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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

36.762 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Straftat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 17:11
Zitat von BohoBoho schrieb:Genau dann steht entweder das Leben des sich trennenden Partners auf dem Spiel oder auch das Leben der Kinder dieses Partners, gerne auch das Leben der eigenen Kinder.

Wenn man hier mal anfängt aufzuzählen...kommt man ganz schnell auf eine hohe Anzahl solcher Fälle.
In einer gewöhnlichen toxischen Beziehung steht zumeist kein Leben auf dem Spiel. Mal davon abgesehen, dass der Begriff "toxisch" als Modewort recht inflationär gebraucht wird, gibt es unzählige solcher Beziehungen. Dagegen ist die Zahl vorsätzlicher Tötungen in Deutschland irgendwo im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich. Beziehungstötungen weiß ich nicht, sog. Femizide betrugen 88 in 2025. Also sagen wir mal 100.

Toxische Beziehungen, die tödlich enden, liegen also irgendwo im 00,x ‰-Bereich.
Zitat von BohoBoho schrieb:Jetzt haben wir aber ein Frau und es gibt immer noch die Aufschreie derer, die diese "ungerecht" oder gar "unmenschlich" behandelt sehen - vom Gericht und vom Gutachter. Man lässt ja "kein gutes Haar an ihr"....

Warum wird hier immer noch mit einem anderen Maß gemessen?
Ja.

Wer sich die Threads "Christina Block" und den hier ansieht, der erkennt nicht nur ein außergewöhnlich großes Interesse (weil Frauen sehr viel seltener Verbrechen begehen als Männer, etwas im Verhältnis 1:10). Sondern auch eine außergewöhnlich emotionale Diskussion, die von großer Strenge über Unerbittlichkeit bis hin zur Gehässigkeit reicht, die ich bei männlichen Verbrechern so nicht beobachte. Das ist aber nur mein Eindruck.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Rache/Bestrafung des Vaters koennte ich mir bei Gina vorstellen.
Und die Hoffnung, dass sie ihm die troestende Schulter anbieten kann und er so den Weg zu ihr zurueckfindet.
Vorstellbar ja. Aber widerstreitend: Wie sollen Rache/Bestrafung und ein Zurückgewinnen miteinander vereinbar sein? Dabei kann ich mir gut vorstellen, dass H. durchaus solche widerstreitenden Motive gehabt hat, weil die emotionale Instabilität dazu führt, dass Gefühle und Gedanken rapide wechseln. Das lässt sich aber in ein gewöhnliches "Motivbündel" oder gar nur ein Motiv schwer pressen. D.h. das Gericht muss die verschiedenen Elemente eines Motivs aufdröseln und kombinieren. Das ist Arbeit.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 17:27
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Beziehungstötungen weiß ich nicht, sog. Femizide betrugen 88 in 2025. Also sagen wir mal 100.
bitte verlinke die Quelle


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 17:36
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Wer sich die Threads "Christina Block" und den hier ansieht, der erkennt nicht nur ein außergewöhnlich großes Interesse (weil Frauen sehr viel seltener Verbrechen begehen als Männer, etwas im Verhältnis 1:10). Sondern auch eine außergewöhnlich emotionale Diskussion, die von großer Strenge über Unerbittlichkeit bis hin zur Gehässigkeit reicht, die ich bei männlichen Verbrechern so nicht beobachte. Das ist aber nur mein Eindruck.
Dann magst Du Dich nochmal in andere threads einlesen, wie z.B. Gabi Petito - da wurde genauso emotional diskutiert, obwohl man von einem männlichen Täter ausging.

Beim Thema Häusliche Gewalt geht man von einer erhöhten Dunkelziffer bei Gewalt durch Frauen aus (zu der natürlich auch die psychische zählt) und die Tendenz ist steigend.

