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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

36.809 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Straftat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:26
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Die Staatsanwaltschaft will das (negative) Gesamtbild der Angeklagten festigen und als Indiz etablieren.
Eine Persoenlichkeit, egal ob 'positiv' oder 'negativ', kann nicht als Indiz dienen.

Aus Persoenlichkeitsmerkmalen kann man ja auch nicht ableiten, ob jemand zum Moerder wird oder nicht.
Zitat von paddgopaddgo schrieb:der psychiatrische Gutachter
Das geht es um Dinge wie Schuldfaehigkeit, aber nicht um die Beurteilung, ob jemand die Tat begangen hat oder nicht.
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Und jetzt zur Verteidigung und hier widerspreche ich dir vehement: Es wäre nun Aufgabe der Verteidigung dies zu entkräften
Die Aufgabe der Verteidigung ist es, Zweifel an der Schuld der Angeklagten zu saehen. Mit welchen Mitteln auch immer.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:29
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Schlicht nein. Weil: eine negative, gestörte Persönlichkeit, die man der Angeklagten nun wirklich auch unterstellen darf, hat die Staatsanwaltschaft mehrfach betont und hervorgehoben. Und nicht nur die Staatsanwaltschaft - auch die Analyse ihrer Kommunikation, der psychiatrische Gutachter usw. unterstellen ihr fortlaufend eben eine negative Persönlichkeit. Und DAS alles ZUSAMMEN kann als Indiz gelten. Darauf will die Staatsanwaltschaft hinaus. "Wir trauen es ihr zu, weil...".
Die Staatsanwaltschaft will das (negative) Gesamtbild der Angeklagten festigen und als Indiz etablieren.

Und jetzt zur Verteidigung und hier widerspreche ich dir vehement: Es wäre nun Aufgabe der Verteidigung dies zu entkräften. Sie tut es nicht, weil es einfach nichts positives in der Kommunikation gibt. Du fragst nach einem Beweiswert und redest oben von Indizien. Ne, es gibt keinen Beweiswert. Der Sinn dahinter wäre, die Angeklagte in ein positiveres Licht zu stellen und dieses vermeintliche Indiz zu entkräften.
So ist es. In Prozessen um Tötungsdelikte wird die allgemeine Persönlichkeit des Angeklagten schon recht umfassend ergründet und dazu werden ja regelmäßig auch bloße Charakterzeugen im Positiven und Negativen gehört, die dann schlicht aussagen, dass der Angeklagte ein netter, ruhiger Freund war, der nie impulsiv war oder eine Ex-Beziehung von vor 10 Jahren, die berichtet, dass der Angeklagte eigentlich immer nett zu Kindern im Familienkreis war. In diesem Verfahren erinnere ich mich auch an Zeugen, die über Ginas Kindheit ausgesagt haben.

Und natürlich würden zu diesem Persönlichkeitsbild und dem Einblick in die Gedankenwelt auch Nachrichten gehören, in denen Gina z.B. empathisch im Zusammenhang mit Fabian und Matthias reagiert, sich vielleicht gemeinsame Ausflüge überlegt oder sich gegenüber Dritten reflektiert und selbstkritisch äußert und/oder positiv über Matthias äußert. Zudem auch positive Befunde zum Umgang mit ihrem eigenen Sohn.

Es wäre schon die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, solche Dinge in die Beweisaufnahme einzuführen. Wenn sie es nicht oder nicht ausreichend tut, ist dies ein Fehler, der von der Verteidigung korrigiert wird. Dass hier nichts dergleichen passiert ist, lässt also sehr wohl Rückschlüsse auf Ginas Persönlichkeit und ihr Kommunikationsverhalten zu. "Was sollte Positives bringen, es gibt ja bei Mord keine Milderungsgründe und es geht nur um Tatschuld oder nicht" ist deutlich zu kurz gedacht.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:32
Gina bestens drauf aber weiterhin.
Nun geht es um Schuhspuren, die am Tümpel gefunden wurden: „Dass die Angeklagte am 10.10. Schuhe der Marke Pammys getragen hat, ergibt sich anhand der Videoaufnahmen aus dem Edeka-Markt in Krakow am See. Nach Ergebnis der Hauptverhandlung kann ausgeschlossen werden, dass die Spuren zu einem späteren Zeitpunkt an den Tümpel gelangt sein können."

