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Mordfall Hinterkaifeck

47.699 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 17:57
@AngRa

Es ist auch meine Überzeugung, daß L.S. niemals in Untersuchungshaft war.

Die wenigen Äusserungen in dieser Richtung dürften erst entstanden sein, als der Fall schon viele Jahre zurücklag und man sich gar nicht vorstellen konnte, daß dieser so häufig und so massiv verdächtigte Mann nie in Untersuchungshaft genommen worden ist.

Der Familie konnte so ein Gerede auch recht sein: Der arme, unschuldige Lorenz in Untersuchungshaft - und natürlich nichts dabei herausgekommen!


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 18:06
Zufällig habe ich heute eine Wiederholung der gestrigen Sendung "Unser Land" des BR gesehen.

In einem Beitrag wurde die Entwicklung der bayerischen Landwirtschaft von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg thematisiert.

Es wurden nicht nur "technische Errungenschaften" gezeigt, sondern auch darauf hingewiesen, daß damals die Landwirtschaft, unterstützt durch die protektionistische Politik von Reichskanzler Bernhard von Bülow, in voller Blüte stand.

Das mag das Geheimnis des HKer Wohlstandes gewesen sein: Guter und gesicherter Absatz in der Friedenszeit plus Hamsterer-Geschäfte in und nach dem Krieg.

U.a. wurde in dem Beitrag auch ein Göpel in Betrieb gezeigt, mit dem anscheinend Getreide gedroschen wurde. Vorgespannt waren (im Freien) zwei Pferde, über eine Transmission wurde die Antriebsenergie in eine Scheune gelenkt.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 18:09
@Badesalz

Nach Mitteilung von StA Renner sind im September 1922 nochmals "Erhebungen" eingeleitet worden. Aufgrund des Aktenzeichens A 169/22 gehe ich davon aus, dass es nur Vorermittlungen waren, denn A interpretiere ich als "Allgemein" und dieses Zeichen wurde mE damals für Vorermittlungen verwendet. Renner hat sich damit die Entscheidung erspart, ob L.S. in Haft zu nehmen ist. Die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens muss nicht zwangsläufig zu einer Inhaftierung führen, weil ein Anfangsverdacht ausreicht. Jedoch wäre der Druck, einen wegen Sechsfachmordes Beschuldigten in Haft zu nehmen, wohl sehr groß gewesen. Die Medien und die Bevölkerung hätten es nicht akzeptiert, dass eine solche Person weiter frei herumläuft.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 18:17
@AngRa

In unserem Dorf gab es bis in die 60er Jahre hinein auch eine Landpolizeistaion. Aus glaubwürdigen Erzählungen meines Großvaters waren die Gendarmen oft dazu geneigt, irgendwelche Anzeigen oder Aussagen von Zeugen unter den Tisch fallen zu lassen oder auf privatem Wege zu erledigen, damit sie nicht mit dem Staatsanwalt in Verbindung treten zu müssen. Die Gendarmen der damaligen Zeit waren schlecht bezahlt und vermieden jegliche überflüssige Schreib- oder Ermittlungsarbeit. Soweit die Erinnerung, die ich noch an die Erzählungen meines Großvaters habe. Übrigens haben sich diese Erzählungen bestätigt, im Fall eines Doppelmordes in der Nähe unseres Dorfes in den 50er Jahren, der zwar mit einer Verurteilung eines Menschen endete, aber nie wirklich aufgeklärt wurde. Damals wurden die Ermittlungen zum Teil sogar von den Landpolizisten behindert um bestimmte Personen ( persönliche Freunde etc. ) aus dem Visier der ermittelnden Kripo bzw. Statsanwaltschaft zu nehmen. In diesem Fall wurde noch viele Jahre nach der Verurteilung des vermeintlichen Täters von verschiedener Seite behauptet, das der Falsche verurteilt wurde, nur um jemanden hinter Gitter zu bringen. Der Verurteilte behauptete bis zu seinem Lebensende, nicht der Mörder zu sein.

Jetzt bin ich ein bißchen abgeschweift. Entschuldigung. Ich wollte damit nur sagen, dass bis in die 50er Jahre hinein die "Dorfgendarmen" ziemlich willkürlich mit Aussagen und Anschuldigungen von Zeugen umgegangen sind. Zumindest war das in unserer Ortschaft so.

-----------
Robert


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 18:24
@romai

Was Du über die Tätigkeit der Gendarmen geschrieben hast, hört sich interessant an. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die manches frei nach Schnauze gehandhabt haben. Ein Staatsanwalt kann so etwas nicht so einfach machen. Aber es ist schon richtig, dass viele Leute Hemmungen haben an ihn persönlich heranzutreten. Der erste Schritt ist der Gang zu den Dorfgendarmen und dort kann einiges gefiltert werden!


