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Mord an Frauke Liebs

85.012 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Entführung, Telefon ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

09.11.2020 um 23:00
Zitat von mlaskamlaska schrieb:Letztenendes aber sagt mir mein Bauchgefühl dasselbe wie deins, nämlich, dass die SMS irgendwie versucht zu vermitteln, man (also FL) sei noch im Pub.
Ich denke das Frauke diese SMS (wenn Sie von Frauke geschrieben wurde) nicht um diese Uhrzeit bzw. diese noch im Pub geschrieben hat, weil Sie fast 2 Stunden nach verlassen des Pubs nichts davon schreibt, wann Sie ungefähr zuhause ist wegen dem Schlüssel (Chris muß warten).

Es gibt noch folgende Möglichkeiten :

Frauke hat die Nachricht vor oder nach dem Verlassen des Pubs geschrieben und nach dem absenden relativ schnell den Akku rausgenommen (den Akku wieder zurückgetauscht mit Ihrer Freundin), weswegen die SMS nicht gesendet wurde.

Sie wurde dann gesendet als Täter/Täterin das Handy von Frauke angeschaltet hat.

Oder der Täter*in hat die Nachricht gesendet um zu verhindern, dass in der Nacht nach
Frauke gesucht wird.


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Mord an Frauke Liebs

09.11.2020 um 23:14
Zitat von AnNevisAnNevis schrieb:Die Frage ist somit für mich, warum Frauke - sofern die SMS tatsächlich noch freiwillig verfasst wurde - derart lapidar von "komme später" schrieb, wenn nicht eigentlich auch "schon bald" gemeint war, bzw. warum sie das "komme später" nicht weitreichender und dementsprechend einordnend formuliert hat.
@AnNevis
Ich könnte mir vorstellen, dass Chris verärgert war, weil er sich "entwertet" gefühlt hat. Beide hatten eine Verabredung getroffen und während Frauke ihre Pläne spontan geändert hat und sich amüsierte (das musste er denken), machte er zu Hause den Hausmeister. Er fühlte sich ausgenutzt.

"Später" nahm er hin, aber je länger er auf Frauke gewartet hat, desto mehr fühlte er sich übergangen.
"Sie amüsiert sich auf meine Kosten".

Ärger ist als Gefühl so mächtig, dass Sorge keinen Platz hat.

Was die SMS betrifft: Ich halte für möglich, dass Frauke sie nicht selbst geschrieben hat. Sie könnte mit dem Täter arglos geplaudert haben und ihm das "nicht gegen England" als erstes zugerufen haben. Und er hat das dann in die SMS geschrieben.
Der Satz hätte ja auf jeden Fall gepasst (an jeden, m auch an Fußballmuffel), weil Frauke sich darüber gefreut hat und das ausposaunte.

Was ich aber für wahrscheinlicher halte: Frauke hat diese SMS selbst geschrieben.
Als rücksichtsvolle Mitbewohnerin hat sie die SMS geschrieben und "komme später" angekündigt, weil sie eine halbe/dreivietelstunde meinte. Sie wusste nicht genau, wie viel später.

Der Täter hatte ihr einen Vorschlag gemacht.
Ich hatte mal ein Beispiel ausgedacht.
Sie kannte den Täter flüchtig, man kam ins Quatschen, sie fand ihn nett. Sie war ja in guter Stimmung und vielleicht hat sich ihre positive Stimmung über diese Begegnung gelegt? Ich bin gut drauf, die ganze Welt ist nett und jetzt treffe ich noch Einen, der auch nett ist.
Der Täter erzählte Frauke, er würde vielleicht in die Nähe ziehen, in ein Haus, ein paar Straßen weiter. Er würde Uhr das gerne zeigen und es würde ihn interessieren, wie sie das Haus findet.
Frauke war hilfsbereit und einer kleinen Autofahrt nicht abgeneigt.
Vor dem Einsteigen schrieb sie die SMS. Das war sie Chris schuldig. Der Täter ließ ihr die Freiheit, da sie noch nicht im Auto saß und Frauke Vertrauen haben sollte, damit sie einsteigt.