Quelle: https://weisser-ring.de/gewalt_gegen_maenner
Zitat von OriginesOrigines schrieb:In einer gewöhnlichen toxischen Beziehung steht zumeist kein Leben auf dem Spiel. Mal davon abgesehen, dass der Begriff "toxisch" als Modewort recht inflationär gebraucht wird, gibt es unzählige solcher Beziehungen.
Es gibt klassische Warnsignale in Beziehungen bzw. zu Beginn von Beziehung, welche auf eine potentielle Gefahr hindeuten können.
Hier kann ich das Buch "Gift of Fear" empfehlen - der Autor berät heute Celebrities hinsichtlich Stalkern und Gewaltpotential.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 17:54
Zitat von BohoBoho schrieb:Interessanter Satz von Dir, denn - gerade bei toxischen Beziehung - ist das der gefährlichste und zwar lebensgefährlichste Moment der Beziehung.
Wohl wahr. Allerdings sollten Betroffene (diejenigen, die eher das "Opfer" sind in solch einer Beziehung) trotzdem die Möglichkeit ergreifen, sich aus so einer Beziehung zu lösen, bevor sie daran zugrunde gehen. Was willste denn machen? Aus Angst vor dem was kommen könnte, lieber das "Grauen ohne Ende" wählen anstatt das "Ende mit Grauen"? Einige hier waren ja selbst schon in der Situation, das ist alles nicht so einfach...
Zitat von BohoBoho schrieb:Genau dann steht entweder das Leben des sich trennenden Partners auf dem Spiel oder auch das Leben der Kinder dieses Partners, gerne auch das Leben der eigenen Kinder.
Oder - je nach Persönlichkeitsstruktur - auch der Suizid des verlassenen Parts.
(Auch das finden wir ja bei Gina - auch wenn die Suizid-Versuche eher "Hilfeschrei" als echte Tötungsabsicht waren.)
Zitat von OriginesOrigines schrieb:In einer gewöhnlichen toxischen Beziehung steht zumeist kein Leben auf dem Spiel. Mal davon abgesehen, dass der Begriff "toxisch" als Modewort recht inflationär gebraucht wird, gibt es unzählige solcher Beziehungen.
Danke dass Du das schreibst... Ich sehe die Begriffe "toxisch" und "Narzissmus" auch als derzeit inflationär in Gebrauch. Was nicht heißen soll, dass man sie nicht mehr ernstnehmen sollte / könnte / müßte...

Immerhin - es gibt grad eine "Werbung" von wegen "was sich liebt das neckt sich" die ich ausnahmsweise mal wirklich gut finde. Ist Euch die auch schon aufgefallen?


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 18:08
Zitat von wobelwobel schrieb:Ich sehe die Begriffe "toxisch" und "Narzissmus" auch als derzeit inflationär...
Aber nicht in diesem Mordfall. Dafür gibt es hinreichend Ermittlungsergebnisse.

Und was sind gewöhnliche toxische Beziehungen? Woher wissen wir, welchen Maßstab ein Täter ansetzt? Warum wollte man den nachvollziehen können und kann man das überhaupt?
Jeder hat doch ne ganz eigene Grenze und Schwelle und die der Täter muss sich mir nicht erschließen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie deswegen weniger schwerwiegend sind.

Kann mit der Aussage also absolut nichts anfangen.
Für den einen ist eine einzelne Ohrfeige bereits häusliche Gewalt, für den anderen scheinbar erst wenn mehr passiert und öfter. Was also soll eine gewöhnliche toxische Beziehung sein? Gewöhnlich im Sinne von normal? Wer wollte das allgemein gültig festlegen?

Die Beziehung zwischen Gina H. und M.R. war und ist toxisch und narzisstisch. Beide Protagonisten tragen diese Anteile in sich und haben das lt. dessen, was die Verhandlung zutage befördert hat, auch ausgelebt.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 18:09
Zitat von wobelwobel schrieb:Danke dass Du das schreibst... Ich sehe die Begriffe "toxisch" und "Narzissmus" auch als derzeit inflationär in Gebrauch.
Wenn Dir ein Partner (oder hier die Partnerin) minütlich Nachrichten schickt und kontrolliert
- mit wem Du redest
- was Du anhast
- wann Du was machst
- Dich zum Kaffeeholen abmelden musst
- Handy überwacht
- etc.
dann ist das weit weg von normal und sehr nah an Mißbrauch.