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 18:30
...wenn man dann sehen muß, daß "der Gang zum Dorfgendarmen", eventuell sowieso nur ungern angetreten, zu nichts führt, dann wird man vielleicht um so vorsichtiger, weitere Äusserungen zu tätigen.
Ich stelle mir das z.B. bei Thomas Schwaiger so vor, kann es aber natürlich nicht belegen.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 18:44
@Badesalz

Ich schließe mich da Deiner Meinung an. Da ich weiß (von Opa und Großonkel), dass in der damaligen Zeit der Kontakt zur "Obrigkeit" von "normalen Leuten" (Zitat Opa) nach Möglichkeit vermieden wurde, aus welchen Gründen auch immer.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.01.2009 um 21:55
@romai
Hallo, romai, Dein Betrag von heute erinnert mich an das Buch "Die Schüsse von Oed"
das ich unlängst gelesen habe. Könnte es dieser Fall sein ?
Gruß Sternro


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Mordfall Hinterkaifeck

01.02.2009 um 00:20
Der Kinofilm hat die Geschichte nur als Kern enthalten, spielt in der heutigen Zeit mit Rückblenden von der Mordnacht .......und hat eine Lösung parat die etwas mit Selbstjustiz zu tun hat, dabei aber die Rauhnächte und die Perchten mit einbezieht......Perchten sind keine "Monster"......ist eine uralte Tradition in vielen Teilen Bayerns und Österreichs....geschnitzte Holzmasken mit Teufelsgesichtern und Ziegenfellen als "Kostüm".......wer keine "Lösung" erwartet und einen für Deutschland gut gemachten Thriller sehen will sollte ihn sich auf jeden Fall mal anschauen.....


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Mordfall Hinterkaifeck

01.02.2009 um 19:12
@sternro

Hallo Sternro.

Stimmt ! Der Doppelmord, der in dem Buch "Die Schüße von Öd" beschrieben wird, ereignete sich auf der Einöde Kleinheckenwies, die nur ein paar Kilometer von mir entfernt liegt.

---------
Robert


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Mordfall Hinterkaifeck

01.02.2009 um 19:15
Bei einem "Phantasy-Thriller" darf man natürlich keine strengen Maßstäbe anlegen, aber Perchten haben nach meiner Einschätzung mit der Gegend um Schrobenhausen nichts zu tun.

Zufällig hatte die heutige Sonntagsführung im Bayerischen Nationalmuseum die traditionellen Vermummungen der ländlichen Fasnacht im Alpenraum zum Thema. Am Rande wurde auch das Thema der Perchtenläufe angesprochen, die teilweise heute noch um die Weihnachtszeit (an den Rauhnächten) stattfinden.

Die reale Familie Gruber/Gabriel hätte sich in ihrem Teil Oberbayerns sicher sehr gewundert, wenn Perchten aufgetaucht wären.
Eher würde ich annehmen, daß es dort (zumindest bis ins 19. Jahrhundert) den Brauch des ´Haberfeldtreibens´ gegeben hat.


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Mordfall Hinterkaifeck

01.02.2009 um 19:33
@romai
Hallo, Robert, ich habe es mir gedacht. Das Buch ist total spannend. Ich mußte es aber 2x lesen bis ich richtig durchgeblickt habe. Im unterschied zu Hk steht das Haus aber noch. Glaube ich wenigstens nach dem Buch.
Danke für Deine Antwort.
Gruß Sternro


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Mordfall Hinterkaifeck

01.02.2009 um 19:47
@sternro

Das Haus, in dem der Doppelmord verübt wurde, steht leider nicht mehr. Es wurde im Jahr 1969 abgerissen, und auf den Grundmauern ein neues Wohnhaus errichtet. Aus der Zeit des Mordes steht nur noch ein kleiner Schuppen auf dem Gelände des Gehöfts. Alles andere (Stall, Scheune etc.) wurde im Lauf der Jahre abgerissen und teilweise erneuert. Es wird übrigens nicht mehr landwirtschaftlich genutzt.


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Mordfall Hinterkaifeck

02.02.2009 um 00:10
Badesalz.....du hast Recht, Perchten sind in dieser Gegend nicht "bekannt"....aber du kannst mir glauben dass sie im Film ihre Rolle haben.......ich habe dies auch nur erwähnt weil jemand hier von Monstern und dergleichen geschrieben hat.....und wollte das einfach klar stellen,da ich finde das man die alte Tradition der Rauhnächte nicht mit Monstern vergleichen sollte.....und wer sagt das in Filmen alles der Realität entspricht?-)))....


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Mordfall Hinterkaifeck

02.02.2009 um 00:13
Und ja die Perchtenläufe finden in sehr vielen Gegenden noch statt......vor allem in Österreich und Bayrischen Wald.....


