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Mord an Frauke Liebs

99.010 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Entführung, Telefon ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

18.08.2026 um 19:36
Zitat von OberleutnantOberleutnant schrieb:Erfolgten Fraukes Anrufe eigentlich aufs Festnetz oder aufs Handy des WG-Partners?
Der Anruf ging auf Christos Handy, und das konnte und hat er auf laut gestellt, damit Karen mithören konnte.
Zitat von OberleutnantOberleutnant schrieb:Damals hatten nämlich verschiedene Handys (z.B. Nokia 6310) eine Aufnahmefunktion.
Und damit sprichst du etwas an, über das ich mir schon ewig den Kopf zerbrochen habe. Hatte Karen etwa kein Handy, sie war doch schon 19 Jahre und hatte wohl gerade ihr Abitur bestanden und wir reden hier von 2006! Und falls sie eins hatte, wohl einigermaßen wahrscheinlich, war es dann nicht wie bei ihrer Schwester und vielen anderen Mobilfunkteilnehmer jener Zeit auch ein Nokia 6310, das damals häufigst genutzte.
Warum hat sie dann nicht die Aufnahmefunktion in Betrieb genommen????
Oder weiß jemand Genaueres zu Karens Handy?


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Mord an Frauke Liebs

18.08.2026 um 20:10
Ich habe zwar noch nie ein Nokia besessen, eine Aufnahmefunktion hatten damals aber meine Handys, soweit ich erinnere, auch... ich hatte früher Mitsubishi, iPhone, und ich weiß nicht mehr was noch (nacheinander)..., ich vermute, das war damals Standard.


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Mord an Frauke Liebs

18.08.2026 um 20:59
@RedRalph

Einen wichtigen Punkt übersiehst du in deinen Ausführungen.
Während der Höxteraner Zeit ging es hauptsächlich darum, Gelder zu rekrutieren.
Angelika fuhr, wartete im Auto, während Wilfried unzählige Frauen aufsuchte, sie ohne Gewaltanwendung sexuell beglückte, er zockte sie finanziell ab, manche nahmen sogar Kredite auf, womit das Pärchen etwa 300.000 erwirtschaftete.
Frauke wäre dafür das denkbar ungeeignetste Opfer gewesen.


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Mord an Frauke Liebs

18.08.2026 um 21:11
Zitat von MikeSpikeMikeSpike schrieb:Dass die Polizei Fehler macht, haben wir in diesem Fall ja leider deutlich erkennen müssen.
Nachdem selbst sehr lange mit Vermisstenfällen zu tun hatte, wüsste ich nicht, welche Fehler hier denn so deutlich erkennbar sind. Eine volljährige Frau, ohne jeglichem Krankheitsbild oder suizidaler Gedanken wird als vermisst gemeldet, kommuniziert aber noch eigenständig, in verbaler Form, mit dem Freundeskreis und gibt hier zu erkennen, dass alles in Ordnung ist. Natürlich wird dann durch die Ermittler erst einmal davon ausgegangen, dass Frauke sich freiwillig eine Auszeit nimmt. Man kann darüber streiten, ob die Möglichkeit einer Straftat vielleicht 24 - 48 Stunden eher in Betracht gezogen werden kann, aber selbst dies ist bei der Vielzahl von Vermisstenfällen, die zu bearbeiten sind, nicht unbedingt ein Versäumnis.

Würde man bei jedem Vermissten die komplette Maschinerie anlaufen lassen, wäre wohl kein Personal für andere polizeiliche Aufgaben zur Verfügung stehen. Wie man an diesem Fall, der wohl einzigartig in seinem modus operanti ist, sieht, gibt es natürlich die Ausnahme. Trotzdem ist aufgrund des Umstandes, dass Frauke telefonisch den Kontakt suchte, die Annahme von Seiten der Ermittler mehr als gerechtfertigt, dass wohl hier kein krimineller Hintergrund zu vermuten ist.

