Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Mord an Frauke Liebs

84.971 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Entführung, Telefon ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 03:06
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Was wäre, wenn es für ihn ein Reiz war, dass Frauke so rätselhaft sprechen darf um die Familie noch mehr zu quälen?
Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, aber ich finde es nicht abwegig, in den Kontakten ein grausames Katz- und Mausspiel mit Frauke und/oder ihren Angehörigen zu sehen.
Dass Frauke telefonieren durfte, um mit diesem Lebenszeichen die Polizei von intensiven Fahndungsmaßnahmen abzuhalten, ist plausibel. Aber legt man diese Strategie den SMS' und Telefonaten zugrunde, gibt es irritierende Widersprüche.
Zunächst mal wäre es wesentlich glaubwürdiger gewesen, wenn Frauke ihre Abwesenheit begründet hätte: z. B. es sei ihr einiges zu viel geworden, sie brauche Zeit und Ruhe, um über alles nachzudenken, und wolle mit ihren Eltern und Freunden erst darüber sprechen, wenn sie sich selber über das klar geworden sei, was sie eigentlich wolle.
Erst recht unverständlich sind ihre mehrfachen Ankündigungen, nach Hause zu kommen, in denen sie sich auf einen bestimmten Zeitpunkt festlegt.

Freitag, 23. Juni 2006, 23.04 Uhr, SMS an Mitbewohner Chris: "Ich komme heute zurück nach Hause. Bin in Paderborn Hdgdl"
Freitag, 23. Juni 2006, 23.06 Uhr, Gedächtnisprotokoll von Bruder Frank: "Frauke, was machst du, wann kommst du nach Hause?"
"Ich komme heute nach Hause, auch nicht zu spät. Ich bin in Paderborn, frag nicht, ich komme nach Hause."

Samstag, 24. Juni 2006, 14.23 Uhr, Anruf bei Mitbewohner Chris, Gedächtnisprotokoll: "Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."

Sonntag, 25. Juni 2006, 22.28 Uhr, Anruf bei Mitbewohner Chris, Gedächtnisprotokoll: "Komme heute nach Hause."

Selbst wenn man das "heute" in den am späten Abend geführten Telefongesprächen auf den nächsten Tag bezieht, ist die vom Täter gewonnene Frist sehr kurz, erst recht am Samstag, als Frauke um 14.23 h anruft und ihr Kommen für den Abend mitteilt. Es ist immer nur ein sehr kurzer Aufschub und das Misstrauen und die Unruhe bei Fraukes Angehörigen wachsen mit jeder Enttäuschung. Hätte der Täter Zeit gewinnen wollen, wäre doch ein konkreter Termin einige Tage (oder gar eine Woche) später sinnvoller gewesen.
In dem letzten Telefongespräch wird kein Termin mehr genannt. Es dauert länger und Frauke ist in ihrer Haltung und ihren Worten deprimierter als in den früheren Telefonaten. Es gibt zum ersten Mal emotionale Äußerungen: "Sag ihnen [den Eltern], dass ich sie ganz doll liebe."
"Ich würde gerne bei euch sein. Ich würde gerne nach Hause." Die Schwester Karen, an diesem Telefonat beteiligt, empfand das sofort als Abschied. Für ihre Familie war nun jedenfalls klar, dass Frauke gefangen gehalten wurde, es ihr sehr schlecht ging und sie sich nach ihnen sehnte - was die nun beginnende Wartezeit von Anfang an zur großen Qual werden ließ.

Selbst wenn der Täter die Absicht hatte, Frauke sehr bald umzubringen und sich dadurch weitere riskante Autofahrten mit seinem Opfer sparen konnte, wäre es doch in seinem Interesse gewesen, die Fahndung so lange wie möglich hinauszuzögern. Warum also keine weitere Terminangabe ("Mir ist etwas dazwischen gekommen, am nächsten Sonntag bin ich aber ganz bestimmt zu Hause.")?
Einige vermuten, dass der Täter die Absicht gehabt hätte, Frauke tatsächlich frei zu lassen in der Hoffnung, sie würde ihn nicht verraten. Aber wenn er diesen Plan hätte aufgeben müssen, wäre er dann nicht bei der nächsten (und erst recht bei der übernächsten) Terminnennung vorsichtiger gewesen? Für wahrscheinlicher halte ich die Vermutung, dass Frauke zunächst selbst an ihre Freilassung geglaubt hat und so besser motiviert werden konnte, mitzuspielen. Aber beim letzten Gespräch gab es diese Aussicht nicht und Frauke hat dennoch (offenkundig, weil sie musste) mitgespielt - der Täter war also nicht so sehr auf ihre Hoffnung angewiesen.

