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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

36.629 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Straftat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 22:40
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb:Ein Gericht könnte zum Beispiel darauf erkennen, dass es GH in erster Linie um die Beziehung ging.

Auch das würde man wohl als Gesellschaft auf sittlich tiefster Stufe anordnen. Aber das Gericht könnte dann zu dem Schluss kommen, dass sie aufgrund ihrer Störungen und dass ihr Denken und Fühlen sehr auf die Beziehung ausgerichtet ist, es nicht so erkannt hat
Dieses Beispiel halte ich für abwegig, da der Gutachter sagte, dass für Gina H. „Liebe = Besitzen“ bedeutet. (Mit echten Gefühlen habe das nichts zu tun). Also haben wir hier eine Motiv-Mischung aus Besitzdenken, Egozentrik, Eifersucht, Kontrollbedürfnis, Rache, Wut und finanziellen Interessen bzw. Habgier.

Wenn die Beziehung nur deshalb wiederhergestellt werden sollte, weil Matthias als Besitz und Goldesel betrachtet wurde und Fabian als störendes Hindernis beseitigt werden sollte, wäre das etwas grundlegend anderes als eine Tötung aus Liebe.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 22:52
Zitat von Interesse01Interesse01 schrieb:Beim Doppelmord von Horchheim gab es dieses Urteil :
Anekdoten über andere Fälle bedeuten nichts. Bei den 10 Jahren handelt es sich um Durchschnittswerte, also "lebenslänglich" ohne und mit besondere Schwere der Schuld.
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Echt jetzt? Der Gutachter hat es vielleicht nicht näher ausgeführt, weil das gar nicht mehr notwendig war. Gina hat es im Vorfeld doch selbst auf dem Silbertablett serviert! Ich hatte gestern schon auf die Sprachnachrichten und sonstigen elektronischen Spuren im Themenwiki hingewiesen und wollte sie nicht zitieren. Aber hier jetzt mal ein kleiner (!) Auszug:
"Klein"? Da steckt gar nichts drin, was auf ein Motiv hindeutet.

Das sind alles Probleme, bei denen für mich nicht erkennbar ist, inwieweit aus ihrer Sicht das Kind die Problemlösung hindert oder Schuld an der Trennung ist. Oder umgekehrt dessen Tod aus Sicht der Angeklagten auch nur einen Cent in die leeren Kassen spült. Fabian spielt schlicht keine große Rolle. Auch H. den R. offenbar gerne ganz alleine für sich gehabt hätte, besteht zwischen einem solchem Besitzdenken und dem Schritt, einen Angehörigen zu töten ein gewaltiges Delta.

Das sind alles Vermutungen. Natürlich muss es ein Motiv gegeben haben, sonst wäre Fabian nicht tot. Aber aus dem Sollen lässt sich noch kein Sein ableiten. Sorry, das bleibt ein Rätsel, inwieweit die Tötung des Fabian irgendwelche Probleme der Gina H. hätte lösen sollen.
Zitat von Xen01Xen01 schrieb:Filizid
Hm. Ob da eine Kategorisierung noch Sinn macht? Tötungsdelikte bei Kindern sind wirklich sehr individuell, denken wir nur an Sexualdelikte (m.E. ist da besondere Schwere der Schuld inklusive) versus überforderte Mutter tötet Neugeborenes.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 00:27
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Hm. Ob da eine Kategorisierung noch Sinn macht? Tötungsdelikte bei Kindern sind wirklich sehr individuell, denken wir nur an Sexualdelikte (m.E. ist da besondere Schwere der Schuld inklusive) versus überforderte Mutter tötet Neugeborenes.
Mir ging es nicht um eine Beurteilung der Sinnhaftigkeit. In der Theorie (gesetzlich verankert) gibt es diese sowieso nicht, sondern nur Totschlag, Mord etc. Diese Kategorisierungen spiegeln sich jedoch in der Praxis der Urteilsfindung wieder, auch wenn jeder Tötungsfall individuell ist.
Getötete Babys: Eine Chronologie der Fälle
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/eine-chronologie-der-falle-6678103.html
Neonatizid (Tötung eines Neugeborenen) und Infantizid (Tötung eines Säuglings) = sehr viele Totschlagurteile und zeitlich begrenzte Strafen wie zuvor beschrieben.
Zitat von Xen01Xen01 schrieb:Bei den ersten beiden Fallgruppen kommen Täter vor Gericht wesentlich glimpflicher davon
Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel aber diese außerordentlichen Grausamkeiten erspare ich dem Thread.

Mir ging es darum herrauszuarbeiten, wie wahrscheinlich die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld im vorliegen Fall Fabian ist, welcher unter Filizid (Tötung eines Kindes) fällt und wahrscheinlich als heimtückischer Mord durch das nahende Urteil bestätigt wird.
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__211.html
Von den 9 möglichen Mordmerkmalen sehe ich 4 als erwiesen an: Habgier, Rache, Heimtücke und Grausamkeit


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 00:38
1871 - 1998
§ 217 schrieb:Eine Mutter, welche ihr uneheliches Kind in oder gleich nach der Geburt vorsätzlich tödtet, wird mit Zuchthaus nicht unter drei Jahren bestraft.
Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnißstrafe nicht unter zwei Jahren ein.
https://de.wikisource.org/wiki/Strafgesetzbuch_f%C3%BCr_das_Deutsche_Reich_(1871)#%C2%A7._217.
Dieser Tatbestand legte einen milderen Strafrahmen fest und stellte gegenüber anderen Tötungsdelikten eine Privilegierung dar.
[...]
Die Privilegierung ergab sich aus der psychischen Zwangslage der Mutter, ein Kind unter den Umständen der Nichtehelichkeit zu gebären oder geboren zu haben. Durch die gesellschaftliche Entwicklung, die inzwischen die Nichtehelichkeit von Kindern als gewöhnlich akzeptiert, ist der Tatbestand obsolet geworden.
Wikipedia: Kindstötung

Na zum Glück macht hier eine Kategorisierung anscheinend keinen Sinn mehr und der Wert menschlichen Lebens wird nicht mehr daran gemessen, ob die Erzeuger einen gemeinsamen Vertrag mit der Kirche geschlossen haben.


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