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Der schwarze Mann/Soko Dennis

10.819 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Schwarzer Mann, 2001 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der schwarze Mann/Soko Dennis

29.05.2026 um 12:29
Zitat von TN_TrailblazerTN_Trailblazer schrieb:Ich vermute der BMW war von einem Freund aus Berlin geliehen,
- vielleicht war MN mit einem Bekannten gemeinsam in der Gegend im Urlaub,
- vielleicht waren es gestohlene Kennzeichen.

Ich hoffe die Polizei hat diese Möglichkeiten bereits alle geprüft….
Es wurde, wie wir von dem 1. Ermittlungsbeamten hörten, zwischen 2004 - 2007, viele Fehler in den Ermittlungen begangen. Angefangen, dass man den deutschen Ermittlern nicht glaubte bis zu dem Polizisten, der ein falsches Datum bei der Sichtung des Bauern angegeben hat.
Erst 2008, als der nachfolgende Ermittlungsbeamte die Daten in AnaCrim eingab, wurde der Fehler bemerkt.
Und auch erst dann, wurden alle deutschen Staatsangehörige die im fraglichen Zeitraum sich in der Region aufgehalten haben überprüft.
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb am 23.05.2026:Heute hat sein, Vermutung von mir, Nachfolger ausgesagt. der 2007 den Fall Jonathan übernommen hat. Hier einige Zitate:
Dort taucht insbesondere die Aussage eines Bauern aus Saint-Molf bei Guérande wieder auf. Er behauptet, einen Mann gesehen zu haben, der in der Nähe eines in Deutschland zugelassenen BMW stand, dessen Kofferraum nicht weit von einem Teich entfernt offen war, und seine Worte geben dem ausländischen Lead Substanz. "Dann führten wir eine Volkszählung aller deutschen Staatsangehörigen durch, die für die Feiertage wohnten oder in der Region unterwegs waren oder im Becken von Saint-Nazaire arbeiteten", fasst Pascal Cotten zusammen. Mit Spuren von Bankabhebungen oder Kreditkartenzahlungen sind das "etwa 15.000 Menschen".
4 Jahre zu spät. Ob man damals schon die Autos überprüft hat, bezweifle ich.
Zu diesem Zeitpunkt stellt der ehemalige Landwirt keinen Zusammenhang mit Jonathans Verschwinden her. „Sonst“, erklärt er selbstbewusst, „wäre er nicht wieder weggefahren.“ Einige Tage nach der Entdeckung der Leiche meldet sich dieser Mann bei der Ermittlungsgruppe. Ein Gendarm notiert das Datum des Vorfalls falsch, und er wird nicht erneut kontaktiert. Erst 2008 wird er ausführlich befragt.
Aber ich finde zu dem genauen Datum der Sichtung keine Information. Was natürlich sehr interessant wäre.

https://www.ici.fr/pays-de-la-loire/loire-atlantique-44/saint-brevin-les-pins/affaire-jonathan-si-j-avais-su-qu-il-y-avait-un-lien-avec-la-disparition-l-homme-ne-serait-pas-reparti-6904921


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

29.05.2026 um 12:45
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:st das ein übliches Verfahren in Frankreich andere Verdächtige als Zeugen zu führen? Ich kenne das so nicht und mir kommt es erst mal seltsam vor.
Ein Grund könnte sein, dass man der Verteidigung von Ney keine Angriffsfläche auf diesen damaligen Verdächtigten geben wollte. Er wurde ja auch frei gesprochen im Fall Jonathans.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

29.05.2026 um 17:57
Entführungszeitpunkt:
Zitat von TN_TrailblazerTN_Trailblazer schrieb am 19.05.2026: Ein Viehzüchter sah die große Limousine nicht, glaubt aber, sie durch Saint-Brévin-les-Pins rasen gehört zu haben, unweit seines Ferienlagers, wo seine Kühe grasen. Doch mehr als das Motorengeräusch waren es die Schreie eines Kindes, die ihm kurz zuvor in den Ohren dröhnten. „Das Kind schrie aus Leibeskräften “ , sagte er der Polizei. Eine erschütternde Erinnerung, die bis zum 7. April, gegen 4:30 Uhr morgens, zurückreicht – genau in dem Moment, als Jonathan Coulom verschwand.
Quelle: https://www.lepoint.fr/societe/meurtre-de-jonathan-coulom-un-tueur-en-serie-allemand-juge-a-nantes-RMOBC44NHJBVNIWTOWRSMRIR2Q/
Zeitpunkt der Leichen-Ablage:
Zitat von TN_TrailblazerTN_Trailblazer schrieb am 19.05.2026: Kurz nach Jonathans Verschwinden begegnete der Landwirt beim Spaziergang mit seinem Hund einer „ziemlich großen“ Person, die neben seinem Auto stand, das an einem abgelegenen Weg geparkt war. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen „schwarzen BMW mit deutschen Kennzeichen “, präzisierte er. Da sich der Vorfall in der Nähe eines Gewässers ereignete, könnte es sein, dass der Fahrer die Leiche dort entsorgen wollte, es sich dann aber anders überlegte und den sechs Kilometer entfernten Teich bei Guérande wählte.
Was ist mit kurz nach dem Verschwinden Jonathans gmeint?. -> Ich nehme mal 1 oder 2 Tage maximal 5 Tage an
Also wird es etwa der 08.04 oder der 09.04.2004 und max. der 12.04.2004 gewesen sein.
Ja, Ermittlungsfehler - man hat vielleicht noch Chancen das Datum weiter einzugrenzen. Aber Datum und Uhrzeit sind hier wichtig.

