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Mordfall Hinterkaifeck

50.524 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

10.01.2009 um 17:48
@topfsekret

Zur Engstirnigkeit von Ermittlern

Leider ist es so, dass diejenigen, die das Strafrecht anwenden, dem Zeitgeist zuviel Tribut zollen.

Heute ist es so, dass eine Gewalttat sehr schnell in eine rechtsradikale Schublade gepackt wird und man einseitig in diese Richtung ermittelt.

Im Mordfall Hinterkaifeck hatten die Ermittler eben im Kopf, dass nur herumlungerndes Gesindel die brutale Tat verübt haben kann. Das Strarecht war damals eben hauptsächlich ein Instrument um Strauchdiebe zu bändigen.


Zur Ermordung des kleinen Josef

Ich gehe davon aus, dass die Tat am 31.3.1922 nicht geplant war. Der Täter hat sich aber schon länger vor der Tat überlegt, dass es sein kann, wenn "das Pack dort droben keine Ruh`gibt" eben eines Tages alle über die Klinge springen müssen. ME hat er sich da schon gezielt überlegt, was wäre wenn und dass im Falle eines Falles eben alle dran glauben müssen.

Wenn Josef Hoferbe geworden wäre und L.S. hätte den Hof bis zur Volljährigkeit verwaltet, dann hätten die damit verbundenen finanziellen Vorteile doch nicht den Umstand aufgewogen, dass dadurch ein ganz eindeutiges Tatmotiv geliefert wurde.

Abfackeln / Verweilen auf dem Hof

ME hat der Täter die Auffindesituation tagelang unter anderem auch deshalb hinausgezögert, weil er mit sich ins Reine kommen musste. Er brauchte Zeit, um sich zu beruhigen bevor er sich den Fragen der Ermittler stellt. Dann hat er zusätzlich nach belastenden Dokumenten in den Schränken geschnüffelt.

Außerdem sehe ich noch eine psychologische Komponente. Das Versorgen der Tiere, das Reinigen des Tatorts usw. sehe ich wie auch das Abdecken der Toten als Wiedergutmachungshandlung an den Opfern. Zu dieser Einstellung hätte das Vernichten des Hofes und der Tiere durch Feuer nicht gepasst.

Vergessen hat der Täter seine Victoria auch Jahre nach der Tat nicht. Das wird für mich vor allem an der von Yblagger beobachteten Szene deutlich.


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Mordfall Hinterkaifeck

10.01.2009 um 17:59
@AngRa, leider bin ich mir nach wie vor nicht sicher, ob die Tiere tatsächlich versorgt wurden oder nicht, es gibt da ja widersprüchliche Aussagen darüber.

Die Vorstellung, dass der Täter bereits lange im Vorfeld zumindest gedanklich die Situation durchgespielt hat, wie es wäre, wenn alle tot wären, finde ich sehr interessant. Das würde auch eventuell das Ausrasten bei diesem Aussprachetermin erklären, es wurde sozusagen nur vollendet, was als Ziel schon lange in den Gedanken vorhanden war. Damit will ich nicht sagen, dass der Täter zu Beginn der Aussprache konkrete Tötungsabsichten hatte, aber zumindest hat er sich sein Leben ohne dieses "Pack" angenehmer vorgestellt.


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Mordfall Hinterkaifeck

10.01.2009 um 19:13
Der Täter hat ein negatives Lebensgefühl.Durch sein Gewaltdelikt verwandelt er sein negatives Lebensgefühl in ein positives Lebensgefühl. Das Handeln bei der Tat erzeugt ein positives, angenehmes Gefühl, das sich durch ein Aufschaukeln der Gefühle immer mehr verstärkt.Er genießt das rauschhafte Gefühl der Macht über Leben und Tod.
Der sogenannte „Caligula- Effekt“ (Füllgrabe, 2002g)

