Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

14.285 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Straftat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 20:56
@Silpheed
Es kann diverse Gründe geben, warum ein Insasse ( Insassin) nicht jederzeit u sofort telefonisch erreichbar ist. zb Konsultationen bei einem Arzt außerhalb der Haftanstalt. So was ist logistisch aufwändig. Oder sie ist auf der Krankenstation. Oder sie hat irgendeine Verpflichtung innerhalb der Haftanstalt, irgendeine Session mit einem Psychologen innerhalb der Unit. Vielleicht arbeitet sie ja auch da, oder war duschen oder hatte Küchendienst.


1x zitiertmelden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 20:59
Zitat von ManateeManatee schrieb:“Der hinreichende Verdacht..."

Echt jetzt - lol. Damit will man eine Mordanklage vor Gericht bringen? Sehr unterirdisch, was sie heute abgeliefert haben. Ich bleibe dabei, so wie sich das bis heute präsentiert, wird das nicht für eine Verurteilung wegen Mordes reichen.
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei enttäuschend finde.

Monatelang haben die Ermittlungsbehörden aus wohl nachvollziehbaren Gründen detaillierte Informationen zurückgehalten. Nun, da die Ermittlungen abgeschlossen sind und Anklage erhoben wurde, hätte man die Öffentlichkeit meiner Meinung nach umfangreich informieren sollen und müssen.

Stattdessen wurde nur eine dürre Mitteilung verfasst mit den allernotwendigsten Angaben. Aber wichtige Aspekte fehlen völlig - wie zum Beispiel Ausführungen zum Motiv.

Ich finde es zwingend notwendig, im Rahmen einer Pressekonferenz Details zu veröffentlichen und sich auch kritischen Fragen zu den Ermittlungen zu stellen“.
Dem kann ich mich nur anschliessen, viel Lärm um nichts, total unterirdisch.
Auf meinen Beitrag hatte es viele, zumeist kritische Reaktionen gegeben, aber auch die eher löblich klingende Einschätzung von Manatee.

Darum noch einmal zur Klarstellung: Ich bin keineswegs der Auffassung, dass die Ermittlungsergebnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft nur „viel Lärm um nichts“ bedeuten, „total unterirdisch“ sind und auch nicht zu einer Verurteilung wegen Mordes reichen würden

Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass eine fundierte Anklage zusammengetragen wurde und Gina H. im Prozess des Mordes an Fabian überführt werden dürfte.

Mir ging es allein darum, den Umfang und die Tiefe der von den Behörden veröffentlichten Mitteilungen zu kritisieren. Die Öffentlichkeit hätte meiner Meinung nach sehr wohl umfassender aufgeklärt werden können, ohne rechtliche Vorgaben mit Blick auf den Strafprozess oder Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu verletzen.

Die Ermittlungen sind bekanntlich abgeschlossen.
Während dieser Zeit haben die Behörden äußerst restriktiv über Erkenntnisse berichtet, obwohl es ein enormes öffentliches Interesse an diesem spektakulären und verstörenden Mordfall gab.

Dafür gab es insofern sicherlich gravierende Gründe, als Ermittlungen nicht durch die Preisgabe von Wissen gefährdet werden durften.
Und entsprechend wurde die Informations- und Auskunftspflicht gegenüber der Bevölkerung und den Medien betont defensiv gehandhabt.

Doch das ist jetzt vorbei; man hätte durchaus offener verfahren können. Beispielsweise bei einer der zentralen Fragen, dem Motiv.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Es ist in der Pressemitteilung ja von "sonst niedrigen Beweggründen" die Rede. Ich denke, man will einfach verhindern, dass die Angeklagte öffentlich bereits vorverurteilt wird. Auch ein Motiv muss man in einem Prozess ja irgendwie zumindest anhand von Indizien herleiten. Jetzt ein konkretes Motiv zu benenen würde wahrscheinlich zu vielen Spekulationen führen, die eben auch die Angehörigen, v.a. Fabians Vater, sehr treffen könnten.
Mich würde das Motiv bzw. konkret die von der StA angenommenen "niedigigen Beweggründe" auch brennend interessieren, aber ich verstehe, warum man die jetzt öffentlich nicht benennen will.
Die Einlassungen von @Grillage sind natürlich bedenkenswert. Aber die Frage des Motivs in der Pressemitteilung völlig auszuklammern, halte ich für unangebracht. Das Wenigste wäre gewesen -wenn denn da noch Unklarheit bestehen sollte- dies zu benennen und zu sagen, dass man bislang kein Motiv ermitteln konnte.

