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Mordfall Hinterkaifeck

52.458 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

10.08.2025 um 16:44
Zitat von FL106772FL106772 schrieb:das sprichwörtliche Fass ist stets randvoll und bereit einen Tropfen aufzunehmen
Wenn dem so wäre, wäre das bayerische Land schon längst entvölkert weil sich alle gegenseitig massakriert hätten.


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Mordfall Hinterkaifeck

10.08.2025 um 18:00
Wenn Schlittenbauer- gottesfürchtig, gläubig, Mitglied im Kirchengemeinderat, Vorbeter in seiner eigenen Kapelle-an einen gerechten göttlichen Richter glaubte, und davon können wir ausgehen, dann hat er diese Axt nicht geschwungen, denn dann kannte er sowohl die 10 Gebote wie auch die Todsünden.
So ein Blödsinn! Jeder kann zum brutalen Mörder werden, es muss dafür nur die richtige "Mischung" und Anzahl an Gründen vorliegen, gespickt mit Wut, Enttäuschung und Hass oder eine Situation die plötzlich, warum auch immer, eskaliert. Und dann möchte ich auch mal daran erinnern, wie selbst die katholische Kirche gemordet hat, in den Kreuzzügen, den Hexenverbrennungen und wie Menschen geächtet wurden, einfach weil sie frei und vortschrittlich dachten und das dem Machtgefüge der Kirche zu gefährlich wurde.


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Mordfall Hinterkaifeck

10.08.2025 um 18:04
Zitat von margarethamargaretha schrieb:VH hatte kein Testament, und L.S. hatte keinen Wisch wo ihm der Hof "versprochen" oder zur Übernahme angeboten wurde. Aufgrund des fehlenden Testaments gehe ich stark davon aus, dass sie wollte, dass der Hof in ihrer Familie blieb und einmal von ihren Kindern geerbt wird.
Niemand, der einen Hof hatte, hat ihn an Nicht-Familienmitglieder vererbt, solange es Blutsverwandte gab (und eben auch mal abgesehen von Gesetzen). Und selbst, wenn Familien zerstritten und verfeindet waren, war Blut immer noch dicker als Wasser.


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10.08.2025 um 18:15
@Konifere
Ausserdem stammt von Schlittenbauer ja bekanntlich der Spruch mit dem Herrgott, der seine Hand am rechten Fleck gehabt hat aus seiner Aussage vom 30. März 1931. Zu finden im Wiki von hinterkaifeck.net


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10.08.2025 um 21:03
Zitat von InspMorandInspMorand schrieb:Wenn dem so wäre, wäre das bayerische Land schon längst entvölkert weil sich alle gegenseitig massakriert hätten.
Es ist so, es endet halt (fast) nie in so einer Tragödie. Oft läuft halt das Fass dann mal nur verbal über. Aber in den seltensten Fällen ist alles in Butter und alle haben sich lieb für immer, nur weil ein deutsches Fastnacht Gericht irgendwas beschließt.


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10.08.2025 um 21:20
@FL106772
Zitat von FL106772FL106772 schrieb:jeder(!) der in einer kleinen (bayrischen) Ortschaft lebt wird mir Recht geben, solche Angelegenheiten sind im Wesentlichen auf'n Land nie(!!!!!) ganz beendet. Es wächst ein bisschen Gras über die Sache, es ist nicht mehr Tagesthema am Stammtisch und Vereinen, aber das sprichwörtliche Fass ist stets randvoll und bereit einen Tropfen aufzunehmen
Da möchte ich ein bisschen relativieren.

Die Situationen damals und heute sind nicht 1:1 vergleichbar.

Wo Du recht hast ist, dass diese Geschichten nie begraben sind. Wer mit wem etwas hatte, wer wann geklaut hat etc - diese Sachen sind über Jahrzehnte hinaus noch bekannt und werden fleissig weitergegeben.

Aber diese Brisanz, die Du da siehst, kann ich nicht nachvollziehen.
Während man sich heute isolieren kann und "Gegner" ignorieren, ging das damals überhaupt nicht.
Damals hatte nicht Jeder einen Mähdrescher, einen eigenen Traktor, fünf Kumpels, die aushelfen konnten.