Wenn es das einzige Ziel des Täters gewesen wäre, die Polizei und Fraukes Familie so lange wie möglich hinzuhalten, hätte es doch wesentlich effektivere Mittel gegeben.


3x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 03:49
Zitat von cayassocayasso schrieb:Die Vermutung ihrer Mutter stand in dem Stern Artikel. Erstens vertraute Frauke Chris sehr und zweitens hatte Fraukes Mutter ihr Handy selten mit dabei, ihr Vater nutze das Handy damals sogar nie. Bei Chris konnte sie sich sicher sein, dass er auch ran geht.
Die tatsächliche Situation, dürfte aber seit dem Wegbleiben von F. eine gänzlich andere gewesen sein, als die von der Mutter geschilderte. Denn es lag ja auf einmal eine Ausnahmesituation vor, die nicht vergleichbar ist mit dem alltäglichen Handling des Handys, dass die Mutter davor betrieb.

Das Handy dürfte permanent empfangsbereit und ständig in der Nähe der Mutter gewesen sein. Das hätte eigentlich auch F. klar sein müssen.
Zitat von tischtisch schrieb:erneut der hinweis von mir: mit ihrer mutter sprach FL zuvor über einen neuen bekannten, der von ihren freundinnen und von chris nie erwähnt wurde. sie scheint also mit denen nie über diesen "schrauber aus nieheim" gesprochen zu haben, sondern nur mit ihrer mutter.
Ich sehe diesen Hinweis nicht mehr so klar, wie zu Beginn. Das Kennenlernen scheint ja nicht in Nieheim stattgefunden zu haben, da Frauke gegenüber ihrer Mutter angab Nieheim nicht zu kennen. Damit könnte sowohl der Ort, als auch die Schraubertätigkeit von dieser Person, von selbiger erfunden worden sein.


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 06:21
Zitat von birkenseebirkensee schrieb:Erst recht unverständlich sind ihre mehrfachen Ankündigungen, nach Hause zu kommen, in denen sie sich auf einen bestimmten Zeitpunkt festlegt.

Freitag, 23. Juni 2006, 23.04 Uhr, SMS an Mitbewohner Chris: "Ich komme heute zurück nach Hause. Bin in Paderborn Hdgdl"
Freitag, 23. Juni 2006, 23.06 Uhr, Gedächtnisprotokoll von Bruder Frank: "Frauke, was machst du, wann kommst du nach Hause?"
"Ich komme heute nach Hause, auch nicht zu spät. Ich bin in Paderborn, frag nicht, ich komme nach Hause."

Samstag, 24. Juni 2006, 14.23 Uhr, Anruf bei Mitbewohner Chris, Gedächtnisprotokoll: "Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."

Sonntag, 25. Juni 2006, 22.28 Uhr, Anruf bei Mitbewohner Chris, Gedächtnisprotokoll: "Komme heute nach Hause."
es ist einfach ein dejavu von der ersten sms aus nieheim ,oder sogar schon vom pub,
wo sie schon festgelegt hatte, das sie nicht zu spät kommt und dieses chris mitteilte.


1x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 08:02
@zweiter
Zitat von zweiterzweiter schrieb:es ist einfach ein dejavu von der ersten sms aus nieheim ,oder sogar schon vom pub,
wo sie schon festgelegt hatte, das sie nicht zu spät kommt und dieses chris mitteilte.
Meinst du damit, sie war so „zugedröhnt“, das sie einfach nur alles immer wieder wiederholte?! Das glaube ich nicht ... sie antwortete ja auch mit „Ich bin in Paderborn“ „Mama“ und „Das kann ich dir nicht sagen“ ... da war sie doch auch einigermaßen „klar“ - wenn sie auch müde klang.