Erst auf Nachfrage hat der zuständige Staatsanwalt auch in seinem Statement mitgeteilt, dass man sich auf 60 Zeugenaussagen und die Auswertung von über 1 000 Spuren stützen konnte.

Warum steht das nicht in der Presseerklärung, verbunden mit zusätzlichen Erläuterungen etwa zur Art bestimmter Spuren oder auch Sichtungen?
Keinen Hinweis gibt es auch darauf, ob die Tatwaffe nun gefunden wurde oder nicht.

Gewünscht hätte ich mir auch eine definitivere Aussage, ob und wie der kleine Junge von der Täterin aus der Wohnung gelockt wurde. Die jetzige Formulierung könnte auch so interpretiert werden, dass es zwar einen hinreichenden Verdacht auf ein solches Manöver von Gina H. gibt, aber eben keinen schlüssigen Beweis.

Zwar haben Polizei und Staatsanwaltschaft in ihrer Erklärung zum Ausdruck gebracht, dass die 29-Jährige das Verbrechen wohl allein geplant und durchgeführt haben dürfte. Vielleicht wäre es aber wegen der anhaltend kursierenden Gerüchte hilfreich gewesen, hier noch präziser zu versichern, dass es keine Helfer oder Mitwisser gab - auch beispielsweise nicht mit Blick auf die Personen, die Gina H. noch später an den Tatort lotste.

Kurzum: Ich bin davon überzeugt, dass die Ermittler ausreichend Material für eine Verurteilung der Tatverdächtigen zusammengetragen haben. Sie hätte damit aber nun nach der langen Phase der Zurückhaltung etwas offensiver umgehen können.


1x zitiertmelden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 21:06
Der Wahlverteidiger der Beschuldigten, Thomas Löcker hat sich geäußert.
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_101161170/fabian-aus-guestrow-anwalt-von-gina-h-aeussert-sich-gibt-raetsel-auf-.html
Zum anderen bleibt die Frage nach dem Motiv für die Tat: "Darüber zerbreche ich mir seit Anbeginn den Kopf. Das gibt uns allen Rätsel auf", sagte Löcker. "Das völlig Verrückte an dem Fall ist: Geht es nach den Ermittlern, soll sie nach der Tat zurückgegangen sein und weitergelebt haben, als wäre nichts gewesen."
Macht das nicht jeder Mörder irgendwie? Weiterleben als wäre nichts gewesen?
Nach Informationen von t-online wurde zur Frage nach dem Motiv ein Gutachten erstellt, das mehrere mögliche Optionen auflistet.
Gina H.: Habe Fabians Leiche zufällig entdeckt
Der Vater und die Mutter von Fabian hatten sich nach Informationen von t-online getrennt. Fabians Vater lernte Gina H. kennen. H., so verlautete aus der Familie des Achtjährigen, sei eifersüchtig auf den Jungen gewesen, weil Fabian seinen Vater seit einigen Monaten wieder habe sehen und besuchen dürfen. Fabian habe seinen Vater sehr gemocht – und auch Gina H. Aus unbekannten Gründen hatten sich H. und Fabians Vater bereits einige Zeit vor der Tat getrennt.
von den mehreren möglichen Optionen wird im Artikel nur Eifersucht genannt

das ist jetzt doch Stimmungsmache vor allem bei über 20000 Seiten, oder?
Rechtsanwalt Löcker ist skeptisch: "Schauen wir mal, ob die Hauptverhandlung überhaupt stattfindet", sagte er, ohne Details zu nennen. Die Ermittlungsakte ist nach seinen Angaben mittlerweile auf über 20.000 Seiten angewachsen.