Auch die weiteren Abläufe, nachdem die Kriminalpolizei den Fall übernommen hat, auf die ich aber jetzt hier nicht mehr im Einzelnen eingehen werde, sind meines Erachtens professionell abgearbeitet worden. Dass bei der Komplexität des Falles immer wieder Kleinigkeiten auftauchen, die man im Nachhinein anders angehen hätte können, ist auch ein normaler Vorgang. Deshalb abschließend, viele Fehler kann ich hier nicht erkennen, auch wenn Angehörige, nachdem der Fall über Jahre nicht geklärt werden konnte, verständlicherweise und auch nachvollziehbar ihren Unmut ausdrücken.

Dabei ist aber immer zu bedenken, dass diese auch nicht den vollen Einblick in die Ermittlungsakten bekommen und somit ein Urteil darüber ein rein subjektives Bild darstellt.
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Die eine oder andere Ermittlungspanne kam ans Licht. Dass die Schuhe wohl erst untersucht worden sind, nachdem Fraukes Mutter danach fragte, finde ich schon krass.
Die Frage ist, wie @emz schon äußerte, ob dies denn tatsächlich so war. Die Logik diese nicht spurentechnisch auszuwerten, würde sich mir entziehen.
Zitat von OpheliasOphelias schrieb:Gerade im Hinblick auf das Tempo der Ermittlungen sehe ich es etwas anders. Durch die Lebenszeichen von Frauke wurden die Ermittlungen meiner Meinung nach zunächst eher wieder zurückgerudert. Solange sie sich telefonisch meldete, bestand für die Ermittler zunächst weniger Anlass, von einer akuten Gefahrenlage bzw. einem Tötungsdelikt auszugehen.
Zitat von OpheliasOphelias schrieb:Ohne jegliches Lebenszeichen wäre die Situation aus meiner Sicht möglicherweise wesentlich früher als Straftat bewertet worden.
Dazu musst du die Abläufe bei Vermisstenfällen kennen. Diese sind zwar von Bundesland zu Bundesland verschieden, da die Polizei eben Ländersache ist, jedoch denke ich, dass die Unterschiede nicht allzu groß sind. Ich gehe mal kurz auf die beiden Möglichkeiten ein.

Wäre Frauke vermisst gemeldet worden, ohne dass es ein Lebenszeichen von ihr gegeben hätte, würde zuerst geprüft werden, ob denn für ihre Person eine gesundheitliche oder andere Gefahr für Leib oder Leben für sie bestehen würde. Aus den Erkenntnissen, die zu ihrer Person vorliegen, hatte sie kein entsprechendes Krankheitsbild oder war psychisch hinsichtlich suizidaler Absichten auffällig. Auch wäre, außer dass sie sich nicht gemeldet hat und nicht nach Hause gekommen ist, keinerlei Anzeichen vorhanden, dass man möglicherweise mit einer Straftat in Verbindung hätte bringen können. Somit wären die Ermittlungen erst einmal auf kleiner Flamme gefahren worden, da sich eben jede Person frei bewegen kann und somit auch nicht bei Freunden und Angehörigen melden muss. In vielen Bundesländern wäre sie wohl präventiv zur Fahndung, inkl. möglichen Fahrzeug ausgeschrieben worden, um bei einer Kontrolle ihren Status zu überprüfen. Auch hätten einige Bundesländer eine Ortung des Mobiltelefons veranlasst, obwohl dies im Jahr 2006 noch nicht zwingend Standard in der Anfangsphase von "normalen" Vermisstenfällen war. Erst nach 72 Stunden hätten dann wohl kriminalpolizeiliche Maßnahmen begonnen, wie gesagt immer unter der Voraussetzung, keine bekannte Gefahr für die Person im Vorfeld erkennbar.

