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Mordfall Hinterkaifeck

51.780 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

15.11.2007 um 18:49
@oldschool70,
muss mal nachschauen, ob ich von OPA's WK-1 ruestzeug noch paar kartuschen Gruenkreuz oder Gelbkreuz habe, dazu von unseren amerikanischen freunden noch paar gallonen "agent orange" !!
das gibt den ultimativen advent-mix, der haut besser rein als jedes Erzgebirge-raeucher-manderl !
damit bauen wir uns einen kleinen amateur-nebelmascchine, gegen laestige zweibeinige HK-panik-insekten !
hehe, ueberdies sind wahrscheinlich auch beamten vor ort, das wird dann fuer stoerenfriede hoechst unangenehm, zudem video-aufnahmen kein thema sind.

da mache ich mir wenig sorgen. wir sind doch zuvorderst friedliche umstuerzler !!
************************************************************
ciao: Bernie


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15.11.2007 um 20:48
@schatten69, gegenseitiges Gefallen war mit Sicherheit vorhanden, Vics Situation schliesst auch nicht aus dass sie sich nicht durchsetzen konnte, sowohl dem Vater als auch anderen gegenüber.
Es muss auch keineswegs so gewesen sein dass der Vater sie mit Gewalt "vergewaltigt" hat.
Es gibt andere Möglichkeiten ein Kind dazu zu erziehen mit dem Vater Sex zu machen.
Meiner Meinung nach die schlimmere Form einer Vergewaltigung weil die Frauen zu der ganzen Belastung auch noch das schlechte Gewissen haben - sie wollten ja Sex mit dem Vater.
Allein findet man da keinen Weg hinaus.
@Sabine123, das Stockholm Syndrom ist eine Möglichkeit damit klar zu kommen, Natascha Kampusch ist da wohl das populärste Beispiel.


Ich denke Vic schwankte zwischen Hass und Liebe, unfähig damit umzugehen ( wie auch).
Ihre Heirat war für sie wohl eine Möglichkeit damit endlich Schluss zu machen, ich bin mir sicher, sie hat die Heirat auch sofort wieder bereut.

Aber nun was anderes...ich überlege schon die ganzen Wochen was passieren muss dass man zu so einer Tat fähig ist.
Ich persönlich kann mit Vics Ehemann nicht abschliessen, nur bei ihm kann ich die Fähigkeit zur Tat nachvollziehen.
Wer sagt uns denn dass die beiden Zeugen für ihn nicht gelogen hatten als sie seinen Tod bestätigten?
Für mich passt das alles ganz gut zusammen,angenommen der Fremde den Vic geohrfeigt hat war ihr Mann, (ich weiss, es ist nicht belegt) dann wusste die Familie dass was passieren wird, deswegen hat der Gruber wohl auch ein neues Brett an die Tür gemacht, ich schätze ihr Fehler war dass sie ihm keinen Mord zugetraut hatten.
Der Hund schlägt natürlich nicht an beim alten Herrchen und dass er offenbar noch Tage im Haus zugebracht hat, könnte auch damit zu erklären sein dass er a) vielleicht nach einem Brief gesucht hat der ihn als eben nicht tot verraten konnte oder b) schlicht und einfach der psychologische Aspekt.

Warum der LTV allerdings so eigenartig reagiert kann ich mir momentan nicht erklären, vielleicht wusste er davon, vielleicht hat er geholfen, wer weiss.


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15.11.2007 um 21:58
@lesmona, was mir bei den kameraden von gabriel auffiel ist das sich auch ihre aussage widersprechen. das könnte man als anzeichen dafür nehmen das die beiden eine schlecht abgestimmte falschaussage machten.
wenn gabriel also nicht tot war, ist er automatisch der hauptverdächtige. und wie stand er zu schlittenhuber? waren sie befreundet?

Ach so, hall Ihr Alle. Ich lese seit vorgestern hier mit und bin regelrecht erschlagen von Eurem Engargement und den vielen Infos die Ihr zusammentragen konntet. Danke.


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15.11.2007 um 22:33
@kepptn, keine Ahnung wie der LTV zu Vics Ehemann stand, dass sich die Aussagen der beiden Kameraden nicht decken, bzw später etwas anders formuliert wurden, erklärte man damit dass ja einige Jahrzehnte vergangen waren und man da durchaus das ein oder andere vergessen kann.