2x zitiertmelden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 21:07
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Verstehe ich die Kernaussage richtig: Weil Kinder zu Argwohn nicht fähig seien und daher Argwohn nicht empfinden können, ist ein Mord an Kindern aus Heimtücke nur eingeschränkt verwirklichbar?
Ich verstehe die Empörung und will es auch nicht zu sehr ins off-topic gleiten lassen und @RitterTrenk und auch @Grillage haben ja auch schon perfekt die Rechtslage dargestellt. Mein Punkt war ja eigentlich auch ein anderer, dennoch möchte ich es nochmal etwas allgemeinverständlicher erklären: Seit Einführung der bis heute gültigen Morddefinition im Jahre 1941 versteht man unter Heimtücke nunmal das Ausnutzen einer auf Arglosigkeit beruhenden Wehrlosigkeit des Opfers. Und arglos ist, wer sich keines bevorstehenden Angriffs auf seine Person gewahr ist. Es kommt weder drauf an, ob das Opfer vielleicht aus anderen Gründen wehrlos ist oder ob eine vorhandene Wehrhaftigkeit irgendeine Aussicht auf Erfolg gegen den Täter gehabt hätte.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Intuitiv hätte ich es genau anders eingeschätzt: Gegen z.B. Kleinkinder sei es immer Heimtücke, und darüber hinaus auch, wenn z.B. die Tat durch eine vertraute Person und unter einem Vorwand verübt wurde.
Da sind wir beim problematischen Punkt. Wenn es so wäre, wäre, wer ein kleines Kind tötet (oder einen Komapatienten oder einen geistig behinderten Menschen usw.) immer ein Mörder, nie ein Totschläger, und immer von dem unverrückbarem Strafmaß der lebenlangen Haft bedoht. Nehmen wir mal an, der Täter tötet aus einem nicht-niedrigem Motiv heraus. Beispiel: Ein Vater erfährt, dass sein krebskrankes Kind unter großen Leiden und Schmerzen sterben wird und entschließt sich daher es schnell und schmerzfrei zu töten? Sofern der Täter die Tat nicht heimtückisch begeht, ist das ein klassischer Totschlag, kein Mord. Verwirklicht dieser Täter wirklich soviel mehr Unrecht, wenn er sie an einem Kleinkind begeht, weil das immer arglos ist, als wenn er sie an z.B. seinem zehn-jährigen Sohn begeht, der eben nicht "automatisch" arglos ist? Ich denke nicht. Das Thema ist wirklich nicht einfach.

Zurück zu dem, worum es mir eigentlich ging:
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Also steht und fällt hier das Mordmerkmal mit dem Abholen des Jungen von zu Hause.
Grundsätzlich gehören nach der "klassischen Lehre" die auf Arglosigkeit beruhende Wehrlosigkeit einerseits und die Tat selbst andererseits, schon in einen einigermaßen engen zeitlichen und räumlichen Rahmen. Wer sein Opfer überfallartig ins Gebüsch zerrt, um es dort zu töten, der handelt fraglos heimtückisch, auch wenn das Opfer in den letzten Sekunden oder Minuten dann ganz und gar nicht mehr arglos sein mag. Man kann aber nicht jedes Tötungsdelikt zum Heimtückemord erklären, nur weil das Opfer am Nachmittag drei Tage vor der Tat mal arglos war. Dahin geht aber die von mir kritisierte Tendenz des BGH, der bereit ist, auch eine zeitlich deutich vorverlagerte Arglosigkeit als Grundlage für Heimtücke zu akzeptieren. Falls die StA hier auf die Arglosigkeit zum Zeitpunkt des Abholen abstellen sollte, würde ich das juristisch für unbefriedigend halten.