1x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 08:14
Zitat von TheBrokoly79TheBrokoly79 schrieb:Dritter Denkansatz "warum sie den Täter nicht verraten hat". Weil meiner Meinung nach sie ganau das gemacht hat was sie villeicht als das allerletzte Fünkchen Chance gesehen hat (ob es diese Chance je gegeben hat ist eine andere Frage), nämlich das zu tun was der Täter von ihr verlangt hat, einerseits sie gegen ihren Willen festhalten und dann soll sie anrufen und so tun als wäre nichts gewesen.
sehe ich auch so. er hat sie vermutlich massiv bedroht/eingeschüchtert. eventuell hatte er sogar eine waffe, die seine worten zusätzlich gewicht verliehen hat. dazu gab es dann eben die ansage, dass sie glaubhaft versichern soll, freiwillig weg zu sein und ihn oder ihren aufenthaltsort nicht zu verraten.

und FL hat mitgespielt weil sie das vielleicht als ihre einzige chance sah, noch irgendwie aus der situation herauszukommen. sie konnte gut mit menschen umgehen und hat vielleicht auf diese fähigkeiten vertraut - insbesondere dann, wenn es für sie erstmal keine andere möglichkeit gab, zu agieren.
Zitat von Lionel.twainLionel.twain schrieb:Ich tendiere auch eher dazu, dass FL den Täter kannte.
Oestermann meinte dazu, dass es jeglicher kriminalistischer Erfahrung widerspricht, dass ein wildfremder Entführer sein Opfer regelmäßig telefonieren lässt.
ich denke auch, dass der täter keine völlig fremde person für sie war. was "kennen" dann letztlich bedeutet, ist allerdings unklar. manchmal entwickelt man ja schon eine gefühl des vertrauens, wenn man eine person nur kurz gesprochen und als sympathisch empfunden hat, ohne dass man viele informationen über diese person besitzt.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Mehr als der Inhalt der Gespräche, die wir wohl eh nur auszugsweise kennen und die schon xmal diskutiert wurden, interessiert mich die Frage, wo der Täter jemandem aufgefallen sein könnte. Was war mit den Leuten im Pub, im Industriegebiet, in Fraukes Umgebung vor der Tat etc...gab es da Hinweise irgendwelcher Art, die publik wurden?
es gab keine hinweise, soweit ich weiß.
ich würde behaupten, dass die polizei mögliche sichtungen breit streuen würde. sobald FL den pub verlassen hat, wurde sie nicht mehr gesehen. dies könnte daran liegen, dass sie recht schnell ins auto gestiegen ist und nicht erst lange richtung wg gelaufen ist.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Ja ich halte das für dumm vom Täter, da er das Risiko unnötig nochmal in die Höhe trieb, denn dass die ganze Sache, vorsichtig ausgedrückt, nicht ganz astrein war, haben die Angehörigen schon vorher gewusst, da man für gewöhnlich nicht einfach so weg bleibt und kryptische Anrufe tätigt. Der Täter ist unnötig Risiko eingegangen. Machtspiel meinetwegen, aber unnötiges Risiko. Allerdings hilft das heute leider nicht mehr weiter. Ich vertrau aber auf den langen Atem der Polizei
aber du hast ja bei diesem fall super gesehen: was interessiert die polizei die (berechtigte!) vermutung der angehörigen, wenn eine volljährige, erwachsene frau verschwindet und sich regelmäßig per sms/anruf/entgegen genommenen anruf meldet und sagt, dass sie nicht in gefahr ist und nach hause kommt?

aufgrund der anrufe wurden die ermittlungen verzögert und da konnte die mutter von FL noch so oft sagen, dass FL mit sicherheit nicht freiwillig weg ist und die anrufe eigenartig sind.

