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Todesdrama am Großglockner

1.241 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Sterbehilfe, Fahrlässige Tötung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 00:23
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Er muss es gewusst haben, dass sie stirbt, wenn er sie allein lässt.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Nein, das muss er eben nicht.
Nach unseren Überlegungen jetzt hinterher ist das anzunehmen, aber am Berg in der aussergewöhnlichen Situation kann man das nicht unterstellen.
Das halte ich für nicht überzeugend.
Es zählt zum Allgemeinwissen, dass man Menschen die zu erfrieren drohen, nicht alleine lassen darf, weil sich ihre Körperfunktionen verlangsamen (Atmung) und sie dann einschlafen und sterben. Man muss sie unter allen Umständen wach halten.
Leute, die oft in den Bergen sind, wissen das erst recht.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Vielleicht hat er sich aufgrund seiner Hilflosigkeit eingeredet, sie werde die Nacht wohl überstehen im Biwak
Aber sie war doch gar nicht im Biwak.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Aber vielleicht erlaubte das sein Ego nicht, von den Bergrettern mit Hubschrauber vom Berg geholt zu werden.
Das kann in keinster Weise eine Entschuldigung sein.


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Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 01:21
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Das halte ich für nicht überzeugend.
Es zählt zum Allgemeinwissen, dass man Menschen die zu erfrieren drohen, nicht alleine lassen darf,
Es ist nicht klar, ob er dieses hätte erkennen müssen in dieser Situation.

Am Berg ist as eben nicht auf alle Fälle sso, wie Messner und die andere Bergsteigerin erklärten.
Da wird in Ausnahmesituationen auch mal im nachhinein irrational gehandelt.
Das hängt auch von der Persönlichkeit des handelnden ab.
Hier denke ich, hat der Verurteilte den Kopf verloren hatte , konnte vielleicht nichts weiter tun, oder hat sich aus egoistisch verhalten aus Selbsterhaltungstrieb erst selbst gerettet.
Ich kann da den Ausführungen von Messner u.A. durchaus folgen.
Er traf eine Entscheidung, aber es war wohl die falsche , wie sich heraus stellte.
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Aber sie war doch gar nicht im Biwak.
Konnte er das wissen ?
Musste er es annehmen ?
War er nicht oberhalb und es war dunkel?
Hatte man Kommunikation diesbezüglich ?
Vielleicht sah er wirklich in dieser Situation keine anderte Möglichkeit ausser abzusteigen und Hilfe zu holen.
Vielleicht dachte er sie würde das überleben bis Hilfe kommt, was eine Fehleinschätzung war
Aber warum hat er nicht einfach telefoniert ?
Vielleicht hätte dies nichts am tragischen Ausgang verändert, aber warum lässt man das naheliegendste aus ?
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Aber vielleicht erlaubte das sein Ego nicht, von den Bergrettern mit Hubschrauber vom Berg geholt zu werden.
Das kann in keinster Weise eine Entschuldigung sein.
Soll es ja auch nicht.
Stimme Dir da voll zu. Der Mann war psychisch ungeeignet so eine Tour zu planen und zu führen.

Das dies aber manchmal auch der Beweggrund sein könnte, die immensen Kosten zu vermeiden, hat die Bergsteigerinn in der ZDF Reportage ins Spiel gebracht. Unabhängig jetzt von diesem Fall.
Hat mich sehr gewundert, das so etwas geschieht.


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25.02.2026 um 01:39
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Das dies aber manchmal auch der Beweggrund sein könnte, die immensen Kosten zu vermeiden, hat die Bergsteigerinn in der ZDF Reportage ins Spiel gebracht. Unabhängig jetzt von diesem Fall.
Hat mich sehr gewundert, das so etwas geschieht.
oh ich hab da was vergessen:

Dies bezieht sich auf die nicht in Anspruchname des Hilfsangebotes durch Hubschrauber oder Bergrettung.