Eine Erklärung die ich ehrlich gesagt nicht gelten lasse, gerade Extremsituationen merkt man sich teilweise mit sogar Gerüchen und Gefühlen Jahrzehnte lang.

Das versucht wurde die Auffindung der HK`ler hinauszuschieben passt mir nicht ins Bild vom LTV,allerdings passt mir beim LTV einiges nicht ins Bild, was mich total irritiert ist das Brotzeit machen von ihm obwohl die Toten noch alle da sind, ich meine er befindet sich ein paar Hundert Meter entfernt von seinem Haus und muss Brotzeit machen in einem Hof voller Leichen?
Damit unterbewusst signalisieren ER ist hier zu Hause...nene, das ist mir zu einfach, werde mich mal morgen mit ein paar Kollegen unterhalten.

P.s. WArum an das naheliegende denken wenns auch kompliziert geht? Ich denke dass er unter Schock stand, auch das immer darauf hinweisen dass sein Sohn da oben liegt deutet auf Schock hin.
Ebenso das Brotzeit machen, im Moment war er total überfordert, konnte sich also keinesfalls dem stellen was da passiert ist, er macht also etwas ganz banales, etwas das wie von selber läuft, kann man öfter bei Personen die unter Schock stehen beobachten, sie wollen etwas ganz alltägliches machen........


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16.11.2007 um 00:11
@lesmona und käpptn (oder besser Jan)

herzlich willkommen käptn :-) In deinem Beitrag unter http://www.hinterkaifeck.net/2007/11/15/am-1-april-sterben-verraeter/ (Archiv-Version vom 26.12.2007) hast Du Dich ja heute ausführlich auch in dieser Richtung geäussert.

Gabriels Frontkameraden Bichler und Haas wurden 1922 (Bichler) und nochmals 1951 (beide) vernommen und im Grunde nichts grob abweichendes ausgesagt. Bei der zweiten Aussage 1951 ist zudem noch die lange Zeitspanne nach der Tat zu berücksichtigen.

- Caelli war Gabriels leibliche Tochter, warum sollte er das Kind erschlagen?
- Er rückte freiwillig im August 1914 ein, warum und vor allem wohin soll er vier Monate später desertieren, nachdem er zudem erst ein paar Tage direkt an der Front war?
- Wo hat er sich dann sieben Jahre aufgehalten und was hat den zur Tatreife nötigen Hass in dieser Zeit konserviert?
- Der Strick im Motorenhaus hing wahrscheinlich am Auffindetag der Leichen noch nicht dort.

Meine Meinung: Karl war nach Heirat und Zeugung froh das er sich zum Kriegsdienst melden konnte, nachdem er ein Vierteljahr Gelegenheit hatte, den alten Gruber ausführlich kennenzulernen. Nachdem er den Dienst in Kösching wahrscheinlich angenehmer als auf HK empfand, hat es ihn schlicht und ergreifend drei Tage, nachdem es ernst wurde, im Schützengraben getroffen.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 00:15
@ bernie

nach Deinem letzten Posting bist Du für mich entgültig Dr. Emmett Brown aus "Zurück in die Zukunft" :-)))
Schade, das ich mich im Dezember nicht persönlich davon überzeugen kann.


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16.11.2007 um 00:36
@stalinstadt:

Ich heisse kepptn, darauf lege ich viel wert. Ich bin auch nicht mit Jan identisch, ich bin vielmehr ein Fan von ihm. Tatsächlich habe ich mein Argument, die beiden Kameraden betreffend, anhand seines Posts an dritter Stelle gefuden. Ich bin auch nicht davon überzeugt das Gabriel der Mörder ist, ebensowenig bin ich aber auch davon überzeugt das er tatächlich gefallen war.

Das die beiden sich nicht an die gleichen Details erinnern könte man auch darauf zurückführen das man sich nach der langen Zeit an abgesprochenes nichtmehr so gut erinnert. Gerade an das Foto sollte sich der, der es einsteckte erinnern. Genausowenig kann man sich so ein markantes Detail ausdenken.
Ich persönlich denke auch eher an Schlittenbauer, ganz einfach schon deshalb weil es die einfachste Erklärung ist und die einfachste Lösung ist meist de richtige.
Aber auch hier gibt es genug Widersprüche, ebenso wie es Anzeichen für Gabriel als Täter gibt.