Wenn der Partner dann sagt, dass er das ja nur machen MUSS, weil
- Du dran Schuld bist, weil Du.....XYZ machst oder nicht machst
- man halt ein armes von Verlassensangst geprägtes Hascherl ist
- man Dich ja nur SO SEHR liebt
- etc.
dann ist das sehr nah an Gewalt


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 19:58
Zitat von BohoBoho schrieb:
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Beziehungstötungen weiß ich nicht, sog. Femizide betrugen 88 in 2025. Also sagen wir mal 100.
bitte verlinke die Quelle
Oh ja, diese Quelle hätte ich auch gern.
Ich habe jedenfalls keine gefunden, die vom BKA herausgegeben worden wäre.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 20:32
Zitat von BohoBoho schrieb:bitte verlinke die Quelle
Zitat von emzemz schrieb:Oh ja, diese Quelle hätte ich auch gern.
Femizid ist keine kriminalistische Kategorie, da er einen ideologischen Hintergrund hat und viel zu undifferenziert ist. Korrekter sind (geschlechtsunabhängig) Beziehungstaten. Ich habe der Einfachheit halber nach Femiziden (die meisten Tötungsopfer sind leider Frauen) gesucht und die erste Zahl genommen, die Google angezeigt hat:

https://www.stern.de/gesellschaft/femizid-projekt--88-ausgeloeschte-frauenleben--eine-chronik-des-jahres-2025-37012012.html
Zitat von wobelwobel schrieb:Danke dass Du das schreibst... Ich sehe die Begriffe "toxisch" und "Narzissmus" auch als derzeit inflationär in Gebrauch. Was nicht heißen soll, dass man sie nicht mehr ernstnehmen sollte / könnte / müßte...
Ja, mittlerweile wird fast jede Beziehung die schlecht läuft oder in einer Krise ist, wird so bezeichnet. Wenn man das oder den Partner gleich so klassifiziert, dann ist die Sache auch im Eimer. Meiner Erfahrung nach versteht man oft erst aus der Distanz, was nicht gut gelaufen ist und inwieweit man auch selbst dazu beitragen hat (es sind immer Zwei...).
Zitat von InterestedInterested schrieb:Aber nicht in diesem Mordfall. Dafür gibt es hinreichend Ermittlungsergebnisse.
Ex post ist man immer klug. Hätte vor dem Tod von Fabian eine so intensive Beziehungsanalyse stattgefunden, wie nun durch die Ermittlungsbehörden (inkl. Chats aus eineinhalb Jahren!), hätte niemand daraus ableiten können, dass deshalb ein Kind zu Tode kommen würde.
Zitat von InterestedInterested schrieb:Die Beziehung zwischen Gina H. und M.R. war und ist toxisch und narzisstisch. Beide Protagonisten tragen diese Anteile in sich und haben das lt. dessen, was die Verhandlung zutage befördert hat, auch ausgelebt.
So. Sagst Du. Was ist "toxisch"? Das ist kein psychiatrischer Begriff. S.o. "Narzissmus" ist ein Persönlichkeitsanteil, den wir alle stärker oder schwächer haben (müssen), sonst wären wir kein Individuum. Eine "narzisstische Störung" wurde aber m.E. bei H. nicht festgestellt und R. wurde gar nicht untersucht.

Es gibt viele solcher Beziehungen. Es werden m.E. auch immer mehr. Nur lässt sich daraus kein Verbrechen ableiten. Das Verbrechen lässt sich - jedenfalls annäherungsweise - damit erfassen, dass es erhebliche Beziehungsprobleme gab und H. das sehr intensiv emotional beschäftigt hat.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 20:33
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Es ging mir darum, wie er es selbst möglicherweise im Fall von Ginas Verurteilung empfinden könnte (rein subjektiv!) und er sich evtl Vorwürfe macht oder Schuldgefühle hat.
Dann formuliere es doch bitte auch unmissverständlich so.