Dass jemand anderes ebenfalls Schuhe der Marke Pammys getragen und zum Tümpel gegangen sei, „wie es die Verteidigung in ihrem Schlussplädoyer behaupten wird", sei ebenfalls nicht denkbar.

Beide Verteidiger und die Angeklagte schauen sich überrascht an. „Machst du das? Machst du das?", fragt Gina H. lächelnd und schmunzelnd ihren Verteidiger Andreas Ohm.
Quelle: https://www.rtl.de/news/liveticker-zum-mordprozess-im-fall-fabian-8-aus-guestrow-staatsanwaltschaft-ist-von-gina-h-s-schuld-ueberzeugt-id31224931.html


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:36
Das Motiv Bestrafung wird angenommen
Um einen unüberbrückbaren Streitpunkt in der Beziehung zu beseitigen und um Matthias R. zu bestrafen, beschloss die Angeklagte spätestens am 9. Oktober nunmehr Fabian zu töten", ist die Staatsanwaltschaft überzeugt.
Quelle: https://www.rtl.de/news/liveticker-zum-mordprozess-im-fall-fabian-8-aus-guestrow-staatsanwaltschaft-ist-von-gina-h-s-schuld-ueberzeugt-id31224931.html


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:43
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Das geht es um Dinge wie Schuldfaehigkeit, aber nicht um die Beurteilung, ob jemand die Tat begangen hat oder nicht.
Ich empfinde deinen Kommentar ein wenig als Wortklauberei, behaupte aber, dass du durchaus verstanden hast, worum es mir geht.

Ob die negative Persönlichkeit der Angeklagten wörtlich als "Indiz" zählen kann, weiß ich nicht. Bin kein Jurist.
Jedenfalls trägt es, wie du schon sagst, zur Frage der Schuldfähigkeit bei und wäre dennoch Aufgabe der Verteidigung hier ein besseres Licht auf die Angeklagte scheinen zu lassen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:44
Zitat von paddgopaddgo schrieb:negative, gestörte Persönlichkeit,
Was ist eine "negative" Persönlichkeit? Wer beurteilt das? Hat jemand einen "negative" Persönlichkeit, weil er einen Mord begangen hat?
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Eine Persoenlichkeit, egal ob 'positiv' oder 'negativ', kann nicht als Indiz dienen. (...) Aus Persoenlichkeitsmerkmalen kann man ja auch nicht ableiten, ob jemand zum Moerder wird oder nicht.
Da ist die herrschende Meinung hier im Thread angeblich anderer Ansicht. Weil die Angeklagte so ein "negativer" Charakter ist, hat sie Fabian getötet.
Zitat von RitterTrenkRitterTrenk schrieb:auch bloße Charakterzeugen im Positiven und Negativen
Ob ein Charakterzug "positiv" oder "negativ" ist, ist persönliche Wertung des jeweiligen Interpreten.

Im Strafrecht gibt es dabei nur die Tat (tatbezogenes Strafrecht), die beurteilt wird, nicht der Täter (täterbezogenes Strafrecht, siehe § 211 StGB von 1942, formuliert von Roland Freisler). Es gibt also keine Kategorisierung und Verdammnis der Person, wie sie in der NS-Zeit üblich war. Selbst wer niedrige Beweggründe bei einer Tötung hat, muss deshalb kein "negativer Mensch" sein.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:48
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Was ist eine "negative" Persönlichkeit? Wer beurteilt das? Hat jemand einen "negative" Persönlichkeit, weil er einen Mord begangen hat?
Es geht um das Gesamtbild. Hör bitte auf, dich dumm zu stellen.