Wenn man Jan's, ich wiederhole: Es ist nicht meine, Theorie folgt, klingt sie auh recht schlüssig, wenn man bereit ist das Offensichtliche aus anderem Licht zu betrachten.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 06:45
@lesmona

Es mag schwierig sein zu beurteilen, welches Verhalten nach einem solch schockierenden Fund adäquat ist. Eindeutig belegt ist aber, dass Reingruber sein Verhalten zumindest merkwürdig fand.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 07:18
Ich halte den LTV für nicht so dumm dass er so etwas unübliches wie Brotzeit am Tatort macht und damit verdächtig wird.

Ausserdem meinte der Pfarrer ja dass der Mörder tot ist (hab die Jahreszahl gerade nicht im Kopf), und da lebte der LTV noch.

Seine Ansprache von Kain und Abel könnte aber auch auf den Sohn aus erster Ehe hindeuten.
Eine Sterbeurkunde gibt es nicht, unter den Erben war er aber auch nicht, vielleicht war er einfach nicht auffindbar oder es wusste niemand mehr von ihm oder er wurde adoptiert.

Wenn es der LTV war fehlt uns ein Steinchen,nämlich das welches ihn zu so einer Tat befähigte.


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16.11.2007 um 07:25
Es muss auf jeden Fall eine akkute Gefahr dagewesen sein von der die HK`ler wussten.
Deshalb ja auch das neue Brett.
Dass sie sich unter diesen Umständen auch noch einzeln in den Stall locken lassen halte ich für unwarscheinlich.
Selbst wenn Vic die losgerissene Kuh hörte, ich an ihrer Stelle hätte in so einer Situation entweder den Vater oder die Mutter mitgenommen plus einer Waffe.

Wenn es tatsächlich so war muss es aber mehr als ein Täter gewesen sein.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 07:45
@lesmona

Momentan wissen wir nicht, wann Andreas Asam verstorben ist. Es ist nur so, dass sein Tod nicht im Kirchenbuch von Waidhofen verzeichnet ist. Er könnte aber andernorts vor 1922 verstorben sein. das muss noch überprüft werden.

Die dem Pfarrer zugesprochene Aussage, dass der Mörder nun schon (1931) tot ist, sollte nicht überbewertet werden, da in den Akten keine Aussage des Pfarrers enthalten ist und er aufgrund des Beichtgeheimnisses nicht einmal andeutungsweise etwas über den Mörder sagen durfte.


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16.11.2007 um 11:41
@all
ich habe jetzt auch meine Zeitungen bekommen: 5.4. und 7.4. Neuburger Zeitung und 23.3./30.3./1.4./13.4./15.4./20.4./22.4. und 25.4.1922.
ich habe sie heute überflogen und mir alles was ich gesehen habe über HK angemerkt. dies werd ich in den nächsten Stunden hier posten... sobald ich aus der Reichweite meines Chefs bin..:O))
Der liest zwar die Leuschner-Bibel, aber ob ihm das Wiedergeben von Zeitungsartikeln während der Arbeitszeit so Recht ist, wage ich zu bezweifeln..:O)
Als erstes fiel mir auf, daß dies eine Zeitung ist, die - wie AngRa schon schrieb - keine Bilder hat, Text reiht sich an Text ohne große reiserische Überschriften.
Die HK-Sache - was mich schon überraschte - steht meist auf seite 3 unter Lokales und erstreckt sich auf ein paar Zeilen, so als würden jeden Tag 6 Menschen erschlagen werden.
Aber da wurden auch Kinder vergewaltigt und getötet .. und es gab nur 3 Zeilen darüber. Wäre in der heutigen Zeit nicht mehr denkbar... anscheinend hatten die alle andere Probleme.
Habe auch Anzeigen gesehen von Schrobenhauser Bankhäusern.. dumler etc.... weiß man, bei welchem Bankhaus die HK ihre KOnten hatten?
Und es gibt Eintragen über Geburten, Hochzeiten, Verlobungen, Gerichtsurteile.. (ich glaube, wir müssen nochmal ran wegen dem Blutschandeurteil..), aber auch Börsennachrichten und was im Rest der Welt so passierte. Höchst interessant, da ging es auch schon um Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Briefmarkenerhöhungen, nicht recht viel anders als bei uns heute. Stellenanzeigen und vieles mehr.. was doch recht interessant ist, und so wie ich es mir vorgestellt hatte, einen kleinen Einblick in die damalige Zeit vermittelt. Der übrigens gar nicht so recht viel anders ist als heute.::O)
Leider kann ich keines scannen und hier reinstellen, damit ihr eine Ahnung habt, wovon ich hier rede...
Ich könnte es aber jemandem zufaxen, der sich leichter tut als ich, es hier zu veröffentlichen...
So, ich fange dann langsam an zu schreiben.. und wenn ich alles fertig habe, poste ich es!