Dass die SMS später kam, lag vielleicht daran, dass sie "festhing"?
Ich verstehe davon nichts. Das soll wohl möglich gewesen sein.
@Thl40 beschreibt das einen Beitrag drüber


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Mord an Frauke Liebs

09.11.2020 um 23:28
Statt auf die Frage, was Frauke in der Nacht ihres Veschwindens nach dem Verlassen des Pubs tat, möchte ich das Augenmerk darauf richten, was sie nicht tat: Nämlich in ihre Wohnung gehen.

Was ich meine:

Als Frauke Paderporn in Richtung Nieheim per Auto mit wem-auch-immer verließ, muss ihr klar gewesen sein, dass sie für eine gewisse Zeit nicht nach Hause kommen würde. Nämlich für die Fahrtzeit zum Zielort und wieder zurück plus der zu erwartenden Aufenthaltszeit am Zielort. Im Minimum also wohl 1 1/2 Stunden, alles zusammen.

Gleichzeitig stand sie vor einigen kleinen Problemen - oder sagen wir "Unbill":

- sie hatte keinen Wohnungsschlüssel
- Chris wartete auf sie
- ihre Barschaft war so gut wie verbraucht
- der Akku ihres Handys war leer und sie hatte kein Ladekabel
- ihre Kleidung war vermutlich verschwitzt und verqualmt

Alle diese Nicklichkeiten hätte sie auf einen Schlag mit einem kurzen Besuch - zwei bis drei Minuten reichen - in ihrer Wohnung lösen können: Ihren Wohnungsschlüssel wieder an sich nehmen, Chris von seiner "Nachtwache" erlösen, sich etwas Geld einstecken oder notfalls bei Chris leihen, sich das Handy-Ladegerät einstecken, kurz frisch machen, ggf. das Oberteil wechseln und vielleicht noch eine Jacke greifen, falls es im Laufe der Nacht doch kühler werden würde.

Damit hätte sie für den Rest der Nacht jede zeitliche Freiheit gehabt und sich eines schlechten Gewissens ob des wartenden Chris' entledigt. Das dürfte auch im Interesse eines etwaigen männlichen Begleiters gewesen sein. Auch lag ihre Wohnung verkehrsgünstig. Ein großer Umweg im Vergleich zu der vor ihr liegenden Strecke nach Nieheim, war es keinesfalls.

Falls sie nicht wollte, dass Chris erfährt, mit wem sie unterwegs war oder was sie noch vor hatte, hätte sie problemlos zu einer Notlüge greifen können, etwa dahingehend, dass sie noch mit einigen Freundinnen in eine andere Kneipe will. Irgendeine Erklärung, Ausrede oder Notlüge hätte sie ja ohnehin auch später gebraucht.

Warum kam es dazu nicht?

Entweder, sie hat Paderporn eben doch nicht freiwillig verlassen, oder der Aufenthalt am Zielort war nur für sehr kurze Zeit geplant. Beides finde ich nicht sonderlich plausibel, aber etwas anderes fällt mir nicht ein.

Hat jemand eine bessere Erklärung?


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Mord an Frauke Liebs

09.11.2020 um 23:37
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Dass die SMS später kam, lag vielleicht daran, dass sie "festhing"?
Ich verstehe davon nichts. Das soll wohl möglich gewesen sein.
@Thl40 beschreibt das einen Beitrag drüber
Nein, auch wenn es so schön logisch wäre. Aber wir hatten das hier mit Sommer schon rauf und runter dekliniert. Dieser Nokia-Knochen konnte nichts speichern und nichts nach einer elektrischen Wiederbelebung von selbst senden, noch hing die sms im elektronischen Nirvana des Providers. Einige, die das Teil sich extra besorgt haben und damit experimentiert haben, haben das sehr nachvollziehbar dargelegt.