Wir wissen, dass selbst während der Haft Grubers der Schlittenbauer schon wieder aushalf. Wir wissen, dass Schlittenbauer mit Gruber redete, dass es 1922 keinen Streit mehr gab. Die waren doch gezwungen, sich wegen Ernte- und Gemeindeaufgaben miteinander zu unterhalten.
Bei einer Quote von unehelichen Kindern bei ca. 10% (müsste den Wert nochmal nachschlagen), hätte ansonsten kein Bauernhof überlebt. Weder große noch kleine.


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Mordfall Hinterkaifeck

10.08.2025 um 21:40
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Besonders drastisch ist das "Verdecken" der Opfer. Laut Profilern und Kriminal-Psychologen (vgl. Petermann, „Täterprofile“, 2022) gilt das Abdecken der Leichen als das Indiz für eine Beziehungstat oder eine emotionale Überwältigung, selten für einen fremden Bereicherungstäter. Es ist auch ein Ritual: die „Wiedergutmachung“ im katholischen Raum. Der Täter litt unter starken Emotionen zu den Opfern; ja, er fühlte sich nach der Tat offensichtlich von ihnen verfolgt . Und doch blieb er tagelang auf dem Hof. Der psychische Stress muss enorm gewesen sein. Er wurde ständig mit dem grausamen Ergebnis seiner unfassbaren Gewalt-Eskalation konfrontiert.
Kannte er denn die Magd auch, bzw. welche Beziehung bestand zu ihr um sie abzudecken? Hätte es da denn nicht ausgereicht die Türe zu schließen?
Zitat von KonifereKonifere schrieb:So ein Blödsinn! Jeder kann zum brutalen Mörder werden, es muss dafür nur die richtige "Mischung" und Anzahl an Gründen vorliegen, gespickt mit Wut, Enttäuschung und Hass oder eine Situation die plötzlich, warum auch immer, eskaliert. Und dann möchte ich auch mal daran erinnern, wie selbst die katholische Kirche gemordet hat, in den Kreuzzügen, den Hexenverbrennungen und wie Menschen geächtet wurden, einfach weil sie frei und vortschrittlich dachten und das dem Machtgefüge der Kirche zu gefährlich wurde.
Klar, und weil die Kirche als Institution mordete, hat der Schlittenbauer als Individuum mit seiner bekannten Kreuzritter - und Inquisitorenmentalität natürlich auch keine Hemmungen gehabt. :aluhut: Warum wird eigentlich so hartnäckig seine beschriebene Mentalität ausgeblendet?
Zitat von KonifereKonifere schrieb:Niemand, der einen Hof hatte, hat ihn an Nicht-Familienmitglieder vererbt, solange es Blutsverwandte gab (und eben auch mal abgesehen von Gesetzen). Und selbst, wenn Familien zerstritten und verfeindet waren, war Blut immer noch dicker als Wasser.
Genau das schrieb ich doch, nachdem @Marzipanferkel die Behauptung aufgestellt hatte Andreas Gruber und Viktoria Gabriel hätten ihm die Übernagme von Hinterkaifeck verweigert.
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Ausserdem stammt von Schlittenbauer ja bekanntlich der Spruch mit dem Herrgott, der seine Hand am rechten Fleck gehabt hat aus seiner Aussage vom 30. März 1931. Zu finden im Wiki von hinterkaifeck.net
Ja, das ist sicher ne heftige Aussage, aber er hat sich damit nicht belastet i. S. v. „der Herrgott hat mir befohlen“ oder „der Herrgott ließ mich sein Werk tun“. Außerdem war Schlittenbauer nicht der Einzige, der so dachte. HIER gehts zur Aussage des Unterhändlers Matthias Ramelmeier, und der sagte am 24.11.1922 unter anderem:
Im Sommer 22, den Tag weiß ich nicht mehr genau, kam ich wieder einmal in meiner Eigenschaft als Unterhändler nach Waidhofen. Ich war in der Reger`schen Wirtschaft anwesend als auch Schlittenbauer dorthin kam. Er setzte sich an meinen Tisch. Ich sprach von dem Unglück in Hinterkaifeck, nämlich von dem Morde. Dabei sagte ich zu dem Schlittenbauer folgendes:

“Für die ersten Drei ist es nicht schade gewesen, weil sie einen schlechten Lebenswandel geführt haben“.