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 11:44
ach ja, der Name Schlittenbauer wird - alles was ich bisher gelesen habe - nicht erwähnt... keine Korrektur des falschen Namens von Schrittenlocher... aber es kann auch sein, daß ich noch was überlesen habe... es ist sehr viel Text, sehr klein, in der altertümlichen Schrift.:O)

Habe auch im kirchenanzeiger was gefunden, Verlobung Starringer und das aus dem Hause Starringer eine Messe gezahlt wurde. Genaueres kommt dann...


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16.11.2007 um 12:42
So, Teil 1, Chef ist in Mittag

Neuburger Anzeigenblatt vom 5.4.1922:
noch keine Erwähnung, viel politisches... fast SZ-Niveau..:O)

Neuburger Anzeigenblatt vom 7.4.1922:
Seite 1: Kampf gegen die Teuerung und das neue Umsatzsteuergesetz.
Seite 2: Sechsfacher Raubmord: Ein grauenvolles Verbrechen, von Bestien in Menschengestalt verübt, wird aus der Nähe von Schrobenhausen gemeldet. Zehn Minuten von Wangen entfernt steht in der Einöde Kaifeck ein einsamer Bauernhof hart am Walde. In dem Hofe fand man sechs Personen, die ganze Familie, ermordet auf. Die im Austrage lebenden, in den 70er-Jahren stehenden Eheleute Gruber, die Besitzerin des Hofes Witwe Viktoria Gabriel, deren 8jähriges Töchterchen Viktoria und den 2einhalbjährigen Sohn Josef; außerdem die 40 Jahre alte Dienstmagd Maria Baumgartner, die erst seit dem 1. April bei dem Bauern im Dienst war. Allen Leichen war der Schädel eingeschlagen. In der Tenne lagen die Leichen der Austragseheleute, der Witwe und der 8jährigen Tochter. Der 2einhalbjährige Bube lag erschlagen im Kinderwagen, die Dienstmagd in der Kammer. Die Familie galt als wohlhabend. Der Mord ist wahrscheinlich schon in der Nacht vom Freitag auf den Samstag der vorigen Woche verübt worden. Alle Kästen waren aufgebrochen. Die Ermordeten sollen 100.000 Mark Bargeld, Gold und Silber, sowie eine Anzahl Pfandbriefe besessen haben. Die Mordtat wurde mit einer sogenannten Kreuzspitzhacke ausgeführt.
Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Was geraubt wurde, steht noch nicht fest. Aus München und Neuburg a.D. haben sich Gerichtskommissionen an die Mordstätte begeben.
Hierzu erfahren wir noch: Die fürchterliche Mordtat wurde durch den Postboten am Dienstag Abend entdeckt. Es sind sofort 6 Kriminalbeamte aus München mit zwei Polizeihunden an den Tatort abgegangen. Leider ohne Erfolg. Durch das regnerische Wetter war jede Spur ausgetilgt worden. Das Papiergeld soll vollständig geraubt, das Goldgeld und Pfandbriefe unberührt geblieben sein. Im Gegensatz zur ersten Meldung heißt es, daß 4 Leichen im Stalle vorgefunden wurden. Das Blut war vom Vieh wahrscheinlich aus Hunger aufgeleckt. Man vermutet, daß die Täter im Stalle eingebrochen sind. Infolge des Geräusches sahen die Hausinwohner nach und einer nach dem anderen wurde von den entmenschten Bestien erschlagen. Heute Donnerstag findet die Sektion der Leichen statt.


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16.11.2007 um 12:48
@Sabine123

Nach dem Verbrechen wurden am Tatort u.a.

je 1 Depotschein u. 1 Sparbuch des Bankgeschäfts Friedl & Dumler GmbH, Schrobenhausen
und je zwei Sparbücher des Darlehenskassenverein Waidhofen aufgefunden.

