Boho schrieb:
Agrimony schrieb:Sie kann sich nicht vorstellen, dass jemand sie durchschauen kann und vertraut vielleicht auch auf ihr manipulatives Geschick.
Ich kenne solche Menschen, die wider aller Vernunft, common Sense und Vorerfahrung genau so agieren und man denkt sich "wie kommt sie/er da drauf, dass das funktioniert..." Von denen hat zum Glück noch keiner gemordet, aber vom Grundablauf ist das ähnlich - Ziel= ich will was und das setze ich durch, mit Lügen, mit Schwätzen, etc., so wie sie es halt immer machen. Und wenn es dann doch schief geht, redet man sich raus, findet neue Freunde/Gruppen, etc. Nicht jeder Mensch ist ein paranoider Vollplaner in alle Richtungen, manche vertrauen einfach aufs Glück. Sie wird den groben Plan gehabt haben und dann eben grob angepasst haben.
Agrimony schrieb:Vielleicht reagierte Fabians Vater, nach dem Verschwinden seines Sohnes, nicht so wie sie sich das ausgemalt hatte und deswegen veranstaltete sie diese Auffindesituation um von ihm Aufmerksamkeit zu erlangen.
Z.B eine dieser Anpassungen - da liefen die Dinge so gar nicht, wie sie es dachte und schwupps wurde angepasst. Dass das natürlich eine völlig hirnrissige Aktion war, dass gab es in ihrer Gedankenwelt nicht. In ihrer Welt war das mit dem Zufallsspaziergang und sie hat ihn doch lieb, erledigt. Noch nicht mal die Tatsache, dass ihre Geschichte null mit der ihrer Begleitung passte, hatte in ihrer Welt eine Bedeutung.
Ganz genau, solche Menschen kenne ich auch und oft funktioniert das bei denen auch so und selbst steht man dabei und kann nur den Kopf schütteln und sich denken, dass man sich selbst sowas nie getraut hätte. Damit meine ich natürlich Aktionen, die andere nicht direkt schädigen, aber demjenigen einen Vorteil bringen.
Das sind vielleicht nur Kleinigkeiten, wie ne Story erfinden, dass man beim Arzt nicht warten muss, jemanden einen Parkplatz wegschnappen usw.
Das hat vielleicht jeder schonmal gemacht, aber bei diesen Menschen ist das die Regel und nicht die Ausnahme und ein schlechtes Gewissen kennen sie nicht.
Ihnen ist nicht klar, dass andere durch ihr "rücksichtsloses" Verhalten geschädigt werden könnten.
Ist der Wunsch, das Wollen, so stark, und kommen bei so einem Menschen vielleicht noch hormonelle Schwankungen, Depris, Angst usw. hinzu, kann ich mir gut vorstellen, dass es eskaliert. Der Drang und die Ich-Zentriertheit lässt kein rationales Denken mehr zu.
MMn ist das schon eine Verhaltensauffälligkeit, die einem selber auffallen müsste und die man entweder selbst oder mit Hilfe in den Griff bekommen müsste, um eine Eskalation zu verhindern.
Ich mag ungern Menschen in die Borderliner-, Narzissmuss-, Egozentriker-, Psychopathen-Schublade stecken und kann mir das auch gar nicht anmaßen.
Mich würde sehr interessieren, wenn diese Theorie auf Gina zutreffen würde, ob ihr dann irgendwann bewusst wird, wie schrecklich ihre Tat war und was sie Fabian und den Angehörigen angetan hatund ob sie wirklich Reue und Bedauern empfinden kann.
wobel schrieb:Auch in diesem Zusammenhang wäre ein psychologisches (und/oder psychiatrisches) Gutachten interessant. Allein von dem her was ich so gelesen habe (wie gesagt: Nicht die SM-Gerüchteküche) gab es ja in ihrer eigenen Familiengeschichte auch so einige harte Brüche, z.B. ist ja vom Vater ihres Kindes auch nie die Rede. Und im öffentlich zugänglichen Trauer-Portal zum eigenen Vater erwähnt sie dass er immerhin noch seinen Enkelsohn kennengelernt hat (der zu diesem Zeitpunkt ja auch schon ca. 6-7 Jahre alt gewesen sein muss.