Wenn man nun den Fall von Frauke betrachtet, so wären aus den bekannten Umständen, aus Sicht der Ermittler ebenfalls erst nach ca. 72 Stunden Zweifel berechtigt gewesen, was dann eben weiterführende Ermittlungen in Gang gebracht haben. Somit, aus meiner Sicht, wäre wohl der zeitliche Unterschied nicht gravierend zwischen den beiden Varianten gewesen.


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Mord an Frauke Liebs

19.08.2026 um 04:59
Guten Morgen,

ich möchte noch einmal auf den eigentlichen Punkt meines ursprünglichen Beitrags als scriptkiddy06 zurückkommen: Die technischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen des Jahres 2006.

Einige Reaktionen führen inzwischen zu Szenarien wie externen Serientätern, mehreren Tätern oder organisierten Strukturen. Das mag denkbar sein – erforderlich ist keines dieser Szenarien durch die bekannten technischen Abläufe. Diese sind grundsätzlich auch mit einem einzelnen Täter vereinbar.

Auch das soziale Nahfeld sollte man nicht vorschnell ausblenden. Die BKA-PKS erfasst seit Jahren die Beziehung zwischen Opfer und Tatverdächtigem. Bei Tötungsdelikten spielt das persönliche Umfeld statistisch eine erhebliche Rolle. Das ist kein Beweis für eine konkrete Person, aber durchaus ein Grund, diese Ermittlungsrichtung nicht von vornherein gegenüber spektakuläreren Szenarien abzuwerten.

Technisch gilt: Eine Funkzelle ist keine GPS-Ortung. Dass sich ein Mobiltelefon in einem bestimmten Funkzellenbereich eingebucht hat, sagt zunächst etwas über das Telefon, nicht automatisch über den Aufenthaltsort des Opfers oder der Person dahinter. Jede weitergehende Schlussfolgerung ist eine Rekonstruktion.

Dasselbe gilt für die Telefonkontakte. Ohne Tonaufzeichnung lässt sich der tatsächliche Gesprächsverlauf nicht unabhängig überprüfen. Nachträgliche Erinnerungen und Gesprächsprotokolle können als Zeugenaussagen relevant sein – sie sind aber kein Mitschnitt.

Genau deshalb sollte man strikt zwischen dokumentierten Daten und späteren Interpretationen unterscheiden. Die Technik von 2006 erklärt, was möglich war. Sie erklärt nicht automatisch, wer diese Möglichkeiten genutzt hat.

Für mich ist deshalb nicht die spektakulärste Theorie die interessanteste, sondern diejenige, die sich mit den wenigsten unbelegten Zusatzannahmen an den tatsächlich belegbaren Fakten messen lässt. Das gilt für einen Täter aus dem sozialen Umfeld genauso wie für einen außenstehenden Täter.

Und vielleicht ist genau das die entscheidende Frage:

Brauchen wir wirklich einen außergewöhnlich cleveren Täter – oder überschätzen wir im Rückblick schlicht die technischen Möglichkeiten des Jahres 2006?


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Mord an Frauke Liebs

19.08.2026 um 06:53
Zitat von scriptkiddy06scriptkiddy06 schrieb:Brauchen wir wirklich einen außergewöhnlich cleveren Täter – oder überschätzen wir im Rückblick schlicht die technischen Möglichkeiten des Jahres 2006?
Meiner Meinung nach muss es kein außergewöhnlich cleveren Täter gewesen sein, aber:
Es muss ein außergewöhnlich selbstsicherer Täter gewesen sein.

Bis heute kann nicht mit Sicherheit geklärt werden ob die Anrufe zu Ermittlungsverlangsamung ("clever") oder ob sie zum eigenen sadistischen Vergnügen (Machtausübung) erfolgt sind.