Ich unterstelle mal das der Täter an sexuellen Problemen gelitten haben dürfte, sonst hätte er den alten Gruber nicht so über den zwei Frauen auf dem Leichenstapel positioniert.Hier hat er seine psychischen Motive und Fantasien ausgelebt.(postmortale Herabwürdigungshandlungen)
Im auf und ab der Emotionen und Gefühle ist für ihn die Entdeckung noch das geringste übel, er ist Herr auf Hinterkaifeck, es würde mich auch nicht Wundern wenn er in Viktorias Bett geschlafen hätte, um ihr auf diese Weise doch noch nah zu sein.
Jede Handlung des Täters setzt einen bewussten/unbewussten Entscheidungsprozess voraus der seinen Niederschlag am Tatort findet, dazu wird auch der Tatort massiv verändert.
Was hat er für pragmatische Überlegungen und was hat der Täter getan, was hätte er nicht tun müssen?
Er nahm sich als Entschädigung eingelegtes Surfleisch, er durchsuchte die Brieftasche und lies Dokumente verschwinden.Der Putzdienst und wahrscheinlich die notdürftige Versorgung der Tiere wird auch einige Zeit in Anspruch genommen haben,(ich wäre in diesem Zeitraum nicht zu sprechen gewesen) und er musste die Emotionen verarbeiten um vor der Polizei bestehen zu können.
Falls es der LTV ist: Sie hat ihn noch über den Tod hinaus ein leben lang verfolgt.


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Mordfall Hinterkaifeck

10.01.2009 um 19:31
@jerrylee

Was denkst Du, wie hat sich der Täter nach der Tat gefühlt?

Hat er sich befreit gefühlt, weil er die Feinde endlich beseitigt hat, war er am Ende, weil ein Rest Gewissen sich geregt hat und er sich damit auseinandersetzen musste, dass er zum Mörder geworden war? Hat er um Victoria getrauert, vielleicht doch ganz insgeheim?


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Mordfall Hinterkaifeck

10.01.2009 um 19:49
@AngRa
Ich hatte einige Wochen kein Internet, aber jetzt geht es hoffentlich wieder.
Waren denn damals uneheliche Kinder den ehelichen gleichgestellt, was die Erbschaft betraf? Hätte also der Seppi etwas erben können, wenn L.S. vor ihm gestorben wäre und hätte umgekehrt L.S. von seinem Sohn erben können? Wäre er wirklich sein Vormund geworden? Das ist doch heute auch nicht so, dass ein unehelicher Vater automatisch der Vormund seines Kindes wird, falls die Mutter stirbt.


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Mordfall Hinterkaifeck

10.01.2009 um 20:02
@Theresia

Es war damals so, dass ein uneheliches Kind seinen Vater nicht beerben konnte und umgekehrt eben auch nicht, weil beide als nicht miteinander verwandt galten.

Den Hof des kleinen Josef hätte L.S. nur verwalten können, wenn er zum Vormund bestellt worden wäre. Josef hatte aber nur noch eine Tante, die nur eine Halbschwester der Mutter war. Ich gehe daher davon aus, dass L.S. zum Vormund bestellt worden wäre, wenn er sich darum bemüht hätte.

Eine andere Frage ist natürlich immer, ob die Beteiligten die Rechtslage gekannt haben. Reingruber hat in seinem Bericht auch angedacht, ob das Kind nicht vielleicht wegen Erbschaft aus dem Weg geräumt worden ist.

Ich kann mir daher durchaus auch vorstellen, dass L.S. nicht gewusst hat, dass Josef nicht erbberechtigt ist. Vielleicht ist im Rahmen einer eskalierenden Aussprache auch dieses in den Raum geworfen worde, vielleicht hat V. darauf hingewiesen, dass für Josef nicht nur Unterhalt gezahlt werden müsse, sondern dass er eines Tages auch zu den Erben gehören wird. Man weiß es natürlich nicht.

Ich finde es schön, dass Du wieder dabei bist!


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Mordfall Hinterkaifeck

10.01.2009 um 20:07
@AngRa

Meine Einschätzung kann auf mehrere Personen zutreffen, aber mit den Rastermerkmalen könnte man den Personenkreis eingrenzen.
Ich gehe von einer „unbewussten Hörigkeit“ aus, er war aber wegen Viktoria gekommen, am Tattag über wiegte „die missionarische Ausmerzung“. Seine Handlungen zeigen keinerlei Gewissensbisse noch Reue. Manchmal wenn er sich alleine fühlte überkamen ihn die Gefühle, wo er als „Katholischer Rache-Engel“ nach dem Tod einmal schmoren würde.