Und damit ihr mich bitte richtig versteht: Ich empfinde die Tat als ganz und gar abscheulich. Falls es zu einer Verurteilung wegen Mordes kommt, dann käme für mich auch die Feststellung der Schwere der Schuld in Frage. Die kann z.B. bei Verwirklichung von mehreren Mordmerkmalen gegeben sein - also z.B. Heimtücke und niedrige Beweggründe. Dann aber sollten die Mordmerkmale auch juristisch wasserfest sein.


1x zitiertmelden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 21:36
Zitat von margarethamargaretha schrieb:das ist jetzt doch Stimmungsmache vor allem bei über 20000 Seiten, oder?
Rechtsanwalt Löcker ist skeptisch: "Schauen wir mal, ob die Hauptverhandlung überhaupt stattfindet", sagte er, ohne Details zu nennen. Die Ermittlungsakte ist nach seinen Angaben mittlerweile auf über 20.000 Seiten angewachsen.
Du hast unterschlagen, auf was sich die Skepsis von RA Löcker bezog, nämlich diesen Abschnitt:

Die Staatsanwaltschaft hat die Anklageschrift am Montagvormittag an das Landgericht Rostock übermittelt. Dort muss nun entschieden werden, ob die Anklage zugelassen und dementsprechend ein Hauptverfahren eröffnet und terminiert wird.
Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_101161170/fabian-aus-guestrow-anwalt-von-gina-h-aeussert-sich-gibt-raetsel-auf-.html

Die Skepsis des Anwalts könnte darauf hinweisen, dass die Indizien zwar umfangreich, aber vielleicht doch nicht so beweiskräftig sind.

Du hältst es also für reine Stimmungsmache des Anwalts?


1x zitiertmelden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 21:42
Zitat von margarethamargaretha schrieb:Der Wahlverteidiger der Beschuldigten, Thomas Löcker hat sich geäußert.
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_101161170/fabian-aus-guestrow-anwalt-von-gina-h-aeussert-sich-gibt-raetsel-auf-.html
Zum anderen bleibt die Frage nach dem Motiv für die Tat: "Darüber zerbreche ich mir seit Anbeginn den Kopf. Das gibt uns allen Rätsel auf", sagte Löcker. "Das völlig Verrückte an dem Fall ist: Geht es nach den Ermittlern, soll sie nach der Tat zurückgegangen sein und weitergelebt haben, als wäre nichts gewesen."
Macht das nicht jeder Mörder irgendwie? Weiterleben als wäre nichts gewesen?
Finde ich generell kein starkes Argument, weil - wie du sagst - jeder irgendwie weitermacht und man es ja auch von schweren Schicksalsschlägen o.ä. kennt, dass viele Personen trotz emotionaler Ausnahmelagen "funktionieren" und nach außen hin mehr oder weniger normal ihren Alltag fortsetzen.

Hier kommt ja aber erschwerend hinzu, dass die Angeschuldigte gerade nicht scheinbar ungerührt weitergemacht hat, sondern aus welchen Gründen auch immer wiederholt in Begleitung bei der Leiche war.

Deshalb absolut kein überzeugender Punkt der Verteidigung, finde ich.


melden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 22:00
Zitat von ManateeManatee schrieb:Du hältst es also für reine Stimmungsmache des Anwalts?
Ja, absolut. Genau wie das Argument, es sei doch, wenn die Angeschuldigte denn die Täterin wäre, unfassbar, wie sie nach der Tat zurückgegangen und ihr Leben weitergelebt habe, als wäre nichts gewesen.

Genau, wie @margaretha schon schrieb, machen das doch die meisten Täter nach ihren Taten, auch Mörder. Wenn sie hoffen, nicht identifiziert zu werden, bleibt ihnen doch auch gar nichts anderes übrig. Wenn jeder Mörder danach von seiner Tat derart traumatisiert wäre, dass er nur noch paralysiert zuhause sitzen kann oder jeder Mörder fliehen würde, statt nach der Tat in sein normales Alltagsleben zurückzukehren, bräuchten wir doch keine Heerscharen von Mordermittlern, sondern jeder Angehörige, Freund oder Kollege könnte easy erkennen, wer grad eine schlimme Tat begangen hat.