Die Sparbücher waren auf die Namen Andreas Gruber (F. & D.), Cäcilie Gabriel und Josef Gruber (DKV W) ausgestellt.

Vielen Dank für Deine Informationen aus den Ausgaben des Schrobenhausener Wochenblatts!


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16.11.2007 um 12:56
@Sabine123

Vielen Dank auch von mir für Deine Mühe und Deine interessanten Informationen!


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16.11.2007 um 12:57
Interessant, auch im Neuburger Anzeigenblatt vom 07.04.22 findet sich also kein detailierter Hinweis zur Auffindesituation der Opfer, vielmehr aber die falsche Information, der Postbote wäre beim Auffinden dabeigewesen.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 13:14
Teil 2.

Schrobenhauser Blatt vom 23.3.
Seite 1 über die Deckgebühren von Hengsten...:O))
Muß eines noch sagen: Die Kopien sind zum Teil schlecht, sehr hell oder mit dunklen Flecken..:O(
eine Anzeige des Bankgeschäft Friedl & Dumler, Schrobenhausen... und Werbeanzeigen gegen Gesichtsausschlag, Sterbebilder, und daß 2 Fuhrknechte gesucht würden und vieles mehr.

vom 1.4.im Kirchenanzeiger von Schrobenhausen:
Dienstag 4.4.: 6 Uhr Eheeinsegnung des Josef Stöckl'schen Brautpaares mit
Hochzeitsmesse.
Vom hl. Vater Pius XI sind 2000 Mark für Kleinrentner n das Stadtpfarramt gelangt, welche der Caritasortsausschuß verteilen wird, ferner Maismehl aus Amerika.

Schrobenhauser Blatt vom Do. 13.4.
Seite 1: Witwer und Tochter von Sohn bzw. Bruder getötet.
Seite 2: Die in Ingoldstadt und Mindelheim wegen des 6-fachen Raubmordes in Hinterkaifeck vorgenommenen Verhaftungen konnten nicht aufrecht erhalten werden, da die Verdächtigen nachweisen konnten, daß sie zu der in Frage kommenden Zeit nicht in der Schrobenhausener Gegend waren. Auch das Gerücht von einer freiwilligen Stellung der Täter in Augsburg ist falsch.
Gestern Abend wurden zwei junge Burschen von der dahier weilenden Landespolizei verhaftet. Zeugen der Verhaftung brachten den Vorfall sofort in Verbindung mit der Schreckenstat in HK. Die Bisitation ergab jedoch die Haltlosigkeit der Vermutung. Die Tat bleibt also nach wie vor in Dunkel gehüllt, umso mehr, als eine neuerdings aufgenommene Spur zu keinem Resultate führte und die dabei verhaftete Person ihr Alibi nachweisen konnte. Wertvoll wären irgendwelche Nachrichten über verdächtige Personen, die bereits mehrere Tage vor dem Morde in der Umgegend gesehen wurden. Denn aus verschiedenen Umständen wird geschlossen, daß die Mörder bereits mehrere Tage im Hause waren. Es war Heu ausgebreitet, um den Schall der Schritte zu dämpfen, an zwei Stellen war auch das Heu zusammengelegen, auch war ein Seil angebracht, mit Hilfe dessen man sich in den Stadel herablassen konnte, anscheinend um im Falle des vorzeitigen Entdecktwerdens verschiede Wege zur Flucht zu haben. Auch Dachplatten waren aufgezogen und zwar so, daß man auch den Eingang zum Hause beobachten konnte. Die Sektion der Leichen hat die Bestialität der Individuen nur bestätigt. Das 8-jährige Mädchen Viktoria scheint einen Todeskampf gehabt zu haben, denn sie hielt einen Büschel Haare in der Hand und läßt auch die Wunde unter dem Kinn schließen, daß diese ihr beigebracht worden ist, als sie bereits am Boden lag. Angestellte Versuche haben ergeben, daß das dumpf gebaute alte Haus nur schwer Töne vom Stadel in den Wohnräumen vernehmen läßt und so ist es erklärlich, daß die Hilferufe der jeweils im Stadel Niedergeschlagenen nicht aber nicht voll im Hause gehört wurde. An Vorräten scheinen die Mörder nur Brot - es wurde kein einziges Stückchen gefunden - und Fleisch mitgenommen zu haben.
Und als halbseitige Anzeige die bekannte Todesanzeige .