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Mordfall Hinterkaifeck

11.01.2009 um 19:15
@Dew, @elfeee, @all

....so, wieder im Lande, möchte ich doch noch einmal zum Thema „bewegte Träger“ antworten......

Ich habe mir die beiden Bilder erneut eingehend angeschaut und weitere „Zufälligkeiten“ entdeckt:

Mir ist z.B. noch aufgefallen, dass auf beiden Fotos „zufälligerweise“ die Stange und der daran befestigte Starenkasten zum Einen exakt die gleiche Neigung und zum Anderen genau die gleiche Ausrichtung haben.

Bei der Überblendung vom alten Hofbild zum Tatortfoto, kann man auch deutlich den linken Ausläufer des „Misthaufens“ erkennen und der befindet sich bei beiden Aufnahmen unmittelbar hinter den Trägern.

Ausserdem kann man (ich jedenfalls) auf dem „alten“ Hofbild, links neben dem Baum, noch schemenhaft den Pfosten HINTER den Trägern erkennen.

Nimmt man noch die ebenfalls identische Stapelung der Träger dazu, muss man zugeben, dass es der „zufälligen“ Übereinstimmungen fasst zu viele sind.

Ich bin deshalb nach wie vor der Ansicht, dass die Träger weder mit Hilfe von Obelix noch von umherziehenden Gesinde/Gesindel und auch nicht von der Familie Gabriel bewegt wurden.

Aber wie schon gesagt, so wichtig finde ich das „Trägerthema“ eigentlich gar nicht. Natürlich wäre es trotzdem gut, wenn man wenigstens da Klarheit hätte.


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Mordfall Hinterkaifeck

11.01.2009 um 20:27
@all

ich habe mir die Fotos nochmals genau angesehen. Für mich steht allerdings nach wie vor fest, daß die Träger zwischen dem 1.Hoffoto und dem 2.Hoffoto (Polizei) bewegt wurden. Die Träger sind auf dem 1.Hoffoto doch deutlich näher am Haus und innerhalb des Innenhofs, als auf dem 2.Hoffoto !

Die Träger wurden nach oben auf dem Scheitelpunkt der Bodenwelle befördert. Diese Bodenwelle (= südliche Begrenzung der Hofstelle) sieht man noch heute - ich war selbst schon mal dort oben gestanden. Nur fällt sie heute spürbar sanfter ab als damals - möglicherweise als Ergebnis einer Bodennivellierung nach Abriß des Hofes und Nutzung als Ackerland ?

Interessant wären allerdings die Antworten auf folgende Fragen:

Wer hat das Foto gemacht - waren es Wanderfotografen, die gegen Entgelt ein Foto vom Hof erstellt haben ?

Woher stammt das Foto ? Aus dem Nachlaß der Hinterkaifecker ?

Wo und wann wurde das Foto veröffentlicht ? Ich glaube mich zu erinnern, daß das Foto in der Zeitschrift "Weltbild" abgedruckt wurde ? Weiß jemand näheres dazu (Datum des Erscheinens, etc.) ?

Wenn das Foto aus dem Nachlaß stammt ? Existieren andere Fotografien - z.B. von Personen ?


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Mordfall Hinterkaifeck

11.01.2009 um 20:37
@kcefiack

„Die Träger sind auf dem 1.Hoffoto doch deutlich näher am Haus und innerhalb des Innenhofs, als auf dem 2.Hoffoto !“

...die Erklärung ist einfach: es wurden unterschiedliche Linsensysteme verwendet. Es ist somit fast unmöglich irgendwelche vorher nachher Vergleiche bezüglich Entfernungen/Abstände zu machen. Darüber hinaus wurde das 2. Foto von einem Standort weiter links aufgenommen.


