Foxie123 schrieb:Ich tippe auf Neugier
Ohne Neugier säße der Mensch noch auf den Bäumen. Wissens-Erwerb ist gut und sinnvoll für die Evolution.
Oder 'ne Nummer kleiner: Es hilft bei der Verarbeitung derartiger Geschehnisse und evtl. kann es sogar vermeiden dass sich derartige Geschehnisse wiederholen, einfach weil rechtzeitig jemand merkt dass etwas falsch läuft und Gegenmaßnahmen ergreift.
Foxie123 schrieb:Sie kann sich sonst was mit ihrem Anwald zusammenreimen, damit es nur nicht noch schlimmer für sie wird.
Das kann sie. Und wenn dabei herauskommt dass es eben keinen Mord-Plan gab und sie einen Blackout hatte und plötzlich vor der Leiche stand und nicht erklären kann wie das passiert ist - dann könnte es z.B. ein psychologisches Gutachten geben.
Foxie123 schrieb:Für mich: Austausch, nicht unbedingt die grenzenlose Neugier und Fantasie einiger hier.
Worüber willst Du Dich denn dann austauschen? Warum willst Du dann überhaupt hier mitlesen oder gar schreiben?
Foxie123 schrieb:Erklär es mir gern. Was hilft es euch über das Motiv zu spekulieren, wenn ihr die Antwort am Ende erst mit Prozess oder vlt auch nie erhaltet?
Es geht nicht darum ob das hilft. Die Staatsanwaltschaft hat ja schon ein, zwei neue Fakten rausgehauen, eben zum Beispiel dass sie davon ausgehen dass die komplette Tat ab Abholung bis zum Anzünden so geplant gewesen sei. Damit habe ich zum Beispiel nicht gerechnet und möchte mich hier darüber austauschen. Wäre uns das Motiv bekannt, könnte man ja vielleicht den Gedankengang der Beschuldigten nachvollziehen. Das ist eigentlich auch schon alles.
Foxie123 schrieb:Selbst wenn sie es bei sich trug: Muss sie bewusst danach gegriffen haben.
Wenn es im Auto lag: Muss sie es bewusst geholt haben.
Meine Güte - vielleicht wollte sie ja wirklich ein paar Zweige abschneiden für irgendeine jahreszeitliche Dekoration um am Papa-Wochenende irgendwas zu feiern. Mir geht es darum dass sie das Messer eben nicht mit Mordplänen im Auto mit sich geführt oder in die Tasche gesteckt haben muß. Als sei das jetzt so selten dass Leute Messer dabei haben!
Wenn überhaupt wäre dann doch relevant wenn sie das Messer bewußt von zuhause mitgenommen hätte, ganz bewußt mit dem Plan im Kopf Fabian zu erstechen. Wenn sie ohnehin eines im Auto oder in der Tasche hatte, wäre das Vorhandensein des Messers nichts das man hätte planen müssen. Verstehst Du was ich meine?
Zaunkönigin schrieb:Und das berührt für mich auch die Frage des Motivs. Ich kann das verstehen, dass das Motiv für viele interessant ist und das Bedürfnis besteht, das Motiv nachvollziehen zu wollen. Für mich. Allerdings ist es so, dass ich mir hier überhaupt gar kein Motiv vorstellen kann, dass ich auch nur annähernd nachvollziehen könnte.
Das ist ja genau der Punkt: Das fühlt sich so unvorstellbar an, dass normal denkende, fühlende Menschen sich da garnichts vorstellen können, geschweige denn es nachvollziehen können. Deshalb ja das Interesse daran was da wirklich passiert ist, was im Kopf der Täterin vorgegangen ist.
Zaunkönigin schrieb:Egal, welches Motiv am Ende vielleicht bekannt werden könnte, oder dahinter stecken könnte, es wird vermutlich -zumindest für mich- immer Ausdruck einer zutiefst selbstsüchtigen, niederträchtigen Gedankenwelt der Täterin sein.
