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Mordfall Hinterkaifeck

46.617 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Hinterkaifeck, Einödhof, Hinterkeifeck, Sechsfach Mord
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

29.05.2017 um 11:52
Die konträren Ansichten, die sich hier regelmäßig ergeben, entstammen subjektiver, teilweise verzerrter Wahrnehmungen von Einzelheiten; das zieht sich hier durch den gesamten Diskussionsverlauf. Ein Beweisstück oder ein Indiz wird i.d.R. nur dahingehend bewertet, und das mit Riesenaufwand, ob das jeweilige Indiz richtig oder falsch sei.
Ein Indiz ist aber im Gegensatz zu einer Wertung ein Umstand, der zwar kein Beweis, aber diesen zugänglich ist.
Es wird hier nur selten der Versuch unternommen ein erkanntes Indiz im Zusammenhang mit anderen Vorkommnissen in eine Indizienkette einzubinden, was dann in der Gesamtschau der Tatumstände zur Ermittlung des Täters führen könnte.
Im Fall Hinterkaifeck hat man es aber mit Ermittlern zu tun, die nicht Willens oder nicht in der Lage waren, einen mutmaßlichen Täter aus dem Bereich der Verdächtigen zu lokalisieren, sodass es erst gar nicht zu einer Anklage kam.
Bei den Diskussionen entstehen zwangsläufig auch dadurch Probleme, da die Ergebnisse der Ermittlungen mit den nicht stattgefundenen Arbeiten/Aufgaben des Gerichtes vermengt werden (müssen).

Die Ermittler sammeln Informationen.
Das Gericht entscheidet über die Zulassung zur Klage.
Die Kammer setzt dann diese Informationen (Beweise, Indizien, Indizienkette, Zeugenaussagen, Gutachten) während der sogenannten Beweisführung in einer Gesamtschau zusammen und fällt dann ein Urteil.

Im Fall Hinterkaifeck wurde nur ermittelt...........?


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Mordfall Hinterkaifeck

29.05.2017 um 12:25
Hallo @totto
Wieder ein neues Thema?
totto schrieb:Ein Indiz ist aber im Gegensatz zu einer Wertung ein Umstand, der zwar kein Beweis, aber diesen zugänglich ist.
Wem ist was zugänglich? Der Satz ist unverständlich.
totto schrieb:Es wird hier nur selten der Versuch unternommen ein erkanntes Indiz im Zusammenhang mit anderen Vorkommnissen in eine Indizienkette einzubinden, was dann in der Gesamtschau der Tatumstände zur Ermittlung des Täters führen könnte.
Na doch, da nenne ich als Beispiel @Zilch . Der hat mehrfach darauf hingewiesen, dass auch in der Variante Schlittenbauer die bekannten Fakten wie die Kuhlen im Heu, die Dachziegel, die verschoben waren, der Einbruch in die Motorenhütte, der Einbruchsversuch im Stadel, die Geldleihen usw. stimmig ineinander greifen müssen.
Das mit dem Herauspicken von einzelnen Sachen ist ja eher bei Deinen eigenen Betrachtungen ein Problem gewesen, zum Beispiel als Du die Aussage der Rosa Maier angeschleppt hast und nicht mal ansatzweise beleuchtet hast, wie diese Aussage zustande kam, was die Überprüfung ergab und wie glaubhaft sie sich letztendlich darstellte.
Was also soll so ein Vorwurf und v.a. gegen wen konkret richtet er sich?
totto schrieb:Die Ermittler sammeln Informationen.
Das Gericht entscheidet über die Zulassung zur Klage.
Du vergisst den Zwischenschritt, bei dem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsergebnisse wertet und wenn möglich eine Anklage vorbereitet und einreicht.
totto schrieb:Im Fall Hinterkaifeck wurde nur ermittelt...........?
Mit diesem Zwischenschritt macht Deine Frage mit "..." dann keinen Sinn mehr. Denn völlig wertfrei muss festgestellt werden, dass die Indizien nicht ausreichten, um gegen IRGENDEINEN Verdächtigen eine erfolgversprechende Anklage zu führen. Folgerichtig blieb eine Anklage aus.
Da kann man nun natürlich mutmaßen, die Ermittlungsarbeiten seien schlampig oder gar manipuliert gewesen. Es kann aber genausogut schlicht sein, dass der Fall damals mit den damaligen Mitteln, dem Personal, den Verzögerungen und Kontaminationen des Tatorts einfach nicht aufgeklärt werden konnte.