Darauf sagte Schlittenbauer:“Da hast auch recht“. Damit war unser Gespräch beendet. Er ging dann zur Kirche. Wir waren höchstens eine Viertelstunde beisammen.

Ich kann nicht mehr angeben, ob ich das Gespräch mit Schlittenbauer absichtlich auf den Mord gebracht habe.

Dass Schlittenbauer gesagt hat: “Gell du sagst es auch, Es hat sich doch unser Herrgott erbarmt und einen geschickt“ kann ich mich nicht erinnern.

Ob ich eine derartige Äußerung gemacht habe, weiß ich heute nicht mehr.
Welchen Grund hatte er denn für die von mir hervorgehobene Äußerung?
Zitat von FL106772FL106772 schrieb:Oft läuft halt das Fass dann mal nur verbal über. Aber in den seltensten Fällen ist alles in Butter und alle haben sich lieb für immer, nur weil ein deutsches Fastnacht Gericht irgendwas beschließt.
Was ist denn ein deutsches Fastnacht Gericht?

Dafür, dass das Fass am überlaufen war und halt nicht alles in Butter war gibt es keinerlei Hinweise. Beide Nachbarn des Schlittenbauer haben von keiner Feindschaft zw. HK und LS gewusst und dies am 5.4. so ausgesagt. Das habe ich hier erst verlinkt

Beitrag von margaretha (Seite 2.645)


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10.08.2025 um 21:57
@margaretha
Ich wollte mit der Erwähnung der Aussage Schlittenbauers von 1931 nur unterstreichen, dass sein Glaube von Schuld, Sühne, Himmel und Hölle für einen erzkatholisch erzogenen Menschen nicht ungewöhnlich waren. (Das soll keine Wertung sein)

Natürlich hat er sich damit nicht belastet und so wie er werden sicher auch andere gedacht haben.


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11.08.2025 um 02:55
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Und doch blieb er tagelang auf dem Hof.
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Vielleicht sollte man auch fragen: Warum MUSSTE der Täter bleiben?
Ich kann nicht all Deinen Gedankengängen folgen, bin aber bei einigen Aspekten des Falles der Meinung, dass das Hinterfragen des jeweiligen Motivs einer Teilhandlung evtl. zu interessanten Überlegungen und ggf. auch Schlussfolgerungen führen kann. Da gehört z.B. auch die Frage dazu, wer eigentlich ein Interesse gehabt haben könnte, die Reuthaue im Fehlboden zu verstecken - während eine blutbefleckte Hacke im Futtertrog liegen blieb; für wen diese Handlung eher keinen Sinn oder eher sogar ein Risiko darstellte, zumindest eine Zeitverschwendung.

Wenn man sich fragt, warum der Täter bleiben musste, dann ist die vorangestellte Frage, ob der Täter geblieben ist, mit ja beantwortet worden, sonst macht die Frage keinen Sinn. Diese Frage ist aber, wenn mich nicht alles täuscht, nie eindeutig beantwortet worden. Die Meinungen gehen von "das Vieh war unversorgt" bis "der Täter war praktisch daueranwesend bis zur Aufdeckung der Tat". Keine Handlung hätte eine Daueranwesenheit erfordert. Selbst die Besitzer des Hofes hätten nicht daueranwesend im Stall sein müssen.
Also eigentlich eine sehr interessante Frage. Nur meines Erachtens der zweite Schritt vor dem ersten.
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Er ärgerte sich Jahre später sogar noch über die Witterungsbedingungen des Bodens - die haben verhindert, dass der Täter die Leichen vergraben konnte.
Wo ist die Information her, dass er sich darüber "geärgert" haben sollte? Die Anektode, dass er sinnierend in den Ruinen angetroffen worden sein soll und dann geäußert habe, ein Vergraben sei wohl geplant gewesen, ist mir bekannt, nur das "verärgert sein" darüber nicht.
Wer hätte denn ein Interesse haben können, die Leichen ausgerechnet auf dem eigenen Hof, in der Scheune z.B., zu vergraben? Selbst wenn der Boden weich wie Butter gewesen wäre? Nehmen wir an, Schlittenbauer sei der Täter und der Boden sei nicht gefroren gewesen, dann hätte er 6 Menschen dort begraben? Um hinterher dem Dorf was von ihrer Abwesenheit zu erzählen? Dass sie nach Amerika ausgewandert seien, aber ihr Essen noch auf dem Tisch haben stehen lassen? Um dann das ganze Dorf durch das Anwesen zu führen, und keinem von denen, alle erfahren in Bodenbearbeitung, wenn auch nicht Forensik, wäre frisch aufgegrabene Erde in einem Innenbereich aufgefallen? Das erscheint mir wirklich sehr abwegig.