Eben drum wär's ja interessant zu erfahren was genau sich in dieser Gedankenwelt so abgespielt haben könnte. Dass da etwas außerhalb der Norm und jenseits jeglicher Regeln getickt hat, hat Fabian ja das Leben gekostet.
Grillage schrieb:Zumal die StA in ihrer Erklärung ja auch das Mordmerkmal "aus sonst niedrigen Beweggründen" genannt hat, auf das sie die Anklage wegen Mordes zumindst zum Teil stütz (eben neben der vorgeworfenen Heimtücke). Insofern sehe ich auch so, dass dem Motiv im Prozess eine sehr zentrale Bedeutung zukommen wird und somit ist es eben auch jetzt interessant, darüber zu diskutieren.
Genau so seh ich das auch.
Foxie123 schrieb:Es ist keine Diskussion, wenn ihr euch gegenseitig fragt "Warum?" - das weiß ja hier niemand. Wenn ihr eine Theorie habt, kann man die im Rahmen diskutieren. Aber eben sachlich. Motive müssen nicht rational verständlich sein, dass habe ich ja nun mehrfach probiert euch zu erklären.
Für mich ist der Punkt der mich irritiert dass die Staatsanwaltschaft von einer Tötungs-Absicht bzw. einem entsprechenden Plan schon bei Abholung ausgeht. Und das ist nun mal eine ganz neue Information die es bisher so nicht gab, bisher war dahingehend alles offen, also auch eine Tötung im Affekt. Wenn es ein Plan war, dann war der nicht sonderlich durchdacht, schon klar, vielleicht überschätze ich auch einfach die Intelligenz der Beschuldigten. Ob wohl die Tümpelzeugen auch zum Plan gehört haben?
Foxie123 schrieb:Einfersucht kann ein Motiv sein. Dennoch werden jetzt einige Nutzer hier denken "Nein. Das macht man doch nicht aus eifersucht". Und dann drehen wir uns wieder 3 Seiten im Kreis.
Das Erstaunliche dabei ist ja - zumindest für mich - dass die Beschuldigte und der Kindsvater sich nach der Tat wieder angenähert zu haben scheinen.
Foxie123 schrieb:Nein, aber ich erwarte eben auch nicht dass ich eine Tat nachvollziehen kann. Sie ist ja bereits geschehen, wenn wir hier darüber sprechen.
Aber wieso muss sie für mich verständlich sein? Das sind wohl 99% der Fälle nicht.
Es fällt natürlich deutlich leichter sowas wie Habsucht nachvollziehen zu können. Ich glaube auch nicht dass 99% der Fälle nicht verständlich sind. Nachvollziehen, Verstehen - das bedeutet ja alles noch lange nicht dass man es gutheißen würde.
margaretha schrieb:Bei Mord ist doch nicht viel Spielraum, oder? Ich als juristischer Laie weiß jetzt ehrlichgesagt wirklich nicht, inwieweit sich da ein Geständnis positiv auswirkt, und ob man ihr da beim Strafrahmen überhaupt groß entgegen kommen kann.
Es würde zum Beispiel einen großen Unterschied machen ob sie wegen Mord oder wegen Totschlag verurteilt wird.
Blutgräfin schrieb:Ich bin überzeugt, dass niemand hier das Motiv nachvollziehen können wird, welches es auch immer gewesen sein mag. Das ist aber nun mal bei so gut wie allen Mordfällen so, denn man muss schon irgendwie anders gestrickt sein als Anna und Otto Durchschnittsmensch, um einen Mord zu begehen. Ich geh doch davon aus, dass die allermeisten von uns Konflikte und Probleme anders zu lösen wissen.
Das ist doch genau der Punkt warum wir überhaupt darüber diskutieren - dieses "irgendwie anders gestrickt sein".
Und ich finde das ganz normal dass wir das wissen wollen, auch zum Schutz von anderen bzw. uns selbst bzw. unseren Kinder oder sonstigen Nahestehenden. Man hat ja immer die Hoffnung sowas verhindern zu können indem rechtzeitig Anzeichen erkannt werden.