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Mord an Frauke Liebs

09.11.2020 um 23:43
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Entweder, sie hat Paderporn eben doch nicht freiwillig verlassen, oder der Aufenthalt am Zielort war nur für sehr kurze Zeit geplant. Beides finde ich nicht sonderlich plausibel, aber etwas anderes fällt mir nicht ein.
Deine Ausführungen zuvor finde zutreffend und sind für mich nachvollziehbar.
Aber aus welchem Grund findest du es als nicht plausibel, dass sie Paderborn nicht freiwillig verlassen hat?


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Mord an Frauke Liebs

09.11.2020 um 23:48
Zitat von AnNevisAnNevis schrieb:Aber aus welchem Grund findest du es als nicht plausibel, dass sie Paderborn nicht freiwillig verlassen hat?
Ich halte die erste SMS für authentisch. Nicht nur wg. "nicht gegen England" sondern auch wg. "HDGDL".

P.S: Wieso schreibe ich die ganze Zeit "PaderPORN"? Das ist dieser Freud, oder? Na, ist ja auch schon spät.


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Mord an Frauke Liebs

09.11.2020 um 23:49
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Hat jemand eine bessere Erklärung?
Nein, ich finde deine Erklärungen äußerst logisch.


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09.11.2020 um 23:50
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Nein, auch wenn es so schön logisch wäre. Aber wir hatten das hier mit Sommer schon rauf und runter dekliniert. Dieser Nokia-Knochen konnte nichts speichern und nichts nach einer elektrischen Wiederbelebung von selbst senden, noch hing die sms im elektronischen Nirvana des Providers. Einige, die das Teil sich extra besorgt haben und damit experimentiert haben, haben das sehr nachvollziehbar dargelegt.
@oplibelle
Ich glaube dir das, weiss auch dass über diese Frage lange diskutiert wurde. Bei mir blieb hängen, dass das möglich war.

Dann ist diese SMS tatsächlich nicht leicht wegzuerklären.

Ich vermute, Frauke hat sie nicht geschrieben, sondern der Täter.
Vielleicht wäre dem Täter ein Anruf lieber gewesen, aber Frauke war zu aufgebracht, zu verängstigt.
Darum tippte er die SMS.
Später hatte sich Frauke in ihr Schicksal gefunden. Sie wusste, dass sie sich auf bestimmte Art verhalten musste, um telefonieren zu dürfen.


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Mord an Frauke Liebs

09.11.2020 um 23:51
Sie hatte im Pub gesagt, dass sie müde wäre u ihre Wohnung war nur 1,3 km entfernt .
Wäre sie da zu einer Mitfahrgelegenheit eingestiegen , der aber erst einen längeren Umweg fahren wollte, evtl um etwas zu erledigen?
Dort angekommen, ist sie vielleicht mit ausgestiegen u hat das Angebot angenommen, noch etwas zu trinken, auf Toilette zu gehen . Sie hatte zwar Schule am nächsten Tag aber so spät war es auch wieder nicht . Aber wäre sie freiwillig mit einem Fremden mit ?
In dieser Wohnung o Haus ist es dann zum Übergriff gekommen?


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09.11.2020 um 23:53
Zitat von Thl40Thl40 schrieb:Oder der Täter*in hat die Nachricht gesendet um zu verhindern, dass in der Nacht nach
Frauke gesucht wird.
@Thl40
Wenn jemand nach einer vermissten Person sucht, dann meist an dem Ort, wo diese zuletzt gesehen wurde. Demnach wollte der Täter dann verhindern, das Chris (oder jemand anders) den Weg zwischen Pub und der Wohnung von Chris und Frauke absucht?


