SomertonMan schrieb:Zeit verschaffen für was?
@watnu hat das alles schon sehr gut erklärt.
watnu schrieb:Oder auch, weil er sie eben nicht so schnell töten wollte, wenn es ihm um Machtausübung ging. Was in solch einem Hirn vorgeht, kann ich nicht nachvollziehen.
Dazu finde ich die Doku über Isabell Eriksson sehr interessant, da diese sehr gute Einblicke in die Motive des Täters gibt, aber auch die Verhaltensweisen des Opfers erklärt und wie in kürzester Zeit ein Opfer so manipuliert wurde, dass ein gewisses Vertrauensverhältnis seitens des Täters entstehen konnte.
Leider ist die Doku nur bei RTL+ für Abonnenten zugänglich, aber hier ist ein Interview mit Isabell zu sehen, in der das gut angerissen wird:

Bunker doctor’s victim Isabel Eriksson tells of time in captivity | SVT/NRK/Skavlan
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Blnmystery schrieb:Stimme ich zu, ob die Anrufe geplant waren oder nicht, das steht offen, auch wenn ich von sehr gut durchdachter Struktur ausgehe. Aber die Funkzellen wurden bewusst abgefahren um Spuren zu verwischen und die Analyse zu erschweren. Das würde aber auch bedeuten dass der Täter aus der Region kommt und nicht wollte dass sein Standort ermittelt werden kann. Habe schon öfter darüber nachgedacht welche Funkzelle zu seinem damaligen oder noch Wohnort gehört. Vielleicht der erste „außer Plan“ getätigte Anruf durch die beginnende Suche? Das würde allerdings zu der Theorie „die Anrufe wurden nicht geplant aber kontrolliert“ passen.
Ob der Täter nun wirklich die Funkzellen kannte, oder ob er einfach nur unterschiedliche Orte wählte um nicht zweimal am gleichen Ort eventuell jemanden aufzufallen, können wir nicht sagen, ich tendiere eher zu zweiterem.
Ich gehe auch eher von der Theorie aus, dass die Anrufe ungeplant waren, um eine Suche zu verhindern bzw. rauszuzögern.
Deswegen könnte es gut sein, dass durch das Ausdrucken der Flyer in der Krankenpflegeschule der Täter mitbekam, dass schon seitens der Familie und auch der Polizei Suchmaßnahmen eingeleitet wurden und er sie deswegen telefonieren ließ.
Blnmystery schrieb:Kompartmentalisierung (Die Tat wird psychisch in ein eigenes „Fach“ gelegt. Alltag und Tat berühren sich innerlich nicht.
Affektarme Reaktion/Eifersucht (Emotion wird nicht offen ausgelebt. Gefühle werden kontrolliert oder gedämpft. Das macht funktionales Verhalten nach außen möglich.
Das macht es natürlich sehr schwer, einen Täter zu erkennen.
Weder vorher noch nachher könnte man ihm so nichts "angesehen" haben, da er absolut unauffällig agierte.
Er hatte Interesse an Frauke, ohne das er das kommunizierte oder man ihm das anmerkte.
Er musste geplant haben Frauke zu entführen, denn wie sollte er sonst einen sicheren Ort schaffen und auch Substanzen zum Ruhigstellen bereit haben.
Vielleicht beobachtete er Frauke schon einige Zeit und als sie sich dann alleine auf den Heimweg machte, ergriff er die Gelegenheit um sie in sein Auto zu locken.
Ich gehe auch davon aus, dass Frauke ihn zumindest vom Sehen her kannte und er vielleicht durch seinen Status, zum Beispiel ein Lehrer oder Arzt, schon einen gewissen Vertrauensvorschuß bei ihr hatte.
Diese Theorien werden schon sehr lange hier im Thread immer mal wieder diskutiert. Für mich wurde aber anhand der Doku über Isabell Eriksson klarer, warum Frauke telefonieren durfte, aber nicht den Namen des Täters oder Angaben zu ihrem Standort machte. Ich sehe im Verhalten von Täter und Opfer auch einige interessante Parallelen.