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hulla ehemaliges Mitglied

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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 01:51
ich habe vor längerer zeit mal kreuz und quer bei weltbild gesucht,

habe aber nix gefunden.

ich denke, es ist einfach schon zu lange her, diese damaligen zeitungen

wurden einfach noch nicht eingestellt.

aber ich kanns ja nochmal versuchen, kommt aber wahrscheinlich auch nicht

mehr raus.

guats nächtle, hulla


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 11:43
@kcefiak

Ich habe mal etwas recherchiert. Die Illustrierte Weltbild ( Erscheinungsort Augsburg) gibt es erst seit 1948.

http://www.weltbild.com/unternehmen/ueber-uns/chronik/ (Archiv-Version vom 05.02.2009)

Möglicherweise sind mehrere Berichte über Hinterkaifeck dort erschienen. Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Augsburg sollen nach 1948 die Ermittlungsakten mangels anderer Unterlagen ausschließlich mit Zeitungsberichten aus den regionalen Zeitungen bestückt gewesen sein.

Zumindest 1952 müssen Berichte im Weltbild erschienen sein im Hinblick auf die Gump-Verhaftung.

Dann ist die Illustrierte Weltbild zudem auch katholisch geprägt und ich vermute deshalb, dass dort in einem Bericht auch der Komplex Beichtgeheimnis ( Benefiziat Hauber, Beschuldigung der Gump Schwester auf dem Sterbebett bezüglich der Brüder Anton und Adolf) thematisiert wurde.


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 11:57
@AngRa
@kcefiak

Das Thema "Weltbild-Verlag" wurde ja schon mal thematisiert. Ein Freund von mir, der aktuell bei Weltbild arbeitet, konnte diesbezüglich leider auch nichts in Erfahrung bringen. Die Prämisse, dass die Angestellten römisch-katholisch sein sollten, gilt übrigens immer noch! Auch das Archiv ist für "normale" Angestellte nicht zugänglich. Ein Mini-Vatikan mitten in Augsburg... :-)


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 12:20
/dateien/mt31345,1231759212,Werbung Taschenlampe 1901

@all

Vor einiger Zeit gab es mal die Diskussion, ob es 1922 schon handliche Taschenlampen gab (Michael Plöckl soll ja mit einer Taschenlampe nachts (1.4.22) am Backofen geblendet worden sein).
Hier eine in der Zeitschrift „Ueber Land und Meer“, Nr. 11, Jahrgang 1902 beworbene Taschenlampe mit Trockenbatterie. Also wäre hiermit klargestellt, dass es in 1922 bereits funktionsfähige handliche Batterie-Taschenlampen gab.


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 12:21
@flaucher

Danke! Die Lampe hat zudem noch sehr "handliche" Maße....


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 12:22
/dateien/mt31345,1231759341,Werbung Fotoapparate 1901

.....und noch eine mit handlichen Fotoapparaten ;o)))


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 12:27
Ich hätte mir wahrscheinlich einen Kanarienvogel bestellt....:-))).


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 12:32
@hauinolo

Leuschner muss der Bericht aus dem Weltbild-Verlag vorgelegen haben, denn er berichtet ausgiebig über die Thesen des Redakteurs Ulrich und des Gerhard Groenefeld. Er muss dann tatsächlich so etwas wie ein Kurienkardinal sein.

@flaucher
Die Taschenlampe sieht sehr imposant aus!.

Hättest Du vielleicht auch noch eine historische Stalllaterne oder Stall-Petroleumlampe in petto?

Man macht sich ja immer Gedanken darüber, wie der Stadel beleuchtet gewesen sein könnte bei einer möglichen Aussprache zwischen dem Täter und einem der Opfer. Ich stelle mir da immer eine Art Laterne vor, die man an die Wand hängen konnte. Ist das eine realistische Vorstellung? Elektrisches Licht gab es ja definitiv damals auf HK nicht.


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 12:36
@hauinolo

...ich gäbe viel dafür, ich hätte auch den Sammel-Band 1922 dieser (Wochen) Zeitschrift)...Vielleicht gab es ja auch einen Artikel zu HK......

Der mir vorliegende Band 1902 hat über 450 Seiten mit viel Werbung...Rezepten.. .Fotografien. ..Kunstdrucken....


@AngRa

Ich geh mal auf die Suche nach einer Laterne


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Mordfall Hinterkaifeck

12.01.2009 um 12:37
@AngRa

Vitamin B ist alles! :-)


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