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Mordfall Hinterkaifeck

29.05.2017 um 14:19
totto schrieb:Die konträren Ansichten, die sich hier regelmäßig ergeben, entstammen subjektiver, teilweise verzerrter Wahrnehmungen von Einzelheiten; das zieht sich hier durch den gesamten Diskussionsverlauf.
Stimmt, ich habe extra nachgeschaut!
totto schrieb am 20.03.2017:Die Vorgänge um den Haustürschlüssel einfach zu bagatellisieren, so wie es bereits damals die Gendarmen, die Münchner Kriminaler und allen voran der leitende Staatsanwalt machten, kann man als sträflichen Leichtsinn oder auch als blankes Unvermögen bezeichnen.
Zitat Juli 1929 von Jakob Sigl selbst unter anderem zum Schlüssel:
Jakob S i g l in Gröbern zum Vorstehenden befragt gibt an,daß er seine in der Sache früher gemachten Angaben auch heute nichts mehr hinzusetzen könne und will über seine damals gemachten Wahrnehmungen seiner Frau nicht mehr mitgeteilt haben als wie er bei seiner damaligen Vernehmung angegeben hat.
totto schrieb am 22.03.2017: Wer aber den Ortsvorsteher von allen Anschuldigungen fernhalten will und somit in seiner Sichtweise grundlegend anders konditioniert ist, der kommt natürlich nicht auf solche Gedanken.
Ein Indiz, ja einen Beweis dafür, dass das Heuseil am 04.04. noch nicht an der besagten Stelle hing, bringen die Auffinder selbst. Sie kamen am 04.04. noch bei Tageslicht in Hinterkaifeck an und brachen genau an der Stelle, wo das Seil herunterhängen sollte, das Tor zur Tenne auf. Obwohl sie ansonsten über alle möglichen Details berichteten, über ein herabhängendes Heuseil haben sie kein Wort verloren. Zu behaupten der Schlittenbauer hätte deshalb nichts mit dem Heuseil zu tun wäre ein unzulässigen Zirkelschluss.
Weißt Du lieber @totto dieses Heuseil zu sehen und erwähnen muß nicht durch die Auffinder geschehen, die neutrale Quelle des Oberamtsrichters ist mir da wesentlich lieber, und der kam am 04.04. zum Augenschein! ;)
totto schrieb am 23.03.2017:Ist dir wissentlich nicht bekannt, dass das angebliche Alibi nicht von einem Alibi-geber/in, sondern vom Alibi suchenden stammt?
Seine Frau wurde laut vorhandener Akten nie nach einen Alibi für ihren Mann befragt!!!
Du schreibst zwar selbst von vorhandenen Akten, aber das der Bestand weitaus größer war und das viele der 1922-1944 Akten vernichtet wurden, schreibt der Oberstaatsanwalt Dr. Dr. Herrnreiter am
15.01.1953:
...sondern vor allem dadurch erschwert, daß die sehr umfangreichen Ermittlungsakten beim Brand des Augsburger Justizgebäudes im Jahre 1944 zugrunde gingen. ...
totto schrieb am 25.04.2017:Mit dem Krim.OI Reingruber ist das auch so eine Sache. Er war beileibe nicht der, als dem man ihn halten möchte....Erst nach mehr als einem Jahr gelang es dem Dorfpolizisten
Dorfpolizist Goldhofers Verdacht ist auch bekannt und kann nachgelesen werden!
totto schrieb am 09.05.2017:Bei genauerer Analyse der Angaben von Rosa Maier kommt man, im Gegensatz der örtlichen Polizei, zu dem Ergebnis, dass da mehr dahintersteckt, als nur Gerüchte und Gerede;
z.B. dass zwischen dem Prozess 1919 und der Tat 1922 keinesfalls Funkstille oder gar Frieden vorlag. Die volkstümliche Meinung wäre demnach noch im Jahre 1933, sogar nachdem 1931 Riedmayer die Akte Schlittenbauer als geschlossen erklärt hatte nicht umzustimmen gewesen.
Bei genauerer Analyse (genauester) der Angaben von Rosa Maier kommt man, im Gegensatz zu @totto, zu dem Ergebnis, dass da gar nichts stimmt und so manches nicht stimmen kann und zu Ermittlern die trotz diesem Argwohn diese Farce überprüften nach dem Riedmayer Verhör
totto schrieb am 17.04.2017:PS: In der Tat liegen in den Archiven (z.B. München) noch eine Vielzahl von Informationen, die als lose Vermerke (Fragmente), ohne Datum und Unterschrift aufs Erste keinen Sinn ergeben, wenn sie allerdings als Indizien bzw. Überbrückung der bereits bekannten und autorisierten Niederschriften eingesetzt werden, dann schließt sich der Kreis um den Ortsvorsteher immer mehr.
Aber nur mit der subjektiven teilweise Wahrnehmungsverzerrender Ansicht? Oder?
totto schrieb am 11.05.2017:die den Fall Hinterkaifeck zu einem Abenteuerspielplatz gemacht haben und nicht zuletzt bei denjenigen, du selbst mit innbegriffen, die eine Person verteidigen, ohne dafür Anhaltspunkte vorweisen können; eben nur so aus "intellegenter Objektivität".
Von „intelligenter Subjektivität“ möchte ich nicht schreiben, nur ein z. B. „ Danke für den Hinweis“ oder „oh das sah ich falsch“ wäre anständiger und würde dich nicht auf eine ähnliche Stufe mit den Maiers &Co stellen ;).
totto schrieb am 18.05.2017:. Hinzu kam noch, dass der Ortsvorsteher von Gröbern bis zur Ankunft der Münchner Polizei die Mordstätte zur Besichtigung freigegeben hatte.
Die Absperrung des Tatorts soll zwei Polizisten mehr recht als schlecht gelungen sein, Vorwürfe sind da echt deplatziert!
totto schrieb am 23.05.2017:Schwaiger ist auch auf dieses Problem später einmal eingegangen, allerdings denke ich, dass seine Aussage, dass Schlittenbauer Besitzansprüche an die gefundene Reuthaue stellte im übertragenen Sinne, wie oben beschrieben, verstanden werden sollte. Denn dass Schlittenbauer, nachdem 1 Jahr Gras über die Sache gewachsen war, Besitzansprüche an der am Dachboden gefundenen Mordwaffe stellen würde, scheint mir doch etwas weit hergeholt zu sein.
Es ist doch recht gut nachzulesen was der Schwaiger ausgesagt hat, da gibt’s nix was man nicht verstehen kann und auch nicht was der im übertragenen Sinne gemeint haben könnte!

