RedRalph schrieb:Aber ein zusätzliches Risiko hätte der Entführer ja nicht unbedingt dadurch eingegangen. Er hätte nur den Vorteil, den er durch die Täuschung gehabt hätte, nicht ausspielen können. Und bis die Familie die Polizei überzeugt hätte, dass es gar nicht Frauke war, die angerufen hat, wären auch wieder ein paar Tage vergangen, vor allem wenn sich nicht alle Gesprächspartner sicher darüber gewesen wären.
@RedRalph100% ausschließen kann man nichts, aber für mich ist so ein Plan absolut unwahrscheinlich.
Das wäre in meinen Augen ein zu großes Risiko für ihn.
Ich versuche mich kurz zu fassen.
Das war keine Tat vergleichbar mit einem Banküberfall. Nach einem BÜ wird sofort eine geübte Kette in Bewegung gesetzt. Es gibt Augenzeugen und eine Öffentlichkeit, die aufgeregt informiert ist.
Bei dieser Entführung war dem Täter klar, dass er ein Risiko eigegangen ist. Es könnte Augenzeugen geben, auch wenn er niemanden gesehen hat.
Aber letztlich, wenn er bisher nicht durch ähnliche Taten aufgefallen ist, er für die Polizei ein unbeschriebenes Blatt ist, seine Beziehung zu Frauke nur sehr lose ist (oder sie sein Zufallsopfer wurde), wenn er sein Leben nach aussen wie gewohnt weiterführt, wenn er ein gutes Versteck hat - was sollte für ihn schief gehen? Darum sehe ich nicht, dass diese Anrufe zu SEINEM Plan gehört haben.
Ich vermute, dass Frauke versucht hat, mit ihm diplomatisch umzugehen und, dass es ihr gelang, ihm klar zu machen, dass ihre Anrufe ihre Familie beruhigen würden. Und das würde ihm auch helfen. Er würde Zeit gewinnen, könnte in Ruhe überlegen, was das Richtige ist. (Sie freilassen natürlich).Ihre größte Angst wird gewesen sein, dass er vor seinem Problem (die Entführung) wegläuft und sie verdursten lässt.
Wenn der Entführer die Anrufe taktisch eingesetzt hätte, müsste er Angst gehabt haben, in den Fokus der Ermittler zu geraten.
Und warum sind sie dann nicht auf ihn gekommen?Auch nicht nach dem Fund ihrer Leiche?