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 00:04
Zitat von F.EinstoffF.Einstoff schrieb:Wenn jemand nach einer vermissten Person sucht, dann meist an dem Ort, wo diese zuletzt gesehen wurde. Demnach wollte der Täter dann verhindern, das Chris (oder jemand anders) den Weg zwischen Pub und der Wohnung von Chris und Frauke absucht?
@F.Einstoff

Wahrscheinlich waren Leute auf der Straße. Später haben sich keine Zeugen gemeldet. Das lag aber vielleicht daran, dass die selber knülle waren- oder mit anderen Dingen beschäftigt. Es hätte aber sein können, dass sich jemand an Frauke, den Täter und sein Auto erinnert.
Und wenn die Zeugen in der Straße - in der das Pub war, in der Frauke ins Auto stieg wohnten, könnten sie von Fraukes Verschwinden erfahren und sich erinnern.
Je länger Frauke nicht vermisst würde, desto besser für den Täter.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass ihm der Gedanke gefallen hat, dass Frauke NICHT gesucht wird.
Vielleicht habe ihm die Stunden, in denen niemand wusste, dass sie verschwunden ist, viel bedeutet?


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 00:06
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Ich halte die erste SMS für authentisch. Nicht nur wg. "nicht gegen England" sondern auch wg. "HDGDL".
Mir ist das irgendwie (möglicherweise Frauke effizient unter Druck setzend, die SMS zuvor lesend) tatsächlich für eine alleinige Schlussfolgerung (= freiwillig) zu dürftig (die inhaltliche Authentizität).
Dennoch ist es natürlich möglich und auch nicht unwahrscheinlich.
Bei allen weiteren Kontakten stellt sich die Bewertung der inhaltlichen Authentizität offenbar nicht mehr (aus welcher Bewertungsgrundlage? Alleinig die Zeit?).
Warum also ausgerecht bei der ersten SMS nicht?


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 00:56
Bei diesem Fall ist, glaube ich, so ziemlich alles denkbar und möglich. Wurde diese erste SMS nicht von der Mutter, der Polizei und dem Exfreund als authentisch eingestuft?

Ich kann mir z.B. vorstellen, daß zwar Frauke diese SMS selbst geschrieben hat, die Situation aber da schon prekär war. Auch eine sofortige Eskalation im Anschluss an diese SMS halte ich beispielsweise für denkbar und möglich.

Fiktiv, Täter: "Wem schreibst Du?" - Frauke: "Meinem Mitbewohner - ich muss ihm sagen, daß ich später komme" - Täter reißt Frauke das Handy aus der Hand, liest die SMS und fragt sie was "HDgdl" heißt - die Situation eskaliert.

Zugegeben, vielleicht etwas ungewöhnlich - aber an dem Fall scheint ja sehr vieles ungewöhnlich.


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 07:54
Zitat von Thl40Thl40 schrieb:Ich denke das Frauke diese SMS (wenn Sie von Frauke geschrieben wurde) nicht um diese Uhrzeit bzw. diese noch im Pub geschrieben hat, weil Sie fast 2 Stunden nach verlassen des Pubs nichts davon schreibt, wann Sie ungefähr zuhause ist wegen dem Schlüssel (Chris muß warten).
Da es dann ca. 23:00h gewesen sein dürfte und noch 'früh' am Abend würde das bedeuten, dass FL tatsächlich noch was anderes vorhatte. Denn vom Pub aus waren es weniger als 20 Minuten zu Fuß. In der Konsequenz wäre ich da sogar mit einverstanden, da es so gesehen egal gewesen wäre, wann sie genau die SMS geschrieben hätte. Der letztendliche Grund bliebe ja der selbe. FL wäre nach dem Pubbesuch noch unterwegs gewesen.
Zitat von Thl40Thl40 schrieb:Frauke hat die Nachricht vor oder nach dem Verlassen des Pubs geschrieben und nach dem absenden relativ schnell den Akku rausgenommen (den Akku wieder zurückgetauscht mit Ihrer Freundin), weswegen die SMS nicht gesendet wurde.