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Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 02:13
Nochmal zur Ausnahmesituation unterm Gipfel:
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:dass er beim Anruf aus der Hütte um 3.30 Uhr dem Polizisten dann sagte: WIR sind jetzt in der Hütte
Akute Dissoziation:
In extremem Stress kann das Gehirn Wahrnehmung verengen, Realität selektiv ausblenden, Unvereinbares „auseinanderhalten“.
Wenn die Alternative wäre: „Mein Partner ist gerade gestorben und ich habe ihn verloren“, kann das Nervensystem kurzfristig schützen durch: „Er ist noch hinter mir.“
Das ist kein bewusster Entschluss. Das ist ein Überlebensmechanismus.
("PsychologIn" ChatGPT)

Die Version von T.P. betreff ihrer Position beim Verlassen ist anders als die tatsächliche Auffindesituation: ->

Erinnerungen unter Trauma sind lückenhaft, emotional überlagert, nachträglich rekonstruiert.
Wenn jemand lange an einer Version festhält, heißt das nicht automatisch Lüge. Es kann auch bedeuten: Diese Version ist psychisch stabilisierend.
Sie ist Teil der inneren Verarbeitung. Gerade wenn Schuld im Raum steht, kann Erinnerung unbewusst reorganisiert werden.
Das sagt über jemanden nicht automatisch Narzissmus, Kälte, Rücksichtslosigkeit.
Sondern eher extreme psychische Belastung, Überlebensschuld, Identitätsbruch, möglicherweise Abwehrmechanismen.

Bei Öffentlichkeit - verlangt klare Schuldzuweisung, und Medien vereinfachen; denn Ambivalenz wird schlecht ausgehalten.
Aber alpine Extremsituationen sind selten moralisch schwarz-weiß.

T.P. Fixiert sie zwar und denkt daran dass er in Bewegung bleiben muss und absteigen / Hilfe holen (sie kann sich nicht mehr bewegen) ->

Akute Stress-Situation: Typisch ist das sogenannte Task Fixation. Man fixiert sich auf EIN Problem.
Beispiel: „Ich muss sie hier runterbringen.“ „Ich muss Hilfe holen.“ „Ich darf das Seil nicht verlieren.“
Dabei können Dinge wie: Notfalldecke auspacken, Biwaksack aufbauen, Körperwärme geben, ruhige Ansprache zeitweise aus dem mentalen Feld verschwinden. Einfache Dinge wie Nähe, Kommunikation verschwinden, weil sie für das Gehirn in Extremsituationen (Adrenalinmodus) nicht dramatisch genug sind, es sucht nach Aktion = Lösung.
--------------------

Daher wohl auch machte der Richter diese Punkte nicht wesentlich zum Vorwurf.


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Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 02:28
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:("PsychologIn" ChatGPT)
KI ist ganz schlecht als Psychologin.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:akute Stress-Situation: Typisch ist das sogenannte Task Fixation. Man fixiert sich auf EIN Problem.Dabei können Dinge wie: Notfalldecke auspacken, Biwaksack aufbauen, Körperwärme geben, ruhige Ansprache zeitweise aus dem mentalen Feld verschwinden.
Extremst unglaubwürdig in diesem Fall, hat der Richter auch so gesehen.
Der Angeklagte hat nicht das Profil eines Menschen, der in Panikattacken verfällt, das sollte man der KI sagen.
Warum sollte denn der Angeklagte in extremen Stress verfallen? Weil seine Freundin nicht mehr weiterkann?
Ihm war es doch über Stunden völlig egal, dass sie immer langsamer wurde und das Ziel, mit ihr gemeinsam den Berg zu erklimmen, völlig unrealistisch wurde. Und als sie gar nicht mehr weiter kann, dann ist er plötzlich so unter Stress, dass er jedes klare Denken verliert und sich nicht mehr an die Decken erinnert.

Und bei seiner Ex Freundin, da hat er keine Panikattacke gehabt sondern bestenfalls eine cholerische Attacke, weil sie so langsam ist und sie am Berg in der Nacht alleine gelassen.