smilie happy 038

totto schrieb:Es wird hier nur selten der Versuch unternommen ein erkanntes Indiz im Zusammenhang mit anderen Vorkommnissen in eine Indizienkette einzubinden, was dann in der Gesamtschau der Tatumstände zur Ermittlung des Täters führen könnte.
Ach was? Es gibt hier eine ganze Reihe User die sich über die Einbruchsspuren, Heulager, etc. einen Kopf machen und diese nicht mit dem Schlittenbauer vereinbart bekommen. Da kam von Dir noch gar nichts, @Zilch hingegen weißt immer wieder darauf hin!
totto schrieb:Im Fall Hinterkaifeck hat man es aber mit Ermittlern zu tun, die nicht Willens oder nicht in der Lage waren, einen mutmaßlichen Täter aus dem Bereich der Verdächtigen zu lokalisieren, sodass es erst gar nicht zu einer Anklage kam.
Tja, dann wird es ihn nicht gegeben haben ;)
totto schrieb am 15.05.2017:Es gibt also im Fall Hinterkaifeck keine Indizien, die Schlittenbauer belasten und auch keine Motive für eine Beziehungstat des Ortsvorstehers. Alles was gegen Schlittenbauer gerichtet ist ist frei erfunden
Jaaaa, da fehlts an Einigem, schön das Du das -wenn hier auch ironisch- erkannt hast!
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29.05.2017 um 14:25
jaska schrieb:Wem ist was zugänglich?
gemeint ist, und das wäre dann korrekt, auch wenn es so wortwörtlich nicht geschrieben ist, wohl folgendes: das Indiz als Hilfstatsache, dass den Schluss auf die zu beweisende Haupttatsache erlauben soll, ist seinerseits dem Beweis zugänglich.