Ist alles nur heiße Luft und ein billiger Versuch, irgendein Scheinargument anzuführen, warum Gina H. es nicht gewesen sein soll.


1x zitiertmelden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 22:12
Zitat von GrillageGrillage schrieb:irgendein Scheinargument anzuführen, warum Gina H. es nicht gewesen sein soll.
Möglicherweise vielleicht sogar deshalb weil es keine entlastenden Fakten gibt die man benennen könnte 😉


melden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 22:24
Zitat von wobelwobel schrieb am 19.01.2026:Hat sie "nur" seine Entführung geplant? Und das ist aus dem Ruder gelaufen?
Ich finde die Formulierung, etwas sei womöglich "aus dem Ruder gelaufen" Opfern gegenüber zum Kotzen. Erst recht, wenn das Opfer ein Achtjähriger und der mutmaßliche Täter ein Erwachsener ist.

Das ist sowas von unangemessen, so viel kann ich gar nicht essen wie ich kotzen möchte, wenn ich sowas höre.

Auch dieses ständige "Herunterspielen" dieser grausamen Tat, widerlich.


melden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 22:34
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Es kann diverse Gründe geben, warum ein Insasse ( Insassin) nicht jederzeit u sofort telefonisch erreichbar ist.
Danke für‘s auf die Sprünge helfen. Dachte auch an Arbeiten aber die Zeiten dürfte ihr Anwalt evt. kennen und dann vor oder danach anrufen.

Hatte aber auch ein bisschen vergessen, dass es ja um heute ging, und er vor dem Interview vielleicht auch nur 1-2 dazu kam anzurufen.


melden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 22:34
Auch wenn es vielleicht Off-topic ist, finde, dass am Urteil im Doppelmordprozess von Koblenz sehr deutlich wird, wie eng der zeitliche Rahmen für die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers oft ausgelegt wird.
Hier war die Schwiegertochter nachts in das Wohnhaus ihrer schon älteren Schwiegereltern eingedrungen, um diese zu ermorden. Der Schwiegervater kam gerade, als sie das Schlafzimmer der Eheleute betrat von einem nächtlichen Toilettengang zurück. Die Toilette befand sich in einem Raum, den man über eine Tür im Schlafzimmer direkt betreten konnte. Er hatte seine Brille in der Hand, die er nach dem Besuch der Toilette schon wieder abgesetzt hatte, weil er sich ja kurz davor befand, sich wieder ins Bett zu legen. Ohne die Brille konnte er nur wenig sehen. Sie fiel ihn an und tötete ihn, was als Heimtückemord gewertet wurde, weil er - in seinem eigenen Schlafzimmer - eben arglos war und damit wehrlos.

Die Schwiegermutter ging sie danach an. Anhand der Spuren konnte man nachvollziehen, dass sie nicht liegend im Bett überrascht wurde, sondern wohl gerade im Begriff war, aus dem Bett aufzustehen, weil sie durch das Kampfgeschehen im Raum und dem Mord an ihrem Ehemann wach geworden war.
Diese Tötung wurde nicht als heimtückische Tat gewertet, weil die Frau sich in dem Moment, in dem sie angegriffen wurde, ja den Angriff hat kommen sehen. Sie hat ja vorher vereits mitbekommen, dass ihr Mann angegriffen wurde.