ich weiß nicht, wie in den ersten tagen über den fall berichtet wurde aber in den medien wurde doch sicherlich genau dieser widerspruch thematisiert. eventuell hat der täter darauf reagiert und wollte die situation in die richtung lenken, dass eher von einem freiwilligen verschwinden ausgegangen wird, indem er immer wieder untermauern ließ, dass FL freiwillig weg ist. dass die polizei nicht mit voller kraft nach ihr suchte, muss ihm ja vermutlich durch die medienberichte klar geworden sein. und diesen zustand musste er aufrecht erhalten.
Zitat von birkenseebirkensee schrieb:Einige vermuten, dass der Täter die Absicht gehabt hätte, Frauke tatsächlich frei zu lassen in der Hoffnung, sie würde ihn nicht verraten. Aber wenn er diesen Plan hätte aufgeben müssen, wäre er dann nicht bei der nächsten (und erst recht bei der übernächsten) Terminnennung vorsichtiger gewesen? Für wahrscheinlicher halte ich die Vermutung, dass Frauke zunächst selbst an ihre Freilassung geglaubt hat und so besser motiviert werden konnte, mitzuspielen. Aber beim letzten Gespräch gab es diese Aussicht nicht und Frauke hat dennoch (offenkundig, weil sie musste) mitgespielt - der Täter war also nicht so sehr auf ihre Hoffnung angewiesen.
vielleicht gab es aber tatsächlich immer den zunächst feststehenden plan des täters, sie ziehen zu lassen. der wurde anschließend immer wieder verworfen - warum auch immer. es wäre interessant zu überlegen, was ihn abgehalten haben könnte.
Zitat von Twins0199Twins0199 schrieb:Meinst du damit, sie war so „zugedröhnt“, das sie einfach nur alles immer wieder wiederholte?! Das glaube ich nicht ... sie antwortete ja auch mit „Ich bin in Paderborn“ „Mama“ und „Das kann ich dir nicht sagen“ ... da war sie doch auch einigermaßen „klar“ - wenn sie auch müde klang.
ich denke, dass sie einige infos einfach hatte, die sie sagen musste: sie ist freiwillig weg, sie ist in paderborn, sie kommt nach hause. auf alle fragen konnte der täter sie nicht mit antworten vorbereiten, sodass sie dann einfach spontan reagieren musste. in dieser bedrohungssituation fiel ihr dann vielleicht nichts besseres ein als "kann ich dir nicht sagen".


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 09:49
Zitat von tischtisch schrieb:er konnte sie auch zufällig gesehen haben, als er vielleicht selbst gerade nach hause wollte.

sie könnte sich ja aber auch mit ihm verabredet haben um 23 uhr in der nähe des pubs. vielleicht haben sie sich zufällig nachmittags beim deutschland-spiel gesehen, kurz gequatscht und dann ganz lose verabredet, wenn es für beide passt, sich nochmal kurz nach dem spiel abends zu sehen.

also möglichkeiten gibt es da genug, finde ich. auch ohne sms/chat.
Wieso sollte es Sinn machen für einen Täter der Frauke spontan abgriff ihre Handy
noch mal zu nutzen?

Und wir wissen, dass Frauke mit Niels schrieb das Spiel über.
Die Unterhaltung per Handy wird aber nicht erst im Pub los gegangen
sein. Und Niels war auch ein Freund von Isabella.
Ich denke Frauke hat die Entscheidung doch noch in den Pub zu gehen
eventuell aufgrund dieser beiden Kriterien getroffen: sie konnte mit
Isabella zusammen über und mit Niels kommunizieren.
Das schien ihr sehr wichtig gewesen zu sein an diesem Abend.

Frauke hat sich zum Essen bereits in rot/weiß gezeigt ( wie
verabredet mit Isabella) aber die Entscheidung in den Pub
zu gehen wurde von ihr erst fest getroffen, als Isabella ihr
schrieb.
Wenn Frauke bereits vorher festgelegt hätte, dass in den Pub
geht, hätte Frauke meiner Meinung nach Isabella bereits
vorher fest zugesagt.

Wie ich bereits schrieb hätte Frauke mit einer Verabredung
nach dem Pub, von der nur sie und die andere Person gewusst
hätte, ihre Freundin angelogen und ihren Mitbewohner.
Außerdem hat Frauke sich mit dem Fehlen eines Akkus
und des Haustürschlüssels selbst in eine schlechte Position
gebracht.
Wenn Frauke Chris bereits vom Pub aus bescheid gegeben hätte,
dass sie später kommt und Isabella trotzdem gesagt, dass sie
müde ist und nachhause will, so hätten wir wenigstens einen Hinweis
auf eine mögliche Verabredung. Aber so spricht alles einfach dagegen.


