Mir haben Benedikt Toth und die gestrige Sendung sehr gut gefallen auch wenn die Zeit erwartungsgemäß natürlich viel zu kurz gewesen ist um einen so komplexen Fall wie den Böhringer-Mord im Detail zu besprechen. Souverän fand ich insbesondere Toths Erwiderung auf die Frage wie er damit umgehen würde wenn ihn Personen konfrontierten welche seine Verurteilung für rechtens halten:
Auch sehr überzeugend waren die Aussagen der Psychologin welche feststellte und bestätigte das man Indizien immer so ODER so interpretieren kann und das dabei selbstverständlich und natürlich Fehler unterlaufen können eben weil etwa von vornherein eine bestimmte Wahrnehmung oder Annahme vorausgesetzt und danach dann selektiv ausgewählt wird was für Indizien hineinpassen, Stichwort:
Bestätigungsfehler!Schade nur das es keine aktuellen Informationen zum Stand der Zulassung des Wiederaufnahmeantrags gab aber alles in allem hat auch diese Sendung deutlich gemacht das die letzte Messe im Fall Toth noch lange, lange, lange nicht gelesen ist!
Kielius schrieb:Seine Antworten und Reaktionen auf Fragen in Zusammenhang mit seiner gerichtlich festgestellten Täterschaft und Verurteilung wirkten auf mich durchgehend sehr abgeklärt und distanziert. Von Wut oder Hadern mit dem (vermeintlichen) "Schicksal", Opfer eines fatalen Fehlurteils und Justizirrtums geworden zu sein, konnte ich nicht ansatzweise etwas spüren. Schon etwas merkwürdig...
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Das zeugt davon wie souverän, reflektiert und sachlich Benedikt Toth mit dieser einschneidenden, aufgezwungenen, Lebenssituation mittlerweile umgeht. War ja nicht immer so und vor allem auch nicht einfach. Er hat in zahlreichen Interviews ausgesagt das ihn einerseits seine Eltern gebeten haben nicht ständig auf „Krawall“ zu sein und andererseits meinte er dass es auch seiner Gesundheit wie Psyche nicht gut tue wenn er ständig im „Kampfmodus“ sei. Ich finde daran absolut nichts merkwürdig sondern vielmehr Respekt und Gratulation dafür, wenn man bedenkt das sein Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Justizirrtum ist, das er dann einen so realen und bodenständigen Umgang damit für sich gefunden hat!