Hexe40 schrieb:Wir reden hier von einem Kind.
Was soll bei einer Diskussion mit einem 8 jährigen Jungen so aus dem Ruder laufen?
Mir fällt da nichts ein, absolut NICHTS
Natürlich kann auch ein 8jähriges Kind etwas tun oder sagen, durch dass sich eine erwachsene Frau provoziert, gekränkt, verletzt, gedehmütigt etc. fühlt. Und je nach Vorgeschichte, Tagesform, psychischer Verfassung kann das eben auch dazu fühlen, dass dadurch bei einer erwachsenen Frau die Sicherungen durchbrennen.
Zudem muss sie ja nicht geplant haben, das Kind umzubringen. Wollte es vielleicht zum Schweigen bringen, fühlte sich provoziert, hat es geschlagen und es ist durch die Wucht des Schlages mit dem Kopf unglücklich aufgeschlagen und war tot.
Das ist nur eine theoretische Überlegung, die konkret nichts mit diesem Fall zu tun hat, denn laut PM der StA ist Fabian ja an 6 Stickverletzungen gestorben. Es geht mir nur darum, dass auch mit einem 8jähriges Kind vorstellbare Situationen geben können, in denen das Geschehen aus dem Ruder läuft.
Und je nachdem, wie erdrückend die Indizien und Beweise sind, dass sie die Tötung begangen hat, kann ich mir vorstellen, dass sie versuchen wird, so eine Story als Erklärung für ihr Verhalten vorzubringen, um einer Verurteilung wegen Mordes zu entgegen und stattdessen mit Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge davonzukommen.
Grollie schrieb:Was gegen einen lange Planung spricht: Die Info, dass er an dem Tag zu Hause war, die muss ja eher kurzfristig gekommen sein. Sie hat ihn ja laut Anklage "unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt". Dass er zu Hause, hatte sich ja kurzfristig ergeben. Es sei denn, es geschah um die Mittagszeit, und er war Freitags regelmüßig um diese Zeit alleine zu Hause. Sie kannte ja seinen Stundenplan und die Gewohnheiten der Familie. Ziemlich abartig wäre das ganze, insbesondere auch mit der nach-Tat-Inszenierung bei RTL.
Ein Plan muss ja nicht langfristig geplant gewesen sein. Ein Plan ist es auch, wenn sie diesen spontan vor der Haustür fasst, in dem Moment, in dem sie erfährt, dass Fabian zu hause und nicht in der Schule ist. Oder er kann auch erst während der Autofahrt in ihrem Kopf aufgekommen sein.
Andersherum kann es durchaus ein langfristiger Plan gewesen sein, den sie in der Druchführung dann kurzfristig und spontan an die Gegebenheiten angepasst hat. Z.B. dass sie entschieden hat, Fabian nicht vom Schulhof wegzulocken (weil er eben an dem Tag spontan nicht in der Schule war), sondern ihn zuhause abzuholen.
Und ich halte es außerdem sogar für möglich, dass die Ermittler hinweise gefunden haben, dass sie ihn instruiert hat, an dem Tag "blau zumachen", z.B. mit dem Versprechen, dann eine gemeinsamen Ausflug zu den Pferden zu machen. Von dem er der Mutter natürlich vorab nicht erzählen darf.
Für jemanden, der ein bisschen Geschick im Umgang mit Kindern hat und dem sie eh schon vertrauen, weil er/sie eine vertraute, beliebte und vielleicht vermisste Bezugsperson ist, ist es ein Leichtes ein Kind so zu manipulieren.
emz schrieb:Um es mal ganz platt zu sagen:
Es braucht weder ein Tatmotiv noch einen Vorsatz, um einen Mord bzw. Totschlag verurteilen zu können.
Vor allem braucht es keinen Plan.
Selma1898 schrieb:Mal zum Thema heimtückischen Verhaltens:
Schon allein die Tatsache, heimlich ein krank gemeldetes Schulkind ohne Wissen der Eltern abzuholen ist in meinen Augen schon "heimtückisch" genug. Da ist nichts " aus dem Ruder gelaufen".
Für mich ist das allein bereits eine heimtückische Entführung eines Minderjährigen.
Das ist aber dann eine heimtückische Entführung, bzw. in diesem Fall eine heimtückische Entziehung eines minderjährigen Kindes. Für den Nachweis der Heimtücke bei der Tötung reicht es nicht, dass sie ihn unter einem Vorwand heimlich aus der Wohumng gelockt hat.
wobel schrieb:Es bedeutet dass sie sich NACH der Tötung bewußt war, dass sie etwas verbotenes getan hat. Nicht dass sie sich während der Tat selbst dessen bewußt war oder dieses Verbotene geplant hat.
Aha, und Du meinst, dass ist einer dieser klassischen Fälle, wo die Angeklagte im Moment der Tat so außer sich war, dass ihr nicht mehr bewusst war, dass es verboten ist, einen anderen menschen, in diesem Fall ein 8jähriges Kind zu töten. Und als sie nach der Tat wieder aus dem Tunnel kam, hat sie erkannt, was sie da schlimmes verbotenes getan hat und sich gedacht, dass sie dann mal lieber die Spuren verwischen sollte....?!
Sorry, sowas kommt in schlechten Kriminalromanen vor, aber in der Realität gibt es solche phasenweisen Aussetzer der fehlenden Einsichtsfähigkeit nicht.
Und nochmal: es bedarf keines Planes, damit die Tötung eines Menschen als Mord eingestuft werden kann!