Wäre die Angeklagte nicht Gina, sondern ein Vater mit 3 Kindern, unauffälliger Kommunikation, guten Job und auch sonst mit einem gesunden sozialen Umfeld, dann würde dieser Punkt (sei es als "Indiz" oder die Frage der psychischen und persönlichen Schulfähigkeit) deutlich schwächer ausfallen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:48
29.10.2026 - 10:12 Uhr
Staatsanwalt: Einlassung ist „Schutzbehauptung“
Die Einlassung von Gina H. vor Gericht hält die Staatsanwaltschaft für eine „Schutzbehauptung“. „Die Darstellungen der Angeklagten widersprechen den Ergebnissen der Beweisaufnahme“, sagt Staatsanwalt Oliver Schley.
Quelle: https://www.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-mordprozess-um-fabian-gina-h-raeumt-alibi-deal-ein-69f2f4ded6078134c45a3b9c

Der Staatsanwalt hat sich zumindest von den Aussagen der Angeklagten in ihrer Einlassung nicht beeindrucken lassen und liefert auch Erklärungen dafür.
29.10.2026 - 10:17 Uhr
Widersprüche beim angeblichen Bankbesuch
Nun zählt Staatsanwalt Oliver Schley die Indizien und Widersprüche in Gina H.s Einlassung auf. So habe sie angegeben, am 10. Oktober wegen Bankgeschäften für ihre Großmutter nach Güstrow gefahren zu sein, die Bankkarte aber vergessen zu haben. Statt zurückzufahren, sei sie mit ihrem Hund im Wald spazieren gegangen und später direkt weiter nach Krakow am See, um ihren Sohn abzuholen. Für Schley sind das „erhebliche Widersprüche, welche auf ein erfundenes Geschehen hinweisen“.
29.10.2026 - 10:21 Uhr
Widersprüche um das Portemonnaie
Der Staatsanwalt macht die Widersprüche vor allem an Gina H.s Angaben zum Portemonnaie fest. Zunächst habe sie gesagt, es zu Hause vergessen zu haben, obwohl sie zuvor geschildert hatte, darin nach der Bankkarte gesucht zu haben. Mehrfach habe sie zudem verneint, zwischenzeitlich zu Hause gewesen zu sein. Auf einem Video aus einem Edeka-Markt sei sie jedoch mit ihrem Portemonnaie zu sehen. Daraufhin habe Gina H. ihre Aussage geändert und erklärt, sie sei doch noch einmal nach Hause gefahren, um es zu holen.
29.10.2026 - 10:33 Uhr
Faserspur in Gina H.s Auto
Als weiteres Indiz nennt Schley eine Faserspur in Gina H.s Auto, die zu Fabians Sweatshirtjacke passe. Diese sei erst am 2. September 2025 gekauft worden, während Gina H. nach eigener Aussage zuletzt im August Kontakt zu Fabian hatte. Die Erklärung der Verteidigung, Gina H.s Sohn besitze dieselbe Jacke, überzeugt die Staatsanwaltschaft nicht.
29.10.2026 - 10:46 Uhr
Schuhspuren sollen Gina H. belasten
Am Tatort wurden neben den Spuren von Fabians Temu-Schuhen auch Abdrücke von PAMMYS-Sportschuhen gefunden. Ein Foto belege, dass Gina H. am Tattag Schuhe dieser Marke trug. Für Staatsanwalt Oliver Schley lässt das den Schluss zu, dass sich beide dort gemeinsam bewegt haben. Dass eine andere Person mit identischen Schuhen am Tümpel unterwegs war, sei „absolut abwegig“.
Quelle: https://www.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-mordprozess-um-fabian-gina-h-raeumt-alibi-deal-ein-69f2f4ded6078134c45a3b9c

Unter dem Strich alles Punkte, die die große Mehrheit hier ebenfalls als belastend potentiell gesehen hätte.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:49
Nun geht es um Schuhspuren, die am Tümpel gefunden wurden: „Dass die Angeklagte am 10.10. Schuhe der Marke Pammys getragen hat, ergibt sich anhand der Videoaufnahmen aus dem Edeka-Markt in Krakow am See. Nach Ergebnis der Hauptverhandlung kann ausgeschlossen werden, dass die Spuren zu einem späteren Zeitpunkt an den Tümpel gelangt sein können."

