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Mordfall Hinterkaifeck

47.641 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 14:26
@Dew,
für das neue Gross-Berlin galten ab Juli 1921 (!) schon neue Richtlinien, die dann vermutlich ab Mai 1922 in allgemeinere preussische Gesetze gegossen wurden.

Da alles was in Berlin passierte, ehedem in Deutschland recht schnell Beachtung fand, KÖNNTE es sein, das hierüber auch in Bayern die Amtsärzte/Gerichtsärzte ( plus Pathologen etc.) informiert wurden, bspw. anlässlich von speziellen Schulungen und Ausbildungen.

Aus forensischer Sicht tat sich ja doch einiges, und so werden die entsprechenden Fachzeitschriften und publizistischen Organe auch diesbezügliche Änderungen in Berlin wahrgenommen haben !?

Sicherlich muss das nicht unbedingt heissen, dass die Neuerungen in Berlin schon rechtliche Vorschriften nach sich zogen, die Anfang April 1922 für Dr. J. B. Aumüller verbindlich waren, was das Protokoll einer derartigen Obduktion betraf. bzw. dessen konkreter Verlauf.
*****
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 14:26
@AngRa
ich glaub ich hab mich vielleicht ein bisschen blöd ausgedrückt. Ganz so schlimm wie du sagst, ist es nicht.
Der Fall ist für mich immer noch höchst interessant, nur auf euren jetzigen Stand zu kommen, ist für mich nicht ganz leicht. (Zeitaufwand)

Ich habe den Wissenstand von der HP Hinterkaifleck.net nur mal so als Orientierung.
Sorry, mein Text war nicht so negativ gemeint, wie er sich liest.

Wäre nett, wenn jemand auf meine letzte Frage mit der Taschenlampe antworten könnte.
Da find ich nämlich nichts drüber.


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 14:42
@M11,
die Story mit der Taschenlampe am Backofen findet sich ausführlich in Wiki-II ( auf hinterkaifeck.net ) nachzulesen ( siehe BACKOFEN . .). Taschenlampen waren 1922 schon recht bekannt, ( nicht nur beim Militär oder bei der Polizei und Feuerwehr usw.), wurden schon intensiv im WK-I verwendet, und fanden nun zusehends auch im Zivilbereich ihre praktische Nutzung. Man war demnach damals auch auf dem Lande nicht mehr allein nur auf Petroleumlampen, Karbidlampen, Kerzen etc,. angewiesen, wenngleich Petroleumlampen noch breite, weil günstigere Anwendung fanden, und Taschenlampen nur im Bedarfsfalle Anwendung fanden.

Wenn Zeugen also den Einsatz eine Taschenlampe wahrzunehmen glaubten, dürfte dem schon ein gewisser Wahrheitsgrad zugrunde liegen, da die Leute schon den Unterschied einer Taschenlampe zu anderen Lichtquellen wie Petroleumlampen oder Karbidlampen kannten !!

Nicht zu vergessen: eine Taschenlampe hat den Vorteil, ganz schnell an- ausgemacht werden zu können, somit auch als Signallampe tauglich !

******
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 15:50
@M11
sorry, wenn ich Dir erst jetzt antworte !

Da ich persönlich von einem Einzeltäter ausgehe und als Täter den LTV sehe, ist es möglich, das der Täter nach der Tat den Tatort verlassen hat und nach Hause gegangen ist. Der Jahrszeit nach war es schon dunkel. Und er hat ja im Heu übernachtet.
(Seine Frau hat ihm kein Alibi gegeben und er sagte ja, er müsse im Stadel übernachten um das Heu zu bewachen)
Also ist er in den Stadel gegangen. Dann wird er erstmal überlegt haben, wie es jetzt weitergehen soll. Er schmiedete Pläne und kehrte später zum Tatort zurück, um diese auszuführen.
Bei dieser Konstellation wäre es möglich, das es der Täter einfach übersah, das die Cilli noch am Leben war.
Das ist meine Theorie.


