Mordfall Hinterkaifeck
24.06.2008 um 17:32
Noch zur Astrologie:
Bevor man total euphorisch und "tiefgläubig“ wird, sollte man hier einmal nachlesen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird trotzdem nicht jeder Glaubenswillige davon abzubringen sein.
http://www.gwup.org/themen/texte/astrologie/
GWUP Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.
Die GWUP informiert aus wissenschaftlicher Sicht über Parawissenschaften, Pseudowissenschaften und verwandte Überzeugungssysteme. Wir wenden uns gegen pseudowissenschaftliche Behauptungen und esoterische Heilslehren und möchten durch fundierte Informationen die Anfälligkeit für pseudowissenschaftliche Vorstellungen und Versprechungen abbauen.
26 % der bundesdeutschen Bürger glauben, "das Sternzeichen bzw. das Geburtshoroskop eines Menschen" habe einen "Einfluß auf den Verlauf des Lebens". Die etwa 6.000 Astrologen Deutschlands setzen nach einer vorsichtigen Schätzung jährlich etwa 150 Millionen EUR auf der Basis dieses Glaubens um. Genauer betrachtet gibt es "die" Astrologie im Singular allerdings gar nicht: Der einzige gemeinsame Nenner einer Vielzahl untereinander zerstrittener astrologischer Schulen ist die Behauptung eines Zusammenhangs zwischen den Stellungen von Gestirnen und irdischen Geschehnissen. Welche Gestirne relevant sein sollen und welche Bedeutung sie im einzelnen haben, ist unter Astrologen ebenso umstritten wie die Frage, welche irdischen Erscheinungen nun betroffen sein sollen: Horoskope werden nicht nur für Menschen erstellt, sondern auch für Staaten, Firmen, Haustiere, Autos, Börsenkurse und vieles andere mehr.
Warum ein solcher Zusammenhang überhaupt existieren soll, bleibt offen. Während manche Astrologen davon ausgehen, es gebe kausale Einwirkungen und Einflüsse aus dem Kosmos, behaupten andere, das Horoskop sei nur ein Symbolsystem, in dem sich ein "kosmisches Analogie-Prinzip" manifestiere. Die Aussagen der Trivial-Astrologie in den Tageszeitungen, bei denen die gesamte Menschheit kurzerhand in 12 Tierkreiszeichen eingeteilt wird, werden in der Regel von Journalisten - ohne die geringsten astrologischen Kenntnisse - verfaßt bzw. frei erfunden. Dem stehen komplexe "individuelle" Horoskope gegenüber, die aus Hunderten von Deutungselementen bestehen. Auch bei Verwendung eines falschen Geburtsdatums finden sich in einem derartigen Horoskop zwangsläufig eine Reihe richtiger Aussagen, was sich bei der Vielzahl der teilweise auch widersprüchlichen Deutungselemente gar nicht vermeiden läßt.
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Der Wissenschaftsrat der GWUP:
* 1. Vorsitzender: Prof. Dr. Peter Kröling, Balneologie, München
* 2. Vorsitzender: Prof. Dr. Wolfgang Hell, Psychologie, Münster
* Dr. Stephan Bachter, Augsburg
* Dr. Mark Benecke, Kriminalbiologie, Köln
* Prof. Dr. Christoph Daxelmüller, Kulturanthropologie, Würzburg
* Prof. Dr. Gerhard Eggert, Archäochemie, Stuttgart
* Dr. Krista Federspiel, Medizin, Wien
* Prof. Dr. Dittmar Graf, Biologe
* Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, Astronomie, Berlin
* Wolfgang Hund, Pädagogik, Tricktechnik, Hersbruck
* Prof. Dr. Bernulf Kanitscheider, Philosophie, Gießen
* Prof. Dr. Johannes Köbberling, Medizin, Wuppertal
* Prof. Dr. Robert König, Psychologie, Gießen
* Prof. Dr. Walter Krämer, Wirtschafts- und Sozialstatistik, Dortmund
* Prof. Dr. Martin Lambeck, Physik, Berlin
* Prof. Dr. Horst Löb, Physik, Gießen
* Dr. Jürgen Moll, Ingenieurwissenschaften, Remscheid
* Prof. Dr. Irmgard Oepen, Medizin, Marburg
* Prof. Dr. Dr. Gerhard Vollmer, Philosophie, Braunschweig
* PD Dr. Rainer Wolf, Wahrnehmungspsychologie, Biologie, Würzburg
* Prof. Dr. Hartmut Zinser, Religionswissenschaft, Berlin
Nix fier unguat.