Sie wurde dann gesendet als Täter/Täterin das Handy von Frauke angeschaltet hat.
Nach allem, was hier im Forum von einigen Usern in breiten Feldversuchen am besagten Handymodell untersucht wurde, ist diese Möglichkeit technisch ausgeschlossen. Es läuft auf die Formel: Akku leer, Speicher leer. hinaus
Zitat von Thl40Thl40 schrieb:Oder der Täter*in hat die Nachricht gesendet um zu verhindern, dass in der Nacht nach
Frauke gesucht wird.
Bei Kindern ginge man so vor, weil man fest davon ausgeht, dass ein Fernbleiben nicht freiwillig ist. Bei Erwachsenen werden da allenfalls Privatpersonen in der selben Nacht aktiv. Aber was können die schon ausrichten? Wo hätte man überhaupt suchen sollen?

FL war 21 und volljährig. Selbst Mutter Liebs hatte am nächsten Tag Schwierigkeiten, die Beamten von der Notwendigkeit von Ermittlungen zu überzeugen. Normalerweise wäre auch am Mittwoch nix passiert.

Letztendlich aber, und das ist eigentlich das Wesentliche, war der Inhalt der SMS überhaupt nicht geeignet, eine Suchaktion auszusetzen. Idealerweise hätte dort dann "übernachte woanders" gestanden. Aber die Ankündigung 'komme später' impliziert eine Erwartung beim Empfänger: FL kommt noch. Das hätte sich natürlich nicht erfüllen lassen und die Suchaktion wäre wieder angelaufen.


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 09:57
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Damit hätte sie für den Rest der Nacht jede zeitliche Freiheit gehabt und sich eines schlechten Gewissens ob des wartenden Chris' entledigt. Das dürfte auch im Interesse eines etwaigen männlichen Begleiters gewesen sein. Auch lag ihre Wohnung verkehrsgünstig. Ein großer Umweg im Vergleich zu der vor ihr liegenden Strecke nach Nieheim, war es keinesfalls.

Falls sie nicht wollte, dass Chris erfährt, mit wem sie unterwegs war oder was sie noch vor hatte, hätte sie problemlos zu einer Notlüge greifen können, etwa dahingehend, dass sie noch mit einigen Freundinnen in eine andere Kneipe will. Irgendeine Erklärung, Ausrede oder Notlüge hätte sie ja ohnehin auch später gebraucht.

Warum kam es dazu nicht?

Entweder, sie hat Paderporn eben doch nicht freiwillig verlassen, oder der Aufenthalt am Zielort war nur für sehr kurze Zeit geplant. Beides finde ich nicht sonderlich plausibel, aber etwas anderes fällt mir nicht ein.
Richtig, all diese sind in ihrer Gesamtheit ein paar dem Täter äußerst zuträgliche Zufälle zuviel, und spricht alles dafür, dass sie PB nicht mehr freiwillig verlassen hat. Das deckt sich dann aber nicht mehr mit deiner folgenden Vermutung:
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Ich halte die erste SMS für authentisch. Nicht nur wg. "nicht gegen England" sondern auch wg. "HDGDL".
Das HDGDL stand auch am Ende der zweiten SMS, und wie bereits schon oft genug gesagt wurde: Ort und Zeit passen nicht zum Inhalt, und es müssen irgendwelche technischen Pannen und dergleichen konstruiert werden, damit es noch stimmig ist. Auch dies ist in meinen Augen ein dem Täter zuträglicher Zufall zuviel. Für mich war die SMS damit mindestens unfreiwillig, wenn nicht gar vom Täter selbst verfasst. Hat sie eventuell im Vorfeld des Spiels mit Chris via SMS bereits über "nicht gegen England" diskutiert, sodass er es sich aus dem SMS-Verlauf hätte zusammenreimen können?