Am 14.04. und am 15.04 soll Zeugen bereits auf etwas Schwimmendes im Teich von Guerande aufgefallen sein.

Dadurch das die Leiche zu einen krummen Bündel geschnürt war, hat man wohl erst spät - am 19.05.2004 - erkannt dass es eine Leiche war...

Hier die mögliche Fahrstrecke zwischen Saint-Molf und Guerande.
Saint-Molf Guerande
Quelle: https://www.openstreetmap.org/directions?engine=fossgis_osrm_car&route=47.3927175%2C-2.4255358%3B47.3254669%2C-2.4173389#map=13/47.36067/-2.40429


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

29.05.2026 um 19:08
Hier eine weitere Eingrenzung der Begegnung des Landwirtes mit dem Täter:
Aus "am Abend der Tat" -> leite ich etwa die Zeit zwischen 18.00 Uhr und 20:00 Uhr am 07.04.2004 ab.
Tatsächlich hatte ein Landwirt aus der Region ausgesagt, am Abend der Tat einen großen Mann und ein Auto mit deutschem Kennzeichen gesehen zu haben, als er mit seinem Schäferhund unterwegs gewesen sei. Der Kofferraum des in der Nähe des Sees geparkten Autos sei geöffnet gewesen, so heißt es in der Anklageschrift.
Quelle: https://www.stern.de/news/deutscher-serientaeter-weist-vorwurf-des-mordes-an-jungen-in-frankreich-zurueck-37410878.html

Aber vielleicht gibt es noch andere Quellen, die einen anderen Zeitraum angeben.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

30.05.2026 um 13:27
@TN_Trailblazer
Ich gehe gleich gesondert auf deinen interessanten Bericht ein.

Martin Ney wurde am späten Nachmittag des 28.05.26 nochmals ausführlich über die 3 Kindermorde in Deutschland befragt. Für die Profiler ist die „Handschrift“ von Ney hinter Jonathans Tod erkennbar.
Die Vorsitzende führt beispielsweise an, dass zwischen der Entführung und dem Auffinden der Leiche mehrere Tage vergehen. Sie fügt hinzu, dass auch Jonathan nackt, gefesselt und mit einem Betonblock beschwert war. Auch in diesem Fall, so die Vorsitzende, sei der Wille erkennbar, dass die Leiche nicht entdeckt werde sollte . Die von Jonathan wurde mit einem Betonblock beschwert. Wie in Saint-Brevin gebe es auch in den deutschen Tatorten Dünen und bewaldete Gebiete, bemerkt sie. Der Angeklagte versichert, diese Stadt nicht zu kennen und nie dort gewesen zu sein.
Den Ermittlern zufolge haben wir es mit einer methodischen, organisierten Person zu tun, die zwangsläufig bereits zuvor zugeschlagen hat. Für die beiden Verhaltensspezialisten, einen deutschen und einen französischen, handelt es sich eindeutig um ein und denselben Täter.
Nachdem der 55-jährige Martin Ney am späten Nachmittag dieses Donnerstags, dem 28. Mai, ausführlich zu den drei Kindermorden jenseits des Rheins befragt worden war – Taten, die er gestanden hat und für die er 2012 verurteilt wurde –, erinnert die Vorsitzende des Schwurgerichts von Loire-Atlantique daran, dass er zugegeben hat, sich für den Fall Coulom interessiert zu haben, da es Ähnlichkeiten gab.
„Ich sehe zwar Ähnlichkeiten, aber ich bleibe dabei, dass ich mit dem Fall Jonathan Coulom nichts zu tun habe“, erklärt Martin Ney, ein bekennender Pädophiler. Wie schon während der Ermittlungen und zu Beginn seines Prozesses hält er an seinen Leugnungen fest. Die Vorsitzende drängt ihn mit Fragen, doch er gibt nicht nach. Unerschütterlich. Als die Taten in Deutschland zur Sprache kamen, wischte er sich einige Tränen aus den Augen. Diese Emotion sei, so er, „darauf zurückzuführen, dass er das Leid angesprochen hat, das er damals anderen zugefügt haben könnte“.

