jeangreen schrieb:Wann sie das in welcher Form genau gesagt hat, weiß ich nicht. Der Psychologische Gutachter Dr. Keiper gab es aber so in seiner Einlassung wieder.Das Zitat „Neun Jahre hat mich ein Psychiater dumm angeglotzt“ stammt aus dem psychiatrischen Gutachten über die Angeklagte Gina H. im Mordfall des achtjährigen Fabian aus Güstrow.
Der psychiatrische Sachverständige Dr. Stefan Keiper zitierte diese Aussage der Angeklagten im Oktober 2026 vor dem Landgericht Rostock. Sie beschreibt damit rückblickend ihre Sicht auf eine frühere therapeutische Behandlung.
Es halt auch passen, zwischen Therapeut und Patient. Nur hat man auf dem Land und in kleinen Städten keine große Auswahl. Und Frau H. ist natürlich eine Art Patientin, die sehr, sehr anstrengend ist und wo Therapiefortschritte nur in kleinsten Dosen ersichtlich sind. Im besten Fall sind die Therapeuten Lebenshelfer, Berater und Anleiter für Hilfe zur Selbsthilfe.
Interested schrieb:Wichtiger im Plädoyer gestern war doch aber, dass die StA. sie eben nicht in einer Klinik sieht.
Sie ist nicht schuldunfähig. Sie ist "nur" psychisch krank (chronisch) und wird in der Haft medizinisch versorgt. Und eine Therapie wird versucht werden. Es ist sicher langweiliger, 15 oder 20 Jahre eine Zellentüre anzuglotzen, als ab und an ein menschliches Gesicht, das sie unterstützen will.
jeangreen schrieb:Und wie gesagt: dass Gina der Hausärztin dann die Befreiung der Schweigepflicht wieder entzog, kam sicher nicht von ungefähr oder ohne Hintergedanken. So zumindest meine persönliche Einschätzung.
Sie zwei Verteidiger, die sehr wohl abwägen, was ihr mehr schaden oder nutzen könnte. Das dürfte keine originäre Entscheidung von H. gewesen sein, weil es für den Laien gar nicht absehbar ist, welche Folgen eine Schweigepflichtentbindung haben kann.