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 10:02
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Statt auf die Frage, was Frauke in der Nacht ihres Veschwindens nach dem Verlassen des Pubs tat, möchte ich das Augenmerk darauf richten, was sie nicht tat: Nämlich in ihre Wohnung gehen.

Was ich meine:

Als Frauke Paderporn in Richtung Nieheim per Auto mit wem-auch-immer verließ, muss ihr klar gewesen sein, dass sie für eine gewisse Zeit nicht nach Hause kommen würde. Nämlich für die Fahrtzeit zum Zielort und wieder zurück plus der zu erwartenden Aufenthaltszeit am Zielort. Im Minimum also wohl 1 1/2 Stunden, alles zusammen.

Gleichzeitig stand sie vor einigen kleinen Problemen - oder sagen wir "Unbill":

- sie hatte keinen Wohnungsschlüssel
- Chris wartete auf sie
- ihre Barschaft war so gut wie verbraucht
- der Akku ihres Handys war leer und sie hatte kein Ladekabel
- ihre Kleidung war vermutlich verschwitzt und verqualmt

Alle diese Nicklichkeiten hätte sie auf einen Schlag mit einem kurzen Besuch - zwei bis drei Minuten reichen - in ihrer Wohnung lösen können: Ihren Wohnungsschlüssel wieder an sich nehmen, Chris von seiner "Nachtwache" erlösen, sich etwas Geld einstecken oder notfalls bei Chris leihen, sich das Handy-Ladegerät einstecken, kurz frisch machen, ggf. das Oberteil wechseln und vielleicht noch eine Jacke greifen, falls es im Laufe der Nacht doch kühler werden würde.

Damit hätte sie für den Rest der Nacht jede zeitliche Freiheit gehabt und sich eines schlechten Gewissens ob des wartenden Chris' entledigt. Das dürfte auch im Interesse eines etwaigen männlichen Begleiters gewesen sein. Auch lag ihre Wohnung verkehrsgünstig. Ein großer Umweg im Vergleich zu der vor ihr liegenden Strecke nach Nieheim, war es keinesfalls.

Falls sie nicht wollte, dass Chris erfährt, mit wem sie unterwegs war oder was sie noch vor hatte, hätte sie problemlos zu einer Notlüge greifen können, etwa dahingehend, dass sie noch mit einigen Freundinnen in eine andere Kneipe will. Irgendeine Erklärung, Ausrede oder Notlüge hätte sie ja ohnehin auch später gebraucht.

Warum kam es dazu nicht?

Entweder, sie hat Paderporn eben doch nicht freiwillig verlassen, oder der Aufenthalt am Zielort war nur für sehr kurze Zeit geplant. Beides finde ich nicht sonderlich plausibel, aber etwas anderes fällt mir nicht ein.

Hat jemand eine bessere Erklärung?
Interessante Überlegung!

Ich würde sagen, FL war ja an dem Abend zu Fuß unterwegs. Wenn man mal annimmt, dass ihr Ziel in einer ganz anderen Richtung lag als ihre Wohnung, wäre es generell die Frage, ob sie den Umweg über ihre Wohnung gegangen wäre. Das hätte ja bedeutet, mindestens 30- 40 Minuten zusätzlich zu investieren, bis sie ihr Ziel erreicht (hin zur Wohnung, umziehen und irgendwie zurück/weiter).

Generell würde ich dir aber zustimmen, dass die Bedingungen (insbesondere der fehlende Schlüssel) an dem Abend eher widrig waren, gerade mit Blick auf eine 'späte' Heimkehr, die sich nun ergab.

Auf der anderen Seite waren die Bedingungen gar nicht so widrig. Denn FL war ja zunächst im Pub feiern. Da steht das Ende ja nicht fest (mal abgesehen von den Schließzeiten des Pubs). Ob sie nun mit den anderen bis zum Zapfenstreich bliebe (max. bis 2:00h) oder um 23:00h ginge, um für die verbleibenden 'freien' 3h noch woanders sein zu können, spielt dann ja eigentlich keine Rolle. Chris müsste so oder so aufschließen. Eine Uhrzeit fü die Heimkehr war ja nicht ausgemacht.