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16.11.2007 um 13:40
Da weis man garnicht mehr was man glauben soll. Jetzt hat der Postbote sie gefunden? Bin etwas durcheinander.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 14:39
3. Teil

Schrobenhausen 15.4.
Unter Lokales, Verlobungen 13.4.22: Herr Alois Eckmeir, Torfarbeiter in Pullach bei Aibling und Frl. Magdalena Starringer, Zimmermannstochter von Hier.
Im leider etwas unleserlichen Kirchenanzeiger von Waidhofen: Samstag heilige messe für verst. Jglg. Andreas Schrittenlocher von Waidhofen.
Außerdem ein Termin für einen protestantischen Gottesdienst am Ostermontag.
Es gab übrigens mehrere Bankhäuser in Schrobenhausen, unter anderem die Bayer. Vereinsbank.

Schrobenhausen 20.4.
Seite 2: Berg im Gau: Die Mordtat in Kaifeck und verschiedene andere Überfälle haben begreiflicherweise die Bevölkerung sehr geängstigt und so ist der Boden zur Märchenbildung und für Übertreibungen wie geschaffen. Auch die Nachricht von einem Einbruchsversuch beim Anwesen in Durschhofen, die an den Ostertagen von Mund zu Mund kursierte und derzufolge das Vieh im Stalle losgelassen worden sei, um ähnlich wie in Kaifeck die Bewohner des Hauses in den Stall zu locken und zu ermorden, hat ihre Bestätigung nicht gefunden. Es haben sich lediglich in der Frühe gegen halb 3 Uhr zwei Stück Vieh losgerissen. Einbrecher wurden jedoch nicht gesehen und konnten auch nicht verscheucht werden.



Schrobenhausen 22.4.
Stelle grad fest, daß in der Abteilung Standesamtsregister unter Geburten die Hälfte aller Kinder als illeg. angegeben werden.
Kennen wir einen Karl Stöckl? Der ist auch illeg.
Und daß sehr viele Kinder unter 3 jahren gestorben sind.
Und im Kirchenanzeiger Gerolsbach: Mittwoch halb 9 Uhr hl. Seelengottes V.D.R.B.L. des Josef Starringer, Gütlers in Gerenzhausen für die Opfer des Raubmordes in Kaifeck.

Seite 3: Die Staatsanwaltschaft in Neuburg fahndet nach dem 1897 in Geisenfeld geborenen Bäcker Josef Bärtl, der vor einiger Zeit aus der Heil- und Pflegeanstalt Günzburg entsprungen ist und , soviel wir wissen, an dem Raubmord an dem Bauern Adler in Ebenhausen Ende 1919 beteiligt war. Dieser Geisteskranke kommt als Täter oder Mitbeteiligter an dem 6-fachen Raumbord in der Einöde Hinterkaifeck in Frage. Er ist von untersetzter Gestalt, hat rotes Gesicht, dunkelblondes Haar, zugeschnittenen Schnurrbart, spricht oberbayerische Mundart, trug zeitweise Militäranzug und schwarze Gamaschen.
Bärtl ist als notorischer Mörder und Verbrecher in der Umgebung von Ingolstadt bekannt, schwindelte als falscher Gendarm den Leuten Papiergeld zum Abstempeln heraus und hatte sich auch in Ingolstadt als Darlehensschwindler und Heiratsvermittler niedergelassen. Lange Zeit entzog er sich der Festnahme, verweigerte in der Haft die Nahungsmittelaufnahme und erreichte zweimal die Einlieferung in die Heil- und Pflegeanstalt. Bei einer solchen Gelegenheit ist er entsprungen. Man neigt zu der Ansicht, daß Bärtl nicht geisteskrank ist, sondern ein raffinierter und gewaltätiger Simulant.
Die Erhebungen in der Mordsache HK werden eifrig und umfasend fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft in Neuburg bekommt alle mögliche Zuschriften, die auf die Spur hinlenken und die nach Ansicht der Einsender auf die Täter hinführen sollen. Bisher ist aber eine greifbare Spur nicht gefunden worden. Im Gegenteil. Die bisherigen Erhebungen gegen die Meistbelasteten waren negativ und es muß sich erst beweisen, ob der nunmehr gesuchte Bäcker Bärtl mit dem Mord in Verbindung steht. Als Kuriosum ist vielleicht zu erwähnen, daß die Staatsanwaltschaft auch zahlreiche Zuschriften über die Täterschaft von Medien bekommt, die sich mit der Sache befassen. Aber bis jetzt hat es den Anschein, daß alles, was die medien behaupten, in der Luft hängt. Einzelnes ist als unrichtig bereits erwiesen. Auch die Polizeidirektion München ist in der Sache sehr eifrig tätig.