Als er am Abend von Rechtsanwältin Herrmann, der Anwältin einer der Zivilparteien, befragt wurde, sagte er, er sei „berührt“ gewesen von der Aussage des Vaters und der Schwester von Jonathan am Vortag. Die Anwältin versucht es daraufhin: „Diese Familie will eine Antwort, können Sie ihr eine geben?“ Antwort des Angeklagten: „Ich vermute, dass sie das gleiche Leid erfahren haben, das ich meinen Opfern zugefügt habe, aber ich bleibe dabei, dass ich Jonathan nichts angetan habe.“
Und jetzt fängt er doch tatsächlich auch noch an zu weinen!
Herrmann drängt weiter und wendet sich dabei der Bank zu, auf der zu diesem Zeitpunkt Jonathans Mutter und seine ältere Schwester sitzen. „Die Familie ist jeden Tag hier. Sie appelliert an Ihren Glauben. Ihnen bleiben noch ein paar Tage.“ Der Satz bleibt unvollendet. Der Angeklagte antwortet, dass er sich wünsche, diese Familie bekäme Antworten, doch diese könnten nicht von ihm kommen, denn „ich kann nur sagen, was ich weiß.“
Nach seiner Verurteilung in Deutschland kann er 2043 auf Bewährung freikommen. Befürchtet er eine Strafe in Frankreich, die seinem Wunsch nach Freiheit entgegenstehen würde? Er, der im Gefängnis zum Glauben gefunden hat, möchte in ein Kloster eintreten. Doch, so sagt er, „diese Frage ist irrelevant“, denn für ihn besteht kaum ein Zweifel daran, dass er sein deutsches Gefängnis 2043 nicht verlassen wird.

Er wird nie ein Geständnis ablegen, nicht vor diesem Gericht.

Am Montag wird der Mitgefangene von Ney vor Gericht aussagen.

https://www.ici.fr/pays-de-la-loire/loire-atlantique-44/saint-brevin-les-pins/je-n-ai-rien-fait-a-jonathan-au-septieme-jour-de-son-proces-martin-ney-maintient-ses-denegations-5945628


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

30.05.2026 um 16:36
Erinnern bzw. vergegenwärtigen wir uns wie der Täter (Martin Ney) mutmasslich vorgegangen ist.

Die 24 Schüler der Schulklasse waren für eine Woche auf Klassenfahrt ab dem Mi., 31.03.2004 an die Westküste Frankreichs.
Zu Beginn besuchten sie am Fr., 2 April 2004 (Sa., 03.04.2004) die berühmten Salzgärten von Guerande und konnten dort sehen wie dort Salz gewonnen wird etc.
Es ist logisch, dass dieser Ort ein Ziel von sehr vielen Schulklassen auf Klassenfahrt ist. Ein „Honeypott“ für Pädophile wie MN.
Dort konnte er mögliche Opfer auswählen, dort kam er mit Jonathan ins Gespräch.
Jonathan berichtete hierzu an seine Mutter via Postkarte und erwähnte einen „sehr sympathischen „Großen….“ den er getroffen hat.
(damals in 2004 berichteten mehrere Zeitungen hierüber) ich suche noch auf meinem Rechner

Beitrag von enqueteur (Seite 489)
Beitrag von enqueteur (Seite 489)

Ich vermute der Täter ist dem Jungen bzw. der Klasse ins ca. 30k m entfernte St-Brévin gefolgt und hat den Ort der Unterbringung der Schüler ausbaldowert.
Er wird dann fast die ganze Woche bis zum 06.04.2004 gespannt und gelauert haben, bis eine Gelegenheit sich ergab.
Zum Ende des Aufenthalts der Klasse (vor Ende der Klassenfahrt) zog er dann die Entführung durch, er wollte bzw. mußte diesen Jungen haben.
Wahrscheinlich unterstützt durch einen Bekannten.

Bei der Kontaktaufnahme bei den Salzgärten von Guerande muss es viele Zeugen gegeben habe haben.
Viele Touristen haben Fotos gemacht, auf diesen Fotos könnte er oder sein Bekannten/ Freund zu sehen sein.


Ich würde hier eine hohe Belohnung für eine solche Information ausloben!
Ziel ist ein Beweis der Anwesenheit des Täters in Westfrankreich.

Hatte Martin Ney Urlaub zwischen dem 01.04.2004 und dem 08.042004 ?

Oder hatte er gar 2 Wochen Urlaub zwischen dem 29.03.2004 und dem 12.04.2004.
Karfreitag war der 09.04.2004, Ostermontag war der 12.04.2004

Guerande kannte er vermutlich aus einer Reise, die er oder Bekannte mit dem Reiseveranstalter Wolter-Reisen (oder einem vergleichbaren Reiseunternehmen) eine geraume Zeit vorher unternommen hat bzw. haben.
Beitrag von duwi (Seite 203)
Beitrag von duwi (Seite 235)


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

31.05.2026 um 12:17
Haben die LKA bzw. das BKA alle Fotos auf den Speichersticks, Festplatten und CD’s ausgewertet, die bei Martin Ney und seinem Umfeld gefunden wurden, ob dort Fotos aus Frankreich (Westküste) oder mit französischen Schülern zu sehen sind?
KI (AI) kann das unterstützen. Die gesamten Datenbestände können auch an Französische Behörden und an Interpol in Kopie zur Auswertung übergeben werden.
Bei den bisher geschehen Pannen bin ich mir nicht sicher, ob dass umfassend erfolgt ist.
Aus meiner Sicht sind das LKA Hamburg und wegen der der internationalen Bedeutung auch das BKA zuständig!