Schlittenbauer war m.E. emotional involviert in den Fall und hätte dafür genug Gründe gehabt - ohne Täter sein zu müssen. Die Wahl der Ich-Sprache überzeugt mit als Indiz überhaupt nicht. Mir scheint es eher eine persönliche Angewohnheit zu sein, ob Menschen eher von "man" oder "ich" sprechen.
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Dem Täter bedeutete die "Ruhe" auf dem Hof alles. Der Schein in Hinterkaifeck musste gewahrt bleiben. Aus forensischer und psychologischer Sicht ist es hoch plausibel, dass der Täter nicht von außen kam. Er stammte aus dem Dorf - und er hatte ein enges und sehr persönliches Beziehungsgeflecht zu den Menschen auf Hinterkaifeck.
Dass es in diese Richtung geht, denke ich auch - aber halt nicht in Richtung Schlittenbauer.
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Solche Faktoren wirken laut empirischer Beziehungsgewaltforschung wie ein Brandbeschleuniger für „familiale Auslöschungstaten“.
Wer sind denn üblicherweise die Täter von "familialen Auslöschungstaten", was hast Du da in der Literatur gefunden? Auf welche Stichproben beziehen sich evtl. Studien und wie wäre das auf die Zeit von 1922 übertragbar?


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11.08.2025 um 11:33
@Marzipanferkel
Danke für Deine Ausführung, ich denke, Du stellst die richtigen Fragen, aber mir geht es wie @megavolt ich teile nicht alle Schlussfolgerungen.
Die Frage, war der Täter lange/ überhaupt/ nur sporadisch auf dem Hof, ist genauso entscheidend, wie die Frage, war es ein Raubmord j/n? Die Tat selbst, ich hatte das schon sehr oft ausgeführt, weist auf eine emotionale Eruption hin, eine ungeplante Tat, die sich aus der Situation ergibt. Es gab keinen vorherigen Plan, alle Anwohner zu töten, vielleicht maximal die Idee, es bei einer bestimmten Entwicklung zu tun. Maximal, also wenn man juristisch bewerten möchte, bedingter Vorsatz. Einen Raub sehe ich nicht, da offensichtliche Wertgegenstände nicht mitgenommen wurden.
Die Frage mit der Anwesenheit auf dem Hof ist von großer Bedeutung. Ein Dorfbewohner kann nicht daueranwesend gewesen sein, das wäre aufgefallen, wenn jemand 4 Tage verschwunden gewesen wäre. Ich sehe es wie @megavolt ein Bewohner aus dem Dorf, wäre ja selbst ein mit der Landwirtschaft vertrauter, der wüsste auch, dass man das Vieh nicht dauer betreuen muss. Sprich: gerade ein "interner" Täter wäre sicher nur kurz und sporadisch da gewesen, um ggf. das nötigste zu tun und die Auffindung herauszuzögern. Dieser Täter musste aber bei jeder Stippvisite das Risiko eingehen, auf dem Weg hin und zurück gesehen zu werden. Das könnte also nur jemand sein, der verdachtsfrei in der Nähe des Hofes sein könnte, weil er dort z.B. seine eigenen Felder hat oder sein Holz.
Ein externer Täter, der von mir eigentlich ausgeschlossene Raubmörder, der könnte sich u.U. 3 Tage am Stück dort aufgehalten haben. Seine Abwesenheit würde nicht in Verbindung mit der Tat gebracht werden, er ist ein herumziehender Landstreicher oder Berufskrimineller. Aber die Tat sieht eben nicht nach einer solchen Tat aus.


