Streusel schrieb:wenn die Gutachter heute der Meinung sind, dass die Verletzungen Stolls alleine durch den Unfall erklärt werden können, besteht keine Veranlassung mehr diesen Ausflug auf die K. S. anzunehmen. Erklärungen mit weniger Zusatzannahmen sind besser.
Genau da sehe ich aber das Problem.Um es es nochmal klar festzuhalten: Man hat durch die neuerlichen Gutachten -so wie ich es zumindest verstanden habe- lediglich festgestellt, dass ein Überrollen an anderer Stelle durch ein anderes Fahrzeug nicht mehr zwingend stattgefunden haben muss. Es wurde aber nicht festgestellt, dass die Verletzungen des Opfers deshalb zwingend im Zuge eines Alleinunfalls entstanden sein müssen. Deshalb ist es noch immer möglich, dass hier eine Fremdeinwirkung vorliegt und G.S. eben nicht allein im Zuge einer akuten, psychischen Ausnahmesituation verunfallte.
Von daher sehe ich schon Grund zur Veranlassung, das Ermittlungsergebnis in Frage zu stellen. Auch wenn das Verfahren jetzt juristisch sauber und offiziell zu einem Abschluss gebracht wurde, bleiben zumindest für mich Zweifel. Aber das ist eben nur meine persönliche Sicht auf die Dinge. Man kann selbstverständlich auch das Ermittlungsergebnis als korrekt und wahr annehmen. Das bleibt jedem selbst überlassen. Mich haben die Ausführungen der Ermittlerin tatsächlich nicht abschließend überzeugen können.
Nightrider64 schrieb:Ich denke, Du solltest Dich komplett über den endgültigen Stand der Ermittlungen ausführlicher informieren
Das habe ich ja. Das Ergebnis und die Ausführungen der Ermittlerin konnten mich jedoch nicht abschließend überzeugen, da ja die Möglichkeit einer Fremdeinwirkung nicht definitiv ausgeschlossen werden konnte und ich darüber hinaus auch nicht annehme, dass der erste Gutachter -wohlgemerkt mit den selben Daten- aufgrund von Inkompetenz und zu großer Phantasie zu einem so konkreten Ergebnis kam, ohne dafür entsprechende Anhaltspunkte im Verletzungsmuster vorliegen zu haben.
Nightrider64 schrieb:Es fehlten Aufprallspuren, die hätten da sein müssen, wenn beim Crash jemand unangeschnallt auf dem Beifahrersitz gesessen hätte. Daraus wird zwingend abgeleitet, das dort niemand gesessen oder gelegen habern kann. Nur auf dem Fahrersitz saß jemand.
Das wurde hier alles schon vor Seiten ausführlichst erläutert.
So wie ich damals den Bericht in der Auto Bild verstanden habe, gab es eine wie auch immer geartete "Spur" im Bereich des Dachhimmels. Ich nehme jetzt mal spekulativ an, dass es sich dabei nicht nur um ein Haar gehandelt hat, dass sich zufällig dort verfing. Das hätte man nur entnommen und gesichert. Ich denke, diese Spur war deutlich sichtbar und es handelte sich um eine Sekretspur, wahrscheinlich Blut. Sonst hätte man damals dieses Stück des Dachhimmels eher nicht herausgeschnitten und asserviert. Wenn dem so sein sollte, dann ist das in meinen Augen klar eine Anprallspur.
Es gab ja scheinbar auch noch weitere Anprallspuren. Wobei man sich merkwürdigerweise dann doch nicht konkret festlegen konnte, ob G.S. nun durch die Frontscheibe geschleudert wurde oder nicht. Konnte man denn definitiv feststellen ob GS nur der alleinige Verursacher dieser Anprallspuren sein konnte? Nein. Denn das Fahrzeug ist nicht asserviert worden und ich bezweifle, dass man das gesamte Armaturenbrett (inkl. Beifahrerseite) und/oder Lenkrad je auf DNA untersucht und entsprechendes Material asserviert hat. Man hatte also auch dort sehr wahrscheinlich nur die alten Daten der ersten kriminaltechnischen Untersuchung. Wie gründlich diese waren und wie gut das alles auch dokumentiert wurde, wissen wir mangels Akteneinsicht nicht.
