wobel schrieb:für die Prozessbeteiligten sehr leicht nochmal nachprüfen, die können theoretisch nämlich in diesem Fall tatsächlich zurückspulen.
Die Bedeutung dieser Aussage ist mir selbst auch erst beim zweiten Lesen wirklich klar geworden. Und ich habe darüber nachgedacht, wie wohl die Situation gewesen sein mag. Ob schon die Polizei an dieser Stelle "hellhörig" wurde oder dann bei der Staatsanwaltschaft dieser - wie andernorts schon erwähnt - wohl "Freudsche Versprecher" erst richtig eingeordnet wurde. Wir wissen nicht, was nun tatsächlich in den Akten steht, aber auch da frage ich mich, warum die Verteidigung an dieser Stelle recht unbefangen einfach "drüber weg geht". Inzwischen ist klar: Sie hat selbst ausgesagt, dass sie mit dem Hund und dem/einem "Lütten" unterwegs war - und da es nicht ihr Sohn gewesen sein kann und der Rest logisch schlüssig ist, haben das andere Mitschreiber hier nicht ganz unbegründet als "Geständnis" bezeichnet. Nicht für die Tat selbst, aber für alles bis kurz vor der Tat.
Scooby7 schrieb:Klar ist es wichtig. Denn entweder sie hat es sich ausgedacht oder Fabian hat es ihr erzählt. Beides ist auffällig. Aber beweisen kann man es eh nicht mehr: sie selber hat keine sinnvolle Erklärung und Fabian als Zeuge ist tot.
Auch hier wissen wir nicht, was genau in den Akten steht. Dorina L. könnte in ihrer Vernehmung (als einzige, die das wusste) genau diese Begründung genannt haben und wurde dann sicher auch darüber belehrt, mit ihrem Wissen nicht hausieren zu gehen. Soweit ich mich erinnere und in den Tickern, die heute noch verfügbar sind, nachlesen kann, wurde das bei ihrer Zeugenaussage vor Gericht nicht thematisiert, da wurde über das Nasenbluten am Tag vorher gesprochen und dass es ihm am Freitag "nicht gut" ging, er aber nicht zum Arzt wollte, weil es nicht so schlimm wäre. Vielleicht hat damals in den Tickern das niemand für wichtig gehalten oder möglicherweise wurde das Detail "Bauchschmerzen" durch das Gericht an dieser Stelle auch bewusst nicht erwähnt/vertieft, die weiteren Verhandlungstage lassen für mich zumindest die Möglichkeit naheliegend erscheinen, dass der Vorsitzende einen ziemlich klaren Plan hat/te, welche Punkte er im Laufe der Verhandlung als relevant vertiefen wollte und auch, wann er das tun würde. Dass ihm Gina H. später tatsächlich noch persönlich Rede und Antwort stehen würde, über die aufgezeichnete Befragung bei der Polizei (14.10.25) hinaus, konnte er da natürlich noch nicht wissen. Aber die Gelegenheit hat er genutzt und ich rechne durchaus damit, dass dieser Punkt eine gewisse Relevanz für das Urteil haben könnte.
Lumina85 schrieb:Ach ja: Dorina hat in ihrer Aussage nicht von Bauchschmerzen gesprochen. Es ist nicht öffentlich bekannt, dass Fabian unter Bauchschmerzen litt.
Die Zeugenaussage vor Gericht wurde aber eben auch nur von Journalisten "mit-getickert", die die Bedeutung der einzelnen Details zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal ahnen konnten. Will sagen: Möglicherweise waren/sind die Ticker eben da wie so oft nur eine Zusammenfassung, denn die Aussage selbst war ja wohl deutlich detaillierter als in den Tickern wiedergegeben wurde.