Bei der derzeitigen Informationslage ist natürlich alles möglich.
Zitat von scriptkiddy06scriptkiddy06 schrieb:Auch das soziale Nahfeld sollte man nicht vorschnell ausblenden. Die BKA-PKS erfasst seit Jahren die Beziehung zwischen Opfer und Tatverdächtigem. Bei Tötungsdelikten spielt das persönliche Umfeld statistisch eine erhebliche Rolle. Das ist kein Beweis für eine konkrete Person, aber durchaus ein Grund, diese Ermittlungsrichtung nicht von vornherein gegenüber spektakuläreren Szenarien abzuwerten.
Vermutlich auch u.a. deshalb wurde das in dem hier diskutierten Fall ja auch seitens der EB so gehandhabt


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Mord an Frauke Liebs

19.08.2026 um 06:56
Zitat von Bane77Bane77 schrieb:Es muss ein außergewöhnlich selbstsicherer Täter gewesen sein.
Hmm - das könnte es gut treffen.
Und jemand mit starken Nerven.

Und gewöhnlich spricht man diese Eigenschaften Menschen zu, die nicht mehr ganz so jung sind wie Frauke.


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 14:47
Zitat von emzemz schrieb:Zumindest war von Anfang an bekannt gemacht worden, dass Frauke laut Östermann keine Socken trug.
Wie man Sneaker-Socken ausschließt, ohne in die Schuhe zu schauen ... na ja.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Wenn dem so war.....ich kann mir kaum vorstellen, dass man sich die Schuhe nicht angeschaut hat.
Zitat von emzemz schrieb am 23.06.2026:Das hat Östermann eingestanden? Gibt's da eine schlüssige Quelle hierfür?
Zunächst einmal ging es nicht darum, in die Schuhe zu "schauen", sondern die Schuhe einer gründlichen kriminaltechnischen Untersuchung nach Spuren zu unterziehen. Fraukes Mutter (in ihrer Originalstimme) behauptet im Podcast MaE, dass sie danach gefragt habe und Ihr zur Antwort gegeben sei, dass das nicht passiert sei und es wurde dann wohl nachgeholt.

Ich kann natürlich nicht prüfen, ob ihre Aussagen stimmen, aber das unterstelle ich mal. Ob die kriminaltechnische Untersuchung von Schuhen "state of the art" ist oder damals gewesen ist und wirklich "versäumt" worden ist oder ob man einfach das später getan hat, um "Ruhe" vor Fraukes Mutter zu haben, kann ich nicht beurteilen. Angesichts der nach Ablauf der Zeit ohnehin dünnen Spurenlage erscheint zumindest die Forderung, dass die Polizei nach "jedem Strohhalm" greifen sollte, nicht unplausibel. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Zitat von emzemz schrieb:Einen wichtigen Punkt übersiehst du in deinen Ausführungen.
Während der Höxteraner Zeit ging es hauptsächlich darum, Gelder zu rekrutieren.
Angelika fuhr, wartete im Auto, während Wilfried unzählige Frauen aufsuchte, sie ohne Gewaltanwendung sexuell beglückte, er zockte sie finanziell ab, manche nahmen sogar Kredite auf, womit das Pärchen etwa 300.000 erwirtschaftete.
Frauke wäre dafür das denkbar ungeeignetste Opfer gewesen.
Das habe ich verstanden. Aber das Verbrechen an Frauke spielte sich ja nun nachweislich gerade nicht in der "Höxteraner Zeit" ab, sondern mindestens 5 Jahre vorher, die Verbrechen in Höxter gingen wohl ab 2013 richtig los. Und 11 Jahre vor Fraukes Tod wiederum trat der Typ ja schon erstmals strafrechtlich in Erscheinung: Hier hatte er mit einer Ex-Freundin (nicht Angelika W.!) seine damalige Ehefrau (alles bevor er Angelika W. kennenlernte) malträtiert und körperlich misshandelt. Dass das "Geld eintreiben" ein Motiv war, davon ist keine Rede. Dass er dann fast 20 Jahre unauffällig geblieben sein soll, ich weiß nicht.