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11.08.2025 um 11:44
@Marzipanferkel :
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:FALSCH! Es gab eine neue Erpressung kurz vor der Tat!

Im März 1922 - also unmittelbar vor den Morden - verklagte Viktoria Gabriel Lorenz Schlittenbauer auf Zahlung von Alimenten, da er seiner angenommenen Vaterschaft für Josef nicht mehr nachkam. Das ist in den Akten des Vormundschaftsgerichts dokumentiert.

Es gibt dokumentierte Drohungen: Viktoria Gabriel wollte private Details öffentlich machen. In mehreren Ermittlungsakten taucht die Formulierung auf, Schlittenbauer sei von Viktoria „erpresst“ oder „unter Druck gesetzt“ worden, um Geldforderungen durchzusetzen.
Da Dein gesamtes Konstrukt darauf fußt, erspare ich mir, auf den Rest einzugehen. Darüber kann man sich nochmal Gedanken machen, wenn Du das hier:
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Das ist in den Akten des Vormundschaftsgerichts dokumentiert.

und das hier:
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Es gibt dokumentierte Drohungen: Viktoria Gabriel wollte private Details öffentlich machen.
belegst. Du stehst doch so auf Quellen, also fröhlich heraus damit. Ich wäre beeindruckt.

Ansonsten ist das nur mit pseudowissenschaftlichen Ornamenten versehene heiße Luft.

MfG

Dew



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12.08.2025 um 12:44
Da hat @Marzipanferkel aber einen rausgehauen und wie schon zuvor (ich zitiere mich selbst) kommt danach nichts mehr:
Zitat von jaskajaska schrieb am 28.11.2024:Leider hat @Marzipanferkel die Diskussion verlassen, nachdem konkret nachgefragt wurde
Erst völlig bescheuerte Vorwürfe wegen des nicht mehr verfügbaren FFB-Berichts machen, dann um jeden Preis Schlittenbauer verdächtigen und wiederholt auf Nachweise hinweisen, die jedoch nicht kommen und den Schwanz einziehen - das ist doch mal ein wertvoller Diskussionsbeitrag.


@Marzipanferkel

Um die Nachweise nicht zu vergessen, hier die Anforderungsliste:




1. Nachweis über Schlittenbauers Stress
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb am 09.08.2025:Er litt zur Tatzeit nachgewiesenermaßen unter multiplem psychischen und sozialen Stress
2. Nachweis, dass es eine Erpressung gab 1922 und damit einhergehend, dass es
3. zuvor bereits eine Erpressung gegeben hatte
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Es gab eine neue Erpressung kurz vor der Tat!
4. Nachweis über eine Anzeige der Viktoria Gabriel gegen Schlittenbauer im März 1922
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Im März 1922 - also unmittelbar vor den Morden - verklagte Viktoria Gabriel Lorenz Schlittenbauer auf Zahlung von Alimenten
5. Nachweis über Drohungen
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Es gibt dokumentierte Drohungen: Viktoria Gabriel wollte private Details öffentlich machen.
6. Nachweis über Erpressungen
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:In mehreren Ermittlungsakten taucht die Formulierung auf, Schlittenbauer sei von Viktoria „erpresst“ oder „unter Druck gesetzt“ worden
7. Nachweis über "gefühlten Betrug" an Schlittenbauer
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Schlittenbauer fühlte sich mehrfach um Ländereien, Ruf und Status betrogen. Der alte Gruber und Victoria Gabriel haben ihm eine Hofübernahme von Hinterkaifeck mehrfach verweigert.
8. Eskalation eines Streites kurz vor den Morden
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Und kurz vor den Morden ist das wieder alles eskaliert.
9. Nachweis, dass ein Sechsfachmord eine Mordserie ist
Zitat von MarzipanferkelMarzipanferkel schrieb:Die brutale Mordserie
Bevor Du weitere Behauptungen aufstellst, belege bitte mal die oberen.
Und keine Sorge, das wird nicht vergessen.
Ist jetzt quasi "aktenkundig" und kann immer herausgezogen werden.
Ich frag auch nicht aus Spaß, aber nach 17 Jahren Hinterkaifeck-Beschäftigung fehlen mir genau solche Nachweise gegen Schlittenbauer. Eine Sensation, wenn es die gäbe. Freu mich darauf, diese Nachweise zu prüfen.


