ganz eigene Meinung haben, gehen hier aber ihren Job nach - die Angeklagte, die jede Tatbeteiligung bestreitet, zu vertreten. Das ist ihr Auftrag - nichts anderes. Sie erledigen ihn vielleicht nicht perfekt und schlau, aber mit einem gewissen Engagement, das ich bei den Anklägern vermisse.
Da hatten wir, als im kleinen beschaulichen Bad Doberan um die Jahrtausendwende noch das Amtsgericht existierte und ich von dort über Verfahren gegen Kleinkriminelle für die Lokalzeitung berichtete, ein paar agilere Vertreter der Anklage.
Einer, ich nenne ihn mal S., war besonders engagiert und ließ verbal gern mal Dampf ab. Und er hatte in der Beweisführung fast immer ein As im Ärmel. Bei dem hatte man immer das Gefühl: Der macht seinen Job, weil er nie etwas anderes machen wollte.
Die beiden braven Herren der Anklage im Fabian-Prozess würden sicher andere gut überzeugen als Dienstkleidungs-Model. Aber als Staatsanwälte überzeugen sie mich überhaupt nicht. Da wäre "S" von damals der Bessere gewesen.
Sollte Gina H. am Ende aufgrund fehlender stichhaltiger Beweise ein
"In dubio pro rea-Urteil" bekommen (rea in diesem Fall, weil hier die Angeklagte weiblich ist, sonst wäre es reo), geht das dann eindeutig auf die Kappe von Onkel Bräsig und Bräsig junior.
Eine andere Möglichkeit wäre eine erwiesene Schuldunfähigkeit der TV aufgrund ihrer psychischen Auffälligkeiten. Aber das Verhalten ihrer Verteidiger deutet ehr nicht darauf hin. Da wäre das Gutachten des Psychologen abzuwarten.