Ich habe wirklich keine belastbaren Belege und wahrscheinlich eben auch die Polizei, dass Wilfried W etwas mit Fraukes Tod zu tun, aber ein paar Indizien, die sich nicht wegdiskutieren lassen:

-er kannte sich in und um Paderborn gut aus
-das Motiv "durch Anrufe/SMS Angehörige in Sicherheit wiegen", auch wenn es bei Frauke ganz anders als in Höxter geschah, dahinter steckt schon ein gewisses Grundmuster, zwei Fälle, bei denen einer der Haupttäter damals auch einen engen örtlichen Bezug zum Wohnort/Anrufort von Frauke hatte; die Leute, die damals unabhängig (mir kam es damals nicht in den Sinn) voneinander diese Verbindung sahen, waren alle ja nicht komplett doof

Was ich faszinierend finde, ist folgender Umstand: Bei Frauke waren zwei Dinge gegeben, die im Nachhinein betrachtet sich wahrscheinlich als hohes Risiko für den Täter entpuppt haben. Umgekehrt achtete das Paar später in der Höxter von vornherein darauf, dass genau diese Risiken so gering wie möglich gehalten werden (bei der "Auswahl" der Frauen):

1) Frauke hatte enge und vielfältige soziale Kontakte, ihr Verschwinden fiel sofort auf und sorgte, dass mehrere Leute versuchten sie zu kontaktieren und es wurde nicht locker gelassen
2) Frauke war eine selbstbewusste Frau, gepaart mit ihrer Intelligenz hat sie sich möglicherweise eben auf der "Gesprächsebene" zur Wehr setzen können und den Täter zu Aktionen veranlasst, die ein hohes Risiko bargen: Sie telefonieren zu lassen. Das Muster durch Kontaktaufnahme über Handy andere in Sicherheit zu wiegen, wurde später ja vom Paar in Höxter auch genutzt, aber die Begleitumstände eben ganz anders und in einem weniger riskanten Kontext (SMS statt direkter Anruf, so dass das Paar immer die alleinige Kontrolle hatte)

Nochmals, das sind keine Schlussfolgerungen, sondern einfach ein paar Aspekte. Ohne handfeste Beweise letztlich natürlich ohne Wert.


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 17:41
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Zunächst einmal ging es nicht darum, in die Schuhe zu "schauen", sondern die Schuhe einer gründlichen kriminaltechnischen Untersuchung nach Spuren zu unterziehen. Fraukes Mutter (in ihrer Originalstimme) behauptet im Podcast MaE, dass sie danach gefragt habe und Ihr zur Antwort gegeben sei, dass das nicht passiert sei und es wurde dann wohl nachgeholt.
Die Ermittler dürften wohl keine Veranlassung gesehen haben, Frau Liebs an der Kaffeetafel irgendwelche Angaben zu Ermittlungsergebnissen offenzulegen. Vielleicht hat Frau Liebs das etwas überinterpretiert?
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:-er kannte sich in und um Paderborn gut aus
Das wäre mir neu, dass dies überhaupt einmal Thema im Prozess gewesen wäre.
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:-das Motiv "durch Anrufe/SMS Angehörige in Sicherheit wiegen", ...
... Das Muster durch Kontaktaufnahme über Handy andere in Sicherheit zu wiegen, wurde später ja vom Paar in Höxter auch genutzt, ...
Mir ist eine solche Kontaktaufnahme nur bezüglich der getöteten Anika erinnerlich, mit deren Handy per sms Grüße aus Amsterdam an die Mutter geschickt wurden.