Wie du es geschrieben hast, liest es sich (offensichtlich nicht nur für mich) anders.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 20:40
Zitat von InterestedInterested schrieb:Die Beziehung zwischen Gina H. und M.R. war und ist toxisch und narzisstisch. Beide Protagonisten tragen diese Anteile in sich und haben das lt. dessen, was die Verhandlung zutage befördert hat, auch ausgelebt.
Ich würde nur Gina H. narzisstsiche Züge zuschreiben. MMn. ist M.R. angepasst, evtl. auch emotional abhängig. Er hat ja während der Beziehung versucht, ihr alles recht zu machen und sich den A… abgeschuftet für sie.

Dafür spricht auch sein Verhalten in abgehörten Telefonaten:
Ermittler Frank F. berichtet vor Gericht, dass Matthias R. in der Kommunikation oft unterwürfig gewesen sei, Gina H. hingegen sehr Ich-bezogen.
Quelle: https://www.rtl.de/news/prozess-im-fall-fabian-8-aus-guestrow-diese-luege-tischte-gina-h-fabians-vater-zum-leichenfund-auf-id31002327.html


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 20:50
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Ex post ist man immer klug. Hätte vor dem Tod von Fabian eine so intensive Beziehungsanalyse stattgefunden, wie nun durch die Ermittlungsbehörden (inkl. Chats aus eineinhalb Jahren!), hätte niemand daraus ableiten können, dass deshalb ein Kind zu Tode kommen würde.
Mit welcher Veranlassung hätte das stattfinden sollen? Wer hätte darauf und daraus schließen können, dass sie ein Kind töten wird? Sieht man sich an, dass sie keine Empathie aufweist und auch keine Reue zeigt, ist so ein Mord für sie auch relativ leicht reproduzierbar. Wenn ihr was nicht passt oder die Kränkung aus ihrer Sicht und ihrem Empfinden groß genug ist, können Menschen ihr Leben verlieren, wie wir erfahren durften.

Die Nachrichten alleine sind es ja gar nicht. Wenn man unsere Nachrichten nehmen würde, würden so manche Dinge für Fremde sehr skurril klingen. Wir haben aber auch in echt kein Kind getötet und ich zumindest habe das auch nicht vor.

Die ganzen Chatverläufe wurden auch nur in dem Ausmaß analysiert, weil man herausfinden wolte, ob es Planung zur Tötung gab und durch die Rollen der Tümpelzeugen und aller anderen, die massiv mit diesem Thema belastet und auch ungwollt reingezogen wurden, ergab sich ein Bild, eine Art Psychogramm der Gina H.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das ist kein psychiatrischer Begriff.
Das habe ich auch nicht behauptet, dass es einer wäre. Ich schrieb, dass aus dem, was da vor Gericht zutage kam, beide toxisch in ihrer Beziehung waren. Ihre Persönlichkeiten sind so und sie haben sich abgewechselt. Dorina hat immerhin die Beziehung mit M.R. beendet, ganz unabhängig davon, ob das jemals untersucht wurde.

Das BKA fasst das übrigens unter Partnerschaftgewalt und Häusliche Gewalt zusammen - also Tötungsdelikte, die aus solchen Beziehungen entstehen, da steht dann nicht toxische Beziehung, weil das psychologisch umgangssprachliche Bezeichnungen sind. Insofern ist deine Aussage:
Zitat von OriginesOrigines schrieb:In einer gewöhnlichen toxischen Beziehung steht zumeist kein Leben auf dem Spiel. Mal davon abgesehen, dass der Begriff "toxisch" als Modewort recht inflationär gebraucht wird, gibt es unzählige solcher Beziehungen. Dagegen ist die Zahl vorsätzlicher Tötungen in Deutschland irgendwo im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich. Beziehungstötungen weiß ich nicht, sog. Femizide betrugen 88 in 2025. Also sagen wir mal 100.
schlicht falsch.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 21:08
Partnerschaftsgewalt ist tödlich
Alle zwei bis drei Tage tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Fast jeden Tag gibt es einen Tötungsversuch.
Partnerschaftsgewalt