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 15:58
Die bayerische Polizei ermittelt jedenfalls auf Hochtouren:

/dateien/mt31345,1229353116,bvt02


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 15:59
@Bernstein:
Zitat von BernsteinBernstein schrieb:Da alles was in Berlin passierte, ehedem in Deutschland recht schnell Beachtung fand, KÖNNTE es sein, das hierüber auch in Bayern...
@Bernstein

Sag´ ich doch, könnte gewesen sein, ist also spekulativ.

@Bernstein + @M11:

Taschenlampe im Gegensatz zu Petroleumlampe. Dieses plötzlich angeschaltete und daher kurzzeitig blendende ( nicht so sehr wg. der Helligkeit sondern wg. der Plötzlichkeit ) Gerät könnte auch bei der Beleuchtung in der Mordnacht eine Rolle gespielt haben.

MfG

Dew


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 16:00
Danke erstmal für Eure Antworten !

Wirklich interessant, habe die ersten Seiten hier im Forum mal durchgelesen und dann der Stand von heute, wie sich so ein Fall entwickeln kann.


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 16:00
Verzeihung, ich bin in den falschen Thread gerutscht!

Das tut mir jetzt ausserordentlich leid und ich verwünsche es, dass es hier keine Editierfunktion gibt.

So, jetzt geh ich mich schämen.....


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 16:06
@alle,
@Mediziner-aller-Couleur
**** nur etwas Off-Topic ***
beim Herumstöbern stiess ich auf ein Antiquariat medizinischer Fachbücher. Allein die Übersicht fasziniert, lädt zuweilen zum Lachen ein, trotz der oft grotesk-bizzaren Thematik:
Beispiel-1:
********
"Schlegel, Julius Heinrich Gottlieb:
Darstellung eines Falles, in welchem das Rauchen einer mit Schießpulver u, Taback gestopften Pfeife den Tod veranlaßte. Mitgetheilt von dem Geheimen Hofrathe und Ritter Dr.J.H.C.Schlegel, Meinigen (pp.48-53).
Journ. pract. Heilk., 73/5. - Berlin, G.Reimer, November 1831, Kl.8°, 129, (7) pp., OBrosch."

*** Jetzt wisst Ihr, woher womöglich der verehrte Wilhelm Busch seine diesbezügliche Story genommen hat ******

Beispiel-2:
********
"Schneider, P.J.:
Ueber Nothzucht, deren verschiedene Arten und Modificationen, oder Revision der Lehre über diesen wichtigen medicinisch - polizeilich - gerichtlichen Gegenstand. (pp.211-272). << usw >>
Von Hrn. Schneider, Geh. Medicinalrathe zu Fulda.
Ferner "Gutachten über vermeintliche Wirkungen eines angeblich beigebrachten Liebestranks. Von Dr. J.Martini, Sächs. Reg. Arzte in Wurzen (S.331-342)" und "Einige Beiträge zur Vervollständigung von der naturwidrigen Befriedung des Geschlechttriebes. Von Hrn. dr. Im-Thurm zu Bargen (S.371-374). "

Beispiel-3
*******
DE MEDICINA SINE MEDICO ( !!!)
======================
Stahl, Georg Ernst; Berghauer, Christoph:
De Medicina Sine Medico. Praes. Georgii Ernesti Stahl a. 1707; Resp. Nathanael Berendt, Borusso-Dantisc. + G.E.Stahl: De Constantia Medica. + M.Alberi: Epist. Gratulat. in qua Mysterium Naturae in Medicina ..
Halae Magdeb., Literis Christiani Henckelii, 1723, Kl.4°, 32, (8), (8) pp., OBrosch.