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 11:15
Möglicherweise wurden die Telefonate vom Täter als Belohnung bzw Anreiz eingesetzt (zum Beispiel dafür wenn sie sich kooperativ verhielt und tat was er wollte, zum Beispiel sexuelle Dinge). Er hatte keine Angst davor dass sie etwas am Telefon verrät weil sie a) nichts wusste und /oder b) genug Angst vor ihm hatte um nichts zu sagen. Kleiner Nebeneffekt war dass dadurch die Angehörigen hin gehalten wurden aber das hätte er auch einfacher haben können. Daher denke ich die Telefonate waren "Belohnungen".
Dass sie immer wieder sagte sie komme heim hing möglicherweise daran dass er ihr wirklich immer wieder versprach sie gehen zu lassen.


1x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 12:00
Zitat von SyrahSyrah schrieb:Dass sie immer wieder sagte sie komme heim hing möglicherweise daran dass er ihr wirklich immer wieder versprach sie gehen zu lassen.
warum ist es dazu nicht gekommen bzw. was war sein eigentliches ziel, wenn er gar nicht vorhatte, sie wieder gehen zu lassen?

abgesehen von letzten anruf hat sich FL nämlich während der telefonate kooperativ verhalten und nichts gesagt, was auf ihn hinweist bzw. auf eine entführung hinweist. theoretisch hätte er sie ja dann laufen lassen können. er hätte sie ja nicht mal bis nach paderborn vor die tür bringen müssen, sondern einfach irgendwo an einer stelle aus dem auto setzen können. stattdessen wurde diese ankündigung von FL jedoch nie umgesetzt.

oder war das gar nicht die ansage des täters, dass das "ich komme nach hause" gesagt wird, sondern wurde von FL eigenständig entschieden, in den gesprächen zu erwähnen und es war weder geplant noch ihr versprochen/ angekündigt worden?


1x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 12:10
Zitat von tischtisch schrieb:warum ist es dazu nicht gekommen bzw. was war sein eigentliches ziel, wenn er gar nicht vorhatte, sie wieder gehen zu lassen?
warum lassen Täter ihre Opfer nicht einfach wieder gehen? liegt auf der Hand oder?

https://www.lecturio.de/magazin/verdeckungsabsicht/


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 13:13
Ich kann mir auch vorstellen, dass der Täter sich schon längst suizidiert hat, denn mit dem was da passiert ist, wird es für ihn vermutlich sehr schwer sein, weiterzuleben.

Wir sind uns einig, dass der Täter wesentlich mehr Glück als Verstand hatte, er hatte sogar unfassbares Glück, wie es nur äußerst selten vorkommt und zusätzlich scheint er eher kein "professioneller" Wiederholungstäter zu sein.
Nach all dem was die Öffentlichkeit, also wir, wissen, gab es keinen roten Faden, das Ganze scheint irgendwie planlos abgelaufen zu sein, von Tag zu Tag hat er neu entschieden, wie es weitergehen wird. Das lässt für mich darauf schließen, dass er nicht eiskalt und gewissenlos ist sondern eher ambivalent. Genau deswegen kann ich mir kaum vorstellen, dass er mit der Tat danach weiterleben konnte, vor allem nicht über so einen langen Zeitraum. Ich würde vermuten, dass es sich um jemanden handelt, der ein Gewissen hat (im Gegensatz zu Tätern die ihre Tat für immer abspalten können) und deswegen wäre er früher oder später gegenüber Familie oder Freunden redselig geworden.
Deswegen gibt es für mich nur die Möglichkeit, dass ein oder mehrere Mitwisser seitdem schweigen oder aber, der Täter hat sich nicht anvertraut und sich selbst das Leben genommen. Und das halte ich dann doch für wahrscheinlicher.

Ehrlich gesagt sehe ich so gut wie keine Chance, dass der Fall noch aufgeklärt wird.