Von daher wurde da für mich jetzt überhaupt nichts abgeleitet. Schon gar nicht zwingend. Das G.S. definitiv allein im Fahrzeug war wird nur als Möglichkeit eingeräumt und für den Fallabschluss auch so angenommen. Nicht mehr und nicht weniger. Einen definitiven Beweis gibt es dafür mMn nicht. Egal wie oft man den Gegenteiligen Standpunkt jetzt schon erläutert haben will. Nur weil etwas oft geschrieben wurde, wird es ja dadurch nicht zur ultimativen Wahrheit.
Nightrider64 schrieb:Stoll war so wie beschrieben und Hinweise auf reale Verfolgung gab es nie. Aber häufiger Verfolgungswahn auch in anderen Lebenssituationen, die von den Ehefrau beschrtiebenen Wahnvorstellungen usw
Ich hatte früher in diesem Thread mal erläutert, dass es sich bei den Aussagen zu Stolls psychischem Gesundheitszustand um Aussagen von Laien aus dessen persönlichem Umfeld handelt. Ohne damit etwas unterstellen zu wollen können diese Aussagen tatsächlich aus einer vielleicht falschen Wahrnehmung heraus oder auch zu einem bestimmten Zweck geäußert worden und/oder übertrieben/dramatisiert worden sein. Faktisch haben wir keinen ärztlichen Befund. Günter Stoll war meines Wissens diesbezüglich nie in Behandlung, nahm keine entsprechenden Medikamente. Sich da jetzt allein zu 100% auf die Aussagen von Personen aus dessen Umfeld zu stützen und eine so ernsthaft akute, psychische Erkrankung daraus anzunehmen, die völlig irrationales Handeln und/oder suizidales Verhalten bewirkt, halte ich persönlich für unprofessionell. Solche Aussagen sind natürlich ein Hinweis oder ein Indiz, sie beweisen jedoch in meinen Augen nichts.
Nightrider64 schrieb:Ich habe da auch keine Lust jetzt immer auf die gleichen dort vorgebrachten Informationen zu verweisen, wenn man diese aus Prinzip ignoriert oder prinzipiel grundlos anzweifelt.
Ich habe da nichts ignoriert und/oder grundlos angezweifelt. Ich habe es für mich nur neutral bewertet. Im Ergebnis sehe ich einfach den Beweis nicht als erbracht an, dass Günter Stoll im Zustand einer akuten, schweren und wahnhaften psychischen Erkrankung, möglicherweise in suizidaler Absicht und unter Alkoholeinfluss einen für ihn tödlichen Alleinunfall ohne jegliche Fremdeinwirkung verursachte. Das ist alles.
Nightrider64 schrieb:Der Fall istr kriminalistisch geklärt mit einem Ermittliungsergebnis.
Das braucht man jetzt nicht relativieren oder drum herum reden Das ist unseriös.
Der Vorgang wurde abgeschlossen. Wenn man aufgrund der Begründung/Ausführungen dazu einfach Zweifel hegt, hat das in meinem Fall jetzt nichts damit zu tun, dass ich eine nicht wunschgemäße oder unbequeme Wahrheit um jeden Preis bekämpfen will weil ich nur die eigene Theorie akzeptieren kann. Um das nochmal deutlich zu machen: Ich begrüße es sehr, wenn ein Fall nach so langer Zeit endlich abgeschlossen werden kann und Angehörige, Freunde, Bekannte und auch Ermittler damit endlich Ruhe finden können. Was ich aber nicht akzeptabel finde ist, wenn das Ermittlungsergebnis zum Abschluss eines Falles so unbefriedigend ausfällt und zu viele Ungereimtheiten einfach weggewischt werden oder unbeantwortet bleiben. Hier wurde meiner persönlichen Meinung nach kein Beweis erbracht, sondern nur eine Möglichkeit eingeräumt, die nun als wahrscheinlich genug für den Abschluss des Falles angesehen wird. Das ist der Punkt.