Dass jemand anderes ebenfalls Schuhe der Marke Pammys getragen und zum Tümpel gegangen sei, „wie es die Verteidigung in ihrem Schlussplädoyer behaupten wird", sei ebenfalls nicht denkbar.
Quelle: https://www.rtl.de/news/liveticker-zum-mordprozess-im-fall-fabian-8-aus-guestrow-staatsanwaltschaft-ist-von-gina-h-s-schuld-ueberzeugt-id31224931.html

Da wären wir wieder bei dem, was die "Richterliche Überzeugung" in Hinblick aller (!) vorliegenden Indizien als Begründung für einen Schuldspruch angeht: "Es könnte rein theoretisch auch ein Meteroid eingeschlagen haben"... Die Staatsanwaltschaft hatte an einem der Prozesstage genau zur Veranschaulichung und Verdeutlichung der Wahrscheinlichkeit dafür ja jeweils das Bild eines Kolibris und einer Taube am Fenster eingebracht...


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:54
Irgendwie sind das jetzt sehr viele Korinthen in der Psychodiskussion um "Negativ" und "Positiv"...
Entscheidend ist doch eher im psychologischen Gutachten dieses hohe Maß an erreichten psychopathologischen Punkten. Mit "Negativ" und Positiv" tu ich mir auch bisserl schwer, das ist durchaus subjektiv. Aber nah dran an "Psychopath" nach standardisiertem Test ist dann doch was anderes.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:54
Die Tatwaffe sei nach wie vor nicht auffindbar. Das Messer von Gina H.s Nachbar Olaf K., das "dubioserweise" kurzzeitig aus dessen Schuppen verschwand und dann wieder auftauchte, sei nicht die Tatwaffe, erklärt Schley.
Quelle: https://www.rtl.de/news/liveticker-zum-mordprozess-im-fall-fabian-8-aus-guestrow-staatsanwaltschaft-ist-von-gina-h-s-schuld-ueberzeugt-id31224931.html

Diese Aussage finde ich tatsächlich bemerkenswert - gerade von der Staatsanwaltschaft


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 10:58
29.10.2026 - 10:49 Uhr
Weitere Faserspuren belasten Gina H.
Auch an Fabians Kleidung wurden laut Staatsanwaltschaft auffällige Fasern gefunden. Eine Polyesterfaser an seinem Ärmelbündchen stimme mit einer Reiterhose überein, die Gina H. am Tattag getragen habe. Unter Fabians Fingernagel sei zudem eine Faser gefunden worden, die zu einem Pullover der Angeklagten passe.
Quelle: https://www.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-mordprozess-um-fabian-gina-h-raeumt-alibi-deal-ein-69f2f4ded6078134c45a3b9c

Die Spusi hat zumindest sehr akribisch gearbeitet, wenn solche Spuren gefunden und ausgewertet werden.
29.10.2026 - 10:51 Uhr
Genauer Ablauf der Tötung bleibt unklar
Wie genau Fabian getötet wurde, habe sich in der Hauptverhandlung nicht sicher feststellen lassen, sagt Staatsanwalt Oliver Schley. Der Rechtsmediziner habe als mögliches Szenario geschildert, dass Fabian von hinten mit einem Arm „umfasst und gewürgt“ worden sei. Dies wäre für Gina H. „anatomisch auch leistbar gewesen“, so Schley.
Quelle: https://www.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-mordprozess-um-fabian-gina-h-raeumt-alibi-deal-ein-69f2f4ded6078134c45a3b9c[/quote]