2x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 13:17
Zitat von marienkaefermarienkaefer schrieb:Wir sind uns einig, dass der Täter wesentlich mehr Glück als Verstand hatte, er hatte sogar unfassbares Glück
Da sind wir beide uns ganz und gar nicht einig :D
Zitat von marienkaefermarienkaefer schrieb:gab es keinen roten Faden, das Ganze scheint irgendwie planlos abgelaufen zu sein, von Tag zu Tag hat er neu entschieden, wie es weitergehen wird.
Doch den gab es .. Wenn es keinen Faden gab und alles planlos stattfand warum konnte der Täter denn die weitere Handydaten Abfrage sabotieren dadurch das er einen Anruf annehmen ließ?
Ist schon ein komischer Zufall das gerade dann als Frauke ein Gespräch ANNEHMEN durfte, keine weitere Handydaten mehr angefordert werden konnten weil der Richterliche Beschluss fehlte.
Und das nennst du Glück? Das ist Planung.
Zitat von marienkaefermarienkaefer schrieb:Deswegen gibt es für mich nur die Möglichkeit, dass ein oder mehrere Mitwisser seitdem schweigen
Das halte ich für Denkbar.
Zitat von marienkaefermarienkaefer schrieb:Ehrlich gesagt sehe ich so gut wie keine Chance, dass der Fall noch aufgeklärt wird.
Wird sicher von Jahr zu Jahr schwieriger.


2x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 13:21
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Doch den gab es .. Wenn es keinen Faden gab und alles planlos stattfand warum konnte der Täter denn die weitere Handydaten Abfrage sabotieren dadurch das er einen Anruf annehmen ließ?
Ist schon ein komischer Zufall das gerade dann als Frauke ein Gespräch ANNEHMEN durfte, keine weitere Handydaten mehr angefordert werden konnten weil der Richterliche Beschluss fehlte.
Und das nennst du Glück? Das ist Planung.
Ja, für mich ist eben genau das tatsächlich sein Glück gewesen. Wie hätte er das planen sollen? Woher hätte er wissen sollen, dass der richterliche Beschluss fehlte? Weil er im nächsten Umfeld von Frauke's Angehörigen zu finden ist?


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 13:35
Die Menschen waren 2006 auch keine Neandertaler und ich halte es nicht für Unwahrscheinlich das ein Täter sich Gedanken darüber gemacht hat was die Polizei darf und welche rechtlichen Vorraussetzungen dazu notwendig sind.

Schauen wir uns mal etwas detaillierter an was wir im Fall Liebs haben:
-> Frauke verschwand wie vom Erdboden, Mitten in der Stadt. Scheinbar sah Niemand wie sie weg kam, egal ob nun freiwillig oder unfreiwillig.
-> Fraukes Handy setzte eine SMS aus der Funkzelle Nieheim ab.
Diese Erkenntnis hatte die Polizei relativ flott und nicht erst nach Auffinden der Leiche. Nieheim ist ein heute 6200 Einwohner Kaff.
Laut Fallanalyse war Nieheim der Festhalteort .. Obwohl Nieheim nicht groß ist und der Täter jeden Abend mit dem Opfer telefonieren fuhr, blieb er unentdeckt.
Das soll Glück sein?
-> Der Täter fuhr mit Frauke nahezu täglich vermutlich weite Strecken ohne entdeckt zu werden.
-> Frauke telefonierte desöfteren mit Chris und auch einmalig mit Frank und Karen. Es kamen keine klare Hinweise bzw. die Telefonate liefen bis auf das letzte nicht nachteilig für den Täter.
Das soll Glück sein?
-> Die Polizei war intern gespalten, man bekam sie nicht in den Gang weil die zu diesem Zeitpunkt Gefahrenlage nicht klar und eindeutig erkennbar war aufgrund dessen weil sich die Polizei an rechtliche Vorraussetzungen halten mussten.
-> Die Leiche wurde wie viele denken planlos abgelegt, wurde aber trotzdem erst nach einiger Zeit gefunden. Es fand sich keine heiße Spur (behaupte ich jetzt mal).
Ebenfalls Glück? Wohl kaum ..

