Smoover schrieb:Den hätte er nach dem Mord mitnehmen müssen.
Er hätte besser den Büroschlüssel aus Ch. Bs. Wohnung mitnehmen sollen. Erstens ist es unglaubwürdig, dass ihn die Tante zwar gebeten hatte, dienstags zu arbeiten, aber beim angeblichen Sonntagsbesuch weder sie noch er daran dachten, dass er den Schlüssel braucht. Zweitens wäre im Büro der Schlüssel für die Wohnung gewesen. Tüte und Zeitungen in der Wohnung wären jedenfalls unverfänglicher gewesen als entsprechende Zeitungen in BTs Altpapier.
Eine vermutlich letzte Chance hätte er evtl. in der Zeit gehabt, bevor die Polizei eintraf. Vielleicht hätte es noch klappen können, wenn er sich nicht übergeben hätte. Den Schlüssel scheint er gehabt zu haben, denn er hatte die Wohnungstür geöffnet:
(f.)
Als Herr W. eingetroffen sei, seien beide zur Wohnung der Tante hinaufgegangen und daher habe er die Tür zunächst nur einen Spalt geöffnet. Sie seien nach unten gegangen, um den Alarmanlagenchip zu holen. Oben habe er dann die Anlage deaktiviert und die Tür geöffnet. Auf Vorhalt, dass es doch vorrangig darum ging, der Tante zu helfen, meinte der Angeklagte, er habe in dieser Situation anders gedacht und erst den Alarm ausgemacht. Er habe in der Wohnung Blut und die Tante auf dem Bauch liegen sehen. Er sei zu ihr hingegangen, habe sich zu ihr runtergekniet. Dabei sei seine Jeans am linken Knie mit Blut in Kontakt gekommen. Er habe die Tante am Bein geschüttelt und an der Hand den Puls gefühlt.
Quelle: Kopie Urteil, im Wiki
Smoover schrieb:Man hätte bestimmt feststellen können, dass CB die Tüte nicht angerührt hatte.
Entsprechende Spuren werden nicht immer hinterlassen (s. u.), sonst könnte BTs Verteidigung auch keinen potenziellen Alternativtäter ins Spiel bringen.
Z. B. kurz nach dem Händewaschen ist die Wahrscheinlichkeit geringer, Fingerabdrücke zu hinterlassen.
Wäre der Todeszeitpunkt nicht auf den Vortag festgelegt worden, hätte man auch vermuten können, dass Ch. B. die Tüte zwar hereinholen wollte, aber nicht mehr zu fassen bekam, weil der Täter ihr auflauerte. Dieser könnte dann die Tüte in die Wohnung gebracht haben, um sich einen Zeitvorsprung vor Entdeckung zu verschaffen.
Was ich gestern meinte: Ein fremder Täter, der Ch. B. am Vortag getötet hätte, wäre vermutlich nicht am nächsten Morgen zurückgekehrt, um die Zeitungen zu entfernen. Dazu hätte er erst einmal die Zeitungs-Routine kennen müssen.
(vii.)
Der Umstand, dass auf den beim Angeklagten sichergestellten Zeitungen keinerlei daktyloskopische bzw. humanbiologische Spuren des Zeugen P. gefunden wurden, spricht nicht gegen die Annahme dass der Angeklagte die von M.P. in die Tüte gepackten und von T.S. an die Wohnungstür des Opfers gehängten Zeitungen weggenommen hat.
(1)
Der daktyloskopische Sachverständige P. führte überzeugend aus, das Setzen einer Fingerspur hänge von verschiedenen Faktoren ab. Relevant dafür sei der Untergrund, die Beschaffenheit der übertragenden Hand bzw. des übertragenden Fingers. Es gebe „gute und schlechte“ Spurensetzer, was zum Bei- (S. 142) spiel mit der unterschiedlichen starken Schweissproduktion zusammenhänge. Auch Druck und Dauer des Kontakts sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit seien von Bedeutung. Jedenfalls müsse das Berühren der Zeitungen bei den mit dem Verpackungsvorgang im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten nicht zwangsläufig zur Übertragung einer Fingerspur führen.
(2.)
Die humanbiologische Sachverständige PD R. A. führte überzeugend aus, die Übertragung von DNA-Spuren hänge ebenfalls von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wenn keine DNA-Spur auf einem Gegenstand gefunden worden sei, bedeute dies nicht, dass eine Person diesen Gegenstand nicht in der Hand gehabt haben könnte. Nicht jede Berührung führe zu Übertragung von DNA-Material, so dass auch nach einer Berührung nicht zwangsläufig mit einer DNA-.Spur auf dem berührten Gegenstand zu rechnen ist.
Quelle: s. o.
Eine weitere Möglichkeit: Da sich die Millionärin den Kauf einer dritten Zeitung nicht leisten konnte, sparte man evtl. auch an Tüten und nutzte diese mehrfach für den täglichen Transport. Dann wären evtl. Spuren auf der Tüte gewesen.
(Btw: Erzählte BT in der TV-Doku nicht irgendetwas von Stil o. guten Umgangsformen, die in der Familie wichtig sind? In der Szene wurde ein Foto eingeblendet, auf dem auch O. Böhringer zu sehen war, dem alle den Reichtum verdanken.)
So viel zum Thema hinterher ist man immer schlauer bzw.
JimRockford schrieb am 17.03.2026:dass sie sich im Nachhinein über ihre Fehler geärgert haben, weshalb sie erwischt wurden.