Ich finde das himmelschreiend ungerecht. Die Frau war fast 70 Jahre alt, befand sich im eigenen Schlafzimmer, was ein geschützer Raum sein sollte, war gerade aus dem Schlaf hochgeschreckt, die Schwiegertochter stand mit einem Messer bewaffnet praktisch zwischen ihr und der Tür zum Flur, sie hätte also weder aus dem Raum fliehen können noch sich ernsthaft körperlich gegen den auf sie zukommenden Angriff wehren können.
Aber sie war eben in dem Moment, als sie angegriffen wurde, nicht arglos.
(Für das Strafmaß war es egal, es war ein Doppelmord, mit Habgier (gegenüber beiden Getöteten) und der Heimtücke gegenüber dem Schwiegervater wurden eh zwei Mordmerkmale verwirklicht, weswegen die besonder Schwere der Schuld festgestellt wurde.)

Das zeigt, wie eng der zeitliche Rahmen von Gerichten ausgelegt werden kann, wenn es um die Beurteilung geht, ob das Opfer im Moment des Angriffs arglos war. Hier ging es um ein, zwei Minuten, in denen die Frau aufgewacht war und erkannt hatte, dass sie gleich Opfer eines Angriffs werden würde.

Um eine Parallele zum hier diskutierten Fall von Fabian aus Güstrow zu ziehen: es reicht deshalb wahrscheinlich nicht, wenn die StA argumentiert, Gina H. habe ihn durch eine List aus der Wohnung in ihr Auto gelockt und er sei in dem Moment arglos gewesen, dass sie plant, ihm etwas schlimmes antun zu wollen. Die Arglosigkeit und die draus resultierende Wehrlosigkeit muss wahrscheinlich in einem sehr viel engeren zeitlichen Rahmen zur konkreten eigentlichen Tatausführung (also dem Erstechen des Jungen) vorgelegen und von der Täterin ausgenutzt worden sein.
Ich vermute, dass die StA davon ausgeht, dass sie ihn unter einem Vorwand an den Tümpel gelockt hat und ihn nicht schon z.B. mit vorgehaltenen Messer dorthin gezwungen hat. Das kann man dann so interpretieren, dass er ihr arglos gefolgt ist und an der Stelle wehrloser war, weil die Stelle von der Umgebung aus nicht einsehbar war, so dass er weniger Möglichkeiten hatte, sich vor der Tat zu schützen, in dem er andere Menschen auf seine Situation aufmerksam machen und um Hilfe bitten kann.


melden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 22:52
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:
Zitat von ManateeManatee schrieb:Ich bleibe dabei, so wie sich das bis heute präsentiert, wird das nicht für eine Verurteilung wegen Mordes reichen.
Was jetzt? Reicht es nicht für eine Verurteilung wegen Mordes, oder wird sie dank "guter Verteidigung" freigesprochen?
Zitat von ManateeManatee schrieb am 06.02.2026:falls Anklage erhoben wird, kommt es wohl zu einem Indizien Prozess. Ausgang offen. Mit guter Verteidigung müsste ein Freispruch zu holen sein.
Ja- auf die Antwort wäre ich auch mal gespannt.
Wenn ich mich nicht täusche, waren derart polemische Kommentare auch schon im Hanna-Thread zu lesen. Leider nichts sachliches, eher Ermittlerbashing, ohne wirkliche Basis


melden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 23:27
Für diejenigen, die wie ich, keine Lust mehr haben, sich durch stundenlange Youtube Videos mit Werbung zu quälen:

Herr Nowack bezüglich Mordanklage, mindestens 6 Messerstiche ab ca. 0:40

Alles andere (abgeholt, nach Klein Upahl gefahren, mit dem lebenden Fabian zum Tümpel, mindestens 6 Messerstiche im Bereich des Oberkörpers, später Brandbeschleuniger und anzünden) sowie ein potenzieller Prozessbeginn
Sollte das Gericht die Anklage zulassen, wird der Prozess am Landgericht Rostock geführt. Er müsste spätestens Anfang Mai beginnen, also ein halbes Jahr nach dem Beginn der Inhaftierung der Beschuldigten am 7. November.
finden sich im Text.