Sie musste so gesehen halt nur früh genug weg aus dem Pub, damit sich die folgende Aktivität noch zeitlich sinnvoll umsetzen lies. Das Ende des Spiels könnte sich da als willkommene Bruchstelle gezeigt haben. 'Gleich nach dem Spiel ist sie abgehaun', wie Bella sich ausdrückte. Dass FL unter Umständen im Pub langweilig war, nachdem der Akku runtergeSMSt war, wäre ja nachvollziehbar.

Falls sie sich entschlossen hätte, noch jemanden zu treffen, hätte sie sicherlich eine Privatwohnung angesteuert. Ev. war sie so gut mit der Person bekannt und vertraut, dass sie sicher war, diese würde sie anschließend mit dem Auto bis vor die Haustüre fahren.


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 10:03
Ich weiß nicht mehr genau, ob das 2006 auch noch so war, aber ich erinnere mich, dass es eine Zeitlang immer wieder Probleme mit den sms gab.
Einige kamen gar nicht, manche mit stundenlanger Verspätung an. Könnte das eventuell ein blöder Zufall gewesen sein?


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 12:18
Zitat von mlaskamlaska schrieb:Sie musste so gesehen halt nur früh genug weg aus dem Pub, damit sich die folgende Aktivität noch zeitlich sinnvoll umsetzen lies
Ich denke, man kann sicher ausschließen, dass FL zum Zeitpunkt des Verlassens des Pubs noch eine Verabredung hatte. Nichts an ihrem Verhalten gegenüber ihrer Mutter, gegenüber Chris und gegenüber ihren Freundinnen im Pub deutet darauf hin, noch ließen sich telefonische Kontakte finden, die dies plausibel erscheinen lassen. Entscheidend aber ist, dass sie versuchte, Niels zu überreden, in den Pub zu kommen. Den Großen Unbekannten oder eine heimliche Liebe, die in ihrem oder seinem sozialen Kreisen hätte verschwiegen werden müssen, gab es sicherlich nicht.

Bliebe die Möglichkeit, dass sie nach Verlassen des Pubs sich noch spontan entschlossen hat, jemanden zu besuchen. Auch das halte ich nicht für sehr wahrscheinlich. Sie müsste diesen Entschluss wirklich sehr spontan gefasst haben. Im Pub hatte sie Dank des geliehenen Akkus ja noch die Möglichkeit, Verabredungen mit einem Dritten zu treffen, nachdem Niels abgesagt hatte. Tat sie aber nicht. Und einen unangemeldeten Besuch an einem Wochentag nach 23 Uhr? Dann muss man den zu Besuchenden und seine Lebensgewohnheiten aber schon gut kennen. Und derart gute Bekannte hat die Polizei doppelt und dreifach abgeklopft.

Ich denke die Arbeitshypothese der Polizei (und der Familie), nämlich, dass sie auf dem Weg zu ihrer Wohnung zufällig auf ihren späteren Peiniger traf, ist zutreffend. Bzgl. der Frage, ob und bis zu welchem Zeitpunkt sie freiwillig in seiner Begleitung war, darüber spekulieren wir und die Ermittler von Tag 1 an und wirklich neue Erkenntnisse gibt es nicht.

Ich persönlich tendiere weiterhin zu der "main-stream"-Meinung, dass bis zur ersten SMS noch alles OK war und um 2:30 Uhr dann eben nicht mehr (zu diesem Zeitpunkt versuchte Chris FL anzurufen, ihr Handy war aber vom Netz, obwohl es offenbar um 0:49 Uhr ja wieder Strom gehabt hatte).