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 19:18
Zitat von emzemz schrieb:Das wäre mir neu, dass dies überhaupt einmal Thema im Prozess gewesen wäre.
Das war vielleicht nicht Thema im Prozess aber laut eines Berichts der NW vom 1.10.2018 (dort ist eine Chronologie mit relevanten Ereignissen aufgelistet) fanden die Taten gegen seine erste Ehefrau 1994 in Paderborn statt. Da diese Taten offensichtlich Teil des Ehealltags waren, weil dafür Haushaltsgeräte wie Fön oder Bügeleisen genutzt worden sind (vgl. ein Artikel in Beck-Aktuell vom 19.07.2019), wurden diese Taten offensichtlich in der gemeinsamen Ehewohnung begangen. Und später zog er immerhin wieder in die Nähe von Paderborn. Ergo entspricht es allgemeiner Lebenserfahrung, dass er sich in Paderborn wohl auskannte. Ein Bezug zu Paderborn ist damit auf jeden Fall gegeben. Er dürfte sicher auch den Weg von Schlangen (wo er 2006 wohnte) nach Paderborn gut gekannt haben. Mindestens eine Funkzelle, aus der ein Gespräch von Frauke kam, könnte auch einen Teil von Schlangen abgedeckt haben. Mindestens eine weitere hat wohl auch Bereiche abgedeckt, die nicht so weit weg von Schlangen waren.

Nochmals, damit ist nichts gesagt. Man kann nur eines sagen: Es ist davon auszugehen, dass Wilfried W. Ortskenntnisse hatte, in Bereichen der einen oder anderen Funkzelle, aus der Fraukes Handy kam. Und möglicherweise deckte sogar eine Zelle den Bereich seines damaligen Wohnorts ab. Beweisen tut das erst einmal gar nichts.


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 21:30
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Nochmals, damit ist nichts gesagt. Man kann nur eines sagen: Es ist davon auszugehen, dass Wilfried W. Ortskenntnisse hatte, in Bereichen der einen oder anderen Funkzelle, aus der Fraukes Handy kam. Und möglicherweise deckte sogar eine Zelle den Bereich seines damaligen Wohnorts ab. Beweisen tut das erst einmal gar nichts.
Nein, beweisen tut es nichts.
Aber es wäre doch eine gute Gelegenheit, den Fall Horror-Haus nochmal aufzugreifen, denn bestimmt finden sich auch da Fehler, die Östermann bei seinen Ermittlungen gemacht hat :troll:


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 22:02
Die Höxter-Spur wurde doch vor Jahren schon intensiv untersucht seitens der EB und es wurde nichts stichfestes gefunden.

Tote Fährte.


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 22:05
Zitat von Bane77Bane77 schrieb:Bis heute kann nicht mit Sicherheit geklärt werden ob die Anrufe zu Ermittlungsverlangsamung ("clever") oder ob sie zum eigenen sadistischen Vergnügen (Machtausübung) erfolgt sind.
@Bane77
Oder ob Frauke geschickt mit dem Täter verhandelt hat und er die Anrufe unter strengsten Bedingungen ermöglichte. Ich könnte mir vorstellen, dass sie ein großes diplomatisches Geschick hatte. Vielleicht konnte sie ihm darlegen, dass ihre Anrufe zu Hause ihre Familie und auch die Polizei beruhigen.
Ich könnte mir vorstellen, dass nicht nur der Täter aktiv war, sondern in begrenztem Rahmen auch Frauke.


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 22:09
Zitat von FrauZimtFrauZimt schrieb:Ich könnte mir vorstellen, dass sie ein großes diplomatisches Geschick hatte. Vielleicht konnte sie ihm darlegen, dass ihre Anrufe zu Hause ihre Familie und auch die Polizei beruhigen. Ich könnte mir vorstellen, dass nicht nur der Täter aktiv war, sondern in begrenztem Rahmen auch Frauke.
Dann war es aber nicht sonderlich klug von ihr, denn genau diese Anrufe haben dazu geführt, dass der Täter massiv Zeit gewann.