*** haha, Material für jeden UnHeilpraktiker :-))) ****

Beispiel-4:
********
Gardane, Joseph Jacques de:
Katechismus der anscheinenden Todesfälle oder sogenannten Pulslosigkeiten. Wodurch der gemeine Mann unterrichtet wird, wie er bey den verschiedenen Arten anscheinender Todesfälle verfahren soll.
Auf befehl Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen zum Druck befördert. - berlin, bei Friedrich Maurer, 1787, Kl.8°, 133, (3) pp., Pappband.
Seltene erste deutsche Ausgabe von "Catechisme sur les morts apparentes dites Asphyxies" des Herrn de Gardanne.
*****
Da gibts echt interessante Schmankerl
=========================
Quelle:
******
http://www.medicusbooks.com/
---- dann MEDIZIN wählen -- ( bsp. ) Rechtsmedizin

*****
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 16:10
@Mellowmind,
keine Panik :-)
denke, bei der Mentalität der Menschen hätte ein gewisser "Pfarrer Braun" ( oder auch Pater Braun ) fast bessere Chancen, im Falle HK erfolgreich zu ermitteln :-)
****
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 16:37
Anhang: mt31345,1229355443,blutdiff.pdf


Die führenden Experten in Europa scheinen in Wien beheimatet gewesen zu sein.
Dr. Landsteiner bekam 1930 den Nobelpreis.


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 16:43
@Bernstein

Die peußischen Obduktionsrichtlinien sind wirklich sehr interessant. ME betreffen sie hauptsächlich Fälle, in denen der Verdacht auf einen Giftmord bestand.

Da mussten dann bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte ( Geruch der Leiche, Hautverfärbungen etc. ) Organ- und Blutproben etc. unternommen werden, um diese genauer untersuchen zu können.

Ja und das ist der Knackpunkt. Die Leichen sind mE recht oberflächlich obduziert worden, weil Raubmord als Motiv feststand. Der Obduzent war sich sicher, dass es zur Überführung der Raubmörder auf genaue Untersuchungen nicht ankommen wird.Da hat er sich eben bei der Vielzahl der Leichen auf das Wesentliche konzentriert.


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 17:23
@elfeee,
@M11,
und ein Mann, der nachts im Heustadel übernachtet, angeblich dort auf Wache ist ( wg. "Heuräuber" ) dürfte wohl ebenfalls im Besitz einer Taschenlampe gewesen sein. Denn Beleuchtungsszenarien mit Fackeln, Petroleumlampen etc. sind bekanntlich gerade in diesen Räumlichkeiten "sehr risikoträchtig" :-) !

Interessant auch ein Detail bei der "Blendungs"-SCHILDERUNG: Der Unbekannte am Backofen hält die Taschenlampe vom Körper weg ! Damit er nicht erkannt wird, und wohl (evtl.) aus soldatischer Erziehung heraus, damit ein feindlicher Schütze, der auf die Lampe und deren Halter schiesst, diesen eben ihn nicht so einfach trifft.

*****
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 17:55
@Bernie

das hast Du auf den Punkt getroffen, genau so sehe ich das auch.


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 18:29
@elfeee,
nicht zu vergessen dieses angebliche "am Waldrand aufblitzende Licht", was ebenfalls sehr auf eine Taschenlampe hindeutet: ein Kurzes (schnelles An/Aus ) LICHT ! Der Unbekannte am Backofen (mit Taschenlampe) konnte diese andere Person nun ja nicht sein. Demnach vermutlich eine andere Person , die mittels Taschenlampe etwas herüber signalisierte, wie etwa "Achtung, da kommt jemand (=Der Zeuge M. P. ? ) , oder auch evtl. eine Art Anfrage: " Ich bin jetzt da, bist Du auch da ?? "

Das mutet schon recht nach einem Kumpan desjenigen Unbekannten, der sich nach kurz dem Tode der Hinterkaifecker dort aufhielt, u.a. am externen Backofen tätig war.

Man könnte auch argumentieren, das "aufblitzende" Licht könnte eher ein Feuerzeug gewesen sein !

Nun gut, WER aber stand dann spät nachts am Waldrand ( wohl Hexenholz), in der Nähe von Hinterkaifeck, bei dem Sauwetter, und "zog sich eine rein" ! Seltsamer Zufall !? Ein Jäger !? Ende März, bei den Wetterumständen ? Eher weniger !