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

31.05.2026 um 22:32
Zitat von TN_TrailblazerTN_Trailblazer schrieb:Haben die LKA bzw. das BKA alle Fotos auf den Speichersticks, Festplatten und CD’s ausgewertet, die bei Martin Ney und seinem Umfeld gefunden wurden, ob dort Fotos aus Frankreich (Westküste) oder mit französischen Schülern zu sehen sind?
Lt Wikipedia fang 2011 und 2012 ein reger Austausch mit Besuchen zwischen den Franzosen und den Deutschen statt. Auch mit dem BKA. Man kann es nur hoffen. Wenn nicht, ist es eh zu spät.

Ich habe mich mal durch die alten Berichte im Wiki durchgelsen und stelle hier mal ein paar rein.

Wikipedia: Affaire Jonathan Coulom
Ermittler entdeckten, dass etwa dreißig sexuelle Übergriffe oder versuchte Übergriffe nachts in Ferienzentren im Westen Frankreichs, insbesondere an der Küste von Loire-Atlantique, begangen wurden. Die Fakten spielten sich von 1982 bis 1998 ab und sollen das Werk desselben Mannes sein, der nicht identifiziert wurde.
Laut den ungenauen Aussagen der Opfer, die damals zwischen 7 und 13 Jahre alt waren, wurde die gesuchte Person "zwischen 1950 und 1970" geboren. "Er handelte ohne Einbruch und setzte Strategien ein, um das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Er fühlte sich in dieser Umgebung wohl, die er wohl gut kannte", sagt Oberstleutnant Pierre Poty.
https://www.20minutes.fr/nantes/702947-20110408-nantes-nouvelle-piste-affaire-jonathan

Daher ermittelten die Franzosen auch zweigleisig. Einmal in die französische Richtung und einmal in Richtung Ney. Könnte es vorstellbar sein, dass es zwischen diesem älteren franz. Täter und dem jungen Ney eine Verbindung gibt?
Elf Gendarmen ermitteln immer noch in Jonathans Mord. Offiziell ist diese Reise in den letzten Tagen des Richters und der Ermittler Teil der "regelmäßigen Austausche zur Bilanzierung" mit Beamten der deutschen Kriminalpolizei, die damals ihre französischen Kollegen auf Ähnlichkeiten zwischen dem Fall Jonathan und einem Kindermörder in Deutschland aufmerksam gemacht hatten.
Wie ich auch gelesen habe, hatte sich der Austausch zwischen den deutschen und französischen Ermittlern ab 2007 erheblich verbessert, seit auch ein neuer Ermittlungsrichter eingesetzt wurde. Dieser reiste regelmäßig nach Deutschland.
https://www.leparisien.fr/faits-divers/l-enquete-sur-le-meurtre-de-jonathan-est-relancee-10-05-2009-507457.php

2008 wurde auch die Webseite "Jonathan-Zelle" ins Netz eingestellt mit der Bitte um verdächtige Ereignisse zu dem Fall zu melden. Auf dieser Seite wurden 73000 Einträge erfasst. Darunter die oben erwähnten 30 Missbrauchsfällte in den Ferienzentren. Diese wurden zum Tatzeitpunkt niemals zur Anzeige gebracht.
https://france3-regions.franceinfo.fr/pays-de-la-loire/2014/04/07/saint-brevin-les-pins-affaire-jonathan-10-ans-apres-454709.html
Bei Jonathans Mord sind die Ähnlichkeiten beunruhigend. Der Täter betrat mitten in der Nacht das Zentrum von Saint-Brevin, nachdem er unbemerkt entdeckt wurde. Er verschwand mit dem Kind und tauchte die Leiche in einen unauffälligen Teich, der mehrere Dutzend Kilometer entfernt lag. Ein deutsches Nummernschild, das von einem Zeugen in der Nähe des Tatorts entdeckt wurde, ist ein erstes Element. Es gibt noch andere. Die Burg, die an den See grenzt, wurde lange Zeit an Deutsche verpachtet. Viele weitere Wege wurden untersucht, wie etwa die Anwesenheit deutscher Arbeiter in der Region zum Zeitpunkt des Baus des Dampfers "Queen Mary 2", der 2004 fertiggestellt wurde. "Es gibt auch eine Methode. Die eines Mannes, der meiner Meinung nach nicht beim ersten Versuch Jonathan angreift, sagt Me Caty Richard, die Anwältin der Großmutter väterlicherseits des Jungen. Alles ist durchdacht und mit großer Ruhe organisiert. »
https://www.leparisien.fr/archives/le-suspect-allemand-qui-relance-l-affaire-jonathan-16-04-2011-1410060.php

Das war mir z. B noch komplett unbekannt. Das ist doch kein Zufall, dass Ney sich diesen See, den niemand sehen konnte ausgesucht hat und lange Zeit die Gebäude am See an Deutsche verpachtet war. Oder hatte Ney der ja in Hamburg wohnte Kontakte zu deutschen Schiffsarbeitern?