Wenn ich überlege, wie seitenlang diskutiert wurde, ob die Angeklagte die Täterin sein könne - die StA hat eine Erklärung.
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Diese Aussage finde ich tatsächlich bemerkenswert - gerade von der Staatsanwaltschaft
Ja, die Aussage zur Tatwaffe ist tatsächlich bemerkenswert - aber ganz ehrlich: ein Messer irgendwo auf 10 - 12 km Fahrtweg irgendwo unauffällig zu entsorgen, ist jetzt weniger das Problem... von daher überrascht es mich wenig, dass man die Tatwaffe nicht gefunden hat - ich vermute diese irgendwo auf einem Feld oder im Wald zwischen Klein Upahl und Reimershagen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 11:00
@paddgo

Personen werden nicht verurteilt, wenn Ihnen die Tat zwar zugetraut wird, aber diese ihnen nicht nachgewiesen werden konnte. Und sie werden nicht freigesprochen, wenn ihnen die Tat zwar nachgewiesen werden konnte, die STA oder sonst wer diesen Personen die Tat nicht zutraut, weil jemand so nette Nachrichten schreibt.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 11:01
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Es geht um das Gesamtbild. Hör bitte auf, dich dumm zu stellen.
Ich stelle mich nicht dumm. Das "Gesamtbild" macht es nicht besser. So ein Quatsch.

Kein Staatsanwalt oder Richter würde sagen, "die Angeklagte hat eine negative Persönlichkeit" oder "sie gibt ein negatives Gesamtbild ab". Solche Generalbewertungen eines Menschen sind unzulässig.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 11:01
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Ob ein Charakterzug "positiv" oder "negativ" ist, ist persönliche Wertung des jeweiligen Interpreten.

Im Strafrecht gibt es dabei nur die Tat (tatbezogenes Strafrecht), die beurteilt wird, nicht der Täter (täterbezogenes Strafrecht, siehe § 211 StGB von 1942, formuliert von Roland Freisler). Es gibt also keine Kategorisierung und Verdammnis der Person, wie sie in der NS-Zeit üblich war. Selbst wer niedrige Beweggründe bei einer Tötung hat, muss deshalb kein "negativer Mensch" sein.
Herzlichen Dank für diese weitere ebenso hochtrabende wie gewinnbringende Belehrung, profitiere ich mehr von als von vielen Jahrzehnten Studium, Referendariat und anwaltlicher Praxis. In der Sache natürlich weit am Ziel vorbei, selbstverständlich gibt es Charakterzeugen und selbstverständlich schaut man sich die Persönlichkeit des Angeklagten an, auch wenn das Urteil der Tat gilt. Und dass auch unabhängig von subjektiver Interpretation objektiv positiv (etwa Hilfsbereitschaft, Empathie und Verantwortungsgefühl) und objektiv negativ (etwa Aggressivität, Gefühlskälte oder Geltungssucht) bewertete Eigenschaften existieren und in einem Strafprozess Teil der Beweisaufnahme und Wahrheitsfindung sind, ist ebenfalls eine Selbstverständlichkeit, wegen der man sich nicht in die NS-Zeit versteigen muss.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 11:03
Zitat von rabunselrabunsel schrieb:Personen werden nicht verurteilt, wenn Ihnen die Tat zwar zugetraut wird, aber diese ihnen nicht nachgewiesen werden konnte. Und sie werden nicht freigesprochen, wenn ihnen die Tat zwar nachgewiesen werden konnte, die STA oder sonst wer diesen Personen die Tat nicht zutraut, weil jemand so nette Nachrichten schreibt.
Naja - die StA traut der Angeklagten die Tat zu und führt auch zahlreiche Indizien auf, die sie als belastend ansieht.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 11:04
Zitat von rabunselrabunsel schrieb:Personen werden nicht verurteilt, wenn Ihnen die Tat zwar zugetraut wird, aber diese ihnen nicht nachgewiesen werden konnte. Und sie werden nicht freigesprochen, wenn ihnen die Tat zwar nachgewiesen werden konnte, die STA oder sonst wer diesen Personen die Tat nicht zutraut, weil jemand so nette Nachrichten schreibt.
Noch einmal, danach gebe ich auf:

Es geht um das Gesamtbild. Drücke ich mich uneindeutig aus? Was du schreibst ist doch klar und offensichtlich - aber leider geht es darum doch gar nicht.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 11:08
29.10.2026 - 11:03 Uhr
Staatsanwaltschaft spricht von „Täterwissen“
Bei Gina H. wurde eine Flasche Grillanzünder gefunden, deren Inhalt laut Staatsanwaltschaft große Ähnlichkeit mit der Substanz am Leichnam aufweist. Aus der Flasche fehlten zudem genau jene 500 bis 600 Milliliter, die laut Sachverständigem zum Entzünden ausgereicht hätten. Besonders belastend aus Sicht von Schley: Gina H. habe schon über Grillanzünder gesprochen, bevor die Ermittler von einem Brandbeschleuniger wussten. Für ihn könne das nur „Täterwissen“ gewesen sein.

Als Schley darüber spricht, wendet sich Gina H. leise an ihren Verteidiger Andreas Ohm: „Woher soll ich das wissen?“
Quelle: https://www.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-mordprozess-um-fabian-gina-h-raeumt-alibi-deal-ein-69f2f4ded6078134c45a3b9c

Wenn die Angeklagte fragt, woher sie das wissen soll, hat der StA ihr direkt davor eine Erklärung gegeben.
Sie wird sich hier vermutlich wieder auf einen verf****** Zufall berufen wollen...


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 11:10
Zitat von RitterTrenkRitterTrenk schrieb:In der Sache natürlich weit am Ziel vorbei, selbstverständlich gibt es Charakterzeugen und selbstverständlich schaut man sich die Persönlichkeit des Angeklagten an, auch wenn das Urteil der Tat gilt. Und dass auch unabhängig von subjektiver Interpretation objektiv positiv (etwa Hilfsbereitschaft, Empathie und Verantwortungsgefühl) und objektiv negativ (etwa Aggressivität, Gefühlskälte oder Geltungssucht) bewertete Eigenschaften existieren und in einem Strafprozess Teil der Beweisaufnahme und Wahrheitsfindung sind, ist ebenfalls eine Selbstverständlichkeit, wegen der man sich nicht in die NS-Zeit versteigen muss.
Dann brauchst Du Dich nicht dümmer zu stellen, als Du bist. Anschauen ist nicht der Punkt. Ursachen für die Tat in der Persönlichkeit des Täters suchen ist auch kein Thema. Aber verurteilt wird wegen der Tat und nicht wegen des Charakters.

Und deshalb mögen nach Überzeugung des Gerichts einzelne Charakterzüge die Tat gefördert haben, was dann auch so festgestellt werden darf. Aber es wird kein Unwerturteil ("negative Persönlichkeit") abgegeben. Eine Persönlichkeitseigenschaft wie "übermäßiges Gewinnstreben" kann bei einem Investmentbanker beruflichen Erfolg und hohes Ansehen bedeuten.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

um 11:10
Gegen 21.45 Uhr habe Gina H. dann einem Bekannten geschrieben, dass Fabian an dem Tag Bauchschmerzen gehabt habe. Diese Information ergab sich an diesem Tag aber weder aus dem Internet noch durch Angaben von Matthias R. und Dorina L.. Schley vermutet daher, dass Fabian Gina H. selbst von seinen Beschwerden berichtet hatte.
Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/fabian-mordprozess-in-rostock-bei-leichen-schilderung-verlaesst-fabians-mutter-weinend-den-saal_561cdcb9-a0cf-4e1e-9a22-61f1296057b4.html

Wir hatten hier mal eine Diskussion über die Bauchschmerzen. Meine Vermutung war, dass Fabian ihr von den Bauchschmerzen erzählt hat. Zerpflückt wurde ich hier mit meiner These :D (ist nur Spaß, alles gut). Es bleibt aber natürlich eine These. Es ist nur interessant, dass die Staatsanwaltschaft das auch so sieht.


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