Und der ("Jäger") hätte wohl einiges auf HK mitbekommen, sich gerne die 100.000 Mark an Belohnung verdient, wäre zumindest bei den Behörden vorstellig geworden.

Wer somit dort stand, der hatte wohl nicht die Absicht, bei der Polizei vorstellig zu werden.

(Mindestens) Zwei Personen MIT Taschenlampe, das klingt nach Kooperation, einer geplanten gemeinsamen (Nacht&Nebel)-Aktion, einem Team.

*****
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

15.12.2008 um 20:01
@Bernstein

Die Aussage des Michael Plöckl ist in den Akten der Staatsarchive nicht erhalten geblieben.

Es existiert bezüglich seiner Aussage nur der Bericht des Staatsanwalts Pielmaier vom 6.11.1926.

Pielmaier erwähnt folgendes:

"Ein Zeuge Michael Plöckl, der am Samstag, den 1. April morgens, sodann am gleichen Tag des Abends wieder am Hinterkaifecker Anwesens vorbeigegangen ist, will bemerkt haben, dass am Morgen die Backofentüre geschlossen, abends aber halb offen war und dass am Abend der Kamin etwas geraucht haben soll; auch will er an dem Wald , der in der Nähe des Anwesens bis nahe an die Straße herangeht, am Abend ein aufblitzendes Licht, wie etwa von einer Taschenlaterne kommend, bemerkt haben".

Die Formulierungen von StA Pielmaier sind nicht so, wie sie normalerweise sein sollten, wenn er von der Glaubhaftigkeit einer Zeugenaussage überzeugt gewesen wäre. "Will gesehen haben" hört sich nicht überzeugend an. Außerdem ist der Schluss nicht zwingend, dass zwei Täter agiert haben. Einer war schon da, nämlich der, der möglicherweise am Waldrand die Lampe betätigt hat, ein zweiter am Backofen aber wohl nicht zwingend.


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Mordfall Hinterkaifeck

16.12.2008 um 09:28
hallo meine lieben

der krimi tannöd ist jetzt auch bei uns angekommen.

siehe eßlinger zeitung von heute, ez-online. rubrik kreis esslingen

ich kann leider nicht verlinken, geht nicht wegen irgendwelcher rechte.

vielleicht kanns einer von euch?

grüßle hulla


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Mordfall Hinterkaifeck

16.12.2008 um 09:39
...meinst du diesen link hulla.....??



http://www.ez-online.de/lokal/esslingen/kreisesslingen/ (Archiv-Version vom 27.01.2009)


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Mordfall Hinterkaifeck

16.12.2008 um 10:23
@AngRa,
da gibt aber noch paar andere Aussagen in genau diesem Kontext !!
Und nicht nur die von StA Pielmeier ! Die sind Dir sicherlich ebenfalls sehr bekannt, finden sich auch unter "WIKI-II" auf hinterkaifeck.net ! Warum sollten die Aussagen von M. Plöckl bzw. die indirekte Bezüge auf Ihn denn unglaubwürdig sein ???
Der Mann ist doch unbescholten, ist Zimmermann und kein Politiker :-)

Da ist vielleicht eher StA Pielmaier etwas voreingenommen, dem womöglich ein gewisses Tat-szenario vorschwebte, wo die M.P.-Beobachtungen nicht so reinpassten ?
*****
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

16.12.2008 um 10:33
@AngRa,
-- Nachtrag --
der skeptische Tenor in dem Bericht von StA Pielmaier könnte durchaus (zusätzlich) daher rühren, dass er den Zimmermann nicht selbst befragt oder vernommen hatte, ihm das Protokoll ( nicht mehr erhalten ) nur vorgelegt, bzw. gegebenfalls sogar nur telefonisch vermittelt wurde.
Unter diesem Aspekt wäre nun die Skepsis von StA Pielmaier ebenfalls zu relativieren.
*****
Bernie


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