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Mordfall Hinterkaifeck

02.02.2009 um 06:42
Der Kinofilm hat sicher auch zur Folge, dass einem breiteren Publikum außerhalb Bayerns der Mordfall Hinterkaifeck bekannt wird. Vielleicht werden einige durch den Film sogar animiert sich intensiv mit dem historischen Fall zu beschäftigen. Dann wäre der Film durchaus so etwas wie eine Werbung für die Hinterkaifeckologie.

Außerhalb Bayerns ist der Fall nämlich nicht so bekannt. Ich habe 1997 zuerst von dem Fall gehört im Rahmen einer Neuauflage des Leuschner-Buchs. Dann habe ich den Fall aber wieder vergessen und bin erst 2006 durch Zufall wieder auf den Fall gestoßen.


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Mordfall Hinterkaifeck

02.02.2009 um 12:52
Angeblich wurde der Schädel des kleinen Josef mit nur einen gewaltigen Schlag zertrümmert. Wir kann das möglich sein? - das aufgespannte Dach des Stubenwagens muß doch den Schlag etwas abgefedert und abgelenkt haben? Wie kann ein Täter im Blutrausch überhaupt so genau treffen? Sehe ich da etwas falsch?


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Mordfall Hinterkaifeck

02.02.2009 um 13:18
@AngRa
Hallo Angra, ich glaube auch, dass der Film Hinterkaifeck neue Interesse hervorruft.
Vielleicht auch ausserhalb Bayerns. Wäre nicht schlecht, aber mal sehen.
Gruß Sternro


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Mordfall Hinterkaifeck

02.02.2009 um 14:07
@troadputzer
"Wie kann ein Täter im Blutrausch überhaupt so genau treffen?"

das frag ich mich auch, noch dazu, weil er von hinten zugeschlagen hat und daß es stockfinster war.
Könnte höchstens noch sein, daß z.B. eine Petroleum-Lampe brannte...
Ich stelle mir vor, hier hat er mit der spitzen Seite der Reuthaue zugeschlagen, deßhalb auch der "Triangel" im Stoff des Daches.


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Mordfall Hinterkaifeck

02.02.2009 um 15:54
Danke @elfeee. Mir ist das auch rätselhaft. Wenn eine Petroleumlampe gebrannt hat, dann müßte ja das Kind ihn gesehen und und nach ihm geblickt haben – um diese Zeit lag es doch noch nicht im Tiefschlaf. Oder die Magd hat in ihrer Todesangst noch laut um Hilfe gerufen und dabei den Kleinen geweckt. Sie versuchte ja auch noch sich vor den Schlägen unters Bett zu retten. Das heißt doch, daß sie nach dem ersten Schlag noch nicht völlig außer Gefecht gesetzt war. In der Scheune konnte der Täter ja viel heftiger ausholen, als in der niedrigen Kammer und hatte dort zusätzlich das Überraschungselement auf seiner Seite. Alte Dielenboden knarren ja meist furchtbar, da hilft es nichts langsam zu gehen und zu versuchen leise zu sein. Mir ist auch schwer vorstellbar, daß die Kammertür nicht geknarrt hat. Maria Baumgartner mußte deshalb beim Auskramen ihres Rucksackes aufgeschreckt sein, hat aber die tödliche Gefahr zu spät erkannt. Das heißt, daß es ihr mindestens einige Sekunden voll bewußt war, daß ihr das Lebenslicht ausgeblasen werden sollte. Die anderen vier Opfer waren wahrscheinlich schon nach dem ersten Schlag bewußtlos. Ich nehme an, daß der Täter Übung beim Schlachten von Tieren hatte. Damals gab es noch keine EU-Vorschriften, da hat fast jeder noch am Hof selbst Hand angelegt. Für die Tiere manchmal eine Tortur, wenn der erste Hieb mit der Axt nicht saß. In „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz kann man nachlesen wie eine alte Kuh geschlachtet wird. Sehr feinfühlig ging man da nicht vor.
Der Täter muß nach dem Erschlagen der Magd, sofort wie ein Irrsinniger ins Zimmer von V.G. gestürzt sein und dann ohne zu zögern, aber ganz zielgenau und völlig hemmungslos zugeschlagen haben. Vielleicht deshalb von hinten, weil er nicht in die Augen des Kleinen blicken konnte. Wenn er mit der scharfen, breiten Seite der Reuthaue zugeschlagen hat, dann müßte der Schädel aber gespalten gewesen sein, nicht zertrümmert. Ein Obduktionsprotokoll gibt es leider nicht mehr, aber die Aussage darüber stammt vom Helfer des Obduzenten Dr. Aumüller, wenn ich nicht irre. Den Namen weiß ich aber nicht mehr. Euch Experten ist er sicher noch gut bekannt.


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