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

31.05.2026 um 23:14
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Das ist doch kein Zufall, dass Ney sich diesen See, den niemand sehen konnte ausgesucht hat und lange Zeit die Gebäude am See an Deutsche verpachtet war.
Moment. Wir wissen doch gar nicht ob Ney sich den See ausgesucht hat und für die Tat verantwortlich ist. Ich würde sogar sagen, dass der Umstand, dass die Burg an Deutsche verpachtet war ihn eher sogar entlastet. Wobei das nicht der richtige Begriff ist. Auf jeden Fall könnte das Deutsche Kennzeichen auch einfach zu jemanden gehört haben der zu Burg gehörig war. Es ist ja auch überhaupt nicht gesagt, dass das Auto etwas mit dem Mord zu tun hatte. Aber die Verpachtung an Deutsche wäre eine plausible Erklärung dafür, dass in der Nähe des Fundortes ein Auto mit deutschem Kennzeichen gesehen wurde.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 09:32
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:Moment. Wir wissen doch gar nicht ob Ney sich den See ausgesucht hat und für die Tat verantwortlich ist. Ich würde sogar sagen, dass der Umstand, dass die Burg an Deutsche verpachtet war ihn eher sogar entlastet. Wobei das nicht der richtige Begriff ist. Auf jeden Fall könnte das Deutsche Kennzeichen auch einfach zu jemanden gehört haben der zu Burg gehörig war.
Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Und natürlich gilt für Ney auch die Unschuldsvermutung.

Ich gehe mal davon aus, dass die damaligen Bewohner, ihre evtl. Besucher oder Gäste des Herrenhauses sicher überprüft wurden. Sowie auch die früheren Pächter. Man wußte zwar von dem Berliner BMW noch nichts aber spätestens bei der Analyse über AnaCrim wäre dies bemerkt worden.

Aber natürlich kann es möglich sein, dass genau am 07. oder auch 08. April ein deutscher BMW-Fahrer 9 Km vom Fundort von Jonathan einen einsamen Feldweg entlang fuhr, seinen Kofferraum öffnete um etwas zu entsorgen. Als er entdeckt wird, fährt er wieder zur Burg zurück. Und dann wird der Junge 6 Wochen später genau im See bei der Burg gefunden. Der Fahrer des Berliner BMWs ist verschwunden. Mir sind das zu viele Zufälle.
Aber ihr habt sicherlich viel mehr Einblick in den Fall Ney als ich.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 09:49
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Mir sind das zu viele Zufälle.
Und dem Mithäftling hat er erzählt, dass er gestört worden sei von einem Franzosen mit Hund. Die einzige einigermaßen sinnvolle andere Erklärung wäre, dass Ney in Austausch mit anderen Tätern dieser Art war und von diesem, wahren Täter, die Erzählung übernommen hat und das dem Mitäflting gegenüber als seine Tat ausgegeben hat. Dann wäre es schlau, bald den Namen desjenigen zu nennen.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 10:39
Hier eine kleine Zusammenfassung und Stellungsname des Prozesses der letzten 2 Wochen von den Anwälten der Nebenklage.

Und ich höre daraus, dass wir über die Inhalte des Prozesses so gut wie nichts über die frei zugänglichen Presseartikel erfahren haben. Mir selber waren diese viel zu Oberflächlich und Nichtssagend.

Dritte und letzte Woche bei den Loire-Atlantique Assizes zum Prozess gegen Martin Ney, diesen Montag, den 1. Juni.
Die Anwälte der Zivilparteien sprechen ihrerseits im Namen ihrer Mandanten. Catherine Salsac verteidigt Jonathans Mutter und gibt zu, dass diese zwei Wochen Anhörungen "anstrengend" waren. Französische Gendarmen, deutsche Ermittler, Computerexperte, Verhaltensexperte, Forensiker, Teilnehmer der Klassenfahrt , wurden unter anderem gehört. Etwa fünfzehn Experten und Zeugen traten nacheinander auf. Es gibt auch die Anhörungen des Angeklagten, eines bekennenden Pädophile mit Übersetzung, die Konzentration erfordern und die Interventionen verlängern.
Und genau das sagt mir, dass wir von diesem Prozess nur einen kleinen Bruchteil erfahren haben.
Corinne Herrmann verteidigt Jonathans Vater und ältere Schwester. "Ja, sie sind müde, weil es körperlich schwer ist mit langen, dichten Tagen. Es liegt eine Schwere auf diesem Publikum. Es gibt die besprochenen Elemente, die für sie sehr schwer sind, weil sie bestimmte Teile des Falls erst entdeckten, selbst wenn sie vorbereitet wurden, gibt es immer Elemente, die sie nicht gehört oder gesehen haben. Es gibt Fotografien, Bilder früherer Morde, auch Bilder von Pädophilie. All das ist sehr, sehr schwer zu verarbeiten."
„Wir haben eine Vorsitzende, die sich in dieser Angelegenheit sehr, sehr gut auskennt und die richtigen Fragen stellt, und zwar bis ins Detail.“