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 22:20
Zitat von ÜbergoldÜbergold schrieb:Dann war es aber nicht sonderlich klug von ihr, denn genau diese Anrufe haben dazu geführt, dass der Täter massiv Zeit gewann.
@Übergold
Das können wir nicht beurteilen, weil wir erstens nicht wissen, in welcher Lage sie gewesen ist und zweitens hat niemand von uns eine Entführung erlebt.
Allein die Gewissheit vollkommen ausgeliefert zu sein, muss grauenhaft sein. Frauke wusste als Schwesternschülerin genau, wie lange sie ohne Trinkwasser überleben kann. Wenn das ihre Situation war (was wir nicht wissen) und sie war darauf angewiesen, dass ihr der Täter essen und trinken bringt, wird sie alles versucht haben, ihn gnädig zu stimmen.
Und unter solchen Bedingungen wäre es eine Meisterleistung von ihr gewesen, wenn sie ihm die Anrufe abringen konnte.
Und es ist ja die allgemeine Einschätzung hier, dass sie mit "Christos" einen heimlichen Hinweis lanciert hat. Vielleicht hat sie auch gehofft, die Angerufenen nehmen die Gespräche auf-oder die Polizei hört mit.
Ich würde niemals denken, Frauke hätte sich unklug verhalten. Sie hatte einen großen Freundes- und Bekanntenkreis und wird versucht haben, was geht.
Man weiss ja leider nicht welches Motiv der Täter hatte und in welcher Situation er sich selbst befunden hat.


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 22:46
Zitat von FrauZimtFrauZimt schrieb:Und unter solchen Bedingungen wäre es eine Meisterleistung von ihr gewesen, wenn sie ihm die Anrufe abringen konnte.
Meisterleistung wäre mir zu hoch gegriffen. Wirkliche Hinweise konnte sie in keinem Gespräch geben, außer dem kurzen "Ja" beim letzten Anruf, welches sie sofort widerrief und den Täter offensichtlich erzürnt haben wird. Nicht verwunderlich, dass es gleichzeitig auch ihr letzter Anruf war.

Wenn sie irgendeinen Code weitergeben wollte, dann hat ihn niemand verstanden. Auch nicht Christos.

Eine Meisterleistung wäre für mich eher, wenn man es tatsächlich schafft, gefährlichen Situationen zu entkommen.

Wie z. B. die Dame, die vom Heide-Mörder "nur" vergewaltigt wurde und es schaffte, zu überleben. In Anbetracht dessen, was wir darüber wissen, was er anderen Frauen antat, war das eine "Meisterleistung".


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Mord an Frauke Liebs

20.08.2026 um 23:34
Habt ihr die aktuelle Folge Aktenzeichen XY gesehen? Hier wird ein Mann gesucht, der 2024 eine junge Frau in Bad Salzuflen vergewaltigt hat.
Ein DNA-Abgleich ergab, dass er am 13.7.2006, also nur 3,5 Wochen nach Fraukes Verschwinden, bereits in Barntrup versucht hatte eine junge Frau zu vergewaltigen, die aber fliehen konnte.
Barntrup liegt nur 30 km von Fraukes vermutetem Festhalteort Nieheim entfernt.
In Bad Salzuflen bot der Täter der Frau an ihn nach Hause zu begleiten (statt weiter im Gebüsch zu liegen).
Könnte es sich bei Frauke nicht ähnlich zugetragen haben? Dass der Täter Frauke auflauerte, sie auf sein Angebot einging ihn nach Hause zu begleiten und hoffte, ihn durch Kooperation zur Freilassung zu bewegen?