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25.02.2026 um 03:49
Zitat von parabolparabol schrieb:Warum sollte denn der Angeklagte in extremen Stress verfallen?
Wie der Richter feststellte und was er ihm anlastet, hatte der Mann die längste Zeit nicht wahrhaben wollen, dass die Tour zu viel für sie war. -"und plötzlich?" - Es kam die Schlüsselstelle "große Platte" nach 16 Stunden Tour über die sie 40min. brauchte. Und dann konnte sie erschöpft überhaupt nicht mehr weiter, wurde bewegungsunfähig - und das unter Bedingungen, die ihren Tod bedeuteten. Wenn man dann merkt, sie erholt sich am kleinen Plateau auch in einer Stunde so gar nicht mehr, sondern kommt ins Erfrieren, dann glaube ich schon, dass der Partner in Panik verfallen kann. Nur weil der "starke Mann" in seinem Bergsteigerleben das Thema "Rettung" völlig ausgeklammert hat, sodass er selbst nicht mal einen Biwaksack besitzt, heißt das nicht, dass ihn das langsame Sterben der Partnerin vor seinen Augen kalt lässt.
Zitat von parabolparabol schrieb:Und bei seiner Ex Freundin, da hat er keine Panikattacke gehabt sondern bestenfalls eine cholerische Attacke
Möglicherweise war die Situation schon anders abgesehen von der Dunkelheit, weil sie da über einen Weg für den Abstieg gestritten haben. - Welche Jahreszeit, welche Höhe, nicht der Stüdlgrat -> man konnte umkehren, Wind -> Hubschrauber? Also ich weiß nicht wie wesentlich es da um Auseinandersetzung ging, was für eine Persönlichkeit die Frau ist, oder wie fertig sie war. Ja, er wird auch hier nicht wahrhaben gewollt haben, dass sie überfordert war, aber er hat noch nicht gesehen, dass seine Partnerin am Sterben ist. Sie blieb nachher mit ihm noch eine Zeit zusammen. Ja, ich glaube schon, dass Kerstins Sterben unterm Gipfel nochmal eine andere Nummer war.

ich versuche bloß alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.


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25.02.2026 um 04:08
Zitat von parabolparabol schrieb:Extremst unglaubwürdig in diesem Fall, hat der Richter auch so gesehen.
Das ist weder unglaubwürdig noch wurde es von dem Richter, selbst Alpinist, so gesehen.
Er Rügte das Verlassen zwar, aber berücksichtigte eher, wie der Verurteilte allgemein die Tour plante und führte, was ja erst in die Situation führte
Zitat von parabolparabol schrieb:er Angeklagte hat nicht das Profil eines Menschen, der in Panikattacken verfällt,
Woher nimmst Du diese psychologische Einschätzung des Manneb
Zitat von parabolparabol schrieb:m war es doch über Stunden völlig egal, dass sie immer langsamer wurde und das Ziel, mit ihr gemeinsam den Berg zu erklimmen, völlig unrealistisch wurde
Auch das kann man nicht so sagen, weil man es überhaupt nicht beurteilen kann
Der Fehler wurde am Frühstücksplatz gemacht. Sicherlich war er dort noch der Hoffnung die Zeit wieder Aufholen zu können, was sich dann aber als unrealistisch erwies. Er schätze ihre Kräfte falsch ein.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:, er wird auch hier nicht wahrhaben gewollt haben, dass sie überfordert war, aber er hat noch nicht gesehen, dass seine Partnerin am Sterben ist
woran soll er das sicher gesehen haben. Er war weiter oben im Anstieg und es war dunkel.
Vielleicht wollte er es einfach nicht wahr haben, vieleicht hat er ihren Zustand einfach unterschätzt und war der Annahme sie würde ihre Notausrüstung benutzen..

Nicht falsch verstehen: ich sehe im Verhalten des Mannes durchaus viele grobe Fehler und Fahrlässigkeiten, dieja auch zur Verurteilung geführt haben.
Aber ihm zu unterstellen, es sei ihm bewusst egal gewesen ob ihr was passierrt, sehe ich dann doch nicht so.