Quelle für Zeitangabe im Video und Zitat:
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/fall-fabian-tatverdaechtige-wegen-mordes-angeklagt,fabian-134.html
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Falls die StA hier auf die Arglosigkeit zum Zeitpunkt des Abholen abstellen sollte, würde ich das juristisch für unbefriedigend halten.
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Und arglos ist, wer sich keines bevorstehenden Angriffs auf seine Person gewahr ist.
Arglos dürfte Fabian bis zu dem Moment gewesen sein, als er am Tümpel mutmasslich von einer Person mit einem Messer attackiert wurde, die er seit Jahren kannte und der er vertraut haben dürfte. Ob sich aus dem Verletzungsbild ein Angriffsmuster erkennen lässt, wissen wir nicht und „Bereich des Oberkörpers“ sagt ja nicht viel aus.

Letztlich wird das Gericht entscheiden, wie es weitergeht.


melden

Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden

gestern um 23:54
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Im Vergleich dazu liegt etwa nach dem österreichischen Strafrecht Mord bei jeder Art der vorsätzlichen Tötung vor und Totschlag nur bei einer vorsätzlichen Tötung im Affekt, die durch einen allgemein begreiflichen (!) Gemütszustand (plakativ: Die jahrelang gequälte, gedemütigte und erniedrigte Ehefrau sticht im Streit zu) ausgelöst wurde.
Dazu muss man aber sagen, dass die allgemein begreifliche Gemütsbewegung schon weiter ausgelegt werden kann und dann teilweise nicht mehr ganz so allgemein begreiflich wirkt. Zum anderen haben wir noch Geschworenengerichte, die manchmal auch für "Überraschungen" sorgen können.
Insgesamt ist unser System also nicht besser, nicht schlechter, nur eben etwas anders. Vor- und Nachteile gibt's hüben wie drüben.
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Kurzum: Ich bin davon überzeugt, dass die Ermittler ausreichend Material für eine Verurteilung der Tatverdächtigen zusammengetragen haben. Sie hätte damit aber nun nach der langen Phase der Zurückhaltung etwas offensiver umgehen können.
Es gibt aber keine Veranlassung dazu, denn die Neugier einiger Forenuser*innen ist völlig irrelevant.
Wir werden es alle noch bis zum Beginn der Hauptverhandlung aushalten, da werden schon durch die Anklageschrift einige deiner Fragen beantwortet und im Laufe der Verhandlung wahrscheinlich weitere. Alle sind ohne Zutun der Angeschuldigten halt leider nicht zu klären, und das erwarte ich eigentlich nicht, auch wenn es natürlich wünschenswert wäre.


melden

Ähnliche Diskussionen
Themen
Beiträge
Letzte Antwort
Kriminalfälle: Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden
Kriminalfälle, 8.316 Beiträge, gestern um 14:45 von LillyLego
JamesRockford am 11.07.2023, Seite: 1 2 3 4 ... 431 432 433 434
8.316
gestern um 14:45 »
Kriminalfälle: Was ist mit Hilal E. geschehen?
Kriminalfälle, 1.786 Beiträge, am 13.02.2026 von TheChosenOne
Zombienchen am 08.11.2011, Seite: 1 2 3 4 ... 90 91 92 93
1.786
am 13.02.2026 »
Kriminalfälle: Deborah Sassen, Düsseldorf
Kriminalfälle, 510 Beiträge, vor 11 Minuten von Gartenbauer
bayernwastl am 05.05.2012, Seite: 1 2 3 4 ... 23 24 25 26
510
vor 11 Minuten »
Kriminalfälle: Wo ist Felix Heger?
Kriminalfälle, 3.118 Beiträge, am 09.01.2026 von cappucino317
Themis am 01.03.2012, Seite: 1 2 3 4 ... 154 155 156 157
3.118
am 09.01.2026 »
Kriminalfälle: Pascal Zimmer (5) - Seit 2001 vermisst!
Kriminalfälle, 1.206 Beiträge, am 16.02.2025 von WM
nutzerin am 21.08.2014, Seite: 1 2 3 4 ... 59 60 61 62
1.206
am 16.02.2025 »
von WM