Tatsächlich lassen sich die Haupttatsachen ja auch nicht immer beweisen. Wohl aber gibt es Hilfstatsachen, die sog. Indizien, die, wenn sie denn bewiesen werden können, den Schluss auf die Haupttatsache erlauben. Es ist dann ein eher indirekter Beweis.


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29.05.2017 um 15:06
@DoctorWho
Im Sinne von "hinführend"?
Bei HK ist das große Problem schon, dass einige vermeintliche Indizien nicht gesichert sind...


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Mordfall Hinterkaifeck

29.05.2017 um 15:20
@jaska

hinführend wäre zu schwach formuliert. die (ihrerseits zu beweisenden) indizien "beweisen" ja die direkt nicht zu beweisende tatsache. es ist eine beweisführung eigener art. das beweisen ist nicht ohne grund in anführungszeichen gesetzt, da dieser beweis in form eines logischen schlusses erfolgt. ich erlaube mir mal

aus Prütting, Münchener Kommentar zur ZPO, 5. Auflage 2016, § 284 Rn. 24, 25 zu zitieren:

"Nach der Art der Beweisführung kann man den unmittelbaren (direkten) Beweis vom Indizienbeweis (mittelbarer, indirekter Beweis) trennen. Der unmittelbare Beweis dient dem Nachweis tatsächlicher Behauptungen, die sich unmittelbar auf ein Tatbestandsmerkmal der fraglichen Norm beziehen. Ein unmittelbarer Beweis kann dementsprechend als Hauptbeweis oder als Gegenbeweis, als Vollbeweis wie als Glaubhaftmachung vorkommen. Demgegenüber bezieht sich der Indizienbeweis auf den Nachweis tatbestandsfremder Behauptungen, die den richterlichen Schluss auf das Vorliegen oder das Nichtvorliegen des bestrittenen Tatbestandsmerkmals rechtfertigen. Zu den relevanten Indizien gehören auch die sog Hilfstatsachen des Beweises, die die Zulässigkeit oder die Beweiskraft eines Beweismittels betreffen.

Ein erfolgreicher Indizienbeweis setzt voraus, dass die der Schlussfolgerung zugrundeliegenden tatbestandsfremden Tatsachen oder Hilfstatsachen des Beweises zur Überzeugung des Gerichts feststehen und dass andere Schlussfolgerungen als das vom Gericht den Indizien entnommene Ergebnis ernstlich nicht in Betracht kommen. Der Indizienbeweis setzt also neben einer normalen Beweisführung eine bestimmte gedankliche Schlussfolgerung des Richters voraus."


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Mordfall Hinterkaifeck

29.05.2017 um 16:49
@DoctorWho
Dankeschön!
Auch wenn man in einem historischen Kriminalfall sicher nicht dieselben strengen Anforderungen an Indizien stellen kann wie an aktuelle Fälle, wo Dinge noch gut eruiert werden können, so wird doch klar, dass nicht jeder x-beliebige Gedankengang automatisch ein Indiz ist.
Immer wieder gut, aus berufenem Munde sprich berufenen Händen eine nachvollziehbare Erklärung zu bekommen.


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29.05.2017 um 17:03
@jaska

danke.

angemerkt sei der vollständigkeit halber, dass bereits das römische recht den indizienbeweis kannte. das ganze ist also nicht neu und galt in dieser form grundsätzlich auch bereits zur tatzeit.


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Mordfall Hinterkaifeck

29.05.2017 um 17:10
@DoctorWho
Wärst Du bereit, einige Merkmale daraufhin abzuklopfen, ob etwas als Indiz gewertet werden kann oder nicht?

Es gibt im Fall Hinterkaifeck einige Dinge, die in mehreren Quellen übereinstimmend und/oder von der Polizei dokumentiert sind.
Und dann gibt es Informationen, die von einzelnen Zeugen genannt werden, ohne Prüfung - manchmal zeitnah ausgesagt, manchmal viele Jahre nach der Tat.
Darüberhinaus gibt es sehr viele Gerüchte, die sich mit der Zeit verselbständigten und sich wandelten.