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25.02.2026 um 06:54
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Vielleicht wollte er es einfach nicht wahr haben, vieleicht hat er ihren Zustand einfach unterschätzt und war der Annahme sie würde ihre Notausrüstung benutzen..
Aber er sagte doch aus, dass sie bewegungsunfähig war? Das konnte er ja offensichtlich sehen und damit auch erkennen, dass sie sich selbst in keine bessere Lage mehr bringen konnte.


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25.02.2026 um 07:22
Zitat von zehpizehpi schrieb:Aber er sagte doch aus, dass sie bewegungsunfähig war? Das konnte er ja offensichtlich sehen und damit auch erkennen, dass sie sich selbst in keine bessere Lage mehr bringen konnte.
Richtig und laut seiner Aussage hat er sie sogar angeblich selbst auf einem Plateau fixiert.

Ja. Was denn nun?


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25.02.2026 um 07:50
Zitat von parabolparabol schrieb:KI ist ganz schlecht als Psychologin.
👍

Generell nimmt der Thread gerade eine Entwicklung, die mir zu sehr in Richtung Freibrief für TP geht.

Er, der routinierte Bergsteiger, hat seine diesbezüglich weit unerfahrenere Freundin im kältesten Winter mit schlechter Ausrüstung ins Hochgebirge mitgenommen — und als sie dann in einem prekären (Gesundheits)zustand war und nicht mehr weiterkonnte, jeden der sich regelrecht aufdrängenden Rettungsversuche vereitelt und sie in diesen lebensfeindlichen Bedingungen schutzlos und letztendlich sterbend zurückgelassen. Dann hat er seinen eigenen Arsch gerettet, indem er zur Schutzhütte gegangen ist. Das hat noch ganz gut funktioniert für ihn.
Daher finde ich es unpassend, endlos entschuldigende psychische Zustände zu konstruieren, die sein unfassbar verantwortungsloses Verhalten als geradezu alternativlos darstellen.


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25.02.2026 um 07:50
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb am 21.02.2026:Das haette K. rechter getan.
Kostet dann halt ein paar Euro.
Das ist nicht gesagt. Wen sie Mitglied im Alpenverein ist, kostet das nichts und auch, wenn der Zustand so gravierend ist, dass eine Krankenhausbehandlung notwendig ist. So nach dem Motto: Wenn der Zustand ohne Berg, also im Tal, eine Krankenhausbehandlung notwendig machen würde, braucht man nichts zu zahlen. Als Faustregel: Verlaufen, aber Zustand ok, zahlungspflichtig. Verlaufen und dehydriert, unterkühlt, im Schockzustand... Krankenhaus... nix zahlen. Ist jetzt eine grobe Einteilung, ein Hin und her mit der KV kann dennoch nicht ausgeschlossen werden.


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25.02.2026 um 07:55
Zitat von augustineaugustine schrieb:? Der Elefant im Raum ist meiner Meinung nach, dass sich hier missbräuchliches Verhalten in Partnerschaften andeutet.
Ich will Ts Verhalten nicht entschuldigen - aber warum lässt sich frau darauf ein?

Aber unabhängig von der Struktur in der Partnerschaft - er haette ihr am Berg beistehen müssen, sprich, rechtzeitig umkehren oder die Bergrettung verstanden müssen.
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:, jeden der sich regelrecht aufdrängenden Rettungsversuche vereitelt
Das sehe ich auch.
Fuer ihn sollte es doch moeglich gewesen sein, dem Hubschrauber ein Zeichen zu geben, weil K. da schon kaum noch weiterkam.


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25.02.2026 um 08:41
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Vielleicht hat er sich aufgrund seiner Hilflosigkeit eingeredet, sie werde die Nacht wohl überstehen im Biwak und es wäre am besten, jetzt abzusteigen um Hilfe zu holen.
Warum er das nicht telefonisch mit dem Handy tat, erschließt sich mir nicht.
Er war in der Situation überfordert bzw reagierte falsch.
Zu überfordert, um das Handy zu benutzen? Genervt vom Klingelton, so dass er es stumm schaltet?
Sorry, aber das ist doch kein "falsch reagieren"!!

