Jan_ schrieb:Arrrg - da kommt so viel Stuss rein durch diese KI generierten Podcasts. Und andere Texte.
Das sollte man sich echt nicht anhören, wenn wenn man sein Gehirn nicht vermüllen will....
SomertonMan schrieb:Diese Podcasts von irgendwelchen Hobbykriminologen hör ich mir generell nicht mehr an, weil es meist nur voreingenommener Stuss ist.
Bislang macht uns KI nicht intelligenter, sondern verblödet. Es gibt gute KI-generierte Podcasts und Videos, aber dazu bedarf es der Kompetenz und Mühe durch Intelligenz aus Fleisch und Blut.
Agrimony schrieb:Mir ging es nur um Ermittlungsfehler Cognitive Bias, Tunnel Vision, Confirmation Bias usw.
Abstrakt gibt es das alles. Und es ist auch ohne Anglizismen in der Arbeits- und Organisationspsychologie wie auch in kriminologischen Untersuchungen zu Sicherheitsbehörden und Justiz gut bekannt. Aber dann einfach zu behaupten, hier sei es auch so, weil der Fall sonst aufgeklärt wäre, wäre ziemlich schlicht. Das hilft nicht weiter.
RedRalph schrieb:Der Punkt ist: Wenn solch eine schon aufwendige Sache, dann handwerklich so dilettantisch verbockt wird, wie viel Vertrauen kann man dann in die Gründlichkeit der Polizeiarbeit an anderer Stelle haben? Aus der Natur der Sache fiel der Fehler Fraukes Familie schnell auf. Aber andere Fehler fallen nicht so schnell auf und es bleibt Misstrauen.
Dilettantismus? Das spricht wieder jemand, der sein Wissen aus besagten Medien hat, aber die Arbeit von Ermittlern nicht wirklich einschätzen kann. Ermittlungen in einem offenen Fall sind wie in der Wissenschaft die Suche nach etwas Unbekanntem. Kein Fall ist wie der andere, Rätsel können auf unterschiedliche Weise gelöst werden und "Fehler" werden dabei unweigerlich gemacht. Das gehört zum Geschäft. Irrtümer und Sackgassen sind völlig normal. Die Beamten müssen eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen. So wurde in Heilbronn (Mord an der Polizistin Kiesewetter, 2007) zwei Jahre nach einer "unbekannten weiblichen DNA" gefahndet, die im BMW der Polizisten festgestellt worden war. 200 Aktenordner. Bis herauskam, dass die Wattestäbchen verunreinigt waren.
Sich dann hinterher hinzustellen und zu urteilen: "Mei, waren die deppert!", ist ziemlich billig. Und Misstrauen entsteht auch nur bei denen, die falsche Vorstellungen davon haben, was die Polizei kann, darf und für sinnvoll erachtet. Angehörige sind natürlich befangen, ihre Erwartungen hoch.
Das Fotografieren der Besucher der Beerdigung war Routine. Als Frauke zu Grabe getragen wurde, war sie schon mehrere Monate vermisst. Der Fall war in den Medien, hatte Aufmerksamkeit erregt. Also würden zu ihrer Beerdigung auch Menschen kommen, die ihre Anteilnahme ausdrücken oder schlicht schaulustig waren. Die Ermittler hofften, vielleicht einen Zufallstreffer zu landen, aber besonders groß war diese Hoffnung nicht. Wäre es drauf angekommen, hätten sie sich nicht so offen mit nur einem Fotografen brettelbreit vor den Haupteingang gestellt. Sondern das intensiv vorbereitet vier oder fünf Fotografen versteckt platziert.
Hier von schweren Fehlern zu lamentieren ist für mich nicht nachvollziehbar. Bei allem verständlichen Schmerz der Mutter ist mir bislang noch nichts zur Kenntnis gelangt, wo ich sagen würde: Das ist aber schief gelaufen. Dabei gibt es vermutlich in diesem Fall einen bislang nicht identifizierten Knackpunkt, der die Aufklärung hindert. Auch die Suche nach der Nadel im Heuhaufen kann ohne Ergebnis bleiben.