Natürlich zieht sich durch den Fall eindeutig ein roter Faden.
Einige Leute denken hier ja das die Anrufe eine Reaktion auf die Plakate waren .. Das muss aber nicht so gewesen sein sondern es könnte auch sein das der Täter sich in den ersten knapp 2 Tagen mit der Betäubung der Frauke verschätzt hatte und erstmal "experimentieren" musste.
Oder das er Frauke psychisch noch nicht so weit hatte das sie den Forderungen des Täters folge leistet hinsichtlich darauf wie sie am Telefon zu agieren hat.

Ich muss Wirklich immer mit dem Kopf schütteln wenn hier von Glück gesprochen wird .. Der Täter hatte kein Glück sondern er hat (ohne dies honorieren zu wollen) taktisch intelligent gehandelt. Als würde er Schach spielen.


1x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 13:40
Zitat von Sonnenlicht333Sonnenlicht333 schrieb:Du kennst niemanden hier aus dem Forum, ich denke schon das ich mich in ein Opfer hinein versetzen kann, obwohl auch jeder Mensch da anderst reagieren kann,
Genau das ist der punkt-
Es reagiert zwar nicht jeder ANDERS, aber eben nicht Alle GLEICH.

Aus dem was ich über Frauke las, glaube ich, dass sie nach dem ersten Schrecken versucht haben wird, zum Täter eine emotionale Ebene zu finden.
Verständnis zeigen, zureden, ausloten, was möglich ist.

Vielleicht gingen die Anrufe (SMS) auf ihre Initiative zurück und der Entführer merkte dann, dass ihm die Anrufe helfen würden, weil dadurch Fraukes Umfeld erstmal beruhigt wird.

Und für sie war die Situation so bedrohlich- vielleicht war sie gefesselt- , dass sie den Täter nicht provozieren wollte und darum vage blieb.

Und ich könnte, mir vorstellen, dass nur sehr wenige von uns schon einmal gefesselt einem gewaltbereiten Menschen ausgeliefert waren.


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 13:51
Natürlich ist es Glück, wenn der Täter mit Frauke die ganze Zeit herumfuhr und dabei nicht entdeckt wurde. Denn gerade weil er herumfuhr und wie du schreibst, Nieheim ein kleines Kaff ist, war die Wahrscheinlich entdeckt zu werden, groß. Deswegen konnte er, egal wie vorsichtig er war, nicht ausschließen, doch entdeckt zu werden. Er wechselte mehrmals den Ort für die Telefonate, das ist riskant und Glückssache.
Ebenfalls die Telefonate selbst. Er hat nicht zu 100 % sicher sein können, dass Frauke rein gar nichts über ihn verrät. Egal wie sehr er sie eingeschüchtert hat, er hat trotzdem nicht wissen können, wie sie in diesen Ausnahmesituationen reagiert.
Dass niemand ihn gesehen hat, als er Frauke abgefangen hat, wo doch sehr viel los war an dem Abend.
Wie hätte er sicher sein sollen, dass ihre Leiche lange nicht gefunden wurde? Wie hätte er wissen können, dass nach der Zeit keine verwertbaren Spuren mehr zu finden sein werden aufgrund der Witterungsverhältnisse?

Alles was du ansprichst sind für mich Dinge, die für unglaubliches Glück sprechen weil man die Dinge eben nicht vorab berechnen und planen kann. Die Gefahr, dass es eben nicht so läuft, war doch viel zu groß und die Faktoren konnte er nicht selbst alle beeinflussen bzw. ausschalten.
Ich verstehe nicht, wie du darin ein planvolles Handeln siehst.


2x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 13:59
Zitat von marienkaefermarienkaefer schrieb:Alles was du ansprichst sind für mich Dinge, die für unglaubliches Glück sprechen weil man die Dinge eben nicht vorab berechnen und planen kann.
Natürlich kann ein Täter berechnen und planen. Und zwar dadurch das er die Gebiete wo er sich mit Frauke befinden würde auskundschaftet und Informationen sammelt.
Und ein Täter kann sich auch über die rechtlichen Abläufe bzw. Vorraussetzungen der Polizei informieren. 2006 war das Internet auch schon sehr aussagekräftig, nicht erst seit den letzten 2 Jahren.