Dass sie einen Biwaksack dabei hatte wusste er ja angeblich nicht.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Vielleicht war es zu dem Zeitpunkt, als der Hubschrauber kreiste auch noich gar nicht kritisch .
Aber es gab davor bereits einen Anruf von KG, der als Notrufversuch gewertet werden könnte.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Konnte er das wissen ?
Er sagt selber, dass er nicht wusste,dass sie einen dabei hatte - ergo hat er sie ohne Schutz zurückgelassen. Was mit "fixiert" gemeint ist, frage ich mich auch. Um nicht zu fallen, klar - aber dadurch ist sie ja bewegungsunfähig, was in solch einer Situation ja eigentlich ein Überlebensgarant ist und vom Alpinepolizisten im Anruf zuvor dringend geraten wurde!
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Aber warum hat er nicht einfach telefoniert ?
Ja warum???
Für mich die größte Frage!
Logischerweise wird Hilfe ja später eintreffen, wenn ich erst noch zwei Stunden absteige, um zu einer Hütte zu kommen, die eh leer ist - anstatt die Anrufe anzunehmen, die die ganze Zeit von der Rettung eingehen.
Das ist für mich eigentlich das größte Indiz, dass es um seinen eigenen Arsch ging und er die Freundin wahrscheinlich schon vorher aufgegeben hatte: Handy stumm schalten und sich in Sicherheit bringen - danach dann behaupten, er wolle Hilfe holen. Erbärmlich!


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25.02.2026 um 09:20
Zitat von UTACUTAC schrieb:Da zeigt mancher Vermieter von Ferienwohnungen, Zimmern in einem Bergort mehr Verantwortung. Ich gehe öfters alleine in den Bergen wandern und habe schon oft erlebt, wenn ich meine Route hinterließ, dass der Wirt meine Schuhe inspizierte und nach der Ausrüstung fragte und Tipps und Warnungen mit auf den Weg gab.
Ja, diesbezüglich sind die Einheimischen wirklich sehr, sehr umsichtig.
Sie kennen eben die Witterungsverhältnisse vor Ort und wissen, wie schnell das Wetter umschlagen kann - und haben Kenntnis über viele tragische Unfälle/Unglücke.

In Südtirol hat mir der Senior Hotelier meines Lieblingshotels, auf knapp 1300 m Höhe gelegen, extra seine Mobilfunknummer gegeben und mich gebeten, ihn anzurufen, wenn etwas ist oder ich mich verlaufen sollte.
Dann möchte ich mich bitte sofort melden und er könne und würde mich jederzeit mit dem Auto abholen ...
Wobei ich höchstens beim Wandern gewesen wäre - aber man sieht daran, wie besorgt die Einheimischen um ihre Gäste sind. Sie haben einfach schon so Einiges erlebt.