Me Herrmann bedauert die Art und Weise, wie diese Untersuchung begonnen hat, aber ihrer Ansicht nach „hat sich der Fall dann weiterentwickelt, und als man Herrn Ney identifiziert hatte, hat er sich viel stärker herauskristallisiert. Aufgrund dessen, was er bereits getan hatte, was man über ihn wusste und was man am Tatort finden konnte. Ich denke also im Gegenteil, dass die Vorsitzende des Schwurgerichts heute aufzeigt, was wirklich in der Akte steht, und diesen Fall neu aufbaut. Man sagt immer, dass die Ermittlungen in der Verhandlung noch einmal durchgeführt werden. Sie führt diese Ermittlungen gerade brillant durch.“
Mir machen diese Aussagen Hoffnung, dass der Richtige auf der Anklagebank sitzt. Ich hoffe, das ICI heute eine gute Zusammenfassung der Aussage des Mithäftlings von Ney bringt.
Me Corinne Herrmann ist der Ansicht, dass „im Laufe der Verhandlung immer mehr Indizien darauf hindeuten, dass er mit den Vorfällen in Verbindung steht. Jedenfalls denken wir das, und unsere Mandanten denken das auch. Ich glaube, dass alles zur Sprache kommt und dass es ausgewogen ist. Es ist sehr wichtig, dass die Verteidigung zu Wort kommt und dass die verschiedenen Darstellungen gegenübergestellt werden können. Man sieht, dass er sehr wandlungsfähig ist. Er passt sich jedes Mal der Frage und seinem Gesprächspartner an. Sehr oft antwortet er absichtlich am Thema vorbei. Er vermeidet es, auf Dinge einzugehen, die ihn berühren oder dazu bringen könnten, zu sprechen.“
(die Hervorhebungen wurden von mir gesetzt)


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 12:10
@jeandArc
anbei die Quelle die jenadArc nutzte https://www.europesays.com/fr/969777/

@vorsichtfalle
Bezüglich der Deutschen und Queen Mary 2. Das waren gut bezahlte Freelancer, die als halbwegs Selbstständige die Spitzenlasten während eines solchen Projektes abdecken, oder für Spezialaufgaben eingesetzt werden.
Gut möglich, das MN den Ort bereits durch Wolters-Reisen (Bremen-Stuhr) bekannt wurde. Er hat wahrscheinlich vorher die Gegend nach 2001 erkundet, weil mit der Soko Dennis der Boden in Deutschland zu heiß wurde.
Ob er unter den Deutschen dort einen Freund und Helfer gefunden hat ist eher unwahrscheinlich.
Er brauchte aus meiner Sicht einen abhängigen Pädophilen, den er wahrscheinlich in der Szene, via Internet kennenlernte
und in eine Abhängigkeits-Situation brachte. Gut möglich, dass dieser sehr gutes Französisch sprach oder selbst Franzose war.
So schaffte er es vermutlich zu einer Unterkunft ohne mit seinem Akzent als Deutscher aufzufallen.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 12:44
Zitat von TN_TrailblazerTN_Trailblazer schrieb:Bezüglich der Deutschen und Queen Mary 2. Das waren gut bezahlte Freelancer, die als halbwegs Selbstständige die Spitzenlasten während eines solchen Projektes abdecken, oder für Spezialaufgaben eingesetzt werden.
Gut möglich, das MN den Ort bereits durch Wolters-Reisen (Bremen-Stuhr) bekannt wurde. Er hat wahrscheinlich vorher die Gegend nach 2001 erkundet, weil mit der Soko Dennis der Boden in Deutschland zu heiß wurde.
Ja, ich verstehe den Gedankengang. Allerdings wird aus meiner Sicht immer vorausgesetzt, dass MN der Täter war. Mit dieser Vorrausetzung erscheint das alles sehr plausibel und passt zusammen. Ich denke jedoch (und damit sage ich ausdrücklich nicht, dass MN nicht der Täter war) erst einmal den Vorgang so zu betrachten, dass der Täter unbekannt ist.
Und wenn ich dann feststelle, dass in der Nähe Deutsche arbeiteten oder sich aufhielten, dann sagt das im ersten Schritt nur aus, dass auch Deutsche als Täter in Frage kommen. Ein direkter Rückschluss auf MN ist das eher nicht. Auch dieser Punkt ist eher ein Punkt gegen seine Täterschaft, denn es zeigt ja nur, dass zum Beispiel das Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen nicht unbedingt MN gehört haben muss, sondern es auch andere Deutsche in der Nähe gab, denen das Auto gehört haben kann.


Zudem zeigt auch die Reihe von Übergriffe in Schullandheimen in Frankreich ab 1982 ja auch, dass eben MN nicht der einzige Täter mit diesem Modus operandi war. Das bedeutet es läuft da draußen noch mindestens ein weiterer Täter rum, der ähnlich vorgegangen ist.
Der heutige Tag mit der Aussage des Mithäftlings dürfte entscheidend sein. Gibt es eigentlich einen Grund warum die Aussage so spät im verfahren ansteht?