Schließlich gibt es einfach eine Unzahl an subjektiven Überlegungen und Schlußfolgerungen, die zwar für den jeweiligen "Denker" logisch sind aber eben eher kein Indiz sind.

Falls Du da mitmachen würdest, biete ich an, die einzelnen Dinge so aufzubereiten, dass Dein Aufwand da möglichst gering ist.

Grüße


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Mordfall Hinterkaifeck

29.05.2017 um 19:32
@totto
totto schrieb am 24.05.2017:Welche Theorie sich bei dir nach so vielen Jahren, außer den bekannten Nebenschauplätzen, genau manifestiert hat, ist mir allerdings noch nicht klar geworden.   Den Vorwurf der Trollerei gegenüber meinen Beiträgen musste ich leider schon mehrmals lesen; was steckt da dahinter? So arg sachfremd sind doch meine Beiträge gar nicht, oder?
Zurück nach dem langen Wochenende:

An Szenarien sind bei mir nach mittlerweile neun Jahren und vielen Vergleichen mit Fällen aus der Zeit grob drei Grundgerüste übriggeblieben, die ich für die wahrscheinlichsten halte.

1.) Der aus dem Ruder gelaufene Einbruchdiebstahl oder Raub durch durchreisende, heimatlose Kleinkriminelle, deren es damals mehr als genug gab und die sich von Bauern und dem etwas abseits gelegenen Gehöft einen trockenen Platz zum rasten, evtl. leichte Beute, was zu beißen, höchstens begrenzte Gegenwehr und unauffälliges Verschwinden erhofften.

Wahlweise können die von alleine oder durch ortsbekannte "Kollegen" auf den Hof aufmerksam geworden und personell verstärkt worden sein.

2.) Die HK-Morde stellten das gewaltsame Ende von Schwarzgeschäften/Schiebereien dar, wie sie nach dem verlorenen Krieg nachweislich häufig vorkamen. Das kann von der Kartoffelpreisspekulation bis zur zeitweiligen Einlagerung von Waffen oder Waffenteilen gegangen sein. Mit allen möglichen kriminellen Begleiterscheinungen von Erpressung bis Mord, wie in ähnlichen aufgeklärten Fällen dokumentiert.
Die Täter wären entsprechende Schwarzhändler oder Schieber oder deren Handlanger gewesen, die sich irgendwo betrogen sahen.

3.) Wenn schon Beziehungstat, dann aber richtig. Statt des einzelnen L.S. eine mannstarke und schlagkräftige Truppe von Brüdern, angestachelt von Habgier nach dem Hof und zusätzlich gereizt durch das Verhalten der HKer. Erbstreitigkeiten in der Folge des Todes von Karl Gabriel. Die Ga.-Brüder, evtl. verstärkt durch irgendwelche Kleinkriminellen aus dem Bekanntenkreis, die bezahlt wurden und verschwanden.
Aber nur ganz evtl. hätten sie das nötig gehabt, Sie waren die nächstwohnenden, die sämtliche Tatfolgeprobleme von Alibi bis Logistik innerfamiliär selbst lösen konnten.

Immerhin hätte in dem Szenario die Reuthaue als Schutz gegen Erpressung durch den Schläger zurückgehalten worden sein können.

Den Szenarien gemeinsam ist die Mehrtätersituation, wobei die Täter m.E. über Kampferfahrung aus dem I. WK verfügten. Was nicht wunder nehmen muss, denn die hatte so gut wie jeder. Der L.S. mit seinem Fahrradsturz, der ihn die Zähne kostete und seinen Lazarettaufenthalten ist in dem Zusammenhang vielleicht nicht der nahkampferfahrene Eliteveteran, nur um mal drauf hinzuweisen.

In allen drei Szenarien können vorherige Erkundung der momentan aktuellen Situation auf dem Anwesen, Einbruchsversuche, vorheriges Eindringen, die nach Häuserkampftaktik durchgeführte Einnahme, Säuberung und Sicherung des Anwesens ( inkl. Leichenlagerung und effektiv ausgeführte Tarnung, Beobachtungsluken und Fluchtwegsicherung ) problemlos untergebracht werden.