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13.08.2025 um 23:06
Die Allmystery-Verwaltung hat mir eine Erinnerungsmail gesendet, so schreibe ich dies kurz: Es ist interessant, hier im Forum immer wieder mit zu lesen, da die Literatur zu dem Fall recht überschaubar ist, ich diese angeschafft und gelesen habe.

Nach wie vor ist für mich die Version mit dem zufälligen Räuber(n) oder Streuner(n), die mit Abstand schwächste. Einfach aus dem Bauch heraus wie man so sagt, ist das am wenigsten nachvollziehbar. Größter Fakt ist dabei, das nicht erklärbare gezielte Verstecken des Mordwerkzeugs als auch die da fehlende Wut um solche Morde zu begehen.

Schade, das es absehbar kein Ende, keine Lösung geben wird. Alle Versionen sind wohl nicht mehr zu beweisen.


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15.08.2025 um 14:53
Zitat von ElbflorenzerElbflorenzer schrieb:Schade, das es absehbar kein Ende, keine Lösung geben wird. Alle Versionen sind wohl nicht mehr zu beweisen.
So ist es- und ich stimme deiner Einschätzung zu. Noch unwahrscheinlicher als die Raubmörder Theorie ist die mit Fememord oder der Gruber war’s! Oder die UFO Theorie. Circa in der Reihenfolge


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16.08.2025 um 17:54
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Noch unwahrscheinlicher als die Raubmörder Theorie ist die mit Fememord oder der Gruber war’s!
Wenn man sich etwas intensiver mit der Gruber Theorie beschäftigt ist diese durchaus wahrscheinlich.


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16.08.2025 um 18:29
Zitat von MarcAHMarcAH schrieb:Wenn man sich etwas intensiver mit der Gruber Theorie beschäftigt ist diese durchaus wahrscheinlich.
Hatten wir schon: nein, ist sie nicht.


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16.08.2025 um 20:35
Wenn in einer Familie häusliche Gewalt vorkommt, und das war hier der Fall, und die Frau kommt dann gewaltsam zu Tode, dann war statistisch gesehen der Partner der Frau in etwa 3/4 der Fälle der Täter. Herr Gruber hat sich als Partner der Victoria verstanden. Es lohnt sich sehr, sich mit dem Thema Häusliche Gewalt, Gewalt gegen sexuelle Selbstbestimmung etc. zu beschäftigen. Es gibt Score-Systeme, die z.B. auch von der Jugendhilfe genutzt werden und die einem nach Datenlage eine erste Einschätzung erlauben. Diese Familie würde heute sehr hoch scoren. Sie wäre heute, da bin ich fest überzeugt, in enger Begleitung des Jugendamtes (wegen Kindeswohlgefährdung). Vielleicht wäre so ein Drama aber auch heute nicht zu verhindern gewesen.
Meines Erachtens lohnt Beschäftigung mit diesem Themenkomplex mehr, als zu überlegen, wieviele Doppeldecker wohl in eine Scheune passen oder was noch unter den Kartoffeln und Kohlen im Keller gewesen sein könnte.
Der Haken dabei: die Forschung bezieht sich überwiegend auf die wenigen letzten Jahrzehnte, inwieweit das auf 1922 hinterstes Bayern übertragbar ist, kann man diskutieren.
Es wird seinen Grund gehabt haben, dass die beiden Frauen gewürgt worden sind. Ein oder mehrere Täter, die nur möglichst schnell alle hätten ausschalten wollen, hätte sich damit nicht aufhalten müssen, wenn er/sie offensichtlich ja ein wirksames Schlaginstrument hatte/n.
Was den Herrn Gruber betrifft, ist meine Meinung, dass Herr Schlittenbauer mit seiner Bemerkung, hier hat der Herrgott seine Hand am rechten Fleck gehabt, wohl recht gehabt hat.
Dumm ist halt, dass Herr Gruber auch zu Tode gekommen ist. Sonst wäre das Ganze leichter zu verstehen.