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25.02.2026 um 09:23
Zitat von parabolparabol schrieb:Mal ganz davon abgesehen, dass das eine Verwirrung sein müsste, die einem Drogentrip entspricht, wenn er dachte, seine Freundin wäre noch bei ihm.
Das ist ähnlich wie bei dem ersten Telefonat, in dem er sagte, dass alles in Ordnung wäre. Da gibt es mMn nichts misszuverstehen. Seine Behauptung, dass er dachte, dass damit die Rettungskette angelaufen wäre, ist vollkommen lächerlich.
Zitat von UTACUTAC schrieb:Ich denke eher, dass er ein ziemlicher Egoist ist, dem es an elementarer Emphatie mangelt, der es nicht leiden kann, auf andere wirklich Rücksicht zu nehmen. Das schließe ich auch aus den Aussagen seiner Exfeundin vor Gericht, die er auch am Berg allein zurück liess, ohne Notlage für sich selbst.
Ja, so kommt er rüber. Poser, Egoist, sich nur um seine Bedürfnisse drehend. Null Empathie.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Das war übrigens sicher das, was man dann am Schluss noch in ihrem Rucksack gefunden hat. Dass sie morgens nicht mehr mitgenommen hat, ist völlig unmöglich. Das Problem war, dass die Tour viel länger gedauert hat als gedacht. Schließlich stand ja noch der Abstieg / Abfahrt bevor, für den sie erst mal in der Adlerhütte übernachhten hätten müssen, und es ist schlimm genug, dass sie am Schluss nichts mehr zu essen hatte, und vor allem kein warmes Getränk, das ein Beitrag gewesen wäre sie zu retten.
So habe ich das nicht aufgefasst.
Zitat von watnuwatnu schrieb:, das könnte ich mir auch denken, dass er mehr Proviant hatte, zumal er lt. u. g. Ticker nur K. erwähnte.
Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass er in Vernehmungen zu seiner Exkulpation manches über K. sagte, um sie in ein bestimmtes Licht zu rücken. Dazu würde die spärliche Verpflegung auch passen. (Ehrgeizig, unbelehrbar usw.)
Natürlich wäre es möglich, dass er auch hier erneut gelogen hat, um sie in ein bestimmtes Licht zu rücken. Es wurde aber ja auch darüber gesprochen, dass er nicht der Typ war, der für Notfälle plante (kein Biwaksack oä). Ich weiß nicht mehr, wer darüber ausgesagt hat, evtl der Bruder oder Vater von TP. Ich könnte mir vorstellen, dass er wirklich nur das Allernötigste einpackte, weil alles andere in seinen Augen als "schwach" galt. Er ist vll wirklich so extrem von sich überzeugt, dass er gar nicht in Betracht zieht, dass er Proviant, Rettungsausrüstung oä brauchen könnte. Und vll hat er das auch vermittelt ("Sowas brauchen wir nicht..."). Dafür spricht mMn auch der eingefrorene Tee.
Zitat von watnuwatnu schrieb:Sein Mageninhalt reichte jedenfalls beim Abstieg aus, um zwei Mal zu erbrechen.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Man kann sich auch übergeben, wenn man nichts mehr im Magen hat.
Eigentlich typisch, wenn man an seine körperliche Grenzen kommt.
Dass er sich übergeben hat, dürfte erstmal nur eine Behauptung von ihm sein. Ob es stimmt? Aber wenn es stimmen sollte - ich bin da bei @Nightrider64 . Ein übergeben ist auch möglich, wenn der Magen leer ist, bedingt durch Stress oä. Kennt auch jeder, der schon mal einen richtigen Kater oder Magen/Darm Infekt hatte. (Galle).
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Konnte er das wissen ?
Musste er es annehmen ?
War er nicht oberhalb und es war dunkel?
Hatte man Kommunikation diesbezüglich ?
Er will sie doch angeblich fixiert und sich sogar zu ihr gelegt haben, bis sie ihn wegschickte.
„Ich habe mich dann noch einmal kurz dazugelegt zu ihr. Sie hat mich dann aber lautstark weggeschickt mit den Worten ‚Geh jetzt, geh!‘“
Über dieses "GEH" wurde ja hier auch schon diskutiert. Wenn sie das wirklich gesagt haben sollte, kann man es definitiv auf zwei Arten deuten.
Zitat von ringelnatzringelnatz schrieb:r sagt selber, dass er nicht wusste,dass sie einen dabei hatte - ergo hat er sie ohne Schutz zurückgelassen
Das ist auch alles vollkommen widersprüchlich. Mal wusste er es nicht, dann hat er nicht dran gedacht.
An Rettungsdecke und ihren Biwaksack habe ich nicht gedacht. Es war eine Stress- und Ausnahmesituation“, begründet er, warum die 33-Jährige so gut wie ungeschützt zurückblieb und erfror.
Und auch sie ist nicht auf diese Idee gekommen? Sie wusste, dass sie Gefahr läuft zu erfrieren, ihr muss zu diesem Zeitpunkt schon sehr kalt gewesen sein und dennoch sagt sie ihm nicht, dass er ihr in den Biwaksack helfen soll, bevor er geht? Ich glaube ihm weder ersteres noch letzteres. Mittlerweile gehe ich auch davon aus, dass er gar nicht mehr zu ihr abgestiegen ist, bevor er letztendlich ging.