Natürlich bleibt ein Restrisiko .. Wenn ein Plan aber so aufgeht wie er geplant wurde dann ist dies kein Glück sondern viel mehr taktische Planung welche aufgegangen ist.
Sonst könntest du auch sagen die Eroberung Berlin 1945 war reines Glück, die deutsche Wehrmacht hätte ja die halbe italienische Armee in ne Lagerhalle versteckt halten können welche erst rauskommen wenn se sowjetische Soldaten sehen.
War aber nicht so .. Puh, nochmal Glück gehabt ..

Ein Täter kann gar nicht so viel Glück haben wenn er alles dem Zufall überläßt bzw. so ungeplant an die Sache heranging wie einige User es hier meinen.

Aber da kommen wir scheinbar nicht zusammen marienkaefer.


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 14:21
Zitat von marienkaefermarienkaefer schrieb:Alles was du ansprichst sind für mich Dinge, die für unglaubliches Glück sprechen weil man die Dinge eben nicht vorab berechnen und planen kann. Die Gefahr, dass es eben nicht so läuft, war doch viel zu groß und die Faktoren konnte er nicht selbst alle beeinflussen bzw. ausschalten.
Ich verstehe nicht, wie du darin ein planvolles Handeln siehst.
"planvoll" handeln heisst doch nur, dass jemand einen entschluss fasst, etwas zu tun.
der plan kann gut - oder dumm sein.

möglicherweise hat der täter frauke gesehen und in der absicht, sie zu entführen angesprochen.
ich meine damit, dass er nicht unbedingt tage vorher gegrübelt hat, wie er es am besten machen will. er hat auch das versteck vielleicht nicht speziell vorbereitet.

es klappte an dem abend, sie stieg in sein auto und er wusste, wo er sie erstmal "zwischenlagern" kann, ohne das es jemanden auffällt.
Am nächsten tag hat er das Versteck besser ausgestattet, bzw. sie woanders hingebracht.

tagsüber hat er entweder gearbeitet- oder wurde von eltern, partnerin "kotrolliert".
Seine Abwesenheit tagsüber wäre aufgefallen.
Man kann nicht automatisch ableiten, dass er in Arbeit stand.


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 14:37
Natürlich hatte er einen Plan. Die Frage ist nur, wie systematisch dieser war. Zufall war sein Vorgehen sicher nicht. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass diese Entführung nicht bis ins Detail geplant war sondern ihm in vielerlei Hinsicht das Glück entgegenkam.


1x zitiertmelden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 14:58
Zitat von marienkaefermarienkaefer schrieb:Natürlich hatte er einen Plan. Die Frage ist nur, wie systematisch dieser war. Zufall war sein Vorgehen sicher nicht. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass diese Entführung nicht bis ins Detail geplant war sondern ihm in vielerlei Hinsicht das Glück entgegenkam.
ja, das denke ich mir auch.
er hatte "viel Glück". Jedenfalls aus seiner Sicht.

Das spricht vielleicht für einen unauffälligen Menschen.


melden

Mord an Frauke Liebs

03.05.2018 um 15:31
Mich macht die Sicherheit nicht erwischt zu werden, des Täters so nachdenklich.
Woher wusste der Täter, das ihn niemand bei den nächtlichen Fahrten sieht?
Warum war er sich so sicher, das Frauke ihn auf gar keinen Fall verrät?
Wie konnte er sicher sein, das die Polizei wirklich die Füsse still hält, solange Frauke sich meldet.

Er hätte nur ein einziges mal in einen Unfall verwickelt werden müssen, und er wäre aufgeflogen.
Ihn hätte nur ein einziger mit Frauke zusammen sehen müssen und es wäre kritisch für ihn geworden.
Ebenso hätte ihn durch Zufall eine Polizei oder Zivilstreife anhalten können, das wäre es dann gewesen.
All das war dem Täter egal, er muss Nerven aus Drahtseil haben.

Wie kann man so einen Täter einordnen?
Was ist das für ein Mensch?
Für mich klingt das alles ziemlich chaotisch.

Wie muss man sich diesen Menschen vorstellen, wie muss man sich sein Profilbild vorstellen?
Gibt es laut Profiler überhaubt eins, habe noch nichts darüber gelesen oder gehört?


2x zitiertmelden