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16.08.2025 um 21:07
@megavolt
Es wurde hier im Forum sicherlich oft diskutiert, aber die Tatsache, dass Gruber nun mal abgedeckt mit den anderen Leichen lag ist nicht wegzudiskutieren.

Häuslichen Gewalt und Inzest in der Familie hat natürlich heutzutage einen völlig anderen Stellenwert in der Gesellschaft als im Bayern der 20er Jahre.
Indes, wie du es beschreibst, die Dynamik ist die gleiche, mag es auch an wissenschaftlichen Untersuchungen bezogen auf die damalige Zeit mangeln.

Allerdings ist eine Täterschaft Grubers, obgleich nicht vollkommen auszuschließen, aufgrund der Auffindesituation nur schwer erklärbar.

Vielleicht flossen hier einfach verschiedene Dynamiken ineinander.
Eine von Schlittenbauers ersten Aussagen vor der Auffindung bezog sich darauf, dass sich die Hinterkaifecker wohl alle erhängt haben müssen. Seine Söhne wurden angehalten, draußen zu warten. Man vermutete bereits Leichen auf dem Hof.

Entstand diese Vermutung aus der Kenntnis der häuslichen Verhältnisse? Suizid statt Mord oder Unfall.

Oder wollte Schlittenbauer die Geschichte spinnen?


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Mordfall Hinterkaifeck

16.08.2025 um 22:05
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Es wurde hier im Forum sicherlich oft diskutiert, aber die Tatsache, dass Gruber nun mal abgedeckt mit den anderen Leichen lag ist nicht wegzudiskutieren.
Ja, er hat sich nicht selbst abgedeckt und auch nicht suizidiert. Sollte es sich so zugetragen haben, dass Gruber seine Familie und die Magd umgebracht hat, jemand anders aber Gruber, dann hätte natürlich nahegelegen, ihn dazuzulegen. Ich denke, das ist kein triftiges Argument gegen die Theorie.

Ich denke, es war im Dorf klar - zumindest war es Schlittenbauer klar - was bei der Familie im Busche war. Als Ortsvorsteher denke ich hatte er einen Überblick und seine ja als empathisch überlieferte Frau scheint ja auch einen recht guten Kontakt zu Victoria gehabt zu haben.

Vielleicht war es so, dass Schlittenbauers Söhne beim Auftrag, nachzuschauen, in Teufels Küche gerieten und in eine Notwehrsituation kamen. Der Vater hat dann die Auffindesituation so verändert, dass man von externen Tätern ausging, z.B. die Kreuzhacke in den Futtertrog legen. Zeit und Ortskenntnis genug hätten sie gehabt.

Die Anmerkung Schlittenbauers, der Täter habe die Leichen wohl vergraben wollen, ist sehr interessant, wenn auch nur anektotisch überliefert. Der einzige, der halbwegs ein Motiv fürs Vergraben hätte haben können, war eigentlich Gruber. Gruber hätte sich einbilden können, dass dies zunächst einmal ein sicherer Ort war, es war ja "sein" Grund und Boden. Er wäre nicht der erste, der denkt, er käme nach einem Mord naher Angehöriger so einfach davon (wenn die Täter keinen Suizid begehen). Trotzdem wäre es natürlich einfältig gewesen - er hätte sich keine so gute Geschichte ausdenken können, dass man ihm das Verschwinden von 5 Leuten, inkl. der Magd, dauerhaft abgenommen hätte. Abgesehen davon wäre er wohl Tage beschäftigt gewesen, eine so große Grube auszuheben. Es muss ihm auch klar geworden sein, dass es für ihn praktisch keine Perspektive gab, den Hof alleine zu bewirtschaften. Vermutlich hat er deswegen bleiben gelassen, nicht nur weil der Boden gefroren gewesen sei.

Ein Motiv, warum Schlittenbauer das einfach so gesagt haben sollte, erschließt sich mir nicht. Er wollte damit anscheinend ja nicht z.B. in eine bestimmte Täterrichtung verweisen. Er hat von der Story keinen Profit gehabt, außer sich mal wieder verdächtig zu machen. Dafür glaube ich, war er zu intelligent. Es kann natürlich sein, wenn sich die Szene überhaupt so zugetragen hat, dass er über irgendwelche anderen, harmlose Grabespuren, ins wilde Phantasieren kam.