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 12:53
Als die Taten in Deutschland zur Sprache kamen, wischte er sich einige Tränen aus den Augen. Diese Emotion sei, so er, „darauf zurückzuführen, dass er das Leid angesprochen hat, das er damals anderen zugefügt haben könnte“.
Mir kommt das Kotzen, wenn ich von dieser Schauspielerei lese. Ihm kommen die Tränen, wenn er an das Leid erinnert wird, das er seinen Opfern damals zugefügt hat - dass ich nicht lachen!
Ich bin sicher, ihm geht in Wirklichkeit jedes Mal einer ab, wenn er sich dran erinnert.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 13:22
@vorsichtfalle
Ich meine es ist naheliegend für Ermittlungsbeamte, aber wie wir wissen gab es sowohl in Deutschland als auch in Frankreich Ermittlungspannen.
Dem Nachfolger des ersten Ermittlungsleiters (Leiter der Soko Disparition 44) müssen wohl die Haare zu Berge gestand haben, ob der Fehlleistungen...

Wie in Deutschland nach der Bildung der Soko Dennis wurden dort auch mehr als 30 Fälle bekannt, die bis dahin nicht zur Anzeige gebracht wurden.
Diese wurden meist aufgeklärt und die Täter bestraft. Einer dieser Täter hat auch in diesem Prozess ausgesagt. Er konnte nicht für den Mord an Jonathan verurteilt werden. Im Detail hatten seine Taten wohl eine andere Handschrift. Seine Unschuld hat sich in diesem Fall wohl herausgestellt.
Schließlich blieb wohl nach dem Ausschlußprinzip nur MN übrig, bei dem das von seinem Vorgehen (Täter-Handschrift) her ziemlich gut passt.
Daher geht das Gericht auch sehr grundsätzlich an diese Sache heran. Die Entwicklung von MN als Persönlichkeit von seiner Jugend an bis heute wird beleuchtet. Auch seine vorangegangenen Taten....
Ich hoffe, dass auch noch einige uns bisher nicht bekannte Indizien hierbei bekannt werden. Es muß eine Indizienkette geben.
Die stärksten Beweise kommen zum Ende des Prozesses... das wird vermutlich der Grund sein.
Leider haben wir bisher nur wenig Details erfahren. Meist nur Zusammenfassungen.
Ich hoffe mehr Details zu seinem Leben und Taten zwischen 1985 und 1990 zu erfahren.
Ich kenne da ein paar Mosaiksteinchen. Ein paar mehr wären gut, um für diese Zeit ein klareres Bild zu erhalten.
Ich hoffe auch das nun Indizien dargelegt werden, die z. B. seinen Aufenthalt in Frankreich in dieser Zeit belegen.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 16:32
Zitat von TN_TrailblazerTN_Trailblazer schrieb:Ich kenne da ein paar Mosaiksteinchen. Ein paar mehr wären gut, um für diese Zeit ein klareres Bild zu erhalten.
Ich hoffe auch das nun Indizien dargelegt werden, die z. B. seinen Aufenthalt in Frankreich in dieser Zeit belegen.
Gab/gibt es bzgl. Ney ein öffentlich bekanntes Bewegungsprofil?

Zwischen dem 1.Mord und seiner Verurteilung lagen immerhin 20 Jahre und 2 weitere (bekannte) Morde, sowie unzählige weitere (bekannte) Übergriffe.

Ney war ja z.B. auch länger und öfter in Portugal unterwegs, noch dazu PC affin und www vernetzt.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 18:16
@oneeightseven
Bitte einfach mal die letzen Seiten also von Seite 537 bis Seite 542 lesen.

Bitte auch den Thread Felix Nienaber ansehen, Seiten 1, 9, 10 und 11 lesen.

Bevor ich hier in das Thema eingestiegen bin, habe ich diese beiden Thread's verfolgt,

Das Thema ist schwierig, interessant und wenn man tiefer einsteigt auch sehr schaurig, und nicht für jede Seele geeignet!

Das wäre es für den Anfang.

Viele Grüße TN_Trailblazer


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 18:45
Hier der heutige Bericht von ICI:

https://www.ici.fr/pays-de-la-loire/loire-atlantique-44/saint-brevin-les-pins/affaire-jonathan-mensonges-invention-a-son-proces-a-nantes-l-accuse-tente-de-decredibiliser-un-temoin-accablant-9519572

Fall Jonathan: „Lügen“, „Erfindung“ – Angeklagter versucht in Nantes, einen belastenden Zeugen zu diskreditieren

Am Montag, dem 1. Juni, wurde im Mordfall Jonathan Coulom vor dem Schwurgericht Loire-Atlantique in Nantes ein mit Spannung erwarteter Zeuge vernommen: ein Mithäftling des Angeklagten Martin Ney. Die Entführung und Ermordung von Jonathan Coulom im Frühjahr 2004 in Loire-Atlantique ist ein Verbrechen ohne DNA-Beweise und ohne physische Beweise gegen den Angeklagten, der weiterhin seine Unschuld beteuert. Doch die Staatsanwaltschaft sieht sich mit beunruhigenden Elementen konfrontiert, die sie dazu bewogen haben, den 55-jährigen Deutschen Martin Ney vor Gericht zu stellen. Er wurde 2012 in seinem Heimatland wegen Mordes an drei Jungen und sexuellen Missbrauchs von neun weiteren verurteilt. Der Prozess in Nantes begann am 19. Mai.