Dass da eine Sehnsucht oder die Wunschvorstellung von einem normalen, gesunden Familienleben entstehen kann ist ja nicht weit hergeholt, wahrscheinlich wünschen wir uns das alle auf eine gewisse Art. Und die Patchwork-Situation vor der Trennung war ja auch eine Win-Win-Situation für alle Kinder und Elternteile und hat ja auch längere Zeit gut funktioniert.
Egal wie wir versuchen uns das zu erklären - ich kann Dir nur beipflichten dass das keineswegs die Tat entschuldigt.
Eine schwierige Kindheit, Schicksalsschläge usw. müssen viele ertragen und verarbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass ihr vielleicht schon öfters mal jemand gesagt hat, dass sie überreagiert oder unangemessenes Verhalten an den Tag legt. Es soll ja auch öfter Streit in der Beziehung zu Fabians Vater gegeben haben.
Fraglich ist, ob sie fähig war sich selbst zu reflektieren und abzuschätzen, wozu sie fähig sein könnte.
wobel schrieb:Davon gehe ich auch aus. Wenn sie überhaupt etwas dazu sagt. Aber die Verteidiger werden wohl diese Schiene fahren müssen - je nachdem wieviele faktische Beweise es tatsächlich gibt (die haben für U-Haft aber gereicht) - was wir über die "Indizienkette" bisher wissen ist halt sehr unvollständig. Sollte sie wirklich direkt nach "Abholung" schnurstracks mit Fabian zum Tümpel gefahren sein und ihn sofort gezielt und kaltblütig erstochen haben bleibt viel Zeit bis zur Feuersichtung. Abgerechnet Fahrzeit rund 3,5 Stunden, oder?
ja, das dürfte ungefähr hinkommen. Ich glaube nicht, dass sie mit Fabian vorher noch woanders hingefahren ist.
Vielleicht saß sie mit ihm aber auch noch einige Zeit im Auto und wollte ihn vielleicht überreden, dass er zu seinem Vater sagen sollte, dass er es toll finden würde, wenn Gina und ihr Sohn auch wieder da wären. Sollte das der Fall gewesen sein, dann glaube ich aber nicht, dass Fabian, der als sehr liebes und zuvorkommendes Kind beschrieben wurde, sich gegen diese Bitte extrem wehrte. Er hatte ja auch ein gutes Verhältnis zu Gina und sah sie, bis auf 8 Wochen vorher, öfters.
Deswegen halte ich es eher für möglich, dass sie gezielt den Plan hatte, Fabian etwas anzutun.
wobel schrieb:Da hab ich nach wie vor nicht die geringste Ahnung. Was mir maximal diesbezüglich einfällt ist die Tatsache, dass diese "Himmelsaugen" in der Landschaft dort nicht nur streng geschützt sondern eben auch einzigartig sind. Als ich Kind war, haben wir z.B. aus einem mittlerweile streng geschützten Tümpel Laich gefischt und zuhause "aufgezogen" (bitte macht das nicht - heute weiß ich wie schlimm das ist!!!).
Warum dieser Ort?
Das ist zum Beispiel eine der Fragen auf die ich mir eine Antnwort erhoffe.
Es könnte auch sein, dass dieser Ort keine besondere Bedeutung hat. Vielleicht hat sie diesen nur gewählt, weil man recht nah hinfahren kann und auch schnell wieder auf eine Straße kommt und weit und breit niemand zu sehen war.
Vielleicht war sie vorher an einem See, aber dort waren Spaziergänger.
Ob Gina sich selbst dazu äußert oder der Staatsanwalt Vermutungen anstellt, werden wir sehen.