Es können aber auch "schwächere" Aussagen, wie z.B. die Taschenlampenleuchterscheinungen am Waldrand darin Platz finden, ohne diese zwanghaft ignorieren zu müssen, weil sie den Einzeltäter schon vom reinen Arbeitsaufwand überfordert hätten.

Ich muss in diesen Szenarien die wenigsten dokumentierten Tatsachen verbiegen oder rausnehmen.
Sie stützen sich allerdings primär "nur" auf die dokumentierten Tatortbefunde und zeitnahen Aussagen und nicht auf das zunehmende und wild wuchernde Wirtshausgeschwätz der Folgejahre. Das macht sie wohl für bauernromanlastige Beziehungstatbefürworter zu dröge und der bayrischen Volksseele zu banal und zu wenig dramatisch.

Natürlich weisen auch diese Szenarien Lücken auf, für die bislang Nachweise fehlen, aber die können ja noch kommen.

Und natürlich nehmen auch diese Szenarien nicht den L.S. aus der Reihe der Personen aus dem Umfeld der HKer heraus, die mit den späteren Opfern mal Probleme hatten. Aber da diese schon in der Vergangenheit lagen und so viele Einzelindizien auf mehrere und mit dem Anwesen nur wenig/oberflächlich vertraute Täter deuten, läuft er für mich als Tatverdächtiger schon lange nur noch unter "ferner liefen".

Was Du mit "bekannten Nebenschauplätzen" meinst, weißt Du möglicherweise, ich ganz bestimmt, nicht.

Deine Beiträge sind sicher nicht völlig sachfremd, aber sie weisen zugleich so wenig Substanz und so viel ätzende Nerverei auf, dass sie von ernsthaft Interessierten Mitdiskutanten als Trollerei aufgefasst werden.
Wenn Du Dir seit Deinem Auftreten unter Deinem derzeitigen Nick mal die Löschvorgänge im thread ansiehst, dann scheint diese Auffassung sich auch unter den Moderatoren festgesetzt zu haben, die zwar im Einzelfall nicht immer so tief in der Materie HK stecken, aber im allgemeinen Trolle von Diskutanten ganz gut unterscheiden können.

MfG

Dew


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Mordfall Hinterkaifeck

29.05.2017 um 21:33
@Dew
Drei Theorien hast du nun beschrieben. Allesamt aus meiner Sicht, „Nebenschauplätze“, die nicht einmal einen Anfangsverdacht  standhalten. Den größten Coup, die „OLT“ Geschichte, hast du dabei allerdings vergessen, auch von Flugzeugen war einmal die Rede, oder von Soldaten, die durch die Keilriemenscharte in den Stadel eingedrungen wären usw.; aber was Solls, ………….eine so haltlos, wie die andere.
Auch die Gabriel Theorie ist m.E.nicht schlüssig erklärbar.

Du findest es also als ätzende Nerverei, wenn ich auf Dinge aus der Vergangenheit hinweise, die jeder Beschreibung spotteten Ich bin eben der Ansicht, dass man nicht oft genug auf solche Kuriositäten hinweisen sollte, so nach dem Motto: wehret den Anfängen, dass nicht abermals solche Sachen in den Umlauf kommen.
Bei der Anspielung auf den „derzeitigen Nick“ und in diesen Zusammenhang an einige gelöschte Beiträge, möchte ich beim Ersteren auf schwache Indizien verweisen, die dich zu solchen Spekulationen veranlassen und im Fall der gelöschten Beiträgen möchte ich anmerken, dass den Löschungen i.d.R. Meldungen vorausgehen und von wem diese Meldungen stammen, darüber kannst du dann noch weiter spekulieren.


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29.05.2017 um 21:42
Falls es einigen Diskutanten nicht möglich ist userbezogene Beiträge und Formulierungen zu unterlassen, werde ich diese User aus dem Thread entfernen.
Habt ihr keine andere Möglichkeit den Kindergartenkrams abzuarbeiten?


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29.05.2017 um 22:28
@Dew
Auf Deinen drei genannten Fundamenten lässt sich m.Mn schon aufbauen.


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29.05.2017 um 23:01
Dew, sehr guter Mann. Sorry für den Einzeiler zur guten Nacht ....