Schrobenhausen, 25.4.
Seite 4, 24.4. Fast täglich, insbesondere an den Sonntagen erhält der Hof in Hinterkaifeck der Schauplatz des schrecklichen Raubmordes, Besuch von Neugierigen, aber auch von Kauflustigen. Es sollen schon 1 ½ Millionen Mark für das Anwesen geboten worden sein.

Letzte Anzeigenseite: Kleine eingerahmte Anzeige: Der Siebent- und Dreissigstgottesdienst für die 6 unglücklichen Opfer des Raubmordes von Kaifeck findet Montag und Dienstag, den 8. und 9. Mai vorm. 9 Uhr in Waidhofen statt.

So, das wars.. hoffe ich habe alles entdeckt... weitere Entdeckungen werden selbstverständlich sofort veröffentlicht. Viel Spaß beim Lesen!


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16.11.2007 um 14:40
@Sabine123

vielen Dank für Deine interessanten Informationen und für Deine Tipparbeit !


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16.11.2007 um 15:19
Nachtrag zur gestrigen Diskussion über den 26-jährigen Gröberner Dienstknecht Josef Schrittenlocher.

Nach Aussage des Andreas Schwaiger im Jahre 1951 handelt es sich bei dem von der Magd Kreszenz Rieger erwähnten "Bauern-Sepp von Gröbern" um Josef Schrittenlocher.
Ein ihr unbekannter Mann mit grünem Filzhut soll sich nachts an ihrem Kammerfenster als "Bauern-Sepp von Gröbern" ausgegeben haben.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 15:58
@elfeee
hab ich doch gerne gemacht.... wenn auch Blut und Wasser geschwitzt dabei... immer die Ohren auf die Schritte des Chefs gelenkt..:O)
Aber was sagt ihr eigentlich zu dem todesfall des Jüngling Andreas Schrittenlocher .. ob der mit dem Zeugen Schrittenlocher zu tun hatte? Bei Jüngling gehe ich von einem um die zwanzig Jahre alten Mann aus.. ob das ein Bruder zum Josef Schrittenl. war?


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 16:06
@oldschool
du hast Recht, in allen Zeitungen, die ich jetzt vorliegen habe, wird nirgends die genaue Auffindesituation geschildert, wer da beteiligt war etc.
Das mit dem Brot, dem Heu, den Gucklöchern etc.... alles wird beschrieben, nur die Umstände beim Auffinden nicht.

Ich hab noch eine Frage an Euch? In den obigen Bildern ist ein Foto dabei.. von den Särgen... das m.M. nach aus einem Zeitungsbericht ist.. welche Zeitung könnte dies sein? Denn weder Schrobenhausen noch Neuburg haben Bilder drin..


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 16:18
Der im Kirchenanzeiger Gerolsbach genannte Josef Starringer dürfte der Ehemann der Cäzilia Starringer sein und somit der Schwiegersohn der alten Gruberin sein.

Interessant für mich ist, dass StA Renner schon am 22.4.1922 hat nach dem Bäcker Bärtl fahnden lassen, obwohl er doch keinerlei Anhaltspunkte dafür hatte, dass dieser sich in der Umgegend von Hinterkaifeck aufgehalten hat.

Weiß denn jemand welche Illustrierten bzw. ob es überhaupt Illustrierte damals im Münchner Raum gegeben hat? Vielleicht wurde in diesen Blättern mit Bildern über den Mordfall Hinterkaifeck berichtet.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.11.2007 um 16:25
@all

Hallo, tolle Arbeit! Leider bin ich heute ziemlich im Stress. Melde mich aber, sobald es geht, wieder. Komisch, komisch...schon wieder gelöschte Beiträge....! Warum???

Lg,

Hauinolo


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