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Mordfall Hinterkaifeck

17.08.2025 um 00:53
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Es wird seinen Grund gehabt haben, dass die beiden Frauen gewürgt worden sind. Ein oder mehrere Täter, die nur möglichst schnell alle hätten ausschalten wollen, hätte sich damit nicht aufhalten müssen, wenn er/sie offensichtlich ja ein wirksames Schlaginstrument hatte/n.
Gewürgt wurde nach Aktenlage nur eine Frau, wobei aufgrund der nachlässigen Dokumentation unklar ist welche.
In der Telefonnotiz werden die Würgespuren der alten Frau Gruber zugeordnet, während im Bericht v. Staatsanwalt Renner die Würgespuren bei der Leiche der jungen Frau waren.
Ich will bzgl. der Würgespuren nicht diskutieren-da ich es nicht weiß, und beides möglich ist -, wer die nun hatte, oder Recht haben, dass die nur eine Frau hatte, aber einwerfen, dass
  1. falls die Würgemale mit der Tat in Zusammenhang stehen, und wirklich nur eine Frau gewürgt wurde man in Betracht ziehen muss, dass diese Frau zuerst auf den Täter stieß, und von ihm gewürgt wurde, um sie am Schreien zu hindern. [/i](vielleicht hatte er sie bis zur oder kurz vor die Bewusstlosigkeit gewürgt, und dann die eine Waffe gesucht und dabei die hofeigene Reuthaue gefunden?!
  2. die Würgemale egal ob nun eine oder beide Frauen betreffend evtl. a, Abend vor der Tat entstanden sein könnten, als diesen Streit mit häusl. Gewalt gab, bei dem eine der Frauen weggelaufen war.
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Ich denke, es war im Dorf klar - zumindest war es Schlittenbauer klar - was bei der Familie im Busche war. Als Ortsvorsteher denke ich hatte er einen Überblick und seine ja als empathisch überlieferte Frau scheint ja auch einen recht guten Kontakt zu Victoria gehabt zu haben.
Nein, als Ortsführer musste er davon gar nichts mitbekommen haben. Er war kein Seelsorger, wo sich die Dorfbewohner mit privaten Problemen beschweren oder auskotzen konnten. Vielmehr war er eher sowas wie ein Spielverderber. Er koordinierte Ernteeinsätze, wer wann die Dreschmaschine bekommt, wer wann Schneeräumen muss.
https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Wissen:_Ortsf%C3%BChrer

Woher hast Du das mit der empath. Frau die gut mit Viktoria konnte?
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Vielleicht war es so, dass Schlittenbauers Söhne beim Auftrag, nachzuschauen, in Teufels Küche gerieten und in eine Notwehrsituation kamen. Der Vater hat dann die Auffindesituation so verändert, dass man von externen Tätern ausging, z.B. die Kreuzhacke in den Futtertrog legen. Zeit und Ortskenntnis genug hätten sie gehabt.
Der Gedanke an und für sich ist schon interessant, aber wie mit jedem Täter , hab ich Probleme damit, dass Gruber-der nur wenige Stunden nachdem er selbst zum Mörder wurde, selbst auf seinen Mörder trifft. Wie wahrscheinlich ist das statistisch? Zwei aktive Mörder am gleichen Ort am gleichen Wochenende?
Und Dr. Aumiller, der Gerichtsarzt, der ja Medizin studierte, sich zum Landgerichtsarzt/ Rechtsmediziner weiter bildete; und unmittelbar vor seiner Anstellung in Neuburg längere Zeit als Hospitant bei Prof. D. Julius Stumpf war, der hätte doch anhand des Verwesungsprozesses bemerkt, dass Andreas Gruber später gestorben wäre.

Hier kommt nocvh hinzu, dass die beiden Schlittenbauer Buben gerade 16 und 9 waren, der jüngere wurde an diesem Tag 9. Sowas hätte die Beiden doch traumatisiert.


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