132 Frauen wurden im Jahr 2024 durch ihren (Ex-)Partner getötet (2023: 155 Frauen). 308 Frauen wurden Opfer von (versuchtem) Mord oder Totschlag.
Weniger als alle 4 Minuten erlebte eine Frau Partnerschaftsgewalt: 2024 erlitten 135.713 Frauen Gewalt durch ihren Partner – ein Anstieg um 2,1 % im Vergleich zu 2023.
Unter den Tatverdächtigen sind Männer deutlich überrepräsentiert (77,7 %).
4.634 Frauen erlebten sexualisierte Gewalt durch ihren (Ex-)Partner.
12.912 Frauen wurden von ihrem (Ex-)Partner schwer oder gefährlich körperlich verletzt.
38.496 Frauen zeigten ihren (Ex-)Partner wegen Bedrohungen, Stalking oder Nötigung an.

Quelle: BKA, Nov. 2025
Quelle: https://unwomen.de/gewalt-gegen-frauen-in-deutschland/

Weiterführenden links sind auf der Seite zu finden. Das würde ich persönlich schon als toxische Beziehungen bezeichnen, andernfalls hätten wir keine so hohen Opferzahlen. Man kann sich dazu bei Interesse gerne noch die Seiten des BKA und Statistica.com zu ansehen.
Nur um kurz auf das OT mit Quelle nochmal eingegangen zu sein.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 21:12
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Was ist "toxisch"? Das ist kein psychiatrischer Begriff. S
Das stimmt nicht - in der Psychologie wird dieser Begriff sehr klar definiert und ist in viel Fachliteratur vorhanden.
Hier mal ein Auszug einer Studie auf Englisch - am Ende sind diverse Quellen angegeben, wo eben genau dieser Begriff von Psychologen genutzt wird.
Der Ursprung liegt im Ausdruck der "toxic people" und wurde von Dr. Judy Glass in ihrem Buch 1995 "Toxic People - 10 Ways of Dealing with People Who Make Your Life Miserable" geprägt.
A toxic relationship is any interpersonal dynamic—romantic, familial, or professional—characterized by behaviors that systematically damage a person's emotional, psychological, or physical well-being.
Übersetzung "Eine toxische Beziehung ist jede zwischenmenschliche Dynamik – sei es in einer Liebesbeziehung, innerhalb der Familie oder im beruflichen Umfeld –, die durch Verhaltensweisen gekennzeichnet ist, die das emotionale, psychische oder körperliche Wohlbefinden einer Person systematisch beeinträchtigen"

Quelle: https://www.psychologytoday.com/us/blog/addiction-and-recovery/202103/what-is-a-toxic-relationship

Das ist ein großer Unterschied zu einer "ungesunden" Beziehung, wo ein Partner z.B. ständig fremdgeht.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 21:34
Zitat von InterestedInterested schrieb:schlicht falsch.
Tut mir leid, das kann ich nicht nachvollziehen, auch unter Berücksichtigung der Zahlen zur Partnerschaftsgewalt. Das mögen auch "toxische" Beziehungen sein, die angebotene Definition (die sicher keine psychiatrische ist),
Zitat von BohoBoho schrieb:"Eine toxische Beziehung ist jede zwischenmenschliche Dynamik – sei es in einer Liebesbeziehung, innerhalb der Familie oder im beruflichen Umfeld –, die durch Verhaltensweisen gekennzeichnet ist, die das emotionale, psychische oder körperliche Wohlbefinden einer Person systematisch beeinträchtigen"
ist jedoch so denkbar weit, dass sich da jeder mit seinen Beziehungen aller Art darunter subsumieren kann, dessen Wohlbefinden systematisch durch Verhaltensweisen der Beziehungspersonen beeinträchtigt wird. Wenn ich überlege, was mein Wohlbefinden alles beeinträchtigt... Kein Wunder, dass dieses Modewort in einer zunehmend hedonistischen Gesellschaft inflationär verwendet wird (z.B.: "Mein Partner inspiriert mich einfach nicht/arbeitet zu viel/ist zu dick/schnarcht. Das macht mich krank." = toxische Beziehung).