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30.05.2017 um 06:06
@Dew

Auch von mir die Bestätigung, der "drei Grundgerüste".

Ich neige zu 2.) mit der Waffenlager-Komponente und gleichermaßen zu 3.).

Vielen Dank für die Mühe und passenden Statements!


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30.05.2017 um 08:30
@Dew

Damit kann ich was anfangen, danke. Deine Ansätze als "Nebenschauplätze" zu bezeichnen, wie es @totto bezeichnet hat, geht m.E. völlig an der Realität vorbei. Zumal auch die Polizei in ALLE von Dir beschriebenen Richtungen ermittelte. Und das völlig zu Recht.

Was an der Stelle der Hinweis von @totto auf die OLT- Geschichte soll, ist mir wieder mal unklar, da Du das ja nicht eingebracht hast in Deinem Beitrag.

Zu Punkt 3 fallen mir noch die Thaler- Brüder ein, die ebenso zeitweise im Fokus der Ermittlungen standen und auch in der Bevölkerung als Täter gehandelt wurden. Aber auch andere Brüderpaare wären da noch zu nennen.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.05.2017 um 09:23
@sigbert
@Kailahki
@Fat-Juergen
@margaretha
@Dew

Ich möchte die hiesige Gemeinschaft ersuchen, sich auf ein Fundament oder Grundgerüst der drei angebotenen Tatvarianten zu einigen.
In dem Fall würde ich über meinen eigenen Schatten springen und versuchen die Begründung zu verstehen.


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30.05.2017 um 10:15
@Zyklotrop
Danke Dir. Der Einstieg in die inhaltliche Diskussion wäre wirklich wünschenswert; insbesondere die Beantwortung ewig ausstehender Fragen.



@totto
totto schrieb:In dem Fall würde ich über meinen eigenen Schatten springen und versuchen die Begründung zu verstehen.
Das heisst, bisher hast Du Dich dahingehend nicht bemüht?

Nett auch, dass Du von anderen Usern das verlangst, was Du selbst verweigerst: eine belastbare Diskussionsgrundlage. Aber schau mal, ich bin ja nicht so:

Das Grundgerüst, um von einem Raub oder von mehreren Tätern ausgehen zu können, ist offensichtlich:

- abgelegener Hof mit bekanntem Gefährdungspotenzial (siehe Warnung des Bezirksamtes und einige Vergleichsfälle)
- vermeintlich geringe Gegenwehr zu erwarten bei nur 1 erwachsenen alten Mann und sonst nur Frauen und Kindern
- lohnendes Ziel, da Gerüchte über vermeintlichen Wohlstand weithin bekannt
- Hof schon vor den Morden Ziel eines Einbruchs
- keine bekannten zeitnahen Konflikte der Opfer
- durchwühlte Schränke
- kein vorhandenes Papiergeld
- außergewöhnlich hohe Anzahl der Opfer, keine Überlebenden, auch Tötung eines schlafenden Kindes
- mehrere Tatorte, eventuell mehrere Tatwaffen
- unnötiger(?) Aufenthalt des Täters/ der Täter noch nach der Tat und ausgiebige Nachtathandlungen
- (Schlaf-)Kuhlen im Heu
- Beobachtungsposten auf dem Dachboden an mind. 2 Stellen
- "Heuteppich" auf dem Dachboden, wahrscheinlich zur Trittschalldämmung
- Zeitnahe Sichtungen von Fremden Personen
- Offenbar geklaute Lebensmittel (kein Brot mehr vorhanden und angeschnittenes Rauchfleisch)
- Verstecken des Hauptmordwerkzeuges auf dem Dachboden

Viele Informationen sprechen für mehrere Täter: Leuchtsignale, Hinweis auf mehrere Tatwaffen, 2 Kuhlen im Heu, 2 Spuren im Schnee

Das waren nur auf die Schnelle zusammengetragene Details, sollten aber ausreichen, um die Tat zu umreissen.


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30.05.2017 um 11:21
jaska schrieb:Wärst Du bereit
das kann ich gerne tun, müsste mich aber unabhängig davon, in den fall einlesen


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30.05.2017 um 12:31
@DoctorWho
Danke, das wäre natürlich toll. Falls Du Hilfe brauchst oder Quellen, sag Bescheid.


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