Wenn man annimmt, dass es zunächst eine gewisse Freiwilligkeit gab, dann ist der Täter sicher in ihrem erweiterten Bekanntenkreis zu suchen. Wenn man vermuten will, dass ihr schon in Paderborn Gewalt angetan wurde, dann kommt ein ganz anderer Täterkreis in Betracht, nämlich grundsätzlich jeder Sexualtäter, der bereit ist, mit unmittelbarem Zwang sein Opfer zu verschleppen. Aber ist das der Typ Täter, der mit seinem Opfer tagelang durch die Gegend zieht, um es telefonieren zu lassen?


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 12:30
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Aber ist das der Typ Täter, der mit seinem Opfer tagelang durch die Gegend zieht, um es telefonieren zu lassen?
Kann man klar mit nein beantworten. Darum ist es auch keine Sexualtat


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Mord an Frauke Liebs

10.11.2020 um 12:54
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Entscheidend aber ist, dass sie versuchte, Niels zu überreden, in den Pub zu kommen
Gibt es dafür eine Quelle? Im Crime steht z.B., dass FL den Niels gefragt hätte. Überreden klingt schon nach was anderem. Und warum ist das überhaupt 'entscheidend'?
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Wenn man annimmt, dass es zunächst eine gewisse Freiwilligkeit gab, dann ist der Täter sicher in ihrem erweiterten Bekanntenkreis zu suchen. Wenn man vermuten will, dass ihr schon in Paderborn Gewalt angetan wurde, dann kommt ein ganz anderer Täterkreis in Betracht, nämlich grundsätzlich jeder Sexualtäter, der bereit ist, mit unmittelbarem Zwang sein Opfer zu verschleppen.
Das kann man wohl ausschließen, da ein gänzlich Unbekannter aus den Telefonaten mehr Nach- als Vorteile zieht.
Zitat von oplibelleoplibelle schrieb:Ich denke die Arbeitshypothese der Polizei (und der Familie), nämlich, dass sie auf dem Weg zu ihrer Wohnung zufällig auf ihren späteren Peiniger traf, ist zutreffend. Bzgl. der Frage, ob und bis zu welchem Zeitpunkt sie freiwillig in seiner Begleitung war, darüber spekulieren wir und die Ermittler von Tag 1 an und wirklich neue Erkenntnisse gibt es nicht.
Es ist ja nicht so, dass es keine Verdächtigen gab. Schon am 14.02.2007 wurde in den Zeitungen berichtet, dass es Durchsuchungen bei einer gewissen Person in Entrup gab, die auch über Liegenschaften in Paderborn und der gesamten Umgebung (Delbrück, Belle) verfügte. Es ist damit nicht gesagt, dass es diese Person 'war'. Aber die eigentlich 'entscheidende' Frage ist ja, wie man überhaupt auf diese Person kam. Bevor gewissermaßen die Kavallerie bei einem vorfährt muss schon einiges vorliegen. Ein Auszug aus dem Vorstrafenregister ist da sicher auch nicht hinreichend. Woher willst Du wissen, dass es z.B. keine Telefonkontakte im Vorfeld gab? Haben wir je, bevor der Crime-Artikel erschien, z.B. etwas über diesen "NIels" erfahren?

Im Gegensatz zu "wir" ermitteln die Beamten sicher in alle Richtungen. Wenn es Telefonate im Vorfeld gab, dann liegt es m.M.n. sicher auf der Hand, dass die Zieladressaten den Beamten soweit bekannt sind. Danach müssen sie für die öffentlich geführten Ermittlungen deshalb auch nicht mehr fragen und die Liste derjenigen wird wohl auch nicht im Netz erscheinen. So gesehen leuchtet es auch ein, dass die Beamten den Nachhauseweg veröffentlichen. Der gänzlich Unbekannte, anhand der Verbindungsdaten nicht zu Ermittelnde ist hier gefragt.

Ausschließen können wir die (vor Chris und Freunden) unbekannte Liebschaft daher sicher nicht.


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