Spezifisches Kernelement toxischer Beziehungen wäre eigentlich eine gegenseitige Abhängigkeit, die dazu führt, dass sich beide Partner oder jedenfalls der stärker leidende nicht lösen kann, obwohl er Schaden nimmt Schaden ist etwas anderes als eine Befindlichkeitsbeeinträchtigung. Ein physischer, psychischer oder mentaler Schaden wirkt auch nach einer Trennung fort, bedarf häufig einer Behandlung und ist ein langwieriger Prozess. Stichwort PTBS. Es hat also tatsächlich eine ernste "Vergiftung" stattgefunden, von der man erst genesen muss.

Kurz und gut: Es gibt toxische Beziehungen, wie auch immer die definiert werden, und es gibt Gewalt in der Beziehung. Und das ist qualitativ ein gewaltiger Unterschied.
Zitat von BohoBoho schrieb:Das ist ein großer Unterschied zu einer "ungesunden" Beziehung, wo ein Partner z.B. ständig fremdgeht.
Ach, das beeinträchtigt das Wohlbefinden des betrogenen Partners nicht? Ist ja wohl ein Klassiker einer toxischen Beziehung.

Das muss ich jetzt nicht verstehen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 21:39
Ich bin ja mal gespannt, wie morgen die Plädoyers der Anklagebehörde und der Nebenklage ausfallen werden. Nicht, dass ich besondere Überraschungen erwarte; im Kern dürfte Einigkeit über die Schuld von Gina H. bestehen - und auch in der Forderung nach lebenslanger Haft.

Vorab hat Rechtsanwältin Habertha als Vertreterin der Mutter des Opfers bereits angekündigt, zusätzlich auf die besondere Schwere der Schuld zu pochen. Die Staatsanwaltschaft legte sich diesbezüglich noch nicht fest; anders als Habertha erkannte sie aber schon jetzt auf niedrige Beweggründe als zweites Mordmerkmal neben Heimtücke.

Warum auch nicht? In ihrer Anklageschrift hatten die Staatsanwälte ja bereits die Überzeugung vertreten, dass niedrige Beweggründe bei der Tötung von Fabian eine Rolle spielten. Gina H., so heißt es da (Quelle: Themen-Wiki), habe sich zu dem Verbrechen entschlossen, weil sie einerseits „erbost über die endgültig erscheinende Trennung“ von ihrem Partner Matthias R. gewesen sei, und weil sie zugleich befürchtete, dass sie „infolge dieser Trennung ihren bisherigen Lebensstil nicht weiter fortführen“ könne.

Das würde für Wut und Rache sprechen, aber auch für das egoistische Bestreben, die Trennung von MR um ihres monetären Vorteils willen rückgängig zu machen. Demnach hoffte sie, nach Fabians Tod als tröstender Beistand wieder Zugang zu ihrem Partner und dringend benötigten Geldgeber zu finden.

Ein solches Kalkül wäre eine sicherlich ungewöhnliche, verstörende Motivlage, aber sie würde niedrigen Beweggründen allemal entsprechen. Ich gehe davon aus, dass sowohl die Anklagebehörde als auch die Nebenklage diese Linie morgen vertreten werden. Jedenfalls sehe ich nicht, dass die Annahme dieses zweiten Mordmerkmals durch den Verlauf des Prozesses erschüttert worden ist - auch wenn das hier manch eine(r) anders betrachtet.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 21:43
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Tut mir leid, das kann ich nicht nachvollziehen,
Ändert nix am Fakt.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Wenn ich überlege, was mein Wohlbefinden alles beeinträchtigt... Kein Wunder, dass dieses Modewort in einer zunehmend hedonistischen Gesellschaft inflationär verwendet wird (z.B.: "Mein Partner inspiriert mich einfach nicht/arbeitet zu viel/ist zu dick/schnarcht. Das macht mich krank." = toxische Beziehung).
Angesichts der Ernsthaftigkeit dieser Thematik, finde ich das hier gerade mehr als zynisch. Stellst du du dich jetzt absichtlich dumm? Obwohl dir mehrfach dargelegt wurde, dass die Zahlen sehr viel höher sind, reitest du hier auf deinen von dir selbst eingebrachten platten Beispielen rum und tust so, als hätten wir, die das Gegenteil darlegen, so eine profane Argumentation eingebracht. Unglaublich!