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Mord an Frauke Liebs

21.08.2026 um 10:10
Zitat von ÜbergoldÜbergold schrieb:Die Höxter-Spur wurde doch vor Jahren schon intensiv untersucht seitens der EB und es wurde nichts stichfestes gefunden.
Sie wurde untersucht. Wie intensiv, das ist öffentlich meines Wissens nie thematisiert worden. Und wenn du da Zweifel heraus hören solltest, so ist das ausdrücklich keine Kritik an der Polizeiarbeit, sondern eine Frage der Priorisierung. Die Polizei musste ihren Focus in der Ermittlungsarbeit darauf legen, dass die beiden Tötungsdelikte, die offensichtlich waren, schnell und gründlich zu einem Abschluss kamen und der Kripo ein Erfolgserlebnis bescheren. Zusammenhänge mit einem Verbrechen, das 10 Jahre zuvor stattfand, zu ermitteln, hätte enormen Aufwand und Ressourcen bedurft, die die Kripo mit Sicherheit nicht haben konnte. Also dürfte man sich auf das konzentriert haben, das schnell und ohne zu viel Aufwand machbar war: Nach Spuren von Frauke in Höxter zu suchen (wenig Zusatzaufwand, aber war eigentlich klar, dass man hier nichts finden wird) oder frühere Nachbarn in Schlangen befragen. Aber ganz ehrlich: Wenn Du mich heute fragen würdest, was ich weiß, was ein Nachbar, der vor 10 Jahren neben mir wohnte und seit Jahren dort nicht mehr wohnt, in dieser Zeit so gemacht hat, ich glaube ich könnte der Polizei nicht helfen. Heraus zu finden, welche Fahrzeuge die beiden in dieser Zeit nutzten, ob sie irgendwelche Hütten, Garagen etc. vielleicht angemietet hatten, all das wäre immenser Aufwand gewesen und ich glaube nicht, dass die Polizei das unter den damaligen Umständen leisten konnte. Interessant wäre dann sicher, ob irgendwo in der Akte noch die Hinweise zu finden waren, die unmittelbar nach der ersten Vermisstenmeldung auf den Dienststellen eingingen, die also frisch zu diesem Zeitpunkt waren. Wahrscheinlich sind die aber aus datenschutzrechtlichen Gründen schon gar nicht mehr in der Akte.


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Mord an Frauke Liebs

21.08.2026 um 11:27
Zitat von ÜbergoldÜbergold schrieb:Eine Meisterleistung wäre für mich eher, wenn man es tatsächlich schafft, gefährlichen Situationen zu entkommen.
@Übergold
Das wäre für mich eher ein Zeichen gewesen, dass der Täter völlig überfordert war
und gewünscht hat, die Entführung wäre nicht eskaliert.
Alles hing doch davon ab, mit welchem Gegner sie es zu tun hatte.
Für geheime Botschaften muss der Gesprächspartner den Code kennen.
Das war nicht so. Wer verabredet schon ein geheimes Vokabular für
so einen Notfall? Ausser das Christos.
Das wurde entschlüsselt, weil Chris wusste, was Christos bedeutet.
Da die Gespräche nicht aufgezeichnet worden sind und Erinnerungen IMMER
verschwimmen, wäre verloren gegangen, wenn sie etwas versucht hätte.
Und ihre Versuche geheime Botschaften zu verpacken MUSSTEN äusserst vorsichtig
eingebaut werden, denn der Entführer hörte mit. Und wenn der nicht vollkommen auf
den Kopf gefallen war, hätte er sofort gemerkt, dass Frauke ihre Gesprächspartner
informiert.


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Mord an Frauke Liebs

21.08.2026 um 11:37
Zitat von FrauZimtFrauZimt schrieb:Oder ob Frauke geschickt mit dem Täter verhandelt hat und er die Anrufe unter strengsten Bedingungen ermöglichte. Ich könnte mir vorstellen, dass sie ein großes diplomatisches Geschick hatte. Vielleicht konnte sie ihm darlegen, dass ihre Anrufe zu Hause ihre Familie und auch die Polizei beruhigen.
Ich könnte mir vorstellen, dass nicht nur der Täter aktiv war, sondern in begrenztem Rahmen auch Frauke.
Da gebe ich dir recht - auch das ist eine Möglichkeit, wie auch ggf. Andere Optionen.

Aber selbst das würde dem "selbstsicheren" Täter nicht entgegen stehen :)


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