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Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 10:07
Beklemmende Einblicke auf erfrorene Bergsteigerin

P. behauptete, er habe seiner Freundin nach dem Zusammenbruch den Rucksack samt Splitboards abgenommen. Dann habe er sie mit einer Seilschlinge an einem Felsblock gesichert, sie auf ihren Rucksack gesetzt und sei bei ihr geblieben. Nach anderthalb Stunden will er aufgebrochen sein.

Die Fragen an Zeugen, Gutachter und P. lieferten beklemmende Einblicke. Immer wieder blendete der Richter auf zwei TV-Bildschirmen Fotos von Bergrettern ein. Zu sehen: Kerstin G.s Leichnam. Er hängt an einem Seil auf einem kleinen Felsvorsprung. Also rund zehn Meter unterhalb des Platzes, an dem P. seine Freundin gesichert haben will.

Der Körper wirkt auf den Bildern stark überstreckt. Merkwürdig fand Hofer darüber hinaus, dass die junge Frau ihren Rucksack samt Splitboard auf dem Rücken trug. Ihr Partner P. beteuerte mehrfach, er wisse es nicht, warum das so sei.
Das passt ganz und gar nicht zusammen.
Hätte er ihr wirklich den Rucksack abgenommen, hätte sie ja, nachdem er dann aufbrach um an die Schutzhütte zu gelangen, sich den Rucksack wieder anlegen müssen.
Aber dafür dürfte sie zu diesem späten Zeitpunkt gar keine Kraft mehr gehabt haben - und ebenso zu wenig Kraft, um selber wieder abzusteigen ...
Bergretter finden Opfer an mysteriöser Stelle
Als der Richter am Ende seiner Urteilsbegründung zum letzten Anklagepunkt kam, sagte er zu P., er wisse, dass es schwer für ihn sein müsse, sich mit diesem Moment der Tour auseinanderzusetzen.

Es gebe mehrere Erklärungen für die merkwürdige Auffindesituation seiner Freundin, so Hofer. G. könnte etwa versucht haben, allein den Berg hinunterzuklettern und dabei gestürzt sein. Die medizinische Gutachterin und der Alpingutachter und Bergführer schätzten diese Möglichkeit jedoch als "äußerst unwahrscheinlich" ein.
Quelle:
https://www.focus.de/panorama/nach-grossglockner-urteil-sagt-richter-diesen-bemerkenswerten-satz_4d3e9242-4ca7-469d-8c78-da625f60df11.html


Ihre Boots waren für diese kombinierte Fels-/Eiskletterei wohl schon geeignet, Problem waren aber die von ihm zur Verfügung gestellten Steigeisen, die auf ihre Boots nicht passten, sodass sie wenig trittsicher viel mehr Kraftaufwand mit den Armen hatte, wohlgemerkt bereits über den gesamten Tourverlauf, den ganzen Tag über.

Seine Tourenskiausrüstung hingegen war viel geeigneter. Ich denke, dass er daher (seine besser passende Ausrüstung, die unvergleichbar weniger Kraftaufwand benötigte) gar nicht realisiert hat oder realisieren wollte, dass sie derart am Ende war ...
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Er will sie doch angeblich fixiert und sich sogar zu ihr gelegt haben, bis sie ihn wegschickte.
Das kann ich auch gar nicht glauben, m.E. eine reine Schutzbehauptung.
Jemanden fixieren/sichern heisst ja auch, derjenige ist relativ bewegungsunfähig - und der Alpinpolizist gab ihm ja noch den Tipp, unbedingt in Bewegung zu bleiben.


Im Prozess sagte er auch aus, sie hätten nur deswegen so wenig Proviant dabei gehabt, weil die Rucksäcke schon so schwer waren - die Skiausrüstung, klar, die ganz aussen am Rucksack angebracht auch ungemein nach hinten zieht. Das bedeutet zusätzlichen Kraftaufwand, um sich aufrecht zu halten.
Aber für alle (Not-) Fälle noch eine ordentliche Ladung Müsliriegel einzupacken, hätten da nicht erheblich mehr an Gewicht ausgemacht. Jeder 5 Müsliriegel zusätzlich ...