Die von dir getätigten Aussagen bleiben entsprechend falsch. Es ist relativ unerheblich -sowohl für diese Diskussion oder die realen Umstände, was du persönlich als toxisch bezeichnen magst oder dir gerne die Zahlen klein - und runterrechnest.

Gerne in einem anderen thread weiterdiskutieren. Hier geht es um die Tötung von Fabian Lange, 8 Jahre alt, mutmaßlich getötet von Gina. H.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 23:11
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Es wäre Aufgabe der Verteidigung positive Züge der Angeklagten darzulegen. Das hat die Verteidigung aber schlicht nicht getan. Warum nicht? Wir wissen es nicht!
Die Aufgabe der Verteidigung ist lediglich die Verteidigung.
Hier strebt die Verteidigung einen Freispruch an, deshalb versuchten sie, zwar nicht sehr erfolgreich aber dennoch, die belastenden Indizien zu entkräften. In Indizienprozessen ist es meiner Erfahrung nach häufiger so, dass sich Verteidiger darauf konzentrieren "die Unschuld zu beweisen" oder eben Indizien zu entkräften und nicht darauf den oder die Angeklagten in einem besonders guten Licht erscheinen zu lassen. Zumal es in einem Mordprozess auch keine Milderungsgründe geben kann, also nochmal: was hätte das für einen Beweiswert?
Ich denke ein derartiger Beweisantrag wäre auch deshalb abgelehnt worden.
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Die öffentliche Wahrnehmung und das Ergebnis des psychiatrischen Gutachtens zum negativen Verhalten und der negativen Persönlichkeit der Angeklagten ist somit durchaus plausibel - wo nichts Gutes ist, kann nichts Gutes dargestellt werden.
Meinem Empfinden nach hat der Gutachter auch nicht nur Negatives festgestellt. Dass sich Symptome einer Persönlichkeitsstörung und Psychopathie nicht sehr positiv anhören, liegt auf der Hand, sonst würde es nicht als Abweichung/Störung klassifiziert werden.

Die öffentliche Wahrnehmung liegt meiner Meinung nach am häufig vorliegenden dichotomen Weltbild und ein paar positive Nachrichten hätten daran auch nichts geändert. Zumal ich, wie schon früher ausgeführt, es richtig finde, nur Nachrichten für den Prozess auszuwählen die eine Relevanz für die Entscheidung Schuld oder Unschuld haben.
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Du (und andere) beschweren sich fortlaufend über die Einseitigkeit bei der Auswertung der Kommunikation.
Wüsste nicht wo ich mich darüber beschwert haben soll.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 23:19
Zitat von InterestedInterested schrieb:Es ist relativ unerheblich -sowohl für diese Diskussion oder die realen Umstände, was du persönlich als toxisch bezeichnen magst oder dir gerne die Zahlen klein - und runterrechnest.

Gerne in einem anderen thread weiterdiskutieren. Hier geht es um die Tötung von Fabian Lange, 8 Jahre alt, mutmaßlich getötet von Gina. H.
Der zitierte Beitrag von _Salzbrezel wurde gelöscht. Begründung: Chat
Ich schließe mich dem Dank an.

Der Mord an einem Kind verstößt gegen die grundlegendsten Normen der Menschlichkeit! Deshalb finde ich es manchmal so schwer, damit umzugehen, dass die Rückschau auf Fabian und seiner Mutter im Schatten der Aufmerksamkeit zu stehen scheint, die der mutmaßlichen Täterin und ihrer Persönlichkeit langatmig zuteil wird.


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