augustine schrieb:Mir gibt der Fall auch ziemlich schlechte Vibes und löst bei mir Empfindungen aus, die ich habe, wenn ich von Femiziden lese (damit sage ich nicht, dass es sich hier juristisch um einen solchen handelt). Aber jetzt mal ehrlich, hier geht's doch irgendwie nicht nur um eine reine Selbstüberschätzung am Berg? Der Elefant im Raum ist meiner Meinung nach, dass sich hier missbräuchliches Verhalten in Partnerschaften andeutet. Nach dem, was wir wissen, wirkt der Beschuldigte auf mich im mindesten narzisstisch, wenn nicht sadistisch. Das wirkt schon stark nach er will "die Frauen leiden lassen" und nimmt dabei sogar deren Tod in Kauf. Die Geschichte mit der Ex: Er wird wütend ("grantig"), wenn sie jammert und weint ("plärrt") und lässt sie ohne Licht auf dem Berg zurück --- Hallo? Mehr muss man nicht wissen. Das ist in meinen Augen partnerschaftliche Gewalt, nichts anderes.
Frage die sich hierbei stellt:
Warum suchen Menschen (in dem Fall Frauen) nach solchen Männern?
Wäre er ein Mann der "nur" Spaziergänge in den Alpen (im Tal);macht und völlig harmlos ist, wäre er dann auch mehrmals im Jahr mit einer anderen Person unterwegs? zusammen?
@augustine: Warum sucht man selbst aktiv nach solchen Menschen? Die sich als Hero präsentieren? Die eindeutig mehr als einen, zwei, drei..... vier Partner hatten? Vielleicht auch pro Jahr?
Tinder und Insta ist kein Gott gegebenes Schicksal. Da entwickelt sich nur etwas wenn ich als Frau sehr aktiv auch dabei bin, aktiv zustimme, aktiv suche und dann auch aktiv den Treffen zustimme, die Treffen aktiv und selbstbestimmt immer und immer wieder mache! Auf die Touren aktiv mitgehe.
In diesem Fall hat auch die Mutter der verstorbenen trotz aller Trauer und allem Leid deutlich darauf hingewiesen, dass K. selbstbestimmt, selbst entschieden hat. Sowohl die Beziehung als auch die Tour.
Ich persönlich bin unverändert der Meinung, dass der beschuldigte sehr viele/zu viele/viel zu viele Fehler gemacht hat und ausgerechnet hier in seinem Spezial Gebiet der Bergtouren so gut wie alles falsch gemacht hat in diesem Fall. Wie hoch die Strafe sein muss entscheiden nicht wir uns erst recht nicht ich, sondern die Gerichte.
Ob tatsächlich alles gemeinsam so entschieden wurde, werden wir wohl niemals wissen, auch dann nicht, wenn die go pro gefunden wird und es noch einige Gerichtsverhandlungen geben würde.
Trotzdem erlaube ich mir hier deutlich zu äußern, dass man mit 33 Jahren als Frau nicht blind alles mitmacht was ein Typ sagt, ohne kurz mal das eigene Handy zu fragen was das für ein Berg ist und welche Jahreszeit gerade ist.
Was ich damit sagen will:
Einen fast 4.000 er mitten im Winter nachts zu besteigen ist definitiv eine ganz große Nummer und das weiß Frau mit 12, mit 16, mit 20 und erst recht mit 33, egal wie toll der Hero auf Insta oder sonstwo aussieht und sich gibt.
Das entschuligt selbstverständlich kein potentielles Fehlverhalten des beschuldigten , was aus meiner Sicht definitiv in mehrerer Hinsicht vorliegt.