Wie Richter Hofer es ausführte (frei zusammengefasst), TP ging bei seinem Tun inkl. Planung einzig und allein von sich aus, und übertrug das ohne gesonderte Überlegung 1:1 auf Kerstin.
Und das bei diesen unterschiedlichen Voraussetzungen, Ausrüstung und Erfahrung betreffend, der beiden.


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Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 10:27
Immer wieder einmal wurde hier gefragt, warum sie denn mitgegangen sei.

Wenn er sie überzeugend anstachelt, im Sinne von "Lovebombing"
sie über alle (gesunde) Masse lobt, wie toll sie sei, super Kondition,
was sie schon alles geschafft hat ...
(im Prozess Richter Hofer: TP habe die Unternehmung bagatellisert) - dann ist das
ein "schleichendes abhängig machen" und als missbräuchliches Verhalten anzusehen.

Wenn sie so ehrgeizig ist, schmeichelt ihr das ungemein - und kann,
wie hier geschehen, im schlimmsten Fall zu solch einem furchtbaren Unglück führen.

Da ist dann die Frage, wie es mit ihrer Selbstverantwortung bestellt ist,
wenn sie auf diese Art manipuliert wurde.

Das ähnelt dann eher einer Sucht, wo man bzw sie das eigene Gefühl der Selbstverantwortung Stück für Stück verliert und damit eine realistische Selbsteinschätzung gar nicht mehr gegeben ist.


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Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 10:42
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Wenn er sie überzeugend anstachelt, im Sinne von "Lovebombing"
Ich glaube nicht, dass der Prozess genug hergibt, um dies festmachen zu können.


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Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 10:48
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Daher finde ich es unpassend, endlos entschuldigende psychische Zustände zu konstruieren, die sein unfassbar verantwortungsloses Verhalten als geradezu alternativlos darstellen.
Die würde ich tatsächlich gelten lassen, WENN seine Geschichte von Beginn an entsprechend von ihm kommuniziert würde. Wurde es aber nicht, lt. ihm
- gab es kein Problem, sie war topfit bis zu der letzen Stunde
- kam man zu langsam voran, aber auch das war kein Problem
- hatte er sie ja ordentlich gesichert, die Rettung gerufen und alles war gut - sie konnte sich halt nur nicht mehr bewegen
etc....
Und genau deswegen befand er sich selbst m.M. eben nicht in einer solchen die Wahrnehmung komplett vernebelnden mentalen Zustand. Dafür hat er danach zu gut gelogen.
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Wenn sie so ehrgeizig ist, schmeichelt ihr das ungemein - und kann,
wie hier geschehen, im schlimmsten Fall zu solch einem furchtbaren Unglück führen.

Da ist dann die Frage, wie es mit ihrer Selbstverantwortung bestellt ist,
wenn sie auf diese Art manipuliert wurde.
Auch nicht zu vergessen, dass er die Strecke zuvor 14-15 mal gegangen ist.

Er kann ihr auch einfach erzählt haben, gleich noch um die Ecke und wir sind da. Noch zwei Felsen, noch 30 Min und Du hast es geschafft. An sich war die Strecke ja nicht mehr lang, aber halt sehr schwierig. Sie hatte keine Ahnung, wo sie sich grad befindet (es war zudem ja auch noch dunkel), wie weit es noch ist und welche Hürden auf den nächsten X Höhenmeter noch vor ihr liegen. Sie musste blind dem vertrauen, was er ihr sagte.


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Todesdrama am Großglockner

25.02.2026 um 10:49
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Ich glaube nicht, dass der Prozess genug hergibt, um dies festmachen zu können.
Es ist lediglich eine Überlegung - der Prozess gibt das in dem Sinne und Maße noch nicht her, das ist richtig.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass das , wie auch andere unschlüssig gebliebene Punkte, in einer weiteren Verhandlung durchaus tiefergehend beleuchtet werden wird.


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