Ein Element, das bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangte: Zu diesen beunruhigenden Aspekten gehört die Aussage eines Mithäftlings. Der 38-Jährige wurde am Montag, dem 1. Juni, vom Schwurgericht Loire-Atlantique ausführlich vernommen. Seine Aussage dauerte über vier Stunden. Die Anhörung trug alle Merkmale einer virtuellen Konfrontation zwischen Martin Ney und Mario Tilly, dem besagten Mithäftling. Beide trugen schwarze T-Shirts. Tillys T-Shirt war mit weißer Schrift bedruckt. Ney sprach von der Anklagebank des Schwurgerichts in Nantes aus. Tilly, wegen Mordes verurteilt, war per Videoschaltung aus seinem Gefängnis in Deutschland zugeschaltet. Die beiden trennten rund 1.100 Kilometer. Es besteht zudem ein erheblicher Widerspruch zwischen den Aussagen der beiden ehemaligen Freunde vor Gericht. Anfang 2017 sagte Tilly der Polizei, Ney habe von einem sexuellen Übergriff und der Tötung eines Kindes in Frankreich gesprochen. Laut seinem Zellengenossen erzählte Ney, er habe ein Auto gemietet, um nach Frankreich zu fahren, ohne jedoch die Stadt zu nennen. Ney behauptet, die Polizei habe nichts gegen ihn, keinerlei Beweise. Laut Aussage seines Zellengenossen erklärte Martin Ney außerdem, er sei von einem älteren Mann und dessen Deutsch Kurzhaar überrascht worden.

Dieser ältere Mann, ein Landwirt aus Saint-Molf, gab diese Aussage 2008 gegenüber der französischen Polizei ab, und dieses Detail wurde nie an die Öffentlichkeit gebracht. „Herr Tilly kann sich das nicht ausgedacht haben“, betonte der vorsitzende Richter. Die Antwort des Angeklagten: Die Aussage seines Zellengenossen sei „ein Zufall“, „frei erfunden“ oder schlichtweg „eine Lüge“. Ney hielt seinen Zellengenossen für „unglaubwürdig“ und schloss sich damit den Worten eines deutschen Ermittlers an, der am 22. Mai ausgesagt hatte.

„Ich habe keinen Grund zu lügen“, sagte der Zellengenosse. Dieser Zellengenosse wurde 2020 wegen falscher Anschuldigungen gegen etwa zehn Personen, darunter Familienmitglieder, verurteilt, denen er – wie er zugibt – schaden wollte. „Aber hier sage ich die Wahrheit. Es geht um den Tod eines Kindes. Ich habe keinen Grund zu lügen“, beteuerte der Mann in seinen Dreißigern. Seine Enthüllungen, erklärte er, „hätten ihm nichts genützt“. Er berichtete, seitdem in einem „feindseligen“ Gefängnisumfeld zu leben, in „einer Art Terror“, einschließlich Drohungen. „Es hat mich zerstört“, vertraute er an. Für Ney spricht dieser Mann aus „Rache“. Beide sind homosexuell, und Ney behauptet, der Zeuge habe sich zu ihm hingezogen gefühlt. Der Zeuge bestreitet dies. „Dieser Mann ist verrückt und krank“, so der Angeklagte. „Das entspricht überhaupt nicht den Gutachten“, korrigierte der vorsitzende Richter umgehend. Laut diesem Mithäftling hat Ney zwei Gesichter. Der eine ist jemand, der „freundlich“, „seriös“ und „hilfsbereit“ ist. Und dann gibt es laut ihm die dunkle Seite: „manipulativ“ und „gemein“. Er behauptet, Ney verziehe das Gesicht, wenn er über seine Opfer spreche. Er habe, so beteuert er, keinerlei Mitgefühl für sie.


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Der schwarze Mann/Soko Dennis

01.06.2026 um 20:30
Corinne Hermann ist DIE Spezialistin für Serienmörder in Frankreich, hat mehrere von ihnen überführt. Angefangen bei Emile Louis. Sie weiß genau, wovon sie spricht.

Die zwei Gesichter von Ney sollten allgemein bekannt sein. Haben sich schon in seinem ersten Prozess heraus kristallisiert.

Aktuell wird in Südwest-Frankreich ein 11-jähriges Mädchen verzweifelt gesucht. Seit Freitag nachmittag vermisst, als sie in das Auto des Vaters einer Klassenkameradin und Freundin gestiegen ist,


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